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ndPlusStephan Fischer

Liebe Leserinnen und Leser,

weltweit streiten und streiken seit einem Jahr Schülerinnen und Schüler für ihre Zukunft. Aus dem Streik einer einzelnen schwedischen Schülerin ist eine weltweite Bewegung geworden, an der weder Politiker noch Unternehmen vorbeikommen. »Fridays for Future« ist angekommen, wird wahrgenommen. Aber reicht das? Und geht es darum überhaupt?Nein, es ist ernst und es geht um nichts weniger als ums Ganze....

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Ines Wallrodt

Es betrifft alle

Niemand kommt derzeit daran vorbei, in Umfragen landet »das Klimathema« auf Platz 1 der drängendsten Probleme. Doch zugleich wächst bei einigen das Unbehagen über diesen »Hype«. Warum Klimaschutz und soziale Frage nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen.

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Susanne Schwarz

Das erste und das letzte Wort

Vom Südpol bis Spitzbergen: «Global Climate Strike» - unter diesem Motto hat die Klimabewegung Großes vor. In mehr als 2000 Städten in 130 Staaten auf allen Kontinenten gibt es allein an diesem Freitag Demonstrationen.

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ndPlusHans-Gerd Öfinger

Trendwende oder Eintagsfliege?

Zahlreiche Gewerkschaftsmitglieder werden dem Aufruf zum globalen Klimastreik folgen. Doch die konkrete Unterstützung für »Fridays for Future« muss sich in den Betrieben bewähren.

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ndPlusAndreas Knobloch

Kuba ist kein weißer Fleck mehr

Auf der Webseite der Klimainitiative »Fridays For Future« gibt es eine interaktive Weltkarte, auf der alle Orts- und Ländergruppen und Aktionen verzeichnet werden. Manche Länder oder ganze Kontinente sieht man kaum noch vor Markierungen; Kuba jedoch war bis vor wenigen Wochen ein weißer Fleck auf jener Landkarte. Der junge Mann, der dies geändert hat, heißt Rubén Herrera. Als er im Mai im Int...

Sebastian Bähr

»Die Jugendlichen sind nicht naiv«

Der Schülerbewegung Fridays for Future ist es innerhalb eines Jahres gelungen, die öffentliche Debatte zu bestimmen. Der Bewegungsforscher Simon Teune spricht im Interview über die Perspektiven, Stärken und blinden Flecke der Jugendlichen.

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ndPlusRené Heilig

Abstand, wenn’s brennt!

Auf einstigen Truppenübungsplätzen verursacht Altmunition Jahr um Jahr Waldbrände. Überall in Deutschland gibt es solche gefährlichen Areale, oftmals werden sie einfach der Natur überlassen. Motto: Mag sie heilen, was wir ihr angetan haben.

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ndPlusAnna Schulze

Warme Nacht mit kalter Gewissheit

Bei der ersten »Langen Nacht des Klimas« in der Hauptstadt gab es Impulse und Aktivismus für den Klimaschutz. Unter dem Motto »Wissen, Fühlen, Handeln« soll ein neuer Zugang zu den Themen Klimawandel und Klimaschutz geschaffen werden.

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ndPlusUlrich Brand

Wenn weniger Konsum cool ist

Eine spannende Dimension von »Fridays for Future« liegt gerade darin, dass die Frage von billigem Fleisch, ja oder nein zu Autos oder Flugreisen gegenwärtig in vielen Familien, Wohngemeinschaften oder anderen privaten Zusammenhängen diskutiert wird.

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Unten links

Ein Doppelbrötchen, zwei Knacker, eine Alu-Schale mit Nudelsalat. Drapiert auf blauem Grund. Seit ein paar Wochen kann man auf Twitter verfolgen, was Knackis im Berliner Gefängnis Heidering täglich aufgetischt bekommen. Gefängniscuisine nennt sich der Account. Natürlich dürfen Häftlinge kein Handy haben, geschweige denn ein Smartphone, mit dem sie entsprechende Fotos ihres Mittagsmenüs schießen kö...

Die Beschaffung funktioniert

»Wir wollen und müssen bei der Beschaffung besser werden und die Ausrüstung muss schneller, einfacher, zielgenauer an die Frau und den Mann kommen«, sagte die bislang arg glücklose Verteidigungsministerin, als sie vor ein paar Tagen das Koblenzer Beschaffungsamt der Bundeswehr besuchte. Große Umbauten, wie noch unter ihrer Vorgängerin geplant, schloss Annegret Kramp-Karrenbauer aus und meinte, man...

Ein »unglaubliches« Urteil

Tokio. Achteinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat ein japanisches Gericht drei ehemalige Manager des Kraftwerksbetreibers Tepco vom Vorwurf der Fahrlässigkeit mit Todesfolge freigesprochen. »Alle Angeklagten sind unschuldig«, sagte der Vorsitzende Richter Kenichi Nagafuchi am Donnerstag in Tokio. Das Gericht kam zu dem Schluss, die drei Angeklagten könnten nicht für die Folgen de...

ndPlusRené Heilig

Airbus spionierte bei der Bundeswehr

Airbus hat sich offenbar vertrauliche Rüstungspapiere verschafft. Ermittelt wird wegen möglicher »Geheimnishehlerei« gegen »17 namentlich Bekannte und weitere Unbekannte«.

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Asyl meist zu Recht gewährt

Berlin. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bleibt bei nachträglicher Überprüfung von Asylanerkennungen meist bei seiner Entscheidung. Von rund 62 000 Widerrufsprüfungen im ersten Halbjahr 2019 wurde nur in rund 1750 Fällen die Anerkennung zurückgenommen. Dies geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. In mehr als 60 000 Fällen blieb ...

ndPlusReinhard Schwarz

»Links geblinkt und rechts abgebogen«

Bei der Kandidatenvorstellung in Hamburg für den Bundesvorsitz der SPD zeigten sich viele Kandidaten zerknirscht angesichts der neoliberalen Sünden ihrer Partei.

Alina Leimbach

Wer will Hartz IV abschaffen?

Hartz IV ist für die SPD und viele Wähler*innen das große Trauma. Seit der Agenda 2010 sind die Umfragewerte im Sinkflug. Wie positionieren sich die Kandidat*innen für den neuen Parteivorsitz?

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ndPlusPhilip Malzahn

Iran unter Druck

Nach Angriffen auf Saudi-Arabien wollen die USA ihre Anti-IranSanktionen verschärfen. Parallel haben sich die Vereinigten Arabischen Emirate der Seeschutzmission am Golf angeschlossen.

ndPlusDenis Trubetskoy, Kiew

»Steinmeier-Formel« für den Donbass

Seit Monaten diskutieren Kiew und Moskau über eine Lösung des Donbass-Krieges. Doch die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Konfliktparteien bleiben immens.

Felix Lill, Tokio

Verkapptes Schuldeingeständnis

Im einzigen Strafverfahren um die Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011 wurden drei Tepco-Manager freigesprochen. Die Öffentlichkeit hat allen Grund zur Enttäuschung.

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Ämter trotz Klimastreik geöffnet

In Berlin dürfen auch Landesbeschäftigte für das Klima streiken - wenn sie die Zeit nacharbeiten. Kunden der Ämter sollen deshalb aber am Freitag keine Nachteile haben.

Carsten Schatz

Der doppelte Czaja

Sebastian Czaja (FDP) ist Mitglied im BER-Untersuchungsausschuss und arbeitet gleichzeitig für eine Baufirma beim BER. Für Carsten Schatz (LINKE) ein eindeutiger Interessenkonflikt.

Jörg Meyer

Dreckige Aussichten

Die Tarifverhandlungen im Gebäudereinigerhandwerk stecken fest, die IG BAU weist ein Angebot der Arbeitgeber als »Mogelpackung« zurück. Beschäftigte in Berlin bereiten sich auf den Arbeitskampf vor

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Marie Frank

Für Liebe ohne Bevormundung

Einmal im Jahr zieht der »Marsch für das Leben« mit weißen Kreuzen durch Berlin. Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung stellt sich den Abtreibungsgegner*innen mit Protest und Aufklärung entgegen.

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Jasper Nicolaisen

Poschiboy am Aparillo

Ein Tagtraum: Anruf von Gott bei Ulf Poschardt, Chefredakteur der »Welt«: »Poschi, Poschi, Poschi!« spricht Gott, »ich bin enttäuscht von dir. Ich dachte, du wärst ein Liberaler. Der letzte Bourgeoikaner!« Gott macht einen Vorschlag.

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Ruben Stark, Harrogate

Im Flachen immer noch Weltspitze

Mit Medaillenhoffnungen wie Routinier Tony Martin, aber auch einigen Fragezeichen reist der Bund Deutscher Radfahrer zu den Straßenweltmeisterschaften in die britische Grafschaft Yorkshire.

Andreas Morbach, Leverkusen

Schlampiger Start

Der Auftakt zur Champions League sollte den Leverkusenern einen Pflichtsieg über Lok Moskau bescheren. Stattdessen müssen sie ihr europäisches Saisonziel nach dem 1:2 wohl schon abhaken.

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Felix Jaitner

Steinmeierscher Formelsalat

Die Politik liebt Schlagworte, möglichst ruhmverheißende Personifizierungen. Man denke an den »Marshall-Plan«, die trügerischen »Hartz IV-Reformen« oder die »Riester-Rente«. Gegenwärtig macht im politischen Berlin die »Steinmeier-Formel« von sich reden. Diese bereits im Herbst 2016 vorgebrachte Initiative des ehemaligen deutschen Außenministers gilt neuerdings als Kompromissvorschlag zur Lösu...

Marion Bergermann

Die paar Migranten tun nicht weh

Endlich soll sich etwas ändern in der europäischen Asylpolitik. Deutschland und Frankreich wollen aus Seenot gerettete Geflüchtete schneller aufnehmen. Andere EU-Staaten sollen, ginge es nach ihnen, mitmachen. Solange, bis es eine umfassende europäische Lösung gibt. Innenminister Horst Seehofer ließ verlauten, ein Viertel der Geretteten aufzunehmen, werde »unsere Migrationspolitik nicht überforder...

Ulrike Henning

Trügerischer Gewinn

Der Bluttest auf mehrere Trisomien soll nun also ab 2021 Kassenleistung werden. Wenn auch mit engen Vorgaben, heißt es. Die Grundlagen für die verpflichtende ärztliche Beratung sind aber erst noch zu erstellen. Es fehlt, unter anderem aus Sicht von Kritikern wie einigen Pränatalmedizinern, eine klare Definition des Begriffs Risikoschwangerschaft. Eine solche Zuordnung soll aber einen Test erst erl...

ndPlusOliver Eberhardt

Erfrischend gut

In Israel rückt plötztlich ein Mann ins Licht der Öffentlichkeit, der bislang der breiten Masse nur als Anführer der kleinen, sozialistischen Partei Chadasch bekannt war: Ayman Odeh, 44, verheiratet, drei Kinder, könnte Oppositionsführer werden, denn die Arabische Liste, auf der Odehs Partei bei der Wahl antrat, wurde mit zwölf von 120 Mandaten drittstärkste Kraft. Der Posten des Oppositionsführer...

Elena Balthesen

Habt ihr uns endlich verstanden?

Egal in welcher Form, ob mit Schulstreiks, Straßen- und Baggerblockaden oder mit ganz neuen Protestformen: Mit »Fridays for Future« ist etwas Einzigartiges entstanden und die Vernetzung deutschland- und sogar weltweit ist großartig.