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Stephan Fischer

Kleine Schritte und große Sprünge

Korruption macht arm? Oder macht vielmehr Armut korrupt? Mit nationalen Eigenheiten ist dem Phänomen jedenfalls nicht beizukommen. Lesen Sie auch, wie Gregor Gysi die progressiven Kräfte in Europa zusammenbringen will, wie AirBnB die Mieten in die Höhe treibt und welche Taktik die Fans der Tour am Col du Tourmalet verfolgen

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ndPlusUlrike Henning

Blockierter Wandel

Die Entscheidung über Größe, Anzahl und Verteilung der deutschen Krankenhäuser liegt nicht in einer Hand. Zu viele kleine Kliniken genügen modernen Anforderungen immer weniger, sollen aber nun als letzter sicherer Anker für Menschen mit bedrohter Heimat herhalten. Das ist aber nicht die Aufgabe von Krankenhäusern.

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Stephan Kaufmann

Keine Krankheit, nur ein Symptom

Armut im globalen Süden wird oft mit der Korruption erklärt und die Korruption mit der Mentalität im Lande. Doch hat Korruption weniger mit einer falschen Einstellung der Menschen zu tun. Sondern mit Ökonomie.

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ndPlusDenis Trubetskoy

Ukraine: Selenskyj erklärt der Korruption den Krieg

»Die Ukraine führt zwei Kriege. Einen gegen Russland und einen gegen die Korruption«, sagt der neue ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, wenn er über eines der schmerzhaftesten Themen seines Landes spricht. Der 41-jährige Ex-Komiker hatte in der Stichwahl im April seinen Vorgänger Petro Poroschenko politisch vernichtet, der selbst angetreten war mit dem Versprechen, Korruption und Günstlings...

Peru: Geschmierte Präsidenten

Mit ihm hat der Odebrecht-Skandal in Peru begonnen: Alejandro Toledo, Präsident Perus von 2001 bis 2006. Vergangenen Dienstag wurde er in den USA verhaftet. Ein Richter ordnete eine Untersuchungshaft von 18 Monaten gegen ihn an, das von Peru angestrengte Auslieferungsverfahren ist im Gang. Damit ist Toledo der letzte der vier Präsidenten Perus seit 2001, der in die Fänge der Justiz geriet, in die ...

Angola: Verschwundene Milliarden

An Lobeshymnen für João Lourenço fehlt es in westlichen Medien nicht: Nachdem er 2017 zum Nachfolger des 38 Jahre amtierenden Präsidenten José Eduardo dos Santos gewählt wurde, dauerte es nicht lange, bis er sich einen Ruf als harter Korruptionsbekämpfer erwarb. Auf den ersten Blick durchaus zu Recht: Schnell ging er gegen große Fische der seit der Unabhängigkeit von Portugal 1975 regierenden MPLA...

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ndPlusHermannus Pfeiffer

Rohstoffrauschen im All

Ab ins All: Nach der Tiefsee gerät auch der Kosmos ins Visier der globalen Bergbaukonzerne. Den Vortrupp hat ausgerechnet das kleine Großherzogtum Luxemburg losgeschickt.

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Ganz ruhig weitermachen

Die jährliche Sommerpressekonferenz der Bundeskanzlerin - vorher bietet sie Gelegenheit für Spekulationen. Und nachher entpuppen sich einfache Sätze wie »Wir schaffen das« als historisch. Diesmal wird auch daraus wohl nichts.

Felix Lill

Für das Recht auf Krieg

In Japan wollen die Rechtskonservativen um Premierminister Shinzo Abe nicht nur eine Wahl gewinnen. Auf dem Spiel steht auch die pazifistische Verfassung, die der Staat nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt.

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Lee Wiegand

Der Flug in die Zukunft

Es gibt kein schöneres Gefühl auf der Welt, als das, wenn ein Flugzeug sich vom Boden in die Lüfte erhebt. Dem Großteil der Menschheit bleibt dieses Gefühl allerdings verwehrt: Sie können es sich schlichtweg nicht leisten.

Philip Malzahn

Russland will INSTEX ...

Vor einem Jahr verkündete US-Präsident Donald Trump den Ausstieg aus dem 2015 vereinbarten Atomabkommen zwischen den fünf Vetomächten, Iran und Deutschland. Die Bundesregierung hatte daraufhin versucht, zwischen den USA und Iran zu vermitteln - vergeblich. Stattdessen leidet nicht nur die iranische Bevölkerung unter den neu aufgelegten Sanktionen; auch für die restlichen Vertragsstaaten fällt ein ...

Markus Drescher

Fliegen ist kein Menschenrecht

Flugreisen: Billig, leicht verfügbar, vom Kapitalismus zum Grundbedürfnis des Homo sapiens erklärt. Gegen jede Vernunft - und exzessiv genutzt. Lifestyle schlägt Willen zum Überleben. Um nichts weniger geht es.

ndPlusHagen Jung

Sprunginnovator

Die Agentur für sogenannte Sprunginnovationen, die bahnbrechenden Ideen aus Deutschland zum Markterfolg verhelfen soll, nimmt Form an. Der Unternehmer Rafael Laguna de la Vera wird Gründungsdirektor.

Leo Fischer

Alarmismus

Ändern muss sich wegen des Klimawandels einiges, das sagen viele. Aber man soll es weder sehen noch hören noch fühlen. Auf die Konsumgewohnheiten soll es keine Auswirkungen haben. Nur ändern soll sich etwas, sonst nichts.

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Faules Geschlecht

100 Jahre nach dem Sturz der Monarchie in Deutschland sind sie nach wie vor präsent: die Hohenzollern. Nicht nur mit ihren frechen Restitutionsansprüchen und gefälligen Hofberichten in Boulevardblättern. Man begegnet ihnen auf Schritt und Tritt im öffentlichen Raum, vor allem in der deutschen Hauptstadt. Und dort geballt in der Siegesallee. Kaiser Wilhelm II. hatte im Januar 1895 seinen Untertanen...

Fabian Goldmann

Der ewige Kreis

Offiziell ist die Geschichte des Disney-Films »König der Löwen« eine Eigenkreation. Doch wer sich auf Spurensuche begibt, findet einige Werke, die als Inspiration gedient haben könnten.

Seite 10

Ernteschlachten

In China geht man mit den Ereignissen des Jahres anders um als es im Warschauer Pakt geschehen wird. Heute wissen wir, was passieren wird, unser Tagebuchschreiber konnte die kommenden Ereignisse im Jahr 1989 noch nicht vollkommen absehen.

Vanessa Fischer

Neuer Blick auf die Stonewall-Revolte

Die Stonewall Riots sind mehr als die Erfolgsstory weißer, schwuler Männer. Es gilt endlich die anderen Perspektiven greifbar zu machen, etwa die Geschichte queerer Kultur in der DDR.

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ndPlusMaria Jordan

Von Tüten und Tonnen

Alle kennen ihn, alle hassen ihn, aber jeder von uns produziert ihn: Müll. Und den Müll runterbringen kann schon mal zu einem gewaltigen Kraftakt werden, der immer und immer wieder aufgeschoben wird. Unsere Kolumnisten kommt wegen des Mülls sogar regelmäßig zu spät ins Büro.

Anna Gyapjas

Im Remix liegt die Kraft

Nicht nur beim »Wassermusik«-Festival in Berlin dreht sich alles um die Kultur schwarzer Diaspora. Die Utopie, welche die Macher*innen reaktivieren wollen, ist weltweit ein Thema.

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ndPlusUwe Kalbe und Uwe Sattler

»Die Wahl von der Leyens war eine Täuschung der Wähler«

Nach dem schlechten Abschneiden der LINKEN bei der jüngsten Wahl des EU-Parlaments fordert Gregor Gysi diese auf, den »Nutzwert unserer Politik durch verbesserte Kampagnenfähigkeit und konkretere, in die Zukunft weisende Vorschläge« zu verbessern.

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Entrechtet, vertrieben, bedroht
ndPlusTom Mustroph

Entrechtet, vertrieben, bedroht

Inés Pérez will ein neues Dorf bauen. Nicht freiwillig: aus ihrem alten wurden alle Bewohner vertrieben. Grund war der Steinkohletagebau El Cerrejón. Und obwohl Pérez nun nur das umsetzen will, was ein Gericht ihr und ihren Nachbarn zugesprochen hat, wird sie mit dem Tode bedroht.

Seite 17
Ulrike Wagener

Seltsamkeiten im Weltall

Was hat es eigentlich mit dem Mondholz auf sich? Nicht nur soll es robuster sein, es liegt dort auch - hinaufgezaubert von einer Fee. Die fiktiven Geschichten zum Mond sind zahlreich. Genauso wie die ganz aktuellen Visionen der Raumfahrt.

Seite 18
ndPlusUlrike Wagener

Lobbyhallen der Gegenwart

Wissenschaftler auf Youtube sind unseriös? Quatsch, meint der Wissenschaftsjournalist Carsten Könneker. Sie sollten sich viel mehr auf den sozialen Medien einmischen - und nicht nur den Experten raushängen lassen.

Seite 19
Bernard Schmid, Paris

Papiere für alle

Die Bewegung der «Papierlosen» in Frankreich erreichte in den 90ern eine Solidarisierung der Linken. Aktuell verbinden sich in der Protestbewegung der Gilets Noirs verschiedene migrantische Gruppen und die autonome Bewegung - ein neuer Erfolg?

Jemima Beukes

Macht ist keine Landschaft

Wie stellt man Gewalt dar? Sollte man brutale Szenen zeigen, oder lieber anders darstellen? Ein deutsch-namibisches Ausstellungsprojekt zwischen Aufarbeitung und Verzerrung.

Seite 20
»Der Führer Adolf Hitler ist tot.«

»Der Führer Adolf Hitler ist tot.«

»Der Führer Adolf Hitler ist tot.« Diese Nachricht vom 20. Juli 1944 löste die Operation Walküre aus. Doch nichts lief wie geplant. Fragmente zur Vorgeschichte des Attentats auf Hitler vom 20. Juli 1944.

ndPlusRené Heilig

Artamonow und der Attentäter

75 Jahre nach dem nicht geglückten Bombenattentat auf Hitler ist die »Sache Stauffenberg« noch längst nicht ausgeforscht. Allein über die Motivationen der vielen an dem Putschversuch Beteiligten wäre noch viel zu schreiben - und zu streiten.

Seite 22
ndPlusDieter B. Herrmann

Das Kind der Erde geht auf Abstand

Gern wird der Wettlauf zum Mond zwischen den USA und der Sowjetunion als eine Art wissenschaftlich-technischer Politkrimi thematisiert. Von den wissenschaftlichen Ergebnissen der Apollo-Missionen ist hingegen selten die Rede. Selbst einer der Missionsteilnehmer, der Astronaut William Anders, der im Dezember 1968 an Bord von Apollo 8 den Mond zehnmal umrundet hatte, soll gesagt haben, es sei kein w...

ndPlusEugen Reichl

Nachts um zwei am Fernseher

Es ist jetzt fast auf den Tag genau 50 Jahre her, dass Mama gegen zwei Uhr morgens leise mein Zimmer betrat und flüsterte: »Komm mit ins Wohnzimmer.« Und als sie bemerkte, dass ich wach war, sagte sie etwas lauter: »Sie steigen früher aus.« Nicht, dass ich bis dahin viel geschlafen hatte, in dieser Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969. Die Landung der Apollo-11-Astronauten fünf Stunden zuvor war me...

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ndPlusJacqueline Myrrhe

Im Zeichen der Mondgöttin

1969, auf dem Höhepunkt der Kulturrevolution, gab es in China keine Spur eines Mondforschungsprogramms. Jetzt ist das Land das einzige, das eine konsequente, langfristige Raumfahrtstrategie verfolgt.

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Christof Meueler

Welcher Wolf braucht schon Plüschtiere?

Dr. Steffen Schmidt ist Wissenschaftsredakteur des »nd« und der Universalgelehrte der Redaktion. Auf fast 
jede Frage weiß er eine Antwort – und wenn doch nicht, beantwortet er eine andere. Dieses Mal: Wie Hunde die Menschen austricksen.


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Nicolas Šustr

AirBnB lässt die Mieten steigen

Wer eine normale Mietwohnung als Touristenunterkunft vermietet, erlöst in Berlin damit durchschnittlich doppelt so viel. Das führt belegbar zu schneller steigenden Mieten in der Hauptstadt.

Seite 26
Die Kiefer braucht Gesellschaft
Tomas Morgenstern

Die Kiefer braucht Gesellschaft

Wälder beeinflussen die Umweltbedingungen in der Region und speichern viel CO2. Die vorherrschenden Kiefernbestände werden durch andere Arten ergänzt und zu Mischwäldern umgebaut. Es geht dabei um Klimawandel, dem unsere Serie gewidmet ist.

Seite 27
ndPlusAndreas Fritsche

Der alte Mann und die Eisenbahn

Mit bitterböser Ironie stuft sich Klaus-Dieter Zentgraf selbst als »nicht mehr sanierungsfähiges Humankapital« ein. Diesen menschenverachtenden Begriff für Langzeitarbeitslose, Alkoholabhängige oder andere Menschen, aus deren Arbeitskraft sich kein Profit mehr schlagen lässt, hat er einmal aufgeschnappt - und festgestellt, dass er durch seine Schwerbehinderung nach einem Schlaganfall auch darunter...

Seite 28
Tom Mustroph

Durch die Gasse von Fans und Lamas

Hunderttausende Fans aus vielen Nationen finden sich am Samstag in den Pyrenäen ein, wenn die Tour de France den geschichtsträchtigen Col du Tourmalet passiert. Neben Familie Collins aus Irland ist auch ein alter Bekannter wieder mit dabei.

Seite 29
ndPlusAlexander Ludewig

Die Euphorie ist noch da

Aufstiegstrainer Urs Fischer hat im Trainingslager alle Neulinge des 1. FC Union Berlin in sein System integriert. Auf einige von ihnen zählt er für die Premierensaison des Klubs in der 1. Bundesliga ganz besonders.

Seite 30
ndPlusIrmtraud Gutschke

Halbmond, Kreuz und roter Stern

In der Abenddämmerung ist es in der Fußgängerzone von Kasan am schönsten. Die Laternen leuchten schon, die restaurierten alten Gebäude sind angestrahlt (wie dunkel wirken deutsche Großstädte im Vergleich mit russischen). Die untergehende Sonne taucht alles in ein fantastisches Licht. Überall Musik: Da tanzen junge Leute mit ihren Posaunen und Trompeten, dort singt ein weißhaariger Sänger zur Gitar...

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»Egal bei welchem Wetter – wir laufen«
ndPlusJérôme Lombard

»Egal bei welchem Wetter – wir laufen«

Ist Stadtführer in Berlin ein Traumjob? Matthew 
Robinson ist Präsident des Bündnisses Berliner Stadtführerer. Ein Beruf, der ihn ausfüllt. Er ist das 
ganze Jahr hindurch mit Touristen unterwegs.