Ausgabe vom 03.10.2020

Seite 16
Christof Meueler und Steffen Schmidt

»Gold kann man eben nicht essen«

Wer es sich leisten kann, soll in Gold investieren, heißt es immer in Wirtschaftskrisen, auch jetzt wieder. Ist Gold wirklich so sicher? Sicherlich hat man Vorteile, wenn man Dinge besitzt, die selten sind. Betrachtet man aber die Nachkriegszeit oder die Inflation der 1920er Jahre, dann konnte man für Gold zwar Lebensmittel eintauschen, aber meistens zu einem Preis, der in keinem Verhältnis s...

Seite 17
Stephan Kaufmann

Einheit und Markt und Freiheit

Mit dem Ende des Realsozialismus vor 30 Jahren erledigte sich die Systemalternative, und der Kapitalismus triumphierte. 30 Jahre später spielt die Ideologie des freien Marktes keine große Rolle mehr.

Ein großes Missverständnis

Verschwunden – und wieder aufgetaucht? Zwar gibt es die DDR nicht mehr, aber die dritte Generation Ost ist quicklebendig. Dies und mehr auf 16 Sonderseiten zum 3. Oktober

Seite 18
Wolfgang Hübner

Ein großes Missverständnis

Bis ein Mensch volljährig ist, dauert es in Deutschland 18 Jahre. Bei Staaten sieht das etwas anders aus. Beim Osten Deutschlands, der 1990 von der Bundesrepublik adoptiert wurde, ist es nach 30 Jahren allmählich so weit.

Seite 19
Kathrin Gerlof

Am anderen Ende des Regenbogens

Von schwarz-weiß zu grellbunt-glitzernd: so könnte man filmisch die Nacht der Wiedervereinigung darstellen. Doch was wurde danach aus der DDR? Für viele scheint es, als hätte es sie nie gegeben. Eine Suche nach dem langsamen Verschwinden eines Staates.

Seite 20
Susanne Romanowski

Besser erinnern

Man nimmt die ersten Schritte Richtung Unabhängigkeit, irrt und lernt, erspürt die eigene Position im gesellschaftlichen Umfeld. Die Erfahrungen, die Menschen in ihrer Jugend machen, gehören zu den prägendsten ihres Lebens. Doch was, wenn dem eigenen Land parallel ganz Ähnliches widerfährt?

Kollektives Coming-out
Ines Wallrodt

Kollektives Coming-out

Sie sind jung, selbstbewusst und ostdeutsch. Und genervt, wenn ihnen Westdeutsche erklären wollen, wie der Osten tickt. Das tun sie lieber selbst – stellvertretend für ihre Eltern und in eigener Sache.

Seite 21
Hendrik Lasch

Wo sich Ost und West unterhaken

Drei Begriffe nur: Stasi, Diktatur, Unrechtsstaat. So konnte das nichts werden mit der inneren Einheit, fand Axel Schmidt-Gödelitz und beschloss, sie von unten wachsen zu lassen. Mit Gesprächen zwischen Ost- und Westdeutschen. Den Ansatz hat er von Egon Bahr gelernt, dem Architekten der Ostpolitik von Willy Brandt.

Seite 22
Vanessa Fischer, Julia Trippo und Birthe Berghöfer

«Ich bin Ingenieur»

Als Frauen aus Ost und West 1990 aufeinander trafen und Strategien für eine gemeinsame Frauenpolitik entwerfen wollten, gab es nicht nur sprachliche Barrieren. Zu unterschiedlich waren ihre Biografen und Lebensentwürfe nach 40 Jahren geteilter Geschichte.

Seite 23
Julia Trippo

Zu wenige Frauen

Seit der Wende sind viele Frauen, vor allem aus ländlichen Regionen, in den Westen abgewandert. Die Forscherin Katja Salomo hat sich mit der Frage befasst, wie Sozialstruktur und politische Kultur zusammenhängen.

Birthe Berghöfer

(K)ein Unterschied: Ost-Kindsmörderin

Im öffentlich-medialen Diskurs über Mütter, die ihre Kinder töten, scheint es die ostdeutsche Sozialisierung zu sein, die problematisiert und als Erklärung für das Handeln der Frauen in den neuen Bundesländern herangezogen wird.

Seite 24
Seite 25
Karlen Vesper

Und das Herz schlägt weiter links

Sie ist in Ost und West aufgetreten, hatte hier wie dort ein begeistertes Publikum - und sie füllt auch heute noch Säle. Die Liedermacherin Barbara Thalheim ist eine aufmerksame Zeitgenossin, die Kritik nicht scheut.

Seite 26
Karsten Krampitz

Beinahe ein Friedensvertrag

Wie viel der ostdeutschen Interessen flossen in die Verhandlungen über die Vereinigung ein? Der ehemalige DDR-Staatssekretär Hans Misselwitz erinnert sich an das Jahr 1990 und die Verhandlungen mit der Bundesregierung und den Siegermächten.

Seite 27
Sebastian Bähr

Hammer, Zirkel, Kybernetik

Kybernetik beschreibt eine interdisziplinäre Forschungsrichtung, die sich mit Informationsverarbeitung und Selbstregulierung von Systemen aller Art beschäftigt. Auch in der DDR wurden die Möglichkeiten untersucht.

Seite 28
Sebastian Bähr

Die DDR überlebt

Schweiß auf der Stirn, die Wodkaflasche halb leer, die Zigaretten aufgeraucht. Es ist Januar 1989, ich bin die Staatsführung der DDR und die Kacke ist am Dampfen. Das Computerspiel »Ostalgie« ermöglicht die Rettung des realen Sozialismus

Günter Benser

Wieso der 3. Oktober?

Am 3. Oktober 1990, Punkt Mitternacht, also bei Tagesanbruch und nicht - wie mitunter zu lesen ist - in den Abendstunden, kommt es zum Beitritt der DDR zur Bundesrepublik. Wieso wird genau am 3. Oktober die Vereinigung gefeiert?

Seite 29
Christof Meueler

Eins teilt sich in zwei

Als 1989 der Osten zusammenklappte, waren im Westen alle erstaunt. Auch wenn er nichts damit zu tun hatte, löste sich der Kommunistische Bund auf - er stand unter politischem Schock.

Seite 30
Fußball in Berlin: Gefeierte Teilung
Alexander Ludewig

Fußball in Berlin: Gefeierte Teilung

Der 1. FC Union entwickelt sich auf jeder Ebene rasant, Hertha BSC versucht es neuerdings mit einem Investor. Die Identität beider Klubs ist aber noch immer Ausdruck der Konferenz von Jalta mit dem Vier-Sektoren-Beschluss für Berlin im Februar 1945.

Tomas Morgenstern

Die wegvereinigte Erinnerung

Die deutsche Teilung begann für Staaken im Berliner Westen schon vor 75 Jahren. 1945 auf die sowjetische und die britische Besatzungszone aufgeteilt, verlief ab 1952 die Zonengrenze durch den Ort, gab es ab den 1970ern sogar ein eigenständiges DDR-Staaken.

Seite 31
Andreas Müller

Ende einer Weltmacht

6500 Sportler*innen umfasste das DDR-Fördersystem 1989 - ähnlich dem bundesdeutschen System in Kaderkategorien eingruppiert. Am Ende wurden nur 1500 von ihnen zu Athleten des Bundeskaders. Von 4000 Trainern wurden 500 übernommen.

Seite 32
Michael Bartsch

Hartnäckige Spuren an der verschwundenen Grenze

War da einmal eine Grenze quer durch Deutschland? Auf Radtour entlang von Sperranlagen und Zäunen auf dem Grenzweg »Grünes Band« von Lübeck nach Hof stellt sich unser Autor die Frage: Wie hoch ist die Mauer in den Köpfen noch?