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UN-Resolution zu sexueller Gewalt in Kriegsgebieten

New York. Der UN-Sicherheitsrat hat am Dienstagabend eine Resolution zu sexueller Gewalt in Konflikten angenommen. Demnach sollen Gewalttäter stärker verfolgt werden und Betroffene mehr im Fokus stehen. Damit auch die USA zustimmen, verzichteten die anderen Ratsmitglieder auf ursprünglich vorgesehene Frauenrechte. Erst nachdem der Passus zu »sexueller und reproduktiver Gesundheit« gestrichen worde...

Schotten nehmen neuen Anlauf

London. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat ein zweites Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien gefordert. Ihre Regierung werde in Kürze einen entsprechenden Gesetzesentwurf für ein neues Referendum vor 2021 vorlegen, sagte sie am Mittwoch vor Abgeordneten in Edinburgh. Sie erhoffe sich die Zustimmung des Parlaments bis Jahresende. Die Regierung wolle der...

Unmut in der Union über Weber

Berlin. Der konservative Spitzenkandidat für die Europawahl, Manfred Weber (CSU), sorgt mit seiner Ablehnung der Ostseepipeline Nord Stream 2 auch in den eigenen Reihen für Unmut. »In diesem Stadium kann und darf dieses Infrastrukturprojekt nicht mehr infrage gestellt werden«, sagte Unionsvizefraktionschef Johann Wadephul. »Es ist eines der letzten großen Projekte, die wir im beiderseitigen Intere...

Lotte Laloire

Vier minus

»Er hat sich stets bemüht«, könnte es eines Tages in Geschichtsbüchern über den derzeitigen deutschen Außenminister Heiko Maas (SPD) heißen. In der Schule bekommt man dafür eine Vier minus. Für Frauen in Kriegsgebieten kann das Ergebnis von Maas’ Bemühen etwas viel Schlimmeres bedeuten: Nach Vergewaltigungen könnten sie künftig gezwungen sein, die so gezeugten Kinder auszutragen. Legitimationsgrun...

Zwischen Elend und Hoffnung

Damaskus. Flüchtende aus Afrin - eine traurige Facette unter den zahllosen Tragödien des Syrien-Krieges. Dessen Hauptbrennpunkte ziehen sich derzeit entlang der syrisch-türkischen Grenze im Norden. Dort, in den vorwiegend kurdisch besiedelten Provinzen, stehen sich gegenwärtig Milizen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten und Truppen der regulären türkischen Armee gegenüber.Der türkische Staa...

Hermannus Pfeiffer

Panama Papers führten zu 150 Ermittlungen

Nachdem der Panama-Papers-Skandal öffentlich geworden war, begannen die Behörden zu ermitteln. Doch auch nach drei Jahren konnte der Fiskus kaum Geld bei Kriminellen eintreiben.

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Philip Malzahn

»Es ist eine systematische Unterdrückung«

»Wir haben den IS besiegt, doch trotzdem vergisst man uns«: Eine Delegation aus Afrin berichtet von der brutalen Herrschaft der Türkei in der mehrheitlich kurdischen Provinz in Syrien.

Roland Etzel

Der Fokus liegt erneut auf Idlib

In der kasachischen Hauptstadt Nursultan beginnt am Donnerstag 
eine weitere Runde der Syrien-Gespräche 
zwischen Iran, Russland und der Türkei. Bei dem zweitägigen Treffen soll es vor allem um die Provinz Idlib gehen. Aber auch die Lage in 
den syrischen Kurdengebieten dürfte eine Rolle spielen.

Ralf Streck, San Sebastián

Pedro Sánchez geht ins Risiko

Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez kann bei den Wahlen am Sonntag mit Zugewinnen für seine sozialdemokratische PSOE rechnen. Ob es ihm gelingt, danach eine Regierung zu schmieden, ist offen.

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ndPlusSebastian Weiermann

Rechtshilfe unter schwierigen Bedingungen

Viele Geflüchtete sind in Deutschland auf die Hilfe von Anwälten angewiesen. Einer von ihnen ist Marcel Keienborg. Für ihn ist oft entscheidend, dass Schutzsuchende ihre Geschichte glaubhaft erzählen.

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Eric Breitinger

Gesündere Lebensmittel im Einkaufskorb

Die Ampel in der Version Nutri-Score wird in Frankreich von der Regierung empfohlen. Sie helfe, mehr gesündere Lebensmittel zu kaufen, sagt Serge Hercberg, der Erfinder des Kennzeichnungssystems für Lebensmittel. Haushalte mit geringem Einkommen profitierten in Frankreich am meisten.

Ulrike Henning

Ampel, Nutri-Score oder gar nichts

Die Debatte über eine angemessene gesundheitsfördernde Lebensmittelkennzeichnung flackert wieder auf - zunächst in einem juristischen Scharmützel.

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ndPlusLotte Laloire

Eine UN- oder US-Resolution?

Der UN-Sicherheitsrat hat ein energischeres Vorgehen der Weltgemeinschaft gegen sexuelle Gewalt in Krisengebieten gefordert. Das Gremium ruft in einer am Dienstagabend verabschiedeten Resolution die UN-Mitgliedstaaten dazu auf, ihre Gesetzgebung zu solchen Gewaltakten zu stärken und Täter stärker zu verfolgen. Dafür sprachen sich 13 der 15 Länder im Sicherheitsrat aus, China und Russland enthielte...

Sebastian Haak, Erfurt

Ohne demokratische Kontrolle

Thüringens Justizminister Dieter Lauinger hätte schon vor Monaten gegen die eigenartigen Umtriebe eines Geraer Staatsanwaltes etwas tun können. Das könnte zum Problem von Rot-Rot-Grün werden.

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Polizeichef in Sri Lanka muss gehen

Colombo. Wegen folgenschwerer Fehler bei der Informationsweitergabe vor den Anschlägen in Sri Lanka müssen der Polizeichef und ein hochrangiger Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums ihre Posten räumen. Staatspräsident Maithripala Sirisena wies sie am Mittwoch an, Kündigungen einzureichen, wie sein Büro mitteilte. Sirisena hatte am Dienstagabend angekündigt, innerhalb von 24 Stunden die Führung...

ndPlusRené Heilig

Mord ohne Konsequenz

Durch Einsätze der Regierungstruppen und des US-Militärs kamen im ersten Quartal 2019 - laut UNO - mehr am Kampf unbeteiligte Afghanen um als durch Attacken der Aufständischen.

Krisengipfel in Kairo

Ausgerechnet unter Führung des ägyptischen Präsidenten al-Sisi - ein Unterstützter des libyschen Gerenals Khalifa Haftar - soll eine »afrikanische Lösung« für die derzeitigen Krisen gefunden werden.

Michael Bonvalot, Wien

Österreich kürzt bei den Ärmsten

Am Donnerstag soll im Wiener Parlament die Kürzung der Mindestsicherung beschlossen werden. Familien, Kinder, Geflüchtete und Menschen ohne Pflichtschulabschluss sind besonders betroffen.

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Kurt Stenger

Deutsche Umwelthilfe wieder vor Gericht

Um Wettbewerbsverstöße besser ahnden zu können, dürfen staatlich geprüfte Vereine Abmahnungen verschicken. Ein Umweltverband eckt damit an.

ndPlusAndreas Knudsen

Bremen im Finnafjord

Wegen der Eisschmelze in der Arktis wird es demnächst Schifffahrtslinien über den Nordpol geben. Island will dabei zur Drehscheibe des internationalen Handels werden.

ndPlusFelix Jaitner

Roter Teppich für Steuerhinterzieher

Um in ausländischen Steueroasen registriertes Vermögen zurückzuholen, setzt die russische Regierung auf Kapitalamnestien - vorgeblich, um von den US-Sanktionen betroffene Unternehmen zu schützen.

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ndPlusMichael Lenz

Trotz Epidemie, Boxstar und Bischöfen

Angst aus Erfahrung: Nachdem ein Impfstoff gegen Denguefieber den Tod von Kindern verursacht haben könnte, traut man auf den Philippinen dem Impfen nicht mehr. Die Folgen sind ebenso tödlich.

ndPlusPhilipp Hedemann, Dhaka

Die Vergessenen von Rana Plaza

Vor sechs Jahren stürzte die Rana- Plaza-Textilfabrik in Bangladesch ein. Mindestens 1135 Menschen starben, 2438 Menschen wurden verletzt. Noch immer leiden die Opfer und ihre Angehörigen.

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ndPlusDorothea Hülsmeier

Fehler und Fachchinesisch

Der Arztbrief aus der Klinik soll dem Hausarzt klare Informationen zur Therapie des Patienten übermitteln. Eine Studie kommt nun zu dem Ergebnis, dass Arztbriefe oft kaum zu verstehen sind.

ndPlusAnke Nussbücker

Gründünger auf dem Teller

Die heimische Hülsenfrucht Lupine kann zwar schon zu vielen Lebensmitteln verarbeitet werden, Probleme könnten allerdings bestimmte Zusatzstoffe bereiten.

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Markus Drescher

Nicht ganz dicht

Fast alle, die sich im Internet bewegen, nehmen Cyberkriminalität als wachsende Bedrohung wahr - zumindest gaben dies neun von zehn Befragten einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom an. Woher sollte auch ein Gefühl der Sicherheit kommen? Wer selbst keine Ahnung hat - zwei Drittel der Befragten gaben an, sie würden gar nicht merken, dass Fremde Computer oder Smartphone a...

ndPlusUwe Sattler

Europäische Selbstüberschätzung

Manfred Weber ist immer für eine Überraschung gut. Der Spitzenkandidat der europäischen Konservativen zur EU-Wahl möchte in Brüssel Kommissionspräsident werden - was laut Umfragewerten für die »Europäische Volkspartei« möglich scheint. Zumindest hat Weber schon vorgelegt: Sollte er als Wahlsieger das EU-Spitzenamt antreten, wolle er die Beitrittsgespräche mit der Türkei stoppen, erklärte der CSU-M...

Martin Ling

Schottischer Druck

Aus britischer Sicht wäre es der Worst Case: Der Brexit als Beginn des endgültigen Verfalls des britischen Empires, angefangen mit der Abkehr Schottlands vom Vereinigten Königreich. Dieses Szenario ist durch die Erklärung der Regierungschefin Schottlands, Nicola Sturgeon, wahrscheinlicher geworden. Sie hat angekündigt, noch vor der nächsten Parlamentswahl in dem britischen Landesteil ein zweites U...

ndPlusDenis Trubetskoy

Strippenzieher

Neben dem Oligarchen Rinat Achmetow gehört der aus der ostukrainischen Stadt Dnipro stammende Ihor Kolomojskyj, der zweitreichste Mann der Ukraine, seit Jahrzehnten zu den wichtigsten politischen Strippenziehern des Landes. Den Grundstein seines Vermögens legte der 56-Jährige in den 1980ern Jahren. In Moskau erworbene Waren verkaufte er einfach in Dnipro, damals Dnipropetrowsk, weiter. Später grün...

Jörg Staude

Revolte gegen die Klimakrise

Stell’ dir vor - auf den Straßen beginnt die Revolte und erprobte Berufsrevolutionäre, die es für subversiv halten, sich in einer gelben Weste vors Kanzleramt zu stellen, verpassen den Aufstand total. Wer die Klimakrise nur für eine besonders geschickte Herrschaftstaktik im ewig währenden Klassenkampf hält, steht eben mit dem falschen Bein auf. Aber auch die etablierte Umweltbewegung sah die Beweg...

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Mietendemo zieht durch Grunewald

Nach der Großdemonstration am 6. April, an der sich allein in Berlin über 40 000 und bundesweit mehr als 55 000 Menschen beteiligt hatten, mobilisiert das »Mietenwahnsinn«-Bündnis unter dem Motto »Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn« zu einem eigenen Block auf der 1.-Mai-Demonstration in Berlin-Grunewald. »Der Stadt der steigenden Mieten, in der wenigen gehört, was alle brauchen, setzen...

Martin Kröger

Autogebühr ist Debatte wert

Die Reaktion von rechts war erwartbar. Von einem »blindwütigen Kulturkampf gegen das Auto« faselte die CDU. Und »Murks« sei die Mautidee, weil wegen der City-Maut die Versorgung der Metropole nicht mehr sichergestellt sei - oder so ähnlich. Hintergrund für die verbalen Ausfälle der Freunde des motorisierten Individualverkehrs waren Äußerungen von Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Gr...

ndPlusJérôme Lombard

Wasserpreise bleiben stabil

Mehr verkauftes Trinkwasser, mehr Investitionen, stabile Preise: Die Bilanz der Berliner Wasserbetriebe 2018 fällt positiv auf. Das landeseigene Unternehmen stellt sich auf zunehmende Wetterextreme ein.

Nicolas Šustr

Die gemeinsame Vision fehlt

Stadtentwicklungsprojekte kommen viel zu langsam voran. Neben verhedderten Verwaltungszuständigkeiten liege das auch am mangelnden Vertrauen der Bürger, sagen Politiker und Experten.

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ndPlusStefan Kruse

Betreuungsplatz dringend gesucht

Im Vorjahr fehlten Tausende Kita-Plätze in der Hauptstadt, Eltern machten ihrer Wut auf einer großen Demonstration Luft. Seither ist einiges passiert. Wie ist die Situation heute?

Nicolas Šustr

Bedingt öffentliches Grün

Bisher haben die Gegner des B-Plans Ostkreuz vor allem politisch gegen die geplante Bebauung der Rummelsburger Bucht argumentiert. Nun munitionieren sie sich auch juristisch auf.

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Waldumbau soll Bestände stärken

Eberswalde. Der Wald der Zukunft muss aus Sicht eines Waldexperten vielfältig sein, um Waldbränden Paroli bieten zu können. Strukturreiche Laubwälder mit verschiedenen Baumarten brennen nicht so schnell und trocknen nicht so stark aus wie reine Nadelwälder, wie der Naturwissenschaftler Pierre Ibisch von der Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung sagte. »Die großflächigen Monokulturen w...

ndPlusTomas Morgenstern

Landwirte hoffen auf Landregen

Es hat kaum geregnet im April; über Ostern brannte es oft in den trockenen Wäldern. Große Sorge treibt die Landwirte. Der Wetterdienst hält die derzeitige Großwetterlage nicht für ungewöhnlich in der Region.

ndPlusWilfried Neiße

Unter dem Diktat der Sichtachsen

Vor zehn Jahren wurde in Potsdam eine Schutz- und Pufferzone für die Weltkulturerbestätten ausgewiesen. Dennoch gerät dieser der Stadt von der UNESCO verliehene Status immer mal wieder in Gefahr.

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ndPlusHagen Jung

Expo-Gelände lockt zum Zündeln

Wieder mal musste die Feuerwehr in Hannover zum Gelände der »Expo 2000« ausrücken. Die vor sich hin gammelnden Pavillons sind beliebt bei Brandstiftern und zerstörungswütigen Zeitgenossen.

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

Herausgeworfenes Steuergeld?

Anwohner sehen Gefahren bei der Elektroantrieb-Teststrecke für Lkw, der auf der A 1 errichtet wird. Ein Kritikpunkt: Lärmemission.

Hendrik Lasch

Der Mann, der aus dem Fuchsbau kam

Die LINKE in Sachsen-Anhalt braucht ab Juni einen neuen Landeschef. Einziger Bewerber bisher ist Stefan Gebhardt - der im Mansfelder Land schon zeigt, wie linke Politik auf Zuspruch stoßen kann.

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Tsafrir Cohen

Rechtsruck des gesamten Politikspektrums

Nach der Parlamentswahl vom 9. April in Israel steuert Ministerpräsident Netanjahu auf eine fünfte Amtszeit zu. Die Linkskräfte erlitten eine schwere Niederlage.

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ndPlusFrank Schäfer

Mit Dösenbier

Motör Eder ist ein bierbäuchiger Metal-Bassist, »TRUEmuckl« sein kleiner »Alköholbold«. Gemeinsam müssen sie den heavymetalfeindlichen Alltag meistern, also Nachbarn mit miesem Musikgeschmack vergraulen oder den via rückwärtsabgespielter Schallplatte herbeigerufenen Satan austreiben. Mit Bier, der richtigen Musik und einer Seele, so rein und klar wie Doppelkorn, schaffen die Freunde alles und alle...

ndPlusFrank Willmann

Kein Getränk

Nein, Schuppenwurz ist kein neuartiges Getränk aus der Homöopathieabteilung von Aldi-Nord, es ist ein echtes Schwurbelmännchen, erfunden vom englischen Schwurbelliteraten Max Porter. Ist dessen neuer Roman »Lanny« vielleicht das Buch zu einer gleichnamigen Krankheit? Jein. In »Lanny« berichtet Porter von einem Jungen mit diesem Namen, der »anders als alle anderen ist«. Na, sie wissen schon, eigena...

ndPlusLilian-Astrid Geese

Frankfurt am Main, Deutschland

Die jüngere deutsche Geschichte hat es der Drehbuchautorin Annette Hess - »Weißensee«, »Ku’damm 56/59« - angetan. Auch ihr erster Roman zeugt davon. Spannend wie eine TV-Serie erzählend blättert sie ein Panoptikum aus dynamischer Handlung und narrativen Strängen im dumpfen - abgestumpften? noch betäubten? - Nachkriegsdeutschland auf. Ihr Debüt »Deutsches Haus« wird so zu einem Leseerlebnis.Der Tit...

ndPlusManfred Loimeier

Harlem, New York

Wäre der US-amerikanische Schriftsteller James Baldwin im Jahr 1924 als weißer Protestant geboren worden, wäre er mit seinen Romanen, Gedichten, Theaterstücken und Essays gewiss für den Literaturnobelpreis in Betracht gekommen. Doch der Rassismus, der ihn 1948 wie so viele andere US-amerikanische Autoren nach Frankreich reisen ließ, lenkte die Rezeption seines Werks weg von der Diskussionen seiner...

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Durchleuchter

Bekannt geworden ist Dieter Forte zwar als Dramatiker, aber seine zahlreichen Hörspiele und Fernsehfilme zeigten ihn auch einem breiteren Publikum als Seismographen der BRD. Der Schriftsteller lebte zurückgezogen vom Literaturbetrieb in Basel. Wie sein Verlag S. Fischer am Dienstag mitteilte, starb Forte am Ostermontag im Alter von 83 Jahren in einem Basler Krankenhaus. Am 14. Juni 1935 in Düsseld...

ndPlusJörn Schulz

Krieg der Welten

Versuchen Sie selbst einmal, diesen Satz schnell auszusprechen: »Nous ne nous désolidariserons pas« (Wir entsolidarisieren uns nicht). Das ist auch für Franzosen gar nicht so einfach. Der kämpferische Gewerkschafter Laurent Amédéo (Vincent Lindon) stellt diese Aufgabe einer leicht angeheiterten Runde von Streikenden, die in der Kneipe zusammenkommt. Jenseits dieser Szene gibt es in dem Film »Strei...

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Verloren wie die Menschen

Die libanesische Schriftstellerin Hoda Barakat ist am Dienstagabend für ihren Briefroman »Nachtpost« über das Schicksal von Flüchtlingen mit dem wichtigsten arabischen Literaturpreis ausgezeichnet worden. Barakat ist erst die zweite arabische Schriftstellerin, die in den vergangenen zwölf Jahren mit dem renommierten Internationalen Preis für Arabische Romanliteratur (IPAF) ausgezeichnet wurde. Er ...

Schlingensief und Wölfe

Die Bundesregierung fördert in diesem Jahr Dokumentarfilmvorhaben mit 1,12 Millionen Euro. Aus insgesamt 41 eingereichten Anträgen auf Produktionsförderung wurden von einer Jury acht programmfüllende Filmvorhaben zur Förderung vorgeschlagen, darunter vier Debütfilme, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mitteilte. Außerdem wurden aus 16 Anträgen auf Stoffentwicklungsförderung vier Film...

NS-Raubgut muss zurück

Nach jahrelangem Streit um NS-Raubgut soll der Bund zwei Gemälde an die Erben des jüdischen Besitzers zurückgeben. Die beratende Kommission für die Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter hat ihre Ende März verkündete Entscheidung am Dienstag mit der durch die Nazi-Verfolgung »unmittelbar ausgelöste wirtschaftliche Notlage« begründet.Die Werke »Ansicht des Zwingergrabens in Dresden« ...

ndPlusJörn Schulz

Anders anpacken

Anfangs will Walter von der Verantwortung für andere Menschen nichts hören. »Jeder lädt sich seine Last selber auf. Und jeder muss sie auch selbst tragen«, lässt er die Kollegen wissen, als sie nach Feierabend beim Bier zusammensitzen. Sie sind Möbelpacker. Die Firma, für die sie arbeiten, hat einen Gerichtsvollzieher engagiert und ist auf Zwangsräumungen spezialisiert. Walter, der sich dem Renten...

ndPlusJan Freitag

Die Unberührbare

Was Diven ausmacht, das folgt meist festen Regeln. Es bedarf dafür Grandezza und Melodramatik, Hochmut und künstlerischen Genies am Rand des Menschenmöglichen. Wer sich das göttliche Attribut verdienen wollte, trug daher einst wuchtige Namen wie Ava Gardner, Maria Callas, Greta Garbo - Primadonnen, die allein durch Nennung in den sechziger Jahren ganze Regenbogenzeitschriftenregalwände füllten. Ei...

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Überbrückt

Künstler und Künstlergruppen aus vier Ländern zieht es für die 7. Ausgabe des Festivals »Art an der Grenze« nach Frankfurt (Oder). Die Idee für das Festival stammt von einer früheren Studentin der Frankfurter Europa-Universität Viadrina: Bisher noch unbekannte Künstler von beiden Seiten der Oder bekommen in der Großen Scharrnstraße für zwei Wochen Präsentationsmöglichkeiten. Die meisten Geschäfte ...

ndPlusVolkmar Draeger

Tanzen, um zu bleiben

Bühnengroße Projektionen von Fotos des Londoners Tom Hunter, geschossen in Berlins Mitte - durch kostümierte Menschengruppen altmeisterlich veredelt. Das erste Foto zeigt Sitzende auf einer Wiese, dahinter in die Höhe wachsende Neubauten. Dass friedvolles Lagern auf einer Grünfläche und kapitalorientierter Höhendrang der Architektur wenig zusammenpassen, ist offenkundig. Auch wie auf der Bühne ein...

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ndPlusChristian Kunz, Deggendorf

Drei NHL-Stars zur WM

Mit Starspieler Leon Draisaitl will die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft wieder Euphorie entfachen. Zwar hielt sich der zweitbeste NHL-Torschütze nach seiner Rückkehr zur Auswahl mit forschen WM-Zielen zurück, aber der Ausnahmestürmer soll beim Olympiazweiten eine tragende Rolle übernehmen. »Wir brauchen einen guten Start ins Turnier und müssen uns so schnell wie mög...

ndPlusTobias Schwyter, Portland

Plötzlich viel mehr Zeit

Mit dem Aus in den Playoffs geht Dennis Schröders gute Premierensaison für Oklahoma City Thunder zu Ende, doch Zeit zum Verschnaufen bleibt kaum. Auch im Sommer hat der Nationalspieler viel vor.

Frank Hellmann, Hamburg

Die Party wird verschoben

Zehn Jahre nach seiner Vereinsgründung steuert RB Leipzig mit dem Pokalfinale in Berlin auf seine vorläufige Krönung zu. Bemerkenswert ist, dass viele Aufstiegshelden noch immer erste Wahl sind.