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Sage noch mal jemand was gegen Volkswagen. Dieser prächtige Autokonzern - ach was: diese selbstlose, mildtätige, altruistische Fürsorgeorganisation hat das Füllhorn der Nächstenliebe großzügig über den Bedürftigen ausgeschüttet. Caritas auf Rädern sozusagen. Da bekommt der Begriff Wohlfahrt eine ganz neue Bedeutung. Millionen über Millionen haben die guten Menschen aus Wolfsburg lockergemacht - fü...

Hermannus Pfeiffer

Bröckelndes Imperium

Das Imperium der Deutschen Bank bröckelt seit Langem. Politisch mag dies aus linker Sicht durchaus wünschenswert sein. Doch dieses Mal sieht die geschäftliche Lage wirklich dramatisch aus, wenn selbst die Gewerkschaft ver.di die Kürzungspläne von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing »unterstützt«, die rekordverdächtige 18 000 Stellen kosten. Möglicherweise hat der scheidende ver.di-Boss und Au...

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Felix Jaitner

Neuanfang mit alten Eliten

Die Nea Dimokratia hat in Griechenland die absolute Mehrheit der Parlamentssitze errungen. Die neue konservative Regierung setzt auf ein stramm neoliberales Programm und Flüchtlingsbekämpfung.

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Hendrik Lasch

Der AfD ein Dorn im Auge

Bei der Landtagswahl in Sachsen droht ein Sieg der AfD und womöglich deren Beteiligung an der Regierung. Die Folgen für zivilgesellschaftliche Initiativen dürften schwerwiegend sein.

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ndPlusHans-Gerd Öfinger

Yücel fordert Auflösung

Mit der Forderung nach Auflösung der Verfassungsschutzbehörden in Bund und Ländern hat der durch seine spektakuläre zwölfmonatige Inhaftierung in der Türkei bekanntgewordene deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel in Hessen Aufsehen erregt. Der Inlandgeheimdienst sei die »gefährlichste Behörde« der Bundesrepublik, er sei »nicht reformierbar« und gehöre daher aufgelöst, erklärte Yücel am Wochenend...

Jana Frielinghaus

Getötet, weil sie Frauen sind

Weltweit fielen 2017 rund 87000 Frauen einem Tötungsdelikt zum Opfer. Das teilte die UN-Organisation UNODC am Montag mit. Knapp 60 Prozent der Fälle waren demnach Folge häuslicher Gewalt.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Rettung in den Krisenmodus

Rosskur, Notoperation, Schrumpfkur - die Schlagzeilen zu Sewings versuchtem Befreiungsschlag sprechen Bände. Die Bank kann sich das allerdings leisten.

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ndPlusPeter Nowak

Das Schweigen der Polizei

In Hessen stirbt ein Mann durch einen Tasereinsatz durch Einsatzkräfte. Nur durch Zufall erfährt die Öffentlichkeit davon. Das wirft Fragen auf.

Oliver Eberhardt

»Das macht mich wütend«

Nachdem ein Polizist einen 19-Jährigen erschossen hat, gehen in Israel Tausende Bürger äthiopischer Herkunft auf die Straße. Sie protestieren gegen Diskriminierung und Polizeibrutalität.

René Heilig

Nicht noch ein Afghanistan

Die USA haben Deutschland aufgefordert, Bodentruppen nach Syrien zu schicken. Die Bundesregierung hat der Bitte eine Absage erteilt - fragt sich nur, wie lange die gelten mag.

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ndPlusRalf Klingsieck, Paris

»Großes Anliegen« von Macron liegt brach

Ein offener Brief von 30 namhaften Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur fordert die französische Regierung auf, endlich Maßnahmen gegen die Gewalt an Frauen zu ergreifen.

ndPlusMargioni Bermúdez

Dialog in Barbados

In der Venezuela-Krise wollen Vertreter der Opposition und der Regierung von Staatschef Nicolás Maduro diese Woche den unterbrochenen Dialog wieder aufnehmen.

Thomas Guthmann, La Paz

Evo Morales liegt auf Siegeskurs

Bisher läuft der Präsidentschaftswahlkampf in Bolivien weitestgehend ohne inhaltliche Auseinandersetzungen ab. Und das, obwohl die erneute Kandidatur von Amtsinhaber Evo Morales rechtlich strittig ist.

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Alina Leimbach

»Wettbewerbsvorteil Sozialmodell«

Menschen sollen statt nackter Wirtschaftskennzahlen im Fokus der EU stehen, fordert Finnland. Wachstum würde das aber auch bringen.

ndPlusHaidy Damm

Hungerlöhne für die Teekultur

Eine Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung belegt elementare Verstöße gegen die Arbeitsrechte im indischen Darjeeling. Mitverantwortlich sei der Preisdruck durch deutsche Teehändler.

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Philip Malzahn

Nur noch 85 Prozent bis zur Bombe

Iran hat reagiert - auf den Ausstieg der USA aus dem gemeinsamen Atomabkommen, die neu verhängten Wirtschaftssanktionen, die Unfähigkeit der restlichen Vertragspartner, den US-Präsidenten, Donald »The Deal-Maker« Trump, an die Verpflichtungen des Abkommens zu erinnern, und schließlich auf das abgelaufene Ultimatum. Nun hat Teheran die vereinbarte Grenze von 3,67 Prozent überschritten und damit beg...

Jana Frielinghaus

Spitze des Eisbergs

Fast 60 Prozent der 87 000 Frauen und Mädchen, die nach UN-Angaben 2017 ihr Leben durch eine Gewalttat verloren, sind von Angehörigen erschlagen, verbrannt, zu Tode gequält worden. Zudem schätzt die UNO, dass bis zu 70 Prozent der Tötungsdelikte, bei denen die Opfer weiblich waren, »gender related« waren. Sie sind also gestorben, weil sie aufgrund ihres Geschlechts als geringerwertig betrachtet wu...

Uwe Kalbe

Minimalziel

Es ist erst wenige Jahre her, dass Italien über seine Seenotrettungsmission »Mare Nostrum« Flüchtlinge im Mittelmeer rettete, wenn diese Kopf und Kragen riskierten, um Europa zu erreichen. Es ging um nichts als ein Minimalziel - die Menschen nicht ertrinken zu lassen. Rom hat eine Kehrtwende vollzogen, findet sich jetzt ganz vorn in der Meute der harten Hunde in Europa, die Flüchtlinge wie eine Pl...

ndPlusMartin Ling

»Terminator«

Nur die Höhe der Strafe steht noch aus: Bosco Ntaganda, kongolesischer General und kongolesischer Milizenführer, ist vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verurteilt worden. Das Strafmaß soll bei einer späteren Sitzung bekannt gegeben werden - Ntaganda droht eine lebenslange Haftstrafe. Lange hatte sich der Tutsi dem...

Andreas Koristka

Mathe bei der Umwälzpumpe

Es ist schlimmer als der PISA-Schock und der Skandal um das viel zu schwere Mathe-Abitur zusammen: Die deutsche Künstliche Intelligenz ist im internationalen Vergleich nicht schlau genug. Genau genommen ist sie dumm wie ein Konsumbrot.

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Nicolas Šustr

Zeichen der Zeit erkennen

Die Industrie- und Handelskammer beschwert sich über Rot-Rot-Grün. Bürgerbeteiligung sei schön und gut, dauere aber viel zu lange. Nur, dass anderswo schon längst bewiesen wurde, dass es besser mit den Bürgern geht.

Nicolas Šustr

Schauen, ob mehr geht

Gegen Politikverdrossenheit und für eine bessere Stadtentwicklung im Sinne der Berliner sollen die neuen Leitlinien zur Bürgerbeteiligung sorgen. Senatorin Lompscher hofft auf einen Kulturwandel.

Yannic Walther

Die Angst weichen lassen

Die TU Berlin bestätigt die Gefahren, die von Fahrradweichen ausgehen. Changing Cities möchte die »Angstweichen« abschaffen. Die Senatsverwaltung für Verkehr kündigt an, künftig Alternativen zu prüfen.

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Tag der offenen Tür in Stasiopfer-Gedenkstätte

Beim Tag der offenen Tür hat der Liedermacher und DDR-Dissident Wolf Biermann am Sonntagnachmittag in der Berliner Stasiopfer-Gedenkstätte gesungen, darunter die »Stasi-Ballade« und die »Ballade vom preußischen Ikarus«. Kurz vor Beginn des Open-Air-Konzertes sprach der 82-Jährige auf der Bühne mit der früheren Stasi-Unterlagen-Beauftragten und DDR-Oppositionellen Marianne Birthler über seine Erfah...

ndPlusAnja Sokolow

Wenn der Roboter zur Visite anrollt

Am Krankenbett noch schnell ein klärendes Gespräch mit einem Arzt führen - für viele Patienten in Krankenhäusern undenkbar. In Berlin testet eine Ärztin einen Roboter, der an ihrer Stelle zum Patienten rollt.

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ndPlusWilfried Neiße

Als blaue Wimpel im Sommerwind wehten

Pro Jahr verbrachten eine Million Kinder der DDR ihre Ferien in einem der 5000 Betriebsferienlager oder 48 Pionierlager. Beliebter als Fahnenappelle waren dort Neptunfest, Nachtwanderung und Disko.

ndPlusTomas Morgenstern

Zukunftslabor Lausitz

Das Land will die Lausitz zur »Modellregion für Klimaschutz und Wirtschaftswachstum« entwickeln. Dafür setzte die Regierung in der Re᠆gion gemeinsam mit Unternehmens᠆vertretern erste Fundamentsteine.

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ndPlusHagen Jung

Noch glimmen Glutnester

Der Waldbrand im Westen Mecklenburg-Vorpommers ist unter Kontrolle. Die aus gefährdeten Orten Evakuierten durften in ihre Häuser zurück. Das betroffene Gelände wird weiter überwacht.

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ndPlusHarald Loch

Zeitlose Eleganz und Schönheit

Was für ein schönes Coffee Table Book hätte das werden können: »Modemetropole Berlin«. Aber schon die Jahreszahlen hinter dem vielversprechenden Titel lassen Böses erahnen: 1836 bis 1939. Uwe Westphal beschreibt den Aufstieg des einst wichtigsten Berliner Gewerbezweiges zu Glanz und Größe sowie dessen Niedergang mit der Verfolgung der Juden und den »Arisierungen«. Die Erfolgsgeschichte der jüdisch...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Eine ganze Nacht Jesus

Wenige Wochen vor seinem 101. Geburstag ist Artur Brauner, Deutschlands erfolgreichster Filmproduzent verstorben. Sein Leben hätte als Biografie von Brauner selbst als Drehbuch bei Brauner eingereicht werden können.

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Tim Wolff

Nicht rechts, nur AfD

Der Mittelstandsmillionär Friedrich Merz unterstelle ausdrücklich keinen Rechtsruck. Er stelle nur fest, dass sich Beamte der AfD zuwenden. Das ist ein Unterschied! Deswegen merken: Nicht rechts, nur AfD – bitte alle mal abregen!

ndPlusRoberto Becker

Botschaft aus der Zukunft

Die Semperoper ist ein Schmuckstück. Als Haus und als Institution. Und ein Bollwerk. Nicht nur für die Brauerei, die mit ihr wirbt oder als Ort eines Opernballs für illustre Gäste. Muss vielleicht ja alles sein heutzutage. In erster Linie geht es hier aber um Kunst. Und die gute alte Oper ist nach wie vor eine ihrer modernsten Spielarten. In Dresden ist das nicht etwa deshalb auch politisch, weil ...

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Lee Wiegand

Sowjetmenschen und andere Monster

In der dritten Staffel der Serie »Stranger Things« stehen wir als Zuschauer demselben Monster gegenüber, lediglich der menschliche Gegner ist 80er-gemäß um einiges schrecklicher geworden: Es ist die sowjetische Regierung!

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Alexander Ludewig

Qualvolle Tage

Christopher Trimmel ist in diesen Tagen besonders gefordert. Als Kapitän des 1. FC Union Berlin ist er auch dafür verantwortlich, »die Stimmung in der Mannschaft hochzuhalten«, wie er kurz vor der Abreise ins Trainingslager nach Oberösterreich erzählte.

Die Tour im Retro-Modus

Das Eddy-Merckx-Fieber bei dieser Tour de France reicht bis nach Dänemark. Im Zielbereich der 1. Etappe am Brüsseler Expo-Gelände hat sich am Sonntag ein Mann im knallorangen Trikot des Rennstalls Molteni aufgebaut. Für das war Merckx von 1971 bis 1976 selbst gefahren. In einem solchen Dress hatte er unter anderem drei Tour-de-France-Siege geholt. Der Mann, der nun in dem historischen Molteni-Dres...

Frank Hellmann, Lyon

Der lila Fixstern

Niemals hat sich im Fußball eine Person so weit vorgewagt und war damit sportlich, gesellschaftlich und politisch so erfolgreich wie Megan Rapinoe bei der Frauen-WM in Frankreich.