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Unten Links

Sind Parteispenden die neuen Werbe-Kugelschreiber? Mit der Finanzkrise um 2008 herum verschwanden immer mehr Plastik-Kulis mit Firmenschriftzügen, die man kostenlos auf Messen und bei Pressekonferenzen einsammeln konnte. Plötzlich musste man selbst Stifte kaufen. Jetzt in der Coronakrise geht es der Wirtschaft - in Teilen - wieder schlecht. Und ein erster Großspender hat angekündigt, im Wahljahr 2...

Sebastian Bähr

Krieg ohne Ende

Außenminister Heiko Maas und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bleiben mit ihrem Vorschlag, das Afghanistan-Mandat der Bundeswehr zu verlängern, dem deutschen Kurs treu. Den Konflikt am Hindukusch befriedet das nicht.

Stefan Otto

Kontrollierter Aktionismus an den Grenzen

Gefährliche Mutationen des Coronavirus sollen mit Reisebeschränkungen aufgehalten werden. Die Maßnahme trifft aber auch die Wirtschaft. Klare Worte findet die EU-Gesundheitskommissarin.

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Paul Simon

Revolte der autoritären Kleinbürger

Wer waren die Tausenden Menschen, die auf Trumps Geheiß militant gegen den eigenen Staat kämpften und das Kapitol in Washington stürmten? Untersuchungen zeichnen ein widersprüchliches Bild.

Reiner Oschmann

Mehr Angst als Vaterlandsliebe

Präzedenzfall verhindert: Das Scheitern des bereits zweiten Verfahrens zur Amtsenthebung gegen Donald Trump beweist dessen Macht über die Republikaner.

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Frank Schumann

Für ein abschließendes Wort ist es noch zu früh

Er begann als junger Spunt von 18 Jahren seine journalistische Laufbahn in der NS-Presse, kam jedoch alsbald in Kontakt zu Leuten im antifaschistischen Widerstand, was den weiteren Lebensweg von Gerd Walleiser, der heute, am 15. Februar in Berlin seinen 100. Geburtstag begeht, nachhaltig prägen sollte.

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Südwestmetall dreht Geldhahn zu

Stuttgart. Einer der bundesweit größten Parteispender der vergangenen Jahre dreht den Geldhahn zu: Südwestmetall, Verband der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, will CDU, Grünen, SPD und FDP nicht mehr finanziell unter die Arme greifen. »Wir haben beschlossen, dass wir keine weiteren Parteispenden mehr leisten«, sagte der neue Südwestmetall-Chef Wilfried Porth der Deutschen Presse-...

Hendrik Lasch

Opfermythen vorm Striplokal

Am 76. Jahrestag der Angriffe auf Dresden im Februar 1945 haben Hunderte Menschen gegen Versuche von Rechts demonstriert, die Geschichte zu verdrehen.

Sebastian Bähr

Kein Abzug in Sicht

Ursprünglich war der Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan für Ende April vorgesehen. Die Nato nimmt von dem Termin nun Abstand - und mit ihr auch die Bundesregierung.

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René Heilig

Vierjährige spaltet Dänemark

Dänemark ist weiter im Fadenkreuz von islamistischen Terroristen. Auch deshalb will man mit denen, die in Syrien gefangen sind, nichts zu tun haben. Nicht einmal dann, wenn es sich um Kinder handelt.

Jana Frielinghaus

Ahnungsloser Geheimdienst

Dem hessischen Verfassungsschutz ist Christian Wenzel seit langem als Rechtsradikaler bekannt. Die Linke fordert Aufklärung, warum der MAD wohl bis vor kurzem nicht informiert war.

Nina Böckmann

Politische Gesinnung bleibt Nebensache

In Leipzig wurde der Prozess gegen einen Ausbildungsleiter des Kommando Spezialkräfte fortgesetzt. Der Tag brachte eine Wende mit sich, die wahrscheinlich Auswirkungen auf das Strafmaß haben wird.

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Neue Regierung in Italien legt los

Rom. Italiens neuer Ministerpräsident Mario Draghi ist kurz nach seiner Vereidigung voll in die politische Arbeit eingestiegen. Nach einer ersten, kurzen Kabinettssitzung habe der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) am Samstag bis in den Abend an seinem Amtssitz in Rom gearbeitet, schrieb die Nachrichtenagentur Ansa. Auf eine Ansprache des 73-Jährigen warteten viele bisher umsonst...

Hagen Jung

Umweltminister macht Wolfshatz zur Geheimsache

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat eine Wölfin abschießen lassen, weil ihr Rudel zahlreicher Nutztierrisse verdächtig ist. Die Grünen fordern die Vorab-Bekanntgabe von Tötungslizenzen.

Ralf Klingsieck, Paris

Frankreich streitet über Werte

In der Debatte über ein Gesetz gegen den Islamismus bekommt Emmanuel Macrons Regierung Kritik von links und rechts. Der Streit im Parlament macht die politischen Differenzen zu dem, was der Präsident als »Separatismus« aufs Korn nimmt, einmal mehr deutlich.

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Dieter Hanisch

Kampf um das Statussymbol

Für Einfamilienhäuser in Hamburg-Nord gibt es seit gut einem Jahr keine Genehmigungen mehr. Ein bundesweiter Fingerzeig ökologischer Vernunftpolitik oder links-ideologische Hirngespinste?

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Stefan Otto

Schädlicher Notendruck

Eine Studie des Universitätsklinikums Eppendorf hat erst vor wenigen Tagen auf die schlechte psychische Verfassung von Kindern und Jugendlichen hingewiesen. Ein Drittel der Schüler leidet der Untersuchung zufolge. Demnach haben in einer Klasse mit 24 Kindern acht psychische Auffälligkeiten und bräuchten eigentlich Hilfe. Das ist die bittere Realität. Auch wenn die meisten Schulen in den komme...

Robert D. Meyer

KSK übertrifft jede Satire

Als Laie kann man sich nur schwer vorstellen, wie die Führung der Bundeswehr-Eliteeinheit KSK ihren Soldat*innen vergangenes Jahr ein heikles Angebot unterbreitet haben soll. Hing da am Schwarzen Brett in der Kaserne eines Tages ein Zettel auf dem all jenen Straffreiheit versprochen wurde, die geklaute Munition und Waffen freiwillig zurückgeben? Das Ganze klingt wie ein schlechter Witz und bi...

Lisa Ecke

Entmischung und Wertsteigerung

Einfamilienhausbesitzer dürfte die aktuelle Diskussion um regionale Neubauverbote ihrer bevorzugten Wohnform freuen. Denn wenn - wie bereits in Hamburg-Nord der Fall - in bestimmten Gebieten der Neubau von Einfamilienhäusern verboten würde, steigt der Wert bereits vorhandener Häuser noch mal um einiges rasanter an als sowieso schon. Wer hat, bekommt mehr, wer nichts hat wird nie was kriegen. Gilt ...

Haidy Damm

Festgesetzt

Im letzten August reiste der politische Aktivist Arash Dosthossein nach Griechenland. In erster Linie wollte der Iraner Urlaub machen, zudem andere Aktivist*innen treffen. Doch für den 40-Jährigen endete der Aufenthalt nicht nach ein paar Frappés und guten Gesprächen am Strand, er hängt seit Monaten in Athen fest. Schon wenige Tage nach seiner Ankunft wurde ihm seine Geldbörse geklaut, mit allen D...

Christoph Ruf

Selten so gelacht

Es gab schon abwechslungsreichere Ergebnisse als am vergangenen Wochenende in der deutschen Fußball-Bundesliga. Prächtig amüsiert haben wir uns trotzdem.

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Claudia Krieg

Trotz Pandemie nicht unsichtbar

Mittlerweile kann ich dem 14. Februar, dessen Valentinstagssäuselei mich schon immer wahnsinnig genervt hat - genauso wie Blumen und Pralinen zum Frauen- oder sogar Muttertag - wieder etwas abgewinnen. Solche symbolischen Tage zu nutzen, um die alltägliche Gewalt, Erniedrigung und Unterdrückung, die Mädchen und Frauen weltweit widerfährt, anzuprangern, ist sinnvoll - auch wenn ich dafür eher nicht...

Jessica Ramczik

Das Patriarchat zertanzen

Seit neun Jahren tanzen Frauen und Mädchen weltweit am 14. Februar gemeinsam in der Öffentlichkeit, um gegen die Gewalt zu demonstrieren, die vielen von ihnen alltäglich widerfährt. Es gibt daran aber auch feministische Kritik.

Nicolas Šustr

U-Bahn zum BER als »nationale Aufgabe«

Freiflächen bebauen, Straßen nicht schmaler machen und mehr U-Bahn. Berlins SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey setzt auf viel Beton in der Stadtentwicklung.

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Marie Frank

Impfen für die Rückkehr zur Normalität

Machen statt reden: Die Berliner Linke-Abgeordnete Franziska Leschewitz ist lieber als mobile Impfhelferin unterwegs und immunisiert alte Menschen, statt im Plenum zu debattieren.

Ulrike Wagener

Widerstand in der City West

Die »Seeling 29« wurde an einen Investor verkauft. Die Mietergemeinschaft fordert den Bezirk auf, das Vorkaufsrecht anzuwenden. Das wäre eine Premiere in Charlottenburg. Das Problem: Die teuren Bodenpreise. Bis zum 12. März ist noch Zeit.

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Tomas Morgenstern

Hightech läuft Kohle den Rang ab

Die Neuausrichtung der Wirtschaft in der Lausitz für die Zeit nach dem Braunkohleausstieg hat längst begonnen. Das wurde am Freitag im Sonderausschuss Strukturentwicklung in der Lausitz des Potsdamer Landtages deutlich. Neben Wirtschaftsminister Jörg Steinbach und Staatskanzleichefin Katrin Schneider (beide SPD) berichteten Akteure aus der Region, wie es unter Pandemiebedingungen gelingt, innovati...

Andreas Fritsche

Eine Blutlache im Schnee

Er wollte nur kurz Bier holen gehen - kurze Zeit später war Sven Beuter tot. Die Polizei unterschlug den politischen Hintergrund der Tat, wie so oft in den Baseballschlägerjahren. Aktivisten erinnern 25 Jahre später an das Hassverbrechen.

Andreas Fritsche und Wilfried Neiße

Viel Rauch um wenig Cannabis

Solange das Bundesverfassungsgericht nicht entschieden hat, lässt ein Richter in Brandenburg Verfahren wegen Besitzes geringer Mengen Cannabis ruhen. Nun wird versucht, ihm solche Verfahren zu entziehen.

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Frédéric Valin

Der Schaumschläger

Was hat George Orwells »1984« uns heute noch zu sagen? Robert Habeck hat das Vorwort zu einer Neuübersetzung des Buches beigesteuert. Das hat der Roman, selbst wenn man ihn nicht schätzt, nicht verdient.

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Jan Freitag

Leichen im Keller der Politik

Im horizontal erzählten Dramafernsehen hat eigentlich jede Hauptfigur ihre Leichen im Keller - einige verwest, andere noch warm, aber alle mit dem Potenzial, das Haus darüber zum Einsturz zu bringen. Auch ein Vorzeigepolitiker wie Peter Laurence, achtbares Mitglied im Kabinett der konservativen Premierministerin Dawn Ellison und frisch vom Vorwurf der Bestechlichkeit entlastet, dürfe daher seine d...

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Kristina Puck, Stuttgart

Sami Khedira als Hertha-Hoffnungsträger

Der 17-jährige Luca Netz rettet mit seinem historischen Premieren-Tor Hertha BSC immerhin einen Punkt beim VfB Stuttgart. Doch es war der Auftritt von Sami Khedira, der das Spiel prägte.

Christoph Lother und Manuel Schwarz, Cortina d'Ampezzo

WM der Glücksgefühle

Nach Romed Baumann im Super-G rasen in Cortina d’Ampezzo auch Kira Weidle und Andreas Sander in der Abfahrt auf Platz zwei. Es ist der beste deutsche WM-Start seit mehr als 40 Jahren.

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Andreas Morbach

Warten auf eine Medaille

Nach fünf Rennen ist die deutschen Biathlon-Mannschaft bei der WM in Pokljuka noch ohne Medaille. Es ist der schlechteste Start seit acht Jahren. Auch für die Zukunft verheißt das nichts Gutes.