Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Seite 2

In der Ausgangssperre evakuiert

Man stelle sich vor, man müsste dieser Tage Berlin evakuieren. Etwa diese Anzahl an Menschen wurden in Indien und Bangladesch vergangene Woche umquartiert. Der Wirbelsturm »Amphan« hat die Länder hart getroffen, mehr als 95 Menschen starben, eine halbe Million Menschen könnte ihr Zuhause verloren haben. Es ist der stärkste Zyklon seit 20 Jahren. Experten gehen davon aus, dass die Intensität der St...

Sehr geehrter Lars Feld,

Macron macht in der Coronakrise rhetorisch einen auf links, praktisch bleibt er bei seinem wirtschaftsliberalen Kurs. Während es in Frankreich vereinzelte Proteste dagegen gibt, ist von der Linken in Deutschland wenig konstruktive Kritik zu hören. Ihr Protest richtet sich vor allem gegen die rechtsoffenen »Hygienedemos«. Antifaschistische Arbeit gibt es aber trotzdem: In Berlin-Pankow hat eine Gruppe ein rechtes Denkmal in einem Seniorenheim entdeckt.

Seite 3
Bernard Schmid

Lob statt Geld

Wurde Emmanuel Macron vom rabiat wirtschaftsliberalen Saulus zum sanft-sozialen Paulus? Seine Worte seit Beginn der Coronakrise könnten darauf hindeuten. Seine Taten weniger.

Seite 4
Peter Nowak

Den Abstand halten oder das Wort ergreifen?

Nicht alles, was protestiert, ist fortschrittlich. Das zeigt sich auch in der Coronakrise. Doch darf die linke Debatte mit dieser Feststellung nicht enden, sondern muss damit beginnen. Das bedarf strategischer Diskussionen, die die Linke jetzt neu führen sollte.

Uwe Kalbe

Krisenauswegkoalition

Nach der ersten allgemeinen Corona-Verunsicherung erwarten viele Menschen Antworten. Die Linke möchte sie ihnen geben und peilt die Systemveränderung an. Und Rot-Rot-Grün. Am besten aber beides.

Seite 5
Velten Schäfer

Aluhut und Atemmaske

Gewiss: Die Coronalrise produziert einen Aufschwung irrationaler Haltungen. Gilt das aber nur für die »Verschwörungstheoretiker«? Oder greifen mittlerweile auch andernorts irraktionale Haltungen? Ein Ortstermin im Internet.

Seite 6
Stephan Kaufmann

Sag mir, was du willst

Facebook greift Amazon an: Mit »Shops« will das Netzwerk den Online-Handel erschließen und noch mehr Kundendaten sammeln. Doch das dürfte nur ein Schritt sein in Richtung eines Ökosystems, in dem die Nutzer den Großteil ihres digitalen Lebens verbringen.

Seite 7
Fabian Kretschmer, Peking

Ein Land, ein System

Chinas Volkskongress wird zur beispiellosen Machtdemonstration: Peking schockt Hongkong mit einem Sicherheitsgesetz, das sämtliche Akte der Sezession, Subversion und ausländischer Einflussnahme unter Strafe stellen soll. Positiv: Trotz der Wirtschaftskrise wird die Volksrepublik an ihren selbst gesteckten Umweltzielen zur Verbesserung der Luftqualität festhalten.

Daniel Lücking

Keine Ausflüchte mehr

Das verfassungswidrige BND-Gesetz der Bundesregierung hatte vor den Richtern des Ersten Senats in Karlsruhe keinen Bestand. Nun muss eilig korrigiert und eine wirksame parlamentarische Kontrolle geschaffen werden.

Seite 8
Daniel Lücking

Grundgesetzwidrig. Punkt.

Ein verfassungswidriges Gesetz muss überarbeitet werden. Der Aufschrei ist groß, denn es geht um den Bundesnachrichtendienst, der künftig nicht mehr schrankenlos handeln darf.

René Heilig

Der Himmel schließt sich

Die EU und Deutschland hätten Widerstand gegen die Pläne von Donald Trump leisten müssen, sich aus Verträgen wie »Open Skies« zurückzuziehen. Denn die Vorwürfe der US-Amerikaner gegen Russland sind einmal mehr hanebüchen.

Robert D. Meyer

Fleischgier killt Artenvielfalt

Aldi will die Preis auf Wurstprodukte senken. Das klingt fast so, als habe es sich bei einer Packung Gesichtsmortadella bisher um einen unerschwinglichen Luxusartikel gehandelt. Das Gegenteil ist der Fall: Der Wert von Fleischprodukten bewegt sich auf Ramschniveau.

Nicolas Šustr

Mieterschreck

»Wir sind nicht asozial.« Das sagte Ralf Spann über seinen Arbeitgeber, den schwedischen Wohnungskonzern Akelius zu »nd« vor knapp einem Jahr. Da war er noch dessen Europa-Geschäftsführer. Nun, nach dem überraschend angekündigten Rückzug des Konzernchefs Pål Ahlsén, soll er auf dessen Position nachrücken. Seit bald 14 Jahren arbeitet der smarte 45-jährige Berliner für den vom schwedischen Milliard...

Leo Fischer

Schafft den gläsernen Verfassungsschutz!

Soll man den Verfassungsschutz abschaffen? Einerseits ja angesichts verschwundener NSU-Akten und anderer Skandale. Andererseits - mit dem VS stürbe die letzte Großorganisation in Deutschland, die linkes Engagement ernst nimmt.

Seite 9

Lebbe geht weider

Die Fußballbundesliga geht weiter. »Lebbe geht weider«, wie es der legendäre Eintracht-Frankfurt-Trainer Dragoslav Stepanović vor fast 30 Jahren formuliert hat. Nur ist in der Pandemie beides getrennt: Fußball ist nicht mehr unser Leben, leider. Das findet irgendwo anders statt, nicht in den leeren Stadien des deutschen Profifußballs, wo Vereine aufeinandertreffen müssen, weil es nur noch um Geld ...

Stefan Ripplinger

Der Ekel

Nicht erst die gegenwärtige Pandemie hat unser Verhältnis zum Körper verändert: Distanz hat sich nicht erst mit Corona, sondern mit der postindustriellen Wirtschaft und der technisierten und atomisierten Gesellschaft 
durchgesetzt.

Seite 10
Karlen Vesper

Gegen das Böse hilft keine Impfung

Die US-amerikanische jüdische Philosophin Susan Neiman ist zwar nicht der Ansicht, dass Deutschland Weltmeister in der Vergangenheitsaufarbeitung ist. Aber andere Staaten und Nationen, vor allem die USA, könnten vom Umgang der Deutschen mit ihren dunkelsten Kapiteln der Geschichte lernen.

Seite 11
Heiko Werning

Lockdown im Hinterhof

Gerade jetzt im Lockdown ist es ein Segen, dass unsere Wohnung in Berlin-Wedding im Erdgeschoss-Parterre ist und die Kinder einfach durch die Wohnzimmertür in den Hinterhof können. Allerdings hat der seine Tücken. Denn nebenan sitzen zwei alte Schranzen, die den Kindern verbieten wollen, draußen zu spielen. Folgen der Gentrifizierung? Von wegen. Zwei klassische Ur-Berlinerinnen. Typische Mecker-Om...

Seite 12
Jan Diebold und Philmon Ghirmai

Visionen der Unabhängigkeit

Vor 60 Jahren wurde Patrice Lumumba Ministerpräsident des Kongo. Doch damit war die Unabhängigkeit längst nicht besiegelt. Es entstand ein Kampf um die Deutungshoheit - der bis heute anhält.

Seite 13
Robert Heinze

Eine Fassade aus Vernunft

Im Jahr 1960 wurden viele afrikanische Staaten formell unabhängig. Doch koloniale Kontinuitäten blieben. Die deutsche Debatte um den Historiker Achille Mbembe zeigt, wie wirksam diese auch im europäischen Denken bis heute sind.

Seite 14

Feinstaub aus Stickoxiden

Wenn in asiatischen Megacitys Winter-Smog herrscht, misst man in den Straßen mehr Feinstaub, als es eigentlich geben dürfte. Ein internationales Team, zu dem auch Forscher*innen der Goethe-Universität Frankfurt gehörten, konnte jetzt zeigen, dass vor allem Salpetersäure- und Ammoniak-Dämpfe zur Bildung weiterer Feinstaubpartikel beitragen. Salpetersäure und Ammoniak entstehen in Stadtzentren vorwi...

Windräder und Luftfahrt

Bei manch vorteilhaftem Windkraftstandort gibt es Einspruch von der zivilen und militärischen Flugsicherung wegen befürchteter Störungen von Radar und Funkfeuern durch die Windräder. Nun hat die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) den Einfluss von Windkraftanlagen auf Einrichtungen der Flugsicherung genauer untersucht. Ergebnis ist eine realistischere Prognose-Methode für die Zulassung neu...

Michael Lenz

Entdeckt und schon bedroht

Auf indonesischen Inseln haben Forscher neue Singvogelarten gefunden, zum Beispiel einen Blauschnäpper. Weil aber Wald knapp wird, sind sie schon vom Aussterben bedroht. Die Forscher dringen daher auf dauerhafte Erhaltungsmaßnahmen.

Seite 15
Benjamin Haerdle

Klimawandel im Labor

Bad Lauchstädt ist nicht nur Goethestadt, sondern auch eine Anlage für experimentelle Ökosystemforschung, die derzeit für nationale und internationale Aufmerksamkeit sorgt. Hier werden die Auswirkungen der Erwärmung auf Ökosysteme erforscht.

Seite 16
Mike Mlynar

Ehre und Fibonacci

In einer Zuschrift zu unserem jüngsten Denkspiel wurde um »eine kleine Ehrenrettung« für die Mathematik gebeten. Habe Mathematik doch einen »gewaltigen Einfluss« auf unser Leben. Der Autor meint jedoch, dass das eine das andere nicht ausschließt. Ohne Mathematik kein wissenschaftlich-technischer Fortschritt. Dieser aber macht nur einen Teil unserer tatsächlichen, viel komplexeren Lebensrealität au...

Christof Meueler

Wofür braucht man Messer und Gabel?

Bei unserem letzten Gespräch ist eine Frage offen geblieben: Wofür braucht man Messer? Natürlich zum Schneiden, aber auch als Hilfsmittel zum Schieben. Es irritiert zumindest Kinder, weil sie ja oft keine Speisen haben, die sie schneiden müssen. Vom Brei zur Bratwurst. Ja. Betrachtet man jedoch die Geschichte des Essbestecks, ist die Gabel viel seltsamer. Die Römer und Griechen soll...

Seite 17
Tim Zülch

Schluss mit der Ruhe für Tonja & Co.

Wochenlang waren der Berliner Tierpark und der Zoologische Garten coronabedingt geschlossen. Nun dürfen Dromedar, Eisbär und Elefantenkuh wieder Besuch empfangen. Wie sie die Schließzeit erlebten und wie es ihnen jetzt nach der Wiedereröffnung geht.

Seite 18
Marie Frank

Stein des Anstoßes

An verschiedenen Orten in Berlin gibt es Gedenksteine und Bauwerke, die einen Bezug zum Nationalsozialismus haben. Linke Initiativen fordern, dass die NS-Symbolik schnellstens entfernt wird. Auch eine Entnaziffizierung des denkmalgeschützten Olympiageländes wird aktuell diskutiert.

Seite 19
Andreas Fritsche

Mobile Küche auf Sparflamme

Ohne Mampf kein Kampf. Frei nach diesem Motto kocht Wam Kat auf politischen Veranstaltungen. Der Niederländer, der in Brandenburg lebt, hat für Rechtsextremisten und für unsinnige Verschwörungstheorien nichts übrig.

Seite 21

Drittligisten wollen klagen

Der Deutsche Fußball-Bund will die 3. Liga am 30. Mai fortsetzen. Die Klubs müssen dafür schon an diesem Wochenende in das vorgeschrieben Quarantäne-Trainingslager. Weil weder auf die Gesundheit der Spieler, noch auf Chancengleichheit im Wettkampfbetrieb Rücksicht genommen wird, planen Vereine rechtliche Schritte.

Oliver Kern

Zurück an die Arbeit

Die Basketball-Bundesliga darf ihre Saison beenden. Dafür werden alle Spieler in einem Hotel von der Außenwelt abgeschirmt. Alles angeblich, um die Vereine zu retten. Es ist aber auch eine große Chance.

Seite 22
Philip Malzahn

Hoffnung aus Staub

Ob Dichten oder Schminken: Vor kurzem hätte man im syrischen Raqqa dafür noch sein Leben riskiert. Wir haben vier Frauen begleitet, die zwischen Krieg und Wiederaufbau versuchen, ein normales und gerechtes Leben zu führen.

Seite 24
Seite 25
Mario Pschera

Reim dich, oder!

Lyrik steht nicht in dem Ruche, besonders lebendig zu sein. In Deutschland erscheinen etwa 7 000 Lyrikbände pro Jahr. Bisschen viel für ein aussterbendes Genre, nicht wahr?

Seite 26
… als sei Gefährt ich und auch Fahrer
Christiana Puschak und Jürgen Krämer

… als sei Gefährt ich und auch Fahrer

»Das launische Gehirn« ist der Titel eines der unveröffentlichten Gedichte von Lessie Sachs. Schon lange hatten wir die Idee, eine Auswahl der Gedichte und Prosatexte von Lessie Sachs mit einem biografischen Porträt der 1896 in Breslau geborenen und 1942 in New York verstorbenen Schriftstellerin zu verbinden. Dieses Vorhaben wurde von Dorothy Plaut Wagner, der inzwischen ebenfalls verstorbenen Toc...

Seite 28
Du in der Millionenstadt
Frank Eckardt

Du in der Millionenstadt

Auf den folgenden Seiten werden Sie durch die »astronomie der straße« ziehen und ab und zu an Wänden mit »zerhackten graffitiherzen« pausieren. Henning Kreitel nimmt uns mit durch seine Wahrnehmungswelt einer Millionenstadt, die zweifelsohne als Berlin zu identifizieren ist und dennoch darüber hinaus großstädtisch ist. Lyrik über die Großstadt hat es schon viel gegeben. Das Gedicht scheint mi...