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Wolfgang Hübner

Der Wächter der Einheit

Erich Honecker ist noch nicht tot. Sein letzter Auftrag ist noch nicht erfüllt. In einer Ecke der nd-Redaktion hängt seit 30 Jahren sein allmählich verbleichendes Porträt. Erst wenn er sich vollständig verflüchtigt hat, ist die deutsche Einheit vollendet. Wie es aussieht, muss er noch eine Weile durchhalten.

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Die große Entkopplung

Mindestlöhne und »Living Wages« garantieren nicht nur den Armen ein bestimmtes Einkommen. Sie sind wichtig für die ganze Lohnstruktur, geben sie ihr doch eine untere Schranke, unter die die Bezahlung nicht fallen soll. Und der Druck nach unten ist groß: Trotz jahrelangen Aufschwungs sind in den Industrieländern die Löhne nur relativ schwach gestiegen. Und wo sie stärker gestiegen sind, wie in Deut...

Alina Leimbach

Existenz statt Minimum

Mindestlöhne sind gerade in Großstädten oft zu niedrig, um die Existenz zu sichern. Arbeitsminister Heil will nun das britische Living-Wage-Konzept nach Deutschland holen. Wir haben Fachleute gefragt, was sie davon halten.

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Tom Strohschneider

Klöße und Größe

Amtsinhabereffekt, Ramelowisierung oder schlicht »Thüringenmoment«? Der amtierende Ministerpräsident des Freistaats eilt in Beliebtheitsfragen allen anderen Linkspolitikern davon.

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ndPlusRalf Streck

»Angriff auf die Rechte der Bevölkerung gestoppt«

Kaum jemand erwartete 2015, dass die zerstrittene Linke in Portugal gemeinsam agieren und die Sozialisten von António Costa an die Regierung bringen würde. Pedro Guerreiro von der Kommunistischen Partei spricht im Interview über die Unterstützung der sozialdemokratischen Minderheitsregierung.

Ralf Streck

Linke nutzt Spielräume

Seit 2015 regiert in Portugal ein Bündnis linker Kräfte. Gemeinsam ist es ihm gelungen, das Land aus Krise und Sparprogrammen zu erlösen. Die Wahlen an diesem Sonntag dürfte die Sozialistische Partei abermals für sich entscheiden.

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Nasrin Parsa

Baustein eines Imperiums

Alle Schiiten müssen sich zusammentun, um die Welt zu beherrschen: Dieses höhere Ziel verfolgt die Regierung in Teheran seit der islamischen Revolution 1979. Die jemenitischen Huthi zählt sie zu ihren Glaubensbrüdern.

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Hendrik Lasch

Da geht was miteinander

Drei Wochen sondierten Delegationen von CDU, SPD und Grünen die Möglichkeiten für eine erste Koalition dieser Parteien in Sachsen. Nun liegt ein 14-seitiges Papier mit Ergebnissen vor. Freilich: Noch ist nichts besiegelt.

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Katja Herzberg

Reise mit falschen Zielen

Sowohl die EU als auch die türkische Führung ist an einer Verlängerung des Flüchtlingspakts interessiert. Fraglich ist nur, zu welchem Preis. Wie es den Hilfesuchenden dabei geht, spielt - diplomatisch ausgedrückt - eine untergeordnete Rolle.

Alexander Isele

Verwalterin fremder Macht

Nun soll ein Notstandsgesetz für Ruhe sorgen: Seit Freitag um Mitternacht ist das »Vermummen« in Hongkong verboten. Regierungschefin Carrie Lam sagte zwar, es gäbe keinen Notstand in der Sonderverwaltungszone, wendet nun aber ein aus der Kolonialzeit stammendes Gesetz für diesen an, das ihr weitreichende Befugnisse einräumt. Mit Notstandsgesetzen wurden zuletzt 1967 die durch die Kulturrevolution ...

Martin Ling

Lenín spielt mit dem Feuer

Ecuadors Präsident Lenín Moreno hat nach Protesten gegen Kraftstoffpreiserhöhungen den Ausnahmezustand verhängt. Ob Lenín damit aus der Bredouille kommt, ist alles andere als ausgemacht.

ndPlusOliver Kern

Älter im Kopf

Niklas Kaul ist 21 Jahre jung. Das sollte man immer mitdenken, nicht nur wenn man über seine Leistungen spricht, sondern auch über die Ruhe, mit der er Leben und Leistungssport angeht. Der Pfälzer aus der Nähe von Mannheim galt schon vor seinem Sensationsgold bei der WM in Doha am Donnerstagabend als größtes Zehnkampftalent weltweit. Dass er seine Klasse schon so früh auch bei den Senioren nachwei...

Oliver von Dobrowolski

Weniger Rainer Wendt, mehr Bruce Lee!

Bei der Polizei ist es nicht gang und gäbe, Fehler einzugestehen. Dafür wird sie zu Recht kritisiert. Beamt*innen sollten mit der Kritik offen umgehen und Fehler eingestehen, dann könnte die Polizei auch Vertrauen gewinnen.

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Lass dich nicht BRDigen!

Als die DDR 1990 verschwand, war es auch um die »westdeutsche Linke« geschehen. Die nannte sich extra so, denn für sie war die DDR sozialistisches Ausland, egal, was man politisch davon hielt (in den unterschiedlichen Fraktionen). Ein Drittel der westdeutschen Bevölkerung sah das genauso, bei den unter 30-Jährigen war es sogar die Hälfte, wie Umfragen Ende der 80er Jahre ergaben. Damals war in der...

Hans-Dieter Schütt

Wer zu spät kommt

Ein kleiner Schritt vorwärts? Der Dichter Heiner Müller sagte, hin zum wahren Sozialismus sei das zu kurz. Michail Gorbatschow hatte mit »Glasnost« und »Perestroika« einen großen Schritt vorwärts eingeleitet - der aber war tödlich für das System. Doch die Zeit war reif dafür.

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ndPlusKalle

Vorwärts und rückwärts

Zum 40. Geburtstag der DDR gibt es Volksfeste in allen Städten und Gemeinden der DDR. In Feierlaune sind die Bürger allerdings längst nicht mehr.

ndPlusAert van Riel, Oslo

Lohn der Unabhängigkeit

Die Zahlen sind beeindruckend. In wenigen Jahren hat die norwegische Zeitung »Klassekampen« ihre Auflage auf mehr als 30.000 Exemplare versechsfacht. Für ihre Unabhängigkeit musste sie einige Kämpfe ausfechten.

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Paula Irmschler

Beruhigungspimmel

Frauen werden durch Penis-Penetration ruhig, besonnen, ausgeglichen, auf Linie gebracht und kochen einem was. Ist es nicht so? Nein. Penetrationssex ist keine Erfahrung, »die uns vom Schreiben, Denken, Handeln und Sprechen fernhält«, weiß Paula Irmschler.

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»Ich will, dass der Boss sich entschuldigt«
Johanna Treblin

»Ich will, dass der Boss sich entschuldigt«

Am 16. Oktober ist es so weit: Ovidiu Mindrila, Bauarbeiter aus Rumänien, klagt gegen den Investor der Mall of Berlin. Weil er vor fünf Jahren auf der Baustelle arbeitete, die Subunternehmen ihn aber nicht bezahlten. Mindrila will sein Geld - und Gerechtigkeit.

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ndPlusJohanna Treblin

Eine Frage der Haftung

Das Baugewerbe ist durch Subunternehmerketten geprägt. An oberster Stelle steht in der Regel der Bauherr oder Investor: Das ist die Firma, die das Bauvorhaben finanziert. Im Falle der Mall of Berlin war das die HGHI Leipziger Platz GmbH & Co. KG. Die Abkürzung HGHI steht für High Gain House Investments. Geschäftsführer ist Harald Huth, der die meisten der neueren Shoppingmalls in Berlin gebaut...

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Julia Wycisk

Mach dir keinen Kopf!

1989 wurden etliche Wörter aus dem Sprachgebrauch der DDR ersetzt und an die neuen gesellschaftlichen Bedingungen angepasst. Während dieser Angleichung an den westdeutschen Sprachgebrauch wurden 2000 bis 3000 Wörter von dort übernommen.

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ndPlusGünter Benser

Ein doppeltes Lottchen

Vor 70 Jahren wurde die DDR gegründet. Obwohl damals gar nicht zwingend geboten, hat die heutige Bundesrepublik nun eine Doppelbiografie. Die differenzierte Auseinandersetzung damit steht immer noch aus.

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ndPlusKarlen Vesper

Hoffen und Bangen im Oktober

Dresden im Oktober ’89 war vieles. Die einen wollten den 40. Geburtstag der DDR feiern, die anderen gingen für ihr Ende auf die Straße. Der spätere SED-PDS-Vize Wolfgang Berghofer sollte die Demonstranten beruhigen und verhandelte mit der »Gruppe der 20«.

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ndPlusHendrik Lasch

Lass sie doch reden

Wir kochen gut» – das Kochbuch mit diesem Titel stand in fast jeder Küche der DDR. Jetzt steht es, wie viele weitere Alltagsgegenstände, auch im Museum und erzählt die Geschichten der «Dabeigewesenen». Und die sind ausgewogener als man denkt.

Daniela Dahn

Der Anspruch des Unerfüllten

Demokratischer Aufbruch, Neues Forum, Demokratie Jetzt: Schon die Namen der zivilgesellschaftlichen Gruppen aus dem Herbst ’89 hatten etwas Drängendes, Forderndes. Doch was ist aus diesen Forderungen geworden? Eine Bilanz.

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ndPlusIngrid Wenzl

Gefährlich fruchtbar

Wissenschaftler finden eine überraschende Erklärung für die Algenblüte nach einem Vulkanausbruch.

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ndPlusIris Rapoport

Gene und Profite

Immer neue Enzyme kommen als Werkzeuge in der gentechnischen Züchtung von Kulturpflanzen zum Einsatz. So werden die Methoden ständig verfeinert. Auch bei Pflanzen können heute durch das sogenannte Gen-Editing arteigene Gene gezielt verändert werden. Dadurch wurde nicht nur das Erbmaterial anderer Arten überflüssig, sondern auch das jener Markergene, die dafür benötigt wurden. Solche gentechnische ...

ndPlusThomas Berger

Vormarsch der Superkeime

Multiresistente Keime, gegen die kaum noch eines der bekannten Antibiotika hilft, sind global eine neue Bedrohung. Ärzte könnten einige ihrer wichtigsten Hilfsmittel verlieren - insbesondere in den Ländern des globalen Südens.

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Regina Stötzel

Zum Angeben sind Sportwagen ergiebiger

Dr. Steffen Schmidt ist Wissenschaftsredakteur des »nd« und der Universalgelehrte der Redaktion. Auf fast 
jede Frage weiß er eine Antwort – und wenn doch nicht, beantwortet er eine andere. Regina Stötzel fragte ihn nach »SUV-Unfällen«.

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ndPlusYannic Walther, Lissabon

Massenexodus der Bewohner

In der Berliner Diskussion zum Mietendeckel wird immer wieder als Schreckensbild Lissabon vorgebracht. Dabei fordern stadtpolitische Initiativen auch in der portugiesischen Hauptstadt aufgrund der Gentrifizierung dringend mehr Mietenregulierung.

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Marie Frank

Kenne deine Gegner

Angesichts des Rechtsrucks ist es mehr als nur ein Fauxpas, wenn sich Extinction Rebellion ihre politischen Gegner*innen ausgerechnet auf der linken Seite sucht. Es ist ein fatales gesellschaftliches Signal, das viel darüber aussagt, was bei dieser Bewegung läuft.

Sebastian Bähr

Solidarische Kritik üben

In Teilen der radikalen Linken Deutschlands wird besonders die junge Bewegung »Extinction Rebellion« kritisiert. In vielen Fällen auch zu Recht: Aber wegen der fehlenden »Reinheit« die Bewegung verdammen und sich in der Szenekneipe auf die Schultern klopfen?

Georg Sturm

Antidepressivum Klimaschutz

Ab Montag will die Gruppe »Extinction Rebellion« in Berlin Blockaden durchführen, um den Klimaschutz voranzubringen. Ausgang nahm die Bewegung in London, wo es solche Aktionen des zivilen Ungehorsams für das Klima bereits seit November 2018 gab.

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Andreas Fritsche

Morden mit Profit

Die Verbrechen in den Konzentrationslagern Oranienburg und Sachsenhausen waren nicht zu übersehen, auch wenn die Bevölkerung sich nach der Befreiung der Häftlinge ahnungslos gab. Industrie und Gewerbe machten mit und verdienten gut daran.

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Jirka Grahl

Der alte Mann und das Meer

All die glitzernden Türme, die sie in Doha aus Stahl, Glas und Beton haben bauen lassen, rufen: Zukunft, Zukunft, Zukunft! Doch in ihrer Mitte findet sich ein sentimentaler Platz: Souk Wakif, der alte Markt, den der Vater des jetzigen Scheichs hat errichten lassen.

Jirka Grahl

»Der WM-Zeitplan ist Mist«

Als aktiver Sportler warf Uwe Hohn 1984 den Speer so weit, dass dieser aus Sicherheitsgründen verändert werden musste. Heute trainiert er Indiens Athleten. Mit nd sprach er am Rande der WM in Doha über Trainingsmethoden in Indien und darüber, dass der Weltverband die Titelkämpfe nie nach Katar hätte vergeben dürfen.

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Max Zeising, Leipzig

Erst Beschneidung, dann Boykott

Fußballfans und Sicherheitsbehörden - in dieser unendlichen, durch zahlreiche Auseinandersetzungen geprägten Geschichte wird dieser Tage in Leipzig ein neues Kapitel geschrieben.

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ndPlusStephan Brünjes

Klimatisiert an der Riviera radeln

Drei unscheinbare Dörfer liegen im touristischen Schatten von Cinque Terre - Liguriens pastellfarbenen Postkarten-Ikonen - und lassen sich daher noch in Ruhe erkunden. Am besten auf einer früheren Bahnstrecke, umgebaut zum Küsten-Radweg mit integrierter Klima-Anlage.

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ndPlusMichael Juhran

Auf der Route der Nordmänner

Vor mehr als 1000 Jahren erkundeten die Nordmänner als erste Europäer die Küsten des heutigen Kanada. Mit einem Expeditionsschiff kann man ihren Spuren folgen - ein spannender Exkurs in die Geschichte und Gegenwart.

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ndPlusInes Wallrodt

»Wir wollen keine Sachmittel sein«

Anna Wunderlich ist Hilfskraft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sie muss kopieren und Kaffee kochen, übernimmt aber auch Arbeiten für Forschung und Lehre. Weil sie die Bezahlung dafür nicht fair findet, engagiert sie sich in der studentischen Gewerkschaft unter_bau.