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Verletzte bei Gewalttat in Lübeck

Lübeck. Bei einer Gewalttat in einem Linienbus sind am Freitag in Lübeck acht Menschen verletzt worden. Die Umgebung der betroffenen Bushaltestelle im Stadtteil Kücknitz wurde weiträumig abgesperrt. Der Täter sei von Fahrgästen überwältigt worden und befinde sich in Polizeigewahrsam, sagte eine Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft. Zudem sei der Kampfmittelräumdienst im Einsatz, um einen ver...

Unten links

Niemand tappt gern in eine Falle, den Bündnisfall der NATO zum Beispiel. Donald Trump warnte deshalb vor Montenegro; ein kleines Land voller für Trump unberechenbarer Menschen. »Sie können aggressiv werden, und Gratulation: Schon ist man im Dritten Weltkrieg.« Da kennt Trump noch nicht einmal den Landtag von Nordrhein-Westfalen. Dort ging es am Freitag aggressiver zu als zur Rush Hour in Montenegr...

Absprachen auch bei Benzinern?

Hamburg. Deutsche Autobauer sollen einem Bericht des »Spiegel« zufolge nicht nur bei Dieselfahrzeugen versucht haben, in gemeinsamer Absprache eine wirksame Abgasreinigung zu verhindern. Auch bei Benzinmotoren habe es offenbar über Jahre hinweg erfolgreiche Verabredungen gegeben, schärfere Abgas-Grenzwerte zu bekämpfen und den Einsatz von Partikelfiltern zu vermeiden, berichtete das Magazin am Fre...

Merkel sieht mehr Verdrossenheit

Berlin. In ihrer traditionellen Sommerpressekonferenz hat Angela Merkel eine Bilanz der ersten vier Monate der Großen Koalition gezogen: In der Innenpolitik blickt die Kanzlerin auf einen mühevoll befriedeten Konflikt mit CSU-Chef Horst Seehofer zurück, der nach ihrer Einschätzung die Politikverdrossenheit im Land befördert hat. Weltpolitisch sieht sie den gewohnten »Ordnungsrahmen« besonders durc...

Ulrike Henning

Sicherer Deal

Krebsmedikamente sind offenbar bestens geeignet für krumme Geschäfte. Nur reicht es nicht, mit dem Finger auf geldgierige und zynische Täter zu zeigen, seien es Apotheker oder Medikamentenhändler.

Ausgerechnet Griechenland

Berlin. Krebsmedikamente, die in Griechenland gestohlen worden sein sollen und deren Wirksamkeit unklar ist, sind auch in Berlin und weiteren Bundesländern vertrieben worden. Eine Überprüfung habe ergeben, dass unter anderem eine Apotheke in der Hauptstadt mit Medikamenten beliefert worden sei, teilte die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit mit. Aus Sicht des Vorsitzenden des Gesundheitsaussc...

Rudolf Stumberger, München

Theaterdonner um Großdemo »ausgehetzt«

Für Sonntag ist in München eine Großdemonstration gegen die »Politik der Spaltung von Seehofer, Söder, Dobrindt und Co.« geplant. Den Aufruf dazu haben zahlreiche Kulturschaffende unterschrieben - das passt der CSU so gar nicht.

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Simon Poelchau

Der Staat ist mitschuldig

Bekanntlich ist dieser Reichtum im Kapitalismus auch sehr ungleich verteilt. Doch liegt der Grund für die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich nicht allein in der Funktionsweise dieser Marktwirtschaft.

Uwe Kalbe

Klaglos-Kanzlerin

Vor drei Jahren war es die verbale Seifenblase »Wir schaffen das«, die nach Angela Merkels Sommerpresskonferenz nicht zerplatzte, sondern noch über Monate schillernd über allen Debatten hing. Jetzt könnte Merkels Satz »Ich klage nicht« das Zeug zur Seifenblase des Sommers 2018 haben. Mit ihm dementierte die Kanzlerin Gerüchte von Ermüdung, Zaudern und Zagen angesichts all der Widrigkeiten ihres Jo...

Martin Ling

Nicaraguas Politsystem erodiert

Es ist nicht alles falsch, was Nicaraguas Präsident Daniel Ortega am 39. Jahrestag der sandinistischen Revolution von sich gegeben hat. Doch von Einsicht in die reale Lage in seinem Land zeugen seine Aussagen dennoch nicht. »Satanische Kriminelle«, katholische Bischöfe und die USA sieht Ortega als Drahtzieher hinter den seit April andauernden massiven Protesten gegen ihn, seine Frau, Vizepräs...

Lee Wiegand

Mannhattan

Die kleine Provinzstadt Mannheim und die weltberühmte Metropole New York haben mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick glauben will, handelt es sich doch bei beiden Stadtzentren um Planstädte. Vielleicht kommt daher der Name »Manhattan« für die Innenstadt am Hudson River. Auch sind beide für ihre internationale Partyszene bekannt, davon zeugt auch das von beiden geteilte Stadtmotto »the city ...

Leo Fischer

Polizeigewalt

Das Verhältnis zwischen den Deutschen und ihrer Polizei stellt sich ein wenig so dar wie ein prügelnder Ehemann in der Familie, meint Leo Fischer. Man beschönigt, vertuscht; er ist ja eigentlich ein Guter, er hat nur viel Stress in letzter Zeit.

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Hürden überwinden

Die Stadt Aachen mag ja auch ihre Probleme haben. Allerdings dürften dort schon deutlich mehr Hürden als anderswo genommen worden sein. Seit bald einem Jahrhundert (genauer: seit 1924) werden dort die wichtigsten Pferdesportwettbewerbe in Deutschland ausgetragen; das Springreiten war von Anfang an eine der Disziplinen. Die diesjährige CHIO Aachen - die Abkürzung hat nichts mit Chips zu tun, sonder...

Trumps Kehrtwende

Washington Post, USAUnwissenheit oder VerwirrungEs ist immer noch nicht öffentlich bekannt, was Trump und Putin bei ihrem zweistündigen Treffen unter vier Augen in Helsinki besprochen haben. Aber es ging offenbar auch um die Vorwürfe gegen Russland. Putin machte Trump wohl ein Angebot zur Zusammenarbeit bei den Ermittlungen, das dieser später auf der Pressekonferenz aus freien Stücken als »unglaub...

Heinz-J. Bontrup

»Heuschrecken« auf Beutejagd

Es gibt Rücktritte an der Konzernspitze von Thyssenkrupp, die Beschäftigten fürchten um ihre Jobs. Jetzt droht dem Unternehmen die Zerschlagung. Die Triebkräfte dahinter sind vor allem zwei Finanzinvestoren.

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ndPlusRené Heilig

Ahoj - ist das die Konterrevolution?

Geschichte ist das, was bleibt. Was blieb vom Sommer 1968? Bei vielen die Erinnerung an den Versuch eines anderen Sozialismus. Und damit an verlockende Utopien.

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Simon Poelchau

Das Wachstum ist nicht für alle da

Dass der Reichtum immer ungleicher verteilt ist, darüber streiten sich die Ökonomen nicht mehr. Doch es ist bisher noch wenig erforscht, was dies mit der Zunahme atypischer Beschäftigung zu tun hat.

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Spanien liefert Waffen an Saudi-Arabien

Riad. Saudi-Arabien will zusammen mit dem spanischen Rüstungskonzern Navantia fünf Kriegsschiffe bauen. Wie saudiarabische Staatsmedien am Donnerstag berichteten, unterzeichnete der staatliche saudiarabische Rüstungskonzern Sami eine Vereinbarung mit Navantia zur Entwicklung und Herstellung von fünf Korvetten vom Typ Avante 2200. Beginn des Projekts soll demnach im Herbst sein; das letzte Schiff s...

René Heilig

Das Nicht und das Nichter der US-Politik

Ein Gipfel mit Putin, Rückzieher und Rückzieher von Rückziehern - die Unberechenbarkeit von Trump und der US-Außenpolitik, das alles ist eine Zumutung und eine Gefahr für rationale Weltenlenker.

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Ortega fürchtet Staatsstreich

Managua. Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega hat »satanische Kriminelle«, katholische Bischöfe und die USA für die Unruhen in seinem Land verantwortlich gemacht. Die Demonstranten würden vom »nordamerikanischen Imperium« und Geschäftsleuten im eigenen Land finanziert und planten einen »Staatsstreich«, sagte Ortega am Donnerstag vor Tausenden Anhängern in der Hauptstadt Managua anlässlich des 39. J...

ndPlusMartin Reischke

Freie Bahn für Korruption

Die internationale Mission zur Bekämpfung der Straflosigkeit und Korruption in Honduras ist in der Krise: Die Arbeit der MACCIH wird vom Parlament und von OAS-Generalsekretär Luis Almagro torpediert.

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Trump: EU und China haben manipuliert

Washington. US-Präsident Donald Trump hat mit Vorwürfen der Währungsmanipulation an die Adresse Chinas und der EU für Wirbel an den Finanzmärkten gesorgt. »China, die Europäische Union und andere haben ihre Währungen manipuliert«, schrieb Trump am Freitag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Außerdem erwähnte er die niedrigen Leitzinsen dort, während in den USA die Zinsen stiegen. Der Devisenmar...

Jürgen Vogt, Buenos Aires

Reizwort IWF

Das jüngste Kreditabkommen mit dem IWF hat der G20-Protestbewegung in Argentinien Auftrieb gegeben. Am Wochenende wird demonstriert.

Hermannus Pfeiffer

Streit um die Google-Steuer

Die Finanzminister der 20 führenden Wirtschaftsmächte beraten über eine »faire« Besteuerung von Digitalkonzernen, die nur minimale Steuern zahlen. Eine politische Lösung ist dennoch nicht in Sicht.

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Endlich Logo!

Das seit einem Jahr bestehende Landesmuseum für moderne Kunst in Cottbus und Frankfurt (Oder) hat bislang kein eigenes Markendesign - das soll bald aber ein Ende haben. Das Konzept sei in der Feinabstimmung, voraussichtlich im Herbst dieses Jahres werde es fertig sein, teilte das Museum mit. Die Einrichtung wurde Anfang Juli 2017 gegründet und war eine Fusion der Kunstmuseen Dieselkraftwerk in Cot...

Kultautor gestorben

Shinobu Hashimoto, einer der prägendsten Drehbuchautoren Japans, erlag im Alter von 100 Jahren einer Lungenentzündung in seinem Haus in Tokio. Hashimoto trug mit seiner Arbeit maßgeblich zum goldenen Zeitalter des japanischen Films in den 1950er Jahren bei. Internationale Bekanntheit erlangte er als Ko-Autor von Akira Kurosawa für das Drehbuch zum Film »Rashomon« (1950), der mit dem Oscar und dem ...

Trumps kategorischer Imperativ

Das Thema Donald Trump lässt uns nicht los - auch nicht an dieser Stelle in der zweiten Woche in Folge. Der US-Präsident hat sich zu Beginn dieser Woche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Helsinki getroffen. Weil er in der Pressekonferenz nach dem Vier-Augen-Gespräch gesagt hatte, dass Russland sich nicht in den US-Wahlkampf 2016 eingemischt habe, wurde er von vielen Medien in den US...

Christian Baron

Die Diktatur der Ausrufezeichen

Seit Wochen steht ein Roman an der Spitze der »Spiegel«-Bestsellerliste, den dort nur wenige vorab vermutet hätten. In Robert Seethalers »Das Feld« erzählen 29 Tote unaufgeregt aus ihrem Leben. Welchen Nerv trifft das Buch?

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Gerhard Müller

Sein Gott war der Gott der Armen

Als Rektor der Essener Folkwang-Hochschule und langjähriger Präsident der Internationalen Hanns-Eisler-Gesellschaft erwarb sich Wolfgang Hufschmidt sich bleibende Verdienste um die Entwicklung einer modernen Musikkultur, die gleichermaßen von sozialistischem Engagement wie von einer linken Befreiungstheologie im Sinne Dietrich Bonhoeffers, Martin Luther Kings und Camilo Torres’ geprägt war. Als Pä...

Stefan Ripplinger

»Sehr tiefgreifende Verstrickung«

Annegret Kramp-Karrenbauer, die Generalsekretärin der CDU, konnte einem in den letzten Wochen fast anständig vorkommen. Doch das verdankte sie einzig den Bayern. Mit Horst Seehofer und Markus Söder verglichen, ist selbst Räuber Kneißl ein Ehrenmann. Mag die Frau den beiden auch freundlich widersprochen haben, war doch am Ende auch sie für den Bau von Lagern. Überhaupt steht sie den Nationalisten n...

Hans-Dieter Schütt

Flut ohne Ebbe

Er hat die Nervosität eines Tausendfüßlers, der zu viel ostfriesischen Tee trank. Da ist ein Zappeln, ohne je das Zippeln zu vergessen. Das flattert und hüpft, nein: hüpft und flattert. Otto Waalkes ist der Nonsensenmann.

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Christina Schröder, London

Kribbeln vor dem ersten Auftritt

An diesem Samstag beginnt für die deutschen Hockey-Frauen die WM in London. Für die Mannschaft um zehn Olympiadritte von Rio ist es das erste große Turnier unter dem neuen Trainer Xavier Reckinger.

Tom Mustroph, Valence

Wahnsinn und Entsetzen in den Bergen

Ein klassischer Zweiter könnte Erster werden und nimmt’s mit Humor. Weniger lustig ist diese Tour für die ganz schnellen Männer.

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Marie Frank

Zielsicher im Abseits

Eine Woche lang trifft sich beim Weltcup in Berlin die Elite des Bogenschießens - weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Doch Pfeil und Bogen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

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Investor zieht sich zurück

Offenbar ist es durch den Widerstand von Mietern gelungen, das Geschäftsmodell eines Investors zu durchkreuzen, der Miet- in Eigentumswohnungen umwandeln wollte. Das berichtet die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Canan Bayram, am Freitag in einer Erklärung. Es verdichten sich laut Bayram Hinweise, dass die Deutsche Wohnen und die accentro AG den Großteil der Anteile an BOW 2 und BOW 3 übernehmen ...

Martin Kröger

Mietenmarkt außer Kontrolle

Natürlich sind die Zahlen des Immobilienportals Immowelt mit höchster Vorsicht zu betrachten. Aber was die Onlineplattform darlegt, dürfte der Realität recht nahe kommen: Demnach setzte sich der explosionsartige Anstieg der Mieten in den vergangenen drei Jahren fort.

Nicolas Šustr

Warum es beim Wohnungsbau hakt

Möglichst stabile Mieten im Bestand und mehr bezahlbarer Wohnungsneubau sind das Rezept gegen Verdrängung. Dafür muss die gesamte Koalition an einem Strang ziehen.

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Kunstmuseum noch ohne eigene Marke

Vor einem Jahr wurde Brandenburgs neues Landesmuseum für moderne Kunst gegründet. Ein Markendesign mit eigenem Schriftzug fehlt aber bis heute. Das Museum verspricht Abhilfe.

Maria Jordan

Unterm Regenbogen

Anlässlich der »Pride Week« erzählen Betroffene aus der LSBTTIQ-Szene, wo nicht alles nach Regenbogen aussieht.

Martin Kröger und Tomas Morgenstern

Lückenlose Aufklärung versprochen

Der Fall der womöglich nicht mehr wirksamen, offenbar in Griechenland entwendeten Krebsmedikamente schlägt weiter hohe Wellen. Dabei steht eine seriöse Aufklärung des angeblichen Skandals noch aus.

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Gedächtnisort an der Müritz

Waren (Müritz). Mecklenburg-Vorpommern soll in Waren an der Müritz einen zentralen »Gedächtnisort für die friedliche Revolution 1989« bekommen. Ein Konzept von Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) sieht zudem dezentrale Erinnerungsorte im Land vor, an denen sich in der Wendezeit Bedeutsames ereignet hat. In Waren war es am 16. Oktober 1989 nach aktuellem Forschungsstand zur ersten Protestdemonstr...

Hendrik Lasch, Dresden

Gefahrenlage ganz nach Gutdünken

Wirklich wahr: Der Platz vor dem »Eine-Welt-Laden« in Freiberg gilt als »gefährlicher Ort«, ebenso das Gebiet um zwei Spielotheken in Schwarzenberg, der Vorplatz eines Discounters in Burgstädt und die gesamte historische Altstadt von Görlitz.

ndPlusThomas Maier, Frankfurt am Main

Klötzchenstadt aus der Retorte

2003 begann in Frankfurt/Main die Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofsgeländes. Inzwischen arbeiten und wohnen dort Tausende Menschen. Doch Kritiker beklagen die Sterilität des Viertels.

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Altes Instrument, junger Virtuose

Die Harfe ist eines der ältesten Instrumente der Welt. Bereits vor 5000 Jahren war sie in Mesopotamien und Ägypten bekannt. Hekenu heißt die erste mit Namen bekannte Harfenspielerin, mit ihrem Spiel begleitete sie die berühmteste Sängerin des antiken Ägypten, Iti. Vielleicht weniger bekannt, aber dennoch preisgekrönt wandelt heute Joel von Lerber in gewisser Weise auf den Spuren von Hekenu und and...

Denkmal zur Einheit vor dem Aus?

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat sich für einen möglichst raschen Bau des sogenannten Einheits- und Freiheitsdenkmals in Berlin ausgesprochen. Eine neue Debatte um den Standort sei ein »Killerargument«, warnte die CDU-Politikerin.»Wer das Denkmal will, muss es jetzt so bauen wie geplant. Die Beschlusslage nun erneut in Frage zu stellen, macht das Projekt kaputt«. Ohnedies sei der zuletzt...

Infoabend zum 3. Geschlecht

Spätestens seit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur 3. Option treten die Grundrechte und der Anspruch auf gleiche Teilhabe intergeschlechtlicher und nicht-binärer - sich also weder männlich noch weiblich verstehender - Menschen in den Fokus der Öffentlichkeit. Von der Rechtsordnung werden sie bisher jedoch nicht mitgedacht - das soll sich bis Ende des Jahres durch ein neues Gesetz ä...

Urteil im »Fall Kuby«

Die Publizistin und Soziologin Gabriele Kuby hat sich am Mittwoch in einem Rechtstreit gegen die Berliner Schaubühne und Regisseur Falk Richter in einigen Punkten durchgesetzt. Das Gericht erkannte in dem von 2015 bis 2017 an dem Theater aufgeführten Stück »Fear« Persönlichkeitsrechtsverletzungen und Schmähungen zu Lasten der Klägerin. Kuby sei dort neben anderen rechtsnationalen Protagonisten als...

A. Cäcilie Bachmann

Verschüttet, aber nicht vergessen

Als er vor 50 Jahren eröffnet wurde, war der Tunnel unter Bremens Megakreuzung Am Brill modern und beliebt bei Fußgängern. Das Image bröckelte, als die Rolltreppe geschlossen wurde, die direkt in der unter Denkmalschutz stehende Halle des Sparkassenhauptsitzes endete. Obwohl über den Brill mehrere Bahn- und Buslinien führen, Nah- und Fernverkehr über die überbreite Kreuzung rumpeln, zogen mehr und...

Jens Albes, Bacharach

Reif auf der Insel

Inselwein ist eine Rarität - der Anbau gilt als romantisch. Doch das Wasser dämpft zwar Temperaturextreme, die Feuchtigkeit macht den Reben aber zugleich zu schaffen. Ein Bericht vom Mittelrhein.

Frank Pfaff, Schwerin

Startbahn für eine große Künstlerkarriere

Die Musikfestspiele Mecklenburg-Vorpommern gehören zu den großen Klassikfestivals in Deutschland. Der Wettbewerb »Junge Elite« wurde für einige Teilnehmer zur wichtigen Etappe Richtung Weltkarriere.

Klaus Hammer

Gärten - Zufluchtsorte in Licht und Farbe

Die originalgetreu restaurierte Liebermann-Villa am Wannsee mit ihrem lichtdurchfluteten und farbenprächtigen Garten, das einstige Refugium des großen Berliner Malers im Süden Berlins, ist ein besonderer Anziehungspunkt für die Berliner und Besucher. Jetzt umso mehr, da in den Sommermonaten wunderbare Gartenbilder von Liebermann und Paul Klee gezeigt werden. Scheinbar haben sie nichts miteinander ...

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Maske oder Mensch

Feridun Zaimoglu will nicht fremd sein in der eigenen Haut. Für den Schriftsteller ist das Schreiben ein Mittel gegen Verunsicherung und täglichen Wahnsinn. Sein Stück »Siegfrieds Erben«, das er mit Günter Senkel verfasst hat, wurde gerade bei den Nibelungenfestspielen in Worms uraufgeführt. Der Mensch kommt dabei nicht gut weg. Warum Zaimoglu dennoch nicht resigniert und Senkel fast eine Polizeir...

Regina Stötzel

Alles kommt irgendwann wieder

In der Mode kommt alles wieder, heißt es. Manchmal ist es schwer, sich damit abzufinden, zumal wenn etwas besonders Schlimmes wiederkommt. Mit der Politik ist es so ähnlich. Ständig kommt ziemlich viel wieder.

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ndPlusHans-Dieter Schütt

Gelobt seien die Kletten im Fell

Feridun Zaimoglu ist einer der schillernden Schriftsteller Deutschlands. Zum Gespräch kommt auch sein langjähriger Ko-Autor Günter Senkel. Am Freitagabend war die Premiere ihres neuen Stücks »Siegfrieds Erben«. Ein Interview

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Nachrufe

Jaime Guardia 10. 2. 1933 - 16. 7. 2018 Sein Freund, der renommierte Schriftsteller José María Arguedas, widmete Jaime Guardia sein berühmtes Buch: »Todas las sangres«, auf Deutsch als »Trink mein Blut, trink meine Tränen« erschienen. Jaime Guardia würde die peruanische Musik verkörpern, grenzenlos vom Feuer bis zu den Tränen. Arguedas war wie Guardia um die Förderung und den Erhalt der ...

Christin Odoj

Schluss mit lustig

Der Grat ist wirklich verdammt schmal. Wann kippt ein guter Gag, der entlarvt und eine Gesellschaft genau da kratzt, wo es am heftigsten juckt, in eine gehässige, überhebliche Zote auf Kosten anderer? Fragt man zehn Menschen (und die allermeisten, das haben Umfragen belegt, halten sich für humorvoll), bekommt man zwölf Antworten. Es gibt keine allgemeingültige Weltformel des Witzes. Nichts ist so ...

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ndPlusThomas Trares

Der Binnenmarkt zuerst

US-Zölle auf Stahl und Aluminium, Vergeltungszölle der Europäischen Union (EU), Gegenmaßnahmen von China, nun droht US-Präsident Donald Trump mit Autozöllen - immer öfter kommen inzwischen Vergleiche mit den Währungs- und Handelskriegen der 1930er Jahre auf. Der Blick zurück zeigt: Schon damals waren die USA der dominante Akteur, schon damals betrieben die USA eine Politik des »America first«. Ihr...

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Abschied von der Szene

Ich sitze im dörflichen Café aux Trois Tilleuls und blättre im »Combat«. Im Fernsehen nebenan tobt Louis de Funès über den Bildschirm. »Monsieur Dupont im Labyrinth der Behörden«. Auch so eine Serie, zu der ich die Erkennungsmelodie komponierte - diesen musikalischen Schwachsinn, dem ich meinen Wohlstand verdanke. Aristide Maillard schanzte mir die entsprechenden Aufträge zu. Verdrießlich blieb, d...

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Velten Schäfer

Identitätsbasteleien

Von den Achtsamkeitsrichtlinien vieler Linksradikaler sind jene ausgeschlossen, die sich nicht in Fußnotenapparate vertiefen wollen oder können. Über die Klassengestik der Klimaschutzbewegung.

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Beratungsstellen

Beratungsstellen. Wer mit einer Beeinträchtigung studieren möchte, kann sich vorab an verschiedenen Stellen beraten lassen. Auch online finden sich diverse Angebote. Zu den bekanntesten zählt studentenwerke.de. Eine übersichtlich gestaltete Website und direkte Ansprache führen Interessenten durch verschiedene Fragestellungen, wie zum Beispiel, ob man selbst Anspruch auf Nachteilsausgleich habe. Ne...

Jürgen Amendt

Aktion Sorgenkind

Inklusion ist ein schönes Wort. »Aktion Mensch«, die von ihrer Gründung 1964 bis zum Jahr 2000 »Aktion Sorgenkind« hieß, definiert den Begriff folgendermaßen: »Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Egal wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Behinderung hast. Jeder kann mitmachen. Zum Beispiel: Kinder mit und ohne Behinderung lernen zusammen in der...

Inklusion an der Uni

Die Halbherzigkeit, mit der Inklusion betrieben wird, macht auch vor Hochschulen nicht halt. Obgleich der Makel schwindet, sind psychische Erkrankungen nach wie vor ein Tabuthema an vielen Universitäten. Eine Ausnahme ist die Universität Hamburg mit ihrer Beratungsstelle zur »Hilfe und Orientierung für psychisch erkrankte Studierende« (HOPES). Bereits 2012 ist die Einrichtung in Kooperation mit de...

Karsten Lippmann

Besser mit Behinderung studieren als gar keinen Spaß

Rollstuhl, spastische Lähmung, Doktortitel: nd-Autor Karsten Lippmann hat das alles, aber um die Promotion musste er beharrlich kämpfen. Ein Erfahrungsbericht aus der Bildungsrepublik Deutschland.

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ndPlusBernd Schröder

Lebensmittel aus dem Bioreaktor

In den 1960er Jahren war die Vorstellung verbreitet, dass einer sich exponentiell vermehrenden Bevölkerung spätestens ab den 1980er Jahren nicht mehr genügend Nahrung auf dem Planeten zur Verfügung stehen würde. Insbesondere beim Eiweiß wurde in der nahen Zukunft mit einer Versorgungslücke gerechnet. Vor diesem Hintergrund empfahlen sich Einzellerproteine als ein gangbarer Ausweg. Der Begriff...

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Brot schon vor dem Ackerbau

Brot könnte nach neuen Erkenntnissen schon deutlich früher auf dem Speiseplan der Menschen gestanden haben als bisher gedacht. Archäologen haben im Nordosten Jordaniens verkohlte Spuren von 14 400 Jahre alten brotartigen Lebensmitteln gefunden. Bisher hatte man angenommen, Brot sei erst mit dem Ackerbau etwa 4000 Jahre später aufgekommen. Die Forscher der Universitäten Kopenhagen, London und ...

Reinhard Renneberg, Uni-Klinik Halle

Neuer Selbstversuch

Oh nein, was für ein schlechter Scherz! Gerade arbeite ich an einem neuen Cartoonbuch für Kinder: »Mikroben - unsere besten Freunde«. Da erwischt mich nach einer Operation im Krankenhaus eine Infektion ... Eine halbe Stunde Schüttelfrost, Fieber, Blutdruck auf 200. Wie im Kino. Die Ärzte bestimmen den Bösewicht nach drei langen Tagen als Escherichia-coli-Stamm, normalerweise ein überaus nützlicher...

Dirk Eidemüller

Planetencrash mit Folgen

Asteroiden machen nur einen kleinen Teil der Masse in unserem Sonnensystem aus, doch ihre schiere Zahl ist beeindruckend: Über 650 000 dieser Gesteinsbrocken sind mittlerweile bekannt, und noch sehr viele mehr vermuten Astronomen im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Sie kreisen rund 2- bis 3,4-mal so weit wie die Erde um die Sonne. Durch Resonanzen mit der Umlaufbahn des Jupiter untertei...

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Wochen-Chronik

20. Juli 1933 Die römisch-katholische Kirche schließt mit Deutschland einen Vertrag, der die Rechte der Kirche gegenüber dem Staat regelt. Das Konkordat ist der erste völkerrechtliche Vertrag der Hitlerregierung mit einem ausländischen Souverän. Es erntet heftige Kritik weltweit, da es die faschistische Diktatur aufwertet. Zudem verpflichtet das Konkordat den Heiligen Stuhl, auch selbst gegen...

Das jüdische Warschau

Von Ernst Reuß Der Schauspieler und Regisseur Abraham Teitelbaum verließ Warschau bereits als 18-Jähriger. Er schloss sich einer Theatertruppe an, die durch die Welt tourte. 1919 kehrte er nicht in seine Heimat zurück, sondern emigrierte in die USA und arbeitete dort als Schauspieler, Essayist und Theaterkritiker. Teitelbaum starb 1947 im Alter von 58 Jahren in New York. Nun gibt es, dan...

ndPlusHartmut Botsmann

Massengräber auf der Urlaubsinsel

Kaum jemand kommt im weißen Sand von Sa Coma oder im Idyll der Altstadt Palmas auf die Idee, an Bürgerkrieg zu denken. Selbst diejenigen, die es schaffen, jenseits von Massentourismus und den üblichen Stereotypen einen Einheimischen auf dieses Thema anzusprechen, stoßen immer wieder auf dieselbe Formel: Im Krieg 1936 bis 1939 hätten beide Seiten gelitten und Gräueltaten verübt. Und im Übrigen seie...

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Geraldine Friedrich

Warum war der Berg so wichtig?

Der Achtjährige steht mit seinem Vater auf einer Anhöhe und schaut auf die grandiose Bergwelt der Vogesen. »Von hier hat man eine 180-Grad-Aussicht«, erklärt Gilbert Wagner, ehrenamtlicher Führer der Gedenkstätte Hartmannswillerkopf. Es ist idyllisch rund um den 956 Meter hohen Berg im Elsass. Das dichte Wegenetz lockt Besucher an, auch Kinder und Jugendliche sind dabei. Wagner schlägt eine M...

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Nicole Schmidt

Die Pfauenhäuser von Asturien

Es sieht aus wie ein Geisterhaus in einem Film. Verlassen und geheimnisvoll. Aber trotz des deutlichen Verfalls immer noch sehr majestätisch. Vielleicht sollte man mal einen Blick durch das Torgatter wagen? Es ist tatsächlich mehr ein Palast, umgeben von einer großen Wiese mit Bäumen und wild wucherndem Gebüsch. Steingrau, im Kolonialstil, mit Türmchen, Balustraden, Erkern, unterschiedlichen Fenst...

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ndPlusJörg Wunderlich

Retten, teilen, verändern

Das Foodsharing hat sie zusammengebracht – alle unter ein Dach. Aktivisten haben ein Haus im sächsischen Wurzen zu einem Zentrum der Bewegung auf- und ausgebaut. Von der Kantstraße aus soll die Shareing-Idee die Welt erobern.