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Aert van Riel

Zeit zum Loslassen

Trotz neuer SPD-Spitze: Die Vorstellung, dass CDU und CSU den Sozialdemokraten weit entgegenkommen, ist nicht realistisch. Denn an dem Kräfteverhältnis in der Koalition hat sich nichts geändert.

SPD vor der Zerreißprobe

Berlin. Die designierten SPD-Chefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans scheinen sich mit dem Parteiestablishment arrangiert zu haben. Sie sehen den schnellen Ausstieg aus der Koalition nicht als vorrangiges Ziel. In einem Leitantrag der SPD-Spitze für den Parteitag am Wochenende sollen keine harten Forderungen an die Union formuliert werden. »Wir wollen, dass Themen, die durch die veränderte L...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Berlin sucht die »russische Spur«

Wegen angeblich fehlender Amtshilfe bei der Aufklärung des »Tiergarten-Mordes« straft die Bundesregierung Moskau diplomatisch ab. Russland kündigte Vergeltung an.

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Ralf Klingsieck, Paris

Die französische Agenda 2010

Große Ankündigungen zum Umbau der Sozialsysteme hatte Emmanuel Macron vor seiner Wahl zum Präsidenten gemacht. Tatsächlich hat er einiges davon umgesetzt - und schockierte damit selbst Anhänger.

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ndPlusPhilip Malzahn, Erbil

Wüstenweißwurst und Lieder

Aufgewachsen ist Gunter Völker in Bad Tabarz. Heute betreibt er in Nordirak das Gasthaus »Deutscher Hof«. Wer Lust hat auf Weißwurst in der Wüste oder auf ein Lied aus Deutschland, der kommt hierher.

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ndPlusJana Frielinghaus

Menschenrecht auf Wohnen nicht für alle

Die Situation von Wohnungslosen ist ein Schwerpunktthema des »Berichts über die Entwicklung der Menschenrechtssituation in Deutschland«. Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR), stellte ihn am Mittwoch in Berlin vor. Das DIMR beobachtet nach den Regularien der Vereinten Nationen, wie Grundrechte hierzulande eingehalten werden und formuliert bei Defiziten Empfehlu...

Aert van Riel

Eine Frage der Glaubwürdigkeit

Kurz vor dem Bundesparteitag am Wochenende wachsen die Spannungen in der SPD. Der Vorsitzende der Jusos, Kevin Kühnert, hat keine eindeutige Haltung zur nahen Zukunft der Großen Koalition.

ndPlusDieter Hanisch, Lübeck

Daumenschrauben im Gepäck

Drei Tage lang tagen die Innenminister von Bund und Ländern in Lübeck. Ihre Herbstkonferenz steht unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen und einem hohen Polizeiaufgebot.

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Putins Hand und Putins Faust

Als die NATO-Staats- und Regierungschefs am Dienstag in London eintrafen, eröffnete Russlands Präsident Wladimir Putin im Schwarzmeerort Sotschi eine Tagung zur Entwicklung der russischen Marine. Dabei erinnerte er daran, dass das westliche Militärbündnis 1949 als Gegenmacht zur Sowjetunion gegründet wurde und sich fortan beständig erweiterte. Doch die Sowjetunion existiere nicht mehr, es gebe auc...

ndPlusRené Heilig

Ein Gipfel, der der Gipfel war

Der NATO-Gipfel war alles andere als ein harmonisches Familientreffen. Aber selbst vom allgemeinen Ziel, eine Wertegemeinschaft zu sein, ist man meilenweit entfernt - was die Welt nicht sicherer macht.

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Sebastian Bähr, Raqqa

Hauptstadt des Schutts

Nur eine Autostunde von der Front in Nordsyrien entfernt gibt es wieder Theater und Kunst in der einstigen Hauptstadt des IS-Kalifats. Doch der Frieden in Raqqa ist fragil - und er ist gefährdet, durch die türkische Invasion.

ndPlusRobert Stark, Helsinki

Rinne stürzt über Post-Streik

Eine Affäre um den Streik der staatseigenen Post zwang den finnischen Premierminister Antti Rinne zum Rücktritt. Für die Fünf-Parteien-Koalition wird das zur Belastungsprobe.

Klaus Joachim Herrmann

Russische Frauen wollen nicht sterben

Der Entwurf eines Gesetzes gegen häusliche Gewalt liegt Russlands Oberhaus vor. Bis 15. Dezember können noch Vorschläge eingereicht werden, doch die Initiatorinnen befürchten ein Scheitern.

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Ines Wallrodt

Crowdworker sind keine Angestellten

Selbstständig oder angestellt? Erstmals hat ein Mikrojobber auf Festanstellung geklagt. Auch nach dem Urteil des Landesarbeitsgerichts: Die grundsätzliche Auseinandersetzung steht erst am Anfang.

Simone Schmollack

Mit den Eltern lachen und weinen

Das Schicksal einer Familie in einer sächsischen Kleinstadt zeigt, wie wichtig Familienbegleiter*innen sind. Die Mutter der verstorbenen 21-Jährigen hätte sich in den letzten Jahren Hilfe gewünscht, doch in der Stadt gab es nicht mal ein Hospiz für junge Menschen.

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ndPlusFabian Kretschmer, Peking

Deutsche Geschäfte in Xinjiang

Ob Siemens, Volkswagen oder BASF: DAX-Konzerne unterhalten Werke in der westchinesischen Provinz Xinjiang, wo Hunderttausende Muslime in Internierungslagern weggesperrt werden.

ndPlusKatrin Mohr

Industrie 4.0 braucht einen Sozialstaat 4.0

Die Digitalisierung wird häufig als bedrohliches und disruptives Szenario beschrieben: Ein »digitaler Tsunami« rollt demnach über unsere Gesellschaften hinweg, wird Millionen von Arbeitsplätzen kosten und einen grundlegenden Umbau unseres Systems des Wirtschaftens und der sozialen Absicherung unausweichlich machen. In der Tat wird die Digitalisierung - ganz zu schweigen von der Dekarbonisieru...

Rainer Balcerowiak

Arme werden an den Stadtrand gedrängt

Niedrige Zinsen, der Zuzug von Menschen in die Stadt und zu wenig Neubau sind die Gründe, warum die Mieten in Großstädten wie Berlin explodieren. Die Folge ist Verdrängung aus dem Zentrum.

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ndPlusUlrike Henning

Der Geist der Klosterfrau

Aromatisierte Wässer und sonstige Allheilmittel versprachen schon vor 200 Jahren gute Geschäfte. Einzelne Produkte wie Kräuterdestillate haben bis heute ihre Anhänger.

ndPlusGuido Sprügel

Lotse mit helfender Hand

In Ostwestfalen-Lippe begleiten Lotsen ein Jahr lang Schlaganfall-Patienten. Sie helfen bei Anträgen und haben stets ein offenes Ohr. Noch ist das Ganze keine Kassenleistung.

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Uwe Kalbe

Seehofers Attacke

Für Horst Seehofer müsste Clan-Chef Miri geboren werden, existierte er nicht bereits. Dessen illegale Wiedereinreise bietet dem Innenminister alles, was er für eine Rechtfertigung seiner harten Linie braucht. Gegenüber Migranten in Deutschland wie außerhalb. Denn dank Seehofer müssen sie nicht nur zunehmend mit Zurückweisung direkt an der Grenze rechnen. Sondern da sollen sie möglichst gar nicht e...

René Heilig

Zu viel Schweigen

So ein Gefühl fröhlich-friedlicher Gemeinsamkeit lässt sich durch nichts ersetzen. Fast eine Million Menschen aus vielen europäischen Staaten trafen sich am Trafalgar Square, um den zu gleicher Zeit in London tagenden NATO-Gewaltigen klar zu machen, dass sie neuer Rüstung nicht tatenlos zusehen. In Berlin, Warschau und Paris läuteten Kirchenglocken. Rockbands spielten in Helsinki Joan-Baez-Titel. ...

Ines Wallrodt

Nicht im Gesetz

Crowdworker sind keine Angestellten, das hat das Landesarbeitsgericht München entschieden - geklärt ist damit nichts. Vielmehr macht das Urteil deutlich, wie sehr es neuer Regelungen bedarf. Jede Entscheidung in dieser Frage ist auch eine über den Grad von sozialer Absicherung. In diesem Fall zulasten eines Menschen, der von einem Tag auf den anderen seine Einkünfte verlor. Die Plattformökonomie ...

ndPlusFolke Havekost

Lust auf Macht

Wer Bürgermeisterin werden will, darf nicht zimperlich sein. Katharina Fegebank ist derzeit in Hamburg fast überall anzutreffen. Schließlich will die Spitzenkandidatin der Grünen ihren Koalitionspartner und Vorgesetzten Peter Tschentscher (SPD) nach der Bürgerschaftswahl am 23. Februar als Präses des Senats beerben und erste grüne Rathauschefin der Hansestadt werden.Nicht überall freut sich indes ...

Elmar Wigand

Ein umhertaumelnder Zombie

Die SPD war lange eine lebendige Tote, die ziellos durch die Gegend geirrt ist. Durch die Mitgliederabstimmung scheint das endlose Leiden der altehrwürdigen Partei ein Ende zu haben.

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ndPlusMartin Kröger

Senat baut acht Grünpfeile ab

Der Fachverband für den Fußverkehr in Deutschland, Fuss e.V., fordert, Grünpfeile zu entfernen, weil sie Gefahren für Fußgänger bringen.

Claudia Krieg

Gute Arbeit für alle muss Inklusion voranbringen

Der erste Arbeitsmarkt ist für viele Menschen kein Ort, den sie mit der Idee von »guter Arbeit« verbinden. Allen guten Vorsätzen und Maßnahmen beim Arbeitsschutz zum Trotz arbeiten die meisten Menschen hier in Bedingungen, die sie über kurz oder lang krank werden lassen. An Burnout oder Depression psychisch Erkrankte bilden derzeit die größte Zuwachsgruppe in Werkstätten für Menschen mit Behinderu...

ndPlusNicolas Šustr

Mietendeckel strahlt weit über Berlin

Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene wollen Christdemokraten und Liberale gegen den Mietendeckel klagen. Am Mittwoch ließen sie sich noch einmal Argumente gegen das Instrument vortragen.

Claudia Krieg

Landesamt ist Inklusionsvorbild

Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) zeigt sich als »bunte Behörde« und offener für Inklusion als andere Verwaltungen: 10,4 Prozent der Beschäftigten haben eine Behinderung.

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ndPlusPhilip Blees

Dschihadisten sind Fall für Problemstelle

Mit Prävention und Deradikalisierung will Berlin gegen den Islamismus vorgehen. Im Abgeordnetenhaus gibt es einen Konsens zum Thema. Die Maßnahmen des Senats scheinen zu wirken.

Marie Frank

Prinzessinnengärten machen weiter

Auslaufender Mietvertrag, fehlende Finanzierung: Das Ende der Prinzessinnengärten am Moritzplatz schien nur noch eine Frage der Zeit. In letzter Sekunde rettet der Senat das Projekt - und ein weiteres.

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ndPlusWilfried Neiße

Tesla könnte ab Februar loslegen

Nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Jörg Steinbach könnte der Autobauer Tesla bei rechtzeitiger Einreichung akzeptabler Antragsunterlagen die Genehmigung im Februar erhalten.

ndPlusUwe Werner

Schnelles Internet für den Nordosten

Brandenburg will die »weißen Flecken« in der Internetversorgung tilgen. So erhalten in der Uckermark bis Ende 2023 Tausende Haushalte, etliche Unternehmen und Schulen endlich einen Breitbandanschluss.

ndPlusWilfried Neiße

In Schönheit gefangen

Brandenburgs Landeshauptstadt gilt gerade Berlinern als Sehnsuchtsort. Doch Potsdam ist ein teures Pflaster, die Bevölkerung wächst schneller als das Wohnungsangebot, und der Innenstadtverkehr ist chaotisch.

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ndPlusHans-Gerd Öfinger

»Knorr muss in Heilbronn bleiben!«

Nach über 180 Jahren droht dem Suppen- und Saucenhersteller in Baden-Württemberg das Aus, weil dem Mutterkonzern Unilever die Rendite nicht hoch genug ist.

ndPlusSebastian Haak

Ein kleines Wunder

Zehn Jahre nachdem es abgenommen worden war, ist ein riesiges Wandmosaik des Künstlers Josep Renau an seinen Platz in Erfurt zurückgekehrt - eine gute Nachricht für DDR-Kunst überall im Osten.

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ndPlusMirosław Filipowicz

Kein Tauwetter in Sicht

Würde man die polnisch-russischen Beziehungen auf die bilateralen Kontakte zwischen den Regierungen beider Länder reduzieren, würde man sich an sibirisches Klima erinnert fühlen.

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ndPlusRonald Friedmann

Ein Drittel bescheuert, ein Drittel illegal

Das Interesse der US-amerikanischen Öffentlichkeit an diesem neuen Buch ist vergleichsweise gering. Es sind nicht nur die täglichen, zum Teil sensationellen Schlagzeilen, mit denen die »New York Times«, die »Washington Post« oder auch der Nachrichtensender CNN die Vorbereitung eines möglichen Amtsenthebungsverfahrens gegen Donald Trump durch den US-Kongress begleiten, die es »Anonymous«, dem namen...

ndPlusHerbert Grießig

War’s das dann oder gibt’s noch was?

Marx, Engels, Lenin, Mao Tse-tung programmatisieren sie: eine sozialistische Menschenordnung. Und auch Michael Geiger, der in der DDR geboren und aufgewachsen ist, in Leipzig und Berlin studiert und in Koblenz als Professor für Internationales Management gelehrt hat. Er fasst dieses Eisen an, an dem sich bislang nur wenige nach dem Scheitern des »real existierenden Sozialismus« in Europa herangewa...

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ndPlusStefan Gärtner

Was zu viel ist, ist zu viel, wenn nicht mehr mehr wäre

Aufgabe an eine Filmschulklasse: Bitte die Parodie eines Sozialfilms mit komischen Elementen schreiben! Das Ergebnis sieht dann womöglich so aus: Ein jüdischer, Kippa tragender Mittfünfziger betreut in einem privaten Pariser Verein schwerst autistische, teils aggressive Kinder und Jugendliche, die von den Gesundheitsbehörden aufgegeben und zur geschlossenen Abteilung verurteilt worden sind. Dabei ...

Matthias Reichelt

Von der Seele gemalt

«Ich habe Angst, dass Auschwitz nur schläft» schrieb die Malerin Ceija Stojka. Sie hatte den Völkermord der Nazis an den Roma und Sinti knapp überlebt und erst spät in ihrer Kunst thematisiert. In Madrid gibt es eine Retrospektive.

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ndPlusWalter Kaufmann

Herbst 1938, Winter 2019

Draußen wirbeln die Blätter im Oktoberwind, gleiten abwärts, an den Synagogenmauern vorbei, auf den Schulhof. Im schwindenden Sonnenlicht bleibt uns im Klassenzimmer bald nur der goldene Davidstern an der Stirnwand deutlich. Ich sehe mich um und sehe nur Lücken - wir waren achtzehn, hier in dieser Klasse der jüdischen Schule, jetzt fehlten sieben. Miriam ist fort, ist wie die anderen nach Polen ve...

Adrian Schulz

In der glühenden Hölle

Wer wissen will, wie die Welt künftig aussieht, wenn nicht die Nazis, sondern die Hipster gewinnen, möge nach Köln-Ehrenfeld reisen und eine Runde Schwarzlicht-Minigolf im Studio »Glowing Rooms« spielen. Ihm bzw. ihr sei gute Nerven angeraten. Es ist ja das Markenzeichen der erfolgreichen Betriebe im Kapitalismus, Dinge, die eigentlich gut waren, so zu verändern, dass sie ungenießbar werden, ...

ndPlusStefan Ripplinger

Die unsichtbare Hand

Schauplätze des Kapitalismus: Die Dokumentarfilme des Österreichers Gerhard Friedl gehören zu den interessantesten politischen Filmen der letzten zwanzig Jahre. Jetzt sind sie im Berliner Filmkunstkino Arsenal zu sehen.

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ndPlusJan Freitag

Wie Ärzte im Mittelalter

Messer sind keine Waffen in der Küche. Für Menschen wie Seth sind Messer Freundinnen, Geliebte, Wegbegleiter. Wie er das Edelstahl betrachtet, sechs Zoll lang, wie er den Rosenholzgriff berührt, geschwungen schön, wie er die Kerbe darin schildert, mit der er es vorm Fremdgehen bewahrt. Für dieses Messer, daran lässt der passionierte Jäger aus Ohio keinerlei Zweifel, ist er bereit zu töten. Wenngle...

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ndPlusEric Dobias, Yamaga

Erster Dämpfer für deutsche Handballerinnen

Die WM-Siegesserie der deutschen Handballerinnen ist von Titelverteidiger Frankreich gestoppt worden. Die DHB-Auswahl sündigt vor allem im Abschluss. Zum Vorrundenabschluss wartet Südkorea.

ndPlusManuel Schwarz, München

Die Kugel soll es sein

Für eine Kristallkugel wäre im Flur von Selina Jörgs Wohnung definitiv noch Platz. Die beste deutsche Snowboarderin hat ihre wichtigsten Trophäen in einer Regalwand stehen, die ihr Freund 2018 anlässlich der Silbermedaille bei Olympia selbst getischlert hat. Im vorigen Winter musste er anbauen, da kam WM-Gold dazu. »Er sagt aber, er könnte sie noch mal erweitern«, erzählt Selina Jörg und lacht. Di...

Oliver Kern

Immer irgendwie durchkommen

Schon lange jubeln die Macher der Berlin Volleys über ihren Weltklassezuspieler Sergej Grankin. Der Russe hilft vor allem Hauptangreifer Benjamin Patch dabei, sein volles Potenzial zu nutzen.