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Alina Leimbach

Eine Sache der Prioritäten

»Stell dir mal vor, das Klima könnte wählen. Wer wäre das?«, plakatierten die österreichischen Grünen zur Nationalratswahl 2019. Ein Plakat mit der Aufschrift »Wen würden Beschäftigtenrechte wählen?« gab es dagegen nicht. Wohl nicht ohne Grund, denn mit Aussicht auf die erste türkis-grüne Koalition mit der konservativen ÖVP von Sebastian Kurz ist dieses Thema komplett heruntergefallen. Zwar k...

Alexander Isele

Schwarz mit ein paar Tupfern Grün

ÖVP-Chef Kurz und Grünen-Vorsitzender Kogler stellen ein neues Regierungsprogramm für Österreich vor. Zusammengefasst: Die ÖVP konnte sich in den Koalitionsverhandlungen gegen die Grünen durchsetzen und führt ihre Abschottungspolitik fort.

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ndPlusPhilip Malzahn

Die Milizen und das Mittelmeer

Der vom General Khalifa Haftar ausgerufene Sturm auf Tripolis dauert seit April an. Hunderttausende fliehen vor den Kämpfen, bei denen sich russische und syrische Söldner gegenüberstehen.

ndPlusKurt Stenger

Neue Bündnisse im alten Konflikt

Eigentlich ist es nur eine Röhrenleitung, die von A nach B führen soll. Doch das Großprojekt Eastmed birgt geopolitischen Zündstoff genauso wie allerlei Kitt.

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ndPlusOliver Kern

Ungewollte Ablenkung

Dass Joe Biden ein Politiker ist, der gern seine Meinung nach dem Wind dreht, bewies er erneut Ende des vergangenen Jahres. US-Präsident Donald Trump versucht seit Monaten, den Demokraten mit in den Dreck rund um sein Amtsenthebungsverfahren zu ziehen. Biden kämpft hart dagegen an und suggerierte am vergangenen Freitag in einem Zeitungsinterview, einer Vorladung des Senats zur Aussage im Prozess g...

ndPlusLoren Balhorn

Der nette Onkel Joe

Trotz manchmal bizarrer Auftritte ist Joe Biden Favorit unter den Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten. Er bedient die Obama-Nostalgie und verkörpert zugleich eine überholte Politik der Mitte.

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Peter Nowak

Bund gibt Wolf zum Abschuss frei

Die Debatte um den deutschen Wolfsbestand wird heftig geführt. Eine beschlossene Lockerung des Tierschutzes entzweit Landwirte und Lupus-Freunde - und verstößt womöglich gegen EU-Recht.

Caren Stegelmann

Widerstand ist die halbe Miete

Das Thema Gentrifizierung brachte vergangenes Jahr viele Menschen auf die Straßen. Mieter*innenbündnisse aus unterschiedlichen Städten vernetzten sich weiter und organisierten zahlreiche Proteste.

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Karin Leukefeld, Damaskus

Pattsituation im Streit um Hilfskonvois

Die Kämpfe um die Provinz Idlib zwingen Hunderttausende zur Flucht. Die Internationale Gemeinschaft tut sich schwer, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Felix Lill

Eine Flucht, die Japans Justiz blamiert

Die spektakuläre Flucht des ehemaligen Nissan- und Renault-Bosses Carlos Ghosn nach Libanon könnte in Japan schwere Folgen haben. Nicht nur für ein paar Beamte, sondern für die Rechtskultur im Land.

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Barbara Barkhausen, Sydney

Touristen müssen raus aus Buschfeuer-Region

Im Südosten des Landes bedrohen die Brände Menschen und Tiere. Auf den Autobahnen bilden sich lange Warteschlangen. Premierminister Morrison muss Kritik einstecken.

Stefan Schocher, Wien

Kurz lässt Grüne schlucken

In der neuen Regierung setzt Kanzler Kurz (ÖVP) auf Grenzsicherung, Steuersenkungen und dem Kampf gegen den politischen Islam, Grünen-Chef Kogler auf Klimaschutz und sozialen Ausgleich.

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VW will mit Verbrauchern verhandeln

Berlin. Vom VW-Dieselskandal betroffene Autobesitzer können Hoffnung auf Entschädigung schöpfen: Volkswagen und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) einigten sich auf Verhandlungen über einen Vergleich für die betroffenen Kunden. Ziel sei »eine pragmatische Lösung im Sinne der Kunden«. Beide Seiten betonten am Donnerstag aber, die Gespräche befänden sich noch in einem sehr frühen Stadium. ...

ndPlusMichael Bartsch, Dresden

Wer zahlt für Tagebau-Folgen?

Die Kohleverstromung wird immer unrentabler. Mit den Betreibern ist in Sachsen vereinbart, dass sie für die Folgekosten Milliarden in einen Fonds einzahlen. Doch was, wenn sie vorher pleitegehen?

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Tausende Windräder müssten her

Windenergie ist unbeliebt, keine Frage. Das zeigt der stagnierende Ausbau in Deutschland. Tatsächlich ist eine Verspargelung der Landschaft alles andere als reizvoll. Nun angedachte Prämien werden sie nicht attraktiver machen. Und auch die Stromautobahnen von den Offshore-Anlagen auf See bis nach Süddeutschland sind ein nicht unerheblicher Eingriff in die Natur. Allerorten protestieren be...

Simon Poelchau

Pferd von hinten aufgezäumt

Die Europäische Zentralbank ist ein beliebter Feind bei konservativen Politikern hierzulande. Schließlich lenkt die Kritik an ihr schön davon ab, dass man selber Fehler macht. Nun will die CSU aber nicht nur meckern, sondern auch etwas für die ihrer Meinung nach von den Niedrigzinsen gebeutelten Sparer tun. Doch zäumt die Partei dabei das Pferd von hinten auf. Wenigstens hat die CSU mittlerwe...

Hendrik Lasch

Bärendienst mit Böllern

Wer den Kampf gegen Spekulation mit Fäusten und Böllern austrägt, erweist der Sache einen Bärendienst. An dem Drehbuch für diese Kampagne wurde, Stichwort Waffenverbotszone, seit langem geschrieben.

ndPlusMartin Ling

Superreich

Isabel dos Santos ist sich keines Vergehens bewusst: »Wir werden weiterhin jeden Tag in jedem Geschäft unser Bestes geben und für das kämpfen, woran ich für Angola glaube. Der Weg ist lang, die Wahrheit wird sich durchsetzen«, twitterte sie kurz nach einem Vorgang, der weit über Angola Schlagzeilen machte. Ein Gericht in der Hauptstadt Luanda hat ihre Vermögenswerte eingefroren und das sind keine ...

Rudolf Walther

Stabil auch ohne Mehrheit

Seit der Landtagswahl im vergangenen Jahr streiten die Parteien in Thüringen über die Bildung einer neuen Regierung. Für Rudolf Walther gibt es in der verzwickten Lage nur eine Lösung: eine Minderheitsregierung.

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Slowik verteidigt Razzien

Angesichts verstärkter Maßnahmen gegen kriminelle Mitglieder arabischstämmiger Clans sieht Berlins Polizeipräsidentin Erfolge. »Wir haben genügend Anzeichen, dass es auf jeden Fall Unruhe gibt, dass wir die geschäftlichen Tätigkeiten stören und dass die Beteiligten sich deutlich gestört fühlen«, sagte Barbara Slowik der Deutschen Presse-Agentur. »Und es ist klar, dass man sich genau überlegt, was ...

Lieferverkehr braucht zu viel Raum

Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther sieht den zunehmenden Lieferverkehr in Berlin skeptisch. »Lieferverkehr auf fossiler Basis sollte es schnell nicht mehr geben. Allerdings stehen auch emissionsfreie Fahrzeuge dann immer noch in der zweiten Reihe«, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Die Frage sei, wie sich verhindern lasse, dass manche Unternehmen ihr Geschäftsmodell ...

Martin Kröger

CDU macht auf Populismus

Kaum ein Tag vergeht, an dem die CDU-Fraktion und ihr Vorsitzender Burkard Dregger nicht mit immer neuen unrealistischen Forderungen reüssieren. Hier ein paar Beispiele aus den vergangenen Tagen: Dregger fordert Expresszüge für die U-Bahn. Wie die U-Bahn-Züge sich unterirdisch auf einer Linie bei den derzeitigen Taktungen überholen sollen, diese Antwort bleibt der CDU-Fraktionschef freilich schuld...

Topographie des Terrors ist stark gefragt

Die Stiftung Topographie des Terrors in Berlin hat im vergangenen Jahr rund 1,3 Millionen Besucherinnen und Besucher gehabt. Damit sei zum siebten Mal in Folge die Millionengrenze überschritten worden, teilte das Dokumentationszentrum am Donnerstag in Berlin mit. Die hohen Besucherzahlen sind aus Sicht der Stiftung ein Beleg für das anhaltend große Interesse an der Auseinandersetzung mit der deuts...

Feuerwehr-Chef beklagt Angriffe

Nach der erneuten Angriffen auf Polizisten und Feuerwehrleute sieht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine neue Dimension der Gewalt. Eine Ausweitung der Verbotszonen für Böller lehnt die GdP aber ab.

Jetzt heißt es Management
Nicolas Šustr

Jetzt heißt es Management

Die Verkehrslenkung Berlin war als Problembehörde verschrien. Nun müssen Integration in die Verkehrsverwaltung und Neuorganisation gelingen, damit Berlin bei der Verkehrswende handlungsfähiger wird.

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Martin Kröger

Ausländerbehörde war einmal

Neues Jahr, neuer Name. Seit dem 1. Januar heißt die Ausländerbehörde Landesamt für Einwanderung. Gleich zur Neuereröffnung gab es vor Ort Probleme mit der Softwarein der umbenannten Behörde.

Anja Sokolow

Senatorin: Not ist Fluchtursache

Die Aussichten auf Asyl sind gering. Trotzdem machen sich Menschen aus Moldawien auf den Weg nach Deutschland. Flüchtlingsberater machen die große Not der Menschen dafür verantwortlich.

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Andreas Fritsche

Häuptling der Streusandbüchse

Politiker nehmen Abschied von Brandenburgs ehemaligem Ministerpräsidenten Manfred Stolpe. Er gab ihnen gute Ratschläge.

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Sebastian Weiermann

Chinesische Laternen schuld am Feuer

Der Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos in der Silvesternacht ist offenbar schon aufgeklärt. Am Donnerstagmittag gab die Polizei bei einer Pressekonferenz die Ermittlungsergebnisse bekannt.

Hans-Gerd Öfinger

Unerträgliche Zustände

Im Dezember feierte die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ihr 100-jähriges Bestehen. Die Feierlaune wird getrübt durch Enthüllungen über einen faustdicken Skandal in Hessen.

Hendrik Lasch

Kein »gutes Neues« in Connewitz

Im Leipziger Szeneviertel Connewitz kam es in der Silvesternacht zu Ausschreitungen - vier Wochen vor der Wahl des Oberbürgermeisters. Auch deshalb hat die Bewertung des Vorfalles reichlich Fahrt aufgenommen.

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Katharina Schwirkus

Starke, selbstständige Frauen

Dieses Buch ist anders als das, was man von afroeuropäischer oder afroamerikanischer Literatur gewöhnt ist. Es erzählt keine Migrationsgeschichte. Der Roman »Halt« überrascht durch seine Protagonistinnen, drei Sprachen und eine durchgehende schwarze Perspektive.

ndPlusKatharina Schwirkus

»Unterschätzt junge Menschen nicht«

»Eine zentrale Botschaft meines Romans ist: Unterschätzt und überseht junge Leute nicht«. Der britische Schriftsteller Michael Donkor über die Weisheit der Jugend und die Intoleranz gegenüber Homosexuellen

Seite 14
ndPlusBenjamin Moldenhauer

Kein dummes Böse-Jungs-Theater

In der dritten Welle des Black Metal kommt viel Musik mit, an die man sich wahrscheinlich bald nicht mehr erinnern wird. Aber auch einige Bands, die im Genre tatsächlich etwas bislang Ungehörtes kreiert haben. Krallice und Liturgy sind noch immer die Flaggschiffe: Intensitätsmusik von tendenziell überambitionierten Musikern, die, gerade weil sie oft zwei Ideen drüber sind, immer wieder Dynamiken f...

ndPlusFlorian Schmid

Es kann noch schlimmer werden

Gewalt und Kriminalität sind in Mexiko alltägliche Realität. Im Zuge des Drogenkriegs sterben jährlich Zehntausende Menschen. Auch wenn Massengräber und bürgerkriegsähnliche Schießereien seit Jahren zur schrecklichen Routine geworden sind und die Medienberichterstattung dominieren, gibt es auch eine weniger spektakuläre Seite dieser von brutalem Kapitalismus, Gewalt und Korruption geprägten Gesell...

ndPlusFelix Bartels

Wie man es nicht tun sollte

Nun ist der japanische Filmregisseur Hiroyuki Tanaka, besser bekannt unter seinem Künstlernamen SABU, gewiss oft mit Quentin Tarantino verglichen worden - und selten ergiebig. Doch »Jam«, seine neueste Kriminalkomödie, erinnert in Struktur und Erzählweise tatsächlich etwas an Tarantinos »Pulp Fiction« (1994). Wie dort werden hier drei Storys miteinander verknüpft und wie dort passiert das durch te...

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Vanessa Fischer

Deutschland weint

Nachdem ein Feuer im Krefelder Zoo mehr als 30 Tiere getötet hat, ist eine Welle aus Empörung und Mitgefühl über die Bundesrepublik geschwappt. Dass diese seltsam und unverhältnismäßig ist, zeigt nicht nur der Hashtag #jesuisaffe.

ndPlusFrank Willmann

Von glücklichen Komsomolzen

Betörend schön: Der Bildband »Mosaiki« zeigt die Mosaikkunst im postsowjetischen Raum. In einstigen sozialistischen Ländern hing statt Propaganda für Coca-Cola oder Volkswagen Werbung für den Sozialismus an den Wänden.

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Patrick Reichardt, London

Der Mann, der auf Bäume warf

Er wurde von den großen Rivalen zeitweise verspottet. Der Weg an die Darts-Spitze war für Peter Wright ein beschwerlicher. Umso emotionaler wurde die Nacht seines größten Triumphs.

ndPlusLars Becker, Innsbruck

Perfekt fliegen mit integrierter Crashgefahr

Skispringen war immer gefährlich. Nun aber häufen sich Knieverletzungen, weil das Material nur für den Flug optimiert ist, aber nicht für die Landung. Jetzt fordern sogar Olympiasieger Regeländerungen.