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Unten Links

Nicht alles, was gut aussieht, ist auch gut. Das war so, ist so, bleibt so. Deshalb erfreut sich auch der Gutschein weithin großer Beliebtheit als Weihnachtsgeschenk. Gerade in diesem Jahr, in dem nur noch heute Schlangestehen für Präsente angesagt ist, ab Mittwoch steht dann nur noch das Präteritum für Geschenke an. Da ist so ein Gutschein viel praktischer - er ist ja ein Versprechen im Futur. Di...

Kurt Stenger

Lahmes Tempo beim Ökostrom

Klimapolitik in der schwarz-roten Koalition ist ein zähes Ringen mit dem Ergebnis eines nur mühsamen Vorankommens. Man würde sich wünschen, dass die Regierung die Bedrohung wenigstens halb so ernst nimmt wie die durch das Coronavirus.

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Sebastian Haak, Erfurt

»Restriktivst« neu interpretiert

Schon kurz nach den Beratungen der Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie erklärte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), dies sei »ein dritter Advent, den ich mir anders gewünscht hätte« Was er daran anschließt, bleibt nicht frei von Widersprüchen.Unbestritten ist, worauf Ramelow erneut verweist: Dass die Zah...

Hermannus Pfeiffer

Geschlossene Geschäfte, geöffnete Geldschatullen

Überbrückungshilfe III, Steuernachlässe und Zuschüsse: Der Corona-Schutzschild, mit dem die Regierung kleinen Unternehmen das Überleben sichern will, ist groß, aber auch ein bürokratischer Dschungel.

Markus Drescher

Der Lockdown trifft hart

Die neuen Anti-Corona-Maßnahmen treffen unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen unterschiedlich hart. Wohlfahrtsverbände machen auf die spezifischen Belastungen aufmerksam und fordern ein Gegensteuern.

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Fabian Kretschmer, Wuhan

Erfolgsgeschichte ohne Zwischentöne

Nach dem Lockdown folgt die Normalität: Die Bewohner des einstigen Corona-Epizentrums Wuhan haben die Pandemie überwunden. Während sich die Regierenden in Peking selbst feiern, verarbeiten viele noch immer ihre traumatischen Erlebnisse.

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Anna Maldini, Rom

Staatlich geförderter Kaufrausch

In mehreren Regionen wurden die Corona-Maßnahmen gelockert, und die Italiener nutzen die alten Freiheiten. Doch damit könnte es schnell wieder vorbei sein.

Stefan Schocher, Wien

Wiener zeigen Kurz die kalte Schulter

Mit einem großen Coronatest-Projekt wollte die Regierung von Sebastian Kurz in Österreich von ihrem politischen Versagen ablenken. Doch das geriet vollends zum Fiasko.

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Malte Seiwert

»Chiles Oligarchie muss isoliert werden«

Im April wählen die Chilenen ihre Regionalgouverneure erstmals direkt; bisher wurden sie von der Zentralregierung ernannt. Vicente Painel, indigener Gouverneurskandidat, spricht mit »nd« über den Verfassungsprozess und die Teilnahme an den Wahlen.

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Hagen Jung

»Fliegenfenster« darf in die Kirche

Mit kritischen Stimmen zu dem Buntglasfenster, das er der Marktkirche in Hannover als Geschenk zugedacht hatte, wird Altkanzler Gerhard Schröder gerechnet haben. Moderne Kunst, wie die für das Gotteshaus vorgesehene Darstellung eines Martin Luther, den fette schwarze Fliegen als Zeichen des Bösen umkreisen nebst weiterer Symbolik, mag nicht jede und nicht jeder. Dass sich aber um das Werk seines F...

Sebastian Bähr

Aus dem Ruder gelaufen

Hunderte Menschen wollten im Leipziger Stadtteil Connewitz gegen rechte Netzwerke in der Polizei protestieren. Es kam zu Auseinandersetzungen, Ermittlungen wurden eingeleitet.

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Eine Frage der Verantwortung
Gerhard Grote

Eine Frage der Verantwortung

Nach der Vergiftung des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny und den Vorwürfen gegen Präsident Putin sind die deutsch-russischen Beziehungen in der Krise. Die Bundesregierung sollte einen Beitrag leisten, diese Krise zu überwinden.

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Nicolas Šustr

Nahverkehr in Bedrängnis

Manche haben aufgrund der Coronakrise die Abkehr vom ÖPNV bereits vollzogen. Wenn die Verkehrswende gelingen soll, muss schnell sichtbar in die Qualität und Kapazität von Bussen und Bahnen investiert werden. Denn nur zu Fuß und auf dem Fahrrad wird sie nicht zu schaffen sein, meint Nicolas Šustr.

Simon Poelchau

Schon vor der Krise vernachlässigt

Als am Sonntag der harte Lockdown verkündete wurde, ging es natürlich auch wieder um Hilfen für Unternehmen und Solo-Selbstständige. So wichtig diese auch sind, um eine weitere Eskalation der Krise zu verhindern, so deutlich wurde auch, dass viele wieder leer ausgingen: Nämlich all jene Beschäftigte, die auch von der Krise betroffen sind. Dabei macht eine am Montag veröffentlichte Studie abermals ...

Stefan Otto

Akzeptables Homeschooling

Bleibt es bei den wenigen Tagen vor und nach den Weihnachtsferien, an denen die Schulen geschlossen sind, dann werden die Auswirkungen nicht so gravierend sein wie beim ersten Lockdown im Frühjahr.

Ulrike Wagener

Faktenliebhaberin

Die promovierte Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim wurde von der Fachzeitschrift »medium magazin« für ihre Aufklärungsarbeit über die Corona-Pandemie zur Journalistin des Jahres gewählt.

Loren Balhorn

Team Biden: Alles gleich, aber bunter!

Weniger weiße reiche Männer: Im Kabinett des neuen US-Präsidenten Joe Biden sitzen viele bekannte Gesichter aus Obama-Zeiten. Auffallend abwesend: die Parteilinke der Demokraten. Und: Den Armen und Ausgebeuteten im Land hilft »mehr Diversity« nicht.

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»Bei Racial Profiling müssen wir handeln«
Rainer Rutz

»Bei Racial Profiling müssen wir handeln«

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik kündigt groß angelegte Fortbildungsmaßnahmen für die Führungskräfte ihrer Behörde an, damit diese künftig in ihren Reihen Racial Profiling unterbinden – und nebenbei noch etwas über die freiheitlich-demokratische Grundordnung lernen.

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Nicolas Šustr

Politik der lahmen Linien

Deutlich schneller als Fußgänger ist die Straßenbahn in Berlin noch. Doch seit Jahren sinkt wegen mangelnder Bevorrechtigung das Tempo. Am Sonntag wurden die Fahrpläne der Realität angepasst.

Rainer Rutz

Scheeres’ Chaostage

Lange hatte die Berliner Senatsbildungsverwaltung darauf bestanden, dass Schulen und Kitas trotz steigender Infektionszahlen offen bleiben. Nun heißt es: Ab Mittwoch alle zu Hause bleiben. Zumindest, falls möglich.

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Andreas Fritsche

Arbeitsrichter mal hier und mal da

Brandenburg beabsichtigt, die Zahl der Arbeitsgerichte zu reduzieren. Die oppositionelle Linke spricht sich dagegen aus - dabei verfolgten bis 2019 ihre drei Justizminister ähnliche Pläne.

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Christof Meueler

Spion gegen Spion

Es gibt den schönen Satz, dass an der Verschwörung nichts stimmt, außer der Verschwörung. Mit der Welt der Geheimdienste ist es ähnlich: Wer sie fürchtet, hat schon ein Problem. Darüber hat John le Carré Romane geschrieben.

Tim Wolff

Das Ende

Alles hat ein Ende: Vielleicht die Menschheit, auf jeden Fall aber diese Kolumne. Wie beides zusammenhängt und warum man etwas annimt, wovon man nicht möchte, dass es eintritt, erklärt Tim Wolff zum Abschluss von »Best of Menschheit«.

Lara Wenzel

Queere Feiertage

Die neue Show von Taylor Mac ist eine Feier der Wahlfamilie. Die Premiere von »Holiday Sauce ... Pandemic!« läuft zwar nur im Stream, schafft aber trotzdem ein Gefühl von Gemeinschaft. Ausgezeichnet wurde Taylor Mac dafür mit dem renommierten Ibsen-Preis.

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Maximilian Schäffer

Mein öder Schwan

Ohne Virus hätte er gelitten. Nicht alle Menschen sind Freunde der Fremdscham. Wer das Begaffen von öffentlichen Peinlichkeiten lieber meidet, dem sei unter keinen Umständen empfohlen, die Aufzeichnung von Richard Wagners »Lohengrin« auf Arte (auch online) zu gucken. Premiere fürs Fernsehpublikum war am Sonntag. »Er«, das ist unter anderem die Hauptrolle, der glänzende Held auf dem Schwan, Roberto...

Karsten Krampitz

Traurige Pointe

Die Wiedergutmachung 75 Jahre nach Kriegsende: Die Deutschen schaffen sich ihre eigenen Juden. Und lachen über die Zoten von Lisa Eckhart. Ihr Publikum will seine Vorurteile lachend bestätigt sehen.

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Karlen Vesper

Aus Gründen des Gewissens

Am 20. Januar 1974 beging Hermann Brinkmann während der Grundausbildung bei der Bundeswehr Suizid. Der Pazifist konnte den Wehrdienst nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Fast ein halbes Jahrhundert später setzt seine Nichte, Hannah Brinkmann, ihm ein literarisches Denkmal.

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Martin Brandt

»Es muss eine bessere Entlohnung geben«

In Deutschland arbeiten über 300.000 Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen. Betroffene und ihre Interessensverbände kritisieren seit Jahren, dass der Mindestlohn für die dort Beschäftigten nicht gilt. Derzeit erhalten sie einen durchschnittlichen Lohn von 1,35 Euro pro Stunde.

Simon Poelchau

Die meisten Einschnitte gibt es unten

Während vor allem Haushalte mit niedrigen Einkommen von der Coronakrise betroffen sind, läuft die Diskussion um eine kräftige Anhebung des Mindestlohns. Die Gewerkschaften fordern dabei vom Bundesarbeitsminister mehr Tempo.

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Alexander Ludewig

Zu weit gedacht

Lucien Favre ist beim BVB am Druck und seiner Zaghaftigkeit gescheitert, meint Alexander Ludewig.

OLEK MEYER

Keine Kostüme und ohne Gesänge

Die Darts-WM beginnt an diesem Dienstag in London. Trotz der steigenden Zahl von Coronafällen wird das Turnier ausgetragen. Das übliche Spektakel im Alexandra Palace wird dennoch fehlen.

Sympathischer Mob in Grünweiß
Frank Willmann

Sympathischer Mob in Grünweiß

Leipzig-Leutzsch ist für jeden rechtschaffenen Fußballfan eine Reise wert. Zum einem wegen der Besonderheit des engen Stadions, zum anderen ob der Anwesenheit vieler heißsporniger Chemiker und des sich hin und wieder daraus ergebenden »Handels«. Als Jungfan ließ ich 1979 dort meinen ersten Schal. Kein Volkspolizist begab sich gern in die finsteren Ecken rund ums Stadion, wo eifrige Sachsen mi...

Andreas Morbach, Leverkusen

Leverkusener Leistungssprung

Sehr gute Ansätze zeigten Leverkusens Fußballer schon in der Vorsaison, sie spielten aber zu inkonstant. Trotz der Abgänge zweier Schlüsselspieler läuft es jetzt noch besser. Und Bayers Trainer geht davon aus, dass es auch so bleibt.