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Stadt im Griff

Die Immobilienwirtschaft und die ihr verbundenen Parteien sind ganz aus dem Häuschen. Sie bangen um ihre Häuser. Denn das Berliner Volksbegehren »Deutsche Wohnen & Co enteignen« sorgt seit Monaten für Aufsehen. Und das, obwohl die Unterschriftensammlung erst an diesem Samstag beginnen soll. Die Initiative fordert die Enteignung gewinnorientierter Immobilienkonzerne, die jeweils über 3000 Wohnu...

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Stephan Kaufmann

Happy Birthday NATO

Das Vorhaben sorgt für Aufsehen: Eine Berliner Initiative fordert, große Wohnungskonzerne zu enteignen. Die Immobilienwirtschaft bangt, die FDP ist alarmiert. Wir schildern die Enteigungsdebatte - und stellen Menschen vor, die sich für die Rechte von Mietern einsetzen.

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Ines Wallrodt

Stress im Job? Mach doch Yoga!

Alle spüren sie, aber messen lässt sie sich schlecht: Arbeitsverdichtung. Betriebsräte können wenig ausrichten, wenn schlicht zu wenig Personal eingestellt wurde. Die Gewerkschaften verweisen auf den Gesundheitsschutz als Hebel der Mitbestimmung.

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Bezahlbares Wohnen in ganz Europa

Eine »alarmierende Zahl von 82 Millionen BürgerInnen in Europa sind mit viel zu hohen Mieten konfrontiert«, warnen die Initiator*innen der Europäischen Bürgerinitiative »Housing for all« (zu dt.: Wohnraum für alle). Sie sammeln seit dem 18. März europaweit die benötigten eine Million Unterschriften. Ihr Ziel: In der EU bessere Voraussetzungen für leistbaren Wohnraum schaffen. Als leistbar def...

Alina Leimbach

Die Gewinner

SPD-Chefin Andrea Nahles tituliert Wohnen als die »soziale Frage des 21. Jahrhunderts«. Die Mietpreisbremse ist erst kürzlich verschärft worden. Doch Expert*innen stellen der Politik der Bundesregierung ein vernichtendes Zeugnis aus.

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Volker Stahl

Senior im Scharmützel

Er ist längst in Rente, aber er macht weiter. Seit fast 40 Jahren ist Wilfried Lehmpfuhl das »Kampfschwein« beim Mieterverein zu Hamburg, mit 70 000 Mitgliedern die größte und älteste Mieterorganisation der Stadt.

ndPlusMarion Bergermann

Detektivin der guten Sache

Das Problem steigender Mieten in Berlin ist so groß geworden, dass Sandrine Woinzeck in Vollzeit dagegen ankämpft. Netzwerken, beraten und Immobilienspekulation ein Gesicht geben, damit beschäftigt sie sich größtenteils unentgeltlich.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Gemeinnutz, im Dickicht erstickt

Die Wohnungsfrage ist zurück auf der politischen Tagesordnung. Die Gründe dafür sind nicht allein politische Fehlentscheidungen, sondern auch die Auswirkungen des Skandals um das gewerkschaftseigene Wohnungsunternehmen Neue Heimat. Deren Geschichte begann schon in den 20er Jahren.

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Simone Schmollack

Vater, Mutter, mehrere Kinder

Emanzipatorische Errungenschaften sind fragil, auch wenn sie noch so selbstverständlich scheinen. Derzeit versuchen Rechtspopulisten in vielen europäischen Ländern verstärkt, das Rad der Geschichte zurückzudrehen.

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Britische Regierung will Brexit-Aufschub bis zum 30. Juni

Die Europäische Union und Großbritannien erwägen eine weitere Verschiebung des Brexits. Die britische Premierministerin Theresa May bat in einem Schreiben an EU-Ratschef Donald Tusk am Freitag um einen Aufschub bis zum 30. Juni. Tusk selbst plädiert hingegen nach Angaben eines EU-Beamten für eine flexible Verlängerung der Austrittsfrist um bis zu zwölf Monate. Die Entscheidung dürfte am Mittwoch b...

Martin Kröger Nicolas Šustr

Rote Laterne abgegeben

Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ist der Tarifkonflikt gelöst. Die Gewerkschaft ver.di und der Kommunale Arbeitgeberverband einigten sich in der Nacht zu Freitag auf einen neuen Tarifvertrag, der eine Laufzeit bis 2020 hat.

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Stefan Otto

Nur wenig Entlastung

Das Bafög soll nach dem Willen der Großen Koalition ausgebaut werden. Doch auch mit der Reform wird es keine ausreichende Unterstützung der bedürftigen Studierenden geben.

Robert D. Meyer

Opportunistin namens Barley

Justizministerin Katarina Barley (SPD) hat angekündigt, im EU-Ministerrat am 15. April der umstrittenen EU-Urheberrechtsreform zuzustimmen. Vor wenigen Wochen hatte das noch ganz anders geklungen.

Uwe Kalbe

Vom Gemeinwohl provoziert

Angesichts stark steigender Mieten in der Hauptstadt will eine Initiative Unternehmen mit mehr als 3000 Wohnungen »vergesellschaften«. Das bringt die FDP in Rage. Tatsächlich aber lässt das Grundgesetz die Frage nach der Wirtschaftsordnung offen.

General Seitenwechsler

Wenn es in Libyen unruhig wird, ist General Haftar meistens mit von der Partie, denn der 75-Jährige ist ein lupenreiner Opportunist. Derzeit führt er einer der beiden libyschen Parallelregierungen und sorgt mit seiner neuesten Offensive international für Aufsehen.

Angelika Timm

Nebeneinander statt miteinander

In wenigen Tagen werden die Abgeordneten der Knesset neu gewählt. Eine linke Alternative zur aktuellen Politik in Israel zeichnet sich nicht ab. Woran liegt das? Ein Erklärungsversuch.

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Weimarer Moderne

»Bauhaus kommt aus Weimar.« Unter diesem Motto feiert die Klassik Stiftung Weimar an diesem Samstag die Eröffnung des neuen Bauhaus-Museums Weimar. Das bisherige Bauhaus-Museum am Theaterplatz, welches 1995 von Clemens Wenzeslaus Coudray entworfenen wurde, schloss 2018. Dort wird künftig das Haus der Weimarer Republik entstehen. Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses sollte ein ...

Christof Meueler

Das lebhafte Grau

Hätten Sie’s gemerkt? Die Grünen sind schon 40 Jahre alt. Und noch immer geht es bei ihnen um die Macht der Gefühle, um vage Andeutungen, die aber tief empfunden sind.

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Thomas Blum

»Die Sturmriemen um den Stahlhelm werden enger«

Thomas Ebermann geht mit einem »Anti-Heimatabend« auf Tournee. Ein Gespräch über die Seehoferisierung Deutschlands, bewegungsfeindliches Tanzen, Nestbeschmutzung und den Kampfbegriff »Heimat«

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ndPlusRené Hamann

Der Schlafanzug

Gelegentlich passiert es , dass beim Aufguss nur noch Männer sind. Dann dauert es keine zwei Minuten, und ein Mann stöhnt auf. Hat der erste mit einem solchen Saunabrunfzer vorgelegt, stimmen die anderen bald ein in einen Überbietungswettbewerb. Wer röhrt lauter?

ndPlusJakob Hayner

Den Stumpfsinn langsam steigern

Ein Abendessen von gutsituierten Menschen, die sich nichts zu sagen haben und dann wirft die Tochter ein Baby aus dem Fenster. Das Theaterstück »abgrund« an der Berliner Schaubühne ist so zynisch wie das, was es zeigt.

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ndPlusFelix Jaitner

Wieder auferstanden

2018 wurde Arkadij Babtschenko in Kiew ermordet. Am nächsten Tag war er wieder da und erklärte, die Inszenierung diene der Aufdeckung eines Terrornetzwerks. Im Interview meint er: Die Schuld für die krisenhafte Entwicklung der Ukraine liege bei Russland.

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ndPlusJohanna Treblin

Vorne rein, hinten raus

Berlin-Zehlendorf. Stephan Mann zieht eine Atemschutzmaske über den Kopf, schwingt seine Beine über den Rand eines Abwasserschachts und steigt hinab. Dort ist kein riesiges Gewölbe, sondern nur ein fußballgroßes Rohr. Ein Besuch in der Kanalisation.

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ndPlusStephan Kaufmann

Gleichheit im Zwang

»Der Steuerzahler« ist eine beliebte Figur in der politischen Debatte. Stephan Kaufmann macht sich mit ihr bekannt und entlarvt gleich drei Fehlschlüsse.

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ndPlusDominik Wetzel

Bücher, Spielzeug, Daten, Krieg

Werden Daten des US-Verteidigungsministeriums zukünftig über die Amazon-Cloud verarbeitet? Das wäre ein weiterer Schritt hin zu einer Vereinfachung von Überwachung und Kontrolle. Entschieden wird darüber im April.

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Irmtraud Gutschke

Politik der Panik

Nachrichten haben Wirkungen und Nebenwirkungen: David Goeßmann untersucht, wie das Flüchtlingsthema genutzt wird, um von anderen sozialen Themen abzulenken und eine neoliberale Politik der Aufrüstung zu ermöglichen.

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ndPlusHendrik Lasch

Die Klagen der »Sonderdeutschen«

In zehn Jahren wird die DDR so lange Vergangenheit sein, wie sie existiert hat. Doch der Ost-West-Konflikt wächst sich einfach nicht aus. Warum ist das eigentlich so?

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ndPlusVelten Schäfer

Es gab keinen Zerstörungsplan

30 Jahre nach dem Ende der DDR existiert immer noch eine merkliche Grenze was Löhne, Vermögen und Arbeitslosigkeit angeht. Der Historiker Michael Hofmann spricht über den Beitrittsprozess der DDR als Gegenstand der Geschichtswissenschaft.

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ndPlusIris Rapoport

Roh oder gekocht

Wahrscheinlich war alles ein Irrtum, damals im Paradies. Denn was hätte Gott gegen einen »Gelben Köstlichen« oder »Granny Smith« ernsthaft einwenden sollen? Eher wollte er wohl vor dem Manzanilla-Baum warnen. Diesen netten Namen gaben die spanischen Konquistadoren einem Baum in der Neuen Welt, der an karibischen Küsten Schatten und saftige Früchte versprach und dem heimischen Apfelbaum (span. Manz...

ndPlusElke Bunge

Die Mathephobie ist echt

Psychologen der Universität Cambridge konnten belegen, dass die Angst vor Zahlen und mathematischen Problemen zumeist im Grundschulalter erworben wird. Auslöser ist oft Leistungsdruck und schematischer Unterricht.

ndPlusBernd Schröder

Raus aus der Büchse

Bisphenol A (BPA) ist das wichtigste Ausgangsmaterial für Kunststoffe. Die unerwünschte hormonähnliche Wirkung brachte die Substanz in Verruf. Doch ein unbedenklicherer Ersatzstoff für Beschichtungen in der Lebensmittelindustrie wird derzeit in Europa wird geprüft.

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ndPlusMartin Koch

Spur der Schwerkraft

Nachdem der Pluto seinen Rang als Planet eingebüßt hat, ist die Rolle des neunten Planeten wieder unbesetzt. Doch aufgrund von Bahnstörungen bekannter Objekte vermuten Astronomen am Rand unseres Sonnensystems noch einen unbekannten Riesenplaneten.

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Was passiert mit Schmutzwäsche im All?

Die ISS, die Internationale Raumstation, soll endlich eine eigene Waschmaschine bekommen. Das ist der Plan. Hat sich ein russisches Unternehmen ausgedacht. Was haben die bislang mit ihrer Dreckwäsche gemacht? Ins Weltall geschossen? Das trifft es nicht ganz. Da so eine Raumstation versorgt werden muss, fliegen regelmäßig Transportraumschiffe hoch. Die bringen frische Brötchen, ...

ndPlusMike Mlynar

Zeitfragen

Kaum hat die »Sommerzeit« angefangen, schon ist sie wieder aus den Schlagzeilen. Die Menschheit scheint sich also glücklicherweise von einem echten Sommer mehr berührt zu fühlen als von einem bürokratischen Konstrukt. Warum das so ist, weiß unser Sommergefühl auf der Haut und im Herzen. George Gershwin beispielsweise kann uns daran mit »Summertime« sogar zu jeder Jahreszeit erinnern. Das Nach...

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Martin Kröger

Die Sammelwut wächst

In Berlin startet am Samstag auf einer Großdemonstration gegen steigende Mieten das Volksbegehren »Deutsche Wohnen & Co enteignen«. Die radikalen Forderung der Initiative stoßen auf große Zustimmung - weit über die Grenzen der Metropole Berlin hinaus

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Nicolas Šustr

Der Senat muss radikaler werden

Die Mieterbewegung wächst. Aktivisten rechnen damit, dass die Berliner Mietenwahnsinn-Demo diesen Samstag noch viel größer wird als im Vorjahr. Die Wohnungsnot ist auch politisch gefährlich.

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Andreas Fritsche

Leser wandern zu Gartenfreunden

Am 14. April von 9 bis 11 Uhr startet die nd-Leserwanderung am Berliner U-Bahnhof Kienberg/Gärten der Welt. Angesagt haben sich Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau und die Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch (beide LINKE).

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Alexander Ludewig

Fußball wie er sein soll?

Es wird spannend: der FC Bayern empfängt den BVB. Die Dortmunder könnten einen vorentscheidenden Schritt zum Thronsturz nach sechsjähriger Münchner Alleinherrschaft machen. Von einstigen superlativen ist das Spitzenspiel aber weit entfernt.

ndPlusDaniel Theweleit

Querdenker und Quertreiber

Seine sind Thesen streitbar, aber die Erfolge sprechen für ihn. Matthias Sammer war in den vergangenen 25 Jahren an vielen internationalen Erfolgen des deutschen Fußballs beteiligt: eine Idealbesetzung als externer Berater bei Borussia Dortmund.

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Premiere für deutsche Basketballer

Bambergs Basketballer haben in dieser Woche für ein Novum gesorgt. Die Franken feierten am Mittwochabend bei Titelverteidiger AEK Athen den Einzug ins Halbfinale der Champions League und haben damit als drittes deutsches Team in dieser Saison den Sprung unter die Top Vier eines europäischen Klubwettbewerbs geschafft - das gab es zuvor noch nie. Das selbsterklärte und bislang größenwahnsinnig ...

ndPlusOliver Kern

Noch einmal den Flamingo sehen

Dirk Nowitzki hat das Ende seiner Karriere noch immer nicht verkündet. Dennoch wird er überall verabschiedet, denn niemand will den Moment verpassen. Schließlich könnte in ein paar Tagen einer gehen, der den Basketball revolutioniert hat.

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So geht’s

Der Textumfang darf 60 Maschinenzeilen à 100 Zeichen (mit Leerzeichen) - also 6000 Zeichen - nicht überschreiten. Längere Geschichten haben keine Chance, in die Wertung zu kommen. Über illustrierende Fotos zu Ihrem Text freuen wir uns. Wenn Sie diese nicht in digitaler Form besitzen, schicken Sie die Bilder als Reproduktion, da es sich sicher häufig um unwiederbringliche Zeitdokumente handelt...

Aber nun mal los!

Seit einer Woche läuft der von vielen schon sehnsüchtig erwartete 17. nd-Lesergeschichten-Wettbewerb (siehe ndCommune vom 30. März). Doch noch kann ich mich nicht über einen überquellenden Postkasten beschweren. Aber nun mal los, liebe Leserinnen und Leser! Ich bin gespannt auf Ihre Geschichten unter dem Motto: »Wanderungen durch die Zeit«. Sorgen Sie dafür, dass wir am Ende wieder die Qual der Wa...

Helmut Erich Bastian

Ein Denkmal für die mutigen Frauen

Unser Treck führte im Januar und Februar 1945 zunächst von einem prächtigen Schloss, unserem zeitweiligen Kinderlandverschickungslager »Herreneichen« in der Nähe der Weichsel, bis nach Stettin. Zu zweit querten wir voreilend die zur Sprengung vorbereiteten Oderbrücken und verloren dadurch unsere zwei Ackerwagen. Ratlos ging es zum Bahnhof, wo uns eine ungeheure Menge verzweifelter Menschen empfing...

ndPlusHeidi Diehl

Genießen, flanieren und Geschichte erleben

Mit großem Pomp 1890 eröffnet, avancierte das Kurhaus Binz schnell zum ersten Haus am Platze. Wer hier die Sommerfrische verbrachte, gehörte zur angesehenen Gesellschaft. Doch die Freude währte nur 16 Jahre, dann vernichtete ein Feuer das schnell zum Wahrzeichen des Ortes gewordene Holzensemble. Schon zwei Jahre später entstand es prachtvoller als zuvor wie Phönix aus der Asche. Die Schönen und Re...

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ndPlusOliver Eberhardt

Zum Song Contest nach Tel Aviv

Die Eurovison-Song-Contest Tickets kosten 2019 mehrere hundert Euro, das Dreifache der Eintrittspreise für ein Madonna-Konzert. Das Geld kann man besser einsetzen. Tipps für eine Reise nach Israel.

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Karlen Vesper

»Am liebsten hätte man mich für vogelfrei erklärt«

Kristina Hänel wurde vorgeworfen, Werbung für Schwangerschaftsabbrüche zu machen. Auf Grundlage des Paragrafen 219a wurde sie zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Ein Interview mit der Ärztin aus Gießen.