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unten links

Noch sind ein paar Stunden Zeit, bis sich zeigen muss, wessen Wort in Thüringen was gilt. Eigentlich könnte man meinen, das sei ganz einfach: Was gesagt wird, wird auch getan. Pah! Dann könnte ja jeder Politik machen. Fassen wir kurz zusammen, was bisher geschah: Die CDU will nicht mit der AfD zusammenarbeiten, stimmte dann aber irgendwie aus Versehen gemeinsam mit ihr für einen Ministerpräsidente...

Uwe Kalbe

Täterdenken

Beim ersten Integrationsgipfel war Armin Laschet einziger Integrationsminister in den Bundesländern. Heute kandidiert er für den CDU-Vorsitz. Sage noch jemand, es habe sich nichts geändert in 14 Jahren. Noch immer freilich unterscheiden sich die Vorstellungen stark, was unter Integration zu verstehen sei. Damals wurde Laschet für die Idee einer Einbürgerungskampagne heftig kritisiert - vor allem i...

Keine Fairness für Assange

Berlin. Das Auslieferungsverfahren gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange, das vergangene Woche in London begonnen hat, löst bei Beobachtern aus Politik und Zivilgesellschaft Empörung aus. Die Linke-Bundestagsabgeordneten Sevim Dağdelen und Heike Hänsel, die die Anhörungen vom 24. bis 27. Februar vor Ort verfolgt haben, zeigten sich am Montag im Gespräch mit »nd« einerseits erschüttert über de...

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Jana Frielinghaus

Vorgeführt wie ein Schwerverbrecher

Das Auslieferungsverfahren gegen Julian Assange wird erst Mitte Mai fortgesetzt. Die Hoffnungen seiner Unterstützer richten sich nun auf die dann anstehenden Aussagen prominenter Journalisten.

Daniel Lücking

»Assanges Verzweiflung ist groß«

Fünf Tage lief der Prozess gegen Julian Assange. Die Prozessführung sei hochgradig fragwürdig, sagen seine Anwälte. Gegenwind gibt es für den UN-Folterbeauftragten, der sich für Assange einsetzt.

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Superlative am Dienstag

Die Vorwahlen der US-Demokraten steuern mit dem »Super Tuesday« auf einen ersten Höhepunkt zu.

ndPlusMoritz Wichmann, Laredo, Texas

Die Revolution kommt in eine verschlafene Grenzstadt

Der Wahlkreis Texas 28 wird seit Jahren von dem konservativen Demokraten Henry Cuellar beherrscht. Nun bekommt er Konkurrenz, von der jungen Latina-Aktivistin Jessica Cisneros. Sie bringt die Ideen der Parteilinken ins verschlafene Laredo.

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Berliner Verlag ohne Kopf

Der Berliner Verlag kommt nicht zur Ruhe. Nach nur drei Wochen im Amt hat der Chefredakteur der »Berliner Zeitung« und des »Berliner Kurier«, Matthias Thieme, am Sonntag die Kündigung eingereicht. Das berichten mehrere Medien. Thieme war erst im Dezember als Chef für digitale Produkte von der »Frankfurter Neuen Presse« verpflichtet worden. Als am 10. Februar der Verlag die bisherigen Chefredakteur...

ndPlusUwe Kalbe

Telefonberatung gegen Rassismus

Elf Integrationsgipfel in 14 Jahren - immer waren die Treffen im Kanzleramt umstritten, wurde ihr Nutzen angezweifelt. Und doch wurden sie zu einer Institution. Am Montag war es wieder soweit.

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Folke Havekost

Wenn der Bahnhof zur Post wird

15 »Hamburg-Boxen« sollen der Haustürzustellung Konkurrenz machen: In der Hansestadt begann ein Modellversuch, in dem Pakete umweltfreundlich an U- und S-Bahnhöfen deponiert werden.

René Heilig

Wie schuldig ist der »Stellvertreter«?

»Die Kirche«, so Papst Franziskus, »hat keine Angst vor der Geschichte. Im Gegenteil, sie liebt sie.« Ob es Grund für diese Liebe gibt? Seit Montag ist das Archiv von Papst Pius XII. (1892-1958) geöffnet.

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ndPlusKatja Herzberg

Enthemmung auf Lesbos und in Edirne

Wenige der 3,6 Millionen Flüchtlinge aus der Türkei erreichen Griechenland. Doch sowohl an der Festlandgrenze als auch auf den Ägäisinseln spitzt sich die Lage dramatisch zu.

Hohe Wahlbeteiligung in Israel

Israel wählte am Montag zum dritten Mal innerhalb eines Jahres ein neues Parlament. Das amtliche Endergebnis wird in circa einer Woche erwartet.

Sebastian Bähr

»Das Asylrecht ist abgeschafft«

Die Bewegung »Seebrücke« hatte jüngst eine Delegation auf die griechische Insel Lesbos entsandt. Der Aktivist Markus Groda von der Initiative berichtet im nd-Interview von der Eskalation an den EU-Außengrenzen.

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EU stuft Risiko zur Ansteckung hoch ein

Brüssel. Die EU hat das Risiko für eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus hochgestuft. Es werde nun als »moderat bis hoch« für Menschen in der EU eingestuft, teilte das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) am Montag mit. Bisher hatte es bei »moderat« gelegen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte in Brüssel, das Virus breite sich we...

ndPlusHermannus Pfeiffer

Naturkatastrophen als Geschäftsmodell

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re beobachtet seit Jahrzehnten die Naturkatastrophen in aller Welt. Die finanziellen Folgen landen nämlich letztlich bei ihm.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Wie Corona den Urlaub vermiest

Gestörte Lieferketten, fallende China-Exporte und die Verunsicherung der Verbraucher bremsen die Wirtschaft in Deutschland und im Euroraum. Und nun schwächelt auch noch der Tourismus.

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Philip Malzahn

Sehen so Sieger aus?

Die Taliban konnten bei den zweijährigen Friedensverhandlungen in Katar die meisten Bedingungen diktieren. Ihre zentrale Forderung: Keine Verhandlungen mit der »Marionettenregierung« in Kabul - für die sieht es jetzt finster aus.

Katja Herzberg

Konsequenter Asylrechtsbruch

Die griechische Regierung setzt das Recht auf Asyl faktisch aus und geht gewalttätig gegen die Flüchtlinge an der Grenze zur Türkei vor. Mit der Ankündigung, Athen bei der »Grenzsicherung« zu unterstützen, macht sich die EU an der Tragödie auf Lesbos und Edirne mitschuldig.

Markus Drescher

Verbrauch ist der Motor

Bei allen Bemühungen von Konzernen, sich ein grünes Image zu verpassen, darf nicht vergessen werden, dass der praktizierte Kapitalismus auf einem übermäßigen Verbrauch und nicht der Schonung von Ressourcen beruht.

ndPlusSebastian Haak

Lieblingsgegner

Voigt ist jüngst auch zum politischen Lieblingsgegner von Rot-Rot-Grün avanciert. Weil er sich in seinen Auseinandersetzungen mit Tiefensee als hart in der Sache, aber - soweit das in der Politik möglich ist - fair im Umgang gezeigt hatte.

Simone Schmollack

Männer, die nicht verlieren können

Das Problem ist noch immer eine Form von Männlichkeit, die heute als toxisch bezeichnet wird: abwertend, ausgrenzend, missachtend. Gegenüber allen, die sich ihnen in den Weg stellen.

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Marie Frank

Das rechte Auge bleibt blind

Die Verantwortlichen der Berliner Polizeireform überschütten sich am Montag gegenseitig mit Glückwünschen, so stolz sind sie, dass sie im geplanten Zeitrahmen geblieben sind. Nun ist es in der Hauptstadt tatsächlich ungewöhnlich, dass ein Projekt pünktlich fertiggestellt wird. In diesem Fall hätte es allerdings nicht geschadet, wenn man sich ein wenig mehr Zeit gelassen hätte. So ist völlig u...

Nicolas Šustr

Verkehrsplanung bremst Wohnungsbau

Mietendeckel und Wohnungsneubau sind für Katrin Lompscher zwei Projekte, die einem Ziel dienen: dem Erhalt Berlins als Wohnort für Menschen aller Einkommensklassen. Zwischen Plan und Umsetzung liegt allerdings noch die Realität, die zahlreiche Hürden bereithält.

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ndPlusPhilip Blees

Mehr Blau auf der Straße

Alle Strukturreform-Maßnahmen bei der Polizei werden pünktlich durchgeführt, sagt Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD). Ob dies wirklich zu einer besseren Polizeiarbeit führt, wird die Praxis zeigen.

Claudia Krieg

Neun Demokratieprojekte gerettet

Berlin springt in die Bresche für bedrohte Demokratieprojekte. Für viele zivilgesellschaftliche Vereine war es ein Schock, dass sie ab 2020 keine Fördermittel des Bundes mehr erhalten sollten.

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Dorfwettstreit eröffnet

Seddiner See. Am Montag eröffnete Brandenburgs Agrarminister Axel Vogel (Grüne) den 11. Landeswettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« in Seddiner See (Potsdam-Mittelmark). Teilnehmen können alle Gemeinden und Ortsteile mit überwiegend dörflichem Charakter und bis zu 3000 Einwohnern, deren Bürger sich für die dörfliche Gemeinschaft einsetzen. Das geht aus dem Teilnahmeaufruf des Agrarministeriums und d...

Zu wenig Rastplätze für Transit-Lkw

Durch das Transitland Brandenburg rollen besonders viele Lastwagen. Die Fahrer müssen die vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten. Das gestaltet sich im Land allerdings schwierig.

ndPlusWilfried Neiße

Blick zurück und in die Zukunft

Einige Fortschritte der Emanzipation konnten aus der DDR in die Bundesrepublik hinübergerettet werden. Die Frauen im Osten waren jedoch die großen Verlierer der deutschen Einheit.

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Abseits des Elbtals

Dresden. Eine neue Bahnstrecke zwischen Deutschland und Tschechien soll die Fahrtzeiten zwischen Metropolen beider Länder drastisch verkürzen. Dazu ist perspektivisch eine Verbindung abseits des Elbtals mit einem 26 Kilometer langen Grenztunnel geplant. Es wäre der längste Zugtunnel in Deutschland. Am Montag unterzeichneten Vertreter Tschechiens und Deutschlands dazu in Dresden eine Erklärung. Von...

ndPlusHagen Jung

Sorge um Lärm und Gefahrgut

Mit einem »Spatenstich« haben Bahn und Politik den umstrittenen Ausbau der Schienenstrecke zwischen dem niedersächsischen Oldenburg und dem Jade-Weser-Port gefeiert. Doch noch läuft eine Klage.

Hendrik Lasch

Knapper Sieg dank geballter Kräfte

Dank Unterstützung von Linke und Grünen hat der SPD-Rathauschef in Leipzig sein Amt verteidigt. Die CDU antwortet mit Ausgrenzung.

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ndPlusGunnar Decker

Zirkus ohne Direktor

Wie war die Berlinale 2020? Statt einem Gemischtwarenladen gibt’s jetzt mehr Autorenfilme. Und Dieter Kosslick hampelt nicht mehr wie ein leibhaftiges Berlinale-Maskottchen mit Hut und rotem Schal vor den TV-Kameras herum.

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ndPlusTim Wolff

Es gibt ein glückliches Leben im falschen

Sportreporter, speziell die im weltweit beliebtesten Leibesertüchtigungsspektakel, dem Fußball, sind wohlgenährt und anerkannt, obwohl sie sich mit nichts wirklich auskennen von dem, was sie tun.

Hans-Dieter Schütt

Liebe singen und Panzerwagen meinen

Der nicaraguanische Dichter und Prediger Ernesto Cardenal nannte sich selbst einen Sandinisten, Marxisten und Christen. Er erhielt 1980 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Im Alter von 95 Jahren ist er nun gestorben.

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ndPlusFrank Jöricke

Der Unterschied zwischen böse und böse

Man muss sich die Ehe des Regisseurs Guy Ritchie als Martyrium vorstellen. Glaubt man der gut informierten englischen Klatschpresse, zwang ihn seine Gattin Madonna Louise Ciccone dazu, sich von püriertem Obst-Gemüse-Trunk und gedünstetem Fisch zu ernähren. Auch das soziale Leben war reglementiert: Statt Kneipengemütlichkeit mit Kumpels war Sinnstiftung mit Kabbala angesagt, einer esoterischen Spie...

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ndPlusThomas Wolfer und Eric Dobias

Heinevetter zurück im Handballteam

Der neue Handball-Bundestrainer Alfred Gislason sieht die Reise zu den Sommerspielen in Tokio nicht als selbstverständlich an. »Wir wissen, dass es schwer wird«, sagte der 60-Jährige vor seinem Debüt im neuen Amt bei einer Pressekonferenz am Montag in der japanischen Botschaft.Kurz zuvor hatte Gislason den 18-köpfigen Kader für den Lehrgang vom 9. bis 13. März in Aschersleben mit dem abschließende...

Christin Odoj

Auf Klassenfahrt

Mit der Musik im Fußballstadion ist es wie mit dem unangenehmen Onkel auf Geburtstagsfeiern. Niemand möchte mit ihm zu tun haben, aber er ist nun mal da. Die unvermeidbaren Klassiker jeder Playlist: Hermes Houseband, Dr. Alban, Kerstin Ott. Wobei sich die Huhn-Ei-Frage auch hier stellt. Drückt der DJ unhinterfragt seinen Musikgeschmack durch oder gibt es tatsächlich Menschen, die diese Lieder höre...

Frank Hellmann, Frankfurt am Main

Spielabbrüche sind programmiert

Deutschlandweit fühlen sich Fußballfans missverstanden. Dietmar Hopp zu beleidigen sehen sie als Protest gegen Kollektivstrafen und Kommerz an. Vereine und DFB wollen das aber nicht mehr tolerieren.