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Auf heikler Mission in Teheran

Berlin. In der Hoffnung auf eine Rettung des Iran-Atomabkommens hat Bundesaußenminister Heiko Maas einen hochrangigen Mitarbeiter nach Teheran entsandt. Der Politische Direktor im Auswärtigen Amt, Jens Plötner, besuchte am Donnerstag die iranische Hauptstadt, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Im Zentrum der Reise stehe die »Bewahrung« des Atomabkommens mit Iran. Die Lage sei »ausgesprochen ernst«. ...

Unten links

Zwei Jungs, zwei Mädels, Fun und Party. Rippshirt, nackte Haut, Glitzer und Glamour. Klingt nach Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus, dessen Ehefrau und einer russischen Oligarchennichte in goldenem Kleid? Sind aber die Vengaboys, eine niederländische Band - trotz des Namens bestehend aus zwei Frauen und zwei Männern -, mit ihrem 20 Jahre alten Hit »We’re going to Ibiza«, der gerade die öst...

Deutsche Bank auf Allzeittief

Frankfurt am Main. Aktionäre der Deutschen Bank sind auf der Hauptversammlung in Frankfurt am Main scharf mit Aufsichtsrat und Vorstand ins Gericht gegangen. Neben dem niedrigen Aktienkurs kritisierten Anteilseigner am Donnerstag auch die Geldwäscheskandale der Bank sowie zu hohe Vorstandsgehälter. Insbesondere Aufsichtsratschef Paul Achleitner musste viel Kritik einstecken. Das Papier der Bank ve...

Gysi will soziale Rechte stärken

Karlsruhe. LINKE-Politiker Gregor Gysi hat sich am 70. Jahrestag des Grundgesetzes für eine Konkretisierung der sozialen Rechte in der deutschen Verfassung ausgesprochen. »Letztlich werden wir die Grundrechte in ihrer Substanz nur bewahren können, wenn wir sie ausbauen«, sagte er am Donnerstag in Karlsruhe bei der Vorstellung des 23. Grundrechte-Reports. Das Problem des Gesetzes sei, dass nach 194...

Simon Poelchau

Die Wurzel allen Übels

Er sei nicht die Wurzel allen Übels, erklärte Aufsichtsratschef Paul Achleitner, auf die desaströse Entwicklung der Deutschen Bank angesprochen. Demut sieht anders aus. Dennoch muss man ihm ein wenig recht geben. Die Skandale und falsche Ausrichtung auf riskantes Investmentbanking, die in den letzten Jahren Ruf und Aktienkurs nachhaltig ruinierten, haben ihre Wurzeln vor seiner Zeit. Ex-Konze...

Bye Bye, Nr. 14

Berlin. 13 Premierminister hat die Queen schon gehen sehen, seit sie 1952 den Thron bestieg. Bald wird Nummer 14 folgen - und zwar vorzeitig. Theresa Mays Tage im Amt sind gezählt, da waren sich die Kommentatoren am Mittwochabend einig. Zuvor war eine von Mays engsten Vertrauen - Andrea Leadsom, Vorsitzende des britischen Unterhauses - zurückgetreten. Grund für Leadsoms Rückzug war Mays wahrschein...

Roland Etzel

Haushoher Sieg für den Spalter

Indiens Premierminister Modi hat den Sieg bei den Parlamentswahlen für sich und seine hindunationalistische Partei BJP reklamiert. Es sieht nach einem Erfolg mit absoluter Mehrheit aus.

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Sebastian Weiermann

»Extrem coole Aktion«

Die Schülerbewegung »Fridays for Future« und die Aktivisten von »Ende Gelände« haben im Prinzip ähnliche Anliegen. Im kommenden Monat werden sie getrennt und gleichzeitig gemeinsam protestieren.

Friederike Meier

Plötzlich denken fast alle an die Zukunft

Die Bewegung »Fridays for Future« will mit ihren Protesten am Freitag die Europawahl zu einer Klimawahl machen. Die Schülerinnen und Schüler haben schon jetzt die öffentliche Debatte stark verändert.

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Was heißt ›EU‹ für dich?
Marion Bergermann

Was heißt ›EU‹ für dich?

Bald sind Wahlen und überall hört man »EU«. Manche kritisieren geschlossene Außengrenzen, andere feiern freies Reisen. Alle meinen etwas anderes wenn sie dasselbe Wort benutzen. Wir haben junge Leute aus ganz Europa gefragt: Was bedeutet »EU« für dich?

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Hagen Jung

Es hängt an den Grünen

Rund 482.000 Menschen sind in Bremen aufgerufen, am Sonntag über eine neue Bürgerschaft zu entscheiden. Die SPD setzt nun auf Rot-Rot-Grün, um weiter in dem Stadtstaat regieren zu können.

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Lotte Laloire

»Wenn die Community es nicht will, dann ...

Nach harscher Kritik verteidigte die Justizministerin Reformpläne für das Transsexuellengesetz - und bot Betroffenen das letzte Wort an. Einige Trans*-Menschen regen sich über die »friss oder stirb«-Logik dieser Aussage auf.

ndPlusPeter Eßer

Superwahltag in Belgien

Diesen Sonntag ist in Belgien Superwahltag: Neben dem Europaparlament werden auch die nationalen und regionalen Abgeordnetenkammern neu gewählt. Fast 500 Mandate werden verteilt. Wie lange die Regierungsbildung dauern und welche Farben die künftige Koalition haben wird, ist schwer absehbar. Sicher scheint indes, dass die tiefe Spaltung des Landes sich auf politischer Ebene weiter verstärken wird: ...

ndPlusJana Frielinghaus

Auch östlich von Auschwitz

Sie haben kürzlich zusammen mit den Historikern Peter Jahn und Martin Aust ein Eckpunktepapier vorgelegt, in dem Sie für die Errichtung eines zentralen Ortes »der Information, des Dialoges und des Gedenkens« für die Opfer des deutschen Vernichtungskrieges in Osteuropa plädieren. Wie ist die Idee dazu entstanden? Peter Jahn hat ja zusammen mit einer ganzen Reihe Persönlichkeiten schon 2013 ein...

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Peter Stäuber, London

Theresa May am Ende

Nach ihrem letzten Versuch, Mehrheiten für einen Brexit-Deal zu finden, wenden sich enge Vertraute von Premierministerin Theresa May ab. Mittlerweile ist ihre Position so wackelig, dass es womöglich nur noch eine Frage von Tagen ist, bis sie zurücktritt - oder gestürzt wird.

Michael Bonvalot, Wien

Wer steckt hinter dem Ibiza-Video?

Auch nach dem Ende der schwarz-blauen Koalition bleiben die Drahtzieher des Ibiza-Videos im Dunkeln. Die Spuren reichen über das FPÖ-Umfeld bis zum Geheimdienst.

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Tiger zum Tee

Die britische Kinderbuch-Autorin Judith Kerr ist tot. Sie starb am Mittwoch in London im Alter von 95 Jahren. Geboren 1923 in Berlin, war sie mit ihrer jüdischen Familie 1933 über die Schweiz und Frankreich nach England geflohen. Ihr Vater war Alfred Kerr, der berühmteste Theaterkritiker der Weimarer Repu᠆blik, und ihre Mutter Julia war Komponistin. Sie konnten sich im Exil nur mühsam über Wasser ...

ndPlusThomas Blum

Zack, fertig!

In Edinburgh sah es 1977 auch nicht besser aus als in London: War man jung, arbeitslos und ohne Geld, bastelte man sich selbst eine Gitarre, denn leisten konnte man sich keine. Oder man stromerte in der Gegend herum und ließ sich etwas anderes Originelles einfallen. Der junge Bob Last zum Beispiel gründete das Indie-Plattenlabel »Fast Product«, auf dem er Musik herausbrachte, die vor allem ihm sel...

ndPlusGunnar Decker

Die armen bösen Buben

Ein lauter Knall, Konfetti, und gleich darauf sanfte Live-Musik von Carolina Bigge. Das wird zur Urszene des Abends, in diesem Zugleich bleiben die Schwererziehbaren Max und Moritz 100 Minuten lang gefangen. Antú Romero Nunes inszeniert grell und pointiert, manchmal fast boulevardesk, dann wieder auf subtile Weise still - alles zugleich. Ist das eine Überforderung? Im Gegenteil, es ist die Flucht ...

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ndPlusChristian Klemm

Moped-Metal mit schönem Rumpelsound

Literweise Bier von der nächsten Tanke, fettig-lange Haare, Röhrenjeans, knöchelhohe Turnschuhe und selbst aufgenommene Kassetten von Judas Priest und den Scorpions: Das waren für nicht wenige Menschen die 1980er Jahre. Zumindest für diejenigen, die irgendwo zwischen Itzehoe und Hameln auf dem platten Land aufgewachsen sind und sich jedes Mal in ihr Essen erbrochen haben, wenn die ZDF-Hitparade mi...

ndPlusGuido Speckmann

Hinsehen und hinhören!

Mit den Wahlerfolgen der AfD hat sich der Umgangston in der deutschen Politik weiter verschärft. Bösartige, hasserfüllte Rhetorik hat mit dem Siegeszug der Rechtspopulisten Eingang in die politische Debattenkultur gefunden. Findet diese Unkultur ihre Entsprechung auch in der aktuellen Popmusik? Dieser Frage geht der Berliner Popkritiker Jens Balzer in seinem neuen Buch »Pop und Populismus« nach. W...

ndPlusAndreas Pehnke

»Das ist das Buch von morgen«

Der Philosoph Rudolf von Delius beschrieb den demokratiefördernden Beitrag des Dresdner Carl-Reissner-Verlages 1926 folgendermaßen: »Durch die Sicherheit und Reinheit der Auswahl stellt der Verlag sich in die erste Reihe der großgeistigen Verleger. Es wäre schön, wenn der Verlag in Weltanschauungsfragen immer reiner die Führung übernähme.« Tatsächlich waren im Verlagsprogramm die geistigen Strömun...

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Robert D. Meyer

Anlass für Verschwörungstheorien

Wer für die Aufnahmen in der Villa auf Ibiza, die den FPÖ-Poltiker Heinz-Christian Strache und mit ihm die Regierung in Österreich zu Fall brachten, verantwortlich ist, bleibt auch eine Woche nach der Veröffentlichung ein Rätsel.

Jan Freitag

Ein bisschen weniger Gebrüll

Sie wird älter und wunderlicher: Die »Heute-Show« gibt es jetzt auch schon zehn Jahre. Die Darsteller ersetzen zunehmend die Pointen durch Grimassen und machen Wortspiele auf Krampf-Phrasenbauer-Niveau.

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Felix Jaitner

Das Ende des Neuanfangs

Der frisch gekürte Präsident Wolodymyr Selenskyj gilt in der Ukraine als Politiker neuen Typs: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern inszeniert sich der Schauspieler und Komiker als integrer Quereinsteiger, der über dem Kiewer Politzirkus schwebt. Das macht ihn in den Augen der Bevölkerung unverdächtig, sich an der üblichen Vetternwirtschaft zu beteiligen. Doch bereits wenige Tage nach seiner Amt...

Moritz Wichmann

CDU-Reaktion auf Rezo: Das reicht einfach nicht

Diffamierung und scheinbare Selbstkritik: So reagiert die Polit-PR der CDU auf Rezo. Die eigene Klimaschutzpolitik mit dem Argument »muss man differenzierter sehen« zu verteidigen ist zu wenig, um die junge Generation zurückzugewinnen und den Klimawandel zu bremsen.

Philip Malzahn

Immer, immer, immer weiter

Eine Tageszeitung und ein Medienportal soll Netanjahu bestochen haben, um positive Schlagzeilen über sich selbst zu ergattern. Dazu kommt der Erhalt von großzügigen Präsenten - als Dankeschön für politische Gefälligkeiten. Die israelische Polizei ermittelt und dem Ministerpräsidenten wird offensichtlich angst und bange. Mit allen Kräften hat er eine Verschiebung seiner anstehenden Befragung beim G...

Lea Fauth

Der lange Arm der USA

Das Gerangel zwischen Schweden und den USA um den Wikileaks-Gründer Julian Assange macht deutlich: Es ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit, Whistleblowern einen geschützten Status zu gewähren.

Moritz Wichmann

Viraler Antiimp-Opa

Mike Gravel lässt Teenager für sich twittern. So wurde der 88-jährige zum Social-Media-Star. Der ehemalige Senator von Alaska mischt als linker Querulant den Vorwahlkampf der US-Demokraten auf - mit harscher Rhetorik.

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Andreas Fritsche

Bunte Welt statt blaues Wunder

»Cottbus bleibt deutsch« - diese Parole war bei Demonstrationen des asylfeindlichen Vereins »Zukunft Heimat« zu lesen. Doch Cottbus hat noch einen anderen Namen. Auf Niedersorbisch heißt die Stadt Chóśebuz. So ganz und gar deutsch ist sie nie gewesen. Sie hat Wurzeln und Traditionen einer slawischen Minderheit, die in der Gegend einmal die Mehrheit gewesen ist, und pflegt sie, ist stolz darau...

Kollatz will Share Deals eindämmen

Mit sogenannten Share Deals können Immobilienfirmen die Grunderwerbsteuer umgehen. Nun liegt ein Vorschlag vor, das zu ändern. Berlins Finanzsenator Kollatz drückt aufs Tempo.

Niklas Franzen

»Die Polizei hat in Clubs nichts zu suchen«

In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage hegt die Bundesregierung Zweifel an der Darstellung der Polizei über einen Polizeieinsatz im Berliner Club »Mensch Meier«. Für die LINKEN-Politikerin Caren Lay steht der Einsatz im Kontext des Rechtsrucks.

Tim Zülch

Müll mich nicht voll

Berlin will Zero-Waste-Metropole werden. Noch wird das Geld jedoch vor allem für das Einsammeln des Mülls und nicht für dessen Vermeiden ausgegeben.

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Peter Nowak

Häuserkampf ums Recht auf Wohnen

Binnen weniger Monate wurden im Westberlin der 1980er Jahre 160 Häuser besetzt. Viele wurden geräumt, manche Besetzung wurde legalisiert. Eine Ausstellung schlägt eine Brücke vom Gestern ins Heute.

Vanessa Fischer

Kampf den Datenpannen

Am Samstag wird die Datenschutzgrundverordnung ein Jahr alt. Der Aufschrei in den ersten Monaten ihres Bestehens war groß. Die Berliner Datenschutzbeauftragte zieht zum Jubiläum eine positive Bilanz.

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ndPlusTomas Morgenstern

Hetzplakate der NPD abgehängt

Wegen ihrer Wahlwerbung sieht sich die rechtsextreme NPD immer öfter mit dem Vorwurf der Volksverhetzung konfrontiert - Sender gehen gegen Werbespots vor, Plakate werden entfernt.

Andreas Fritsche

Was aus Cottbus wurde und warum

Die brandenburgische AfD war mal vergleichsweise schwach in Cottbus, nun könnte sie dort ihr Rekordergebnis einfahren. Flüchtlinge in der Stadt sind beinahe täglich Beleidigungen und Anfeindungen ausgesetzt.

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Hendrik Lasch

Drei Kreuze vom Amt

Kurz vor den Kommunalwahlen in Sachsen am Sonntag sorgt ein Vorfall in Meißen für Aufsehen: Einem Ehepaar soll mit ihren Briefwahlunterlagen einen bereits ausgefüllten Stimmzettel erhalten haben - mit drei Kreuzchen beim Kandidaten der AfD.

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300 Namen auf deutscher Monsanto-Liste

Düsseldorf. Auf den vom US-Saatgutkonzern Monsanto erstellten Listen mit Kritikern sind laut einem »Handelsblatt«-Bericht vom Donnerstag für Deutschland rund 300 Namen von Politikern, Journalisten und Umweltschützern aufgeführt. Monsanto-Eigentümer Bayer wollte dazu nicht Stellung nehmen. Ein Unternehmenssprecher verwies auf die mit Nachforschungen beauftragte Kanzlei Sidley Austin. Bayer hatte am...

ndPlusUlrike Henning

Würde bis zuletzt

Die Palliativmedizin in Deutschland steht im internationalen Vergleich recht gut da. Ein Kongress in Berlin diskutiert jetzt mit Experten aus aller Welt, wie sich das Fach weiterentwickeln kann.

ndPlusRainer Balcerowiak

UFO lässt Mitglieder abstimmen

Seit Monaten streitet man sich im Vorstand der Gewerkschaft UFO, weil deren Ex-Chef Geld veruntreut haben soll. Die Lufthansa versucht indes, aus diesem Zwist Kapital zu schlagen.

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ndPlusAlexander Ludewig

Unter Feinden

Geliebt oder gehasst: Der FC Bayern ist ein Massenphänomen. Gegner RB Leipzig ist noch unbeliebter, aufgrund seiner Strukturen sportlich aber schon nah am Rekordmeister.

ndPlusTom Mustroph, Kisovec

Auf dem Sprung

Primoz Roglic ist Favorit der aktuellen Italienrundfahrt. Seine Vergangenheit als Skispringer bringt dem Slowenen einige Vorteile, sagen seine frühesten Weggefährten.