Seite 2
Johanna Treblin

Trump, Fox und die Befehlsverweigerung

Doch der vermutlich antidemokratischste Präsident der US-Historie verliert Briefwahlstimme um Briefwahlstimme an seinen Herausforderer Joe Biden. Doch Trump gibt immer noch nicht auf und klagt vor Gerichten in Georgia, Michigan, Nevada und Pennsylvania wegen angeblichen Wahlbetrugs. Er hat keine Beweise – und wird deshalb auch scheitern.

Seite 3
Lotte Laloire

»Islamismus ist ein Auswuchs des Patriarchats«

Nach den Anschlägen in Frankreich, Österreich und Afghanistan haben Frauen und queere Personen einen »Offenen Brief gegen jeden Islamismus, Antisemitismus und Faschismus« verfasst. Dastin Jasim hat ihn mitinitiiert.

Michael Bonvalot

Wie man aus Terror Kapital schlägt

In Österreich läuft die Aufarbeitung des Terroranschlags vom vergangenen Montag in Wien. Die rechten Parteien machen die Zuwanderung verantwortlich und fordern strengere Gesetze.

Seite 4
Oliver Kern

Auch konservative Richter brauchen Beweise

Die US-Demokraten fürchten, dass von Donald Trump eingesetzte Richter dem Präsident eine zweite Amtszeit zusichern werden. Trumps Klagen haben aber kaum Aussicht auf Erfolg, da seine Anwälte die Vorwürfe von Betrug bislang nicht beweisen können.

Johannes Simon

Hautfarbe und Haltung

Donald Trump hat überraschend viele Stimmen von Latinos und Afroamerikanern erhalten. Wie ist das zu erklären? Es gibt bei einigen Liberalen die Tendenz, bei nicht-weißen Menschen von der Hauptfarbe auf die politische Haltung zu schließen.

Seite 5
Stephan Kaufmann

Gut fürs Geschäft

Für US-Unternehmen und Finanzanleger wäre ein schwacher Präsident Joe Biden ideal: Es gäbe weitere Billionen Dollar Staatshilfe, dafür aber keine schärfere Regulation, keine Steuererhöhungen und keinen radikalen Kurswechsel.

Von Entsetzen bis Begeisterung
Moritz Wichmann

Von Entsetzen bis Begeisterung

Er sei »entsetzt, dass für einen großen Teil der Bevölkerung Faschismus eine Option ist«, sagt Ken Shirilla. Er und drei weitere Demokraten erzählen, wie sie die Wahl erleben - und warum einige von ihnen von ihren Nachbarn so »enttäuscht« sind.

Seite 6
Stephan Kaufmann

Schlecht für Arbeitnehmer, aber gut für Aktien

Für US-Unternehmen und Finanzanleger wäre ein schwacher Präsident Joe Biden ideal: Es gäbe weitere Billionen Dollar Staatshilfe, dafür aber keine schärfere Regulation, keine Steuererhöhungen und keinen radikalen Kurswechsel.

Eva Roth

Rettungsplan für Industriejobs

Mitten in einem Umbau der Industrie und mitten in einer Wirtschaftskrise beginnt die Tarifrunde für die Metall- und Elektrobranche. Mit einer Doppelstrategie versucht die IG Metall, gut bezahlte Industriejobs zu sichern.

Seite 7
Max Zeising

War es versuchter Mord?

Der Angeklagte im Halle-Prozess hat auf seiner Flucht einen Somalier angefahren. »Wir gehen davon aus, dass der Angeklagte absichtlich gehandelt hat«, sagt die Anwältin Ilil Friedman.

Seite 8
Fabian Hillebrand

Kein Recht auf Ansteckung

Für Menschen, denen wirklich etwas an den Grundrechten liegt, gilt in Bezug auf die Querdenker, was in dieser Pandemie immer schon half: Abstand halten. Es gibt zwar das Recht auf Demonstrationsfreiheit - aber keines darauf, sich und andere anstecken zu dürfen.

Ulrike Henning

Pandemiebonus ausgereizt

Das Infektionsschutzgesetz als Ganzes stammt aus dem Jahr 2001, aus Zeiten, als sich noch niemand eine Pandemie mit den aktuellen Ausmaßen vorstellen konnte. Trotzdem wird an dem bereits einmal ergänzten, immer noch wenig eindeutigen Gesetz seit Ausbruch er Coronakrise länger als ein halbes Jahr festgehalten. Und: es soll noch im November ein weiteres Mal ergänzt werden, nicht in der Substanz, son...

Simon Poelchau

Scheuers neue Bruchlandung

Der Bundesverkehrsminister verspricht ein Hilfspaket für Flughäfen. Dabei waren viele Regionalflughäfen bereits vor Corona unwirtschaftlich. Und schlecht fürs Klima sind sie eh.

Peter Steiniger

Einpeitscher

Mit Dreck schmeißen, bis der Arzt kommt, die Diagnose nicht vertragen und dann aggressiv das vom Mainstream verfolgte Opfer spielen: Das frühere Mastermind des nun vielleicht abgewählten US-Präsidenten Donald Trump hat diese Masche des rechtsextremen Populismus mit entwickelt. Steve Bannon war einer der Architekten des Trump-Wahlsieg vor vier Jahren und ist Quelle der Inspiration für das intellekt...

Leo Fischer

Lieber Herbert

Je lauter er Leute wie Herbert Grönemeyer über die kulturelle Stille in der Krise klagen hört, desto weniger empfindet er sie als Problem, erklärt Kolumnist Leo Fischer.

Seite 9
jha

Plüsch & Champagner

Eine spektakuläre Glasfassade und hippe Dachterrassen sollen dem Boulevard Unter den Linden modernes Flair verleihen. Während man sich sonst in Berlin- Mitte bevorzugt der architektonischen Wiederauferstehung Preußens widmet oder zahlreiche Sechsgeschosser in zeitgemäßer Geschützturmästhetik hochzieht, nimmt sich der Gewinnerentwurf für den Umbau der Komischen Oper deutlich luftiger aus. Die farbl...

Andreas Häckermann

Verlorenes Territorium

In den französischen Vorstädten gewinnen Islamisten seit Jahren an Einfluss. Diese Entwicklung wird in der soziologischen Forschung diskutiert. Vor allem bei der Frage nach den Ursachen zeigen sich politische Unterschiede.

Seite 10
Karlen Vesper

Aufruhr der Bosheit

Mörderischer Anschlag in Wien, Enthauptung des französischen Lehrers Samuel Paty, Anschläge auf zwei Shisha-Bars in Hanau im Februar dieses Jahres. Woher rühren Hass und zunehmende Gewaltbereitschaft – von wem und gegen wen auch immer?

Seite 11
Jeja Klein

Warum haben Frauen schon wieder den Donald gewählt?

Die Opfer patriarchaler Gewalt verhalten sich anders als beispielsweise bei einem Diebstahl. Statt Gegenwehr zeigen die Betroffenen oft Loyalität als Reaktion - um sich zu schützen. Wer also die Frauenverachtung von Donald Trump bejaht, versucht ihr vergeblich zu entkommen.

Seite 13
Robert Rescue

Das ist natürlich blöd

Zwei Menschen stürzen nacheinander aus dem Fenster. Damit wird eine Wohnung frei. Eine moralische Diskussion inmitten der Berliner Wohnungsnot.

Mira Landwehr

Vom Mythos zur Aufklärung

Das Jungfernhäutchen gibt es nicht. Und die Welt kann auch nicht mit besserer Ernährung gerettet werden. Über und gegen diese wirkmächtigen Missverständnisse gibt es nun zwei schön illustrierte Hefte aus dem Maro Verlag.

Seite 14
Marvin Systermans (Fotos) und Frank Schirrmeister (Text)

Last Call TXL

Als meine Familie und ich 2011 nach Pankow zogen, taten wir dies in der Erwartung der baldigen Stilllegung des Flughafens Tegel, die für 2012 angekündigt war. Seitdem leiden wir kollektiv unter den (zumindest bis Corona) minütlich über uns hinweg donnernden Flugzeugen und sehnen uns nach dem Ende des Lärmterrors. Wie muss es erst, habe ich mich regelmäßig gefragt, den Menschen in Wedding und Reini...

Seite 16
Christin Odoj

Das Wummern der Welt aushalten

Birke Opitz-Kittel erfuhr erst mit 37 Jahren, dass sie Asperger Autistin ist. Da war sie bereits fünffache Mutter und hatte sich immer gefragt, warum sie irgendwie schief in der Welt steht.

Seite 17
Stephan Kaufmann

Wie das Glück geschmiedet wird

Leistung müsse sich lohnen, denn die Orientierung an Leistung sei gerecht: Das ist das ewige Mantra des Kapitalismus der Gegenwart. Oder geht es doch mehr um Zufall als Leistung? Über die jüngsten Volten der herrschenden Wirtschaftsideologie.

Seite 18
Andreas Meinzer

Der Mann, der teilt

Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un ist ein rücksichtsloser Diktator. Doch ist er, wie die Autorin Anna Fiefield zeigt, nicht nur der »Irre mit der Bombe«, zu dem ihn einmal ein Titelbild des »Spiegel« ausrief.

Seite 19
Birthe Berghöfer

Feministische Neukartierung

Vom Bildungszugang über die Verteilung von Sorgearbeit bis hin zu sexualisierter Gewalt: Das weltweite Dominanzverhältnis zwischen den Geschlechtern bildet Joni Seagers »Frauenatlas« in 164 Grafiken ab - die gerade durch ihre Nüchternheit politisch wirken.

Seite 20
Ingar Solty und Velten Schäfer

Das verwilderte Denken

Dass ein Einschnitt wie Covid-19 abwegige Mythen aufruft, liegt nahe. Doch erleben Verschwörungstheorien schon länger einen Boom: Welche Rolle das Internet dabei spielt, was ihr Publikum von ihnen hat - und welche historischen Vorläufer es gibt.

Seite 22
Elke Bunge

Feinstaub erhöht Covid-19 Sterblichkeit

Langfristige Belastung durch Luftverschmutzung führt weltweit zu einer 15 prozentigen Erhöhung der Sterblichkeit bei Covid-19. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie eines internationalen Forscherteams.

Christian Mihatsch

Indus-Kultur endete durch Klimaveränderung

Wenn eine Kultur nicht wegen einer Invasion oder einer Naturkatastrophe untergeht, sondern einfach im Nebel der Geschichte verschwindet, ist es schwierig die Gründe dafür zu benennen. Bei der Indus-Kultur verdichten sich jedoch die Hinweise, dass das damalige Klima schuld ist.

Seite 23
Tom Mustroph

Ohne eigene Raketen ist man von anderen abhängig

In der Raumfahrt ist Telearbeit nichts ungewöhnliches. Deshalb waren coronabedingte Umstellungen für die Europäischen Raumfahrtagentur ESA nicht so schwierig. ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner spricht im Interview über den Einfluss der Corona-Pandemie auf die Raumfahrt und über Vorhaben der ESA.

Seite 24
Christof Meueler

Hilft Rauchen gegen Corona?

Dr. Steffen Schmidt ist Wissenschaftsredakteur des »nd« und der Universalgelehrte der Redaktion. Auf fast jede Frage weiß er eine Antwort – und wenn doch nicht, beantwortet er eine andere. Christof Meueler sprach mit ihm über fragwürdige Anti-Corona-Rezepte.

Seite 25
Tomas Morgenstern

Hightech-Campus statt Luftnummer

Der Flughafen Tegel schließt an diesem Wochenende für immer. 2021 beginnt rund um das Terminal-Sechseck eine neue Zeitrechnung - entsteht mit dem Technologie-Campus Urban Tech Republic und dem Schumacher-Wohnquartier ein neues Berliner Viertel.

Seite 26
Alle Vorhänge sind gefallen
Marie Frank, Claudia Krieg, Rainer Rutz, Nicolas Šustr

Alle Vorhänge sind gefallen

Unsicherheit, Ratlosigkeit und auch Wut: Viele Künstler*innen und Kreativschaffende in Berlin sehen sich am Rande ihrer Kräfte und ihre Existenz wackeln. Die Verordnungen zur Eindämmung der Pandemie treffen sie ins Mark.

Seite 28
Alexander Ludewig

Spielen im Spannungsfeld

Der Betrieb im Profisport darf laut Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz ohne Zuschauer weiterlaufen, Amateure müssen pausieren. Eine Grauzone bilden die Regionalligen im Fußball, deren Probleme beim Blick in die fünf Staffeln offenbar werden.

Tom Mustroph

Neue Gewerkschaft fürs Peloton

Die Radprofis sind unzufrieden mit ihrer Gewerkschaft: Die CPA wurde gerade während Corona von vielen Profis nicht als ihre Organisation, sondern als verlängerter Arm des Weltverbands UCI betrachtet. Nun gründen sie die Riders Union.

Seite 29
Ronny Blaschke

Symbol der Zerrissenheit

In Nordmazedonien ist Fußball Sinnbild für Nationalismus und ethnische Spannungen. Das Nationalteam kann sich nun erstmals für die EM qualifizieren - und zu Annäherung beitragen.

Seite 30
Oliver Gerhard

Wandern im Weltnaturerbe

Der »Urwald im Werden« des Grumsin bei Angermünde gehört seit fast zehn Jahren zum Weltnaturerbe. Im Spätherbst entfalten seine Jahrhunderte alten Bäume eine einzigartige Farbenpracht.

Seite 31
Rasso Knoller

Spaziergang durch Spandau

Wer bei Film aus Berlin nur an Babelsberg denkt, liegt falsch. Nicht nur, weil Babelsberg in Potsdam liegt: Mehr als 1000 Produktionen »made in Spandau« flimmerten schon über die Leinwände. Mehr noch: In Stummfilmzeiten war Spandau das cineastische Zentrum der Welt.

Seite 32
Lisa Kuner

»Wir wurden um 15 Jahre zurückgeworfen«

Yga Kostrzewa hat in Polen die ersten Pride Parades organisiert. Seit über 20 Jahren ist sie in der queeren Community aktiv. Plötzlich fahren Hass-Trucks durchs Land, LGBTIQ-Aktivist*innen müssen ins Gefängnis. Kostrzewa sieht viele Errungenschaften verschwinden.