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Warnungen an Katalonien

Barcelona. Vor einer möglichen Unabhängigkeitserklärung Kataloniens am Dienstag ist der Druck auf die Regionalregierung in Barcelona gewachsen. Die stellvertretende spanische Ministerpräsidentin Soraya Sáenz de Santamaría drohte am Montag »Maßnahmen« für den Fall einer einseitigen Verkündung der Unabhängigkeit an. Der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont bekräftigte aber, sollte die Ze...

Unten links

Es scheint ein Trend: Alles trennt sich. Die Trennung vollendet mit schmerzlicher Erkenntnis, was so schön blind angefangen hatte. Nur beim Müll ist es anders, da ist die Trennung ein Versprechen, bei dem es dann aber meist bleibt. Ansonsten ist die Trennung eine ernste Sache, mit ihr wird deshalb vorzugsweise gedroht. Die Katalanen drohen den Spaniern, die EU droht Ankara, Horst Seehofer droht de...

Sondierung in der nächsten Woche

Berlin. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat FDP und Grüne für die kommende Woche zu ersten Sondierungsgesprächen für eine Jamaika-Koalition eingeladen. Am Mittwoch soll zunächst getrennt, am Freitag dann in gemeinsamer Runde gesprochen werden. FDP und Grüne haben sich darüber hinaus zu einem Treffen verabredet. Bei der Sondierung gehe es darum, die Möglichkeiten für Verhandlungen auszuloten, sag...

Streit um Brexit vor Verhandlungsrunde

Brüssel. Zum Auftakt der bis Donnerstag angesetzten fünften Verhandlungsrunde über den britischen EU-Austritt ermahnten sich London und Brüssel am Montag gegenseitig zu Bewegung. Die Gespräche in Brüssel begannen ohne Brexit-Minister David Davis und EU-Chefunterhändler Michel Barnier, die Experten in Arbeitsgruppen das Feld überließen. Die Verhandlungsrunde ist die letzte vor dem EU-Gipfel am 19. ...

Simon Poelchau

Keine Belohnung

Milliarden über Milliarden haben Superreiche in den unterschiedlichsten Steueroasen dieses Planeten gebunkert. Dass dies auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit ist, liegt auf der Hand. Darum: Die Oasen gehören ausgetrocknet.

Zu Hause im Provisorium

Frankfurt am Main. Die Containerbauweise hat jüngst vor allem durch die Errichtung von Flüchtlingsunterkünften und Schulergänzungsbauten von sich reden gemacht. Wenn sie über ihren pragmatischen Nutzen hinaus etwas symbolisiert, dann wohl die fragwürdige Einrichtung im Provisorischen. Mit vier aufeinandergetürmten Wohncontainern wirbt nun auf dem Freigelände der Frankfurter Buchmesse ein Schweizer...

Simon Poelchau

8.635.000.000.000 Dollar in Steueroasen

Steueroasen sind bei Superreichen konstant beliebt. Doch bunkern sie ihr Geld immer weniger gern in der Schweiz, sondern gehen damit lieber nach Fernost.

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Ralf Hutter

Kontrapunkte statt Verbote

Immer offensiver nutzen rechtsradikale Verlage und Autoren die Frankfurter Buchmesse als Plattform. Die Initiative »Buchmesse gegen rechts« fordert Ausschlüsse.

Martin Hatzius

Buchmarkt ohne Rückendeckung

An diesem Dienstag eröffnen Angela 
Merkel und Emmanuel Macron die Frankfurter Buchmesse. Weihevolle Reden können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Autoren und 
Verlage sich an vielen Punkten von der Politik im Stich gelassen 
fühlen.

Manfred Loimeier

Der Traum vom Sonnenkönig

Für den Präsidenten Emmanuel Macron ist der Gastauftritt Frankreichs auf der Frankfurter Buchmesse eine willkommene Gelegenheit, den Weltmachtanspruch seines Landes auch kulturell zu untermauern.

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Simon Volpers, London

Zug der weißen Männer

Die »Football Lads Alliance« in England spricht sich offiziell gegen jede Art von Extremismus aus. Sie positioniert sich aber nur gegen den Islamismus und grenzen sich nicht von extremen Rechten ab.

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Europa: Hauptsache Sparen?

Die EU zwingt andere Regierungen seit Jahren, Sozialabgaben zu kürzen. Der Motor dahinter ist die Bundesregierung. In der Eurokrise wurden südeuropäische Länder zu Einschnitten gedrängt. Nun ist Frankreich an der Reihe.

Nicolas Šustr

Grüner Sheriff

Im August forderte er ein Verbot der Straßenprostitution an der Kurfürstenstraße in Berlin-Tiergarten, nun will er im Tiergarten campierende renitente Obdachlose abschieben lassen können. Nein, Stephan von Dassel, der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte ist kein CDUler, sondern Mitglied der Grünen. Aus Baden-Württemberg würden einen solche Aussagen gar nicht mehr so wundern, schließlich tritt de...

Kathrin Gerlof

»Armageddon was yesterday ...

Die etablierten Parteien erreichen in sozial schwächeren Milieus immer weniger Wähler, verlieren aber auch in der Mitte an Rückhalt. Das ist eine Erkenntnis der Bertelsmann-Stiftung. Was wären wir noch ohne diese klugen Forscher?

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Kassen gegen Cannabis

Frankfurt am Main. Gut ein halbes Jahr nach der Freigabe von Cannabis auf Rezept in Deutschland gibt es bei der Abrechnung der Hanf-Therapien noch Probleme. Hersteller von Cannabis-Wirkstoffen kritisieren, die gesetzlichen Krankenkassen würden nicht alle Kosten übernehmen. »Es gibt Anlaufschwierigkeiten«, sagt Marla Luther, Deutschland-Chefin der Firma Tilray. Die Ablehnungsquote der Hanftherapien...

René Heilig

Mehr deutsche Truppen nach Afghanistan?

Die USA verstärken derzeit ihre Truppen in Afghanistan um mindestens 3000 Soldaten. Ähnliches fordert die US-Regierung im Rahmen der Operation »Resolute Support« von den NATO-Verbündeten. Offiziell sieht sich Deutschland »nicht als erstes angesprochen«, da der Bundestag die Mandatsobergrenze vor einem Jahr erst angehoben hat. So heißt es im Berliner Verteidigungsministerium. Doch statt eines klare...

Hagen Jung

Junge Union auf Abwegen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil wolle nach der Landtagswahl eine Koalition mit Grünen und Linkspartei. Das behauptet die Junge Union und stellte den SPD-Mann als »roten« Aktivisten dar.

Uwe Kalbe

Keine Verlierer weit und breit

Die Opposition verdammt den Kompromiss zwischen CDU und CSU zur Migration, die potenziellen Regierungspartner halten sich bedeckt. Die FDP lässt bereits ein wenig Entgegenkommen erkennen.

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Personalwechsel bei den Jusos

Nach vier Jahren an der Spitze der Jusos will Johanna Uekermann in den Bundesvorstand der SPD wechseln. Als Kandidat für ihre Nachfolge wurde der Berliner Kevin Kühnert nominiert.

Keine Beweise für G20-Falle

Berlin. Der Hamburger Senat hat eingeräumt, dass er einen Teil seiner bisherigen Vorwürfe gegenüber Demonstranten während der G20-Proteste im Juli nicht beweisen kann. Dies geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der innenpolitischen Sprecherin der Linksfraktion in Hamburg, Christiane Schneider, zu gefundenen Beweismitteln hervor. Verschiedene Angaben hat die Polizei demnach geändert. Die B...

Aert van Riel

Opposition geht nur zu zweit

Wenn eine Jamaika-Koalition zustande kommen sollte, wäre die SPD die Oppositionsführerin. Die Durchsetzung der gemeinsamen Oppositionsrechte wäre dann nur mit der LINKEN möglich.

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Die Nusra-Front im Grenzgebiet

Der »Islamische Staat« sowie die frühere Nusra-Front gelten international als »terroristisch« und lehnen den Astana Prozess sowie die Deeskalationsgebiete ab. In den letzten Wochen war die Nusra Front in Idlib Ziel massiver russischer und syrischer Luft- und Artillerieangriffe, mehrere hochrangige Kommandeure wurden getötet....

Olaf Standke

Trumps Mogelpackung

Die Reaktion kam prompt und war unmissverständlich: »Wir haben dem Präsidenten bei einem Treffen gesagt, dass wir offen für vernünftige Grenzsicherungsmaßnahmen sind. Aber diese Liste geht weit über alles Vernünftige hinaus. Dieser Vorschlag zeigt überhaupt keinen Willen zum Kompromiss«, so die Minderheitsführer der Demokraten in Repräsentantenhaus und Senat, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, in ein...

Karin Leukefeld, Damaskus

Türkei schickt Erkundungsteam nach Syrien

Der Einmarsch der türkischen Armee in die syrische Provinz Idlib ist angekündigt. Eigentliches Ziel der geplanten türkischen Militärpräsenz könnte die von Kurden kontrollierte Stadt Afrin sein.

ndPlusRalf Streck, Barcelona

Alle schauen auf Puigdemont

In Spanien und Katalonien herrscht Rätselraten: Welchen Weg wird der Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, bei seiner Rede am Dienstag vor dem Parlament einschlagen?

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Linke in Lateinamerika feiert »Che«

La Higuera. Zum 50. Todestag von Ernesto »Che« Guevara hat die lateinamerikanische Linke des argentinischen Revolutionärs gedacht. Bolivien Präsident Evo Morales pilgerte am Sonntag (Ortszeit) in die Ortschaft La Higuera, wo Guevara 1967 erschossen worden war, und legte Blumen an dessen Büste nieder. »Wir sind hier, um an unsere Prinzipien und die Befreiung der Völker zu erinnern«, sagte Morales. ...

Ralf Klingsieck, Paris

Einigung gegen Macrons Reformen?

Bisher waren Frankreichs Gewerkschaften in Bezug auf Macrons Reformen gespalten. Doch unter dem Druck der Basis finden Gespräche statt. Am Dienstag streiken alle Beamtengewerkschaften gemeinsam.

Denis Trubetzkoy, Kiew

»Antwort auf die Russifizierungspolitik«

Das ukrainische Parlament hat eine brisante Bildungsreform verabschiedet. Damit wird die Bildung komplett ukrainischsprachig. Lehrkräfte, die sich negativ über die Ukraine äußern, drohen Strafen.

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Fortum will Uniper-Jobs erhalten

Düsseldorf. Der finnische Energieversorger Fortum schließt einem Medienbericht zufolge betriebsbedingte Kündigungen nach Übernahme der verbliebenen Uniper-Anteile vom Energiekonzern E.on aus. »Wir sind mit E.on eine bindende Vereinbarung eingegangen«, sagte Fortum-Chef Pekka Lundmark der »Rheinischen Post« vom Montag. Zudem sage man zu, dass die Uniper-Zentrale in Düsseldorf bleibe, sagte Lundmark...

Haidy Damm

Fipronil-Skandal soll Konsequenzen haben

Die Mitgliedstaaten unterstützen die Vorschläge der EU-Kommission zur verbesserten Risikokommunikation. Auslöser war die Verwendung des Insektizids Fipronil in Geflügelanlagen.

Kurt Stenger

Mit einem sanften Stups

Wirtschaftspolitik ist dann erfolgversprechend, wenn sie den oft irrational handelnden Bürgern einen Stups gibt - so das Credo des Ökonomie-Nobelpreisträgers 2017.

Sebastian Weiermann, Köln

Grillenmehl und Energy-Drink

Noch bis Mittwoch präsentieren 7400 Aussteller aus 107 Ländern auf der Lebensmittelmesse Anuga ihre Produkte. Es gibt frittierte Bällchen aus Grillenmehl, aber auch viel Gewöhnliches - und viel Plastik.

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Martin Ling

Nichts aus der Hungerkrise gelernt

Das Problem ist bekannt, gehandelt wird nicht. Vor zehn Jahren flimmerten die Hungerrevolten von Haiti bis Ägypten über den Bildschirm. Danach katapultierte die Finanzkrise die Zahl der Hungernden 2009 zeitweise gar über die Milliardenschwelle. »Weil Banker sich verspekuliert haben«, wie es Dirk Messner vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik schon vorab prophezeit hatte.Zehn Jahre danach h...

Barbara Barkhausen, Sydney

Neue Zähne aus dem Lieferwagen

Viele Aborigines, die in entlegenen Regionen in Australien leben, kennen keine Zahnhygiene. Ein Ureinwohner reist nun mit einem Lieferwagen durchs Outback, ein Labor, in dem er »neue Zähne« produziert.

Martin Ling

Kuba trotzt »Irma« und dem Klimawandel

Hurrikan »Irma« hat auch Kuba getroffen - und dort große Schäden angerichtet. Wie die Kubaner mit den ständigen Stürmen umgehen, die durch die Karibik fegen, erklärt der Agraringenieur Jesús Alfonso Martínez.

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Sturmtief wirkt weiter nach

Die Auswirkungen des schweren Sturmtiefs »Xavier« halten die Aufräumkräfte in der Region weiter auf Trab: Vor allem bei der Bahn, in Parks und an Straßen mussten auch am Montag noch Schäden beseitigt werden. Am vergangenen Donnerstag hatte der Sturm Bäume wie Streichhölzer umknicken lassen. Rund 20 000 Bäume wurden laut einer Schätzung der Senatsumweltverwaltung in Berliner Wäldern erheblich besch...

200 Millionen - viel zu wenig

Die LINKE in Brandenburg will sich für ein Investitionspaket stark machen, das 200 Millionen Euro umfassen soll. Enttäuschte Wähler wird sie damit jedoch nicht zurückgewinnen. Dazu müssten ganz andere Summen aufgewendet werden.

Bernd Röder und Christian Ebner

Air Berlin wohl ab 28. Oktober am Boden

Bei Air Berlin dürfte Ende Oktober der Flugbetrieb eingestellt werden. Unklar ist, welche Flüge von neuen Eigentümern angeboten werden.

Nicolas Šustr

Betreuung statt Abschiebung

Die Forderung des Bezirksbürgermeisters von Berlin-Mitte, renitente Obdachlose abzuschieben, fällt nur bei den Christdemokraten auf fruchtbaren Boden. »Rassismus« nennt das eine Grünen-Parteifreundin.

Tomas Morgenstern

Beschäftigungsgarantie für freie rbb-Mitarbeiter

Die Tarifparteien beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) einigten sich darauf, freie Mitarbeiter besser abzusichern. Gehälter und Honorare steigen in zwei Schritten, es gibt mehr Geld für Sozialleistungen.

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Wilfried Neiße

Fischsterben im See auf den Grund gehen

Schüler des Potsdamer Bertha-von-Suttner-Gymnasiums erhielten einen Naturschutzpreis. Sie forschten nach den Ursachen für das Umkippen des Aradosees.

Andreas Fritsche

Politischer Feuerwehreinsatz

Der Vorstand der Linkspartei in Brandenburg hat bei einer Klausur in Blossin ein Strategiepapier für die Zeit bis zur Landtagswahl 2019 beschlossen. Darin enthalten: eine Investitionsoffensive in Millionenhöhe.

Manfred Rey

Reizthema Ambrosia

Die Ambrosiapollen belasten immer mehr Allergiker. Zu Bekämpfung der Pflanze fehlt es in Brandenburg an Geld und Personal - manche sagen auch, am entscheidenden Willen.

Slava Wagner

Schallschutz für Pankow

Schon seit Jahren baut die Bahn ihre Strecken im Nordosten aus. Nun beginnen auch großangelegte Lärmsanierungen, die vor allem den Güterzuglärm dämpfen sollen.

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Thüringen-SPD will mehr Kante zeigen

Weimar. Thüringens SPD-Landeschef Andreas Bausewein sieht seinen Landesverband besser für die Landtagswahl 2019 gerüstet, wenn seine Partei auf Bundesebene in die Opposition geht. Sie eröffne der Partei strategisch eine bessere Ausgangsposition, sagte Bausewein der in Weimar erscheinenden »Thüringischen Landeszeitung«. »Die Thüringer SPD wird ihr inhaltliches Profil stärker herausstellen müssen.« ...

Ein neuer Chef soll den Ruf der AWO retten

Waren/Müritz. Die wegen Untreue-Vorwürfen in die Kritik geratene Arbeiterwohlfahrt (AWO) Müritz bekommt einen neuen Geschäftsführer. Vom 1. November an soll Stephan Arnstadt den Chefposten im AWO-Kreisverband in Waren/Müritz übernehmen, teilte der Vorstand am Montag mit. Arnstadt ist Betriebswirt und war zuletzt Mitglied im Vorstand des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin. Davor...

Schuldenberg schrumpft nur langsam

Erfurt. Thüringen wird in den kommenden Jahren von seinen Landesschulen von derzeit rund 15,6 Milliarden Euro nur einen kleinen Teil abtragen. Das geht aus der mittelfristigen Finanzplanung von Landesfinanzministerin Heike Taubert (SPD) hervor, die derzeit gemeinsam mit dem Haushaltsentwurf für die Jahre 2018/19 vom Landtag beraten wird. Danach liegt die Verschuldung im kommenden Jahr weiterhin be...

Heidrun Böger, Leipzig

Fassadenklettern leicht gemacht

Begrünte Fassaden haben viele Vorteile, vor allem in Städten können sie für ein besseres Klima sorgen. Allerdings gibt es auch manches zu bedenken. In Leipzig wurde ein entsprechendes Programm aufgelegt.

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Samuraischau

Die Kunst der Samurai: Von Mittwoch an gibt ein neues Privatmuseum in Berlin Einblick in das Leben des Kriegerstands, der fast 1000 Jahre die japanische Gesellschaft beherrscht hat. Zu sehen sind mehr als 35 Rüstungen, 120 Helme, 100 Masken, 120 Schwerter und viel Schwertschmuck, wie die Veranstalter mitteilten. Der Berliner Unternehmer Peter Janssen macht mit dem Museum in Zehlendorf seine Privat...

Ausgesperrt

Insgesamt 32 für den G20-Gipfel in Hamburg zugelassenen Journalisten wurde im Nachhinein die Akkreditierung entzogen. Ein schwerer Eingriff in die Pressefreiheit, wie ARD-Recherchen belegen. Das Vorgehen basierte auf einem toxischen Gebräu aus falschen und rechtswidrig gespeicherten Daten. Elf der betroffenen Fotografen stellen nun in Steglitz ihre Bilder von Demonstrationen aus. Fotos, für die si...

Aufgestockt

Einem Entwurf des Senats zufolge sollen die Kulturausgaben im kommenden Jahr um 52 Millionen Euro steigen. Für 2019 ist ein Plus von 67 Millionen Euro geplant. Wichtige Schwerpunkte im Etat seien etwa die Förderung von Kinder- und Jugendtheatern, zusätzliche Mittel für freischaffende Künstler sowie ein neuer Festivalfonds mit rund vier Millionen Euro, wie es am Montag bei der zweiten Lesung des Ku...

Momentaufnahmen

China: Ein Pfleger trägt während seiner Arbeit mit den vom Aussterben bedrohten Pandabären selbst ein Pandakostüm, damit die Tiere sich bis zu ihrer Auswilderung nicht an den Kontakt zu Menschen gewöhnen und so eine höhere Überlebenschance haben. Türkei: Der ehemalige Polizist Mevlüt Mert Altinas steht mit erhobenem Zeigefinger neben der Leiche des russischen Botschafters Andrei Karlov, nachdem er...

Hansdieter Grünfeld

Ein Vater der Jazzmoderne

Geburtstage vorzufeiern, bringe Unglück, behauptet der Volksmund. Bei stilbildenden verstorbenen Jazzmusikern beeindruckt diese unheilvolle Prophezeiung offensichtlich nicht. An diesem Dienstag wäre der Pianist, Komponist, Combo- und Orchesterleiter Thelonius Monk 100 Jahre alt geworden, doch Gedenkveranstaltungen finden bereits seit Anfang des Jahres statt. Schließlich zählt Monk zu den Mitbegrün...

Hans-Gerd Öfinger, Wiesbaden

Herber Rückschlag für Hessens CDU

Mit einer Überraschung endete am Sonntagabend die Oberbürgermeisterwahl in der hessischen Opelstadt Rüsselsheim. Entgegen allgemeiner Erwartungen ging nicht CDU-Amtsinhaber Patrick Burghardt, sondern der unabhängige Bewerber Udo Bausch als Sieger aus der Stichwahl um den Chefposten im Rathaus der 63 000-Einwohner-Kommune hervor.Der 36-jährige Christdemokrat Burghardt hatte als junger Landtagsabgeo...

Till Bücker, Köln

Studentenbude in der Polizeiwache

Ein Wohnheim in den Niederlanden, eine WG mit Senioren oder ein großer Gemeinschaftsraum: Die Wohnungsnot bei Erstsemestern ist auch in NRW ist groß. Die Hochschulstandorte müssen handeln.

Iris Leithold, Sternberg

Die Mutter aller Schlachten tobte im Tollensetal

Vor 3200 Jahren tobte an der Tollense in Mecklenburg-Vorpommern eine gewaltige Schlacht, doch wer dort kämpfte, ist unklar. Jetzt gibt es eine Ausstellung über das älteste Schlachtfeld Europas.

Klaus Hammer

Die Narrheit des Menschengeschlechts

Die Welt ist ein Zirkus, scheint der Maler Harald Metzkes zu sagen. Und wir alle sind Artisten, Clowns, Narren in einer geschlossenen Zirkuswelt, wo jeder von uns eine beschränkte Aufgabe zugewiesen bekommt. Auf den Bildern des in Wegendorf (Brandenburg) lebenden Altmeisters tobt sich die Narrheit des Menschengeschlechts aus. Das Prosaische dieser Gestalten mit ihren Mützen, Masken und geschminkte...

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In den Spiegel geschaut

Füttern, Kuscheln, Gassi gehen: Die spezielle Beziehung von Mensch und Haustier nimmt eine neue Ausstellung im Dresdner Hygiene-Museum in den Blick. Unter dem Motto »Tierisch beste Freunde« seien vom 28. Oktober an »faszinierende und seltene Tierpräparate« zu sehen sowie historische Dokumente und Objekte, teilte das Museum am Montag in Dresden mit. Ergänzt werde die Präsentation mit Werken zeitgen...

Unterkunft auf Zeit

Das Dresdner Archiv der Avantgarden des 20. Jahrhunderts nimmt an einem Interimsstandort seine Arbeit auf. Die Sammlung mit rund 1,5 Millionen Objekten sei vorübergehend im Japanischen Palais untergebracht, teilten die Staatlichen Kunstsammlungen am Montag in Dresden mit. In wenigen Jahren soll sie im benachbarten barocken Blockhaus ihren eigenen Standort beziehen. Der deutsch-italienische Kunstmä...

Gunnar Decker

Vom Steppenwolf zum Glasperlenspieler

Welch ein manischer Briefschreiber! Mehr als 40 000 Briefe verschickte Hermann Hesse in seinem langem Leben. Kein Wunder, dass er dabei lernte, so genau aufs Porto zu schauen. Briefe aus der Schweiz nach Deutschland gab er stapelweise Besuchern mit, die sie dann - zum Inlandsporto - hinter der Grenze einwarfen. Da er früh berühmt wurde, ist das meiste von seiner Korrespondenz erhalten - und immer ...

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Alte Schule

Mit Jean Rochefort ist einer der beliebtesten französischen Kinoschauspieler gestorben. Der Hauptdarsteller in Filmen wie »Der Mann der Friseuse« und »Ein Elefant irrt sich gewaltig« starb in der Nacht auf Montag im Alter von 87 Jahren, wie seine Tochter Clémence mitteilte. Rochefort wirkte in 150 Filmen mit, darunter auch viele Komödien.Rochefort spielte an der Seite berühmter französischer Darst...

Kaffee und Kokosnuss

Aktionskünstler, Bildhauer, Zeichner, Gelehrter - Joseph Beuys war ein Mann mit vielen Talenten. Aber wer weiß, dass der im Jahr 1986 gestorbene Ausnahmekönner auch ein Kochkünstler war? Manfred Rothenberger weiß es - und hat es schwarz auf weiß. »Beuys, Professor an der Akademie Düsseldorf, zeigte sich erstaunten Gästen des Restaurants in der Altstadt als Meisterkoch«, heißt es in einem Presseart...

Roberto Becker

Diese Lust am Weltuntergang

Die Meininger haben Glück gehabt. Ihr Intendant Ansgar Haag hat ihnen zur Abwechslung mal einen »echten Fritsch« geliefert. Der ist ja nicht leicht zu bekommen, da längst viel gefragt. Sein gemeinsam mit Luzern gestemmter »Le Grand Macabre« bietet alle Vorzüge dieser speziellen Art von Theater. Zugleich ist es ein gereiftes Exemplar »Verfritschung«. Niemand, der halbwegs offene Ohren und wache Aug...

Florian Schmid

Bösewicht mit grünem Haar

Im Zentrum von Rushdies Roman steht eine reiche New Yorker Familie, die von einem Patriarchen angeführt wird, der zum Immobilienmogul aufstieg. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen
 sind unverkennbar und unvermeidlich.

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Ausgezeichnet

Für ihre Berichte über Gesundheits- und Gesellschaftsthemen werden in diesem Jahr neun Journalisten mit dem Deutschen Sozialpreis der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege ausgezeichnet. Der Preis ist mit insgesamt 20 000 Euro dotiert und soll am 22. November in Berlin verliehen werden.In der Sparte Print erhalten Isabell Hülsen, Kristina Gnirke und Martin U. Müller den Medienpreis. Ihr Arti...

Gefeuert

Nach der Entlassung von Harvey Weinstein wegen sexueller Belästigung gehen immer mehr Schauspieler und Schauspielerinnen zu dem lange Zeit einflussreichen Hollywood-Produzenten auf Distanz.

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Marco Mader und Oliver Mucha, Kaiserslautern

Einer wie Goretzka fehlte noch

Jetzt trifft er auch noch: Leon Goretzka drängt sich immer mehr in Joachim Löws WM-Kader. Der Schalker Mittelfeldspieler überzeugte zuerst beim Confed Cup und nun in der WM-Qualifikation.

»Sie ist eine absolut elegante Turnerin«

Es war die Krönung der WM für die deutschen Turnerinnen. Am Schwebebalken präsentierte sich Pauline Schäfer in Glanzform und holten Gold. Interview mit Gabi Frehse, die die Weltmeisterin in Chemnitz trainiert.

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Schäden auf 1000 Kilometern

Die Auswirkungen von »Xavier« beeinträchtigen weiter den Zugverkehr - einige Strecken blieben auch am Montag gesperrt. Mehr Zeit einplanen müssen Reisende, die von Berlin nach Hamburg wollen.

Wolf H. Wagner, Florenz

Diebe stoppen Weltreisende

Vor elf Monaten war Etienne Godard gemeinsam mit seiner Partnerin im chinesischen Hongkong aufgebrochen. Das französische Ärztepaar wollte ein Sabbatjahr nutzen, um per Fahrrad einen Teil der Welt kennenzulernen. 15 000 Kilometer wollten sie auf den zwei Rädern zurücklegen.Sie durchquerten China, bereisten Indien und Indonesien, durchfuhren die Türkei. Auf dem Weg nach Europa ließen sie wenige Län...

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Irmtraud Gutschke

Blicke ins Weite

Wenn in Paris das Herz der französischen Literatur schlägt, befinden sich dann frankophone Autoren etwa aus Haiti, Indien, Kamerun, Martinique, Tunesien an der Peripherie? Frankreich als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse will sich als Machtzentrum präsentieren und alle Länder gleich mit vertreten, wo Französisch gesprochen wird. Schön für deren Autoren, denen ein aus Paris gesteuertes stattliche...

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Irmtraud Gutschke

Häppchen in Blau-Weiß-Rot

Was wünschen wir uns angesichts eines Seiltänzers? Nur, dass er sich hält? Nein, meinte Paul Valéry (1871-1945), insgeheim gibt es noch einen ganz anderen Wunsch: dass er stürzen möge. Und das, so die gewagte Gedankendrehung, nicht nur aus Sensationslust. Es ist, weil die Seele fühlt, »dass der Mann stürzen wird ... Und in sich vollendet sie seinen Sturz und erwehrt sich ihrer Erregtheit ...« Ja, ...

ndPlusSabine Neubert

Hollywood im Maghreb

Eine spannende Zeit der Umbrüche, Aufbrüche und Veränderungen wird in diesem großen Roman lebendig. Hédi Kaddour, 1945 als Sohn eines Tunesiers und einer Französin in Tunis geboren, lässt uns in einen Schmelztiegel sehr unterschiedlicher Kulturen, Traditionen, Lebensweisen, Charaktere und Ansprüche eintauchen. Hédi Kaddour: Die Großmächtigen. Roman. A. d. Franz. v. Grete Osterwald. Aufbau Ve...

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ndPlusKatharina Schwirkus

Der Wunsch, weiß zu sein

»Ein Land bleibt immer eine Problemstellung, eine nie endende Baustelle«, denkt Esha, die Protagonistin in »Staatenlos« von Shumona Sinha. Esha steht stellvertretend für viele junge Frauen und Männer, die aus sogenannten Entwicklungsländern nach Europa kommen, auf der Suche nach einem besseren Leben. Was sie finden, ist alltäglicher Rassismus auf öffentlichen Plätzen und Diskriminierung bei der Su...

Fokke Joel

In die Welt geworfen

Am Anfang beschreibt Elisabeth, die Erzählerin aus Yasmina Rezas neuem Roman »Babylon«, ein Bild. Ein Bild des amerikanischen Fotografen Robert Frank. Ein Mann steht an einer Wand, irgendwo im Los Angeles der 1950er Jahre. In der Hand hält er die Zeitschrift der Zeugen Jehovas, »Awake« - »Erwachet«. Yasmina Reza: Babylon. Roman. A. d. Franz. v. Frank Heibert u. Hinrich Schmidt-Henkel. C. H...

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ndPlusFriedemann Kluge

Vom Engagement zur Obsession

Oberflächlich betrachtet, handelt es sich bei diesem Roman um eine Skizze aus der Vor- und Frühgeschichte der Grünen. Aber es steckt mehr darin, weit mehr. Nicol Ljubić geht es um die Frage, was das plötzliche politische Engagement eines Elternteils aus einem Kind macht, das bis dahin in einer Durchschnittsfamilie aufgewachsen war, mit beiden Elternteilen viel unternommen hat, mit dem Vater zu Fuß...

Hans-Dieter Schütt

Kassiber vom anderen Stern

Welt und Zeit schlagen ihre Bögen: Der Spannungsbogen etwa beherrscht die Kultur der Zerstreuung, der Regenbogen gibt den verseuchten Himmel noch immer nicht auf - aber der alte klassische Briefbogen, der flattert, außerhalb amtlicher Funktionen, langsam ins Vergessen. Kurt Bartsch/Wasja Götze: »In all dem herrlichen Chaos«. Briefe von 1982 bis 1989. Hg. von Irene Böhme. Mitteldeutscher Ve...

ndPlusMartin Hatzius

Ist das Bier - oder kann das weg?

Wenn der vierte Teil einer Trilogie erscheint, hat deren Autor entweder etwas nicht ganz verstanden - oder alles richtig gemacht. In Sven Regeners Fall trifft die zweite Variante zu. Sven Regener: Wiener Straße. Roman. Galiani Berlin, 304 S., geb., 22 € Die Tatsache, dass der dritte Band seiner Frank-Lehmann-Romanreihe - »Herr Lehmann« (2001), »Neue Vahr Süd« (2004), »Der kleine Bru...

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ndPlusMichael Hametner

Der Fluch des Geldes

»Aber mein Glück hängt doch mit allem zusammen.« Das sagt Peter Holtz, die Titelfigur, auf Seite 313. Würde Ingo Schulzes Roman eines Tages auf die Bühne kommen, wäre dieser Satz im Spiel ein ganz entscheidender. Wie soll der Schauspieler ihn spielen? Schulze hat Erfahrung mit dem Theater, war er doch in der Wendezeit Dramaturg in Altenburg. Soll der Satz leise gesprochen werden, eher nebenbei? Od...

Seite 26
ndPlusChristel Berger

Der Befund war ernüchternd

Geboren 1892 und aufgewachsen in einer gut situierten jüdischen Kaufmannsfamilie in Budapest, kam Maria Leitner früh mit revolutionären Kreisen in Beziehung. Nach dem Scheitern der ungarischen Räterepublik musste sie nach Deutschland emigrieren, das sie aus ihrer Studentenzeit kannte. Sie wurde eine angesehene Journalistin, die vornehmlich in linksliberalen und linken Zeitschriften schrieb. Im Auf...

Jan Eik

Sie kamen durch den Tunnel

Bis auf sein sumpfiges Zentrum erhebt sich Berlin in weiten Teilen auf märkischem Sand - eine Tatsache, die Tunnelgräbern jeglicher Couleur von jeher das Handwerk erleichterte. Die Liste der erfolgreichen Kriminellen, die daraus Gewinn zu ziehen wussten, ist lang. Die ersten und berühmtesten Täter, die sich einem Banktresor aus dem Untergrund näherten, waren die Brüder Sass aus Moabit. Hors...

Christin Odoj

Das Kapital Liebe

Um es gleich vorweg zu sagen: Was das Buch sympathisch macht, ist der Fakt, dass es die Bedeutung der Toilette im Leben eines Menschen, der verzweifelt ist, in angemessener Ausführlichkeit würdigt, wie es bisher vielleicht nur Peter Handke getan hat (»Versuch über den Stillen Ort«). Olga Flor: Klartraum. Roman. Jung und Jung, 288 S., geb., 23 € Protagonistin in Olga Flors Entwöhnung...

Seite 27
Hans-Dieter Schütt

Die inneren Zeitalter

Die Existenz? Durs Grünbein hat sie als »Quadratur der Zufälle mittels Atemzügen« bezeichnet. Daraus entstehen Schwermut und Furcht, und also keimt die Frage aller Fragen: »Ist Lebensfreude nicht ein Mysterium?« Ist sie!, so könnte man auch diesen neuen Gedichtband zusammenfassen. Sie ist das Unergründliche, das nicht gänzlich Logische, das nicht absolut Herleitbare. Durs Grünbein: Zündkerz...

Christian Baron

Jeder weiß, was sich nachts in den Wäldern herumtreibt

Wer was werden will, der sollte wissen, was auf dem Grund seiner Existenz liegt. Das ist vor allem dann wichtig, wenn »was werden« etwas anderes meint als Unternehmensberater, Immobilienmakler oder Investmentbanker. »Was werden«, das kann jenseits der steigerungsgetriebenen Moderne bedeuten, eine Antwortbeziehung zur Welt einzugehen. Es heißt nicht, noch mehr Einkommen, noch mehr Arbeit, noch mehr...

Seite 28
ndPlusHarald Loch

Fest des Lebens und des Todes

Die »Femme fatale« ist eine in Mythologie, Kunst und Literatur beliebte Figur: von der biblischen Eva über die klassische Helena, die mittelalterliche Melusine bis zu Heines Loreley und weiter über Zolas Nana, Wildes Salome. Und im Film hat sie Hunderte von Darstellerinnen gefunden. Sie ist überirdisch attraktiv, bringt Männer um ihren Verstand und wirkt »schicksalhaft« auf deren Verderben hin. ...

Irmtraud Gutschke

Das tschechische Raumschiff

Am Beobachtungsfenster glitt ein Schatten vorbei: kleine Hundeschnauze, gespitzte Ohren, weit aufgerissene schwarze Augen, »in denen sich die blinkenden Lichter der Unendlichkeit spiegelten«. Das konnte nur die Hündin Laika sein, »konserviert durch die Gunst des luftleeren Raums, der zersetzenden Wirkung des Sauerstoffs entzogen«. Jaroslav Kalfar: Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahr...

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ndPlusReiner Oschmann

Gehversuch

Der Texaner John Williams (1922 - 1994) ist für deutsche Leser so etwas wie ein Ausgrabungsobjekt. Gut 20 Jahre nach seinem Tod lernen wir von dem lange Unbekannten nun auch seinen Romanerstling »Nichts als die Nacht« kennen. Im Original war er, kaum beachtet, 1948 herausgekommen. John Williams: Nichts als die Nacht. Novelle. A. d. Am. v. Bernhard Robben. dtv, 160 S., geb., 18 € Das...

ndPlusChristian Baron

Wie es hätte sein können

Im Kino und in der Literatur häufen sich die künstlerischen Auseinandersetzungen mit realem Hintergrund. Immer mehr Filmtrailer teilen mit, das beworbene Werk basiere auf einer wahren Begebenheit. Immer mehr Bücher erscheinen, denen das stattgefundene Leben der Protagonisten ein Anlass ist, jene Geschichte zu erzählen, die so hätte stattfinden können. Das gelingt mal besser und mal schlechter. Zu ...

Uwe Stolzmann

»Die Herrscher haben Hunger auf Land«

Er ist ein Mann zum Fürchten: Ngungunyane, geboren 1850 im heutigen Mosambik. Eine massige, dunkle Figur. Ab 1885 herrscht sie über das sogenannte Gaza-Reich. Ngungunyane stammt aus einem Bantu-Volk. Menschen anderer Völker sind für den »Löwen von Gaza« nur Sklaven: Raubend und mordend ziehen seine Männer durch das südliche Afrika. Mia Couto: Imani. Roman. A. d. Port. v. Karin von Schweder...

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Irmtraud Gutschke

»Um Mitternacht wollt ein Stern ich sein«

»Lesen wirst dus« - so beginnt das erste Gedicht dieses Bandes, den ich als eine Sammlung leidenschaftlich melancholischer Liebesgedichte empfinde. Ein »Du« kommt immer wieder vor. Unwillkürlich stellt man sich einen Adressaten vor: einen Mann, der Glück schenkte, aber niemals bleiben konnte, der immer wieder fern war, womöglich anderswo gebunden. Und wenn er kommt … »Zum Abend plant ich Schweigen...

Ute Evers

»Heiliger Telefant«

Als im Juni 2014 die Nachricht durch die Feuilletons rauschte, man habe bei der Katalogisierung von Originalmanuskripten und Typoskripten unveröffentlichte Gedichte von Pablo Neruda gefunden, schien er wieder einmal zurückgekehrt - von einer seiner zahlreichen Reisen, die der Dichter zeitlebens gewollt oder ungewollt unternommen hatte. Es sei der wichtigste Fund aus dem literarischen Nachlass, den...

ndPlusSabine Neubert

Master Pitt und andere Kuriositäten

Das »urtümliche Land hinter der Küste, noch kaum von den Menschen gezeichnet, erwartete die beiden Schiffe mit der Trägheit einer Anakonda, über deren geöffnete Augen Fliegen laufen, während ihr gewundener Leib unsichtbar unter dem Wasser im Schlamm verborgen Iiegt …« Hier haben wir schon einmal eine Kostprobe von der bildreichen Sprache des Autors, die den Roman zum Lesevergnügen macht. Me...

Seite 31
Mona Grosche

Verletzungen

Diese Gegend ist der Inbegriff des Unwirtlichen, insbesondere, wenn man dort mit einem Forschungsteam in Zelten haust und unter Stress Bohrungen im Eis durchführen muss. Da bleibt keine Zeit für Emotionen und Sentimentalitäten, sollte man meinen. Oder gerade doch? Anne von Canal: Whiteout. Roman. Mare Verlag, 189 S., geb., 20 € Denn was der Glaziologin Hanna widerfährt, ist alles an...

ndPlusSabine Neubert

Die Abgründe in den Seelen

Kurt Tucholsky, so berichtet Carsten Jensen im Nachwort, habe den Schriftsteller Johannes V. Jensen bei seinem Besuch 1927 in Kopenhagen »das leuchtende große Auge im kleinen Dänemark« genannt und mit dem Weitgereisten ein intensives Gespräch über die Welt und die Weltliteratur geführt. Im Kriegsjahr 1944 wurde Johannes Vilhelm Jensen (1973-1950) - nach einer längeren, kriegsbedingten Pause - der ...

Irmtraud Gutschke

Eine Rüstung aus Zorn

Ein machtvolles Buch, denn es stürzt in Zweifel. Die norwegische Autorin Vigdis Hjorth zieht uns an die Seite ihrer Ich-Erzählerin, die uns ihren Seelenzustand offenbart. Wir wissen mehr über sie als Mutter und Schwestern, denen sie sich so trotzig entgegenstellt und die wir, wenn wir wollen, auch irgendwie verstehen können. Was Bergljot indes unerträglich fände. Auch wenn sie »nur« eine literaris...

Seite 32
Michael Kegler

Ein konsequenter Lebensweg

Aus der Subjektivität einer Autobiografie eine Epoche begreifen zu wollen, birgt Risiken, die mit Eitelkeit und Rechtfertigungszwängen zu tun haben. Nur selten begegnet man einem solchen Buch, das man den Kindern, Freunden und Bekannten in die Hand drücken will mit den Worten: »Lies das! Unbedingt!« Lutz Taufers Buch ist ein solcher Glücksfall. Gerade wegen der durchaus nicht uneitlen Perspektive,...

ndPlusKarlen Vesper

Nicht nur Honigfallen

Sie hat sich wahnsinnig gefreut und war sofort bereit, für diese Zeitung einen Kommentar abzugeben zur Rehabilitierung von Richard Sorge in Japan, wo der sowjetische Kundschafter, der Stalin vergeblich aus Tokio vor dem Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion gewarnt hatte, am 7. November 1944 hingerichtet worden ist. Sie war zeitweilig seine Mitstreiterin. Dessen posthume Ehrung fern der ...

Seite 33
Hans-Dieter Schütt

Die Fragen offen und ungelöst

Kommunismus. Traumspiel ohne Grenzen. Geistiger Wärmestrom gegen die praktische Raserei der konkurrierenden Zwecke. Es ist in diesem Buch obsessive Fantasie, nahezu erotische Zukunftsumarmung, kämpferische Emphase. Und Vergewaltigung. Gerd Koenen beschreibt Werden, Wirken, Wüten, Wanken und letztliches Weichen einer Idee, einer Macht: »Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus«. ...

Seite 34
ndPlusDario Dalmatio

Die Weltzerstörer

Wer kennt Sun Tzu? Gelegentlich auch Sūnzi geschrieben. Laotse und Konfuzius - ja, die sind vielen nicht nur namentlich bekannt. Dabei hat auch der um 544 v. u. Z. geborene und um 496 v. u. Z. gestorbene chinesische General, Militärstratege und Philosoph seine Spuren in der Menschheitsgeschichte hinterlassen und wirkt bis in unsere Gegenwart hinein. Sein Buch »Die Kunst des Krieges« gilt als ältes...

ndPlusKarlen Vesper

Keine harmlosen Spinner und Querulanten

Es ist überhaupt nicht lustig, was sich in Deutschland abspielt. Und wozu der Staat bislang schwieg, was er sehenden Auges tolerierte. Wo bleibt die wehrhafte Demokratie, die immer wieder in Sonntagsreden der Politiker beschworen wird? Jan Rathje: Reichsbürger, Selbstverwalter und Souveränisten. Vom Wahn des bedrohten Deutschen. Unrast Verlag, 80 S., br., 7,80 € Neben AfD, Pegida un...

Ines Wallrodt

Die Demokratie erstickt

Mit dem Terror wuchs die Macht von Polizei, Geheimdiensten und staatlichen Behörden in nie dagewesener Weise. Kaum ein Jahr seit den Anschlägen am 11. September 2001 in New York, ohne dass auch in Deutschland mindestens ein Gesetz verschärft wurde - ohne größeren Aufschrei, durchsetzbar allein durch das Versprechen von mehr Sicherheit. Doch es ist eine »Trügerische Sicherheit«, wie der frühere Bun...

Seite 35
Birgit Gärtner

»Nichts davon war mein freier Wille«

In der aktuell hitzigen Debatte um Prostitution ist viel von einem »ganz normalen Job«, von »freiwillig« oder gar von »sexueller Selbstbestimmung« die Rede. Mit dieser Sichtweise setzen sich die Autorinnen des hier angezeigten Buches kritisch auseinander. Herausgeberin ist Katharina Sass, Initiatorin des Aufrufs »LINKE für eine Welt ohne Prostitution«. Katharina Sass ...

Wladislaw Hedeler

Anna, Maria, Jelisaweta, Nadeschda, Inessa und Alexandra

Das englische Original erschien Anfang des Jahres in London unter dem Titel »Lenin, der Diktator. Ein intimes Porträt«. Tatsächlich nähert sich Victor Sebestyen Wladimir I. Uljanow und dessen Ehefrau Nadeschda Krupskaja in fast vertraut erscheinender Atmosphäre. Dem deutschen Verlag sei gedankt, auf das Etikett »Diktator« verzichtet zu haben; hierzulande ist dieses Wort durch einen sich vom Gefrei...

Seite 36
ndPlusJutta Grieser

Kein Betriebsunfall

Unlängst lud mich jemand zum Essen, und ehe ich die Gabel zum Munde führen konnte, kam es über den Tisch: »Und, was meinen Sie, wann wirft der verrückte Nordkoreaner die Bombe?« Die Frage war so absurd wie verständlich, denn in den hiesigen Medien herrschte Hysterie, von der sich mein Gegenüber offenkundig hatte anstecken lassen. »Nie«, sagte ich und nahm den ersten Bissen. Eine Drohung wirke imme...

Siegfried Schmidtke

Wenn spekuliert, statt produziert wird

Vom Tellerwäscher zum Millionär. Das war jahrzehntelang die märchen- und bildhafte Beschreibung des amerikanischen Traums. Etwas nüchterner ausgedrückt: Jeder kann es mit harter Arbeit zu etwas bringen. Wobei das »etwas« nicht unbedingt Millionen Dollar bedeuten musste, aber wohl einen gewissen materiellen Wohlstand immer meinte. Noam Chomsky: Requiem für den amerikanischen Traum. Die 10 Pr...

Seite 37
ndPlusHelge Meves

Götzen des Geldes

Über Religion wird wieder diskutiert. Bemerkenswert ist allerdings, dass sie nicht mit Fragen nach der Moderne, der Demokratie oder dem Kapitalismus verbunden wird. Umso verdienstvoller, dass dies nun Ulrich Duchrow tut. Er spannt einen Bogen von Luther über Marx bis zum Papst. Für Marx war bekanntlich Luther »der erste deutsche Nationalökonom«. Ulrich Duchrow: Mit Luther, Marx & Papst ...

ndPlusJörg Roesler

»Marx hatte verdammt recht!«

Der Titel lässt aufhorchen. Er könnte von Karl Marx sein. Aber so scharf hätte dieser wahrscheinlich nicht formuliert. Ist Andrew Sayer, Professor für Sozialwissenschaften und Politische Ökonomie an der britischen Lancester University, Marxist? Andrew Sayer: Warum wir uns die Reichen nicht leisten können. Aus dem Englischen von Stefan Lorenzer. Verlag C. H. Beck, 477 S., geb., 27,95 € ...

Seite 38
Jirka Grahl

»Die Stimme des Erfolgs ist rau«

Dieser Mann ist autoritär, altmodisch und unbelehrbar. Dennoch zählt Fußballtrainer Bernd Schröder im Osten dieses Landes zu den beliebtesten Sportpersönlichkeiten - weil er stets aus ganzem Herzen für seinen Verein und seine Spielerinnen lebte: Diplomatischsein ist nicht seine Stärke, dafür aber Ehrlichkeit: »Die Stimme des Erfolgs ist zuweilen rau«, lautet eines seiner Lieblingsmottos. Be...

Karl-Heinz Gräfe

Warum die Bolschewiki die Macht ergriffen

Das Buch des Berliner Historikers und Politologen Stefan Bollinger ist nicht das erste und wird wohl auch nicht das letzte in diesem Jahr über ein Jahrhundertereignis sein, welches im wahrsten Sinne des Wortes einst die Welt erschütterte und kardinal veränderte. Es zählt allerdings zu den heute selten gewordenen Streitschriften, die die gewaltigste Revolutionsbewegung der Menschheitsgeschichte umf...

Seite 39
ndPlusKarlen Vesper

Keine Herrschaftszeiten

Eigentlich ist es eine Zumutung. Für eine Berlinerin, zumal eine mit dem Rätekommunismus sympathisierende und den FC Bayern blöd findende, ein Buch über Bayern, exakter: über dessen Landeshauptstadt, zu lesen. Und gar noch zu rezensieren. In diesem Fall habe ich es gern getan. Prall gefüllt mit sachkundigen Informationen, kritischen Zeitkommentaren und selten gewordenen Überzeugungen ist dieser al...

Christian Baron

Wann ist die Grenze überschritten?

Der Mensch mag von Natur aus weder gut sein noch böse. Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft aber ist nicht nur die Geschichte von Klassenkämpfen, sondern auch die sozialer Ungleichheiten. Bei allen Erfolgen der Arbeiterbewegung seit dem 19. Jahrhundert hat sich bis heute nichts wesentlich verändert am obszönen Reichtum, dem eine überwältigende globale Massenarmut entgegensteht. Die britisc...

Seite 40
Harald Loch

Alter Ungeist

Als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schirmherrschaft für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche übernahm, drückte er die Hoffnung aus, dass mit dem Bauwerk ein »Lernort deutscher Geschichte entstehe, an dem Besucher Lehren aus einer wechselvollen Geschichte ziehen können, um für die Zukunft eines friedlichen und gerechten Europas einzutreten«. Um was für einen »Lernort« es sich ...

Reiner Oschmann

Die Frustration der Rechten

Zu berichten ist von Feldstudien, betrieben von einer der bedeutendsten Soziologinnen unserer Zeit: Arlie Russell Hochschild, emeritierte Professorin der University of California, Berkeley. Sie habe den größten Teil ihres Lebens, so stellt sie sich vor, »zum progressiven Lager gehört, doch in den letzten Jahren ist in mir der Wunsch aufgekeimt, die Menschen des rechten Lagers besser verstehen zu w...

ndPlusVolkmar Schöneburg

Plädoyer gegen die Barbarei

April 2017. Amnesty International legt seinen jährlichen Bericht über Todesurteile und Hinrichtungen vor. Die Zahlen, allenfalls Mindestwerte, rütteln auf: 18 848 Menschen befanden sich Ende 2016 weltweit in Todeszellen. Die Zahl der Todesurteile betrug im gleichen Jahr 3117. Allein in den USA warteten im Juli des vergangenen Jahres 2985 Todeskandidaten auf ihre Exekution. Hinrichtungen fanden in ...

Seite 41
ndPlusWerner Abel

Hypnotischer Schlaf

Als Pjotr A. Kropotkin, der große alte Mann des russischen und internationalen Anarchismus, gestorben war, durfte an seiner Beerdigung am 13. Februar 1921 auch eine von den Bolschewiki inhaftierte Gruppe von Anarchisten teilnehmen. Sie war auf Ehrenwort für diesen Tag freigelassen worden. Dieser Anflug von Toleranz sollte nicht von Dauer sein. Die von einer machtvollen Demonstration begleitete Bee...

ndPlusHeinz Niemann

Es geht nicht nur um Charisma und Sendungsbewusstsein

Bedenkt man, dass in einem Zeitraum von nicht einmal 65 Jahren - abzüglich der zwölf Jahre Nazidiktatur sogar nur 53 - die deutsche Sozialdemokratie fünf Regierungschefs (von insgesamt 14) stellte, könnte man von einer imponierenden Erfolgsgeschichte sprechen. Nimmt man dann aber die Namen der in den zwölf Jahren der Weimarer Republik als Reichskanzler aktiven Männer und die Dauer ihrer Regierungs...

Seite 42
ndPlusKatja Herzberg

Wie Europa Märkte über Menschen stellt

Offene Grenzen zwischen Ländern und Kontinenten, Bewegungsfreiheit als Grundrecht für alle Menschen - eine solche Idee scheint angesichts aktueller politischer Debatten absurd. Um diesen Eindruck zu bekommen, muss der Blick gar nicht in Richtung eines Donald Trump schweifen, der auch mit der Ankündigung eines Mauerbaus die Präsidentschaftswahl in den USA gewann und doch noch immer nicht ansatzweis...

Peter Nowak

Von Provos und Spontis

»Je mehr Gewalt, desto weniger Revolution« lautete das Credo des holländischen Anarchisten Bart de Ligt. Das mag alle überraschen, die Anarchismus noch immer mit Chaos und Gewalt in Verbindung bringen. Doch damit wird schlichtweg die lange Tradition eines gewaltfreien Anarchismus und Syndikalismus ignoriert, die Einfluss in vielen linken Bewegungen in aller Welt hatte und hat. Sebastian Kal...

Seite 43
Eva Peter

Der stille Junge

Warum er die ganze Zeit unbeweglich am Fenster steht und nie herauskommt, um mit ihnen zu spielen, wundern sich die Kinder. Wenn man ihn grüßt, reagiert er nicht, schaut nur weiter geradeaus, »als ob er etwas suchen würde, das er sehr weit entfernt verloren hat«. Ist der Junge womöglich blind? Aber warum schließt er dann schnell die Gardinen, wenn die Sonne zu ihm ins Zimmer scheint? Und wenn er g...

Irmtraud Gutschke

Das verlorene Weiß

Elstern auf Zweigen - und dazwischen farbige Sonnenflecken: Zart wie Aquarelle sind die Illustrationen von Linda Wolfsgruber. Über viele Seiten sind wir in einem Vogelreich, in dem alle glücklich sind. Natürlich haben Elstern keinen König, wie ihn Michael Stavarič für uns erfunden hat. Aber sie mögen durchaus alles, was glänzt. «Alufolien, Weihnachtskugeln und sogar ein paar Fieberthermometer gibt...

Maria Jordan

Gestohlene Träume

Sophie hat erst ein einziges Mal in ihrem Leben einen Traum gehabt. Und das war nicht einmal ihr eigener, denn Sophie kann nicht träumen. Sie hat das Traumfläschchen aus dem geheimen Laden ihrer Eltern geklaut und heimlich getrunken. Damals war sie sechs. Sarah Beth Durst: Die Macht der verlorenen Träume. A. d. Am. v. Nadine Mannchen. Loewe, 320 S., geb., 14,95 € Inzwischen ist Soph...

Silvia Ottow

Klassenkasper mit Ästen und Blättern

Der Baum als Mensch - er wächst und atmet, spricht mit den Seinen, schützt seine Kinder vor dem Verdursten, kann Pickel bekommen, arbeitet mit dem Internet und setzt sogar Babys in die Welt. Peter Wohlleben: Hörst du, wie die Bäume sprechen? Eine kleine Entdeckungsreise durch den Wald. Oetinger, 128 S., geb., 16,99 € Nein, hinter diese Aufzählung kommt kein Fragezeichen. Was der berühmt...

Seite 44
Mona Grosche

Himmlischer Spaß

Ein Bilderbuch über das All und die Planeten: Das kann, ehrlich gesagt, schon etwas trocken daherkommen. Doch mit »Malen im All« beweist die britische Kinderbuchautorin Harriett Russell genau das richtige Gespür dafür, wie man auf höchst unterhaltsame Weise Wissen vermittelt - und das auch für Erwachsene. Denn Hand aufs Herz, wer kennt schon die Namen der Zwergplaneten, kann die fünf Schichten der...

Silvia Ottow

Mystischer Schwarm

Als der Großvater stirbt, ist Josy zwölf Jahre alt und geht in die sechste Klasse. Opa Ottmar war Imker und hat seiner Enkelin Bienen vermacht. Ein Kind und 7000 stechlustige Insekten - wie soll das gehen? Was hat er sich nur dabei gedacht? Petra Postert: Das Jahr, als die Bienen kamen. Tulipan Verlag, 191 S., geb., 13 € Bienen gehören nicht zu uns, findet die ängstliche Mutter. Jos...