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Der Coup des Künstlers

Der Graffiti-Künstler Banksy hat ein Schiff zur Rettung von Flüchtlingen gestiftet. Man habe bereits 89 Menschen gerettet, die auf dem Mittelmeer in Seenot geraten waren, teilte die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Die Planung der Aktion sei geheim gehalten worden, weil die Crew fürchtete, die Behörden könnten das Vorhaben vereiteln, berichtete der »Guardi...

Stephan Kaufmann

Der Weise und seine Struktur

Geht es nun wieder von vorne los? Die Corona-Infiziertenzahlen wachsen, ihr Polarisierungspotenzial auch. Wir blicken auf medizinische Befunde und Testverfahren, auf Prognosen und Unbekannte, auf Filmdrehbücher, die uns ganz neu betreffen – und vermessen die hegelsche »leere Negation«, die eine Lage provoziert, in der das Faktische jede Meinung überflügeln soll.

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Ines Wallrodt

Jenseits der 4,8 Prozent

Die Erwartungen an die Tarifrunde sind riesig, die Bedingungen schwierig: Die Coronakrise hat die miesen Löhne der Heldinnen und Helden des Alltags bewusst gemacht, wie auch die Bedeutung öffentlicher Daseinsvorsorge. Was machen die Gewerkschaften daraus?

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Robert Putzbach, Minsk

In einer Stadt voller Banditen

Wer in Belarus festgenommen wird, muss mit Schlägen und Demütigung rechnen. 70 Personen werden seit der Wahl vermisst. Drei junge Menschen erzählen dem »nd« von Angst, Glück und Gewalt.

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Steffen Schmidt

Mehr Tests bedeuten mehr Infizierten-Zahlen

Steigt die Zahl der Covid-19-Infektionen derzeit tatsächlich an oder liefern die Tests nur fälschlich positive Resultate? Die Genauigkeit bei der Erkennung liegt bei den aktuellen PCR-Tests über 98 Prozent. Es gibt also Fehler.

Ulrike Henning

Kommt die zweite Welle?

Corona-Fallzahlen sagen etwas über die Ansteckung aus - aber nichts über den Krankheitsverlauf. Und wie sieht es aus mit den Genesenen? Der Versuche einer Klärung.

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Sebastian Bähr

Abschlussbericht mit offenen Fragen

Die zwei von der Landesregierung Sachsen-Anhalt eingesetzten Berater sehen derzeit keine neuen Ansätze für Ermittlungen bezüglich des Tods von Oury Jalloh. Schwere Vorwürfe gegen die Behörden erheben sie trotzdem. Eine Gedenkinitiative und die Linkspartei halten ihre Ausführungen für lückenhaft.

Uwe Kalbe

Die Unvollendete

Einmal im Jahr zieht die Kanzlerin das politische Berlin in ihren Bann: Auf ihrer Sommerpressekonferenz beantwortet sie geduldig jede Journalistenfrage. Doch auch 2020 blieben Fragen unbeantwortet.

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Aert van Riel

Reine Symbolpolitik

Der Rechtsstreit um die bayerische Grenzpolizei sagt vor allem etwas über die oppositionellen Grünen aus. Sie wollten der CSU eine symbolische Niederlage zufügen, anstatt gegen die diskriminierende Schleierfahndung vorzugehen.

Tomas Morgenstern

Höchste Zeit nachzujustieren

Berlins Neutralitätsgesetz steht auf der Kippe, zumindest wird es in der aktuellen Fassung nicht haltbar sein. Vor diese Konsequenz stellt den Berliner Senat jedenfalls das Bundesarbeitsgericht in Erfurt mit seinem Urteilspruch vom Donnerstag. Demnach darf das Land Berlin einer muslimischen Bewerberin für eine Lehrerinnenstelle nicht pauschal das Tragen eines Kopftuches verbieten. Aus Sicht der Ri...

Felix Lill

Gute Besserung

Sein Zustand habe sich in letzter Zeit derart verschlechtert, dass er einfach nicht mehr weitermachen könne. Am Freitag ist der rechtskonservative Premierminister Japans, Shinzo Abe zurückgetreten, nachdem er Japan seit Ende 2012 regiert hat. »In diesen beinahe acht Jahren habe ich jeden Tag mit voller Kraft gearbeitet«, sagte er mit stockender Stimme und verbeugte sich. Es tue ihm leid, dass er a...

Christian Klemm

Linke auf Nato-Kurs

Der Linksparteipolitiker Gregor Gysi sieht Deutschland auch unter Rot-Rot-Grün als Mitglied der Nato. Das ist ein Problem für seine Partei, die sich bisher konsequent in der Friedensfrage positioniert hat.

Leo Fischer

Vernunft-Diktatur

Merkel und die Ministerpräsidenten sind sich einig: »Die Leute haben ja schon vorher gearbeitet bis zum Umfallen«, so ein Teilnehmer, »wenn sie wegen Corona umfallen, haben sie dabei wenigstens was für den Standort getan«.

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Georg Leisten

Babyfresser aus der Tiefe des Staates

Babyfresser sind immer die anderen - mit dieser Propagandakeule werden seit Jahrtausenden Kämpfe um Meinungs- und Deutungshoheit ausgetragen. Aktuellstes Beispiel ist die in den USA entstandene QAnon-Bewegung, die auch Trump unterstützt.

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Maximilian Schäffer

Am letzten Ende der Nahrungskette

Von Tönnies und Träumen: Der Dokumentarfilm »Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit« zeigt die Abgründe der Fleischbranche Deutschlands, ohne plumpes Lehrstück zu sein.

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Norma Schneider

Unter Verdacht

Hafturteile, Hausarrest und Geldstrafen: Fälle von Repressionen gegen russische Künstler*innen und Journalist*innen häufen sich in letzter Zeit. Wie steht es eigentlich um die Presse- und Kunstfreiheit in Russland?

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Es war ein Privileg dabei zu sein
Nils Brock, Álvaro Garreaud und Pamela Cuadros

Es war ein Privileg dabei zu sein

Vor 50 Jahren gewinnt Salvador Allende die chilenischen Präsidentschaftswahlen. Den Aufbruch in den demokratischen Sozialismus erleben auch viele Menschen aus aller Welt, die aus ganz unterschiedlichen Gründen in Chile leben oder dorthin kommen. Wir stellen sechs von ihnen vor.

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Olivier David

Zwei linke Hände

Merlin Rolfs war als Kind Linkshänder, doch seit der Einschulung benutzte er nur noch seine rechte Hand. Erst mit Mitte dreißig versuchte er, sich auf eigene Faust umzuschulen. Mit fatalen Folgen.

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Frédéric Valin

Skandalisierung »der Guten«

Eine Beleidigung für alle, die ums Leben kamen: So bezeichnete einst der Schriftsteller Elie Wiesel den Film »Holocaust«. Ähnliches ließe sich über eine neue Tiktok-Aktion sagen. Ein Blick auf die popkulturelle Shoa-Erinnerung gestern und heute.

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Mario Keßler

Sieben Tage Empowerment

Von »imperialer Lebensweise« bis »Postkolonie«: Viel von dem, was heute zum Nord-Süd-Verhältnis diskutiert wird, hat Vorläufer in den antikolonialen Debatten der Komintern - vor deren Stalinisierung.

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Ulrike Wagener

Cornflakes oder Cadillacs

Mein Computer und ich: So sah für viele Studierende im letzten Semester die Universität aus. Neben der Technik stellt sich die Frage: Wie verändert das Medium unsere Beziehungen? Und was sagt uns das?

Velten Schäfer

Moskauer Nebel, made in Berlin

Manchmal überschlägt sich der Russlandjournalismus, etwa dieser Tage in der »taz«: Ein und derselbe Artikel bringt es da fertig, erst die »russischen Medien« abzuwatschen, weil diese im Fall Nawalny »von einer ›Vergiftung‹« sprächen, »als wäre diese eine bestätigte Tatsache« - um wenige Zeilen später die russischen Ärzte anzugreifen, weil diese den von Nawalnys Anhängern sofort vorgebrachten Vergi...

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Denis Newiak

Die große Verunsicherung

Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass wir 2020 eine globale Pandemie bringen würden? Dabei sind fiktionale Erzählungen voll davon. Doch steckt darin auch ein Krisenwissen, das uns in der realen Situation weiterhelfen kann?

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Gerhard Hanloser

Linke, die nur Rechte sehen

Die »Anti-Corona-Demo« am Samstag wurde im Vorfeld verboten. Doch das wird ihren Drive nicht unbedingt schmälern. Und auch nichts an der Sprachlosigkeit progressiver Kritik ändern.

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Gioia Forster und Arne Bänsch

Afrika ist frei vom wilden Poliovirus

Nach Jahrzehnten des Kampfes ist der afrikanische Kontinent frei von wildem Polio. Die unabhängige Africa Regional Certification Commission (ARCC) erklärte in dieser Woche, dass in allen 47 Ländern der Afrika-Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Wildtyp des Poliovirus ausgerottet sei. »Heute ist ein historischer Tag für Afrika«, sagte die Leiterin der Kommission, Rose Leke. Dies ist de...

Barbara Barkhausen

Neue Äpfel für heiße Zeiten

In Neuseeland wird erstmals ein Apfel angeboten, der dem Klimawandel trotzen soll. Die Obstsorte kann extrem hohe Temperaturen tolerieren. Forscher setzen ihre Hoffnung im Kampf gegen den Klimawandel auf Pflanzen, die unter härtesten Bedingungen gedeihen können.

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Ingrid Wenzl

Auf dünnem Eis

Die Arktis erwärmt sich etwa dreimal so schnell wie der Rest der Erde. Das äußert sich in zahlreichen Einzelereignissen. Da stellt sich die Frage, ob bald ein Kipppunkt für das Klima erreicht ist.

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Ulrike Wagener

»Haustier der Molekulargenetiker«

Dr. Steffen Schmidt, Jahrgang 1952, ist Wissenschaftsredakteur des »nd« und der Universalgelehrte der Redaktion. Auf fast jede Frage weiß er eine Antwort – und wenn doch nicht, beantwortet er eine andere. Ulrike Wagener fragte ihn nach Fruchtfliegen.

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Nicolas Šustr

Experiment Aufenthaltsqualität

Nach vier Jahren Planung, Streit und politischem Zaudern ist es nun soweit: Die Berliner Friedrichstraße ist autofrei. Fünf Monate Bewährungsfrist hat das Projekt, mit dem die Geschäftsstraße wiederbelebt werden soll.

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Jordi Ziour

Pandemische Schulzeit

Wesentliche Fragen seien im Musterhygieneplan der Berliner Bildungsverwaltung offengeblieben, sagt Schulleiter Peter Danz. Trotz aller Bedenken sind die meisten Schüler und Lehrer froh, dass wieder Präsenzunterricht stattfindet.

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Tomas Morgenstern

Nichts wie raus hier, aber wohin?

Nicht alles hat geklappt wie es sollte bei der großen Brandschutzübung mit 800 Komparsen am künftigen Hauptstadtflughafen BER. Mit zweimonatiger Verspätung ist der für die Inbetriebnahme wichtige Meilenstein über die Bühne gegangen.

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Jirka Grahl

Finale der Superlative

Die Machtverhältnisse sind klar: Viermal in Folge haben die Fußballerinnen des französischen Serienmeisters Olympique Lyon zuletzt die Champions League gewinnen können, insgesamt sogar schon sechsmal seit 2011. Lyon zahlt die besten Gehälter (die derzeit verletzte norwegische Topstürmerin Ada Hegerberg soll 500 000 Euro pro Jahr verdienen), bietet die professionellsten Bedingungen (die Frauen trai...

Oliver Kern

Sichtbar unsichtbar

Die Boykottwelle in den USA hat vom Basketball auch auf viele andere Sportarten übergegriffen. Die Athleten müssen nun entscheiden, wie sie Gesten Taten folgen lassen können. Ausgerechnet ihre oft konservativen Klubeigner sollen ihnen dabei helfen.

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Tom Mustroph

Angst vor »nervöser« Tour

Viele Stürze im Vorfeld der Frankreich-Rundfahrt haben schon das Feld der Favoriten durcheinander gewirbelt. Bei der Tour selbst überprüft der Weltverband aber noch immer nicht die Strecken. Zusätzliche Gefahr birgt die Unsicherheit: Viele Radprofis müssen nach dem Lockdown noch um einen neuen Vertrag fahren.

Tom Mustroph , Nizza

Neue Normalität

Sowohl sportlich als auch organisatorisch ist die diesjährige Tour de France eine außergewöhnliche. Aktuelle, coronabedingte Veränderungen könnten den Radsport aber auch in der Zukunft prägen.

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Robert Stark

Das alte Finnland

Seit drei Jahren wohnt der Autor in Helsinki. Das Land wirklich begriffen hat er erst bei einem Besuch im ostfinnischen Dorf Haukivuori. Die dortige Provinz Savo ist dreimal dünner besiedelt als die menschenleere Uckermark in Deutschland.

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Wolfgang Scherreiks

Virusfrei durch Cádiz

Das ist die neue Realität!» wiederholt der Rezeptionist am anderen Ende der Leitung in Cádiz, was er sich für Anfragen zögerlicher Reisender zurechtgelegt hat. Seine Argumentation gleicht der von Juanma Moreno, Präsident des autonomen Gebietes Andalusien, der sie bekanntlich auch nicht erfunden hat: «Reisen sind möglich», schließt der Rezeptionist die Diskussion ein für alle Mal ab. Dass die ...

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Inga Dreyer

»Es geht nicht immer nur um satt und sauber«

Manuela Fritsche liebt die Arbeit in der Altenpflege. Trotzdem verlässt die 38-Jährige ihren Job, weil sie keine Chance mehr sieht, ihn richtig gut zu machen. Vor zwei Jahren kämpfte sie noch für die Gründung eines Betriebsrates.

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Birthe Berghöfer

Gendern - muss das sein?

Sprache ist nicht nur Abbild der Gesellschaft, sie bildet auch ab. Wer benannt wird und wer nicht, hat Folgen. Linker Journalismus im Jahr 2020 muss sich dem bewusst sein. Er muss um sprachliche Gleichbehandlung bemüht sein.

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Molly unterwegs

Da ist man bei diesen sommerlichen, mittelmeerartigen Temperaturen schon mal im Hundeparadies angekommen, und dann wird man permanent weggeschleppt. Mein liebstes Paradies des Sommers ist ein Garten im beschaulichen niedersächsischen Hameln - überschaubar, mit Haselnussstrauch und drei Obstbäumen. Entsprechend groß ist die Mäusepopulation. Für mich als Jagdhund ein großer Spaß, die Gänge auszubudd...

Eine nd-Wanderung wie noch nie
Andreas Fritsche und Ulrike Kumpe

Eine nd-Wanderung wie noch nie

Wir hatten uns im Frühjahr die Strecke für die nd-Wanderung im April genau angesehen. Beim Ablaufen ging es einmal nicht weiter, weil eine Wiese weiträumig mehr als knöcheltief unter Wasser stand. Wir mussten uns seitlich durch einen Schilfgürtel drücken und rätselten, wie das Problem gelöst werden könnte. Die Frage stellte sich dann aber nicht mehr, weil die nd-Frühjahrswanderung wegen der Corona...

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Liebender Vater

Passend zur Tagesfahrt erscheint am 18. August »Meine lieben jungen Freunde. Briefe an die Kinder«. Hans Fallada war auch ein liebender Familienvater, der mit seinen Kindern Uli, Mücke und Achim Ruderboot fuhr und ihnen Geschichten erzählte, die er dann aufschrieb. Er schrieb ihnen auch vom Herzen kommende, berührende Briefe. Sein Selbstporträt, das er für seinen Sohn Uli verfasste, und die erstma...

Heidi Diehl

Mit Carwitz kam der literarische Erfolg

Von Heidi DiehlWetten, dass Sie Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen kennen, auch wenn Sie sicher sind, diesen Namen noch nie gehört zu haben! Es ist niemand anders als Hans Fallada, der mit seinem 1932 veröffentlichten Roman »Kleiner Mann - was nun?« nach vielen Misserfolgen einen Bestseller schrieb, der ihm internationale Anerkennung einbrachte. Wenngleich die Erstveröffentlichung nicht exakt seinem ...

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Heidi Diehl

Wie ein Stern die ganze Welt verzauberte

Ende des vergangenen Jahres war ich mit einer Freundin auf einer Pilgertour - nicht wochenlang, sondern nur ein paar Tage. Doch wir erlebten dabei so viel und lernten so viel Neues kennen, dass wir am Ende nicht nur das Gefühl hatten, den Alltagsstress irgendwo unterwegs verloren zu haben, sondern auch immer mal wieder darüber staunten, wovon wir in unserer näheren Heimat noch nie gehört hatten. W...

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Heidi Diehl

Neue Chefin

Ulrike Kumpe übernimmt ab August die Leitung von »nd.Commune« und tritt somit die Nachfolge von Katja Choudhuri an, die das »nd« verlassen hat.Auch wenn viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, Ulrike noch nicht persönlich kennen, so ist sie doch schon seit einigen Monaten in der nd-Beilage präsent: Sie ist »Mollys« Frauchen und schreibt regelmäßig auf, was die Hündin ihr von dem erzählt, was ...

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Corona schlägt EDDI - nicht!

Wussten Sie, dass der Berliner Kabarettpreis DER EDDI der zweitälteste Kabarettpreis der Bundesrepublik ist? Er wird in diesem Jahr zum 20. Mal verliehen. Der Preis wurde 1981 erstmals ausgelobt - von dem Grafiker Heinz Behling und dem bekannten und beliebten Kabarettisten und Satiriker Edgar Külow (1925-2012), der als Namensschöpfer fungierte. Die Philosophie der EDDI-Verleihung bestand seinerzei...

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Warteschleife ausgelaufen

Auch im Rückblick nach 30 Jahren muss ich feststellen, dass der politische Umbruch in der DDR für mich völlig überraschend kam. 1987 war ich nach dreijähriger Dozententätigkeit aus Angola zurückgekehrt - aus einem Land im Kriegszustand mit Ausgangssperre, aus einer Wohnung ohne Wasser und mit ständig unterbrochener Stromversorgung und fast vollständig alimentiert durch DDR-Einrichtungen. Die auch ...

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Mario Pschera

Die Kybernetik, die Junta und ein Lied

»leb wohl neruda / leb wohl poet / eh noch der kondor / an ketten geht / reißt er sich das Bein / mit den Ketten raus / schwingt sich in den Himmel / und blutet aus« heißt es in dem von Kurt Demmler getexteten und Thomas Schoppe komponierten Lied, das im Herbst 1973 als Single der Gruppe Renft erschien. Noch im Sommer des Jahres waren chilenische Musiker wie Inti-Illimani auf den Weltfestspielen d...

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Pokal immer in Reichweite
Michael Müller

Pokal immer in Reichweite

Ein auffälliger professioneller Zug bei Jirka Grahl ist, dass es für ihn kein Lieblingsthema gibt. Und er vermeidet solche individuelle Geschmacksnote ganz besonders dort, wo ohnehin nur noch Chronistenpflicht gilt, weil das Thema mitunter schon tagelang überall breitgetreten wurde. »Ich seh’ mich ungern als einen, der nachklappert«, sagt er. Ein ehrgeiziger Anspruch, der den 49-Jährigen, sei...

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Buchgewinne

Lösungseinsendungen für alle Aufgaben bis Samstag, 5. September. Jede Lösung kann auch einzeln geschickt werden, denn für jede richtige gibt es eine Buchauslosung! (»kurz & knackig« gilt als eine Aufgabe!)Per E-Mail an: ndCommune@nd-online.de oder per Post unter Kennwort »Denkspiele« an: Redaktion »nd«, Ressort nd.Commune, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin. Bitte den Absender nicht vergessen! ...

nd

Raffiniert schraffiert

In dieser Rubrik veröffentlichen wir Ihre Denkspielvorschläge. Für jede veröffentlichte Aufgabe gibt es als Dankeschön ein Buch (Mail- und Postadresse siehe auf der Seite links unten). Die heutige Aufgabe schickte uns Wolfgang Ludwicki aus Tangermünde: Da ist ein großes Rechteck, senkrecht unterteilt in fünf kleinere Rechtecke. Diese fünf kleinen Rechtecke sind zueinander kongruent, und drei bzw. ...

mim

kurz & knackig

Gegeben seien folgende Wortanfänge: B..., Fl..., Sch..., Tr... sowie Z... Gesucht ist ein gemeinsames Wortende, welches diese Anfänge zu einem sinnvollen Wort ergänzt.Welche der Potenzen ist größer: 100²º der 9850¹º?Ehemann Knud schläft beim TV-Thriller trotzt Schießerei ein. Er träumt, direkt dabei gewesen und verwundet worden zu sein. Für seine Frau Margit nicht ungewohnt, grunzt und stöhnt er b...

Großer Satz von Fermat, kleinere Probleme

Der Chemnitzer Mathelehrer Thomas Jahre veröffentlicht bei www.schulmodell.eu wöchentlich eine Aufgabe, die sich an Schüler sowie alle mathematisch Interessierten richtet. Der sechssprachige Newsletter hat weltweit fast 2000 Empfänger. Die heutige Aufgabe ist bei www.schulmodell.eu die Nr. 647.»Dass es natürliche Zahlen gibt (größer 0), die x² + y² = c² erfüllen, ist ja bekannt. Ebenso weiß man au...

⋌Mike Mlynar

Lektüre unterm Lindenbaum

Derzeit kursieren coronabedingt viele aktuelle Ratschläge und Empfehlungen zur Ausfüllung von unverhofft entstandener freier Zeit. Sie betreffen sowohl herkömmlichen Zeitvertreib als auch die Wiederausfüllung besagter Zeit durch Arbeit. Da uns auf absehbare Zeit aber vielleicht doch noch genügend Lesezeit verbleibt, sei ein Buchtitel empfohlen, der genau in diese Zeit passt: »Das Recht auf Faulhei...