Seite 1
Volles Risiko

Volles Risiko

Berlin. Die Kitas und Schulen haben derzeit andere Probleme als noch beim ersten Lockdown. Im vergangenen Frühjahr gab es eine strikte Notbetreuung; nur Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiteten, durften ihre Kinder in die Betreuung geben. Das führte in vielen Familien zu Ausnahmesituationen, weil die Eltern oftmals selbst ins Homeoffice geschickt wurden und mit der Betreuung ...

Die Hoffnung auf den Aufschwung schwindet
Simon Poelchau

Die Hoffnung auf den Aufschwung schwindet

Die Bundesregierung geht in ihrem Jahreswirtschaftsbericht nur noch von einem Wachstum von drei Prozent aus. Es wird also noch lange dauern, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht wird.

Seite 2
Cyrus Salimi-Asl

Eine historische Last

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron will bis ins kommende Jahr hinein bei mehreren Anlässen an den blutigen Algerienkrieg erinnern. Der Konflikt mit Hunderttausenden Toten dauerte von 1954 bis 1962 und war in der früheren Kolonialmacht Frankreich lange mit Tabus behaftet, die eine offene Diskussion unmöglich machten. Bei den Gedenken gehe es unter anderem um den 60. Jahrestag eines Massake...

Macron packt heißes Eisen an
Ralf Klingsieck, Paris

Macron packt heißes Eisen an

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron will das Verhältnis zur ehemaligen Kolonie Algerien verbessern. Offiziell entschuldigen will er sich aber nicht für die Kolonialverbrechen.

Seite 3
Rücksichtsloses Caesar-Gesetz
Karin Leukefeld

Rücksichtsloses Caesar-Gesetz

Kurz vor dem Jahreswechsel wandte Alena Douhan sich an die USA. Die Expertin des UN-Menschrechtsrates forderte sie auf, die einseitigen Sanktionen gegen Syrien - das sogenannte Caesar-Gesetz - aufzuheben. Die US-Maßnahmen verhinderten den Wiederaufbau der zivilen Infrastruktur, die während des zehnjährigen Krieges in Syrien zerstört worden sei, erklärte die UN-Sonderberichterstatterin, die für die...

Im Würgegriff
Karin Leukefeld, Aleppo und Damaskus

Im Würgegriff

Für syrische Unternehmen ist es schwer, nach dem Bürgerkrieg wieder an die Märkte zurückzukehren. Die westlichen Sanktionen behindern die Arbeit noch zusätzlich. Firmen in Syrien empfinden sie häufig als schikanös.

Seite 4
Was sonst niemand macht
Jana Frielinghaus

Was sonst niemand macht

Wahlkampfauftakt im Netz: Prominente Linke-Politiker*innen hoben auf einer Veranstaltung zum Jahresbeginn die Alleinstellungsmerkmale ihrer Partei hervor.

Die Not mit der Betreuung in Kitas und Hort
Hendrik Lasch

Die Not mit der Betreuung in Kitas und Hort

Trotz strikter Vorgaben zur Notbetreuung besuchen viele Kinder derzeit Kitas und Horte. Folge: Erzieherinnen sind stärker gefährdet, an Corona zu erkranken.

Seite 5
Brexit verursacht wirtschaftliches Chaos
Peter Stäuber, London

Brexit verursacht wirtschaftliches Chaos

Zusätzliche Bürokratie, höhere Kosten, verrottete Fische: Die neuen Handelsbedingungen nach dem EU-Austritt bereiten vielen britischen Firmen Kopfschmerzen.

Seite 6
Neustart für »New-Start«
René Heilig

Neustart für »New-Start«

Kurz nach der Amtsübernahme durch den neuen US-Präsidenten Joe Biden kann die Welt ein wenig aufatmen. Die USA und Russland wollen den Vertrag zur Begrenzung strategischer Atomwaffen nun doch verlängern.

Seite 7
Ulrike Henning

Reformbedarf im Wahljahr

Die Ersatzkassen sehen Reformbedarf: Zum einen bei der Finanzierung der Pflegeversicherung, zum anderen bei der Krankenhausplanung.

Warum uns der Schuh drückt
Angela Stoll

Warum uns der Schuh drückt

Mehr Aufmerksamkeit für die Füße: Der Fußexperte und Physiotherapeut Ulrich Betz rät dazu, die Füße öfter mal aus den dicken Schuhen und Strümpfen zu befreien und anzuschauen.

Seite 8
Mangelnde Distanzierung
Haidy Damm

Mangelnde Distanzierung

Sie seien weder rechts noch links. Die schwarze Fahne mit weißem Pflug und rotem Schwert der völkischen Bauernbewegung aus den 1920er Jahren hätten sie aus Traditionsbewusstsein ausgegraben, das habe mit Neonazis nichts zu tun. Vertreter rechter Bewegungen und Parteien würden des Platzes verwiesen. So sagt es einer der Bauern aus Norddeutschland, die in diesen Tagen in Berlin protestieren. Ein and...

Dublin gehört ausgehebelt
Ulrike Wagener

Dublin gehört ausgehebelt

Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht hat jüngst menschenunwürdige Bedingungen an den europäischen Außengrenzen bemängelt. Es ist damit nicht das erste. Aber trotz entsprechender Urteile gibt es tagtäglich neue Berichte von Menschen, die auf dem Mittelmeer ertrinken, die obdachlos auf den Straßen Italiens oder Griechenlands leben, die geschlagen und vergewaltigt werden. Wenn nun der in...

Sportpionierin
Olek Meyer

Sportpionierin

Sie war 1989 die erste Frau, die je eine Fußballübertragung in Deutschland kommentierte. Sabine Töpperwien hat den Sportjournalismus maßgeblich mitgestaltet und verändert. Nach 31 Jahren beim Westdeutschen Rundfunk gab sie das Ende ihrer Karriere bekannt.

Aus der Zeit gefallen
Alex Veit

Aus der Zeit gefallen

Matthias Höhn fordert eine Neubestimmung linker Außenpolitik - und damit indirekt ein Ende der generellen Ablehnung von Militärmissionen durch die Linke. Das sorgt für Debatten. Auch Alex Veit will ein Update linker Sicherheitspolitik - nur anders als Höhn.

Seite 9
Chance auf einen Neuanfang
Nicolas Šustr

Chance auf einen Neuanfang

Was für ein Geschenk wäre es für Berlin, wenn die Corona-Pandemie die Aquariumspläne an der Rummelsburger Bucht zerplatzen lassen würde! Die Zeit für touristische Projekte ist nun mal nicht die günstigste. Und wenn Senatsbaudirektorin Regula Lüscher (parteilos, für Linke) angesichts der Bedrängnisse, die die Krise für Textilhändler bedeutet, schon von mehr Kiezigkeit am Kurfürstendamm träumt, dann...

Hohe Kosten, wenig Nutzen
Rainer Rutz

Hohe Kosten, wenig Nutzen

Die Opposition versucht, den Untersuchungsausschuss zur Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen am Laufen zu halten. Ein sinnbefreites Wahlkampfmanöver, heißt es von Rot-Rot-Grün.

Aquarium säuft ab
Nicolas Šustr

Aquarium säuft ab

Die Coronakrise bringt Investor Coral World in Terminschwierigkeiten für seine Baupläne an der Rummelsburger Bucht. Ein Bauantrag liegt immer noch nicht vor, obwohl er für Ende 2019 angekündigt war.

Seite 10
Nicht nur das Virus passt sich an
Marie Frank

Nicht nur das Virus passt sich an

An diesem Donnerstag ist es wieder so weit: Corona-Leugner*innen treffen sich im »Scotch und Sofa« in Prenzlauer Berg in Berlin zu einer Gründungsveranstaltung der Partei »Team Freiheit«. Doch der Kiez bläst zum Widerstand.

Seite 11
Warten auf das Batteriewunder
Tomas Morgenstern

Warten auf das Batteriewunder

Zum zweiten Mal seit 2019 hat die EU-Kommission ein Milliardenförderpaket zur Batteriefertigung in Europa gebilligt. Brandenburg sieht darin Rückenwind für den Standort Grünheide, wo Tesla auch eine Batteriefabrik bauen will.

Seite 12
Hinterm Rubikon geht’s weiter
Michael Bittner

Hinterm Rubikon geht’s weiter

Für die Liebe, für das Volk und für das freie Unternehmertum: Wohin treibt das Internetmagazin Rubikon? Seit Beginn der Coronakrise wird vor allem gegen die vermeintliche »Virus-Hysterie« angeschrieben.

Seite 13
Ernst Reuß

Die Reporterin

Nach dem Mauerfall ist die damalige »Stern«-Reporterin Birgit Lahann sogleich »nach drüben« gefahren. Begleitet von zwei Fotografinnen traf sie SED-Funktionäre, Stasi-Agenten, Oppositionelle und Künstler. 30 Jahre danach offeriert sie ihre Reportagen einer untergegangenen Gesellschaft in einem Buch gebündelt. Es beginnt mit einem Porträt der Frontfrau der Band »Silly«, Tamara Danz. Viele der von B...

Helmut Müller-Enbergs

Der Fälscher

Günter Pelzl aus dem thüringischen Ammerbach, Jahrgang 1948, wird bereits als Schüler vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zur inoffiziellen Kooperation eingeladen. Da ist er 16 Jahre alt und wählt sich den Decknamen »Jürgen Junk«. Drei Jahre später nimmt er, nunmehr Mitglied der SED, das Chemiestudium in Jena auf, ist ab 1971 Forschungsstudent und ab 1974 wissenschaftlicher Mitarbeiter. Es ...

Martin Ling

»Waren wir immer kritisch genug?«

Auf Heimatbesuch in Berlin erinnert sich Hans-Georg Schleicher an den epochalen Jahreswechsel 1989/90: »Quo vadis - DDR? Ein Land nicht wiederzuerkennen. Vieles Penetrante, Bedrückende ist weg - vor allem diese Schizophrenie, dieser Widerspruch zwischen Realität und ›realexistierenden Sozialismus‹.« Aus dem Munde eines ehemaligen Botschafters der DDR sind das bemerkenswert kritische Worte über ein...

Nicht nur ein Kulturkonflikt
Stefan Bollinger

Nicht nur ein Kulturkonflikt

Man mag es kaum glauben: Jenseits der gerade wieder abgeebbten Einheitseuphorie, die mit einigen nachdenklichen Momenten doch nur den Erfolg der deutschen Einheit beschwor, finden kritische Geister nicht nur ein Haar in der Suppe. Zwar ist es mittlerweile - dank der anhaltenden Erfolge der AfD - auch manchen Westdeutschen und Angehörigen der neuen Eliten in den östlichen Bundesländern klar geworde...

Seite 14
Tödliche Tableaus
Vincent Sauer

Tödliche Tableaus

Wenn die Tattrigen ein Leben lang abgesparte Wertsachen mal nicht am vorgesehenen Platz finden, reden sie sich gerne mit dem Volksmund ein: »Im Haus geht nichts verloren.« Der amerikanische Schriftsteller Jason Schwartz übersetzt diese Redensart in einen Erzählzwang, der jedes traute Zuhause mit unheimlicher Bedeutung domestiziert. Mehr als 20 Jahre hat es gedauert, bis sein Debüt »Eine deutsche P...

Seite 15
Bauernproteste vor Bundesministerien
Haidy Damm

Bauernproteste vor Bundesministerien

Vor dem Haus der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sammelten sich am Mittwoch Landwirte zum Protest. Sie fordern die Rücknahme »aller in 2020 beschlossenen Verordnungen und Gesetze betreffend Ackerbau, Feldfuttergewinnung und Nutztierhaltung«.

Dieter Hanisch, Kiel

Schadensinventur nach Baggereinsatz

In Kiel soll ein neues Möbelhaus gebaut werden - trotz Bürgerprotests. Nun werden Fakten geschaffen und Naturschutzauflagen missachtet.

Viel zu wenig Impfstoff
Markus Drescher

Viel zu wenig Impfstoff

Die Impfkampagnen in Europa kommen nicht in Schwung, Streitigkeiten eskalieren. Wirtschaftlich droht die EU dadurch ins Hintertreffen zu geraten. Abhilfe könnte eine Ausweitung der Impfstoffherstellung schaffen.

Seite 16
Olympia hat ein Impfproblem
Kristof Stühm und Nikolaj Stobbe

Olympia hat ein Impfproblem

In der Diskussionen um eine mögliche Corona-Impfung von Olympia-Athleten sollen die NOKs laut IOC Gespräche mit ihren Regierungen aufnehmen. Die Idee stößt in der Politik aber auf Widerstand.

Geld verloren, Respekt gewonnen
Michael Wilkening, Kairo

Geld verloren, Respekt gewonnen

Aus dem riesigen unbeschwerten Fest der Handballfans aus aller Welt ist immerhin ein gewaltiger Beleg dafür geworden, dass sportliche Großereignisse in der Coronazeit in Nordafrika möglich sind. Der war für die Ägypter aber teuer.