Ausgabe vom 20.02.2021

Seite 2
Stephan Fischer

Wie viel Bewusstsein darf’s denn sein?

Ob Bertolt Brecht mit dem Ausspruch vom Fressen und der Moral recht hatte, können Sie leicht selbst prüfen. Es folgen drei Briefe - welchen würden Sie am liebsten erhalten?Brief eins:Absender: The kind company, Avenue Taxperdu/Place Juncker, 12345 LuxemburgHej liebe/r Mietende* Müller*in,Klimaschutz, Diversität und Geschlechtergerechtigkeit liegen uns am Herzen - wie Dir! Als globales Unternehmen ...

Seite 3
»Linke Bewegungen sind sehr aktiv«
Sebastian Bähr

»Linke Bewegungen sind sehr aktiv«

Welchen Einfluss hatte die gesellschaftliche Linke in der Corona-Pandemie? Der Bewegungsforscher Daniel Mullis zieht eine kritische Bilanz: Es gab sehr wohl Proteste, doch Aufmerksamkeit bekamen andere.

Seite 4
Eine Frage der Verteilung
Kurt Stenger

Eine Frage der Verteilung

Heute Patent, morgen Produktion? So einfach ist der Weg zu mehr Covid-19-Impfstoff für alle nicht. 
Jedenfalls nicht, wenn es um den kompliziert 
herzustellenden mRNA-Impfstoff von Biontech geht. Stattdessen müsste der Weg der gerechten Verteilung gegangen werden.

Hoffen auf die »Apotheke der Welt«
Thomas Berger

Hoffen auf die »Apotheke der Welt«

Indien hat einen Ruf als »Apotheke der Welt«: Das Land ist einer der größten Arzneimittelhersteller. Um die Auslegung von Patentrechten auf dem Subkontinent wird seit vielen Jahren politisch wie vor Gericht gestritten. Viele Fragen gewinnen in der Pandemie ganz neue Bedeutung.

Seite 5
Der Schutz des Menschen – sehr bedingt
Christian Thalmaier

Der Schutz des Menschen – sehr bedingt

Vielfach wird gefordert, die Patente für Corona-Impfstoffe freizugeben, damit jede*r geimpft werden kann. Übersehen wird dabei allerdings: Ziel staatlicher Gesundheitspolitik ist nicht das Wohl jedes Individuums, sondern ein anderes: die »Volksgesundheit«.

Seite 6
Antirassismus nur rhetorisch
Timo Dorsch

Antirassismus nur rhetorisch

Vierzehn Jahre sind zwischen dem letzten NSU-Mord und den Hanauer Morden vergangen. Anders als damals musste dieses Mal nicht um die Zugehörigkeit der Opfer zur Gesellschaft gestritten, noch musste darum gerungen werden, die Tat als rassistisch einzuordnen. Etwas hat sich hierzulande also verändert.

Seite 7
Technokraten des Kapitals
Anna Maldini, Rom

Technokraten des Kapitals

Die meisten Italiener setzen große Erwartungen in ihren von den Medien hochgelobten neuen Premier Mario Draghi. Doch für eine soziale Alternative steht das Kabinett des Bankiers gewiss nicht.

Seite 8
Wagenplatz ist Risikokapital
Marie Frank

Wagenplatz ist Risikokapital

Das autonome Wohn- und Kulturprojekt Köpi ist seit über 30 Jahren fester Bestandteil der linken Szene Berlins und auch international bekannt. Dass ihr Wagenplatz nun geräumt werden soll, wollen die Bewohner*innen nicht hinnehmen.

Seite 9
Ein Zerrbild der Gesellschaft
Hülya Gürler

Ein Zerrbild der Gesellschaft

Die Hälfte der Unter-18-Jährigen in Berlin hat einen Migrationshintergrund. In den Verwaltungszimmern spiegelt sich das aber nicht wider. Trotzdem ist die Migrant*innenquote gescheitert. Eine Debatte über die Gründe.

Seite 10
Keine Zukunft für Schönefeld-Alt
Tomas Morgenstern

Keine Zukunft für Schönefeld-Alt

Keine vier Monate ist der Flughafen Berlin-Schönefeld als »BER Terminal 5« Teil des neuen Hauptstadtairports, schon wird dort die Abfertigung eingestellt. Da in der Coronakrise der Flugverkehr eingebrochen ist, wird er zur Kosteneinsparung befristet stillgelegt.

Seite 12
Werben im neuen Kalten Krieg
Alexander Isele

Werben im neuen Kalten Krieg

Erstmals nimmt mit Joe Biden ein US-Präsident an der Münchner Sicherheitskonferenz teil. Die USA werben wieder um ihre Verbündeten, ob in Nato oder in Asien. Dabei setzt die US-Regierung auf bewährte Mittel für ihr neues Ziel: Die Einzingelung Chinas.

Mehr als schöne Worte
Sebastian Bähr

Mehr als schöne Worte

Am Jahrestag des rassistischen Terroranschlags von Hanau hält die bundesdeutsche Politprominenz große Reden. Die Opferangehörigen kämpfen derweil weiter für die Erfüllung ihrer Forderungen. Sie brauchen dabei soviel Unterstützung wie möglich - sonst wird sich wenig ändern.

Reales Handeln ist gefragt
Martin Ling

Reales Handeln ist gefragt

Was beim virtuellen G7-Gipfel zu beschließen wäre, liegt auf der Hand: eine ausreichende Finanzierung der globalen Impfplattform Covax. Um auch nur das Ziel zu erreichen, bis Jahresende mindestens 20 Prozent der Bevölkerung in Entwicklungsländern gegen das Coronavirus zu impfen.

Cancun-Urlauber Ted Cruz erregt den Volkszorn
Moritz Wichmann

Cancun-Urlauber Ted Cruz erregt den Volkszorn

In den Urlaub fliegen, während die eigenen Wähler unter Rekordkälte und Stromausfällen leiden - das Verhalten von US-Senator Ted Cruz kommt in Texas nicht gut an. Der Republikaner versuchte sich wenig glaubhaft aus der Affäre zu ziehen.

Freie Milliardäre und Laborratten
Leo Fischer

Freie Milliardäre und Laborratten

Weil den Milliardären die Erde buchstäblich zu heiß wird, bereiten sie mit ihrem überflüssigen Reichtum schon mal die Flucht vor - weit hinaus, ins Außerirdische.

Seite 13
Vergesst ihn nicht

Vergesst ihn nicht

Der Künstler Miltos Manetas fertigt an jedem Tag, den Julian Assange in Haft verbringt, ein Gemälde, eine Zeichnung oder eine Collage an und verbreitet diese im Internet. Meist zeigen sie den Wikileaks-Gründer. Wer zuerst reagiert, bekommt das Werk geschenkt. Die neuen Besitzer sollen mit Manetas im Gespräch bleiben - um Assange nicht zu vergessen. Im IKOB - Museum für Zeitgenössische Kunst im bel...

Hollywood wankt, China kommt
Fabian Kretschmer

Hollywood wankt, China kommt

Erstmals kam 2020 mit »The 800« der weltweit erfolgreichste Film nicht aus Hollywood, sondern aus China. Die Kinoindustrie der Volksrepublik holt auf und kann sich mit dem Westen messen. Die Menschen strömen zu Tausenden in die geöffneten Kinos.

Seite 14
Ulrike Wagener

Früher war mehr Dialog

Die Autoren dieses Formats mögen szenische Einstiege und Dialoge. Aber seien wir ehrlich, wie viel Dialog gibt es im Moment noch? Unsere Autorin hat es mal einen Tag für Sie ausprobiert.

Wo Kultur produktiv wird
Stefan Ripplinger

Wo Kultur produktiv wird

Ideologie kommt von oben, aber verwirklicht sich unten: Der marxistische Ethnologe Maurice Godelier zeigt auf, dass Herrschaft niemals allein durch Repression aufrechterhalten werden kann.

Seite 15
Linksliberale Transverteidigung
Jeja Klein

Linksliberale Transverteidigung

Wie umgehen mit transfeindlichen »Feminist*innen«? Was es zum Abbau von Ignoranz vor allem braucht, sind Argumente - nicht das bloße Beharren darauf, dass etwas diskriminierend sei.

Tote gegen Tote
Mira Landwehr

Tote gegen Tote

Sonntags zum Sonnenuntergang wird in vielen Städten der Corona-Toten gedacht. Doch es gibt Menschen, die protestieren dagegen, weil sie meinen, es würden die Menschen, die an anderen Krankheiten gestorben sind, vergessen. Das stimmt aber nicht.

Seite 16
Der freie Wind
Kevin Clarke

Der freie Wind

Als wäre es toxisch: Das heitere Musiktheater der DDR ist den westdeutschen Operettenführern nicht mal eine Fußnote wert. Langsam wird es wiederentdeckt und von Musikwissenschaftlern diskutiert.

Seite 17
Das wahre Ende der Franco-Diktatur
Isabella Caldart

Das wahre Ende der Franco-Diktatur

Was in Spanien passiert, unterscheidet sich nicht sehr von dem, was in anderen westlichen Ländern geschieht, es hat nur andere Nuancen und Formen: Der Schriftsteller Javier Cercas über Spaniens Demokratie 40 Jahre nach dem Putschversuch.

Seite 18
Die Kündigung als letzter Lohn
Fabeha Monir

Die Kündigung als letzter Lohn

Mit Beginn der Corona-Pandemie wurden Textilarbeiter in Bangladesch entlassen und ausstehende Gehälter nicht mehr gezahlt. Beschäftigte der Dragon-Sweater-Fabrik in Dhaka haben mit internationaler Hilfe einen Teilerfolg erreicht.

Seite 19
Weder ausreichend Schlaf noch Respekt
Fabeha Monir

Weder ausreichend Schlaf noch Respekt

Der Lohn der Textilarbeiterinnen in Bangladesch reicht oft nicht einmal für eine tägliche nahrhafte Mahlzeit, erzählt Hamida Begum. Sie ist 35 Jahre alt und arbeitet seit ihrem 17. Lebensjahr in der Textilbranche.

Seite 20
Kann man eine Strickjacke berechnen?
Christof Meueler und Steffen Schmidt

Kann man eine Strickjacke berechnen?

Dr. Steffen Schmidt ist Wissenschaftsredakteur und der Universalgelehrte der Redaktion. Auf fast jede Frage weiß er eine Antwort – und wenn doch nicht, beantwortet er eine andere. Christof Meueler fragte ihn nach einer mathematischen Theorie des Strickens.

Seite 21
Eigenheim, du deutsche Seele?
Velten Schäfer

Eigenheim, du deutsche Seele?

Wenn Deutsche über soziale Fehlentwicklungen debattieren, wird viel gegrübelt, noch mehr fantasiert - und am Ende mit Verordnungen gedroht: Warum das Reden über das vermeintliche Eigenheimverbot nichts zur Sache beiträgt, aber viel über das Land sagt.

Seite 22
Elke Bunge

Klimaerwärmung begünstigt Coronaviren

Die weltweite Klimaerwärmung könnte eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen, dem Virus, das für die Covid-19-Pandemie verantwortlich ist. Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Klimawandel eine hohe Population von Fledermäusen begünstigt, die als Hauptüberträger des Virus gelten.

Andreas Knudsen

In drei Wellen auf die Inseln

Die Inseln der Karibik waren schon vor der Kolonialisierung besiedelt. Allerdings hatten die Spanier die Urbevölkerung der Inseln schon wenige Jahrzehnte nach ihrem Einfall fast völlig ausgerottet. Deshalb lässt sich die Herkunft der ersten Siedler anhand genetischer Studien und archäologischer Spuren nur ermitteln.

Seite 23
Sputnik V im Anflug?
Reinhard Renneberg

Sputnik V im Anflug?

Der Name Sputnik V knüpfte öffentlichkeitswirksam an die ersten sowjetischen Erdsatelliten an. Doch wegen übereilter Zulassungsprozeduren schlug dem ersten russischen Covid-19-Impfstoff einiges Misstrauen entgegen.

Seite 24
»Wenn sie tot sind, gibt es neue«
Axel Berger

»Wenn sie tot sind, gibt es neue«

Continental ist der zweitgrößte Autozulieferer der Welt. Eine neue Studie zeigt, wie der Konzern im Nationalsozialismus zum Musterbetrieb wurde. Man feierte Hitler, produzierte für den Krieg und nutzte Zwangsarbeit.

Seite 25
Der verweltlichte Pietismus
Michael Ramminger und Julia Lis

Der verweltlichte Pietismus

Linke, die sich vor allem der eigenen moralischen Hygiene und Optimierung widmen, verfolgen Entsühnung als Ziel. Das erinnert an religiöse Gruppen des 17. Jahrhunderts. Heute führt es zur Kollaboration mit dem Neoliberalismus.

Seite 26
Kirche für andere
Karsten Krampitz

Kirche für andere

Die Christen hatten es nicht immer leicht mit den Sozialisten - und umgekehrt. Vor 30 Jahren endete das eigenständige Kapitel der Evangelischen Kirche in der DDR. Doch das Erbe wird bis heute nicht angenommen.

Seite 27
Karsten Krampitz

Pfui-Rufe vor der Klasse

Im Bildungsbereich der DDR wurden Kinder und Jugendliche aus christlichem Elternhaus nicht selten benachteiligt und diskriminiert. Vor fast 50 Jahren, im November 1971, beklagte die Magdeburger Kirchenleitung in ihrem Bericht an die Synode diese Entwicklung:»Uns werden immer mehr Fälle bekannt, in denen auf Elternversammlungen oder in Einzelgesprächen christlichen Eltern unverblümt gesagt worden i...

Seite 28
Klaus Weise

Glanzloses Ende einer Ära

Zum dritten Mal in Folge finden Olympische Spiele ohne Wasserballer aus Deutschland statt. Selbst ein erfahrenes Team mit Hagen Stamm als Bundestrainer konnte das nicht verhindern. Doch im Deutschen Schwimm-Verband fehlt es an ehrlicher Selbstkritik.

Vom Weltverband vergessen
Tom Mustroph

Vom Weltverband vergessen

«Es fehlt einfach alles», sagt Maximilian Levy zu «nd». Nur zwei Wettkämpfe hatten die Bahnradsportler in den vergangenen zwölf Monaten. Immerhin kann mit Blick auf Olympia wieder trainiert werden. Die dramatischen finanziellen Verluste aber bleiben.

Seite 29
Ulrike John, Dortmund

Kein Körperkontakt und Lüften als neue Disziplin

Auch die Leichtathleten messen sich unter Corona-Bedingungen: Nach den nationalen Titelkämpfen an diesem Wochenende unter dem Hallendach in Dortmund geht es zur EM nach Polen. Für viele ist es ein wichtiger Gradmesser in der Vorbereitung auf Olympia.

Schöne Schweizer Skiwelt
Elisabeth Schlammerl

Schöne Schweizer Skiwelt

Es war einmal ein Tiefpunkt: Vor acht Jahren lag der Skiriese Schweiz am Boden. Nun, bei der alpinen WM in Cortina d’Ampezzo, sind die Eidgenossen die Besten. Ebenso im Weltcup. Zum neuen Erfolg haben viele Wege geführt.

Seite 30
All impflusive
Hans-Werner Rodrian

All impflusive

Sollen Geimpfte und Genesene von Reisebeschränkungen befreit werden? Während Bundesregierung und EU noch Für und Wider abwägen, haben die ersten Länder Fakten geschaffen und die Einreiseregeln für Corona-Geimpfte gelockert.

Seite 31
Alte Turnschuhe in neuem Glanz
Anna-Lena Schlitt

Alte Turnschuhe in neuem Glanz

Jedes Jahr das neueste Modell, immer den heißesten Scheiß am Fuß? Das ist nicht das Konzept von »Sneaker Rescue«. Das Berliner Startup kümmert sich in der eigenen Werkstatt um jedes Wehwehchen der lieb gewonnen Treter. Mögen sie (fast) ewig halten.

Seite 32
»Mütter sollten immer auch an die Trennung denken«
Ulrike Wagener

»Mütter sollten immer auch an die Trennung denken«

Alleinerziehende müssen keine Held*innen sein, sie sind es aber für viele – über lobende Worte geht die Unterstützung aber selten hinaus. Stiftungsgründerin Heidi Thiemann will die Situation der Mütter – und der wenigen alleinerziehenden Väter – verbessern.

Seite 34

Indianisch oder indigen?

Brennende Autoreifen, Holzpaletten, die in Flammen aufgehen, blockierte Eisenbahnlinien und Straßen: Im Februar 2020 beobachten die Kanadier mit Verwunderung, Überraschung, Entsetzen und Enttäuschung, dass die von Premierminister Justin Trudeau und seiner liberalen Regierung seit 2015 geförderte Versöhnung zwischen Kanadas nichtindigener und indigener Bevölkerung noch lange nicht erreicht ist. Der...

Seite 35

Ein Kind wird im Grasland geboren

Das Zeltdorf war wieder auf Wanderschaft. Wann immer ein Ort abgenutzt war und unrein wurde oder wenn es Zeit war, das Jagdrevier zu wechseln oder anderswo die Früchte der jeweiligen Jahreszeit zu sammeln, befahl der Stammesrat den Umzug. Es war seine Aufgabe, für das Volk zu denken und zu planen, und in solch einem Fall mussten alle gehorchen. Zurückzubleiben bedeutete, schutzlos zu sein. Es war ...

Seite 36

Kein Fernseh-Indianer sein

James’ Bewährungshelfer, Mr. Wesson - wie die Waffenhersteller Smith and Wesson - lebte und arbeitete in Flagstaff, von wo aus er seine regelmäßigen Runden ins Reservat machte. Die kurzen Beamtenhaare standen von seinem kantigen Kopf ab und sein Handschlag wirkte, als wollte er einen Wettbewerb gewinnen, bei dem der zum Sieger gekürt wurde, der dem anderen zuerst die Hand brach. Kurz nach dem Piny...

Seite 37

Would you buy me a Mercedes Benz?

Ich schwebe im Fegefeuer - diesem Niemandsland zwischen Schlaf und Wachsein - als ich ihre Stimme höre: »Darrel! Ich muss mit dir reden!Komm sofort runter. Biiiitte!« Ein Uhr morgens an einem Montag, am nächsten Tag Schule. Alle Platten sind durchgespielt und meine Mutter Bertha Dora hat das Transistorradio in der Küche eingeschaltet. Meine Nasenflügel zucken vom Rauch einer frisch angezündet...

Seite 38

Ein Treffen am Red River of the North

In der Schlucht der Geheimnisse »Dorthin war außer dem schleichenden Indianer oder einem flüchtigen Trapper noch kein Mensch gekommen und es zog mich förmlich, mich an dem Wagnisse zu versuchen, in jene unwirtlichen, nach der Sage der Rothäute von bösen Geistern belebten Schluchten und Canyons einzudringen.« (Karl May: Winnetou III) Ein großer Stein löste sich und stürzte krachend in den...

Seite 39

Pass bloß auf, Kitchike!

Ich heb einen Fuß, steig in die Unterhose, und als ich ihn wieder abstellen will, ist da was Kaltes, Metallisches, Bewegliches drunter, und ich knall voll auf den Hintern. Shit! Meine Kopfschmerzen schießen ins Steißbein. Fuck, Lydia, jetzt schmeiß ich doch ein paar Blaue ein. Du hättest deinem kleinen Scarface ja sagen können, er soll seine Matchbox- Autos nicht überall rumfliegen lassen. Ich rap...

Seite 40

Die Wilden

Wenn junge weiße Männer sich in Abenteuer in fernen Ländern stürzten, ging das für die Heimgesuchten dort meist nicht gut aus. Die Reise des Tschechen Alberto Vojtěch Frič nach Brasilien war seiner Vorliebe für Kakteen geschuldet, doch als ihn das Forscherfieber packte, drang er ab 1903 immer weiter in unerschlossene Gebiete vor, um das Leben der indigenen Völker zu dokumentieren. Als Autodidakt s...

Die Sachsen-Sioux sind los

Sie waren auf Pferden über die Grenze geritten, ihre Tomahawks und Lassos schwingend, mit wehenden Federbüschen und mit Freudengeheul, vornweg der Häuptling Grüner Pfeil auf seinem Schimmel und ihm hinterdrein Pfeifender Atem, Shaking Hand, Listiger Schakal, Schleichender Plattfuß und die anderen Apachen, und auch die Dakota und die Sioux, mit denen sie sich in den Bergen versammelt hatten zum Gro...