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Öffentlich schlägt Privat

Berlin. 2446 Infizierte, 87 Tote: Kuba ist bisher glimpflich durch die Coronakrise gekommen. Das liegt vor allem auch am staatlichen Gesundheitssystem, das Medizinstudent*innen von Haus zu Haus schickt und so frühzeitig Corona-Infizierte entdeckt und isoliert. Doch auch wenn die Infektionszahlen in Kuba niedrig bleiben, die Auswirkungen der Pandemie treffen auch den Karibikstaat. Vor allem die Wir...

Peter Steiniger

Worte und Taten

Peter Steiniger zum Hickhack auf dem Brüsseler EU-Sondergipfel

Peter Steiniger

Europäischer Basar in Brüssel

Überstunden für die Staats- und Regierungschefs in Brüssel: Wegen des Streits um Coronahilfen und über Sanktionen bei Verstößen gegen Rechtsstaatlichkeit zog sich der EU-Gipfel in die Länge.

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Andreas Knobloch, Havanna

Fahrplan zur neuen Normalität

Kuba kehrt langsam zur Normalität zurück. Im ganzen Land werden die Corona-Beschränkungen gelockert. Der Fahrplan der Regierung sieht eine »graduelle und asymmetrische« Rückkehr in drei Phasen vor.

Andreas Knobloch, Havanna

»Die Landwirtschaft muss dynamisiert werden«

Kuba steht vor der wirtschaftlich schwierigsten Situation seit Anfang der Neunziger: Die Corona-Pandemie hat wichtige Wirtschaftssektoren, wie den Tourismus, getroffen. Eine Gruppe von Ökonomen fordert nun die Einführung von Privateigentum.

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Marathon der Quarantäne
Marcus Christoph, Buenos Aires

Marathon der Quarantäne

In Argentinien haben sich die Hauptstadt und ihre Vororte zum Hotspot entwickelt. Dort wurden zuletzt 95 Prozent aller neuen Corona-Fälle verzeichnet.

Marcus Christoph, Buenos Aires

Die Säle sind voll

Die Internistin Carlota Salomón war von Beginn in der ersten Reihe im Kampf gegen die Pandemie dabei. Sie koordiniert derzeit den Einsatz von 25 Ärzten, darunter zwei Infektiologen, sowie 30 Krankenschwestern und Pflegern.

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peter Nowak

Flüchtlingshelfer ohne Strafe

Hagen Kopp gehört zu einer Gruppe, die zum Verhindern von Abschiebungen aufruft. Die Behörden waren nicht erfreut.

Markus Drescher

Von wegen Ärztemangel

Die Kinderklinik in Parchim wurde geschlossen, weil angeblich das alte Personal ging und kein neues zu finden war. Wie Recherchen des ARD-Magazins »Kontraste« zeigen, stimmt beides nicht.

Uwe Kalbe

Heikle Fragen

Die Drohmails reißen nicht ab, die Ermittlungen scheinen hingegen auf der Stelle zu treten. Sie mit mehr Nachdruck zu führen, fordert deshalb die Linke. Unter anderem vom hessischen Innenminister Peter Beuth (CDU).

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René Heilig

Regionale Verluste im Kalten Krieg

Die Ministerpräsidenten von Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz haben sich gemeinsam an 13 US-Senatoren und Abgeordnete gewandt, um einen Teilabzug der in Deutschland stationierten US-Truppen zu verhindern.

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Putin setzt Gouverneur von Chabarowsk ab

Chabarowsk. In der seit Tagen von Massenprotesten erschütterten russischen Region Chabarowsk hat Kremlchef Wladimir Putin den inhaftierten Gouverneur per Dekret abgesetzt. Demnach soll nun der 39 Jahre alte Moskauer Parlamentsabgeordnete Michail Degtjarjow als Interimschef die Region im äußersten Osten des Landes zur Ruhe bringen.Zehntausende Menschen demonstrieren seit Tagen gegen die Verhaftung ...

Moritz Wichmann

Widerstand gegen Trumps »Geheimpolizei«

In Portland protestieren linke Demonstranten seit Tagen gegen paramilitärische Bundesbeamte in Kriegsmontur. Die provozieren wieder mehr Beteiligung bei den Black-Lives-Matter-Protesten, die sich auch gegen die örtliche Polizei richten.

sTEFAN sCHOCHER, Wien

Vielfacher Agent starb allein

Am 4. Juli wurde der Tschetschene Mamichan U. unter ungeklärten Umständen in Wien ermordet. Nun steht fest: Der Dreifachagent geriet zwischen alle Fronten und hatte mächtige Feinde.

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Monsun setzt Bangladesch unter Wasser

Berlin. »Dies wird die schlimmste Überschwemmung seit einem Jahrzehnt sein«, prophezeit Arifuzzaman Bhuiyan, der Leiter des Flutvorhersage- und Warnzentrums in Bangladesch. Der in diesem Jahr äußerst heftig ausfallende Monsunregen hat bereits jetzt über ein Drittel von Bangladesch unter Wasser gesetzt. Mindestens 2,25 Millionen Menschen sind betroffen, vor allem im Norden des Landes. Über 60 Perso...

Thomas Berger

Showdown in Kathmandu

Der interne Machtkampf bei Nepals regierenden Kommunisten spitzt sich zu. Am Mittwoch tagt das 45-köpfige Spitzengremium der Partei, um die Machtfrage zu klären. China drängt auf eine Einigung.

Philip Malzahn

Jordanien räumt auf

Das Urteil ist eine Kampfansage des Königshauses an die größte oppositionelle Bewegung. Es ist auch eine eindeutige Stellungnahme im Dauerkrisenherd Nahost.

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Markus Drescher

Dem Kapital geopfert

Es muss doch jemand an die Kinder denken. Kinder sind unsere Zukunft. Deutschland braucht mehr Kinder. Politphrasen zum Nachwuchs gibt es reichlich, und würden sie auch eingelöst, dieses Land wäre wohl ein Paradies für Kinder. In der Realität brauchen sie aber auch in der Bundesrepublik vor allem eins: Glück. Das Glück etwa, in eine einkommensstarke Familie geboren zu werden. Oder auch das Glück, ...

Sebastian Bähr

Mitte-links setzt Prioritäten

Die SPD-Chefin Saskia Esken beklagte vor einigen Wochen noch strukturelle Polizeiprobleme. Längst ist sie zurückgerudert und fordert »Solidarität« mit Beamten ein. Mit ihrer Zurückhaltung sie nicht die einzige im Mitte-links-Lager.

Robert D. Meyer

Stauffenberg ist kein Vorbild

Hitler-Attentäter Graf von Stauffenberg gilt in der Erinnerungspolitik der Bundesrepublik als großes Vorbild - auch und gerade bei der Bundeswehr. Doch nicht nur angesichts der Debatte um rechtsextreme Netzwerke beim deutschen Militär sollte damit Schluss sein.

Stefan Otto

Der Provokateur

Hochschulprofessor Ulrich Kutschera steht vor Gericht, weil er gegen homosexuelle Paare gewettert hat. Der redegwandte Feingeist polemisiert gegen die Gender Studies und liefert der AfD Argumente gegen den angeblichen »Genderwahn« und

Moritz Wichmann

2020 ist nicht 2016

Wir alle sind traumatisiert von der US-Präsidentschaftswahl 2016. Das ist psychologisch erklärbar, das ist verständlich. Doch im Bemühen, Donald Trump nicht noch einmal zu unterschätzen, könnte es auch sein, dass wir nun den gegenteiligen Fehler machen.

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Nicolas Šustr

Ein realistischer Plan ist nötig

Der kommunale Wohnungsbau in Berlin kommt noch richtig in Fahrt. In der Zukunft. Jahr für Jahr ist das zu hören, doch dann hakt es doch wieder, an einem Bebauungsplan, einer Baugenehmigung oder an unverschämten Preisforderungen von Bauunternehmen. Das entspricht sicher auch den Tatsachen. Und doch sollte die Frage seriös geklärt werden, ob es wirklich nur an diesen Unzulänglichkeiten liegt, dass b...

Martin Kröger

Pakt für Kleingärten

Sie sind die grünen Lungen in der Stadt: Berlins Kleingärten. Seit der Coronakrise sind die Parzellen so beliebt wie nie zuvor. Mit einem neuen Gesetz will Rot-Rot-Grün das Kleingartenwesen absichern.

Nicolas Šustr

Die Kräne drehen zu langsam

Wird der landeseigene Berliner Wohnungsbau in den nächsten Jahren richtig in Schwung kommen? Nur, wenn der Senat Geld gibt und der Neubau neu organisiert wird, sagen Kritiker.

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Martin Kröger

Richtfest für medizinisches Zentrum

Berlin. Es ist eines der wichtigsten Projekte auf dem Weg zur Medizinmetropole: Am Montag feierte das sogenannte Ambulanz-, Translations- und Innovationszentrum ATIZ Richtfest. Das ehemalige Zentrum für Operationen und Intensivmedizin wird derzeit entkernt und umfangreich saniert. Künftig soll es gemeinsam vom Berlin Institute of Health (BIH) und der Charité genutzt werden. Ziel ist es, dass das a...

Lola Zeller

Die stigmatisierten Toten

Mit verschiedenen Aktionen wird am Dienstag verstorbenen Drogenkonsumenten gedacht. Sozialvereine fordern, unbürokratische Hilfen, die in der Coronakrise gewährt wurden, zu verstetigen.

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Wilfried Neiße

Warum in die Uni laufen, der Computer liegt so nah

Lediglich 25 statt wie geplant 50 Prozent Präsenzbetrieb wird es im Wintersemester maximal an den Universitäten geben. Das vergangene Semester wird nicht als Regelstudienzeit angerechnet.

Tomas Morgenstern

Volle Kraft voraus

Für Güterschiffe ist die Oder-Havel- Wasserstraße eine wichtige Binnenverbindung. Sport- und Freizeitboote gelangen über sie auf kürzestem Weg von Berlin zur Müritz.

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Karlen Vesper

Verhüllungen

Verhüllungen sind beliebt, in der Mode, in der Kunst, zu Weihnachten. Und ebenso in einem liederlichen Haushalt. Aber auch aus politischer Scham. Man erinnere sich, als US-Außenminister Colin Powell im Foyer des New Yorker Domizils der Vereinten Nationen vor der Weltpresse eine hanebüchene Begründung für die Invasion im Irak abgab. Hinter ihm verdeckte die UN-Flagge eine Kopie des berühmten Antikr...

Ralf Klingsieck, Paris

Der große Experimentierer

Er wollte keine Retrospektive,sondern eine Fokussierung auf seine Pariser Jahre 1958 bis 1964. Die Eröffnung der Ausstellung in Paris hat der im Mai verstorbene »Verhüllungskünstler« Christo nicht mehr erleben können.

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Norma Schneider

Träumer in Ketten

Hinter diesem Tor war die lichte freie Welt, lebten Menschen wie jedermann. Doch diesseits des Zauns stellte man sich diese Welt unwirklich vor, wie ein Märchen. Hier hatte man seine eigene Welt, die nichts anderem mehr gleich war, hier hatte man seine eigenen Gesetze, seine Kostüme, seine Sitten und Bräuche, hatte bei lebendigem Leib ein totes Haus.« So beschreibt Fjodor M. Dostojewski in den »Au...

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Geschäftsführer des Berliner Verlags geht

Gerade einmal acht Monate nach seinem Amtsantritt hat der Geschäftsführer des Berliner Verlags, Michael Maier, seinen Posten schon wieder niedergelegt. Wie das »Manager Magazin« berichtet, bleibe der 62-jährige Österreicher aber »auf eigenen Wunsch« Herausgeber der »Berliner Zeitung«, deren Chefredakteur er bereits Ende der 90er Jahre einmal war. Das Unternehmerpaar Holger und Silke Friedrich hatt...

Gerhard Oberkofler, Innsbruck

Von der Ringparabel zu Lenin

In der DDR erhielten 14-jährige Jugendliche von 1954 bis 1974 zur Jugendweihe den Sammelband »Weltall. Erde. Mensch«. Wissen sollte ihnen die Grundlage beim Aufbau einer neuen Welt sein. Ab der Auflage 1968 enthielt dieses Werk einen Beitrag von Arnold Reisberg über Wladimir Iljitsch Lenin, dessen Geburtstag sich im April dieses Jahres zum 150. Mal jährte. Mit viel Einfühlung wird dargestellt, wie...

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Lisa Ecke

Hartz-IV-Anpassung »schlechter Scherz«

Die Regelsätze für Hartz IV sollen ab 2021 steigen. Von einer echten Erhöhung kann keine Rede sein, es geht lediglich um die Anpassung an gestiegene Lebenserhaltungskosten. Doch selbst um die zu decken, sind die neuen Regelsätze zu niedrig.

John Dyer, Boston

Möglichst ohne Beteiligung der Öffentlichkeit

In Umweltschutzfragen will sich US-Präsident Donald Trump besonders stark von seinem Vorgänger abgrenzen. Maßnahmen, die aus seiner Sicht der Wirtschaft im Wege stehen, kommen in die Tonne.

Kurt Stenger

Der Rote Planet bekommt Besuch

Die Raumfahrt ist dabei, sich stark zu verändern. Neue Player, Kostenzwänge und private Ambitionen sorgen für veränderte Betriebsamkeit. Das macht sich auch bei den aktuellen Mars-Missionen bemerkbar.

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Andreas Frank, Hamburg

Konzepte gegen Missbrauch

Erst die USA, dann die Schweiz, nun Großbritannien - weltweite Missbrauchsvorwürfe haben den Turnweltverband auf den Plan gerufen. In Deutschland soll ein Präventivkonzept Schutz versprechen.

Oliver Kern

Baseballer sind unerwünscht

Am Donnerstag startet die verkürzte Saison der Major League Baseball. Kurz vorher schockte Kanadas Regierung die Toronto Blue Jays mit der Schließung der Grenze. Die Entscheidung ist auch politisch. Nun muss ein neues Stadion her.