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Mauer zu Mexiko blockiert US-Etat

Washington. Nach fast zwei Wochen des teilweisen Regierungsstillstands in den USA wollten die Beteiligten des festgefahrenen Haushaltsstreits am Mittwochabend zu einem Spitzentreffen im Weißen Haus zusammenkommen. US-Präsident Donald Trump habe die Führung der Demokraten und der Republikaner aus dem Kongress zu einer Unterrichtung über die Grenzsicherung eingeladen, hatte die Sprecherin des Weißen...

Bolsonaro will Waffenrecht lockern

Brasília. Das Kabinett des neuen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro hat am Mittwoch offiziell seine Arbeit aufgenommen. Der rechtsradikale Politiker wollte auch US-Außenminister Mike Pompeo treffen, der zu seiner Amtseinführung angereist war. Schon am Dienstag erhöhte der Staatschef den Mindestlohn per Dekret auf 998 Real (225 Euro) - geringfügig weniger als die von der rechten Vorgängerre...

Bottrop: Attacke eines Einzeltäters

Bottrop. Nach den mutmaßlich rassistisch motivierten Autoattacken in der Silvesternacht haben die Ermittlungen zunächst keine Hinweise auf Kontakte des tatverdächtigen Deutschen zur rechtsextremen Szene ergeben. Bisher habe die Polizei »keinen Ansatzpunkt gefunden, dass dieser Mann irgendwelche Verbindungen hat oder dass er selber in irgendwelchen rechtsradikalen Kreisen sich bewegt«, sagte Nordrh...

60 Jahre siegreich

Berlin. Es geht um sein Vermächtnis: Fidel Castro. Am 1. Januar 1959 hatte der Revolutionsführer nach dem Sturz des Diktators Fulgencio Batista in Santiago de Cuba im Südosten des Karibikstaats den Beginn der neuen Zeit ausgerufen. Am Grab seines älteren Bruders Fidel, der Ende 2016 gestorben war, hielt Raúl Castro seine Rede zum 60. Jahrestag der Revolution. Der Ex-Präsident, der immer noch Chef ...

ndPlusJana Frielinghaus

Seehofer will Abschiebungen erleichtern

Im bayerischen Amberg haben vier Jugendliche aus Syrien, Afghanistan und Iran Bürger verprügelt. Der CSU-Innenminister findet, solche »Gewaltexzesse« rechtfertigten Abschiebungen.

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Sebastian Weiermann

Ein rassistischer Anschlag

Der 50-jährige Andreas N. hat an mehreren Orten in Bottrop und Essen versucht, in Menschengruppen zu fahren. Über den Attentäter ist bislang wenig bekannt. Dass er in rechte Strukturen eingebunden ist, gilt aber als unwahrscheinlich.

Sebastian Bähr

Die Gewalt der Sprache

Ein 50-Jähriger raste in der Neujahrsnacht mehrmals aus rassistischer Motivation in Menschenmengen. Das Bundesinnenministerium will hier keinen Terror erkennen.

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Peter Nowak

Rechte planen Fackelzug in Fulda

Die rechtsradikale Szene im hessischen Fulda ist seit Jahren aktiv - und sucht jetzt mit Aufmärschen vermehrt die Öffentlichkeit. Die AfD distanziert sich von dem Treiben bislang.

Spaltungen entlang der europäischen Frage

Sie kritisieren, dass die Europäische Union eher ein Instrument zur Durchsetzung nationalstaatliche Interessen ist - weniger für die Interessen der Bürger? Damit bin nicht die erste und auch nicht die einzige, die so denkt. In den allermeisten Fällen entscheidet der EU-Rat - nächtens und intransparent. Die Bürgerinnen und Bürger sind im Europäischen Parlament bestenfalls indirekt vertreten. W...

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ndPlusAndreas Knobloch, Havanna

Gefeiert wird fast nur in Santiago

Kuba gedenkt der Revolution. Am 1. Januar 1959 hatte der Revolutionsführer Fidel Castro nach dem Sturz des Diktators Batista in Santiago de Cuba den Beginn einer neuen Zeit ausgerufen.

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Moritz Wichmann

Progressive, an die Schaltstellen!

Wer die Welt verändern will, sollte sich in einflussreiche Parlamentsausschüsse wählen lassen. Das versuchen progressive US-Demokraten derzeit. Sie wollen dort die Weichen stellen für eine möglichst linke Politik nach Trump.

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Geldkuriere: Pro Stunde drei Euro mehr

Berlin. Deutschlandweit sind am Mittwochmorgen Fahrer von Geldtransportern in einen Warnstreik getreten. Die Beteiligung an den Arbeitsniederlegungen sei »sehr gut«, sagte Arno Peukes, Verhandlungsführer der Gewerkschaft ver.di. Sie hatte die 12 000 Beschäftigten der Geld- und Wert-Branche am Dienstag zu den Streiks aufgerufen. Nach Angaben von ver.di soll durch die Streiks der Bargeldverkehr in D...

ndPlusAlina Leimbach

Wo ist meine Rente?!

In den letzten Jahren ist das Rentenniveau immer weiter gesunken. Nun scheint das Thema auch in der Breite angekommen zu sein.

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ndPlusSimon Poelchau

Besonders Niedrigverdiener trifft die Krise

Welche Auswirkungen hat die Finanzkrise auf die Ungleichheit in den USA? Und wie hat die US-Administration auf sie reagiert? Die Ökonomin Vanda Almeida gibt in einem Interview Antworten.

John Dyer, Boston

Schwache Gewerkschaften führen zu niedrigen Löhnen

Viele Menschen in den USA haben noch nicht einmal 400 US-Dollar auf der hohen Kante, um unvorhergesehene Ausgaben stemmen zu können. Gleichzeitig geht es dem reichsten einen Prozent sehr gut.

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ndPlusMona Grosche

Gesund alt um jeden Preis?

Irgendwo in den USA: Auf einem Ärztekongress berichtet ein Gynäkologe stolz, dass seine über hundertjährige Patientin zum ersten Mal eine Brustkrebs-Vorsorge gemacht habe. Anstatt ihm einen Vogel zu zeigen, jubeln die versammelten Kollegen. An Beispielen wie diesen mangelt es nicht in dem neuen Buch der bekannten US-amerikanischen Publizistin und Biologin Barbara Ehrenreich. Unter dem Titel »Wolle...

Private bei Reha und Pflege schwach

Selbst in den angeblich leistungsstärksten Tarifen bieten private Krankenversicherer elementare Leistungen nicht an. Aber auch die gesetzlichen Kassen belasten etwa chronisch Kranke zusätzlich.

ndPlusChrista Schaffmann

Unerfüllte Kinderwünsche

Eltern mit Kinderwunsch, denen eine In-Vitro-Fertilisation nicht weiterhilft, suchen manchmal nach Alternativen im Ausland. Die sind jedoch mit hohen Kosten verbunden.

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Felix Jaitner

Bandera-Kult wird Staatsräson

In der Ukraine ist der 1. Januar 2019 kein gewöhnlicher staatlicher Feiertag. Abgesehen von Neujahr gedachte das Land des 110. Geburtstags des Nazikollaborateurs Stepan Bandera. Diesen Beschluss fasste das ukrainische Parlament Rada noch im vergangen Jahr - und Tausende Menschen folgten in einem Fackelzug, darunter rechtsradikale Neonazis und Vertreter paramilitärischer Verbände. Die westukrainisc...

Roland Etzel

Noch nicht der ehrliche Makler

Die deutsche Regierung ist in ihren Ankündigungen, wo sie im neuen Jahr vor allem außenpolitisch aktiv sein will, nicht kleinlich gewesen. Das durfte man auch erwarten, nachdem von Berlin mit so viel Vehemenz für einen eigenen Sitz im Sicherheitsrat geworben worden war. Gerade auf einem Feld, welches am Mittwoch von Außenstaatsminister Annen mit als erstens genannt worden war - dem Syrien-Konflikt...

Jana Frielinghaus

Vor Gericht wie auf hoher See

Wer in der Bundesrepublik etwas werden will, bekennt sich zum »Rechtsstaat« und distanziert sich zugleich vom »Unrechtsregime« der DDR. Dabei ist es eine Binse, dass Justitia in »unserer Demokratie« keineswegs ohne Ansehen der Person entscheidet und dass Abertausende behördliches Handeln als Willkür erleben - Stichwort Hartz-IV-Sanktionen und Widersprüche gegen zu Unrecht verhängte Strafen, bis zu...

Aert van Riel

Krokodilstränen

Als Spitzenkandidatin hat Katrin Göring-Eckardt alle Ziele verfehlt. Sie wollte mit den Grünen ein zweistelliges Ergebnis erreichen, drittstärkste Kraft im Bundestag werden und ihre Partei in die Regierung führen. Nun sind die Grünen mit 8,9 Prozent der Wählerstimmen und 67 Parlamentssitzen wieder einmal die kleinste Oppositionspartei im Bundestag. Ähnlich enttäuschend schnitt die Partei im Jahr 2...

Kerstin Wolter und Alex Wischnewski

Endhaltestelle für viele Probleme

Viele verbringen die Feiertage im Kreis ihrer Familie. Doch während diese für die einen Liebe und Zuneigung bedeutet, ist sie für andere verbunden mit Streit, Zorn und Gewalt. Besonders für Frauen ist Familie eine zwiespältige Angelegenheit.

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Kundgebung für Erhalt der Potse

Überwiegend junge Menschen haben am Mittwochnachmittag dafür demonstriert, das Jugendzentrum Potse als Treffpunkt zu behalten. Vor dem Haus in der Potsdamer Straße 180 unterstützten sie die Besetzer*innen, die seit dem Jahreswechsel im zweiten Stock, in dem sich das linke Jugendzentrum befindet, verweilen. Laut einer Sprecherin der Potse habe die Polizei bisher nicht versucht, in die Räumlichkeite...

Nicolas Šustr

Mit Engagement und Vertrauen

Wenn Politiker sich glaubhaft engagieren, dann vertrauen die Bürger durchaus. Das zeigt sich gerade sehr schön an dem Rekommunalisierungsmodell für die an die Deutsche Wohnen verkauften Blocks der Karl-Marx-Allee. In diesem Falle müssen die Mieter über ihr lautstarkes und kontinuierliches Engagement hinaus auch noch ein persönliches Risiko in Kauf nehmen, wenn sie die Rekommunalisierung wollen. De...

ndPlusMarie Frank

Umfrage: Berlin hält zu Rot-Rot-Grün

Nach rund der Hälfte der Regierungszeit des rot-rot-grünen Senats zeigen sich die Berliner zufrieden mit der Arbeit ihrer Abgeordneten: Laut einer Umfrage haben SPD, LINKE und Grüne auch weiterhin eine deutliche Mehrheit.

Was sich 2019 für die Berliner ändert

Der Jahreswechsel brachte eine Reihe von Änderungen. Manche Beiträge zu gesetzlichen Versicherungen wurden erhöht, andere gesenkt. Wer in Teilzeit arbeitet, kann in Vollzeit zurückkehren.

Sehnsucht nach der Gewobag
Nicolas Šustr

Sehnsucht nach der Gewobag

Nun wird es ernst: Die Mieter der von der Deutschen Wohnen gekauften Häuser unterschreiben verbindlich für die Rekommunalisierung. Der Zulauf ist rege.

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Stefan Kruse

Wenn Lehrer diskriminieren

An Berlins Schulen findet Diskriminierung auf unterschiedliche Weise statt. Und verantwortlich sind oft Lehrer. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert nun einen Mentalitätswechsel.

Notfallseelsorge kooperiert mit Muslimen

In Berlin sind zunehmend muslimische Helfer im Einsatz, wenn ein Mensch plötzlich gestorben ist und Polizei oder Feuerwehr den Eindruck haben, dass die Hinterbliebenen Hilfe brauchen.

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Politisches Theater

Potsdam. Aus Anlass des 100. Jahrestages der Ermordung von Rosa Luxemburg gastiert das Portraittheater Wien im Land Brandenburg. Es führt am 11. Januar um 20 Uhr in Potsdam, Café hausZwei im freiLand, Friedrich-Engels-Straße 22, und am 12. Januar um 14.30 Uhr in Cottbus, Museum Dieselkraftwerk, Am Amtsteich 15, seine Inszenierung »Geheimsache Rosa Luxemburg« auf. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung lud am...

Polizei fahndet nach Messerstecher

Ein 28-Jähriger konnte in Cottbus erst einen Streit schlichten, wurde dann aber mit einem Messer attackiert. Eine Erklärung der Stadtverwaltung zu diesem Fall sorgt für Debatten.

ndPlusMatthias Busse

Integration geht durch den Magen

Die Tafel von Brandenburg/Havel brachte ihr zweites interkulturelles Rezeptbuch heraus. Es ist aus dem gemeinsamen Kochen mit Geflüchteten entstanden.

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»Zeetje« bringt erste Sturmflut des Jahres

Rostock. Mecklenburg-Vorpommerns Ostseeküste erlebte am Mittwoch die erste Sturmflut mit überschwemmten Stränden und Straßen. Sturmtief »Zeetje« fegte über das Land und knickte Bäume um. Am Dornbusch auf Hiddensee erreichte der Sturm laut dem Wetterstudio Hiddensee Spitzenwerte von 130 km/h, das entspricht Orkanstärke 12. Drei Menschen wurden verletzt, als bei Dambeck nahe Röbel (Mecklenburgische ...

Nicht häufiger, aber heftiger

Essen. Er dauerte keine Viertelstunde, aber er riss Fenster und Türen heraus, deckte Dächer ab und schleuderte einen Wohnwagen durch die Luft: Der Tornado, der im Mai durch Viersen fegte, richtete einen Millionenschaden an. Das Wetterphänomen war 2018 in Nordrhein-Westfalen kein Einzelfall: Im Januar traf es auch Lippstadt, im März wurde Hamminkeln und im August Lüdenscheid von einem Tornado heimg...

ndPlusHendrik Lasch, Halberstadt

Vor verschlossenem Stollen

Bei Halberstadt ließ das NS-Regime ab 1944 einen Rüstungsbetrieb unter Tage anlegen; 2000 KZ-Häftlinge starben. Ein Insolvenzverfahren lässt die Gedenkstätte jetzt um den Zugang zum Stollensystem bangen.

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Otto König und Richard Detje

Angst vor der »gelben Gefahr«

Im Bundeswirtschaftsministerium wird daran gearbeitet, die erst 2017 angepasste Außenwirtschaftsverordnung zu verschärfen. Für die Übernahme deutscher Firmen durch ausländische Investoren sind höhere Hürden angekündigt.

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Liebe: Was soll daran schlecht sein?

Florian Günther ist Dichter, Fotograf und Herausgeber des »Drecksacks«, einer brillanten, weil tatsächlich »lesbaren Zeitschrift für Literatur« (Untertitel). Katharina Manzke-Leubner ist Malerin und Restauratorin. Zusammen haben sie den schönen Band »Liebesgedichte oder so was ähnliches« produziert. Eine prosaische Poesie, gebadet in Suff, Genie und Mutterwitz. Es ist dies eine Kunst, die von unte...

René Hamann

Aus dem Trott kicken

Mädchen in asozialer Umgebung, die das Kaputte wie das Leben zu feiern versuchen: Helene Hegemanns dritter Roman «Bungalow» zeigt Elend und Verwahrlosung. Hegemann schlüpft dabei in die Rolle des Unterschichtmädchens.

ndPlusHans-Dieter Schütt

Utopie und Frühling

Ist das nicht ein genialer Satz, den Peter Sloterdijk da anbietet? Denken ist: »Feuer in Papiertüten transportieren.« Sowas lese ich und bin für eine Weile begeistert erledigt. Der Satz ist Verstiegenheit - und Vergeblichkeit. Ist Ehrenrettung einer geistiger Brand-Stiftung der so ganz anderen, menschwürdigen Art: Zünden muss, was im Hirn Funken schlägt, gegen die Löschpapiertiger des Konsenses, d...

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ndPlusGert Claußnitzer

Ausgestrahlte Wirklichkeit

Einblick in das frühe Schaffen:In den letzten Jahren trat der freiberuflich in Dresden und Burkhardswalde bei Pirna tätige 1941 geborene Künstler Dietmar Gubsch vorwiegend mit Werken hervor, die sich am Konstruktivismus orientierten. Eine Ausstellung in Lohmen in der Sächsischen Schweiz vermittelt nun eine neue Perspektive auf den Maler. Während ihn heute vor allem komplizierte geometrische Strukt...

Crème de la Crème

Ob Sonne oder Regen, Augusthitze oder Dezemberkälte, an Madrids Kunsttempel »Museo del Prado« herrscht fast immer Hochbetrieb. Wer die spanische Hauptstadt besucht, für den gehört ein Rundgang durch die berühmten Ausstellungshallen mit Meisterwerken von Botticelli bis Bosch zum Pflichtprogramm. In diesem Jahr wird sich noch so mancher Kunstfreund aus aller Welt dazugesellen, denn das Museum feiert...

Jonas Engelmann

Blutende Herzen

Emil Ferris zeichnet in ihrem Comic «Am liebsten mag ich Monster» ein Gesellschaftsbild der USA aus der Perspektive einer mehrfachen Außenseiterin, zeigt ein Chicago voller Armut und Rassismus, aber auch den Aufbruch einer jungen Generation in die Gegenkultur.

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Very british

Das zwölfte Berliner Kurzfilmfestival »British Shorts« präsentiert vom 17. bis 23. Januar mehr als 200 Kurzfilme aus Großbritannien und Irland. Auf dem Programm stünden neben »unzähligen Screenings der besten aktuellen Kurzfilme« aus den beiden Ländern auch eine Retrospektive, Konzerte, Party, Talks, ein Filmworkshop sowie eine Ausstellung, teilten die Veranstalter mit. Bei dem Festival sei jedes ...

Afrikas Erbe

Wir dürfen nicht so tun, als ob die Objekte eines Tages mit einem Helikopter zu uns gekommen sind und plötzlich die Museen bestückt haben«, sagt Bénédicte Savoy im Gespräch mit Marie-Christine Werner in »SWR2 Zeitgenossen«. Die französische Kunsthistorikerin und ehemaliges Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Berliner Humboldt-Forums plädiert für eine radikal neue Perspektive im Umgang mit Ku...

Aktiv, nicht abwarten

Die Debatte um geraubte Kulturgüter aus der Kolonialzeit nimmt weiter an Fahrt auf. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) regte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an, offensiver über Rückgaben an die Herkunftsvölker nachzudenken. »Einfach nur passiv abzuwarten, bis jemand etwas zurückhaben möchte, ist nicht der richtige Weg, um unsere koloniale Vergangenheit aufzuarbeiten«, ...

ndPlusArmin Jähne

Geheimnis der Luwier

Eigentlich hätten sie sich ergänzen können: der 2005 verstorbene Troja-Ausgräber Manfred Korfmann und der Geoarchäologe Eberhard Zangger. Das aber hatte seinerzeit der unersprießliche Spannungszustand zwischen beiden verhindert, unter dem besonders Zangger zu leiden hatte. Insofern trägt dessen neues Troja-Buch auch autobiografische Züge.Im langjährigen heftigen Streit um Troja standen sich zwei S...

ndPlusMarco Tschirpke

Sonne, Mond und Ferne

Das mit Wenzel ist schon eine seltsame Sache. Der Mann mit dem Schifferklavier hat in seinen zuverlässig wiederkehrenden Seemann-Ahoi-Metaphern einen stehenden Topos. Was auf seinem Label Matrosenblau erscheint, klingt nach Fernweh und Abenteuer, nach Selbstsuche und der Kurzlebigkeit allen Glücks. Wenzel findet routiniert starke Bilder, von denen einige bei genauerer Provenienzforschung vermutlic...

ndPlusStefan Amzoll

Unkritische Gesänge

Interessiert DDR-Musik wieder? Elf Uhr vormittags, Semperoper, großer Saal, immerhin ein Drittel gefüllt. Die Aufführung: »Kritische Stimmen - Musikszene DDR I«. Geplant ist, jedes Jahr eine Veranstaltung unter diesem Namen abzuhalten. Das ist ein bisschen mager, auch ein Konzept für die Reihe gibt es offenbar noch nicht. Das Witzige aber im I. Teil: »Kritische Stimmen« kamen gar nicht vor. Kein S...

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ndPlusGunnar Decker

Im Paradies falscher Vögel

Gottfried Benn hat über den »Spiegel« bereits alles gesagt: »Revolverblatt, aber unterhaltlich«. Das war Anfang der 1950er Jahre, aber daran hat sich inzwischen wohl nichts geändert, auch wenn inzwischen die Kampagne »Spiegel-Leser wissen mehr« durchs Land rollte. Oder war das die »Bild«-Zeitung? Egal. Der »Spiegel« bestätigt erfolgreich die bundesdeutsche Mehrheitsbefindlichkeit: ein bisschen Tat...

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ndPlusPatrick Reichardt und Tom Nebe, London

Verdientes Eigenlob

Der Dominator steht wieder ganz oben: Michael van Gerwen ist nach seinem dritten WM-Titel vor allem von sich selbst beeindruckt. Ein Ende seiner Vormachtstellung ist dabei nicht absehbar.

ndPlusDominik Kortus, Köln

Druck auf die WADA steigt

Das Ultimatum ist abgelaufen, die Dopingjäger zürnen - und Russland muss erneut Sanktionen fürchten: Die Aufarbeitung des russischen Dopingskandals ist um ein groteskes Kapitel reicher, der Druck auf die schon zuvor in die Kritik geratene Welt-Antidoping-Agentur WADA steigt weiter. »Der hat russische Sport hat die Forderungen nicht erfüllt«, teilte die deutsche nationale Antidoping-Agentur NADA am...

Lars Becker, Innsbruck

Der gläserne Skispringer

Ein Chip am Ski liefert neuerdings Flugdaten der Skispringer. Manche wollen sich nicht in die Karten schauen lassen, auch wenn das Erfolgsgeheimnis von Ryoyu Kobayashi weiter unentschlüsselt bleibt.