Seite 1
Martin Ling

Unabhängigkeitslager in Katalonien siegt weiter

Bei der Regionalwahl in Katalonien hat das Unabhängigkeitslager erneut die absolute Mehrheit an Sitzen gewonnen. Ohne die republikanische Linke ERC wird es keine Regierung geben.

Auf Kosten der Substanz

Berlin. Wegen der Dauerbelastung während der Coronakrise können immer mehr Einrichtungen im öffentlichen Gesundheitsdienst ihre zahlreichen Aufgaben nur noch eingeschränkt wahrnehmen. Die Amtsärztin Gudrun Widders aus Berlin-Spandau beschrieb am Montag die Situation, die vor allem dem großen Aufwand der Nachverfolgung von Kontakten bei nachgewiesenen Corona-Fällen geschuldet sei, als dramatisch. »...

Martin Ling

Mehrheit für Unabhängigkeitsbefürworter

Bei den Wahlen in Katalonien konnte das Unabhängigkeitslager erstmals sowohl die absolute Mehrheit der Stimmen als auch wieder der Sitze erringen - bei historisch niedriger Wahlbeteiligung.

Seite 2
Karin Leukefeld

»Total allein gelassen«

Vor allem Kinder leiden unter den Folgen der Explosion im Beiruter Hafen. Schulschließungen wegen des Corona-Lockdowns verschärfen die Lage zusätzlich.

Karin Leukefeld

Eine traumatische Erfahrung

Rona Al-Halabi und Gisele Chahine arbeiten beide beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) im Libanon. Sie berichten über die Lage der Kinder im Libanon rund sechs Monate nach der verheerenden Explosion im Beiruter Hafen vom 4. August 2020.

Seite 3
Ralf Streck, Barcelona

»Wir wählen aus Würde und Verantwortlichkeit«

Der spanische Rechtsblock verliert in Katalonien deutlich, und die Unabhängigkeitsbewegung baut ihre Mehrheit aus. Erstmals kommen ihre drei Parteien bei Parlamentswahlen auf mehr als 50 Prozent der Wähler.

Seite 4
Daniel Lücking

Weder Ja noch Nein

Der Linke-Abgeordnete André Hahn untersucht eine seit längerem bekannte Kooperation des BND mit dem französischen Auslandsgeheimdienst DGSE. Die Bundesregierung will nicht recht mit Sprache rausrücken - und behilft sich mit einem Totschlagargument.

Daniel Lücking

Hoffen auf Gerechtigkeit

Elf Jahre nach dem Bombenabwurf auf zwei Tanklaster im afghanischen Kundus geht am Dienstag das Verfahren am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg zu Ende.

Jana Frielinghaus

Zankapfel Kuba-Solidarität

Eine Erklärung des Linke-Vorstands sorgte in der Partei für Empörung, weil er darin auch für Dialog mit kubanischen Oppositionellen eintritt. Nun versichert das Gremium, dies bedeute keine Abkehr von der Solidarität.

Seite 5
Anna Maldini, Rom

Kakofonie der Koalitionäre

Wegen der Beteiligung an der ganz großen Koalition steht die 5-Sterne-Bewegung am Rand der Spaltung. Auch in anderen Parteien rumort es gewaltig.

Streit um Kontrollen an deutschen Grenzen

Die Einreiseverbote von 2020 haben viele Menschen in Grenzregionen in schlechter Erinnerung. Trotzdem werden wieder Ausländer abgewiesen, die zur Arbeit oder zu Besuchen nach Deutschland wollen.

Seite 6
Christian Selz, Kapstadt

Südafrikas politisches System brennt

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hatte zum Amtsbeginn auch der Korruption in der Regierungspartei ANC den Kampf angesagt. Bisher wird er ihr so wenig Herr wie der Corona-Pandemie.

Barbara Barkhausen, Sydney

Melbournes dritter Lockdown

Weltweit gilt Melbourne als Vorbild der Zero-Covid-Bewegung. Dort müssen nun wegen fünf Neuinfektionen sieben Millionen Einwohner des Bundesstaates Victoria in den Lockdown.

Seite 7
Dmitri Trenin

Rückkehr auf die Weltbühne

Zwar hat Wladimir Putin noch gut drei Jahre im Präsidentenamt, und er kann 2024 und 2030 erneut kandidieren. Dennoch sieht es so aus, als nähere sich eine Ära ihrem Ende. Zeit für eine Bilanz.

Seite 8
Karlen Vesper

Ach, wie kulturlos sind diese Zeiten

Die Prototypen der Zeitung Ende des 16. Jahrhundert waren im deutschsprachigen Raum, wen wundert’s, Nachrichtenblätter aus der Welt des Geschäfts, herausgegeben von den Fuggern. Die weltweit erste Zeitung erschien 1605 in Straßburg; deren Editor Johann Carolus reflektierte nunmehr auch politisches Geschehen. Mit der Aufklärung wurde das Feuilleton geboren. Es gab Bedarf an Rede und Gegenrede, Neug...

Peter Steiniger

Italien rückt nach rechts

Italiens neuer Premier wird mit Vorschusslorbeeren überhäuft. Der »Euro-Retter«, so der Tenor, wird es schon richten, nachdem sich die Conte-Regierung im Gerangel um die EU-Milliarden aufgerieben hat. Die Roten könnten ja nicht mit Geld umgehen und eine Mitte-links-Koalition nicht viel besser. Nun nähmen endlich Experten die Sache in die Hand, »wirtschaftsfreundliche«. Freundlich sind solche beson...

Nicolas Šustr

Einfamilienhäuser sind Raubbau

Einfamilienhäuser in dicht besiedelten Regionen sind die SUVs der Baubranche. Sie verbrauchen von allem zu viel. Zu viel Fläche, zu viel Baustoff, zu viel Energie. Allein schon aus Klimaschutzgründen sind sie keine gute Wahl. Denn das Verhältnis von Oberfläche zu Inhalt ist wesentlich ungünstiger als bei Wohnblocks. Diese sind quasi die Pinguinkolonie, die zusammenrückt, um Energie zu sparen. Gena...

Stefan Otto

Der Klapsmüller

Carl Philipp Trump behauptet von sich, ein entfernter Verwandter des abgewählten US-Präsidenten zu sein. Aktuell erweckt der 32-Jährige Aufmerksamkeit, weil er mit einem LSD-Derivat ungeniert handelt.

Elmar Wigand

Kraftloser Schmalspur-Entwurf

Kurz vor Ende der Legislaturperiode legt die SPD noch ein »Betriebsrätestärkungsgesetz« vor. Dagegen spricht nichts, außer, dass es viel zu wenig ist. Um so schockierender, dass die CDU selbst dieses schüchterne Reförmchen blockiert.

Seite 9
Martin Kröger

Tunnel-Neubau ist teure Schimäre

Die angedachte Verlängerung der U7 zum BER würde Hunderte Millionen Euro verschlingen. Für den gut ausgebauten Öffentlichen Personennahverkehr von morgen sind teure U-Bahn-Verlängerungen, auch wegen der langen Bauzeiten, keine wirkliche Alternative, meint Martin Kröger.

Claudia Krieg

Rückschritte, die schwer auszugleichen sind

Vulnerable Gruppen leiden unter dem Lockdown besonders. Wie sehr er Menschen in Behindertenwohngruppen trifft, erläutert eine Vertreterin der Volkssolidarität im Abgeordnetenhaus.

Nicolas Šustr

Geheimsache U-Bahn-Planungen

Berlins längste U-Bahnlinie, die U7, könnte um 13 weitere Kilometer wachsen und von der Heerstraße bis zum Flughafen BER reichen. Rund 1,3 Milliarden Euro soll der Bau kosten.

Seite 10

Coronakrise bremst Einschulungstests aus

Mehr als 34 000 Kinder sollen in Berlin nach den Sommerferien in die Schule kommen. Bevor es soweit ist, müsste untersucht werden, wie ihr Entwicklungsstand ist. Die Untersuchungen stocken.

Mascha Malburg

Auf Herz und Viren prüfen

Wie prüft man 200 000 Studierende, ohne sie einer Infektionsgefahr auszusetzen und Schummeln bei Onlineklausuren zu vermeiden? Die Berliner Hochschulen haben komplizierte Konzepte voller Empfehlungen und Ausnahmen ausgetüftelt.

Seite 11
Wilfried Neiße, Potsdam

Grundschulen bereiten sich auf Wechselunterricht vor

Seit Montag gilt die neue Eindämmungsverordnung, die erste Lockerungen in Brandenburg vorsieht. Am 22. Februar sollen zunächst die Grundschulen vom Distanz- in den Wechselunterricht übergehen.

Tomas Morgenstern

Pegel halten geht nicht mehr

Seit Jahren fällt in Brandenburg historisch wenig Niederschlag. Sinkende Pegelstände von Flüssen, Seen und Grundwasser in drei aufeinanderfolgenden Trockensommern zeigen, wie sensibel hierzulande der Wasserhaushalt ist.

Seite 12
Jakob Buhre

»Ich bin kein Schreihals«

Rainald Grebe singt gegen die Rechten und Verschwörer: »Wissenschaft ist eine Meinung, die muss jeder sagen dürfen«. Ein Interview mit dem Liedermacher über sein neues Album »Popmusik« und die Pandemie.

Seite 13
Peter Nowak

Die Wiederkehr der Aufstände

Sicherlich wäre es eine viel besuchte, lebhafte Veranstaltung des Bildungsvereins Helle Panke e. V. - Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin geworden. Zwei Soziologen waren eingeladen, deren Thesen in der linken Bewegung breit diskutiert werden. »Kämpfe in einer erhitzten Welt« lautete denn auch der Titel der pandemiebedingt ins Internet verlegten Debatte. Dabei ging es unter anderem um zwei aktuelle Büch...

Michael Wolf

Wir atmen nicht mehr dieselbe Luft

Franz Wille, Chefredakteur von »Theater heute« und Juror des Berliner Theatertreffens, sah sich kürzlich in einer Online-Diskussionsrunde auf »nachtkritik« zu einer Klarstellung genötigt: »Film ist ein anderes Medium und löst andere Erfahrung aus als Theater.« Man merkt, die Coronakrise hat viele Selbstverständlichkeiten infrage gestellt. Wenn die Filme, Videos und Games, die Theater zurzeit onlin...

Seite 14
Irmtraud Gutschke

Die Angstgemeinschaft

Das Thema treibt nachdenkliche Menschen um: »Die Welt nach Corona«. Wie wird sie aussehen? Werden wir überhaupt aus der Pandemie herauskommen, wird Covid-19 gar auf Dauer unser Begleiter sein, in immer neuer, mutierter Form? Aber der Lockdown wird doch bald aufgehoben werden? Oder sind die Hoffnungen auf Lockerungen verfrüht? Wird es je wieder volle Theater und Fußballstadien geben wie zuvor? Werd...

Seite 15
Tamara Kamatović

Getäuscht und ausgebeutet

Mit der »Prop 22« gelten Fahrer*innen von Lieferdiensten und Taxiplattformen in Kalifornien als selbstständige Unternehmer*innen - mit massiven Folgen für ihre Arbeitsrechte.

Hermannus Pfeiffer

Und warum nur die Friseure?

Corona-Verlierer sind mehr als Restaurants und Friseure. Das dürfte die Bundesregierung auf einem virtuellen Krisengipfel am Dienstag zu spüren kriegen.

Seite 16
Sebastian Wutzler, Chemnitz

Vertrauen ins eigene Spiel gewonnen

Nach einem holprigen Saisonstart hat sich Basketball-Bundesligist Niners Chemnitz zum Favoritenschreck entwickelt. Vorläufiger Höhepunkt war der spektakuläre Sieg gegen Bayern München.

Sven Goldmann

Das Wunder von Barcelona

Neymar da Silva Santos Júnior hat leider abgesagt. Kleine Unpässlichkeit in den Adduktoren, Erinnerung an ein Pokalspiel in der Provinz. Paris Saint-Germain wird erst einmal ohne seinen teuersten, schillerndsten und umstrittensten Angestellten auskommen müssen - wahrscheinlich für ein paar Wochen und ganz bestimmt an diesem Dienstag, wenn der große europäische Fußballzirkus seinen Betrieb wieder a...

Elisabeth Schlammerl, Cortina d’Ampezzo

Kampf um die Königsdisziplin

Erst eine schnelle Disziplin, dann der technisch anspruchsvolle Slalom: Was interessant klingt, hat aufgrund der Professionalisierung im alpinen Skisport an Spannung verloren. So waren auch die Weltmeister von Cortina vorhersehbar.