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Wolfgang Hübner

Allervollste Zufriedenheit

Beinahe jede Woche wird über das nahende Ende der Kanzlerschaft von Angela Merkel spekuliert. Wir haben ihr schon mal ein Arbeitszeugnis ausgestellt.

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ndPlusStephan Kaufmann

Vereint in Gegnerschaft

Der Handelsstreit zwischen den USA und China eskaliert. Gleichzeitig droht Washington der EU mit Autozöllen. Mit ihrer Auseinandersetzung demontieren die Supermächte schrittweise das globale Handelssystem.

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Alina Leimbach

Zwanzig Prinzipien sind noch kein Recht

Es ist Europawahlkampf, und fast alle Parteien versprechen ein »Soziales Europa«. Das scheint zunächst überraschend, schließlich hat sich die EU bereits eine »Soziale Säule« gegeben. Doch ein genauerer Blick zeigt: Die Säule taugt noch nicht viel.

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Hendrik Lasch

Deutscher Rekord im »Kapitalistensport«

Jahrelang hat Sachsen Niedriglöhne propagiert - jetzt ist der Freistaat bundesweit Schlusslicht bei der Tarifbindung. Und selbst in Unternehmen mit kommunalen Eigentümern ist Tarifflucht keine Ausnahme.

Alina Leimbach

Kein Geld für die Geburtstagsfeier

Alleinerziehende und ihre Kinder haben in Deutschland eines der größten Armutsrisiken. Am Samstag wollen sie dagegen protestieren. Im Interview erzählt eine Alleinerziehende, warum der Unterhalt fast nie reicht.

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Oliver Eberhardt

Der Iran mischt mit

800 Raketen gingen diese Woche auf Israel nieder, dessen Luftwaffe dann Ziele im Gazastreifen bombardierte. Menschen starben. Die Konfrontation war kurz, nervenaufreibend und endete mit einer Waffenruhe. Doch eines war dieses Mal anders.

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Yücel erhebt Foltervorwurf

Berlin. Der »Welt«-Korrespondent Deniz Yücel ist während seiner Haftzeit in der Türkei eigenen Angaben zufolge gefoltert worden. Yücel machte dafür am Freitag in einer Aussage vor dem Amtsgericht in Berlin den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan verantwortlich. In der schriftlichen Fassung der Aussage, die der dpa vorliegt und über die zunächst die »Welt« berichtete, erwähnt Yücel Schläge,...

Lotte Laloire

»Eine Frau hat Jesus belehrt«

Die Künstlerin Lisa Kötter hat genug von der patriarchalen Gewalt in der katholischen Kirche. Aus Protest dagegen legt sie mit anderen Ehrenamtlichen für eine Woche ihre Arbeit nieder. Das Motto der internetaffinen Frauen: »Maria 2.0«.

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Kurt Stenger

Nicht faszinierend

Sie heißen etwa Deep Space Industries oder Planetary Resources. Diese Unternehmen wollen in absehbarer Zeit unterwegs sein, um neue Welten zu erforschen und vor allem deren Rohstoffe wie Platin, Osmium und Iridium auszubeuten. Für ihre extraterristrischen Vorhaben brauchen die Firmen unter anderem Rechtssicherheit. Zwei Länder bieten diese bisher: Die USA und Luxemburg haben Weltraumbergbaugesetze...

Stephan Kaufmann

Die Schlacht der Verkäufer

Donald Trump macht ernst: Seit Freitag erheben die Vereinigten Staaten weitere Zölle auf chinesische Einfuhren. Ziel des US-Präsidenten ist es, Peking in den laufenden Handelsgesprächen zum Nachgeben zu zwingen. Die Zölle sind kein einsamer Beschluss eines durchgedrehten Einzeltäters im Weißen Haus. Hinter Trump steht nicht nur seine Republikanische Partei, sondern ausnahmsweise auch die demokrati...

Nelli Tügel

Klassenkämpferin

Kapitalisten meiden in der Bundesrepublik meist die Öffentlichkeit. Anders Verena Bahlsen, 25-jährige Keks-Erbin und »Food-Forscherin«. Sie sucht nach dem »Essen der Zukunft«. Die Wirtschaft der Zukunft ist in ihren Augen der Kapitalismus.

Felix Jaitner

Geschichte wird umgeschrieben

Der Zweite Weltkrieg erhält in Russland zur Zeit eine neue Bedeutung. Dass die Nazis einen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion führten, spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle. Stattdessen wird der Krieg als großrussischer Befreiungskrieg umgedeutet.

Leo Fischer

Irgendwie Mittelschicht

In Deutschland halten sich die Reichen für arm, und die Armen glauben immer noch, sie könnten irgendwann reich werden. Einfach fürchterlich.

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Hampelmann-Effekt

Auf der 59. Kunstbiennale in Venedig, die am 11. Mai beginnt, darf die Künstlerin Natascha Süder Happelmann den deutschen Pavillon bespielen. Im Kunstbetrieb gilt das als eine große Ehre. So weit, so gut. Nur ist Natascha Süder Happelmann keine eigentliche Person. Sie hat kein Gesicht, dafür aber einen Steinkopf aus Pappe. Sie redet auch nicht, sondern lässt sich von ihrer Sprecherin vertrete...

Nelli Tügel

Was wir uns schulden

Solidarität ist weder dasselbe wie Empathie, noch folgt sie ohne weiteres aus dieser, erklärt Heinz Bude in seinem neuen Buch. Solidarität brauche nicht gegenseitiges Zuhören, sondern »etwas Drittes«, ein »größeres Wir«.

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Hans, der Äppelmann

Gelegentlich passiert es , dass beim Aufguss nur noch Männer sind. Dann dauert es keine zwei Minuten, und ein Mann stöhnt auf. Hat der erste mit einem solchen Saunabrunfzer vorgelegt, stimmen die anderen bald ein in einen Überbietungswettbewerb. Wer röhrt lauter?

Bahareh Ebrahimi

Dialektik in Schwarz-Weiß

Die Chicagoer Zeitschriften «Ebony» und «Jet» hatten einen großen Anteil an der Sichtbarkeit der schwarzen Kultur in den USA. Die Berliner Ausstellung «The Black Image Corporation» zeigt einen Teil der Foto-Archive dieser Blätter.

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ndPlusIrmtraud Gutschke

Die Ängste der anderen

Wenn alle Füchse Vegetarier wären, brauchte es keine Angsthasen zu geben. Im Märchen »Die weißen Kirschen« von Ingrid Sissung verliert der dunkle Wald seine Schrecken, als die beiden Tiere einander bei der Obsternte unterstützen und Freundschaft schließen. Fast sieht es so aus, als ob sie fortan keinen Mut mehr brauchen würden. Ob solche Zustände wohl möglich sind? Für Angst gibt es die unter...

ndPlusRonald Sprafke

Gestohlene Vergangenheit

Es begann mit einem kulturpolitischen Eklat und endete in einem großartigen Erfolg. 1976 zeigte das Badische Landesmuseum Karlsruhe die Ausstellung »Kunst der Kykladen«. Sie wurde wegweisend für die Erforschung dieser bronzezeitlichen Kultur, der Katalog wurde zum Standardwerk. Viele Objekte, erstmals gezeigt, kamen aus Museums- und Privatsammlungen weltweit. Nur Griechenland verweigerte sich, den...

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ndPlusRobert Rescue

Dynamo ist von gestern

Gerhard hat seinen Fahrradladen drei Häuser weiter. Ein Fahrradbastler alter Schule. Das ist praktisch. Gebrauchte Räder zum Weiterverkauf und keine Hochglanz-Einrichtung. Wenn man reinkommt, weiß man, dass man in einer Werkstatt ist und nicht in einem Showroom. Neulich war ich bei ihm, weil mal wieder der Reifen platt war. Nicht nur der Straßenverkehr in Berlin macht einem das Leben schwer, sonde...

Jakob Hayner

Witze mit bitteren Beiklängen

Es geht um Juden, Araber, Nazis und Linke. Über alle werden Witze gemacht.
 Lustig ist es nur, wenn alle in ihrer Beschränktheit und 
Vergänglichkeit 
gezeigt werden. »Kommt ein Pferd in die Bar« nach dem Roman von David Grossman am Deutschen Theater in Berlin.

Seite 15
Nina Böckmann

»Wir sind zwar nicht mehr, aber wird sind auch da«

WannWennNichtJetzt. Hinter dem etwas sperrigen Namen steckt eine Marktplatz- und Konzerttour, die im Sommer in den drei ostdeutschen Bundesländern Sachsen, Thüringen und Brandenburg Halt machen wird.

Seite 16
ndPlusFelix Lill , Manila

Töten mit Lizenz

Die Philippinen erleben eine zivilisatorische Katastrophe. Vor drei Jahren wurde ein Mann, der mit der Erschießung Drogenabhängiger warb, zum Präsidenten gewählt. An die 20.000 Opfer gibt es schon. Nun ist der politische Diskurs ist zerstört.

Seite 17
Velten Schäfer

Von Pan lernen

Wenn aus den Eisheiligen Apokalyptische Reiter werden und Putin uns neuerdings mit Belugawalen infiltriert, lacht sich der griechische Hirtengott Pan ins Fäustchen.

Seite 18
ndPlusKarin Zimmermann

Wissenschaft in drei Pakten

Zukunftsvertrag, Innovation in der Hochschullehre, Pakt für Forschung und Innovation - namens- und kostentechnisch sind die neuen Wissenschaftspakte gut aufgestellt. Was fehlt sind verbindliche Vorgaben.

Seite 19
Thomas Gesterkamp

Emanzipationsgap

Brauchen wir Männerpolitik? Thomas Gesterkamp meint: ganz klar, ja. Und zwar, um Männer für die Gleichstellung zu mobilisieren. Denn von einer Auflösung patriarchaler Rollenmuster können sie nur profitieren.

Thomas Gesterkamp

Kinder, Küche, Bankgeschäfte

Das »Gender Care Gap« ist nach wie vor groß. Doch eine wachsende Minderheit der Männer ändert ihr Rollenverhalten. Das sollte man nutzen, um mehr Männer für die Gleichberechtigung zu gewinnen, meint Thomas Gesterkamp.

Seite 20
ndPlusKlaus Müller

Von Menschen und Gleichungen

Es gibt Abiturienten, die wählen ein Ökonomiestudium, auch weil sie denken, Kenntnisse der Grundrechenarten reichten aus, um dieses Fach zu betreiben. Sie erschrecken dann, wenn ihnen Wissen in Differenzialrechnung abverlangt wird – und verzweifeln mitunter an all diesen Formeln. Dieser Mathe-Schock zeigt durchaus ein Grundproblem der Ökonomik auf: Manche messen deren Wissenschaftlichkeit geradezu...

Seite 21
ndPlusPeter Nowak

Planende Vernunft, bürokratische Herrschaft

Vernunft statt Profit, Plan statt Chaos – das waren die Leitideen kommunistischer Ökonomik. Hannes Giessler Furlan versucht zu rekonstruieren, warum das scheiterte – und scheitert doch selbst an seinem Anspruch.

Seite 22
ndPlusIngrid Wenzl

Bäume als Wegweiser

Die Gründe für Dürren sind komplex, und ihr Auftreten unterliegt langen, natürlichen Schwankungen. Zudem sind die Beobachtungszeiträume zu kurz, als dass sich die Dürreereignisse im 20. und 21. Jahrhundert eindeutig auf menschliche Aktivität zurückführen ließen. Eine Studie, die ein Forscherteam um Kate Marvel vom NASA Goddard Institute for Space Studies in New York jüngst im Fachjournal »Nature« ...

ndPlusIngrid Wenzl

Stockende Höhenwinde

Von West nach Ost bläst der Jetstream in rund 10 Kilometern Höhe mit Geschwindigkeiten von bis zu 500 km/h. Eine neue Studie belegt, dass die Extremwetterereignisse auf der Nordhalbkugel im letzten Sommer in Verbindung miteinander standen.

Seite 23

Todesursache: Schlangenbiss

Giftige Schlangen sind eine Gefahr für fast sechs Milliarden Menschen weltweit. Jeden Tag werden fast 7400 Menschen von giftigen Schlangen gebissen, 2,7 Millionen Menschen im Jahr, warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bis zu 138 000 Menschen sterben weltweit nach dem Biss von Giftschlangen, und 400 000 Menschen behalten bleibende Schäden, darunter Blindheit, Amputationen oder eine posttrau...

ndPlusJohannes Schmitt-Tegge

Lebende Wasserfilter

Als Henry Hudson 1609 mit seinem Dreimaster in den New Yorker Hafen segelte, der damals noch gar nicht so hieß, dürfte der Engländer alles Mögliche im Kopf gehabt haben: Konflikte mit Ureinwohnern, die Gesundheit seiner Crew, die immer noch erfolglose Suche nach einem Seeweg in Richtung Asien. Was Hudson eher nicht geahnt haben dürfte: Im Wasser zogen sich kilometerweit Austernbänke. Mehr als 400 ...

ndPlusSteffen Schmidt

Spezialist für dünne Luft

Der Mensch ist wohl die einzige Tierart, die praktisch alle Klimazonen besiedelt hat - von den Tropen über Wüsten bis zur Arktis, von Flussniederungen bis in die Hochgebirge. Wobei die archäologischen Befunde zeigen, dass sich unsere Vorfahren mit den Höhenlagen von Himalaja und Anden etwas mehr Zeit gelassen haben. Doch ausgerechnet der sogenannte Denisova-Mensch hat sich offenbar schon vor mehr ...

Seite 24
Regina Stötzel

Was tut das All, wenn der Raum weg ist?

Dr. Steffen Schmidt ist der Universalgelehrte der nd-Redaktion. Auf fast 
jede Frage weiß er eine Antwort – und wenn doch nicht, beantwortet er eine andere. Regina Stötzel fragte ihn nach Schwarzen Löchern.

ndPlusMike Mlynar

Bayern und Dynamo

An diesem Wochenende spielt die 1. Fußballbundesliga der Männer in der Saison 2018/19 zum vorletzten Mal um Punkte. Rein rechnerisch hat Bayern München klar die besseren Chancen, erneut Meister zu werden. Das wäre dann zum siebten Mal hintereinander. Nur ein deutscher Klub hatte bisher eine längere Serie, der BFC Dynamo Berlin mit zehn DDR-Titeln. Der Macht-und-Geld-Powermix für Dynamo, der in der...

Seite 25
ndPlusMartin Kröger

»Andreas, wir haben Angst!«

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) setzt sich für eine verstärkte Aufklärung einer Serie von mutmaßlich rechtsextremen Attacken insbesondere in Neukölln ein. Dazu hat die Polizei eine 30-köpfige Ermittlergruppe gegründet, erklärte er im nd-Interview.

Seite 26
Martin Kröger

B-Plan Ostkreuz ist nicht so schnell vergessen

Die Verabschiedung des umstrittenen Bebauungsplan Ostkreuz in Berlin-Lichtenberg hallt in der Linkspartei nach. Auch auf dem Parteitag könnte die Debatte darum, wie die Sozialisten künftig Stadtentwicklungspolitik machen wollen, erneut aufbrechen.

Jérôme Lombard

Kontroverse um Neutralität im Klassenzimmer

Lehrerinnen mit Kopftuch, geht das? Bisher verbietet das Berliner Neutralitätsgesetz das Tragen religiöser Symbole im öffentlichen Dienst. In der LINKEN gibt es Bestrebungen, das Verbot abzuschaffen.

Seite 27
Schöner wählen ohne Nazis
Andreas Fritsche

Schöner wählen ohne Nazis

Die Kampagne »Schöner leben ohne Nazis«, die am Freitag gestartet ist und vor allem im ländlichen Raum Brandenburgs unterwegs ist, will verhindern, dass bei den Landtags- und Europawahlen Rechtsextreme in die Parlamente einziehen.

Seite 28
Alexander Sarter

Und jetzt Champions League

Nach dem bitteren Aus im Halbfinale der Europa League will Eintracht Frankfurt mehr. In der kommenden Saison will der deutsche Pokalsieger unbedingt eine europäische Etage höher für Furore sorgen.

Frank Hellmann

Es wird Tränen geben

Mit der Wolfsburger Abwehrspielerin Nilla Fischer verliert die Bundesliga eine Persönlichkeit, der die gesellschaftliche Akzeptanz ihres Lebensmodells mit ihrer Partnerin Mariah-Michaela Hakalx ebenso wichtig waren wie Erfolge auf dem Fußballplatz.

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ndPlusTom Mustroph

Lieblingsfarbe Rosa

Zwei haben den Giro d’Italia bereits gewonnen, zwei waren schon auf dem Podium, einer hätte im letzten Jahr beinahe gewonnen, hielt sich dann aber bei der Vuelta schadlos. Der sechste Sieganwärter, der bislang noch keine zählbaren Rundfahrtmeriten hat, ist der Favorit. Primoz Roglic peilt nun seinen ersten Grand-Tour-Erfolg an. Dem ehemaligen Skiflieger stehen dabei vor allem der Giro-Sieger von 2...

ndPlusTom Mustroph

»Alle bleiben unter Vertrag«

David Brailsford ist der erfolgreichste Radsportmanager dieser Tage. Dass der Chemiekonzern Ineos in sein aktuelles Team einstieg, sieht der 55-Jährige als einen großen Coup. Obwohl der Konzern Fracking als Teil seines Geschäftes betreibt.

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Auf einen grünen Tee mit Minze
ndPlusFlorian Brand

Auf einen grünen Tee mit Minze

Gastfreundschaft hat in Tunesien einen hohen Stellenwert. Auch wegen der einzigartigen Landschaft und seiner liberalen Kultur ist das Land bei europäischen Reisenden sehr beliebt. Ein Reisebericht.

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ndPlusJohanna Treblin

»Ohne uns kann hier niemand arbeiten«

Wer ins Berliner Abgeordnetenhaus hineingeht, kommt an ihnen nicht vorbei: den Mitarbeitern vom Ordnungsdienst. Martina Alter ist am längsten dabei: seit 19 Jahren. Ein Gespräch über Arbeitszeiten, Taschenmesser und die Namen der Abgeordneten.