Seite 1

Keine Bemühungen für Sinti und Roma

Köln. Die Bundesregierung sieht nach eigenen Angaben keine Notwendigkeit für gesonderte Bemühungen um die Integration von Sinti und Roma. Grundsätzlich stünden den Angehörigen dieser Minderheit in Deutschland alle bestehenden Angebote offen, heißt es laut einem Bericht des »Kölner Stadt-Anzeigers« in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen im Bundestag. Der Grüne Volker Beck warf ...

Zoll erwischt mehr Lohndrücker

Berlin. In Deutschland sind laut einem Zeitungsbericht in diesem Jahr bereits deutlich mehr Verstöße gegen den Mindestlohn aufgedeckt worden als im Vorjahr. Mitarbeiter der »Finanzkontrolle Schwarzarbeit« (FKS) des Zolls leiteten deswegen in den ersten sechs Monaten 2433 Ermittlungsverfahren ein, wie die »Süddeutsche Zeitung« berichtete. Im Vorjahreszeitraum seien es dagegen nur 1711 Verfahren gew...

Unten links

Macht Gerhard Schröder immer wieder von sich reden? Oder gibt es nur immer wieder Gerede über ihn? Wenn er auf einem Parteitag dem SPD-Kandidaten seinen vergifteten Segen ins Wahlgepäck legt. Wenn er seinen Freund Putin gegen den Westen verteidigt. Wenn er Aufsichtsrat von Hannover 96 wird. Oder Vorstand des russischen Ölkonzerns Rosneft. Dann raunt die allgemeine, die gemeine Meinung: Das würde i...

Lufthansa hofft auf den Zuschlag

Frankfurt am Main. Die Lufthansa hat Einzelheiten ihrer Offerte für Air Berlin bekanntgegeben: Insgesamt bis zu 78 Maschinen könnte Deutschlands größte Fluggesellschaft von der insolventen Airline übernehmen, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwochabend sagte. An den Langstreckenflugzeugen von Air Berlin hat Lufthansa kein Interesse.Spohr zufolge könnte Lufthansa bis zu 3000 Air-Berlin-Angest...

Karlen Vesper

Keine Bemühungen um Sinti und Roma? Ignorant!

Die Bundesregierung sieht keine Notwendigkeit für gesonderte Bemühungen um die Integration der Sinti und Roma. Welches Zeichen setzt man derart?! Diese ignorante, mit dem Feuer spielende Regierung ist abzuwählen!

L’Agenda 2017

Paris. In Frankreich protestierten am Donnerstag Zehntausende Gewerkschafter gegen die Arbeitsrechtsreform von Präsident Emmanuel Macron. Im ganzen Land kam es zu Streiks und Demonstrationen. Lkw-Fahrer errichteten an mehreren Orten Blockaden. Arbeitsniederlegungen fanden unter anderem bei der Staatsbahn SNCF und den Pariser Verkehrsbetrieben statt. »Le Monde« berichtete, dass wegen eines Druckers...

Seite 2
Ralf Klingsieck, Paris

Macrons Partei fehlt die Kraft zum Sturm des Senats

Die zweite Kammer des französischen Parlaments - der Senat - wird in Teilen neu besetzt. Von dem Ziel, dort eine Mehrheit zu erringen, hat sich Macrons Partei En marche schon wieder verabschiedet.

Ralf Klingsieck, Paris

Tauziehen um die Arbeitsrechtsreform

In Siebenmeilenstiefeln schreitet Frankreichs Präsident zur Arbeitsrechtsreform. Zwar regt sich Widerstand. Doch die meisten Gewerkschaften zögern. Und Mélenchons Bewegung marschiert für sich.

Seite 3
Eva Roth

»Frankreich zahlt für Fehler anderer«

Die französische Arbeitsrechtsreform tritt in Kraft. Dagegen 
formieren sich – wenn auch zaghaft – Proteste. Die »Reform« stellt 
Errungenschaften der französischen Arbeitnehmer infrage. Der Druck dafür kommt 
aus Deutschland.

Seite 4
René Heilig

Vernünftige Manöverkritik

Das Manöver »Sapad 2017« und Russland ist nicht in Polen einmarschiert. Doch egal wie übertrieben die Sorgen waren: Statt militärischer Großmanöver sollten NATO und Russland wieder die Begegnung im NATO-Russlandrat suchen.

Grit Gernhardt

Geheime Vorteile

Im Verkaufspoker um die insolvente Air Berlin hat sich die Lufthansa durch Vorabsprachen mit der Bundesregierung möglicherweise einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft. Grit Gernhardt findet das zumindest fragwürdig.

Thomas Berger

In Vaters Spur

Jetzt also die Tochter: Nachdem Pakistans Oberster Gerichtshof Ende Juli Premierminister Nawaz Sharif wegen Korruptionsvorwürfen seines Amtes enthoben hatte, baut sich Maryam Sharif als potenzielle politische Erbin des Clans auf. In der Vergangenheit hatte die 43-Jährige vor allem hinter den Kulissen gewirkt. Es heißt, sie sei eine Netzwerkerin, die ihrem Vater in mancherlei Hinsicht den Rücken fr...

Felix Jaitner

Deutsche Außenpolitik am Wendepunkt

Um den eigenen Einfluss zu stärken, ist die Bundesregierung erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bereit, einen offenen Konflikt mit Russland einzugehen. Das schwächt in Russland pro-europäische Kräfte.

Seite 5

Wähler-Stimmen

Im Wahlkampf sagen Politiker gern, was die Wähler wollen. Wir haben Bürgerinnen und Bürger selbst gefragt, was ihnen wichtig ist und was sie von der Politik erwarten. Wir haben die Versprechen der Parteien genauer angeschaut und nach guten Lösungen im Sinne der Bürger Ausschau gehalten. Dies war der letzte Teil der Serie. Nachzulesen im Netz: dasND.de/btw17...

Ines Wallrodt

Ene, mene, muh

Seit Mai macht eine Rekordzahl die Runde. 2,5 Millionen Arbeitslose seien es nur noch. Das Stimmt so nicht: Arbeitslos im landläufigen Sinne sind derzeit in Wahrheit eine Million Menschen mehr, also rund 3,5 Millionen.

ndPlusHendrik Lasch, Löbau

Viele Maßnahmen, aber kein Job

Trotz Jobwunder sind mindestens 900.000 Menschen in Deutschland dauerarbeitslos. Die Wahlprogramme versprechen ihnen Besserung; eine Betroffene in Ostsachsen ist aus schlechter Erfahrung skeptisch.

Seite 6
Sebastian Weiermann

Kölner Polizei korrigiert sich

Kölns Polizei hatte während der Silvesternacht Hunderte junge Männer stundenlang festgesetzt und kontrolliert. Nun musste sie einräumen, dass es keine Verabredungen zu Straftaten gab.

René Heilig

Bauernfängerei mit Prozenten

Die »Fremden« haben keinen Respekt vor Frauen, Vergewaltigungen nehmen zu. Die CSU macht mit falsch interpretierten Statistiken Wahlkampf und will der AfD Wählergunst abjagen. Das geht schief.

Seite 7
Ralf Streck, San Sebastián

Katalanen mobilisieren zivil

Tausende Katalanen gingen am Donnerstag in Barcelona erneut auf die Straße, um das Recht auf Abstimmung einzufordern und die Festnahmen von hochrangigen Regierungsvertretern anzuprangern.

Seite 8

UN thematisieren Rohingya

Myanmars Vizepräsident Henry Van Thio versuchte am Mittwoch in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung zu beschwichtigen: »Unser herzlichstes Beileid geht an die Familien aller unschuldigen Zivilisten und Mitglieder von Polizei und Sicherheitskräften, die ihr Leben verloren haben«. Gleichzeitig verbat er sich Einmischung von Außen: Dies sei zuallererst eine »nationale Angelegenheit«. nd...

ndPlusDominik Müller

Der Hass der Buddhisten

Lange waren Mönche in Myanmar von der Militärregierung verfolgt. Nun nehmen einige Einfluss auf die Regierung und hetzen gegen den Islam. Allen Voran die »Organisation zum Schutz von Rasse und Religion«.

Seite 9
Nicolas Šustr

Wahl der Mieterräte soll fair werden

Die skandalumwitterte Mieterratswahl von 2016 soll trotz der Unregelmäßigkeiten nicht wiederholt werden. Bevor regulär neu gewählt wird, sollen die Regeln demokratisiert werden.

Martin Kröger

Rot-rot-grüne Straßenspione

In Berlin wird die polizeiliche Videoüberwachung schleichend ausgeweitet. Für die LINKE dürfte das zum Problem werden, für die Grünen ebenfalls. Die SPD hat sich dagegen wohl mit einer Aushöhlung der Bürgerrechte abgefunden.

Marie Frank

Flüchtlingsfrauen feiern Jubiläum

Unter dem Motto »Women* Breaking Borders« sollen an diesem Wochenende rassistische und sexistische Grenzen eingerissen werden. Drei Tage lang beraten geflüchtete Frauen die politische Lage und Handlungspraxen.

Johanna Treblin

Überraschung, Überwachung

Die neueste Technik der Berliner Polizei sitzt auf einem Anhänger. Zwei Kamerawagen wurden angeschafft, um bei Versammlungen und an kriminalitätsbelasteten Orten mögliche Straftaten besser im Blick zu haben.

Seite 10

Bombe entschärft

Oranienburg. Blumen gab es am Donnerstag für Sprengmeister Heino Borchert, als er in Oranienburg eine 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht hatte. Sie war auf der Baustelle für ein Einfamilienhaus entdeckt worden. Da die mechanischen Zünder beschädigt waren, musste der Sprengkörper unmittelbar nach der Entschärfung abtransportiert werden. Bevor Sprengmeister Bor...

Namen für die neuen Kreise gesucht

Landkreise und kreisfreie Städte sollen dem Landtag Vorschläge unterbreiten, wie die im Zuge der geplanten Gebietsreform gebildeten Großkreise künftig heißen sollen.

Andreas Fritsche

Neue Heimat hörbar tolerant

An der CD »Hörbar tolerant reloaded« mit 13 Titeln junger Künstler aus Berlin und Brandenburg wirkten Jugendliche mit, die aus Afghanistan geflohen sind. Jetzt wurde die CD präsentiert.

Nicolas Šustr

Polizei gibt Widerstand auf

Die Vollsperrung der Rigaer Straße wegen zweier Bauprojekte sorgte für Unmut in Friedrichshain. Nun soll die Genehmigung dafür zurückgezogen werden. Die Bauprojekte selbst verschwinden aber nicht.

Jan Schroeder

Preis für Integrationsarbeit vergeben

Die Landeskommission gegen Gewalt hat mehrere Integrationsprojekte ausgezeichnet. Der erste Preis ging an den Frauentreff »Schutzhülle« und die Heide-Grundschule in Adlershof.

Seite 11

Museumsreif

Leipzig. 40 Jahre nach dem Terror-Drama um die Entführung der »Landshut« wird das Flugzeug an diesem Wochenende zurück nach Deutschland gebracht. Geflogen wird der Transport von der Leipziger Firma Ruslan Salis. Für den Transport haben Arbeiter die »Landshut« im brasilianischen Fortaleza zerlegt. Mit einer riesigen Antonow 124 sollen der Rumpf und die Tragflächen der »Landshut« nach Friedrichshafe...

Sebastian Haak

Starterpaket für den neuen Job

Erfurt. Um Langzeitarbeitslose noch besser auf dem sozialen Arbeitsmarkt in Thüringen zu integrieren, fordern Forscher weitere Unterstützung für die Betroffenen. Beispielsweise müsse Erwerbslosen im Bedarfsfall ein »Starterpaket« für einen neuen Job finanziert werden, in dem auch »angemessene Kleidung für eine gesamte Arbeitswoche« enthalten sei, heißt es in einem Bericht des Zentrums für Sozialfo...

Bayerische Denkmäler leiden unter Zinspolitik

Eigentlich soll der bayerische Entschädigungsfond nur für Denkmäler ausgegeben werden. Die Niedrigzinspolitik lässt aber das Vermögen abschmelzen. Die SPD wittert Missmanagement.

Hendrik Lasch

Grüße vom Hoflieferanten

Ein Beratungsinstitut in Sachsen-Anhalt hat im Gegenzug für lukrative Aufträge vom Land offenbar an die Parteien beteiligter Politiker gespendet. Die SPD steht unter Druck.

Seite 12

T-Shirts für Burkina Faso

Zur Unterstützung des von Christoph Schlingensief (1960 - 2010) gegründeten Operndorfs Afrika in Burkina Faso haben zahlreiche internationale Künstler T-Shirts gestaltet. Sie werden an diesem Freitag bei einer Benefiz-Auktion in Berlin versteigert. Beteiligt haben sich rund drei Dutzend Künstler, darunter Norbert Bisky, Monica Bonvicini, Paul McCarthy, Jonathan Meese, Anselm Reyle, Rosemarie Trock...

Jüdisches Zentrum

In Charlottenburg-Wilmersdorf soll ein neues deutsch-jüdisches Kulturzentrum entstehen. Die Initiatoren um die Kantorin Avitall Gerstetter und den Grünen-Politiker und Publizisten Sergey Lagodinsky wollen damit außerhalb der Gemeindestrukturen eine Begegnungsstätte für Kunst, Kultur und Politik schaffen, sagte Mitinitiator Samuel Urbanik. Mit im Boot sind der US-Stararchitekt Daniel Libeskind, der...

& Hansdieter Grünfeld

Nach allen Seiten offen

Das diesjährige Jazzfest Berlin findet auf sieben Bühnen an sechs Veranstaltungsorten statt. Eingeladen wurden 150 Musiker aus den USA, Südamerika, Südafrika, Asien und Europa, wie die Berliner Festspiele am Mittwoch mitteilten. Außerdem hat sich das Jazzfest bei seiner letzten Ausgabe unter dem künstlerischen Leiter Richard Williams erstmalig mit dem Schlagzeuger und Komponisten Tyshawn Sorey ein...

Immer mehr Drohungen nach dem Gottesdienst

Pfarrer und Pfarrerinnen positionieren sich zunehmend auch politisch. Dafür ernten sie nicht immer Zustimmung. Manche Pfarrer berichten von offenen Anfeindungen: seit dem Auftreten von Pegida und der Radikalisierung der AfD.

Andreas Gläser

Magisches Geheimnis

Bestes Kinowetter, zumindest abends. Eva und ich werden in den schönsten Multiplexbau der Stadt gehen, um einen der sechs Filme zu sehen, die sie am Start haben: »Magical Mystery oder Die Rückkehr des Karl Schmidt«. Klingt vom Untertitel her nicht nach schwülstigem Kostümstreifen, sondern nach zeitgenössischem Heimatfilm. Einige Techno-DJs rollen darin im Kleinbus von München über Köln nach Hambur...

Jörg Meyer

»Ich will kein Mitleid«

Sie tanzen, sie lachen, sie weinen. Es ist Probezeit für den »Refugees Club Impulse«, ein selbst organisiertes Künstlerkollektiv von Geflüchteten und für Geflüchtete. Sie proben für ein Stück, in dem sie ihre Flucht und die Situation in Deutschland verarbeiten und darstellen. »Cloud Making Machine« (Wolkenmaschine), der neue Dokumentarfilm der Berliner Regisseurin und Kamerafrau Susanne Dzeik, zei...

Hans-Christian Wöste, Wilhelmshaven

Hoffnung für den Geisterhafen

Als Jahrhundertbauwerk wird 2012 der neue JadeWeserPort gefeiert. Der Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven nimmt nach schleppendem Anlauf nun langsam Fahrt auf.

Marion Pietrzok

Innehalten

Ausstellungsrundgang im Kunsthaus der Achim Freyer Stiftung. Momente einer wunderbaren Inszenierung. Wie schön und sinnvoll alles präsentiert ist, wie sich die Plastiken aus Holz und Bronze und die Grafiken Hans Scheibs, die hier pars pro toto für ein reiches Schaffen stehen, in die Bedingungen der nicht allzu üppig Platz gebenden Räume fügen, wie sie sich in ihm zu kostbaren Augen-Blicken entfalt...

Seite 13

Seiler besticht

Der Schriftsteller Lutz Seiler ist am Donnerstagabend mit dem diesjährigen Thüringer Literaturpreis ausgezeichnet worden. Seiler erhielt den mit 12 000 Euro dotierten Preis für seine Arbeiten als Lyriker, Essayist und Herausgeber, »dessen Qualität in allen Gattungen und Genres besticht«, wie Ministerpräsident Bodo Ramelow (LINKE) anlässlich der Bekanntgabe der Preisverleihung sagte. Der Literaturp...

Hoher Schirm

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Schirmherrschaft über die Ausstellung »Hinter der Maske. Künstler in der DDR« übernommen, die am 28. Oktober im Potsdamer Museum Barberini eröffnet wird. Die Ausstellung widme sich der Künstlerpersönlichkeit in der DDR und ihrer Selbstinszenierung im Spannungsfeld von Rollenbild und Rückzug, verordnetem Kollektivismus und schöpferischer Individualitä...

Mehr Geld, mehr Dialog

Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, hat mehr Geld für die Erforschung des kolonialen Erbes in den deutschen Museen gefordert. Angesichts der Menge der Objekte stehe eine jahrelange, wenn nicht jahrzehntelange Arbeit bevor, sagte er am Mittwochabend bei einer Podiumsdiskussion zum geplanten Humboldt-Forum im Berliner Schloss. Durch die aktuelle Debatte sei das öf...

Thomas Blum

Geburt, Scheitern, Tod

Eine Wimmergitarre, eine Violine, ein Piano, ein blechern zischendes Becken. Überhaupt hören wir hier nur analoge musikalische Gerätschaften. Manchmal meint man gar, das sanfte Rauschen der Tonbänder zu hören. Das ist sehr US-amerikanische Musik, allerdings keine von der Sorte, die die Größe der Nation feiert. Sondern Musik von unten, ein von Wehmut, Vergeblichkeit und Trauer inspirierter Country-...

Christian Baron

Ich beginne zu glauben, dass Žižek recht hat

1935 veröffentlichte Sinclair Lewis seinen Roman »It Can’t Happen Here«. Darin steigt ein reicher Demagoge zum US-Präsidenten auf. Regisseur Christopher Rüping hat jetzt eine Theaterversion des Buches inszeniert.

Seite 14
Karlen Vesper

Powerfrau für Frieden und gegen völkischen Ungeist

Wahlplakate sind völlig sinnlos, vielfach scheinheilig, manchmal kreuzgefährlich, selten nachdenkens- oder gar lobenswert. Zu letzteren gehört das Unikat der LINKEN, das mit dem Wort »Frieden« wirbt. Wo sonst noch im öffentlichen Raum begegnet man diesen sieben wichtigen, gewichtigen Buchstaben? Ein Alleinstellungsmerkmal. Ansonsten hat man den Eindruck, alle Plakate seien von ein- und derselben A...

Jonas Christopher Höpken

Von der Flügelfrau zur Führungsfigur

Ein wenig anpassungswilliges Mädchen mit Distanz zum SED-Staat, die zum Ende der DDR in die SED eintritt: die Facetten der Sahra Wagenknecht. Für ein Buch hat der Philosoph Florian Rötzer die Linkspartei-Politikerin interviewt.

Seite 15
Robert D. Meyer

Alltäglicher Umfragenwahnsinn

Sie gehören zu jeder Wahl wie die Plakate der Kandidaten an den Laternenmasten: Umfragen. Doch der richtige Umgang mit dem Zahlenwerk falle vielen Journalisten schwer, sagen Studierende der TU Dortmund.

Waldemar Kesler

Der Bühnenchristus

Dies ist keine Biografie. Das sollte man wissen, wenn man »Nick Cave - Mercy on me« in die Hand nimmt. Der Berliner Zeichner Reinhard Kleist vermengt schlaglichternde Impressionen aus dem Leben des australischen Singer-Songwriters, Autors und Schauspielers mit Illustrationen zu dessen Songs. So ging Kleist schon in »I See A Darkness« vor, seinem 2006 erschienenen Band über Johnny Cash. Die Frage i...

Seite 16

Neue Tarifverträge zu Lasten von Leiharbeitern

Große Teile der Metallindustrie unterlaufen die im Oktober 2016 beschlossene Neuregelung zum Schutz von Zeitarbeitern. Wie die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen zeigt, erlauben derzeit 13 regionale Tarifverträge, dass Zeitarbeiter länger beschäftigt werden, als die im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz vorgeschriebenen 18 Monaten. Darauf hatten sich IG Metall und Arbeitgeb...

Rainer Balcerowiak

Baufirmen auf Kamikazekurs

Die Baubranche boomt. Dennoch wollen die Arbeitgeber den höheren Mindestlohn für Facharbeiter abschaffen. Zum Jahreswechsel droht daher für viele ein tiefer Fall auf das gesetzliche Mindestniveau.

Roland Bunzenthal

Zeitarbeit erreicht Eine-Million-Marke

Besonders in der Zeitarbeit entstehen neue Jobs. Gesetzliche und tarifliche Regelungen sollen Leiharbeiter besser absichern. Dabei wünschen sich Leiharbeiter vor allem eines: eine feste Anstellung.

Seite 17
Simon Poelchau

Fed will Anleihen verkaufen

Nach der US-Notenbank Fed bereitet nun auch die Europäische Zentralbank die Abkehr vom billigen Geld vor. Die Wirtschaft findet das nicht unbedingt gut.

Wolf H. Wagner, Florenz

Dreckschleuder auf Konsolidierungskurs

Die italienischen Stahlkonzerne schreiben wieder schwarze Zahlen. Ungelöst sind jedoch noch die schweren Umweltprobleme und die Frage der sozialen Absicherung der Belegschaft.

Warten auf die Air-Berlin-Gläubiger

Das Rennen um die insolvente Air Berlin steuert auf sein Ziel zu. Die Gläubiger müssen bis Montag entscheiden, wer den Zuschlag erhält. Mit der Lufthansa wurden schon vor der Insolvenz Gespräche geführt.

Hermannus Pfeiffer

Überflüssige Stahlfusion

Weder die geplante Fusion der Stahlbereiche von ThyssenKrupp und Tata noch eine »Deutsche Stahl AG« würden die Branche wirklich voranbringen. Eigenständigkeit könnte der bessere Weg sein.

Seite 18
Martin Moravec, Baku

Viel gelernt, noch nichts gewonnen

Die deutschen Volleyballerinnen gehen mit einer unerfahrenen Mannschaft in die EM. Das Ziel ist erst einmal das Viertelfinale.

Alexander Ludewig

Sammeln und finden

Einfacher, aber erfolgreicher Fußball: Statt zweifelhaften Marketingideen zu folgen, könnte sich Hertha BSC in seiner Außendarstellung an Trainer Pal Dardai orientieren, einem Realisten. Er setzt auf Defensive und schnelles Spiel.

Seite 19
ndPlusJirka Grahl

Sport frei!

Die LINKE fordert, den Breitensport zur kommunalen Pflichtaufgabe zu erklären, die Unionsparteien wollen weiter machen wie bisher. Die Lifestyle Partei FDP hat sogar ein eigenes Kapital zum Thema, die Grünen ein Herz für e-Sport.

Seite 20

Puerto Rico ohne Strom

San Juan. Überflutungen, zerstörte Häuser, ein landesweiter Stromausfall: Die Karibikinsel Puerto Rico ist von einem der stärksten Stürme ihrer jüngsten Geschichte getroffen worden. Hurrikan »Maria« tobte am Mittwoch (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten bis zu 250 Stundenkilometern über dem US-Außengebiet. Mindestens ein Mensch starb, wie Gouverneur Ricardo Rosselló dem US-Sender CNN bestätigte. L...

Riesige Hilfsbereitschaft nach Erdbeben

Der Präsident dankt der Bevölkerung: »Tapfer und mit Solidarität« hätten die Mexikaner auf das Erdbeben reagiert. Die Suche nach Überlebenden in den Trümmern ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

ndPlusReiner Oschmann

Big Ben im Brexit-Streit

Die Stilllegung von Big Ben in London für vier Jahre und der angekündigte Abbau von 20 000 der roten Telefonzellen verunsichern Britanniens Volksseele und geraten ins Räderwerk der Brexit-Debatte.