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Regina Stötzel

Alles Corona!

Kellner, Künstlerinnen, Selbstständige – Millionen Menschen in Deutschland können wegen der Pandemie-Vorschriften ihre Jobs nicht mehr ausüben. Plötzlich haben sie kaum Erwerbseinkommen oder gar keins mehr und brauchen schnell Geld. Die Regierung stellt Mittel bereit: Zuschüsse, Kredite, mehr Geld bei Kurzarbeit. Doch die Hilfen passen oft nicht zur Notlage, in der die Menschen stecken. Denn diese Krise ist anders als die Wirtschaftskrise 2009. Klar ist, dass irgendwann jemand für die Hilfen aufkommen muss. Denn die Politik springt nur kurzfristig per Verschuldung in die Bresche. Wir haben Vorschläge, wer zahlen könnte.

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Stephan Kaufmann

Virus und Reichtum

Die Bewältigung der Coronakrise wird teuer. Die Virusbekämpfung kostet Geld, Unternehmen und Beschäftigte brauchen Unterstützung. Kurzfristig springt die öffentliche Hand in die Bresche. Doch verschiebt sie damit die Frage »Wer zahlt?« nur in die Zukunft. Wie könnte eine Antwort aussehen?

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Peter Stäuber

Corbyns unsicheres Erbe

Sie war nicht übermäßig lang, aber prägend: die Ära Corbyn, die am Samstag zu Ende geht. Die Parteilinken vermuten, dass der Favorit bei der Wahl für Vorsitz, Keir Starmer, einen anderen Kurs einschlagen würde - entgegen seiner Ankündigung.

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Johanna Treblin, Eva Roth, Inga Dreyer, Ines Wallrodt

Diese Krise ist anders

Kellner, Künstlerinnen, Selbstständige – Millionen Menschen in Deutschland können wegen der Pandemie-Vorschriften ihre Jobs nicht mehr ausüben. Plötzlich haben sie kaum oder kein Erwerbseinkommen mehr und brauchen schnell Geld.

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Ulrike Henning

Ganz neue Sachzwänge

Für manche Politiker kann die aktuelle Pandemie gar nicht lange genug dauern. Je länger sie anhält, desto schneller vergessen die Wähler, was während der Gesundheitskrise alles versprochen, angekündigt und in ernsthafte Erwägung gezogen wurde. Und fragen hoffentlich nicht nach, was nun wirklich daraus wird. Konkret hat sich gerade Hubertus Heil von der SPD recht weit aus dem Fenster gelehnt u...

Martin Ling

Zynisches Kalkül

Aus Sicht der US-amerikanischen Außenpolitik zählen venezolanische Menschenleben nicht: Mitten in der Corona-Krise, die Venezuelas ohnehin vor dem Kollaps stehendes Gesundheitswesen weiter schwächt, verschärfen die USA den Druck auf die Regierung von Nicolás Maduro.

Moritz Wichmann

Virus-Gewinner

Bevor er zum Coronavirus-Held aufstieg wehrte der mit der Immobilienlobby verbandelte Gouverneur von New York linke Forderungen ab. Auch in Pandemie-Zeiten besteht Andrew Cuomo darauf die staatliche Krankenversicherung für Arme zu kürzen.

Christian Klemm

Schuss ins eigene Knie

Der Vorschlag von Parteichef Jörg Meuthen, die AfD zu spalten, könnte dem nationalen »Flügel« von Björn Höcke Auftrieb geben - und Meuthen am Ende das Amt kosten.

Nicolas Guenot

Technik allein kann es nicht sein

Technik, die von einer privilegierten Klasse entwickelt wird, spiegelt die Ungerechtigkeit dieser Gesellschaft wider. Technokratisch regieren kann nie demokratisch sein, denn in einer Demokratie gibt es keine Alternative zur Politik.

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Ulrike Henning

Die Botschaft der Masken

Die Menschen mit den Masken werden mehr. Was wollen sie uns sagen? Und was bringen die Masken, die sie auf der Straße tragen? Und warum maskierte man sich in früherer Zeit?

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Max Böhnel und Moritz Wichmann

Die Opfer des freien Marktes

In den USA zeigt sich bei der Coronavirus-Krise das Versagen des »Marktes« - und die Politik ist mitschuldig. Die beschlossenen Direktgeldzahlungen für die Bevölkerung wird nicht lange reichen. Vor Ort gibt es bereits Spontanstreiks.

Christof Meueler

Frei wie der Wind

Vier Künstlertypen über 50 gründen eine »viel zu späte Herrengroup«, die aber »vom Schicksal gecastet« ist. Oil bringen ein Buch zur Platte raus oder eine Platte zum Buch - Multimedia-Alarm aus den unendlichen ironischen Weiten von Hamburg und Berlin.

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Paula Irmschler

Heulbefehl

Gerade in der #Coronakrise wichtig: Ab und an gepflegt was abzuheulen und anderen Zeit und Raum zu geben, was abzuheulen.

René Heilig

Die Geschichte der Gräber

Vor 80 Jahren ermordete der NKWD 15 000 polnische Offiziere in dem sowjetisch besetzten Teil Polens. Sogar Hitlers Menschenvernichter waren von der Präzision dieser fließbandartigen Hinrichtung beeindruckt.

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Inga Dreyer

Ich hab dich schon gern, aber ...

In Zeiten des Kontaktverbots werden Menschen in enge und weite Kreise sortiert. Die einfach deklinierte »Kernfamilie« ist virologisch im Vorteil. Aber was ist mit polygamen Beziehungen, mit jungen Bekanntschaften oder nicht-romantischen Bezugspersonen?

Thomas Gesterkamp

Die Hassgemeinschaft

Die Anschläge in Halle und Hanau folgte einem neuen Muster rechtsradikalen Terrors, bei dem das Internet eine zentrale Rolle spielt – als Medium der Radikalisierung wie auch der Inszenierung.

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Ingar Solty

Stunde des Wir

Das vorläufige Ende der »schwarzen Null«, neues Selbstbewusstsein in »systemrelevanten« Berufen, das offenkundige Marktversagen: Die Corona-Krise eröffnet auch Chancen für die Linke.

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Ingrid Wenzl

Im Reich der Pinguine

Der Klimawandel verändert auch die Hauptverbreitungsgebiete des Krills vor der Küste Antarktikas. Die Abwanderung ihrer Hauptnahrungsquelle bedroht den Bestand vieler Meeressäuger und etlicher Pinguinarten.

Ingrid Wenzl

Noch bremst das Schelfeis

Eismassen vor den Kontinentalrändern der Antarktis bremsen den Fluss von Inlandeis ins Meer. Doch veränderte Winde und Meeresströmungen gefährden sie zunehmend.

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Steffen Schmidt

Wer mehr testet, bekommt andere Zahlen

Nach wie vor liegt die Sterblichkeit der Corona-Infizierten in Deutschland weit unter den Zahlen aus Italien oder Spanien. Das Berliner Robert-Koch-Institut warnt, sich deswegen in falscher Sicherheit zu wiegen.

Manfred Ronzheimer

Wissenschaft im Shutdown

Wegen der Corona-Beschränkungen bleiben zu Beginn des Sommersemesters bundesweit Hörsäle, Seminarräume und die meisten Labors leer. Kann unter diesen Bedingungen Lehre und Forschung überhaupt noch stattfinden?

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Christof Meueler

Solange Google keine Tests anbietet ...

Wo sollte man das denn alles lagern! In der Coronakrise gibt es Verschwörungstheorien zum Virus, wie früher bei Aids auch. Dr. Steffen Schmidt erklärt, was Google damit nicht zu tun hat - und das Problem der Virologen.

Mike Mlynar

Fundstücke

Das Gedöns und Geraune um Corona hat eine ähnlich flüchtige Halbwertzeit wie die Interpretationen der Covid-19-Fallzahlen. Eine der vagabundierenden Vermutungen trifft es indes garantiert - dass nämlich »die Welt nach Corona nicht mehr wie die zuvor sein wird«. Allerdings strebt der Erkenntnisgewinn nach Null. Denn die Welt von morgen ist nie die, die sie heute ist und gestern war. Panta rhei.Unte...

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Tomas Morgenstern

Parkhafen BER

An den großen Flughäfen lässt die Coronakrise den Passagierverkehr versiegen - die Berlin meldet einen Rückgang um mehr als 90 Prozent. Die Airlines haben ihre Flugzeugflotten an diversen Standorten zwischengeparkt - zum Beispiel auf dem BER.

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Rainer Rutz

Einfach mal reden

Alte Menschen leiden besonders unter der Coronakrise. Sie sollen das Haus nicht mehr verlassen, tun sie es doch werden sie häufig schräg angeschaut. Das verstärkt die Einsamkeit zusätzlich. Bei der Senioren-Hotline Silbertelefon finden sie ein offenes Ohr.

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Andreas Fritsche

Solidarisch gärtnern

Sollten sich Versorgungsengpässe ergeben, weil die erwarteten Erntehelfer in der Landwirtschaft wegen der Coronakrise ausbleiben, so könnte Obst und Gemüse aus Kleingärten willkommen sein. Auf vielen Parzellen werden jetzt zusätzliche Beete angelegt.

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Ronny Blaschke, Kigali

Spiel des Lebens

Für den Genozid in Ruanda 1994 rekrutierten Milizen ihre jungen Kämpfer auch auf Bolzplätzen und Tribünen. Profispieler wie Eric Murangwa mussten sich immer wieder verstecken. Inzwischen ist Fußball zum Medium der Versöhnung im Land geworden.

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Johanna Treblin

Zur Begrüßung spielt die DDR-Hymne

Burkhard Fiebig betreibt ein kleines privates DDR-Museum - und zwar in Rheinheim im Odenwald. Auf 40 Quadratmetern zeigt er seit fünf Jahren rund 800 Exponate von Bügeleisen über Robotron-Computer und Wahlurne bis Mitropa-Tassen.

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Hendrik Lasch

Ein Todesmarsch als Graphic Novel

Die Gedenkstätte Isenschnibbe weiht ein Besucherzentrum ein - 75 Jahre nach der Ermordung von mehr als 1000 KZ-Häftlingen. Nach der Coronakrise werden dort die Todesmärsche durch die Altmark als Graphic Novel zu sehen sein. Fotos gibt es keine.

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Inga Dreyer

»Wir sind so eine Art Seelentröster«

Apotheken haben die Rolle der früheren Tante-Emma-Läden übernommen. Sie sind ein Umschlagplatz für Gerüchte und Neuigkeiten. Michael Steckel hat das dazu bewogen, selbst eine zu eröffnen. Die Coronakrise zeigt nun, wie wichtig Apotheken sind.

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Systemrelevant
Mario Pschera

Systemrelevant

Das PEN-Zentrum Deutschland fordert, dass der Zugang zu Büchern und damit zu Wissen und Information in einer freiheitlichen Demokratie unter keinen Umständen eingeschränkt werden dürfe. Nähme man die Sonntagsreden aus Prä-Corona-Zeiten ernst, müsste diese Forderung gar nicht aufgestellt werden. Wir leben doch in einer Wissensgesellschaft, an der alle gleichberechtigt teilhaben dürfen? Die Schwäche...

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Umwelt gut - Mensch böse

Wenn Sprecher*innen von Extinction Rebellion (XR) den Corona-Virus loben, weil er Luft und Wasser sauberer werden lasse, übersehen sie all die Toten. Wenn XR-Sprecher wie Rupert Read verlangen, Einwanderung in reiche Länder zu mindern oder zu beenden, weil »anwachsende Einwanderung in diese Länder […] nicht besonders sensibel gegenüber ihrer ökologischen Perspektive« ist, dann ist das Ökorassismus...

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»Euer Sowezkij Sojus ist vorbei …«

Ich bin sechs Jahre alt und sitze auf der Rückbank unseres Lada. Lada klingt wie ein Mädchenname. Oder eine kleine Hündin, die könnte auch Lada heißen. Einer der kleinen unbehausten Hunde in unserem Hof könnte so gerufen werden. Lada, komm her, Lada, hau ab. Oder unsere Katze, die könnten wir doch umbenennen, denke ich mir. Susanka ist so ein langweiliger und zischender Name. »Ssssssussssssanka…«,...

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Marianne Schweizer wird mariniert

Marianne spürte, wie die Träger ihres BHs in ihre Schultern schnitten. Die hinter ihr liegende Frühschicht hockte wie ein schweres Tier auf ihr. In den letzten Jahren wuchs das Tier immer schneller. Ebenso wie das Gefühl, dass sie ihren Patienten immer ähnlicher wurde. Dabei war heute erst Montag. Sie hatte den ganzen Tag eine Unruhe gespürt. Entlang der grauen Linoleumflure bot sich nicht viel Ra...

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Weil die uns in München verrieten

Die buckelige Landstraße bröckelt am Rand in den Graben. Gras wächst durch den Schotter, die Räder des Kinderwagens hüpfen über große Steine. Mit dem linken Fuß ist sie gerade auf den glitschigen Steinchen weggerutscht, der Knöchel schmerzt, vermutlich hat sie sich eine Sehne gezerrt. Sie versucht, den Fuß nicht voll zu belasten. Einige Stunden gehen sie nun schon so, langsam, schleichen nur so da...

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The Great Stone Face und die Familie

Alles in allem hatte ich nicht mehr gesagt als: Ja, am Apparat. Ja, ich werde da sein. Ja, danke, bis dahin. Ob sie mit Gustav Zinn spreche? Ja, am Apparat. Guten Tag. Isolde Hamann ihr Name. Sie sei die Gattin von Anton Hamann und rufe an, um mitzuteilen, dass dieser vor wenigen Tagen verstorben sei. Ihre Stimme wie geölt. Keine Spur von Heiserkeit, kein Räuspern. Die Begräbn...

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In der Holzklasse um die Welt

So will ich über’n Erdball zieh’n. Genießen froh und schauen, Und, was mir Schönes ward verlieh’n, Den Blättern hier vertrauen. Cilli. Ich bin das einzige Kind meiner Mutter und habe es immer behaupten hören - von der Stimmenmehrheit meiner Verwandten in jedem Fall -, daß diese Beschränkung auf ein Exemplar klar als unzweifelhafter Segen aufgefaßt werden müsse. Überdies bin ich, und ...

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Der Trieb der sanften weißen Männer

Manuel hat sein Herz in Afrika gelassen. Ich kenne auch Leute, die dort zwei Pkws gelassen haben oder einen Geländewagen, einen Lieferwagen, einen Bus, zwei Häuser, drei machambas und dazu ein schon in Meticais konvertiertes Konto bei der »Banco Nacional Ultramarino«. Wer hat nicht schon einmal seine diversen Herzen irgendwo zurückgelassen? Die Weißen gingen zu den Negerinnen. Die Negerinnen ...