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Unten Links

Der Feind des Bühnenbauers ist der Künstler: Der will einen Tag vor der Premiere plötzlich einen kompletten Umbau. Die Feindin des Künstlers und des Bühnenbauers ist die Bauaufsicht. Treppen in nicht Din-konformer Höhe? Ein nicht abgesichertes Loch in der Mitte der Bühne?? Und privat kann man nicht einfach ein paar Bretter in den Baum kloppen und das Baumhaus nennen. Um coronagerecht Halloween-Süß...

Alexander Isele

Die getrennten Farben von Amerika

Rekordwahlausgaben, Rekordspenden: US-Wahlen strotzen seit jeher von Superlativen, da ist 2020 keine Ausnahme. Nach vier Jahren der Präsidentschaft von Donald Trump und mitten in einer Pandemie ist diese Wahl allerdings anders.

Daniel Lücking

Nächstes Etappenziel ist der 16. November

Es bleibt eine Fahrt auf Sicht - eine Art Normalität wie vor der Corona-Pandemie wird es so bald nicht geben. Kanzlerin Merkel begründet ihre Maßnahmen und hofft auf Lockerungen zu Weihnachten.

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Reiner Oschmann

Washington sieht alt aus

Egal, ob Trump oder Biden gewinnt, der nächste Präsident wird der älteste, den die USA je gewählt haben. Aber auch das Repräsentantenhaus und der Senat wird von Menschen kontrolliert, die um die 80 Jahre alt sind.

Tamara Kamatović

Die Jugend kann die Wahl entscheiden

Auch bei den unter 30-Jährigen sieht es nach einer Rekordwahlbeteiligung aus. Von einem Präsidenten Joe Biden erhoffen sie sich indes nicht viel und bereiten sich darauf vor, ihm Druck zu machen.

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Max Böhnel, New York

Die Nerven liegen blank

Der US-Präsident sät Zweifel am Wahlausgang und bereitet seine Anhänger darauf vor, für ihn einzuschreiten. US-Behörden rechnen nicht mit einem geregelten Ablauf der Wahl und bereiten sich auf kleinere und größere Zwischenfälle vor.

Hungern gegen Trump
Max Böhnel, New York

Hungern gegen Trump

Für den US-Amerikaner Ted Glick sind Hungerstreiks nichts Neues. Seit dem 3. Oktober nimmt er keine Nahrung zu sich, um gegen die Wiederwahl von Trump zu mobilisieren.

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Hagen Jung

Hinweise auf rechte Brandstifter

Brandanschläge der rechtsextremen Szene auf Migranten sorgen für Angst im Bremer Umland. Der Flüchtlingsrat Niedersachsen fordert konsequenten Schutz für die betroffenen Menschen in der Region.

Uwe Kalbe

SPD-Linke entwirft lange Linien

Während die Linke immer wieder mit Bekenntnissen zu einem Mitte-links-Bündnis auf Bundesebene hervortritt, hält die SPD sich zurück. Die gilt aber nicht für die Parteilinke der Sozialdemokraten.

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Deutsche Patrouillenboote für Ägypten

Der Rüstungsexportstopp für Saudi-Arabien gefährdete auf einer Werft in Mecklenburg-Vorpommern 300 Arbeitsplätze. Jetzt ist für die Patrouillenboote eine Lösung gefunden. Sie hat aber einen Haken.

Sebastian Bähr

Empörungswellen helfen Rechtsaußen

Der Politologe Maik Fielitz forscht über Faschismus im Netz. Er warnt: »Durch die ständigen Empörungswellen in sozialen Medien arbeiten viele gut gemeinte Initiativen daran mit, die polarisierenden Strategien der extremen Rechten anzuheizen.«

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Kofi Shakur

Umstrittene Wahlen

Nach der Wiederwahl des Präsidenten John Magufuli breitet sich Protest aus. Die Konkurrenz erkennt den Sieg nicht an.

Othmara Glas, Almaty

Iwanischwili träumt weiter

Tausende haben am Sonntagnachmittag in der Hauptstadt Tiflis gegen die Ergebnisse der Parlamentswahlen protestiert. Vor allem junge Menschen folgten dem Aufruf der Opposition. Die spricht von Wahlbetrug und fordert Neuwahlen.

Ralf Streck, San Sebastián

Ultrarechte in erster Reihe

Im von der Covid-19-Pandemie stark getroffenen Spanien stößt der neue »Alarmzustand« auf Straßenproteste mit Krawallen. Mobilisiert wird breit in rechtsradikalen Netzwerken.

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Christian Streit

»Wir wollen uns ja im Osten gesundstoßen«

Der Plan war ebenso perfide wie exakt durchdacht: Mit einem unvorstellbaren wirtschaftlichen Raubbau wollte die NS-Führung die Sowjetunion zerstören und deren Bevölkerung »dezimieren«.

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Othmara Glas

Aufgeschobene Reform

Nach der Parlamentswahl droht Georgien eine neue politische Krise. Oppositionelle gingen auf die Straßen und warfen der Regierungspartei »Georgischer Traum« Wahlfälschung vor. Internationale Wahlbeobachter konnten diese Vorwürfe aber nicht bestätigen. Zentral ist der Wunsch in der Bevölkerung nach mehr Demokratie und politischer Teilhabe. Das zeigte sich auch an den geänderten Wahlregeln, die der ...

Daniel Lücking

Nicht zu viel ausblenden, bitte!

In Deutschland gilt ein Lockdown light. Bemerkenswert ist die weit verbreitete Ansicht, man sei nicht verantwortlich für eine Infektion oder deren Übertragung.

Simon Poelchau

Lasst die Reichen zahlen

Anfang Oktober sorgte ein Bericht der Schweizer Großbank UBS für Aufregen. Er zeigte, dass die Milliardär*innen trotz Coronakrise noch reicher wurden. Grund dafür waren vornehmlich steigende Aktienkurse. Doch kann dieses fiktive Kapital schnell wieder futsch sein. So warnen Ökonom*innen des gewerkschaftsnahen IMK vorm Platzen von Spekulationsblasen. Das sollte auch Linke aufhorchen lassen - n...

Markus Drescher

Werdender Vater - und Russe

Der US-Whistleblower Edward Snowden will sich um die russische Staatsbürgerschaft bewerben. Er und seine Frau Lindsay wollten nicht riskieren, von ihrem Sohn getrennt zu werden.

Julia Schramm

Schluss mit dem Dramamodus

Viele Menschen suhlen sich online im Elend, anstatt es zu bekämpfen. Drama in den Sozialen Medien ist also oft eine Ersatzhandlung für politische Handlungsohnmacht und die eigene Angst vor Bedeutungslosigkeit.

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Marie Frank

Radikale Kritik ist kein Verbrechen

Dass Rot-Rot-Grün das Versammlungsgesetz modernisieren will und Proteste der Zivilgesellschaft nicht länger als Gefahr, sondern als wichtigen Bestandteil der Demokratie betrachtet, ist begrüßenswert. Leider ist jetzt nur ein halbgarer Kompromiss herausgekommen.

Claudia Krieg

Erstes Ausbildungshotel eröffnet

Weil die Pandemie die Suche nach einem Ausbildungsplatz deutlich erschwert, fördern Senat und Gewerkschaft ein Ausbildungshotel. Am Montag ging es für die ersten Azubis am Tierpark los.

Marie Frank

Polizei muss deeskalieren

Neonazis, die am Jahrestag der »Reichspogromnacht« mit Fackeln durch Berlin ziehen, wie vor zwei Jahren, sollen mit dem neuen Versammlungsgesetz der Vergangenheit angehören. Expert*innen sehen noch Nachbesserungsbedarf.

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Nicolas Šustr

Neue Gleise in weiter Ferne

Neue und zusätzliche Fahrzeuge für die Berliner S-Bahn sind bestellt. Doch für dichtere Takte und einen stabileren Betrieb muss auch in Sachen Infrastruktur etwas passieren. Dafür plant die Verkehrsverwaltung sehr viel Zeit ein.

Rainer Rutz

Flickenteppich bei den Schutzmaßnahmen

Seit Montag greift der Corona-Stufenplan für die Schulen erstmals in vollem Umfang. Von den versprochenen »schulscharfen« Einstufungen könne aber keine Rede sein, findet die Gewerkschaft.

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Andreas Fritsche

Eine Art Asylkrimi

Mit wenig Geld und viel Engagement entstand der Film »Schön, dass Du da bist«. Am Sonntagabend feierte er nach anderthalb Jahren Produktion Premiere - wegen der Corona-Pandemie nur im Internet.

Andreas Fritsche

Sehnsucht nach Wittenberge

Rund 527 000 Brandenburger gingen in den Jahren 1992 bis 2015 in den Westen. Angesichts der Massenarbeitslosigkeit hatten viele kaum eine andere Wahl. Heute wirbt das Land um Rückkehrer.

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Tim Wolff

TV und Print, die Ursuppe allen Übels

Stand jetzt sind soziale Netzwerke die Ursache oder ein Symptom für den Verfall von privater und geschäftsmäßiger Kommunikation, Verrohung und Enthemmung, der Hauptgrund für das Ausbleiben monetärer Wertschätzung geistiger Arbeit.

Daniel Lücking

Gegen die Hoffnungslosigkeit

Die Gewalttaten in Frankreich zeigen, wo Radikalisierung hinführt. Steht die Meinungsfreiheit gegen die Religionsfreiheit, ist die Forderung so eindeutig: Alles muss gesagt werden dürfen. Doch wer zahlt Preis? Eine Reflexion.

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Tom Mustroph

Körper im Wandel

Bei der diesjährigen Ausgabe des Festivals »Theater der Dinge« bearbeitet die Berliner Schaubude künstlerisch das Feld der digital und analog manipulierten Leiber. »Künstliche Körper« lautet das Thema. Das Festival findet trotz der Schließungen statt, zumindest all jene Programmpunkte, die schon im Voraus als pandemiekonform angelegt waren oder noch schnell auf Distanzmodus umgebaut werden konnten...

Reiner Oschmann

Weitere vier Jahre im Wahn?

Die USA-kundigen Journalisten Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby befürchten, dass mit einer möglichen Wiederwahl von Donald Trump die Vereinigten Staaten von Amerika noch stärker dem Wahn verfallen als sie bereits sind.

Christof Meueler

Die guten Sachen sind nicht so leicht

Aus der Pandemie in die Pandemie: Auf Leipzig DOK lief »E14«, ein Film über Menschen in einem Londoner Viertel, die im April wegen des Lockdowns zu Hause bleiben mussten. Das guckt man sich daheim an - ein merkwürdiges Gefühl.

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Jakob Hayner

Machtspielchen

Am Freitagabend feierte am Deutschen Theater Berlin »Maria Stuart« Premiere, tags zuvor waren die Theaterschließungen beschlossen worden. Nun konnte man noch einmal begeisterndes Schauspiel sehen: Ein rasantes Ränkespiel im pinken Setzkasten, mit überraschend viel Komik für ein Trauerspiel.

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Simon Poelchau

Gefährliche Überbewertung

Wie es konjunkturell weitergehen wird, steht derzeit ziemlich in den Sternen. Nur eins ist sicher: Die wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie machen gerade manch eine zu optimistische Prognose aus dem Sommer zunichte. So schätzt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, dass die Maßnahmen zwar weniger auf das Bruttoinlandsprodukt drüc...

Lisa Ecke

»Fragwürdiges Menschenbild«

Die Grundsicherung verfehlt das Ziel, das Existenzminimum von Menschen zu sichern. Zu diesem Schluss kamen am Montag mehrere Expert*innen bei einer Anhörung im Bundestag.

Hans-Gerd Öfinger

Verkürzte Arbeitszeit als Langzeitstrategie

Die Vorbereitung auf die anstehenden Tarifrunden für die wichtigsten Industriebranchen in ihrem Organisationsbereich ist bei der IG Metall in vollem Gange.

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Kristof Stühm und Thomas Häberlein

Der Sport macht mobil

Trump gegen Biden: Auch Sportstars und Klubbesitzer werden in den USA zu Wahlkämpfern. Ein Basketballer engagiert sich besonders, die NBA ebenso.

Sven Goldmann

Rebellischer Süden

Die Gegenwart heißt München, Manchester, Madrid - aber begonnen hat alles mal mit Marseille. Die Champions League war ja nicht immer ein elitärer Zirkel mit den immer selben Siegern. Von den bisher 28 Titeln gehen 25 in die vier großen Ligen nach Spanien (12), England (5), Italien (4) und Deutschland (4). Spektakuläre Ansetzungen der diesjährigen Vorrunde lauten Juventus Turin - FC Barcelona oder ...

Frank Hellmann, Frankfurt am Main

Anwalt aller Sportarten

Der Unmut gegen das Zuschauerverbot im deutschen Profifußball wächst: Mit Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt meldet ein bestens vernetzter Bundesliga-Funktionär erstmals juristische Bedenken an.