Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Seite 2
Wolfgang Hübner

Wo der Feind steht

Der Mörder von Hanau mag allein gehandelt haben - aber er war Teil eines Phänomens, dass »Schwarmterrorismus« genannt wird. In den migrantischen Communities herrschen nach dem tödlichen Angriff eines Rassisten Trauer, Ratlosigkeit und Wut.

Seite 3
Folke Havekost

Veränderung beginnt mit Opposition

Lieber Opposition - die Linke hat sich, unabhängig vom Wahlergebnis, bereits festgelegt. Im Wahlkampf setzte sie auf soziale Themen, dürfte aber den Umfragen zufolge ihr Ergebnis von 2015 nicht wesentlich verbessern.

ndPlusVolker Stahl

»Klimaschutz wird Chefinnensache«

Die Grüne Katharina Fegebank, zurzeit Zweite Bürgermeisterin in Hamburg, will bei der Bürgerschaftswahl am Sonntag die Nummer eins werden und Peter Tschentscher (SPD) im Amt nachfolgen. Ein Gespräch mit ihr.

Seite 4
ndPlusUwe Kalbe

AfD rückt in den Fokus

Ungewöhnlich klar fällte Innenminister Horst Seehofer am Freitag sein Urteil: Die größte Sicherheitsgefahr geht von rechts aus. Ob das auch für die AfD als geistiger Brandstifter Folgen hat, ist offen. Zumindest ist es Thema der öffentlichen Debatte.

Johanna Treblin

Wer sind die Ermordeten?

Zehn Menschen ermordete der Attentäter von Hanau. Darunter auch seine 72-jährige Mutter. Von den anderen kursieren Namen. Offiziell bestätigt sind sie nicht. Die meisten hatten ihr ganzes Leben in Hanau verbracht. Unter ihnen waren Kurden, ein rumänischer, ein bulgarischer und ein bosnischer Staatsbürger.

ndPlusSebastian Weiermann

Mit Verschwörungstheorien Ohnmachtsgefühle bekämpfen

Wie überraschend kommt das Attentat in Hanau aus Ihrer Sicht? Leider nicht sehr überraschend. Es gibt in den letzten Jahren eine Häufung von solchen und ähnlichen Fällen und es gibt eine Radikalisierung im Internet. Insofern sind solche Taten nur eine Frage der Zeit. Woraus speist sich die Gedankenwelt von jemandem wie dem mutmaßlichen Attentäter von Hanau? Man muss klar sagen, dass...

ndPlusRené Heilig

Der Terrorschwarm

Auch drei Tagen nach der erschreckenden Tat von Hanau wissen wir wenig über den Täter. Noch problematischer für die Gesellschaft ist: Wissenschaft, Sicherheitsbehörden und Politik bieten generell zu wenig zur aktuellen Ausprägung rechtsextremistisch motivierten Terrorismus’. Seit Gründung der Bundesrepublik gibt es rechten Terror. Keine Frage: Gewalt ist ein Kern der rechtsextremen Ideologie....

Seite 5
ndPlusMatthias Ebbertz

Wenn Mücahit in der Türkei ist, hat er Heimweh

Die Stimmung an der Mahnwache am Tatort, einer Shisha-Bar in der Hanauer Innenstadt, ist plötzlich aufgeheizt. Die Menschen sind hier in Trauer zusammengekommen. Angehörige, die um ihre Kinder, Eltern und Geschwister weinen, aber auch viele andere Hanauer sind gekommen, die ihr Entsetzen und ihre Trauer zum Ausdruck bringen wollen. Doch plötzlich wird eine Gruppe lauter, in die Trauer mischt sich ...

Claudia Krieg

Razzien statt Schutz

Wie kann man nach diesem Mordanschlag zum Gedenken ans Brandenburger Tor aufrufen? Das Brandenburger Tor hat nichts mit migrantischen Communities zu tun!«, empört sich Simone Dede Ayivi am Freitagmorgen. Ayivi ist Schauspielerin, Künstlerin und Schwarze Aktivistin. Sie ist in Hanau geboren und lebt seit Jahren an der Sonnenallee im Berliner Stadtteil Neukölln. Migrantische Communities finden ...

Seite 6
Fabian Hillebrand

Sprengstoff bei KZ-Gedenkstätte gefunden

Zuerst ist es nur ein verdächtiger Gegenstand - dann stellt sich heraus, dass es sich tatsächlich um einen Sprengkörper mit explosionsfähigem Material handelt. Der Fundort könnte kaum sensibler sein.

Seite 7
ndPlusNelli Tügel

Postdemokratische Justiz

Die Vorgänge um den Gezi-Prozess in Istanbul werfen Fragen auf. Vor allem diese: Gibt es eine Auseinandersetzung innerhalb der türkischen Regierung? Denn die Vorstellung, die türkische Justiz habe urplötzlich zur Unabhängigkeit zurückgefunden, scheint äußerst unwahrscheinlich.

Seite 8
Fabian Hillebrand

Terror ohne Anfang

Es sind Gedenkstätten wie Buchenwald, die uns daran erinnern, dass es nie ein Ende des deutschen Faschismus gab. Dass ein brauner Faden der Vernichtung von Buchenwald über die Anschläge in München bis nach Hanau führt.

Andreas Fritsche

Tesla kaum gebremst

Indem sie eigenmächtig juristische Schritte gegen die geplante Tesla-Autofabrik in Grünheide in die Wege leiteten, erwiesen zwei Sprecher der Grünen Liga Brandenburg ihrem Netzwerk ökologischer Bewegungen einen schlechten Dienst. Sie fuhren die Sache gegen den Baum. Die Rodung eines Waldstücks auf dem Firmengelände darf fortgesetzt werden. So entschied das Oberverwaltungsgericht - keineswegs überr...

Thomas Blum

Neues vom Kunstexperten

Donald Trump, der sich bereits auf den Gebieten Philosophie, Geschichte und Rassenkunde verhaltensauffällig wurde, betätigt sich seit neuestem auch als Filmkritiker. Auf seinem neuen Fachgebiet scheint er ähnlich kundig zu sein wie auf all seinen anderen.

Lorenz Gösta Beutin

Blauer Hass gegen Shisha-Bars

Der AfD-Faschismus will an die Macht: Die rechte Gewalt richtet sich sowohl gegen Mensch wie die Natur. Die Blauen hetzten schon lange vor dem Anschlag in Hanau gegen Shisha-Bars und gegen andere Lebensweisen.

Seite 9
Vanessa Fischer

Im Takt geblieben

Friedrich Merz hat 1997 gegen das Gesetz zur Bestrafung von Vergewaltigung in der Ehe gestimmt. Heute will er sich mit einem Burkaverbot für die Rechte von Frauen einsetzen. Das ist Rassismus im Feminismuspelz.

Veronika Kracher

Politisch paranoid

Ein Einzeltäter, der nicht alleine gehandelt hat: Der Mörder von Hanau war vermutlich psychisch krank. Vor allem war er rechtsradikal. Ein lebensgefährlicher Verschwörungstheoretiker und ein narzistisch gekränkter Mann.

Seite 10
Paula Irmschler

Der Doppelkeks

Der Doppelkeks ist das ehrlichste Essen der Welt. Er ist das Erste, was wir uns vom Taschengeld kaufen und wodurch wir uns eigene Freude und Freunde machen. Ein Loblied auf den bekannten Keks.

Thomas Wagner

»Mein Vater war zu arm«

Der Journalist Christian Baron hat einen Roman über seine proletarische Kindheit geschrieben, über seinen trinkenden aggressiven Vater und seine depressive Mutter. Darüber, was es bedeutet, in einem reichen Land in Armut aufzuwachsen - ein Interview.

Seite 12

Es lebe die Niedertracht!

Schon wieder Fasching! Hier geht es auf die Metaebene: Der erste Kinofilm von und mit Gerhard Polt (1983) über die teuflische Verbindung aus angeblichem Faschingsfrohsinn und Versicherungsvertretertum - mit geheimer Überwachungskamera. »Es ist eine Komödie aus lauter kleinen Tragödien«, schrieb damals der »Spiegel«, »bevölkert von Leuten, die sich in herzlichem Bayrisch infam traktieren.« Brutal u...

Seite 13
ndPlusFrank Schirrmeister

Die Zärtlichkeit der Provinz

Die neue Sektion »Encounters« hat den Anspruch, formal ungewöhnliche Filme und ästhetisch wagemutige Arbeiten zu präsentieren. Sie soll die Vielfalt narrativer und dokumentarischer Formen abbilden und versteht sich, ähnlich wie die Reihe »Un certain regard« in Cannes, als Kontrapunkt zum Wettbewerb. Der Eröffnungsfilm sollte in dieser Hinsicht wegweisend sein. Das scheint mit »Nackte Tiere« gelung...

ndPlusGabriele Summen

Mädchen, die den Ton angeben

Sie können immer noch an unserem SMS-Wettbewerb teilnehmen! Verdient Maryam Komijani Vergebung? Senden Sie eine ›1‹ für Ja, eine ›2‹ für Nein!« Das diesjährige Programm der Sektion Generation mutet seiner jugendlichen Zielgruppe viel zu: In Massoud Bakhshis Drama »Yalda, a Night for Forgiveness«, aus dem das obige Zitat stammt, kann die junge Maryam, die aus Versehen ihren 65-jährigen Ehemann getö...

Seite 14
Sebastian Bähr

Neue Zeiten im Billiglohnland

Ob bei Frosta oder Cargill – in der ostdeutschen Ernährungsindustrie kommt es immer häufiger zu Streiks. Worum es geht, ist einfach: »Gleiche Arbeit – gleicher Lohn – alles anderer purer Hohn«, ist auf den Schildern zu lesen. Her mit dem Westniveau.

Seite 15
ndPlusInes Wallrodt

Ziemlich ungerechte Löhne

Ost-West-Gefälle: Beschäftigte im Osten verdienen bei gleicher Qualifikation 17 Prozent weniger als im Westen. Dies ergab eine Auswertung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung im vergangenen Jahr. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Stiftung hatte dazu fast 175 000 Lohndatensätze ausgewertet. Besonders stark zurück liegen danach ostdeutsche Arbeitnehmer, die über...

Ines Wallrodt

Riesaer Schule

Sie stehen für einen Aufbruch im Osten: Die Beschäftigten von Teigwaren Riesa waren die ersten, die in der ostdeutschen Ernährungsindustrie aufbegehrten. Einen Betriebsrat, mehr Geld und einen Tarifvertrag haben sie nun, doch kämpfen müssen sie bis heute.

Seite 16
Lena Fiedler

Die roten Kehlen von Neukölln

«Der blaue Planet», «Arbeiter von Wien» und der «Baggerführer Willibald» - der Arbeiter- und Veteranenchor Neukölln singt seit 1986 Arbeiter- und Friedenslieder. Die Frauen treten auf Mietendemos und bei Protesten gegen Rechts auf.

Seite 17

Fragen des Kragens

Welche Korruption taugt zum Ibiza-Stoff? Und welche wird eher still und leise verhandelt? Ein Sinnieren über Schmerbäuche, warum die Warburg-Bank nicht zum »deutschen Ibiza« wird und welche Rolle der Bildbeweis spielt - Spoiler: eine große.

Seite 18
ndPlusRudolf Hickel

Erkennungsmarke: politisch

Jörg Huffschmid prophezeite 2002 den Absturz des finanzmarktgetriebenen Kapitalismus vorher, der fünf Jahre später eintreffen sollte und uns bis heute beschäftigt. Zur Erinnerung an einen politischen Ökonomen und interdisziplinären Lehrer.

Seite 19
ndPlusLisa Winter

Das Boot ist zu klein

Ein Symposium über Bildungsgerechtigkeit fordert Hochschulabschlüsse für die Intelligenten, die Begabten. Doch strengere Zulassungsbedingung würde nur die viel beschworene soziale Mobilität wieder erschweren.

ndPlusUlrike Wagener

Von Benannten und Unbenannten

Hass wird zur Normalität. Nicht länger nur im Netz. In Zeiten wie diesen erkundet die Publizistin Kübra Gümüşay, welchen Einfluss unsere Sprache auf die Wahrnehmung unser Realität hat. Eine Suche nach einem Raum, in dem es sich «frei sprechen» lässt.

Seite 20
Florian Schmid

Stark gegen die Schwachen

»Die Wirtschaft« ist unpolitisch! So lautet das bis heute wirkende Credo ausgerechnet derjenigen Ökonomengeneration, die wie keine andere politisch einzugreifen wusste: der klassischen Neoliberalen.

Seite 21
Velten Schäfer

Anstelle der Imperien

»Freier Markt« plus »Schlanker Staat«? Welchen Klischees die Wirtschaftslehre in Tradition von Mises und Hayek nicht entspricht - und warum die Lektüre ihrer Texte die Kritik postkolonialer Zustände vorantreiben kann.

Seite 22

Wenn die Tundra weich wird

Wenn in Sibirien der Permafrostboden zunehmend auftaut, könnten die Folgen weltweit zu spüren sein. Denn es werden mehr Treibhausgase freigesetzt. Wie sehr wirkt sich das aufs Klima aus?

ndPlusBarbara Barkhausen

Optimiert für 38 Jahre

Australische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die »natürliche« Lebensspanne des modernen Menschen bei 38 Jahren liegt. Dass viele inzwischen über hundert Jahre alt werden, verdanken wir demnach unserem verbesserten Lebensstil und den Fortschritten der Medizin.

Seite 23
ndPlusManfred Ronzheimer

Aufholen ohne einzuholen

Wie innovativ ist der Osten Deutschlands? Sind erfolgreiche Produkte wie das vegane Speiseeis »Lupinesse« einsame Ausnahmen? Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) kommt in ihrem Bericht zum Schluss, dass es trotz guter Beispiele in der Industrieforschung nach wie vor ein großes Gefälle gibt.

Seite 24

Adelsnamen als Schnapsidee

Deutsche Schnappsideen: Den Adel abschaffen, aber Adelstitel zum Namensbestandteil machen. Ein »von« hilft in der bürgerlichen Gesellschaft immer noch. Nur bei Linken hierzulande und auch in waren adelige Namen wenig en vogue.

Seite 25
Marie Frank

Sei kein Frosch

Lange Zeit konnte der stadtpolitischen Bewegung in Hamburg keiner was vormachen. Mittlerweile hat sich der Wind gedreht und die Hansestadt blickt neidisch auf die Erfolge der Berliner Mieter*innenbewegung.

Seite 26
ndPlusRobert Putzbach

Urlaub auf Adrenalin

Ein Trio aus der Ukraine macht Urlaub in Berlin. Doch die drei jungen Männer interessieren sich nicht für Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor. Auf der Suche nach verbotener Action zieht es sie in die U-Bahn-Tunnel der Hauptstadt.

Seite 27
ndPlusTomas Morgenstern

Leise, leise in die Lüfte

Mit 44 000 Flugbewegungen im Jahr ist Schönhagen der wichtigste Verkehrslandeplatz in Ostdeutschland, ab Ende 2020 dient er der Entlastung des BER. Doch auch als Luftfahrt-Technologiepark hat er eine große Perspektive als Hightech-Schmiede.

Seite 28
ndPlusFrank Willmann

Nutella im Kopf

Nein, es ist nicht cool ein Arschloch zu sein: Daniel Keita-Ruel war mal ein hoffnungsvolles Fußballtalent, bis er fußballerisch den Anschluss verlor und 2011 sein Glück mit Raubüberfällen versuchte. Die ganze Gangsta-Nummer indes lief dilettantisch ab, nur durch ein Wunder »überlebten« er und seine Mitganoven tatsächlich vier Überfälle auf kleine bis mittlere Läden. Seine Motive waren Geldgier un...

ndPlusFrank Willmann

Rummenigge, Rummenigge, all night long

Vor ein paar Jahren erlebte ich den Schweizer Pascal Claude im Berliner Schokoladen. Er stellte einer handverlesenen Zuhörerschaft seine Sammelleidenschaft vor: die bunte Welt der Fußball-Schallplatten. Seit mehr als 20 Jahren hortet er Scheiben und präsentiert bei kleinen Shows besonders rare und kuriose Schätze. Bei der Veranstaltung damals lauschte ich den Anekdoten zu den Songs; besonders inte...

Lars Becker

Ein letztes Mal an die Spitze

Nach zwei Kreuzbandrissen und einer weiteren Operation am Rücken darf Olympiasieger und Weltmeister Severin Freund endlich wieder im Wettkampf von Schanzen springen. Ob er es noch einmal ganz nach oben schafft, ist fraglich.

Seite 29
Frank Hellmann, Frankfurt am Main

Zu wenige Dummheiten

Überehrgeizige Eltern und verhätschelte Kinder, zu wenig Persönlichkeitsentwicklung, zu viel Taktik. Die Schwächen in der Ausbildung von Junioren im deutschen Fußball sind mannigfaltig. Der DFB will sie nun angehen.

Seite 30
ndPlusJirka Grahl

Mit großen Schritten ins Unberührte

Auf Schneeschuhen lassen sich auch so belebte Skiregionen wie Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrunn noch einmal auf neue Art erschließen: nachhaltiger, gesünder, erholsamer und vor allem - in aller Ruhe.

Seite 32
ndPlusChristin Odoj

»Wir sind schon genug von Typen umgeben«

Der Vorschlag, den Frontmann auszutauschen, kam aus der Band. Jonas Kakoschke, hatten Sie gedacht, die wollen Sie loswerden? Kakoschke: Das dachte ich erst. Hintergrund war, dass ich letztes Jahr ein paar Konzerte absagen musste, die schon zugesagt waren, weil ich aus familiären Gründen keine Zeit hatte. Dazu kam, dass wir viele Konzertanfragen - mehr als die Hälfte - absagen mussten, weil ic...