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Sri Lanka: Zahl der Toten steigt weiter

Colombo. Nach den schweren Regenfällen in Sri Lanka ist die Zahl der Toten am Wochenende weiter gestiegen. Mindestens 146 Menschen starben bisher in dem südasiatischen Inselstaat, wie das Zentrum für Katastrophenmanagement am Sonntag mitteilte. 112 Menschen würden noch vermisst. Etwa 420 000 Einwohner mussten ihr Zuhause verlassen. In Teilen Sri Lankas soll es auch an diesem Montag sowie am Dienst...

Unten links

Für die SPD wird es langsam eng. Über zehn Prozent Rückstand zur Union, da muss man sich etwas einfallen lassen. So einen Coup wie vor ein paar Monaten mit diesem Schulz. Die Sozialdemokraten bräuchten noch mal einen neuen Anfang, einen neuen Kandidaten, der das Ruder rumreißt und die Umfragen aufmischt. Einen, der unbelastet ist und unverbraucht. Einen Kandidaten, der die Basis begeistern kann un...

Kirchentag endete in Wittenberg

Wittenberg. Mit einem Festgottesdienst vor Zehntausenden Menschen ist am Sonntag in der Lutherstadt Wittenberg der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag zu Ende gegangen. Daran nahmen unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der südafrikanische Bischof Thabo Makgoba teil. Laut Veranstaltern kamen zu dem Gottesdienst auf den Elbwiesen vor den Toren Wittenbergs rund 120 000 Menschen....

Steinbrück stänkert gegen Nachfolger

Berlin. Der frühere SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat den aktuellen Spitzenkandidaten Martin Schulz kritisiert: »Ich gebe allen recht, die sagen: Die Konzentration auf die Gerechtigkeit reicht nicht, es muss etwas dazu kommen, das Fortschritt, Zukunftsoptionen verdeutlicht«, sagte er der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Steinbrück selbst war 2013 als Herausforderer von Angela Merke...

Jörg Staude

Präsident Trump sei Dank

Donald Trump hat alle anderen auf dem G7-Gipfel vorgeführt. Vor allem in Sachen Klimaschutz drohen die USA, Tatsachen zu schaffen. Doch das Gehabe des US-Präsidentes ist dabei nicht das größte Problem.

Klimakiller Trump

Berlin. Angela Merkel ließ es an Deutlichkeit nicht fehlen. »Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, sind ein Stück weit vorbei«, sagte sie am Sonntag in München weitgehend undiplomatisch. Da saß die Bundeskanzlerin in einem Wahlkampf-Bierzelt in München und ließ den G7-Gipfel im italienischen Taormina Revue passieren. Ihre Erkenntnis nach dem Treffen der sieben größten I...

Ralf Streck, San Sebastián

Madrid: Zehntausende beim »Marsch der Würde«

In Spanien haben viele Menschen trotz ihres Jobs nicht genug Geld zum Leben. Zehntausende haben nun gegen die rechtskonservative Regierung demonstriert. Das Motto: »Brot, Arbeit, Dach und Gleichheit«.

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Mustermann zahlt nicht den Spitzensatz

Viel ist in letzter Zeit davon die Rede, dass mittlerweile auch Normalverdiener den Spitzensteuersatz von 42 Prozent zahlen müssten. Gerne wird dafür der Facharbeiter zitiert, der schon so viel blechen müsse. Doch ist das tatsächlich der Fall, dann gehört er auch ohne Hochschulabschluss zu den 6,4 Prozent einkommensstärkeren Steuerpflichtigen hierzulande. Denn dies ist ganz offiziell der Anteil de...

Jeder will den Mittelstand entlasten

Mit steigenden Außentemperaturen wird auch der Bundestagswahlkampf immer heißer. Neben der Inneren Sicherheit werden vor allem die Steuern ein Wahlkampfthema sein. Zwar konnte sich die Bundes-SPD noch nicht für ein Steuermodell entscheiden, und auch die Grünen halten sich mit konkreten Vorschlägen vornehm zurück, doch dafür warten andere Akteure bereits mit ausgearbeiteten Reformvorschlägen auf.Di...

ndPlusSimon Poelchau

Mit dem Splitting ist Deutschland ziemlich allein

Ob Bayern- oder Niedersachsen-Modell – alle Parteien geben vor, den Mittelstand steuerlich entlasten zu wollen. Doch wie viel verdient man in der Mitte der Gesellschaft? Und warum honoriert der Staat weiterhin den Trauschein?

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Fabian Lambeck

Deutlich weniger Besucher in Wittenberg als erwartet

Intern hatte das Organisationsteam des Kirchentages mit 270 000 Besuchern in Wittenberg gerechnet. Doch zur Abschlussveranstaltung reisten am Sonntag deutlich weniger Menschen in die Lutherstadt.

ndPlusGünter Vogler

»Und wenn die Welt voll Teufel wär«

In der Lutherstadt Wittenberg erlebte der Evangelische Kirchentag seinen Abschluss. Es »lutherte« mächtig. Der Reformator wurde als Mann gefeiert, der das Tor zur Moderne aufstieß. Zu Recht?

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Keine Angst vor dem Kopftuch

AfD-Politikerin Alice Weidel will Kopftücker aus dem Straßenbild verbannen. Dabei geht es ihr nicht darum, Musliminnen zu ermächtigen, selbst entscheiden zu können, ob sie ein Kopftuch tragen wollen.

Eva Roth

Hartz IV? Kein Problem!

Nicht Hartz IV sei das Problem, sondern wie es gelinge, Langzeitarbeitslosigkeit weiter zu verringern, erklärte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Offenbar verkennt die SPD-Politikerin die Realität in diesem Land.

Oliver Eberhardt

Die Mitte muss nach links

Am Wochenende haben zehntausende Israelis einen Großteil des Tel Aviver Stadtzentrums lahm gelegt. Sie haben klar gemacht, dass sich gerade heute wieder viele Menschen für eine alternative Politik interessieren.

Dortmunds Trainer vor dem Aus

Trotz des Triumphs beim DFB-Pokalfinale sieht die Zukunft von BVB-Trainer Tuchel nicht rosig aus. Das Verhältnis zur Vereinsführung gilt als zerrüttet. Diese Woche setzen sich beide Seiten zu Beratungen zusammen.

Nicht nur ein Problem für Fankurven

Die Debatte um Fangewalt ist hysterisch, oberflächlich und populistisch. Sie folgt letztlich ausschließlich den medialen Reflexen. Rauch und paramilitärische Aufmärsche lassen sich halt gut in bedrohliche Bildfolgen übersetzen.

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Oppermann schließt R2G aus

Berlin. Knapp vier Monate vor der Bundestagswahl hat SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann einer Koalition mit der Linkspartei eine Absage erteilt. »Die Linkspartei ist noch weit von der Regierungsfähigkeit entfernt«, sagte Oppermann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Samstag. Oppermann betonte, die SPD werde »nur in eine Regierung gehen, in der sich alle klar zur EU und zur Nato bekennen und z...

Sandra Kirchner

Einer gegen sechs

Sechs Staats- und Regierungschefs haben auf dem G7-Gipfel in Italien versucht, US-Präsident Trump für den Klimaschutz zu gewinnen. Vergeblich.

ndPlusRené Heilig

Nicht einmal am Hindukusch wird bwtv verteidigt

Analysen haben ergeben: Der bundeswehreigene Fernsehsender bwtv, der 24 Stunden sein Programm sendet, ist alternativlos. Quod erat demonstrandum - was zu beweisen war. Oder spielt da jemand mit gezinkten Karten?

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Proteste gegen Auftritt Sarrazins

Der frühere SPD-Politiker Sarrazin gehört zu den umstrittensten Publizisten Deutschlands. Nun ist auf dem Pfingst-Festival bei Weimar ein Gespräch mit einem Uni-Präsidenten geplant. Linke und Grüne protestieren.

Rudolf Stumberger, München

Lobeshymnen im Bierzelt

Monatelang hat CSU-Chef Seehofer Kanzlerin Merkel angegriffen, weil sie für kurze Zeit die Grenze für Flüchtlinge geöffnet hatte. Nun, wenige Monate vor dem Wahlkampf, loben beide sich gegenseitig.

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Marawi: 2000 Zivilisten sind eingeschlossen

Marawi. Nach tagelangen Kämpfen zwischen Islamisten und Militär sind in der südphilippinischen Stadt Marawi 2000 Zivilisten eingeschlossen. Die meisten der 200 000 Einwohner seien mittlerweile geflohen, sagte ein Behördensprecher am Sonntag. 2000 Menschen sitzen demnach aber in Gebieten fest, die von den islamistischen Aufständischen kontrolliert werden. »Sie wollen weg, sie haben Angst um ihre Si...

Ralf Klingsieck, Paris

Inoffiziell im Park von Versailles

Putin reist nach Frankreich - und wird von Macron nur im Park von Versailles empfangen. Grund: Der französische Präsident will keineswegs die Haltung der EU zu Russland unterminieren.

ndPlusDenis Trubetskoy, Kiew

Werben mit dem »gemeinsamen Feind«

In Kiew gibt es jetzt ein »Haus des freien Russlands« - eine »alternative Botschaft« für die russische Zivilgesellschaft im Ausland, wie es heißt. Das passt vielen Ukrainern nicht, doch man sieht das gelassen.

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Tony Gamal-Gabriel, Kairo

Bomben auf IS-Lager

Nach dem tödlichen Anschlag auf Christen in Ägypten hat die ägyptische Luftwaffe mutmaßliche Trainingslager der Angreifer im Nachbarland Libyen bombardiert.

Oliver Eberhardt

Friedensbotschaft aus Tel Aviv

In Israel haben mehrere zehntausend Menschen für die Zweistaaten-Lösung im Heiligten Land demonstriert. Kurz zuvor hatten über 800 palästinensische Gefangene nach einer Einigung ihren Hungerstreik beendet.

Alfred Michaelis, Vientiane

Eisenbahnfieber in Laos

In Laos nimmt derzeit ein ehrgeiziges Eisenbahnprojekt Gestalt an. Das Land braucht dringend neue Transportwege. Aber es geht auch um internationales Prestige.

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Italien schafft Centstücke ab

Rom. Italien wird ab dem 1. Januar 2018 keine 1- und 2-Cent-Münzen mehr prägen. Die kleinsten Euro-Cent-Geldstücke sollen abgeschafft werden, entschied am Samstag die zuständige Bilanzkommission der Abgeordnetenkammer in Rom. Stattdessen würden in Zukunft die Preise für Waren und Dienstleistungen auf den nächsten 5-Cent-Betrag gerundet werden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Zur Begründung...

E-Stadtauto für den Hausgebrauch

Der Elektrolieferwagen Streetscooter aus Aachen ist eine Erfolgsgeschichte - jetzt will der Entwickler, ein Hochschulprofessor, ein E-Auto für den Privatgebrauch auf den Markt bringen.

Haidy Damm

Brüssel stützt Exportstrategie

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Zahlen der Agrarsubventionen 2016 veröffentlicht. Die Debatte über eine neue Struktur für die EU-Agrarförderung hat begonnen.

Ralf Klingsieck, Paris

Energiewende auf der Straße

Staatliche Förderung für E-Autos gibt es auch in Frankreich in großem Stil. Ende März wurde das 100.000 Elektroauto seit 2010 zugelassen. Nach dem Willen der Regierung sollen es bis 2030 sechs Millionen werden.

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Michael Krätke

Gegen linke Illusionen

Karl Marx war ein »(Vor-)Denker des Möglichen«, zugleich ein systematischer und scharfsichtiger Forscher. Aber er war kein Prophet. Und gerade deshalb ist der Philosoph und Ökonom heutzutage so aktuell.

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Kredite

5,5 Milliarden Euro sollen in den nächsten zehn Jahren für Schulneubau und -sanierung ausgegeben werden - teils mit Krediten, die der Senat über eine noch zu schaffende Landesgesellschaft aufnehmen will. Diese von der LINKEN eingebrachte Idee wurde im Koalitionsvertrag vereinbart. Unklar ist die Struktur - zum Beispiel, ob sie an eine Wohnungsbaugesellschaft angegliedert wird. Finanzsenator Matthi...

Schnellbau

Um die Bauzeit von bis zu neun Jahren um die Hälfte zu reduzieren, setzte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) vor einem Jahr eine sogenannte Task-Force Schulneubau ein, die probeweise schneller bauen soll, indem sie die Prüfschritte von drei auf zwei reduziert. Zehn Schulen werden in dieser Schnellbauweise gebaut, die meisten davon in Spandau (drei) sowie in Lichtenberg und Pankow (je zwei). S...

Ergänzungsbau

Um schnell neue Klassenräume zu schaffen, werden seit 2014 Modulare Ergänzungsbauten (MEB) aufgestellt. Der Bau dauert lediglich eineinhalb Jahre. 55 dieser MEB sind vorgesehen, 23 wurden bereits eröffnet. 2017 werden 16 MEB gebaut, 2018 werden es acht sein. Davon entstehen die meisten in Pankow (sieben), Lichtenberg und Treptow-Köpenick (jeweils vier). Die Finanzierung von 13 zusätzlichen MEB aus...

Schulräume

Im September rief Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) die AG Schulraumqualität ins Leben. Hier erdachten Experten neue Räume für ein besseres Lernen, die beim Neubau berücksichtigt werden sollen. Im Februar stellte die AG ihre Ergebnisse vor. So soll es mehr Platz für jeden Schüler geben, die Klassenzimmer sollen offen und kreisförmig angeordnet sein, das Lehrerzimmer soll angrenzen, höchstens...

Neubau

Bis zum Schuljahr 2024/25 rechnet die Bildungsverwaltung mit rund 86 000 zusätzlichen Schülern. Zur Entwicklung von Schülerzahlen und Neubau soll jährlich ein Monitoring stattfinden, statt wie bisher alle vier Jahre. Die Verwaltung konnte bisher 46 000 Plätze sichern. In einer Liste, die Schulstaatssekretär Mark Rackles (SPD) dem Hauptausschuss im März vorlegte, werden 41 Standorte genannt, davon ...

Bildung unter Denkmalschutz

Es wäre fast lustig, wenn es nicht so traurig wäre. Da sparte Berlin »bis es quietscht« (Wowereit), Schulen wurden nicht saniert, Gebäude und Flächen verkauft. Ein paar Jahre später sind die Schulen zugrunde gerichtet, zu allererst im bildungsbürgerlichen Steglitz-Zehlendorf. Auf einmal, so scheint es, muss viel Geld her, eine Landesgesellschaft muss gegründet werden, um wieder Kredite aufzunehmen...

Ellen Wesemüller

Der Putz fällt in Stücken von der Fassade

Berlins Schulen müssen akut für 1,6 Milliarden Euro saniert werden. Ein Drittel davon in Steglitz-Zehlendorf. Das Geld wurde aufgestockt - doch zum Verbauen fehlen Personal und klare Zuständigkeiten.

»Ich bräuchte locker 20 Schulen«

Berlin-Pankow bekommt in den nächsten zehn Jahren sieben neue Schulen. Doch das reicht dem dortigen Schulstadtrat, Torsten Kühne (CDU), nicht. Er fordert vom Senat mehr Anstrengungen im Schulneubau.

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Martin Kröger

Spur der Stolpersteine

In dieser Woche gibt es wieder eine Gedenkveranstaltung aus Anlass der Verlegung von neuen Stolpersteinen. Gedenkpolitische Initiativen aus den Bezirken waren kürzlich vom Senat empfangen worden.

Auf Fahrrädern gegen die Kohle in Brandenburg

Lausitzcamp einmal anders: Eine Woche lang fuhren die Anti-Braunkohle-Aktivisten durch brandenburgische Dörfer, die dem Tagebau geopfert werden sollen oder den Baggern noch einmal davongekommen sind.

Caroline Bock

Sprachrohr der Überlebenden

Es gibt immer weniger Menschen, die als Zeitzeugen vom Holocaust erzählen können. Margot Friedländer ist 95 und tritt noch immer an Schulen auf. Sie hat eine ganz besondere Geschichte.

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Mit dem Wal durch Bremen brettern

Bremerhaven. In einem fahrbaren Wal mit bis zu 100 Stundenkilometer über das Wasser zu hüpfen, dürfte der Traum vieler großer und kleiner Kinder sein. Das neue Wasserfahrzeug »Seabreacher« macht es möglich. Seit Ende Mai fährt das Boot in Bremerhaven (Bremen) durch den Neuen Hafen. Neben einem Piloten hat es Platz für einen Passagier. Das fünf Meter lange und 660 Kilo schwere Fahrzeug in Form eine...

Frank Pfaff, Schwerin

Landesweite Nachlässe für Ehrenamtler

Nach der grundsätzlichen Verständigung von Land und Kommunen auf einen neuen Finanzausgleich ab 2018 mahnt der Bürgerbeauftragte Matthias Crone auch eine Einigung bei der seit langem geforderten Ehrenamtskarte für Mecklenburg-Vorpommern an. »Was Standard ist in jetzt fast allen Bundesländern, sollten wir auch bei uns möglich machen: Die landesweite Ehrenamtskarte für besonders Aktive«, sagte Crone...

Jens Albes, Boppard

Gestohlenes Gedenken

Die Miniatur-Denkmäler finden sich auf vielen Gehsteigen: Bodenplaketten, die an NS-Opfer erinnern. Manche der Tafeln verschwinden im Schutze der Nacht.

Hagen Jung

Kurti blickt wieder über die Heide

Als mutmaßlicher Problemwolf war »Kurti« im April 2016 in Niedersachsen erschossen worden. Doch nun blickt er wieder in die Heide: ausgestopft im Rahmen einer Wolfsausstellung in Hannover.

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Ein Leben für den Tierfilm

Im Museum für Naturkunde bringt die Ausstellung »Sielmann!« vom 2. Juni an den Besuchern nicht nur den Pionier des Tierfilms, sondern auch die Arbeit der Heinz-Sielmann-Stiftung näher, die Naturschutzprojekte in ganz Deutschland fördert. Die Deutsche Post gibt zudem eine Sonderbriefmarke heraus und der NDR zeigt Dokus. dpa/nd...

Gegen das Kreuz

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (LINKE) ist gegen die geplante Rekonstruktion des Kreuzes auf der neuen Berliner Schloss-Kuppel. »Es wäre das falsche Signal«, sagte er laut dem Bericht einer Tageszeitungen vom Samstag. »Das ist ein staatlicher Bau, mit staatlichen Mitteln erbaut, der nicht der Religionsausübung dienen soll und auch nicht die originalgetreue Rekonstruktion des früheren Schlosse...

Der weibliche Blickwinkel

Der Titel von Tahmineh Milanis Film »Die verborgene Hälfte« trifft auch heute noch auf die Perspektiven vieler iranischer Frauen zu. Männliche Regisseure aus Iran wie Asghar Farhadi, Jafar Panahi oder der jüngst verstorbene Abbas Kiarostami genießen große internationale Anerkennung. Die künstlerischen, persönlichen und gesellschaftlichen Visionen ihrer filmenden Kolleginnen erhalten diesen großen ...

Jürgen Amendt

Nicht mein Sofa!

Die Dramaturgie dieses Schauspiels, von dem hier die Rede sein soll, ist reichlich kompliziert und soll nur in aller Kürze wiedergegeben werden. Das Bezirksamt Lichtenberg spielt eine Rolle, Mitarbeiter des Ordnungsamtes treten auf, des Weiteren eine Apothekerin, freundliche Nachbarn, die Berliner Stadtreinigung, die Besitzerin eines Kiezladens - und schließlich der Hauptdarsteller: das Sofa. ...

Matthias Hoenig, Kiel

Nordkirche ist Alltag

Pfingstsonntag, 27. Mai 2012: Im Ratzeburger Dom und später draußen an Tischen beim gemeinsamen Essen feiern Tausende die Gründung der Nordkirche - ein historisches Datum. Erstmals vereinigen sich drei Landeskirchen aus Ost- und Westdeutschland: Nordelbien, Mecklenburg und Pommern. Der damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Nikolaus Schneider spricht von einem »Jahr...

Sandra Trauner

Wenn es riecht, ist was faul

Chlor dient im Schwimmbad zur Desinfektion. Eigentlich ist der Stoff geruchlos - aber nicht in Verbindung mit Harnstoff.

Harald Lachmann

Thüringens Saftbahnhof

Der junge Nordthüringer Maik Rahaus betreibt im einstigen Bahnhof der Unstrutgemeinde Donndorf nebenberuflich eine originelle Kelterei.

Lucía Tirado

Er will nur spielen

Fröhlich endete mit Künstlerkollegen die fünftägige Werkschau beim 50-jährigen Bühnenjubiläum nach fünfstündigem Gala-Abend in der Schaubude. Mario Ecard zeigte das Schauerspiel »Das Phantom der Operette« das unter Regie des Bühnenjubilars entstand. Peter Waschinsky trug seinen »Internet-Song« noch mal vor. Claudia Koch, Harry Reich und Karsten Troyke spielten und sangen. Obwohl man schon nicht me...

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Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

»Wussten Sie übrigens«, fragte Herr Mosekund einen Nachbarn, »dass ich Gedanken lesen kann?« - »Tatsächlich?«, entgegnete der Nachbar, »da bin ich aber gespannt.« - »Nun, beispielsweise ist doch diese Schirmmütze, die Sie tragen, komplett albern, Ihrem Alter nicht angemessen, nicht wahr? Und Ihre Turnschuhe: der verzweifelte Versuch, doch noch dynamisch zu wirken. Und dann Ihre angeberische Sonnen...

Untreue?

Eine ehemalige Mitarbeiterin des russischen Starregisseurs Kirill Serebrennikow ist wegen angeblicher Veruntreuung unter Arrest gestellt worden. Der Ex-Buchhalterin werde die Hinterziehung von mehr als 1,2 Millionen Rubel (rund 20 000 Euro) vorgeworfen. Es gebe Hinweise, dass die Frau Zeugen bedrohen und untertauchen könnte, hieß es der Agentur Interfax zufolge in einem Moskauer Gericht am Samstag...

Ein integrer Mann

Der regierungskritische iranische Regisseur Mohammed Rasulof ist beim Filmfest von Cannes im Nebenwettbewerb »Un certain regard« (Ein gewisser Blick) mit dem Hauptpreis ausgezeichnet worden. Der 45-jährige Regisseur erhielt den Preis am Samstag für seinen Film »Lerd« (Ein integrer Mann), der die Korruption in seinem Heimatland anprangert.In dem Film geht es um Resa, einen einfachen Mann, der sich ...

Roberto Becker

Kosmischer Kältetod

In München leuchtet die Oper. Jedenfalls immer, wenn Wagner auf dem Programm steht. Dann wird ganz selbstverständlich eine Riege von Stars aufgeboten, mit der man Bayreuth locker übertrifft - wie diesmal im Falle des »Tannhäuser«. Schon, dass Kirill Petrenko hier seinen ersten Sängerkrieg dirigierte, machte diese Premiere zum Ereignis. Auch der Tenorstrahlemann Klaus Florian Vogt gab sein Debüt in...

Reiner Oschmann

Wenn Stachelschweine Liebe machen

Auch an John F. Kennedys 100. Geburtstag wird wieder die Frage aufgeworfen: Einzeltäter oder Staatsstreich? Neue Bücher - u.a. von Matthias Bröckers, Nina Wiener (Hg.) und Riley & Brandt – fokussieren das Attentat.

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Kardinäle und Mafiosi

Der italienische Schauspieler Toni Bertorelli ist tot. Er habe bereits seit Anfang Mai in einem Krankenhaus in Rom gelegen und sei am Freitag im Alter von 69 Jahren gestorben, berichteten italienische Medien am Samstag unter Berufung auf Bertorellis Ehefrau Barbara. Der im Piemont geborene Darsteller war vor allem für seine zahlreichen Rollen als Mafioso in TV-Serien und Filmen bekannt.Zuletzt war...

»Melissa« und »Midnight«

Der US-Sänger und Songwriter Gregg Allman ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 69 Jahren in Savannah im US-Bundesstaat Georgia, wie sein Management mitteilte. Er war Mitgründer der Allman Brothers Band, die in den 1970er Jahren ihre größten Erfolge feierte. Zu ihren Hits gehören »Midnight Rider«, »Melissa« und »Ramblin' Man«.Allman galt als einer der Hauptvertreter des sogenannten Southern Ro...

Schüler und Lehrer

Neo Rauch (57) trifft wieder auf seinen Lehrer Arno Rink (76): In der Grafikstiftung Neo Rauch in Aschersleben ist seit Samstag eine Doppelschau mit Werken der beiden Leipziger Künstler zu sehen. Eigens für die Ausstellung habe Rauch zwei großformatige Arbeiten auf Papier und vier Lithographien geschaffen, teilte die Grafikstiftung mit. Sie werden durch zahlreiche Zeichnungen ergänzt. Von Rink sin...

Gunnar Decker

Wie es leuchtet

Wann darf man ein Leben, zumal das eines Künstlers, erfüllt nennen? Das Werk Jürgen Lutzens’ ist schmal. Das Stadtmuseum im Frey-Haus in Brandenburg an der Havel zeigt es zu dessen 75. Geburtstag. Seine Zeichnungen und die wenigen erhaltenen Gemälde offenbaren ein ungewöhnliches Talent. Dennoch: Hier kam jemand nicht recht zum Zuge, der dazu bestimmt schien, ein umfangreiches Werk zu schaffen.Ein ...

Holger Czitrich-Stahl

Idealerweise miteinander diskutieren

Wie konnte gerade in der deutschen Geschichte der Nationalismus so massiv von links nach rechts und rechts außen wandern wie in keiner anderen Nation? Bilden nicht ›Freiheit und Einheit‹ das Substrat der deutschen Emanzipationsbewegungen der letzten zwei Jahrhunderte? Sind ›Revolution‹ und ›Reform‹ nicht zwei verwandte Varianten eines Transformationsprozesses und von daher keine Gegensätze?« ...

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Tobias Riegel

Alptraum zum Kaffee

Scheitert David Lynch damit, an die Atmosphäre seines so gruseligen wie kitschigen »Twin Peaks«-Kosmos anzuknüpfen? Nein: Was Lynch hier zeigt, ist abstrakt, verrätselt, brutal, witzig, unheimlich – kurz: Es ist fantastisch!

Jan Freitag

Nicht totzukriegen

Ab Sonntag geht Benedict Cumberbatch wieder auf die Jagd nach den äußeren und inneren Dämonen seines berühmten Detektivs, also dessen Widersacher Moriarty und der eigenen Soziopathie.

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Uns klebte das Pech am Schuh

Als Außenseiter hat die Eintracht den Favoriten Dortmund ins Wanken gebracht. Woran lag es, dass Sie ihn nicht umstoßen konnten?Wir haben sehr gut gespielt und bis zur letzten Minute gekämpft. Kurz vor der Halbzeitpause waren wir richtig stark. Da hatte ich eine super Chance, aber treffe leider nur den Pfosten. Mit ein bisschen Glück hätte ich da das 2:1 gemacht. Wer weiß, wie es dann ausgeht? Abe...

Andreas Morbach, Köln

Partyverbot nach dem vierten Pokalgewinn

Wolfsburgs Fußballerinnen bejubelten in Köln mit dem 2:1-Finalsieg gegen den SC Sand ihren vierten DFB-Pokalgewinn nach 2013, 2015 und 2016, aber die Party vor dem Rathaus fiel aus.

Oliver Kern

Ein kitschiger Lupfer zum Abschluss

Borussia Dortmund gewinnt das DFB-Pokalendspiel gegen Eintracht Frankfurt 2:1. Doch der vierte Triumph der Vereinsgeschichte wird von der Diskussion um Thomas Tuchel überschattet.

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Thomas Becker, Racice

Ruderachter holt fünftes EM-Gold in Serie

Der Deutschland-Achter fuhr bei den Europameisterschaften in Racice zu einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Auch der Doppelvierer der Frauen wurde Europameister.

Tom Mustroph, Mailand

Rosa Krimi

Tom Dumoulin verlor in den Bergen die Gesamtführung des Giro. Im allerletzten Moment holte sie sich der Niederländer zurück.

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Ostseehering mit großen Problemen

Der Greifswalder Bodden ist die wichtigste Kinderstube für den westlichen Ostseehering. Doch dort gibt es immer weniger Larven. Die Forscher vermuten eine komplexe Kausalkette - ausgelöst durch steigende Wassertemperaturen in der Ostsee.Rügen. Messstelle 302 im Greifswalder Bodden: Bootsmann Gerald Schmidt und Biologie-Student Gai Fox ziehen ein feinlöchriges Netz aus dem Greifswalder Bodden an Bo...

Thomas Berger

Ein Tag wie ein Jahr

Für die Jahreszeit ungewöhnlich heftige Regenfälle haben in Sri Lanka schwere Überschwemmungen ausgelöst. In weiten Gebieten an der Westküste des Inselstaates gilt »Land unter«.

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Thomas Gesterkamp

Unter Generalverdacht

Erziehungswissenschaftler sind sich seit langem einig, dass eine stärkere Beteiligung von Männern in der frühpädagogischen Arbeit sinnvoll ist. Aber Vorbehalte gegenüber Erziehern wirken bei vielen noch immer.