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Martin Ling

Brasilien in Aufruhr

Was bisher bunt und fröhlich war an Brasilien, steht an diesem Sonntag auf dem Spiel: Gewinnt der rechtsradikale Bolsonaro, wird es für die vielfältigen sozialen Bewegungen - die feministischen, indigenen, afrobrasilianischen, gewerkschaftlichen, queeren und anderen - eng.

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Stephan Kaufmann

Selbst gemachte Milliarden

Nicht ganz überraschende Neuigkeiten aus der Welt der Superreichen: Sie werden immer reicher. Stephan Kaufmann erklärt, wie der Reichtum der Reichen mit dem Lohn und der Leistung anderer zusammenhängt.

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Tom Strohschneider

Unter der grünen Oberfläche

Die Grünen dürften bei der Landtagswahl in Hessen ähnlich wie in Bayern sehr gut abschneiden. Die Wahlerfolge und Umfragewerte der Partei sind mehr als ein Hype. Sie sind Ausdruck dafür, dass es heute um die »Ökologie der Existenz« geht.

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Karlen Vesper

Ein trauriger Abend für die Demokratie

Woher rührt die Feindschaft, diese Aggressivität von Teilen der Gesellschaft gegen die Medien? Trotz richtiger Widerworte konnten die Chefredakteure von ARD-aktuell und ZDF bei der AfD in Dresden nicht punkten.

Simone Schmollack

Eine Frage der Ehrlichkeit

Während sich der australische Premierminister für sexuellen Missbrauch vor allem in der katholischen Kirche entschuldigt, warten Opfer solchen Missbrauchs in Deutschland vergeblich auf eine derartige Geste.

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Stephan Kaufmann

Graf Draghila und der Birnbaum

Erspartes bringt seit einiger Zeit kaum noch Zinsen. Grund, so heißt es, sei die Niedrigzinspolitik der EZB. Die Notenbank enteigne damit deutsche Sparer. Doch die Rede von der Enteignung klagt ein Anrecht auf Zinserträge ein, das nicht existiert.

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Oliver Eberhardt

Der Kronprinz strebt nach Dominanz im Nahen Osten

In den westlichen Ländern findet Saudi-Arabiens Thronfolger Mohammed trotz aller Warnungen Unterstützung. Daran ändert auch der grausame Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi nichts Grundsätzliches.

Roland Etzel

Wiederaufbaugipfel

Istanbul erlebt den Auftakt zu Syrien-Gesprächen in neuem Format. Zum ersten Mal ist Deutschland auf Einladung bei dem Vierergipfel vertreten. Gemeinsam mit Frankreich, Russland und der Türkei geht es schon um Syriens Wiederaufbau.

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Nelli Tügel

Im Namen des Vaters

Erdoğan verdrängt Atatürk, den Gründer der Türkei, aus der Öffentlichkeit. Und der Laizismus, einst Merkmal der Republik, wird mit Hochdruck abgewickelt. Doch gibt es überdies viele Kontinuitäten zwischen dem alten Kemalismus und der »neuen« Türkei.

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Gesicht des Wandels

Äthiopiens atemberaubender Wandel setzt sich fort: Das Land am Horn von Afrika bekommt erstmals in seiner Geschichte eine Frau als Staatsoberhaupt: die Diplomatin Sahle-Work Zewde. Seit der 42-jährige Abiy Ahmed im April in Addis Abeba die Regierungsgeschäfte übernommen hat, geht es Schlag auf Schlag: Amnestie für Tausende politische Gefangene, Frieden mit Erzfeind Eritrea, Frieden mit den Oromo-R...

Steffen Stierle

Bruch mit neoliberalen Regeln

Sollten Linke die italienische Regierung im Haushaltsstreit mit der EU-Kommission unterstützen? Ja, findet Steffen Stierle. Wer gegenüber Italien auf Regeleinhaltung pocht, pocht auf Sozialabbau und Privatisierungsprogramme.

Kurt Stenger

Nationalistische Muskelspiele

Sollten Linke die italienische Regierung im Haushaltsstreit mit der EU-Kommission unterstützen? Nein, sagt Kurt Stenger. Die Rechtsregierung will vor allem Wahlgeschenke verteilen. Und sie spielt plump die nationalistische Karte.

Leo Fischer

Arbeitslosigkeitserhaltungsarbeit

Die Erhaltung der Armut ist ein Bestseller. Je selbstverständlicher man mit ihr Geld verdienen kann, umso unwahrscheinlicher ist ihre Abschaffung. Das System Hartz IV hat einen ganzen Wirtschaftszweig etabliert.

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Samuela Nickel und Vanessa Fischer

Pop »in Geil«

»Spex« macht dicht, »Groove« und »Intro« sind schon verschwunden, doch das »Missy Magazine« wird zehn Jahre alt. Pop, neuer Feminismus und intersektionaler Ansatz ließen die Auflage steigen - noch mehr Politik und Kommunismus wären toll.

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Hans-Dieter Schütt

Liebenswert schnauzig

Als Kind sang sie »Pack die Badehose ein«, die inoffizielle Hymne Westberlins. Später wurde sie Mutter Courage. Die Schauspielerin Cornelia Frobess ist unfähig, an den Zwängen ihres Berufs zu leiden. Am Sonntag wird sie 75.

ndPlusStefan Amzoll

Ihr Kriegstreiber und Nazischweine

Update für Peter Handke: Sein Stück «Publikumsbeschimpfung» von 1966 wird am Deutschen Theater in Berlin gespielt. Damals waren die Zeiten in der alten Bundesrepublik reaktionär - sind sie es heute nicht wieder?

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Christof Meueler

Terézia Mora holt den Cup

Die Schriftstellerin Terézia Mora sammelt Preise und Auszeichnungen wie der FC Bayern München. Jetzt bekommt sie den Georg-Büchner-Preis. Das ist so etwas wie die Deutsche Meisterschaft im Profifußball.

ndPlusRalf Schick

Mensch und Maschine

Es sind Bilder von Armut und Fortschritt, von Entfremdung und Heroisierung. In den Jahren von 1919 bis 1939 kämpften nicht nur die beiden Gesellschaftssysteme Kapitalismus und Sozialismus um die Vorherrschaft, auch Kunstschaffende reagierten auf die von Erneuerung und Technik geprägte Zeit. Unüberwindbare Gegensätze verkörperten die USA, Sowjetunion und Weimarer Republik. Wie sich Kunst und Ökonom...

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Zeit zum Aufstehen!

Einige Zeit lang war ja viel vom Aufstehen die Rede. Das muss man Sahra Wagenknecht schon lassen: Sie hat geschafft, dass das Aufstehen wieder ein öffentliches Thema ist. Aber nutzt das wirklich etwas? Bei uns zu Hause zum Beispiel hatten wir jahrelang jeden Morgen die Anweisung an die Kinder ausgegeben, jetzt endlich aufzustehen. Das taten sie meist nur unwillig. Meine väterliche Autorität war le...

ndPlusKarlen Vesper

Nicht nur aus Nächstenliebe

Sein Robinson Crusoe, der den von den Seinen verfolgten Freitag rettet und mit ihm friedlich zusammenlebt, ist eigentlich eine schöne Parabel für heute. Sie zeigt, wie Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sozialisation und Kultur zusammenleben, sich verstehen können.

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Niklas Franzen

Gottes Segen, Gespenster der Junta

Die Stichwahl in Brasilien spaltet das Land. Der rechtsradikale Kandidat Jair Messias Bolsonaro könnte bei den Wahlen in dem südamerikanischen Land am Sonntag Präsident werden. Ein Besuch in der Peripherie von São Paulo.

Seite 15
Niklas Franzen

Die Macht der Bibel

Der Katholizismus ist in Brasilien seit Jahren im Rückgang begriffen. Mittlerweile verstehen sich bereits 29 Prozent der brasilianischen Bevölkerung als evangelikal. Die Gemeinden haben großen politischen und gesellschaftlichen Einfluss.

Seite 16
ndPlusChristel Sperlich

Seine zweite Chance

Torsten Hartung tötete einen Menschen und saß lange Zeit hinter Gittern. Der Richterspruch fiel noch milde aus: 15 Jahre Haft. Nach der Strafverbüßung suchte er ein neues Leben. Doch es bleibt ein Schatten auf seiner Seele.

Seite 17
Velten Schäfer

Entzauberung im E-Mail-Fach

In der guten alten Zeit, also vor gut 20 Jahren, wohnte der E-Mail ein Zauber inne. Überraschung, Aufregung, Geheimnis: All das konnte dieses neue Kommunikationsmittel jederzeit auf den klotzigen Monitor spülen. Obwohl man auch damals wusste, dass irgendein technischer Hexenmeister die erste Nachricht von Bildschirm zu Bildschirm schon in den 1970ern versandt hatte, fühlte sich noch Mitte der 1990...

Seite 18
ndPlusRené Heilig

Der »Typus des Salonbolschewisten«

Alles, was gigantische Formen annimmt, kann imponieren - auch die Dummheit.» Den Satz verdanken wir Erich Kästner, dem Mann, der sich mit Romanen wie «Emil und die Detektive», «Das doppelte Lottchen» und «Das fliegende Klassenzimmer» in die Seelen vieler Kinder und deren Eltern schrieb. Unzählige Kabarettszenen, Gedichten, Glossen und Essays verfasste er und war - weil ihn eine humanistische Grund...

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Verschobene Traumata, erfundene Leben

Im Jahr 1965 erschien Jerzy Kosińskis Buch »The painted Bird«. Es handelt von einem Jungen, der durch die Kriegswirren in Polen irrt. Als Roman über das Panorama des Schreckens ist das Buch - jüngst auf Deutsch neu aufgelegt - bewegend. Doch ist es, anders als von Kosiński zum Erscheinen kommuniziert, nicht autobiografisch. Der Autor, 1933 als Józef Lewinkopf geboren, wurde zwar im Inferno von Kri...

ndPlusVelten Schäfer

Nur das Sein ist wirklich rein

Personen, die als etwas zu gelten verstehen, das sie nicht sind, gab es schon immer. Es geht dabei nicht bloß um Geld, sondern mehr noch um Ansehen. Nach 1945 aber ist - als nicht nur erstmals ein politisches Regime vor Gericht stand, sondern zudem allmählich ein Prozess breiter, auch massenkultureller Auseinandersetzung mit staatlichen Verbrechen einsetzte - eine neue Form von Hochstapelei entsta...

Seite 20
ndPlusFloris Biskamp

Die Kriterien schenkelklopfender Pennäler

Wissenschaft könnte so schön sein: Menschen in weißen Kitteln beforschen die Natur - und ernst dreinblickende Personen, die vor Bücherregalen Interviews geben, untersuchen Kultur und Gesellschaft. Zusammen vermehren sie das Wissen der Menschheit immer weiter und weiter. Alle paar Tage können Zeitungen dann vermelden, eine neue Studie der Universität Soundso habe dieses oder jenes herausgefunden - ...

Seite 22
ndPlusIris Rapoport

Zelluläre Alarmglocken

Antikörper erkennen Viren, die im Blut frei umherschwimmen. Aber was ist mit denen, die sich bereits in Zellen befinden? Gegen die kann ein Antikörper nichts ausrichten. Glücklicherweise besitzt jede Zelle ein Alarmsystem. Ständig wird dazu ein Teil der neu produzierten Proteine geopfert. Sie werden als Bruchstücke von speziellen Rezeptoren (Haupthistokompatibilitätskomplex Typ1, kurz MHC-1 g...

Martin Koch

Das Elektron bleibt vorerst rund

Eine chinesische Studie prognostiziert bei wärmeren und trockneren Sommern schrumpfende Ernten bei Gerste. 17 Prozent davon landen bisher in den kesseln der Bierbrauer. Schrumpfende Ernten würden das Bier verteuern. Das könnte manchen Klimaskeptiker wanken machen.

ndPlusEckart Roloff

»Unsere Madame Curie«

Dank längerer Sommer bilden sich in den Permafrostgebieten am Rande der Arktis neue Seen. Da manche nicht mehr bis zum Boden einfrieren, wird bis zum Jahr 2050 voraussichtlich doppelt so viel Treibhausgas aus ihnen entweichen wie heute. Das fehlt bisher in Klimamodellen.

Seite 23
ndPlusHans-Arthur Marsiske

Roboter in den Startlöchern

Es sollten die Olympischen Spiele der Roboter werden, erstmals ausgetragen im Jahr 2020 in Japan, parallel zu den Wettkämpfen der menschlichen Athleten. Doch da spielte das Internationale Olympische Komitee (IOC) nicht mit und verweigerte die Verwendung des Markenzeichens. Nun heißt der Wettbewerb also World Robot Summit oder kurz: WRS. Ansonsten ist es bei den ursprünglichen Plänen geblieben: Wen...

Seite 24

Oma, Opa und Enkel

Jüngst war zu hören, dass auch Brandenburger Lernanfänger wieder traditionell schreiben lernen sollen: mit der Fibel, nicht nach Gehör. Praktizierte Reformpädagogik hat eben so ihre Macken. Nur gut, dass der Erfinder der Schreibe-nach-Gehör-Methode, der Reformpädagoge Jürgen Reichen (1939 - 2009), von Beruf Deutsch- und nicht Mathematiklehrer gewesen ist. Sonst sähe es mit den eher mittelmäßigen M...

Wolfgang Hübner

Gegen die biologische Uhr

Dr. Steffen Schmidt, ist Wissenschaftsredakteur des »nd« und der Universalgelehrte der Redaktion. Auf fast jede Frage weiß er eine Antwort – und wenn doch nicht, beantwortet er eine andere. Wolfgang Hübner fragte ihn nach der Uhrenumstellung.

Seite 25
ndPlusNicolas Šustr

Hurra, die Straßenbahn ist da

Zwei neue Züge bedeuten einen Modernisierungsschub für die Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn. Doch die Lage vieler Betriebe ist prekär, bundesweit wird der Sanierungsstau auf vier Milliarden Euro geschätzt. Dazu kommt noch Personalmangel.

Seite 26
Martin Kröger

Radikaler Widerstand verändert die Politik

Der Widerstand gegen die Verdrängung von Mietern in der Hauptstadt radikalisiert sich zusehends: Neben bunten Paraden und Lärmdemonstrationen gibt es immer häufiger Besetzungen. Auch die Enteignung von Wohnungsunternehmen wird neuerdings gefordert.

Rainer Balcerowiak

Aufstand gegen Mietwucher

An markigen Worten fehlte es nicht, als die Initiative »Deutsche Wohnen & Co enteignen« ihr weiteres Vorgehen vorstellte. Eigentlich sollte die Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren schon im September beginnen.

Seite 27
Tomas Morgenstern

Warten auf den Landregen

Brandenburgs Politik stellte sich für die Gegenden fernab des Berliner Speckgürtels lange Jahre auf einen Schrumpfungsprozess ein. Doch teilweise lagen die Bevölkerungsprognosen falsch.

Seite 28
ndPlusAndreas Morbach

Der schönste Tag im Fußballleben

Spätestens seit dieser Saison ist der SV Rödinghausen der Stolz des ganzen Dorfes. Im DFB-Pokal sorgt der Regionalligist landesweit für Schlagzeilen. Daheim ist es ruhig. Ein Besuch in der ostwestfälischen Provinz.

Seite 29
Alexander Ludewig

Der vergessene Protest

Das Jahr 1968 war ein bewegtes. Die Olympischen Spiele in Mexiko machten da keine Ausnahme: das Blutbad in der Hauptstadt, die Black-Power-Geste - und Vera Caslavska, mit ihrem anmutigen Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings.

Jirka Grahl

Im grünen Bereich

Am Wochenende beginnt in Sölden der Weltcup-Winter - vor mehr als 20.000 Zuschauern am Rettenbachgletscher. Das Skigebiet im Ötztal hat laut einer Studie den größten »Eingriffsindex« alpenweit. Mega-Skigebiete bereiten den Alpen arge Schwierigkeiten.

Seite 30
ndPlusFelix Lill

Die Provinzmetropole

Tokio, Olympiastadt 2020, würde sich so gern kosmopolitisch zeigen - was die Metropole bisher nie war. Besserung ist indes angekündigt. Wie funktioniert Tokio für Ahnungslose? Ein Versuch.

Seite 32
ndPlusHendrik Lasch

»Man ist ständig am Jonglieren«

Die Dresdner Tänzerin Katja Erfurth spricht im »nd«-Interview über Lust und Last freier künstlerischer Arbeit – und die Forderung nach
einem Mindesthonorar für die darstellende Szene.

Seite 34

nd.DieWoche

Kennen Sie das? Sie möchten einer Freundin ein neues Restaurant empfehlen, doch die reagiert nur mit den Worten: »Ich habe irgendwo gelesen, da soll es nicht so toll sein.« Statt sich ein eigenes Urteil zu bilden, vertraut sie auf Vorurteile. Ähnliches passiert uns beim »nd« häufiger, Menschen die unsere Zeitung nicht kennen, haben irgendwann einmal eher Negatives über »neues deutschland« gehört u...

Meinungen zum neuen »nd.DieWoche«

Habe mir das Teil natürlich gestern sofort gekauft. Kurz: Herausragendes Format. Die neue Farbe sehr gut. 32 spannende Seiten. Ich sage mal: Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg! Andreas Müller-Goldenstedt, Hamburg Auf dem Titel von »nd.DieWoche«: »Geld allein macht nicht unglücklich« - aber dieses Blatt macht mich unglücklich. Ich erwarte eine sozialistische Tageszeitung von Montag bis Sa...

Seite 35
Fast schon erwachsen
Heidi Diehl

Fast schon erwachsen

Das ist nun die 13. Ausgabe von ndCommune. Oder anders gesagt: Die Leser*innenbeilage gibt es inzwischen schon ein Jahr! Wie werden die Leserinnen und Leser reagieren, fragten wir uns.

Seite 36
Uwe Sattler

Fördern und Fordern

In den vergangenen Jahren hat sich die Redaktion des »neuen deutschland« deutlich verjüngt. Lag der Altersdurchschnitt vor zehn Jahren noch bei etwa 45 Jahren, war er im vergangenen Jahr auf circa 40 Jahre gesunken.

Seite 37
Ans Gewische muss ich mich gewöhnen
Anke Ziebell

Ans Gewische muss ich mich gewöhnen

So ist das mit dem Vorführeffekt. Sonja Bahlk wischt über ihr Tablet, doch die aktuelle Ausgabe des »nd« will partout nicht auf dem Display erscheinen. Der Bildschirm bleibt schwarz. Geduldig versucht es die 83-Jährige ein zweites, drittes und viertes Mal. Fährt das Tablet runter und wieder hoch. Erfolglos. Erst nach zehn Minuten - als sie schließlich mit einem kurzen Blick auf ihre Fritz-Box den ...

Seite 42
Angekommen bei den Zahlen
Marion Bergermann

Angekommen bei den Zahlen

Vom Flur ruft ein freier Autor, der zu Besuch ist, einen Gruß ins Büro von Tim Kahlau. Der hebt die Hand, grinst und ruft zurück, man kennt sich seit Jahren. Tim Kahlau war beim »nd« eine Weile für die Gehälter der freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig. Hier hat der Berliner aus Prenzlauer Berg einen Beruf gefunden, der ihm enorm Spaß macht. Das war nach dem Abitur gar nicht so sicher....

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Neu im nd-Shop

Es wird Herbst und die Tage werden kürzer. Genau die richtige Zeit, um es sich mit einer Tasse heißen Tees gemütlich zu machen. Passend zur kalten Jahreszeit haben wir für Sie unser Sortiment im nd-Shop erweitert. Demnächst bieten wir verschiedene biologisch und regional angebaute Teesorten der französischen Kooperative Scop Ti an. Kräutertee, Schwarztee, Grüner und Früchtetee stehen zur Auswahl -...

Tee trinken und solidarisch sein
Peter Nowak

Tee trinken und solidarisch sein

Einst produzierten sie für Unilever, seit vier Jahren in eigener Regie - die Teerebell*innen im südfranzösischen Gémenos bei Marseille.

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Karl Marx zwischen Pfandhaus & Champagner

Wenn Bohemiens wie die beiden Autoren über einen Bohemien wie Karl Marx schreiben, kann das eigentlich nur gut werden. Denn wer versteht besser die Nöte der brotlosen Künstler, wie auch Marx einer war? Einer, der sich als Student statt der Jurisprudenz eher der Philosophie und Kunstgeschichte ergab, von seinem vorgezogenen Erbe lebte und die Vorhaltungen seiner Eltern verabscheute. Der als Wissens...

Herr der Gespenster

Thomas Steinfeld, Germanist, Musikwissenschaftler und Feuilletonkorrespondent der »Süddeutschen Zeitung«, zeigt, wie Karl Marx’ Ideen und Motive bis heute unser Leben prägen. Wer die Gegenwart verstehen will, muss Marx lesen. Die Geschichte, könnte man meinen, hat Karl Marx widerlegt. Kaum jemand träumt noch wie im 19. Jahrhundert von der Revolution, aber wir wollen wissen, wie jene Kraft ent...

Karl Marx beim Barbier

Am 18. Februar 1882 besteigt Karl Marx in Marseille den Dampfer »Said« und verlässt zum ersten Mal in seinem Leben Europa. In Algier nimmt ihn Albert Fermé in Empfang, der sich in der Pariser Kommune engagiert hatte. Doch an politische Kämpfe ist für Marx nicht mehr zu denken. Den Tod seiner Frau Jenny drei Monate zuvor hat er nicht verwunden, und das wärmere Klima kann seine chronische Rippenfell...

Seite 45

Der Frieden

Eine Theateraufführung von 1964 als Hörstück auf CD? Doch, das geht, das lohnt zu hören. Zu den wohlgedrechselten Versen Hacks’ geben André Asriel und die Jazz-Optimisten die Musik dazu. Es ist verblüffend, wie sich beides zueinanderfügt, eine Ahnung von Brecht/Eisler aufziehen lässt und dann doch ganz anders klingt und letztlich dem antiken Stoff eine Frische verleiht, der der Zahn der Zeit nicht...

nd-Reisemesse

Am Sonnabend, den 24. November laden wir Sie zu unserer mittlerweile fünften Reisemesse ein. Die Messe beginnt um 10 Uhr im nd-Gebäude am Franz-Mehring-Platz 1 in Berlin. Der Eintritt ist frei. Durch das Programm führt Sie unser Leserreisen-Experte Frank Diekert. Ob Kreuzfahrten in ferne Länder oder ein Ausflug in den nahe gelegenen Oderbruch - unsere Kooperationspartner haben interessante Re...

Ein Dandy zwischen Schlössern und Plattenbauten

An Peter Hacks scheiden sich auch heute noch die Geister, und das würde dem 2003 verstorbenen Dichter, Dramatiker und Essayisten durchaus gefallen. Seine ersten Auftritte mit Liedern und Gedichten hat er in einem Schwabinger Kabarett, nach der Promotion arbeitet er als Kinderautor beim Rundfunk und erhält 1953 Sendeverbot wegen »Verunglimpfung religiöser Bekenntnisse«. Hacks macht sich schnell ein...

Peter Hacks - Leben und Werk

Wenn ein backsteindickes Buch mit gleich zwei Lesebändchen ausgeliefert wird, hat das etwas zu bedeuten: Dieses Buch will mehrfach gelesen werden, mit Vor- und Rücklauf, Querverweisen, Zitierungen, allein das Quellenregister zählt 32 Seiten. Dennoch oder gerade deswegen ist Ronald Weber die Kunst gelungen, eine ausgesprochen kurzweilige Lektüre vorzulegen, für die sich das Wort Fleißarbeit verbiet...