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Tillerson wettert gegen Abkommen mit Iran

Washington. US-Außenminister Rex Tillerson hat das Atomabkommen der fünf Ständigen Sicherheitsratsmitglieder und Deutschlands mit Iran kritisiert. Der Deal erfülle nicht das Ziel, das Land von der Entwicklung von Atomwaffen abzuhalten, behauptete er. »Er verzögert nur das Erreichen des Ziels Irans, Nuklearmacht zu werden«, sagte Tillerson am Mittwoch in Washington. Er warf Teheran vor, Konflikte a...

Türkei geht verstärkt gegen Kritiker vor

Istanbul. Nach Protesten gegen das Referendum in der Türkei geht die Regierung verstärkt gegen Kritiker vor. In Istanbul nahm die Polizei am Donnerstag einen Journalisten fest, nachdem am Vortag bereits 16 Personen inhaftiert worden waren, die an Protesten beteiligt waren. Die Regierung forderte die Opposition auf, das Ergebnis anzuerkennen, und warnte sie vor weiteren Protesten. Die Republikanisc...

ndPlusRegina Stötzel

unten links

Steht schon die nächste Stufe der Kommunikation unmittelbar bevor? Ist die Technologie der Zukunft smart ohne Phone? Das Unternehmen Facebook erforscht derzeit, ob es auch möglich ist, Textnachrichten zu verfassen, ohne das Smartphone in die Hand zu nehmen. Dafür überwachen empfindliche Sensoren auf der Oberfläche des Kopfes die Gehirntätigkeit eines Menschen haargenau, also flächendeckend hundert...

Ein-Euro-Jobs wenig gefragt

München. Die sogenannten Ein-Euro-Jobs werden in weitaus geringerem Umfang an Geflüchtete vergeben als angenommen: Die Mittel aus dem für diese Arbeitsgelegenheiten vorgesehenen Programm werden ab 2018 von 300 Millionen Euro auf 60 Millionen Euro reduziert, wie aus einem Schreiben des Arbeitsministeriums an die Bundesländer hervorgeht. Die Förderung ist für Flüchtlinge vorgesehen, über deren Anerk...

Roland Etzel

Auf Kurs zum Vertragsbruch

Präsident Donald Trump ist berüchtigt für seine Wendungen in der Außenpolitik. Dass die USA nun vom Atomabkommen mit Iran abkehrt, hat aber auch Konsequenzen für andere Länder: Deutschland hat den Vertrag mitunterzeichnet.

Europas Schicksalswahl

Berlin. Frankreich, so sieht es die selbst ernannte politische Mitte in Frankreich wie in Deutschland, könnte bald in die Hände von Extremisten gelangen. Dann nämlich, wenn am Sonntag die als rechts- und linkssextrem apostrophierten Kandidaten Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon in die Stichwahl um das französische Präsidentenamt einziehen. Das ist, obgleich die meisten Umfragen die Front-Nationa...

ndPlusMartin Ling

Venezuela zählt die Toten

In Venezuela rief Oppositionsführer Henrique Capriles für Donnerstag zu weiteren Massenprotesten auf. Am Mittwoch kamen in diesem Zusammenhang drei Menschen ums Leben.

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ndPlusRalf Klingsieck

Schon die nächste Wahl im Auge

Der erste Wahlgang der Präsidentschaftswahl am Sonntag stellt die Weichen für Frankreichs unmittelbare Zukunft. Dann wird sich schon absehen lassen, wer aus der Stichwahl zwei Wochen später siegreich hervorgehen dürfte. Doch ob dieser neue Präsident dann auch wirklich regieren kann, wird sich erst bei der Parlamentswahl am 11. und 18. Juni erweisen. Ohne stabile Mehrheit in der Nationalversammlung...

ndPlusFelix Syrovatka

Macron ist der französische Gerhard Schröder

Der Favorit für das Präsidentschaftsamt ist ein Kandidat des Dritten Weges. Macron steht in der Kontinuität der Politik der letzten 20 Jahre, die zu Deindustrialisierung und mehr Erwerbslosigkeit führte.

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ndPlusHermannus Pfeiffer

Kranker Mann Europas?

«Wählt nicht die Radikalen!» So lassen sich die offenen oder verdeckten Wahlempfehlungen der Finanzdienstleister vor der französischen Präsidentenwahl zusammenfassen. «Die Anleger müssen das Risiko einer Präsidentin Marine Le Pen einkalkulieren», mahnen etwa die Analysten des britischen Derivatehändlers CMC Markets. Bei der Deutschen Bank warnt man vor einem Worst-Case-Szenario«: einer Stichwahl z...

Bernard Schmid, Paris

Wahlen als Sprungbrett

Die Präsidentschaftsanwärter der radikalen Linken weisen auf die falsche Alternative zwischen Wirtschaftsliberalismus und EU-Austritt im Wahlkampf hin. Realistische Chancen auf einen Wahlsieg haben sie keine.

Ralf Klingsieck, Paris

»Maul zu, Frau Merkel«

Auf keynesianische Rezepte plus Ökologie setzt der linke Kandidat Jean-Luc Mélenchon. Das Bürgertum in Frankreich malt dennoch ein kommunistisches Schreckgespenst an die Wand. Umfragen sehen ihn bei 20 Prozent.

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ndPlusRené Heilig

US-Flugzeugträger gesucht

US-Flugzeugträger auf dem Bodensee gesichtet ... Haha! Klar kann man sich jetzt lustig machen darüber, dass der US-Präsident mit einem Flugzeugträger droht, der fern vom Einsatzort ist. Doch ob spötteln wirklich angeraten ist? »Wir schicken eine Armada, sehr schlagkräftig«, hatte US-Präsident Trump vor rund zwei Wochen in Richtung Nordkorea getönt und mit einem militärischen Alleingang der USA ged...

Stephan Fischer

Aus Verantwortung gegen Angst

In Österreich haben 23 Prozent der Bevölkerung totalitäre Einstellungen, zeigt eine Befragung und lehnen die Demokratie ab. Aus Ängsten werden Taten - dagegen nicht mitzumachen, liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen.

Billige Sieg-Parolen

Die Überheblichkeit, mit der in Deutschland der wirtschaftliche Erfolg erklärt wird, spielt anderen nationalistischen Protektionisten in die Karten. Dass der Erfolg schmutzig erschlichen ist, wird geflissentlich übersehen.

Velten Schäfer

Fox News trennt sich von Bill O’Reilly

Nicht die häufigen journalistischen Fehler sondern persönliche Vergehen beenden die Karriere des konservativen Fernsehmanns. O’Reilly begründete das Nachrichtenformat, das zur Spaltung der amerikanischen Gesellschaft beitrug.

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Neue Kämpfe in der AfD

Berlin. Nach dem Verzicht von AfD-Chefin Frauke Petry auf eine Spitzenkandidatur im Bundestagswahlkampf ist in der Partei ein erneuter Streit ausgebrochen. Während sich der Berliner AfD-Landeschef Georg Pazderski am Donnerstag dafür aussprach, ohne Spitzenkandidaten Wahlkampf zu machen, forderte Sachsens-Anhalts Landeschef André Poggenburg ein Festhalten daran. Pazderski sagte der Deutschen Presse...

Aert van Riel

Rote Linien sollen leuchten

Koalitionsdebatten sollen aus Sicht führender Grüner vor der Bundestagswahl vermieden werden. Politiker vom linken Flügel fordern dagegen, die Regierungsbeteiligung an Bedingungen zu knüpfen.

Velten Schäfer

Wettlauf nach unten

In seinem 4. »Demokratiebericht« versucht der Europarat, den »Populismus« zu verstehen. Dabei offenbart sich auch ein blinder Fleck. Nicht nur Hassrede ist in den meisten Staaten verboten, wird aber kaum verfolgt.

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ndPlusIan King, London

Tory-Minister will Tony Blair schützen

Der konservative britische Generalstaatsanwalt Jeremy Wright versucht, dem Labour-Politiker Toni Blair eine Anklage wegen der Entfesselung eines Aggressionskrieges zu ersparen - und um einen Präzedenzfall zu vermeiden.

Kerstin Ewald

Kein Bleiberecht in allen Quartieren

Mit der Wiedervereinigung schien die Wohnungsfrage gelöst zu sein. Ein Irrtum, der die Verankerung des Rechts auf Wohnen im Grundgesetz wichtiger macht denn je. Aber alle Probleme kann auch ein solches Recht nicht lösen.

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IS-Angriff mit Chemiewaffen in Mossul

Washington. In der umkämpften irakischen Stadt Mossul mussten nach Angaben der USA mehrere irakische Soldaten nach einem Chemiewaffenangriff der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) behandelt werden. IS-Kämpfer hätten am Samstag im Westen der nordirakischen Stadt einen chemischen Stoff von geringer Intensität gegen die irakischen Soldaten eingesetzt, erklärte US-General Joseph Martin am Mittw...

Veto gegen Erklärung zu Nordkorea

New York. Russland hat im UN-Sicherheitsrat eine Verurteilung von Nordkoreas jüngstem Raketentest blockiert. Wie Diplomaten in New York mitteilten, wandte sich Russland am Mittwoch gegen die Stellungnahme, die Pjöngjang in scharfen Worten aufrufen sollte, seine Raketentests zu stoppen. Die Vetomacht verlangte demnach, in die Erklärung eine Formulierung aufzunehmen, die einen Dialog zur Beilegung d...

ndPlusBarbara Barkhausen, Sydney

Versionen von »America first«

Nachdem Donald Trump die USA immer mehr abschotten will, machen nun auch Australien und Neuseeland dicht. Beide Länder verkündeten drastische Änderungen ihrer Einwanderungspolitik.

Denis Trubetskoy, Kiew

»Korruptionsrevanche« in der Ukraine

Nicht nur Beamte und Politiker, sondern auch Mitarbeiter der Organisationen, die gegen Korruption kämpfen, sollen Einkünfte offenlegen. In Kiew sprechen viele bereits von einer »Korruptionsrevanche«.

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Giftgas-Einsatz in Syrien bestätigt

Berlin. Experten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) haben den Einsatz von Giftgas Anfang April in Syrien bestätigt. Dass bei dem Angriff auf den Ort Chan Scheichun Nervengas benutzt worden sei, sei unbestreitbar, erklärte die Organisation am Mittwochabend an ihrem Sitz in Den Haag. Die Analyse von Proben belege, dass es sich um Sarin oder ähnliche Substanzen handele. Sarin is...

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Kurt Stenger

Ärger mit den Überschüssen

Bei der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank von Freitag bis Sonntag in Washington wird die Globalisierungsdebatte fortgesetzt. Auch Deutschlands große Exportüberschüsse stehen wieder am Pranger.

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ndPlusPeter Nowak

Klassenkampf im Kino

Der Name der neuen Filmreihe im Berliner Kino Moviemento ist Programm: »Cinéma Klassenkampf« widmet sich aktuellen Arbeitskämpfen in Berlin. Bei der Auftaktveranstaltung Anfang März stand die Ausbeutung an der Technischen Universität im Fokus. Die zweite Ausgabe am 24. April um 19 Uhr trägt das Motto »Charité und Vivantes - Kämpfe im Gesundheitsbereich in Berlin«. Zunächst werden aktuelle Videos d...

Hermannus Pfeiffer

Tabubruch in der Geldbranche

»Samstags gehört Vati mir«, fordert ein kleiner Junge auf den Maiplakaten des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Das war in den 1950er Jahren. 40-Stunden- und Fünf-Tage-Woche waren das Ziel. Es dauerte über ein Jahrzehnt, bis der Gewerkschaftsslogan zur westdeutschen Tarifwirklichkeit wurde. So betrachtet, ist es ein sozialer und wirtschaftspolitischer Dammbruch, wenn künftig bei der Deutschen Bank Be...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Hilfe für Deutsche aus Südeuropa

Dass internationale Zusammenarbeit wichtig ist, wissen viele Beschäftigte. Bei Coca Cola haben Streikende in Spanien Beschäftigten in Deutschland geholfen, ohne dass ihnen das klar war.

Marcus Schwarzbach

Arbeit 4.0 - die »smarte« Form der Ausbeutung

Auch wenn noch keiner wissen kann, in welche Richtung sich die Arbeit in den »smarten« Betrieben entwickeln wird. Eines ist klar: Gravierende Veränderungen für die Beschäftigten stehen an.

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Andreas Fritsche

Zuzugssperre ist seltsame Idee

Die Wohnungssituation in Cottbus ist alles andere als gut. Dafür sind politische Lösung notwendig. Aber die Forderung der Stadt nach einer Zuzugssperre für Flüchtlinge ist unhaltbar, unerklärlich und absurd.

Bezirk und Senat streiten über Personal

»Ich halte es für eine Zumutung, wenn Menschen 20 Wochen auf ihren Wohnberechtigungsschein warten müssen«, sagt der Lichtenberger Bezirksbürgermeister Michael Grunst (LINKE). Trotz »absoluter Personalengpässe« in diesem Bereich, aber auch beim Wohngeld, gebe es seitens des Senats immer noch keine Freigabe für den Bezirk, mehr Personal einzustellen. »Ich hätte mir für die ersten 100 Tage des Senats...

Erhält Berlin Dragonerareal vom Bund?

Möglicherweise eine gute Nachricht für den Wohnungsbau: Berlin kann wohl ein Filetgrundstück neu entwickeln. Dabei sah es zunächst danach aus, dass Private zum Zug kommen.

ndPlusMartin Kröger

Bäderbetriebe leiden unter Fachkräftemangel

Die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) sind das Sorgenkind unter den Landesunternehmen. 2016 kamen 440 000 Schwimmer weniger, obwohl das Wetter nicht übel war. Für den Sommer fehlt noch Personal.

Jérôme Lombard

Im Einsatz für die Schwächsten

Verwahrloste Obdachlose in den Zügen stellen die S-Bahn vor eine Herausforderung. Sozialarbeiter sollen jetzt gezielt auf die Betroffenen zugehen und sie von der Straße holen.

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ndPlusAndreas Fritsche

Erinnerung an den Rudersportler Dlugoszweski

Der Sportbund Oberhavel stiftet eine Gedenktafel für Wlodzimierz Dlugoszweski. Er war Kapitän der polnischen Rudermannschaft bei den Olympischen Spielen 1936 und Häftling im KZ Sachsenhausen.

Johanna Treblin

»Interkiezionale« gegen Verdrängung

Unter dem Motto »Kiezdemo 3.0 – Trümmertanz« gehen unter anderem Aktivisten aus der Friedelstraße 54 und der Rigaer Straße 94 gegen Verdrängung, Aufwertung und damit dem Ende ihrer Projekte auf die Straße.

Steffi Bey

Dating für Nachbarn und Geflüchtete

Geflüchtete besser integrieren und stabile Nachbarschaften entwickeln - dafür steht BENN. Am Donnerstag startete das neue Integrationsprojekt in Marzahn.

ndPlusWilfried Neiße

Reisezuschuss fürs Ehrenamt

Linksfraktionschef Ralf Christoffers greift einen Vorschlag der Volkssolidarität auf. Inhaber der Ehrenamtskarte sollen einen Mobilitätszuschuss erhalten.

Es bleibt dabei: Haft für KZ-Tattoo

Der Kreistagsabgeordnete Marcel Zech (NPD) war im November 2016 zu acht Monaten Gefängnis verdonnert worden. Das Oberlandesgericht verwarf nun die Revision gegen dieses Urteil.

ndPlusNicolas Šustr

Lichtenberg setzt auf Ökomobilität

17 Tonnen CO2 jährlich will der Bezirk allein durch Ersatz von acht Dienstfahrzeugen vermeiden. Bürger sollen über umweltfreundliche Mobilität aufgeklärt werden.

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Eine Wurst macht keinen Sommer

Zempin. Vor einer Woche biss Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Imbiss von Petra Hofmann noch mit großer Geste in eine Bratwurst. Die Inbetriebnahme des Ersatzkiosks an der Küste von Zempin (Insel Usedom) unmittelbar vor dem Osterfest und zum Start der Tourismussaison in Mecklenburg-Vorpommern sollte den Neustart nach der schweren Ostsee-Sturmflut von Anfang Januar sy...

Ein Hauch von Weihnachten

Norsingen. Riesige Wachskerzen in Eimern brennen bei Norsingen (Baden-Württemberg) zwischen Pfirsichbäumen. Ein Obstlandwirt hat wegen der nächtlichen Minus-Temperaturen die kleinen Feuer entzündet und versucht auf diese Weise die empfindlichen Blüten vor dem Frost zu bewahren. Auch in anderen Regionen entfachen in diesen ungewöhnlich kalten Aprilnächten Obstbauern und Winzer kleine Wärmefeuer, um...

Mehr Verstöße wegen Mindestlohn

Magdeburg. Der Zoll hat in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr mehr Betriebe auf Schwarzarbeit kontrolliert. Überprüft wurden 958 Arbeitgeber, 2015 waren es rund 100 weniger, wie das Hauptzollamt Magdeburg auf Anfrage mitteilte. In der Folge stieg auch die Zahl der eingeleiteten Strafverfahren von 2384 auf 2780. Die Kontrollen fanden bei Bauunternehmen, Speditionen, bei Friseuren sowie im Gastgewer...

Glücksspielgewinne kassierte die Stadt ein

Wie sich der Alltag im mittelalterlichen Mühlhausen abgespielt hat, zeigt ein kleines Büchlein aus Holz und Pergament. Nach der Restaurierung liegt es nun im Stadtarchiv der thüringischen Stadt.

ndPlusNicolas Šustr

Mieterschutz teuer erkauft

Der Spekulationskrimi um das Neue Kreuzberger Zentrum ist beendet. Das landeseigene Wohnungsunternehmen Gewobag übernimmt den Komplex – für rund 56,5 Millionen Euro. Kritisiert wird das Zustandekommen des Kaufpreises.

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Lederer gegen Brönner

Schlechte Karten für das von Startrompeter Till Brönner geplante »House of Jazz« in Berlin. Kultursenator Klaus Lederer (Linkspartei) kündigte in einem Gespräch mit der dpa an, er wolle sich beim Bund für eine Umwidmung der Mittel zugunsten eines »Hauses für die Basiskultur« einsetzen.»Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat 12,5 Millionen Euro ausdrücklich für Brönners Konzept bewilligt. Dieses...

Wem gehört die USPD?

Vor hundert Jahren wurde, mitten im Ersten Weltkrieg, die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands als Abspaltung von der SPD gegründet. Die neue Partei verfolgte einen konsequent antimilitaristischen Kurs und engagierte sich für einen Friedensschluss ohne Annexionen und Kontributionen. Ihren Kampf gegen das Völkerschlachten verbanden deren Gründungsväter und -Mütter mit der sozialen Fr...

Banditen und Rebellen

Am Anfang wurden sie von den Faschisten noch als »banditi« und »ribelli« verspottet. Als im Juli 1943 die Alliierten in Sizilien landeten und im September der Waffenstillstand von Cassibile ausgerufen wurde, änderte sich jedoch die Situation. Zehntausende Männer und Frauen fanden nach Jahren der Diktatur nun den Mut, sich in der antifaschistischen Resistenza gegen den italienischen Faschismus und ...

Wahl-Qual?

Die offizielle Wahlbenachrichtigung zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 7. Mai hat bei Sprachfreunden für Empörung gesorgt. Neben fehlenden Satzzeichen und anderen Rechtschreibfehlern fielen grobe Eingriffe in Wortschatz und Grammatik des Deutschen auf, erklärte der Verein Deutsche Sprache in Dortmund. Das gesamte Schreiben, das nach dem Willen der Behörden auch Menschen mit Leseschwäche ver...

Andreas Gläser

Job-ABC, heute: Schachspieler

In der 2. Schulklasse hatte ich mit dem Schachspielen begonnen und bis auf Weiteres damit wieder aufgehört. Wir bauten im Hort die Figuren auf und rätselten: Konnte man zur Eröffnung die Bauern von B1 und G1 gleichzeitig um ein Feld vorrücken? Immerhin durfte man einen Bauern doch um zwei Felder vorziehen. Außerdem soll vor Hunderten von Jahren die Regel gegolten haben, dass ein Läufer nur je zwei...

Dieter Hanisch, Kiel

Zwei Alpha-Herren fahren Tandem

Vor Schleswig-Holsteins Landtagswahl 2012 waren sie Rivalen, doch längst erscheinen sie als Team: der heutige SPD-Ministerpräsident Albig und SPD-Landeschef Stegner. Am 7. Mai wird erneut gewählt.

Unterwegs im Stauland Nummer eins

Warum gibt es in überregionalen Sendern kaum eine Verkehrsmeldung, in der Nordrhein-Westfalen nicht ganz vorn rangiert? Eine Hauptursache ist der dort besonders stark wachsende Lkw-Verkehr.

Lucía Tirado

Immer wieder aufstehen

Ein junger Mensch wird hingebogen. Es gibt Regeln, die er lernen soll. Noch ist er biegsam. Das zeigt das erste Bild der Choreografie. Von allen Seiten kommt mehr oder weniger sanft der Einfluss. Das Kind braucht ihn, um seine Grenzen zu erkennen. Was man ihm an Gutem, auch an Schlechtem mitgibt, das wird es fortan begleiten. Erste Routinen stellen sich ein. »Wege-Erfahrung« bedeutet das aus dem F...

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Texterherz

Der Musikproduzent Frank Dostal ist tot. Der Texter von Baccaras Hit »Yes Sir, I can boogie« und Vadder Abrahams »Lied der Schlümpfe« starb unerwartet in der Nacht von Montag auf Dienstag in Hamburg, wie die Verwertungsgesellschaft GEMA am Mittwoch mitteilte. Er wurde 71 Jahre alt. Der in Flensburg geborene Musiker machte sich in den 1960er Jahren als Sänger der Hamburger Beat-Band Rattles und spä...

Keine Erlösung

Die geplante Veröffentlichung von bisher unveröffentlichten Songs des verstorbenen Popstars Prince ist gerichtlich gestoppt worden. Wie das US-Promiportal »TMZ.com« unter Berufung auf Gerichtsdokumente am Mittwochabend (Ortszeit) berichtete, erließ ein US-Bundesrichter auf Antrag des Nachlassverwalters eine einstweilige Verfügung, wonach das Kurzalbum mit dem Titel »Deliverance« (etwa »Erlösung« o...

Heiko Werning

Fügen in die Lächerlichkeit

Älterwerden hat eine schlechte PR-Abteilung. Dabei ist nichts idiotischer, als sich gegen etwas zu sträuben, was noch unabänderlicher kommt als, sagen wir, der Aufruf zum totalen Krieg von Julian Reichelt oder der nächste antisemitische Ausfall von Jakob Augstein. Noch idiotischer wird es, wenn man zurückblickt. In die Zeit, als man jünger war und eben einfach nur »ein Idiot mehr«, wie Die Regieru...

Jan Freitag

Die Größe des Bösen

Das Böse hat keine messbare Größenordnung. Wenn man hingegen die Darstellung deutscher Geschichte im Fernsehen betrachtet, zeigt sich das Böse oft als klar umrissener Personenkreis. Wird zum Beispiel der Nationalsozialismus akkurat dekoriert zum Filmthema, gibt’s pro Dorf maximal zwei Nazis und selbst im Führerhauptquartier viele Regimegegner. Doch während das Tätervolk fiktional vor 1945 zur winz...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Die Verräter haben recht

Bringt man diese drei Dichter unter einen Nenner, so lautet der: Wirklichkeit entlarvt Ideologie. Der Mensch ist in Strudel hineingeworfen, die er vergeblich mit Idealismus zu übersteigen versucht – am Ende bleibt wenig.

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Annette Neumann

Auch sie waren Opfer des Nazi-Regimes

Im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück waren von 1939 bis 1945 über 120 000 Frauen und Kinder aus über 30 Ländern inhaftiert. 28 000 Häftlinge erlagen den katastrophalen Lebensbedingungen oder wurden ermordet. Im Zuge der Aufnahmeprozedur wurden die Frauen kategorisiert und farbig gekennzeichnet als »Politische«, »Berufsverbrecherinnen«, »Asoziale«, Jüdinnen oder Bibelforscherinnen (Zeuginnen Je...

ndPlusEnrico Hilbert

Seine Beobachtungsgabe und Neugier retteten ihn

Am Tag X, will ich kämpfend sterben!« So lautete die mutige Antwort des Gefangenen mit der Nummer 105027 im Krankenrevier von Auschwitz an den ihn untersuchenden Häftlingsarzt Dr. Grossmann aus Berlin. Der 19-Jährige drängte darauf, aus dem Krankenbau ins Lager entlassen zu werden, obwohl er nach einer Operation am Knie kaum allein stehen konnte. Beim jungen Häftling handelte es sich um den g...

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ndPlusSebastian Bähr

Geld statt Reptiloiden

Kopp Online wollte die politische und journalistische Landschaft Deutschlands erschüttern. Die nach alternativen Fakten suchenden Leser erfuhren hier beispielsweise, dass Michelle Obama in Wirklichkeit transsexuell sei, Impfstoffe als geheime »Massenvernichtungswaffen« eingesetzt würden und »orientalische Erntehelfer« absichtlich ihre Notdurft in Erdbeerfeldern verrichteten, um mittels Bakterien e...

Oliver Eberhardt

Schlechte Nachrichten verboten

Was »Fake News« sind entscheidet in Ägypten eine Regierungsbehörde im Auftrag von Präsident Abdelfattah al-Sisi. Dessen Credo lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Nur gute Nachrichten sind wahre Nachrichten.

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Keine Lust aufs Weiße Haus

Präsidenten der USA empfangen traditionell Meistermannschaften großer Sportligen. Am Mittwoch besuchte das Footballteam der New England Patriots den neuen Mann im Weißen Haus. Da Donald Trump jedoch schon oft rassistisch auffiel, verzichteten mit Chris Long, LeGarrette Blount, Alan Branch, Dont’a Hightower, Devin McCourty und Martellus Bennett gleich sechs Spieler bewusst auf die Reise nach Washin...

Sporthilfe kritisiert Täve Schur

Was Radsportidol Täve Schur am Donnerstag im nd-Interview über seine erneute Nominierung für die Hall of Fame des deutschen Sports sagte, sorgt bei deren Machern für wenig Begeisterung: Die Stiftung Deutsche Sporthilfe kritisierte den Friedensfahrtsieger von 1958 und 1959 für seine Einschätzungen des DDR-Sportsystems. Zwar seien die notwenigen Kontroversen auszuhalten, erklärte der Vorstandsvorsit...

ndPlusHeinz Büse, Monaco

Ein bitteres Aus

Der BVB feierte in seinem 100. Champions-League-Spiel ein trauriges Jubiläum. Das 1:3 in Monaco besiegelte das Viertelfinalaus. Unerwartet kam der Knockout angesichts der Vorgeschichte aber nicht.

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ndPlusFrank Thomas, Cluj-Napoca

Turnerinnen mit starker Qualifikation

Tabea Alt präsentierte sich als unbekümmerter Neuling, Elisabeth Seitz hat die Enttäuschung der knapp verpassten Olympiamedaille von Rio glänzend verdaut. Beide Turnerinnen beeindruckten am Donnerstag mit einem starken Auftritt in der Qualifikation der Europameisterschaften von Cluj-Napoca. »Es gibt keinen Grund, nicht absolut zufrieden zu sein«, resümierte Cheftrainerin Ulla Koch nach den Übungen...

Samuela Nickel

Über Ecken und Kanten

2020 werden erstmals olympische Medaillen an Skateboarderinnen und Skateboarder vergeben. Das hat auch einen Einfluss auf die Szene in Berlin, vor allem wenn es um Gleichberechtigung geht.

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ndPlusAndreas Landwehr, Wenchang

Großer Sprung nach vorn

China greift nach den Sternen, während die USA und andere Nationen ihre Raumfahrtprogramme zurückfahren. Jetzt ein Cargo-Schiff, bald eine Raumstation - auch Mond und Mars sind angepeilt.

Alfred Michaelis

Fußwege für Fußgänger

Die Thais, so sagen alle Reiseführer, essen gern. Eigentlich immer, 24 Stunden am Tag. Dafür, dass das überhaupt geht, sorgen allein in der Hauptstadt Bangkok Zig- tausende Straßenküchen, die alles bieten vom frisch gepressten Orangensaft bis zum kompletten Vier-Gänge-Menü. Für kleines Geld, versteht sich. Das Angebot ist riesig, die Qualität meist verblüffend gut, so gut, dass der Nachrichtensend...

ndPlusGisela Gross, Berlin

Zwei Rheinländerinnen und ein Ziel

Für viele ist es ein Kindheitstraum: Mit einer Rakete ins All fliegen. Bislang erfüllte er sich in Deutschland nur Männern. Jetzt stehen zwei Frauen bereit, es ihnen gleichzutun.