Seite 1

Unten links

In Wilhelmshaven, beziehungsweise in jenem der Stadt vorgelagerten Gewässer, werden Seehunde mit Drohnen gefüttert. Also nicht mit, sondern per, so eine Drohne kostet ja und schmeckt erst wie Fisch von schätzungsweise 2020, wenn das mit dem Füttern des Meeres mit Plastik so weitergeht. Für die Tiere bedeute das Abwechslung und eine zusätzliche Sinnesreizung, so der Tierpfleger - und zeitige tolle ...

Bürger beschäftigen soziale Themen

Berlin. Die Verhinderung von Altersarmut und gleiche Bildungschancen für alle Kinder sind für die Deutschen laut einer Emnid-Umfrage derzeit die wichtigsten politischen Themen. Auch eine bessere Kranken- und Pflegeversicherung und bezahlbarer Wohnraum zählen für die Befragten zu den Topthemen. Das Meinungsforschungsinstitut Emnid befragte im Auftrag von »Bild am Sonntag« 1009 repräsentativ ausgewä...

Frankreich ist Fußballweltmeister

Moskau. Frankreichs Fußballer sind nach 1998 zum zweiten Mal Weltmeister. Zum Abschluss der WM in Russland bezwang die Mannschaft von Trainer Didier Deschamps Kroatien mit 4:2 (2:1). Es waren die torreichsten 90 Minuten in einem WM-Finale seit 60 Jahren. Der Titel machte Deschamps nach Mario Zagallo und Franz Beckenbauer zum dritten Fußballer der Geschichte, der sowohl als Spieler als auch als Tra...

US-Professor klagt über Polizeigewalt

Bonn. Der jüdische Professor, der nach einem antisemitischen Angriff in Bonn irrtümlich von der Polizei für den Täter gehalten wurde, wirft den Polizisten »brutale Polizeigewalt« und »Lügen« vor. Die Beamten hätten ihn zu Boden geworfen und ihm mehrmals ins Gesicht geschlagen, sagte der in den USA lebende Philosophieprofessor gegenüber Medien. »Ich war geschockt, und ich rief: Ich bin die falsche ...

Die Party ist vorbei

Moskau. Mehr als 700 000 Besucher hat die Fußball-WM zusätzlich nach Russland gelockt. »Wir hoffen, die Zahl ausländischer Touristen im kommenden Jahr um 15 Prozent zu steigern«, wünscht sich die stellvertretende Premierministerin Olga Golodez nun auch einen langfristigen Effekt. »Die Fans werden nach Hause fahren und verbreiten, was für eine großartige Zeit sie hier hatten.«In der Tat gilt das Tu...

Sebastian Bähr

Diesmal war es kein Underdog

Ein israelischer Hochschullehrer aus den USA erhebt schwere Vorwürfe gegen die Bonner Polizei. Zwei Missstände der deutschen Gesellschaft verdichten sich in dem Fall: Das Land hat ein Problem mit Antisemitismus - und eins mit Polizeigewalt.

Gipfel-Ansichten

Berlin. Donald Trump hat sich vor seinem ersten Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ungewöhnlich bescheiden geäußert: Er erwarte »nichts Schlechtes und vielleicht etwas Gutes«, sagte der US-Präsident vor seinem Gespräch mit Putin an diesem Montag in Helsinki. Belastet wurde das Treffen durch neue Vorwürfe aus den USA: Das dortige Justizministerium beschuldigte zwölf Mitarbe...

Sebastian Weiermann

Gericht rügt »rechtswidrige« Abschiebung

Am Freitag ist der »Gefährder« Sami A. abgeschoben worden. Das zuständige Gericht fühlt sich übergangen, ein SPD-Politiker stellt Strafanzeige gegen Horst Seehofer.

Seite 2
Bengt Arvidsson, Stockholm

Warum Helsinki?

Die Wahl Helsinkis als Ort für das Treffen Trumps mit Putin ist kein Zufall: Finnland gehörte im Kalten Krieg zur sowjetischen Einflusssphäre.

Klaus Joachim Herrmann

»Versprechen gebrochen«

In Helsinki wollen die nuklearen Supermächte den Dialog pflegen. Doch zuvor hat der US-Präsident noch kräftig Aufrüstung gegen Russland gefordert.

Seite 3
ndPlusMax Böhnel, New York

Theaterdonner und das Militär

In den Vereinigten Staaten setzen die Russlandermittlungen dem Präsidenten zu. Dessen Wirtschaftsimperium würde von einem Ende der Sanktionen profitieren. Doch das Militär hat andere Pläne als Trump.

Seite 4
Samuela Nickel

Hoher Einsatz

Der Einsatz: Ein Holzschiff in Seenot mit 450 Menschen darauf. Die Spieler: Italien und Malta. Sie streiten sich seit Freitag, wo das Boot mit den Geflüchteten anlegen soll. Letztendlich nehmen zwei Schiffe von Frontex die Gestrandeten am Samstag auf und müssen dann selbst wiederum im Mittelmeer ausharren, da kein Hafen sie will. Die italienische Regierung pokert um jeden einzelnen Geretteten: Ita...

Eva Roth

Wie es den Bürgern gefällt?

Politiker in Deutschland behaupten gern, die Menschen im Lande erwarteten von ihnen ein härteres Vorgehen gegen Flüchtlinge. Nun hat allerdings eine Umfrage einmal mehr ergeben, dass den meisten Befragten andere Themen viel wichtiger sind. Die Leute wurden gefragt: »Wie wichtig sind Ihnen für Ihre Stimmabgabe bei der Bundestagswahl die folgenden Aufgabenbereiche?« 79 Prozent antworteten, der Kampf...

Aert van Riel

Beitrag zur Geschichtsklitterung

Die von deutschen Politikern dominierte Jury, welche nun die drei baltischen Staaten mit dem Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet hat, blickt nicht über den Tellerrand der EU hinaus. Zwar leben Estland, Lettland und Litauen mit ihren EU-Nachbarn friedlich zusammen, aber anderswo schicken sie Soldaten an die Front. Das galt für den völkerrechtswidrigen Krieg in Irak und für Afghanistan. Zudem ...

Reiner Oschmann

Unfassbar

Schon Mitte März hat Cynthia Nixon ihre Kandidatur für das Gouverneursamt des Bundesstaats New York angekündigt. Nun hat sie sich zur Rolle erklärt, in der sie den Außenseiterkampf angeht - als »demokratische Sozialistin«.

Christoph Ruf

Die Fußballwelt tickt anders

Es wird nicht mehr lange dauern, bis auch in Deutschland die ersten Kids mit einem brandneuen Trikot herumlaufen - in ein paar Stunden sind die Pakete da. 520.000 Ronaldo-Trikots hat Juventus Turin am Wochenende in einer einzigen Nacht verkauft, an diesem Montag wird der real existierende Star bei seinem neuen Arbeitgeber vorgestellt. Dessen Marketingleute gehen davon aus, dass der Transfer des eh...

Seite 5
Aert van Riel

Freundliche Töne in der Asylpolitik

In der Union setzt sich der Streit um die Flüchtlingspolitik fort. Eine neue Mitgliederinitiative von CDU und CSU macht sich Sorgen, dass ihre Parteien künftig als Kopie der AfD wahrgenommen werden.

Rudolf Stumberger, München

In Bayern wächst der Widerstand

Die CSU treibt ihre Pläne zur Errichtung eines Polizeistaates voran und will Geflüchtete von der Bundesrepublik fernhalten. Dagegen wehren sich nun bürgerliche und radikale Linke.

Seite 6
Sebastian Weiermann

»Grob rechtswidrig«

Am Freitag wurde der Tunesier Sami A. abgeschoben. Sicherheitsbehörden klassifizieren den 42-Jährigen als islamistischen »Gefährder«. Er soll auch für den Terrorchef Bin Laden gearbeitet haben. Rund um den Fall ist eine Debatte entbrannt.

Seite 7

Flüchtlinge von Holzboot gerettet

Berlin. Deutschland hat Italien die Aufnahme von Dutzenden Bootsflüchtlingen zugesagt. Eine Regierungssprecherin teilte am Sonntag in Berlin mit, Deutschland werde 50 der 450 Migranten aufnehmen, die sich nach ihrer Rettung durch die EU-Grenzschutzbehörde Frontex in italienischen Gewässern befinden. Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hatte die EU-Staaten an die Vereinbarungen des EU-Gipfels er...

Ralf Streck, San Sebastián

»Wir wollen euch zu Hause«

Die Rechte in Spanien ist empört, dass Deutschland weder Rebellion noch Aufstand in Katalonien sieht. Sie fürchtet, dass auch die spanische Staatsanwaltschaft diese Vorwürfe nun fallen lässt.

ndPlusAndreas Knobloch, Havanna

Kuba stellt den Privatsektor neu auf

Beinahe ein Jahr nach Stopp der Lizenzvergabe für Kleinunternehmer teilte die Regierung in Havanna nun mit, dass Anfang Dezember die Vergabe von Geschäftslizenzen wieder aufgenommen werden soll.

Seite 8
Khurram Shahzad, Lahore

150 Tote bei bei Anschlägen in Pakistan

In Pakistan sorgen kurz vor den Parlamentswahlen Ende Juli die Festnahme von Ex-Premierminister Nawaz Sharif und Anschläge gegen Politiker für Unruhe.

ndPlusAlexander Gorski, Mexiko-Stadt

Kein Wort zur Mauer

Nach dem Wahlsieg von Andrés Manuel López Obrador ist die Beziehung zu Donald Trump bisher sonderbar harmonisch. Bisher blieben die kontroversen Themen jedoch noch ausgespart.

Oliver Eberhardt, Kairo

Feuerpause im Gazastreifen mit Israel vereinbart

Militante Palästinenser feuern 100 Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet, Israel bombardiert Dutzende Hamas-Ziele im Gazastreifen - das ist die Bilanz des Wochenendes im Nahostkonflikt. Hält eine danach verkündete Waffenruhe?

Seite 9

Wer darf früher in Rente?

Bonn. Bei der Deutschen Post gibt es Streit darüber, wer am Vorruhestandsprogramm für Beamte teilnehmen darf. Die Gewerkschaft DPVKOM kritisiert, dass Postboten nicht ab 55 Jahren in den Ruhestand gehen dürfen. »Den Zustellern soll kein solches Angebot gemacht werden«, sagte DPVKOM-Chefin Christina Dahlhaus der »Welt am Sonntag«. Dabei müssten sie »die schwerste körperliche Arbeit bei der Post mac...

Aus der Krise in die Krise

Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass große Aufregung um ThyssenKrupp herrschte. Im Spätsommer 2017 hatte der Konzern bekannt gegeben, dass er eine Fusion seiner Stahlsparte mit den europäischen Standorten des indischen Konkurrenten Tata anstrebt. Es folgten Proteste, politische Appelle und Verhandlungen. Im Winter erzielte der Vorstand eine Einigung mit den Mitarbeitervertretern. Beschäftigungsg...

Christopher Wimmer

Auf einmal ist Cambridge Analytica wieder da

Nach dem Facebook-Skandal und der Insolvenz von Cambridge Analytica hat sich eine neue Firma gegründet. Mit dem selben Konzept – und Mitarbeitern. Es soll jedoch alles ganz sauber und »ethisch basiert« sein.

Sebastian Weiermann

»Uns geht es um ein nachhaltiges Projekt«

Nach dem Rücktritt von Konzernchef Heinrich Hiesinger bei ThyssenKrupp wird um die Zukunft des Unternehmens gestritten. Zwei Finanzinvestoren setzen es zusätzlich unter Druck. Ein Interview mit IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler

Seite 10

Kein Erfolg für den Rechtsstaat

Am 11. Juli 2018 wurde nach fünf Jahren Verhandlung das Urteil im NSU-Verfahren vor dem Oberlandesgericht München gesprochen. Dazu gaben Anwälte der Nebenkläger folgende Erklärung ab.

Seite 11
Johanna Treblin

Rad-Rap und Ofo-Rückzug

Rap und Rad schreiben sich zwar sehr ähnlich, doch wer an das eine denkt, denkt selten auch an das andere. Rap, dazu gehören Goldkettchen und fette Schlitten (aka Autos). Zum Rad gehören lange Haare und Gitarrengeklimper. Doch so, wie die einst Jesuslatschen genannten und als Hippie-Schuhe verschmähten Birkenstock-Sandalen mittlerweile an jedem dritten Sommerfuß haften (wenn auch nicht an denen vo...

Ofo zieht sich aus Berlin zurück

Der chinesische Leihradanbieter Ofo will sich nach einer dreimonatigen Testphase in Berlin vom deutschen Markt vorerst zurückziehen. Ofo kündigte der Deutschen Presse-Agentur an, die Hauptstadt als bislang einzigen Standort in Deutschland »in den kommenden Wochen verantwortungsvoll verlassen« zu wollen. Die gelb-schwarzen Fahrräder würden von den Straßen entfernt und in andere europäische Märkte v...

550 »Reichsbürger« in Berlin

Nach einer Gewalttat im Jahr 2016 rückten die »Reichsbürger« in den Fokus der Öffentlichkeit. Seitdem werden sie von den Verfassungsschutzämtern genauer beobachtet und registriert.

ndPlusSamuela Nickel

Ran an den Inbus

Schon wieder einen Platten? Schaltung kaputt? Statt das Rad zum nächsten Fahrradladen zu schieben, nehmen viele es selbst in die Hand, das Rad, das einen jeden Tag von A nach B bringt, zu reparieren.

Seite 12
Tomas Morgenstern

Eine Perle der Seenkette für Fürstenberg

Brandenburg hat dem Bund 194 Seen, einst DDR-Volkseigentum, abgekauft. 143 gingen bisher in kommunales Eigentum über, Teile des Großen Kastavensees erhielt jetzt Fürstenberg/Havel.

Anna Ringle

Von Leinwandvillen und dem Dübener Ei

Zeltplatz, Faltboot, FKK - das Urlaubs- und Reiseland DDR hatte mehr zu bieten als FDGB-Heime und Pionierferienlager. Das belegt eine neue Ausstellung, die jetzt in Senftenberg eröffnet wurde.

Jérôme Lombard

Mit Thora und Bestnoten

Rabbiner Yehuda Teichtal will den Erfolg der privaten Jüdischen Traditionsschule noch weiter ausbauen. Auf dem »Pears Jüdischer Campus« sollen noch mehr Kinder unterkommen.

Sybille Gurack

Kinder, Kunst und Klamauk

Bei dem Galeristen Karl Witzleben in Petersdorf gibt es alle zwei Jahre ein Kinderfest. Doch im November reist Witzleben für unbestimmte Zeit nach Tansania, wo er eine Schule unterstützt.

Philip Blees

Kein Einkauf ohne Plastik

Mit einer sogenannten Plastic Attack haben Aktivisten der BUND Jugend in Neukölln ein Zeichen gegen Verschwendung gesetzt. Grundsätzlich müsse aber eine politische Lösung her.

Seite 13

Paddeln in Plau

Plau am See. Bei der 29. Badewannenrallye in Plau am See haben am Samstag 21 Teams mit ihren zum Teil tollkühnen Wasserfahrzeugen für viel Gaudi gesorgt. Rund 5000 Besucher feierten die mutigen Mannschaften mit ihren Eigenbau-Booten, wie Michael Wufka vom Plauer Badewannenverein sagte. Allerdings erreichten nicht alle das Ziel des 579 Meter langen Parcours auf der Elde von der Schleuse bis zur Hub...

Sebastian Haak

Dolmetscher für jede Sprache

Bei der Integration von Flüchtlingen sind Sprachprobleme oft das größte Hindernis. Thüringen kauft deshalb gerade Dolmetscherleistungen im ganz großen Stil ein.

Peter Zschunke, Mainz

Das Wesen der Stadt auf Papier

Jeder kann mitmachen - denn »Zeichnen ist Sehen«. Die Bilder, die beim Urban Sketching entstehen, werden im Netz gezeigt - und auch in einer Ausstellung des Landesmuseums Mainz.

Seite 14

Weiberräte und bürgerliche Schwänze

»Befreit die sozialistischen Eminenzen von ihren bürgerlichen Schwänzen!« Das war einer der Schlachtrufe der 68er-Studentenbewegung. Bis heute lauten die medial meist erwähnten Namen dieser Zeit Rudi Dutschke, Fritz Teufel und Rainer Langhans. Aber es gab auch die Weiberräte, und es flogen Tomaten gegen die Genossen, von denen viele ähnliche Patriarchen waren wie ihre Väter, die kaum Lust verspürt...

King of Easy Listening

Zwei Monate nach seinem 90. Geburtstag hat der Komponist Burt Bacharach am Samstag erstmals in Deutschland ein Konzert gegeben. Mit Anekdoten, in Sakko und Sneakers führte der sogenannte King of Easy Listening durch den Abend im Admiralspalast. Er sei erst ein einziges Mal in Berlin gewesen, sagte Bacharach zu Beginn des Konzerts - 1960 als Begleiter von Marlene Dietrich. Heute sehe nichts mehr so...

Lee Wiegand

Goodbye, Alkohol

In den Redaktionen der alten und neuen Bundesrepublik fehlen drei Dinge, die für den Zeitungsbetrieb elementar sind: Niemand raucht mehr, niemand trinkt mehr und niemand ist gut angezogen. Wo soll das alles hinführen? Vor meinem ersten Arbeitstag malte ich mir das Bild in den schönsten graublaudunstigen Farbtönen aus: Gerade am FMP1 angekommen, führt mich eine Sekretariatskraft in die Redaktionsrä...

Jana Klein, Salzwedel

Kein Anlass für Schockstarre

Nach dem Angriff auf das Autonome Zentrum »Kim Hubert« in Salzwedel ist die Solidarität groß. Anfang Juni hatten mutmaßlich Neonazis das linke Zentrum in der sachsen-anhaltischen Kleinstadt gestürmt. Dabei wurden schlafende Menschen mit Pfefferspray attackiert, Mobiliar und Fenster kaputt geschlagen. Doch wenn es den Tätern um Einschüchterung gegangen ist, ging die Attacke nach hinten los: Seit de...

Jana Klein, Salzwedel

Kein Anlass für Schockstarre

Nach einem Angriff auf das Autonome Zentrum »Kim Hubert« ist die Antifa-Szene in Salzwedel keineswegs geschwächt: Am Samstag demonstrierten mehr als 400 Aktivisten und Sympathisanten in der Kleinstadt gegen rechte Umtriebe.

Sabine Dobel, Jachenau

Funken statt bimmeln?

Auf oberbayerischen Almen zieht Weltraumtechnik ein. GPS-Sender anstatt Kuhglocken sollen Hirten zu ihren Rindviechern führen. Ausgebimmelt hat es aber noch lange nicht.

Seite 15

Sensationelle Ausgrabung

Forscher der Universität Tübingen haben bei Ausgrabungen in der ägyptischen Stadt Sakkara eine Mumienmaske entdeckt. Sie soll aus saitisch-persischer Zeit stammen, der Zeit 664 bis 404 vor Christus. Untersuchungen im Ägyptischen Museum in Kairo ergaben, dass die Maske vor allem aus Silber besteht, zum Teil aber vergoldet ist. Die Maske hatte auf dem Gesicht einer Mumie gelegen. Die Forscher hatten...

Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Mit einem Freund suchte Herr Mosekund eine Buchhandlung auf, um sich nach Neuerscheinungen umzusehen. »Dieser Roman hier«, sagte der Freund und nahm einen dickleibigen Band mit grellbuntem Titel zur Hand, »ist gerade der Renner in den Bestsellerlisten.« Herr Mosekund nahm das Buch misstrauisch zur Hand, blätterte kurz darin und legte es entschieden zurück. »Nicht Ihr Geschmack?«, fragte der Freund...

Erboste Intendantin

Die bisherige Intendantin des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch, Adolphe Binder, hat Kritik an ihrer Arbeit zurückgewiesen. Die Entscheidung des Beirats, sie mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben zu entbinden, »dient nicht der Zukunft des Tanztheaters«, schreibt Binder in einem am Samstag veröffentlichten Offenen Brief. Die von der Geschäftsführung gegen sie erhobenen Vorwürfe seien »unhaltba...

Karlen Vesper

Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit

Mit einer einzigartigen Lichtinstallation ehrt das Atelier des Lumières in Paris die Künstler Gustav Klimt und Friedensreich Hundertwasser. Die Ausstellung, in der man Gemälde betreten kann, ist bis November zu sehen.

Seite 16
Irmtraud Gutschke

Seufzende Ehrlichkeit

Christine Nöstlinger ist tot. Sie gehörte zu einer Literatengeneration, die Kindern die Welt zeigen wollte, wie sie ist. Nicht auf Anpassung kam es ihr an, sondern auf Ermutigung, sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren.

Hans-Dieter Schütt

So glücklich zotteln Ziegen

Frank Castorf inszenierte Molières »Don Juan« am Residenztheater München. Der hochhackige Abend rekelt sich auf dem Ziegenstalldach, steht rauchend herum, japst im Badezuber, erträgt Wasserschwall und Milchdusche.

Seite 17

Rollenverzicht

Hollywoodstar Scarlett Johansson ist nach anhaltender Kontroverse von dem Film »Rub & Tug« abgesprungen. In dem Biopic unter der Regie von Rupert Sanders sollte sie Dante Gill spielen, der in den 70er-Jahren in Pittsburghs Unterwelt agierte. Gill war ein Transmann, wurde also mit weiblichen Körpermerkmalen geboren, empfand sich aber als Mann. Dem Magazin »Out« teilte Johansson mit, dass sie die Tr...

Bettina Müller

Oma hätte beinahe Hitler geheiratet

Die britische Sitcom »Friday Night Dinner« glänzt durch politisch unkorrekten Humor. Dabei ist das Setting so unscheinbar: Mum und Dad laden jede Woche zum jüdischen Freitagabend ein, der den Sabbat einläuten soll.

Seite 18

Kerber siegt in Wimbledon

Wim Fissette hat sich in den Tagen von Wimbledon lange Zeit im Hintergrund gehalten. Interviews oder auch nur Statements zu den Leistungen von Angelique Kerber lehnte ihr Trainer fast ausnahmslos freundlich aber bestimmt ab. Nichts sollte Kerbers Fokus stören beim Angriff auf den prestigeträchtigsten der vier Grand-Slam-Titel. Der Plan ging auf. Nachdem Kerber sich ihren Kindheitstraum erfüllt hat...

Tom Mustroph, Roubaix

John Degenkolb gewinnt Etappe in Roubaix

2015 hatte John Degenkolb schon mal den härtesten Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix gewonnen. Und hoch im Norden holte er sich nun endlich auch den ersten Touretappensieg seiner Karriere.

Holger Schmidt und Thomas Eßer, St. Petersburg

Belgien setzt sich neue Ziele

Die Belgier zeigen in ihrem letzten WM-Spiel in Russland ihr großes Potenzial und sichern sich Platz drei. Gegen England hilft ihnen ein frühes Tor. Ganz Belgien feiert den größten Erfolg ihrer Kicker.

Jirka Grahl, Moskau

Zweiter Stern für Frankreich

Am Ende hat es nicht ganz gereicht für den Überraschungsfinalisten Kroatien. Das Team aus der Vier-Millionen-Republik unterliegt dem neuen Weltmeister Frankreich 2:4.

Seite 19

Lob

»Es wurde im Vorfeld viel geredet über die Beziehung unserer beiden Länder«, sagte Englands Nationaltrainer Gareth Southgate nach dem verlorenen Spiel um Platz drei bilanzierend über die WM in Russland. »Aber auf persönlicher Ebene hätten wir uns von den russischen Menschen nicht besser willkommen geheißen fühlen können. Es war eine tolle Erfahrung für uns und sicher auch für all unsere Fans.« Die...

Verlust

Der mexikanische WM-Teilnehmer Carlos Salcedo beklagt den Verlust seines Gepäcks nach der Rückreise aus Russland. Die Fluggesellschaften, die er benutzte, sind allerdings die offiziellen Fluglinien des mexikanischen Verbandes und der Nationalmannschaft Mexikos, für die Salcedo selbst wirbt. »Ironie des Schicksals: Du bist die Werbefigur von Aeromexico und Delta, du fliegst mit denen, aber dein Kof...

Zweifel

Russlands WM-Organisationschef Alexej Sorokin kann sich die WM 2022 in Katar mit 48 Mannschaften nur schwer vorstellen. »Für jemanden, der sich schon mitten in den Vorbereitungen befindet, ist es keine Kleinigkeit, die Zahl der Teams zu erhöhen«, sagte Sorokin: »Es bedeutet einen Dominoeffekt in vielen anderen Bereichen.« Zuvor hatte Katar Interesse gezeigt, die erste Mega-WM auszurichten. Und FIF...

Katar-Shopping

Ausgerechnet im Kinderkaufhaus an der Lubjanka bekomme ich einen ersten Vorgeschmack auf die nächste WM. Das »Zentralnyj Djetskij Magasin« ist der Sehnsuchtsort aller russischen Kinder - sieben Etagen mit Spielzeugläden, Eisbuden, Zuckerwatteständen. Zur WM gibt’s dort einen FIFA-Fanshop und ich brauche ein Mitbringsel für meinen Achtjährigen. Der FIFA-Laden ist allerdings eine Katastrophe. Ü...

Jirka Grahl, Moskau

Keine Angst vor weißen Elefanten

Es ist die Frage aller Fragen nach einem milliardenteuren Sportevent wie der Fußball-WM. Was bleibt den Gastgebern? Vielleicht mehr als erhofft, meinen sogar Skeptiker. Sie hoffen auf die »weichen« Faktoren.

Seite 20

42 Verletzte bei Stierhatz in Pamplona

Pamplona. Beim Stiertreiben von Pamplona sind in diesem Jahr 42 Menschen verletzt worden. Zwei seien im Laufe des einwöchigen Festes in der nordspanischen Stadt vom Horn eines Stiers durchbohrt worden, teilte die Regionalregierung mit. Beim mehrtägigen San-Fermín-Fest werden allmorgendlich Stiere durch die historische Altstadt von Pamplona zur Arena getrieben, wo sie später von Torreros getötet we...

Druckabfall im Ferienflieger

Hahn. Wegen eines Druckabfalls in der Kabine hat ein Ferienflieger auf dem Weg nach Kroatien außerplanmäßig in Frankfurt-Hahn landen müssen. 33 Passagiere wurden ins Krankenhaus gebracht, teilte die Bundespolizei am Samstag mit. »Die Fluggäste klagten über Kopf- und Ohrenschmerzen und litten an Übelkeit«, sagte ein Sprecher. Die Airline Ryanair erklärte, die Crew habe in der mit insgesamt 189 Mens...

Silvia Kusidlo, Drumnadrochit

»Da ist die Bestie!«

Bitterkalt und sehr dunkel: Der Loch Ness in Schottland wirkt unheimlich. Hier soll Nessie ihr Unwesen treiben. Die Suche nach dem angeblichen Seeungeheuer läuft.