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Erste Jungen aus der Höhle gerettet

Mae Sai. Nach der Bergung der ersten sechs Jungen aus der thailändischen Tham-Luang-Höhle wurden die Rettungsarbeiten vorerst unterbrochen. Die Rettung der übrigen sechs noch in der Höhle festsitzenden Jungen und ihres Trainers sollte frühestens in zehn Stunden beginnen, sagte Einsatzleiter Narongsak Osottanakorn am Sonntagabend (Ortszeit).Die ersten der geretteten Jungen wurden am Sonntag bereits...

Mays Brexit-Plan stößt auf Skepsis

London. Nach der Einigung im britischen Kabinett wächst die Kritik an dem Brexit-Kompromiss von Premierministerin Theresa May. Vertretern der Wirtschaft im In- und Ausland und der Opposition gehen die Vorschläge nicht weit genug. Die Brexit-Hardliner in Mays Partei fürchten, sie könnten um den EU-Austritt gebracht werden. Auch in Deutschland ist die Haltung zu den neuen Plänen eher skeptisch. Viel...

Merkel: Ausrüstung, nicht Aufrüstung

Berlin. Kurz vor dem NATO-Gipfel Mitte der Woche in Brüssel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Anstieg der deutschen Verteidigungsausgaben verteidigt. Es gehe um »Ausrüstung und nicht etwa um Aufrüstung«, sagte Merkel am Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Es sei nötig, sich auf »neue Herausforderungen« vorzubereiten. »Und wie überall gibt es natürlich einen sehr starken technologisc...

Robert D. Meyer

Anstand von unten

Was unter dem Stichwort Seebrücke passiert, erinnert an den kurzen Spätsommer der Willkommenskultur 2015. Ein Wiederentdecken der Solidarität, die für viele kaum noch sichtbar war. Nun gilt es, Beharrlichkeit zu zeigen.

Rückenwind für Seenotretter

Berlin. Seit Monaten erwecken Regierungspolitik und öffentliche Meinung den Eindruck eines Landes, das sich gegen Flüchtlinge, Schlepper und Schleuser wehren müsse. Und gegen zivile Seenotretter, die ihnen in die Hände arbeiteten. Die Behauptungen stützen sich auf einen angeblichen Konsens mit der Gesellschaft. Dass dies nicht den Realitäten, sondern einer politischen Absicht folgt, zeigte die Mei...

Erdogan entlässt 18 000 Staatsdiener

Erneut werden Tausende türkische Staatsbedienstete per Dekret entlassen. Darunter sind vor allem Polizisten, Soldaten, Lehrer. Weitere Medien und Vereine wurden verboten.

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ndPlusHeiko Kauffmann

Wiederkehr der Schande

Im Juli 1838 suchten 32 Staaten in Évian nach einer »Lösung« für die jüdischen Flüchtlinge, die vor dem Naziterror flohen. Heute sucht die EU nach einer »Lösung der Flüchtlingskrise«. Wie vor 80 Jahren stehen die Zeichen auf Egoismus und Scheitern.

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Millionen für Alltagswaren

Aufschub trotz Dringlichkeit: Venezuelas Regierung hat die eigentlich für den 4. Juni geplante Währungsunion auf unbestimmte Zeit verschoben. Der derzeit zirkulierende Bolívar Fuerte (Starke Bolívar) sollte durch den Bolívar Soberano (Souveränen Bolívar) ersetzt werden. Ganz konkret sollten drei Nullen gestrichen werden. Als ließe sich das Inflationsproblem so einfach lösen.Nach einem Treffen mit ...

ndPlusAndreas Knobloch, Caracas

Trinkgeld per Überweisung

Ein Ende der wirtschaftlichen und sozialen Krise in Venezuela ist nicht absehbar. Geschätzt drei Viertel der venezolanischen Bevölkerung leben vom Mindestlohn, der durch die Hyperinflation entwertet wird.

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Roland Etzel

Daraa darf nicht Mossul sein

Zehntausende syrische Flüchtlinge kehren in ihre Heimatorte im Südwesten zurück - dank einer Vereinbarung zwischen Rebellen und Regierung. Dieses Abkommen hätte es freilich schon eher geben können.

René Heilig

Einzige Rettung: Vernunftsoffensive

Der Kanzlerin steht Übles bevor. Sie muss sich beim NATO-Gipfel abermals von Trump & Co. aufs Butterbrot schmieren lassen, dass Deutschland zu wenig fürs Militär ausgibt. Dahinter steht zunächst einmal eine simple Rechenaufgabe. Im NATO-Beschluss von Wales steht - Merkel hat das in ihrer wöchentlichen Videobotschaft gerade noch einmal bestätigt -, dass jedes Allianzmitglied bis 2024 zwei Proze...

Haidy Damm

Einseitige Kritik

Deutschland sei doch keine »Bananenrepublik«, schimpfte Andrea Nahles nach dem Treffen des US-Botschafters Richard Grenell mit den Vertretern der führenden deutschen Autokonzerne. Grenell solle lernen, was seine Rolle ist und sich bitte die richtigen Gesprächspartner suchen, wenn er über Zölle reden will. Die Sozialdemokratin schlägt Wirtschaftsminister Peter Altmaier vor, vergisst dabei aber, das...

ndPlusHagen Jung

Ziel Chefsessel

Fünf deutsche Städte, sie alle liegen östlich der Elbe, haben laut einschlägiger Internetlisten einen Oberbürgermeister oder eine Oberbürgermeisterin aus den Reihen der LINKEN. Eine Großstadt, diesen Titel gibt es ab 100 000 Einwohnern, ist nicht dabei. Das könnte sich im nächsten Jahr ändern, strebt doch in Rostock, wo rund 208 000 Menschen leben, ein Mitglied der Linkspartei den Spitzenplatz im ...

Christoph Ruf

Keine kollektive Massenhysterie

Vergangene Woche bin ich nach Strasbourg gefahren. Ich habe mich dort umgeschaut und für ein Online-Portal einen Text geschrieben. Es ging um die WM-Stimmung in Frankreich. Die Leute freuen sich, wenn Frankreich gewinnt, sie treffen sich in Bars und Cafés oder laden sich zum Essen ein - und gucken dabei Fußball. Sie unterlassen es aber, die Rituale nachzuexerzieren, die Ballermänner und Ballerfrau...

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Aert van Riel

Rebecca Harms gibt auf

In ihrer Grünen-Fraktion hat sich die frühere Vorsitzende Rebecca Harms offenbar nicht viele Freunde gemacht. Den Kurs in der Handels-, Militär- und Flüchtlingspolitik will sie nicht mehr mittragen.

Christopher Wimmer, Hamburg

Unter der Oberfläche

Ein Jahr nach den Protesten gegen G20 ist in Hamburg wieder Ruhe eingekehrt. Doch was bleibt vom Gipfel? Eine Spurensuche zum Jahrestag.

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Weniger Mitgefühl bei Ausländern

Hannover. Eine Bewertung von Straftaten mit zweierlei Maß beklagt der ehemalige Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Chistian Pfeiffer. Opfer mit Migrationshintergrund erführen weniger Empathie und Interesse als Deutsche. So sei über die Morde der Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) lange Zeit nur unter »Vermischtes« berichtet worden, sagte Pfeiffer de...

Sebastian Weiermann

»Weg in einen Obrigkeitsstaat!«

In Düsseldorf haben am Samstag 20.000 Menschen gegen das geplante nordrhein-westfälische Polizeigesetz protestiert. »nd« hat Mitorganisatorin Sabine Lassauer begleitet - sie war bereits persönlich von Polizeigewalt betroffen.

Josephine Schulz

Damit der Wind dreht

Sein Schiff auf Malta festgesetzt, private Seenotretter wie er als Kriminelle verfolgt: Philipp Hahn glaubt dennoch fest an seine Mission und die menschliche Seite der Zivilgesellschaft.

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Netanjahu und Putin beraten über Syrien

Jerusalem. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu will mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin über die Lage in Syrien sprechen. Das Gespräch sei am Mittwoch in Moskau geplant, wie Netanjahus Büro erklärte. Netanjahu sprach am Sonntag von einem »wichtigen Treffen« mit Putin. Die letzte Zusammenkunft liegt zwei Monate zurück.»Wir treffen uns von Zeit zu Zeit, um die Sicherheitskoordinierung...

Roland Etzel

Daraa - ein Erfolg Assads mit Symbolkraft

Tausende geflüchtete Syrer kehren nach einer Waffenruhe für den Landessüden in ihre Orte zurück. Den regierungsfeindlichen Milizen wurde von Damaskus erneut ein Abzugsangebot unterbreitet.

Werner Birnstiel

Schulterschluss gegen Donald Trump?

Am Montag trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Chinas Ministerpräsidenten Li Keqiang. Die Vereinbarung zum Bau einer chinesischen Autobatteriezellenfabrik in Erfurt verweist auf die Zukunft.

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Ian King

May erzielt Fortschritt bei Brexit

»Glücklich und glänzend«, »Halbgötter« lauteten die Schlagzeilen der britischen Sonntagszeitungen. Endlich Lorbeeren für Theresa Mays Brexit-Verhandlungsgeschick? Pustekuchen, es ging der linken Boulevardzeitung »Daily Mirror« um einen Freudenschrei über den Sieg der englischen Nationalelf gegen Schweden, »Halbfinalegötter« wäre die passendere Ubersetzung für »Semigods«, im Innenteil bleibt der »M...

Wolf H. Wagner, Florenz

Salvini und die Korruption

Rom ordnete die Beschlagnahme von Parteieigentum an. Lega-Chef Matteo Salvini will mit Hilfe des Präsidenten die Vollstreckung abwenden. Vom Quirinalspalast kommt jedoch nur Ablehnung.

Ralf Streck, San Sebastián

Entspannungsgesten aus Madrid

Im Katalonien-Konflikt wird nach Jahren der Funkstille miteinander geredet: Spaniens neuer Regierungschef Pedro Sánchez trifft am Montag erstmals Kataloniens neuen Regierungschef Quim Torra.

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VW hat Probleme mit Abgastests

Wolfsburg. Der Autobauer Volkswagen rechnet wegen der neuen Abgastests mit einer langen Umstellungsphase. »Dieses Thema wird uns einige Monate beschäftigen, bis wir in den Werken wieder zu einer normalen Fahrweise kommen«, schrieb Vorstandschef Herbert Diess an die Beschäftigten. Wegen des ab 1. September für Neufahrzeuge verbindlichen Abgastest-Standards WLTP hält VW im Stammwerk Wolfsburg nach d...

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Meiler mit gravierenden Mängeln

Sie sollten untersuchen, wie es um die Sicherheit der Atomkraftwerke steht. Neben massiven technischen Mängeln kritisieren Abgeordnete vor allem die fehlende Bereitschaft der EDF zur Zusammenarbeit.

Hermannus Pfeiffer

»Kaufstadt« liegt im Trend

Internetanbieter und Billigkonkurrenz machen dem stationären Einzelhandel derzeit schwer zu schaffen. Der will nun durch schiere Größe punkten. So planen Kaufhof und Karstadt eine Zusammenarbeit.

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Otto König und Richard Detje

Mindestlohn im Schneckentempo

Der relativ langsam steigende Mindestlohn in Deutschland ist im westeuropäischen Vergleich allenfalls Mittelmaß - und schützt vor allem nicht vor Altersarmut.

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Nicolas Šustr

Progressiv zusammenhalten

Nur wenn LINKE und Grüne in Berlin zusammenhalten, haben deren beide Vorzeigeprojekte, ökologische Verkehrswende und soziale Wohnungswende, die Chance, bestmöglich realisiert zu werden.

Nicolas Šustr

Grüne über Lompscher verärgert

SPD und Opposition streiten seit jeher mit der Stadtentwicklungssenatorin um die Ausrichtung der Wohnungspolitik. Doch nun grummeln auch die Grünen vernehmlich.

Nicolas Šustr

Verkehrsplanung von unten

Mit dem Mobilitätsgesetz haben die Aktivisten des Radentscheids nur ein Etappenziel erreicht. Nun sorgen sie in den Bezirken mit konstruktiven Vorschlägen für eine möglichst schnelle Umsetzung.

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Wegen Davidsternkette: Mann verprügelt

Nach einem mutmaßlich antisemitisch motivierten Angriff in Berlin hat die Polizei zehn Verdächtige vorübergehend festgenommen. Wie ein Sprecher am Sonntag mitteilte, wurde ein 25-Jähriger erst antisemitisch beleidigt und dann geschlagen. Zuvor hatte die »Welt« berichtet, ein Syrer sei von einer Gruppe von Landsleuten angegriffen worden.Nach Angaben der Polizei hatte der Mann am frühen Samstagmorge...

Berlins Straßenbäume brauchen Wasser

Viel Sonne, kein Regen - in Berlin war es in den vergangenen Monaten besonders trocken. »Der Boden in der Stadt ist nach den letzten Wochen total ausgetrocknet«, warnt BUND-Sprecherin Carmen Schultze. Deshalb bitte sie die Einwohner Berlins, alle Straßenbäume einmal pro Woche mit acht bis zehn Eimern Wasser zu gießen. »Falsch machen kann man dabei eigentlich nichts. So einen Baum kann man nicht üb...

Christian Bark

Über 200 Unfallkreuze an den Straßen

Brandenburgs Behörden dulden das Aufstellen von Straßenkreuzen nach Verkehrsunfällen. Nicht nur aus Respekt vor den Opfern. Die Kreuze sollen auch präventiv wirken.

Janne Kieselbach

Vorreiter für Cottbus’ Sicherheitszentrum

Polizei und Ordnungsdienst unter einem Dach: Was in Cottbus bald Realität werden soll, praktiziert die Stadt Brandenburg schon seit Jahren. Doch vor Ort wird klar: Die Erfahrungen sind durchwachsen.

Maria Jordan

LINKE diskutiert Gretchenfrage

In Berlin dürfen Polizist*innen, Beamte und Lehrer*innen im Öffentlichen Dienst keine sichtbaren religiösen oder weltanschaulichen Symbole tragen. Auch die Linke hat dazu keine einheitliche Position.

ndPlusMarina Mai

Bänke der Begegnung

In anderen Städten sei die soziale Arbeit mit Flüchtlingen Chefsache, sagt Pfarrerin Mechthild Falk. Bei Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) könne man darauf nicht hoffen.

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In den Wäldern drehen sich nur wenige Räder

Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen steht nur eine relativ geringe Zahl von Windrädern in Wäldern. Ende 2017 seien 67 Windenergieanlagen in Waldgebieten in Betrieb gewesen, hat das Wirtschaftsministerium auf eine Kleine Anfrage der Grünen geantwortet. Zwölf Anlagen hätten sich Ende März im Bau befunden, für 79 seien zu dem Zeitpunkt Genehmigungen erteilt oder beantragt gewesen, heißt es. (Foto: Win...

THW flutet Gebiet bei Groß Laasch

Groß Laasch. Beim Bekämpfen eines Waldbrandes Mecklenburg-Vorpommern rund 40 Kilometer von Schwerin entfernt haben Einsatzkräfte schweres Geschütz aufgefahren: Seit Sonnabend flutet das Technische Hilfswerk (THW) das betroffene Waldgebiet mit Wasser aus einem nahe gelegenen Kanal. Sechs Wasserwerfer sollen darüber hinaus ein Ausbreiten des Brandes bei Groß Laasch verhindern, so das THW am Sonntag....

Ferienzeit hilft beim Wassersparen

Halle. Trotz der langanhaltenden Trockenheit gibt es derzeit in den meisten Regionen Sachsen-Anhalts keine Probleme mit der Trinkwasserbereitstellung, gaben mehrere Wasserverbände im Land bekannt. In Sachsen-Anhalt liegt die Versorgung mit Trinkwasser in kommunaler Hand. Der Bedarf deckt sich nach Angaben des Umweltministeriums zu zwei Dritteln aus Grund- und zu einem Drittel aus Oberflächenwasser...

Hans-Gerd Öfinger

Rote Fahnen über Kiel

Bald jährt sich die Novemberrevolution zum 100. Mal. In Schleswig-Holstein erinnert eine Wanderausstellung daran, dass der Funke der Revolution vom Matrosenaufstand in Kiel und Wilhemshaven ausging.

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Zoom auf Osteuropa

Seit Ende April widmet sich der Kunstverein Ost (KVOST) in Mite in der Gruppenausstellung »Baywatch« Künstlerinnen und Künstlern, deren Herkunft, kulturellen und sprachlichen Prägungen in Osteuropa liegen. Die ausgestellten Werke sind das Ergebnis von kritischen Beobachtungen, Analysen und Einschätzungen des östlichen Europas; sie erfassen, so die Ausstellungsmacher, aktuelle Strömungen, Notlagen ...

Authentische Aura

Das geplante Exilmuseum Berlin soll nach Wunsch der Initiatoren am Anhalter Bahnhof gebaut werden. Ursprünglich sollte das Museum in eine Stadtvilla in der Fasanenstraße in Charlottenburg einziehen, dem heutigen Sitz des Käthe-Kollwitz-Museums. Inzwischen präferiere die in Gründung befindliche Stiftung Exilmuseum Berlin einen Neubau auf einer Freifläche hinter der Portalruine des Anhalter Bahnhofs...

Robert Rescue

Feuerzeug gefällig?

Ich habe den Spätkauf gewechselt. Nicht aus Unzufriedenheit, sondern weil ich in dem anderen Kiez nicht mehr so oft unterwegs bin. Eine Weile bin ich noch hingegangen, aus Verbundenheit und Gewohnheit. Aber dann dachte ich mir, dass ich doch den im Haus nebenan nutzen sollte, um Weg und Zeit zu sparen. Der neue Spätkauf ist gewöhnungsbedürftig. Die jungen Türken oder Libanesen, die ihn betrei...

Betrüger schüren Angst am Hörer

Mainz. Auf dem Telefondisplay erscheint meist die Nummer 110. Aus Callcentern im Ausland rufen die Trickbetrüger an, geben sich als Polizisten aus - manchmal spätnachts. Sie erfinden Geschichten, um Geld und Wertsachen zu erbeuten, erzählen von kommenden Einbrüchen oder zwielichtigen Bankmitarbeitern, bei denen das Ersparte nicht sicher sei. Sie erzeugen bei ihrem Gegenüber Stress und Angst. Besse...

Hagen Jung

Bits statt dicker Akten

Ein umfangreicher Online-Service soll Bürgern in Niedersachsen künftig zeitraubende Behördengänge ersparen. Dies ist das Ziel eines vom Innenministerium entwickelten Gesetzes zur digitalen Verwaltung.

Antje Lauschner, Gotha

Kulissenschieber wie anno 1687

Gerade noch Felslandschaft, dann Park oder Kerker: In Sekundenschnelle wechseln die auf Leinwand gemalten Bühnenbilder. Eine eine über 300 Jahre alte Bühnenmechanik in Gotha macht das möglich.

Volkmar Draeger

Vom Sichfinden und Sichschützen

Zwei namhafte Künstler der Sinti und Roma werden dieser Tage 70. Kai Dikhas, Berlins einziger Galerie für Kunst dieser verfolgten Minderheit, ist das eine Doppelausstellung wert. »Arakhelpe« heißt sie, was auf Romanes Begegnung, aber auch Sichfinden und Sichschützen bedeutet. Schutzraum ist Kai Dikhas seit der Eröffnung 2011 für die oft beklemmenden Klagen, die aus den Exponaten ganz verschiedener...

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Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Herr Mosekund hatte ein elektrisches Lesezeichen gekauft, das aber schon nach wenigen Tagen seinen Geist aufgab. Er ging ins Kaufhaus, um es zu reklamieren. In der Fachabteilung für Lesezubehör erklärte man ihm, er müsse zum Kundendienst im Parterre. Dort verwies man ihn an die Sofortwerkstatt im vierten Stock, deren Fachmann allerdings nichts ausrichten konnte. Stattdessen schickte er Herrn Mosek...

Schockierte Gewinnerin

Die Schriftstellerin Tanja Maljartschuk ist mit dem 42. Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet worden. Die aus der Ukraine stammende und in Wien lebende Autorin erhielt die mit 25 000 Euro dotierte Ehrung am Sonntag in Klagenfurt für ihren Text »Frösche im Meer«. Darin thematisiert Maljartschuk (Jahrgang 1983) das fehlende Interesse der jüngeren Generation an ihren betagten Verwandten und die Probl...

Gunnar Decker

Glanz und Elend des Charismatikers

Er war der Kopf jenes Kreises, der selbstverständlich nach ihm benannt war: Stefan George. Nicht nur ein Dichter, für seine Gefolgsleute vor allem der »Meister«, ein Übervater und Ersatzgott, der ganz allein bestimmte: etwa darüber, wer aus seinem Kreis wen wann heiraten durfte und wer worüber schreiben sollte. Ein Sektenführertyp? Vielleicht, aber auch der Inspirator des »Geheimen Deutschland«, a...

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Irmtraud Gutschke

Purzelbäume der Fantasie

Literarischer Hintersinn, Ironie und Selbstironie, kunstvolle Purzelbäume der Fantasie - was für geistige Herausforderungen, was für ein Lesegenuss. Wie viele großartige Bücher wären von Oleg Jurjew noch zu erwarten gewesen. »Unbekannte Briefe« war nun sein letztes. Aus dem Verbrecher Verlag, wo es 2017 erschien, kam am Freitag die Nachricht, dass Oleg Jurjew am 4. Juli gestorben ist. So jung! Am ...

Christin Odoj

Vereint im Neid auf Kraken-Beate

Als Mensch, der von sich behauptet, ein bisschen Ahnung von Fußball zu haben, ist es eigentlich unter Strafe verboten, an Tippspielen teilzunehmen. Anders als bei Pferdewetten, bei denen es unbedingt nötig ist, Statistiken zu kennen, Pferde, ihre Jockeys und Ernährungsgewohnheiten studiert zu haben, ist es beim Fußball zwingend erforderlich, absolut überhaupt keine Ahnung zu haben, um auf einem de...

Stefan Amzoll

Klammer zwischen zwei Welten

Welten prallten an dem Abend in der Semperoper aufeinander, die eine aus uralten Mythen genährt, die andere den Gewaltverhältnissen der Jahrhunderte abgezwungen. Jenseitig erscheint die Tragödie des Sophokles mit Strawinskys Musik, diesseitig das Joch, das der Gefangene in Dallapiccolas Oper erfährt. Beide Gebilde stehen für sich. Verbindet sie etwas? Die Kombination von »Oedipus Rex« und »Il prig...

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Tropfen im Fass

Die französische Schauspielerin Emmanuelle Seigner will der amerikanischen Oscar-Akademie aus Protest gegen den Rauswurf ihres Ehemanns Roman Polanski nicht beitreten. Mit scharfen Worten lehnte die 52-Jährige die Einladung der Akademie in einem offenen Brief ab, der in der französischen Sonntagszeitung »Le Journal du Dimanche« veröffentlicht wurde. »Dieser beleidigende Vorschlag ist der Wassertro...

Jan Freitag

Kleinstadt Amerika

Wenn Eltern bei Kindern für Ordnung sorgen, sind die Rollen verteilt. Mutter meckert, Mädchen schweigt - so ist es auch bei Camille Preaker, als Mama Adora ihr für Frevel der vorigen Nacht die Leviten liest. »Blamier’ mich nicht noch mal!«, fordert sie von der Tochter und legt wütend »das fällt bloß auf mich zurück« nach. Was Erziehungsberechtigte halt so sagen, wenn sich Heranwachsende voll daneb...

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Sagan gewinnt unter Protest

Weltmeister Peter Sagan hat die zweite Etappe der Tour de France gewonnen. In La Roche-sur-Yon gewann der Slowake vom deutschen Bora-Team den Sprint und übernahm die Gesamtführung von Fernando Gaviria. Gegen Sagans Fahrweise legte der Geraer John Degenkolb bei der Jury noch Protest ein. Die Entscheidung darüber fiel nach Redaktionsschluss dieser Seite. Sylvain Chavanel ist derweil weiter auf Rekor...

ndPlusTom Mustroph

Jetzt auch mit Muskelpaketen

Die Männer aus den Anden bestimmen die Tour nun auch im kletterfreien Terrain. Fernando Gaviria holte sich Sprintsieg und gelbes Trikot - und überraschte damit offenbar auch die Fangemeinde. Denn als er gewann, waren die aus früheren Jahren bekannten Strohhut- und Trommelabteilungen nur sehr vereinzelt wahrzunehmen. Entweder waren Kolumbiens Fans noch damit beschäftigt, nach dem WM-Aus gegen ...

Jörg Soldwisch, Samara

Aus Apathie wird Euphorie

Jahrelang wurden Englands Fußballer verspottet, weil sie anders als ihre heimischen Vereine regelmäßig scheiterten. Spätestens nach dem Viertelfinalsieg weiß das Nationalteam das Land nun hinter sich.

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Jirka Grahl

Jubeltänze morgens um sechs

Es war eine Nacht, die sie nicht vergessen werden in Russland: 120 Minuten und etwas länger durften sie vom ganz großen Wurf ihrer Sbornaja träumen, weil Denis Tscheryschew und seine Kollegen nun auch noch die Kroaten so gut im Zaum zu halten wussten, dass es in Sotschi tatsächlich erneut zum Elfmeterschießen im abschließenden Viertelfinale Russland - Kroatien kam. Sollte Russland wirklich so sehr...

Jirka Grahl, Kasan

Die Stadt der verlorenen Träume

Die größten Fußballnationen werden nicht so gern in die Hauptstadt Tatarstans zurückkehren. Die sonst immer so erfolgreichen Favoriten Deutschland, Brasilien und Argentinien scheiterten alle hier.

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ndPlusVolker Stahl

Kein Spiel mit dem Rechtsaußen

Derzeit dreht sich beim CDU-Bundestagsabgeordneten Marcus Weinberg alles um Fußball. Als Kapitän des FC Bundestag ist er ein gefragter Mann, der es im Auswärtstrikot der deutschen Nationalelf sogar auf den Titel des ZEIT-Magazins geschafft hat. Beim Plausch in seinem Hamburger Büro zeigt er Fotos, auf denen er mit Trainergrößen wie Felix Magath oder Christoph Daum zu sehen ist. Marcus Weinber...

ndPlusRené Heilig

Mücken und Mamerki-Mythen

Die Masuren in Polen sind reich an Wundern der Natur, doch vergleichsweise arm an aufregenden Sehenswürdigkeiten. Es sei denn, man (be)sucht das legendäre Bernsteinzimmer.