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Unten links

Die Mund-Nase-Bedeckung, kurz Maske, ist gewiss etwas lästig, aber was will man machen? Entweder sieht man ein, dass sie dazu beiträgt, das Coronavirus aufzuhalten. Oder man pfeift auf so etwas wie gesunden Menschenverstand. Nun kann man die Maskenmuffel beschimpfen, was nicht jedem gefällt - am wenigsten den Maskenmuffeln - , oder man geht mit gutem Beispiel voran. Psychologisch ist das weitaus w...

Kurt Stenger

Aktionismus statt Pandemie-Plan

In der zweiten Auflage der Überbrückungshilfen will die Bundesregierung die Anschaffung von Heizpilzen in der Gastronomie fördern. Diese Maßnahme sieht nach genau jenem Aktionismus aus, der die erste Hochphase der damals noch ganz neuen Coronakrise auszeichnete.

Gabi Kotlenko

Justizministerin für Augenmaß bei Verboten

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in Deutschland weiter an. Am Sonntagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 5587, am Sonnabend waren es 7830 Betroffene - ein neuer Höchstwert.

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Hans-Gerd Öfinger

Hasskommentare gegen Autobahnkritiker

Der Konflikt um den Autobahnbau in Hessen offenbart einen tiefen Riss durch die Grünen im Land. Auch die Polizeikräfte werden vor Ort zunehmend als »Kolonialherren« angesehen.

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Reimar Paul, Gorleben

»Ein Lächeln hat sie besiegt«

Die Anti-Atom-Aktivisten im Wendland sehen das Aus für den Salzstock Gorleben bei der Endlagersuche als Ergebnis ihres Widerstandes. In die Freude mischt sich Kampfbereitschaft: Noch lagern hier 113 Castoren mit hoch radioaktivem Müll.

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Hagen Jung

Koalitionspartner sieht Polizeistudie kritisch

Mit seiner Forderung nach einer Studie zum Rechtsextremismus in der Polizei ist Niedersachsens Innenminister Pistorius bei der CDU auf Kritik gestoßen. Der Koalitionspartner befürchtet Stigmatisierung.

Aert van Riel

Auf der Suche nach der Vaterfigur

Die Junge Union spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden. Sie wird nun intern darüber abstimmen, ob Armin Laschet, Friedrich Merz oder Norbert Röttgen ihr Wunschkandidat ist.

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Marion Bergermann

Malmö ist die neue Fair-Trade-Stadt

Beim Bio-Friseur die Haare färben lassen, in über 200 Geschäften Fair-Trade-Produkte kaufen, mit elektrobetriebenen Bussen fahren. Ganz schön vorbildlich, was Malmö in Südschweden im Bereich Nachhaltigkeit geschafft hat. Malmö will eine der Weltbesten in nachhaltiger Stadtentwicklung werden. In der EU hat die ehemalige Industriestadt den Titel vorläufig bekommen. Die Europäische Kommission hat Mal...

Peter Nowak

Ein Angriff auf die Demonstrationsfreiheit

Bald stehen Aktivist*innen vor Gericht, denen vorgeworfen wird, sich am Rande des G20-Gipfels an einer Demonstration beteiligt zu haben, aus der heraus Steine auf Polizeibeamte geworfen wurden.

Ralf Klingsieck, Paris

Gedenken an Samuel Paty

Frankreich steht erneut unter dem Schock eines islamistischen Mordanschlags und demonstriert gegen den Terror. Macron kündigt nationale Ehrung des Opfers an.

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Jindra Kolar, Prag

Tschechien restriktiv, Slowakei testet durch

Tschechiens Premierminister Andrej Babis hat der Bevölkerung einen möglichen neuen Lockdown wegen der Covid-19-Pandemie angekündigt. Die täglichen Infektionszahlen im Land steigen stark an, die Infektionsrate hat den höchsten Wert unter den EU-Mitgliedsstaaten erreicht. Schon jetzt ist eine Ausgangssperre von 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens verhängt worden. Die Regierung erwägt weitere Maßnahmen, ...

Andreas Bohne

Wer ist die Nächste?

Aufgrund konstant hoher Zahlen sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt an Frauen fordern Aktivist*innen von der namibischen Regierung Maßnahmen. Die verweist auf laufende Programme.

Jürgen Vogt, Buenos Aires

»Tag der Treue« trotz der Krise

In den meisten Ländern Lateinamerikas gehen die Corona-Zahlen zurück, in Argentinien nicht. Am 75. Geburtstag des Peronismus gab es trotzdem eine Unterstützungsdemonstration für Präsident Alberto Fernández.

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Dieter Hanisch, Kiel

Abwrackprämien für Kutter

Um die Dorsch- und Heringsbestände in der westlichen Ostsee ist es immer noch nicht wieder gut bestellt. Die künftigen Fangquoten werden stark diskutiert.

Jörg Meyer

Eine »respektlose« Offerte

3,5 Prozent mehr Geld für die Bediensteten in den Kommunen bei einer Laufzeit von 36 Monaten - den Gewerkschaften reicht das nicht.

Sebastian Weiermann

Staatseinstieg, Verkauf oder Weiter so

Beim angeschlagenen Konzern Thyssen-Krupp spitzt sich die Lage zu. Die Stahlsparte macht Verluste. Nun droht ein Verkauf, wenn der Staat nicht einsteigt.

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Martin Ling

Je später, desto teurer

Trotz dramatischer Entwicklung der Verschuldungssituation in vielen Ländern des Globalen Südens blieb bei der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank eine Verständigung auf einen Schuldenerlass aus.

Aert van Riel

Kandidaten mit Rechtsdrift

Eines ist schon vor der Wahl des neuen CDU-Chefs sicher: Die Partei wird nach rechts driften. Die Frage ist nur, mit wem sie das tun will.

Peter Steiniger

Partnerschaft mit Brandstiftern

Seit Sonntagnacht gilt die Waffenruhe, die in Bergkarabach ein Ende der blutigsten Kämpfe seit einem Vierteljahrhundert ermöglichen soll. Doch die Flammen sind nicht gelöscht, der Erfolg vor allem russischer Diplomatie steht auf dünnem Eis.

Dieter Hanisch

Die Wehrhafte

Der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) hat auf seiner jüngsten Beiratssitzung Dr. Doreen Richardt einen besonderen Preis überreicht: Die 50-Jährige wurde als »Mutige Löwin« ausgezeichnet. Selten ist der Name einer Ehrung treffender. Bei der Schleswig-Holsteinerin ist der Bund sogar von der Praxis abgewichen, die Auszeichnung in Form einer Ehrennadel mit Löwinnenkopf und Reißzahn alle zwei Jahre zu verle...

Christoph Ruf

Ein Eigentor als Volltreffer

Die Stuttgarter Kickers sind in vielerlei Hinsicht typisch für einen Verein mit großer Vergangenheit und vergangener Größe. »Tradition« muss in Degerloch nicht behauptet werden, sie weht einem aus jedem zugigen Loch über die Gegengerade hinweg an. Wer aus Versehen einen Rentner anrempelt am Wurststand (ein Stand für 2000 Zuschauer mit zwei überforderten Soziologen am Zapfhahn), wird mit Geschichte...

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Rainer Rutz

Clubs sind keine Pandemietreiber

Seit nunmehr sieben Monaten sind, so der behördendeutsche Ausdruck, »Tanzlustbarkeiten« in geschlossenen Räumen in Berlin verboten. Auch wenn Clubs ihre Räumlichkeiten notgedrungen zu Trinkhallen umfunktionieren wie das »SO36« in Kreuzberg oder im Sommer wenigstens ihre Gärten öffnen konnten wie das »about blank« in Friedrichshain: Die hauptstädtische Clubkultur liegt de facto am Boden. Und gäbe e...

Weitere Kontaktbeschränkungen im Gespräch

Die Corona-Fallzahlen in Berlin wachsen rasant. Woran liegt das? Und was kann dagegen getan werden? Die Gesundheitssenatorin sieht besonders ein Problem: große Hochzeitsfeiern.

Nicolas Šustr

Vorkauf nicht um jeden Preis

Der skandinavische Wohnungskonzern Heimstaden will 146 Häuser kaufen. Berliner Bezirke wollen ihm bei einer ersten Tranche von 16 Liegenschaften zeigen, wo die Harke hängt.

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Marina Mai

Brummis unerwünscht

In vielen Randbezirken sind dauerhaft parkende Lkw ein großes Problem. In Marzahn-Hellerdorf will man deshalb einen Lkw-Parkplatz außerhalb der Wohngebiete einrichten.

Anna Kücking

Verschleppt vor den Augen der Öffentlichkeit

Der Audiowalk »Ihr letzter Weg« macht die Wegstrecken der 32.000 Berliner Juden sichtbar, die am helllichten Tag zum Güterbahnhof Moabit getrieben wurden, von wo aus sie die Nationalsozialisten in Konzentrationslager schickten.

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Rainer Rutz

Geld zurück - jetzt oder nie

Dass die bis 2008 an Brandenburgs Hochschulen erhobenen Rückmeldegebühren rechtswidrig waren, juckt die Landesregierung nicht weiter. Nun könnte es Massenklagen ehemaliger Studenten geben.

Tomas Morgenstern

Ideen für die Zeit nach der Kohle

Die Länder Brandenburg und Sachsen bringen gemeinsam Bewegung in den angestrebten Strukturwandel in der Lausitz. Am Montag eröffnen sie das »Kompetenzzentrum für Gründer und Gewerbe« im Industriepark Schwarze Pumpe.

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Nelli Tügel

»Gewalt kann erzählt werden«

Das Buch »Alle Hunde sterben« handelt von autoritären Gesellschaften und vom Erzählen gegen die Ohmacht. Ein Gespräch mit der Künstlerin Cemile Sahin über staatlichen Terror, die Bedeutung von 
Bildern und die Suche nach einer neuen Darstellung von Gewalt.

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Jan Freitag

Ein Akt der Gewalt

Geschlechtsverkehr galt irgendwann einmal, zumindest in der Zeitspanne zwischen sexueller Befreiung und Youporn, für kurze Zeit als romantisch. Ob hetero, schwul oder queer: wenn zwei Menschen einvernehmlich zueinander gerieten, wirkte es auch in Film und Fernsehen für alle Beteiligten irgendwie befriedigend. Was für ein schöner Gedanke. Doch Vorsicht: Wer mit ihm im Hinterkopf das neue Kino namen...

René Hamann

Auf der Geistermesse

Livestreams mit ordentlich Hall, ein virtuelles »Blaues Sofa« und Buchmesse-Tinder: Die Frankfurter Buchmesse war dieses Jahr digital - und damit auch frei und kostenlos.

Karlen Vesper

Räsoniert nicht nur - streitet und handelt

«Autokratien sind eine weltweite Pandemie» sagte Amartya Sen, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, bei der Verleihung in Frankfurt. Es sei in der heutigen Zeit kaum Dringlicheres geboten als globaler Widerstand gegen Autoritarismus.

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Hendrik Lasch

Die Bücherwand als Werkzeug

Im Chemnitzer Kulturkaufhaus Tietz kann im Stefan-Heym-Forum die Arbeitsbibliothek des Schriftstellers nun besucht und erforscht werden. Mittdreißiger und Jüngere, die »wissen wollen, wie die DDR wirklich war«, so Inge Heym, können dies dort erfahren.

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Alexander SARTER

»Boykott ist ein großes Wort«

Als sich Alexander Rosen live im TV in Rage redete, schreckte er selbst vor der ultimativen Drohung nicht zurück. »Boykott ist ein großes Wort«, sagte der Sportchef des Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim, der seinem Ärger über die zurückliegende Abstellungsperiode Luft machte: »Aber es ist an der Zeit, ein Ausrufezeichen zu setzen. Zur Not müssen wir intensiver darüber nachdenken, die Jungs nic...

Maik Rosner, Bielefeld

Fast alle Makel los

Den Sieg in Bielefeld wertet der FC Bayern trotz Schönheitsfehlern vor Beginn der Champions League als Annäherung an die Triple-Form. Müller überragt alle, seine Rückkehr in die Nationalmannschaft wird gefordert.

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Manuel Schwarz und Christoph Lother, Sölden

Schlechte Laune in Sölden

Nach einer extralangen Sommerpause ist der alpine Ski-Weltcup in die neue Saison gestartet. In Sölden ging das erste Event unter Corona-Bedingungen über die Bühne. Die Stimmung war sonderbar.

Tom Mustroph, Piancavallo

Auf unbekannten Wegen

Der junge Portugiese Joao Almeida führt bei seinem ersten Giro die Gesamtwertung an und baut seinen Vorsprung aus. Wie das Abenteuer ausgehen wird, entscheidet sich in der letzten Rennwoche. Hindernisse gibt es zumindest einige.