Ausgabe vom 03.04.2021

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Keine Inseln der Glückseligen
Regina Stötzel

Keine Inseln der Glückseligen

Trotz des Mitgefühls mit all jenen, die um Verstorbene trauern, von der Krankheit selbst betroffen sind oder wegen der Schutzmaßnahmen gegen sie in Not geraten sind, wollten wir Ihnen ein einziges Mal eine coronafreie Ausgabe präsentieren. Der Versuch ist nicht so ganz gelungen

Seite 3
Drei-Finger-Zeichen aus dem Lager
Dominik Müller

Drei-Finger-Zeichen aus dem Lager

Rohingyas sind laut UN die am meisten verfolgte Minderheit der Welt. Die, die nicht aus Myanmar vertrieben wurden, wohnen dort meist unter menschenunwürdigen Bedingungen. Mit den anhaltenden Protesten schöpfen sie Hoffnung.

Seite 4
Es gibt viel zu lassen

Es gibt viel zu lassen

Radikale Osterruhe: Lassen Sie sich nicht immer vorschreiben, was Sie zu lassen haben! Tun Sie doch selbst einfach mal nichts, zum Beispiel über die Feiertage. Hier einige Anleitungen.

Seite 6
Jörg Staude

Das »System« übernimmt

Kleiner als die Nummer eins in der Welt zu sein - das passt nicht zum Selbstbild von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Als erstes Land werde Deutschland autonome Fahrzeuge »aus den Forschungslaboren auf die Straße holen«, frohlockte der Minister, als das Bundeskabinett Mitte Februar sein Gesetz zum autonomen Fahren beschloss. Schon 2022 sollen automatisierte Fahrzeuge der Stufe 4 ...

Versprochen und vertagt
Simon Poelchau

Versprochen und vertagt

Laut Europäischem Gerichtshof müssen Unternehmen die komplette Arbeitszeit von Beschäftigten erfassen. Diese Vorgabe gilt bereits jetzt, obwohl das nationale Recht noch nicht angepasst ist, meinen einige Fachleute.

Seite 7
Die vergessenen Kranken
Michael Lenz

Die vergessenen Kranken

Pandemie first: Nach aktuellen Daten gingen in den neun Ländern mit den meisten Tuberkulosefällen die Diagnose und Behandlung dieser Infektionen im Jahr 2020 um 16 bis 41 Prozent zurück.

Seite 8
Ein sehr patriotischer Plan
Stephan Kaufmann

Ein sehr patriotischer Plan

Gute Jobs, Klimaschutz, Forschung und Innovation - das neue Billionenpaket der US-Regierung ist eine Wundertüte. Aber nicht nur das, der Plan ist auch eine Kampfansage an die Wettbewerber in Europa und vor allem an China.

Weiter so - nur in Baden-Württemberg?
Jana Frielinghaus

Weiter so - nur in Baden-Württemberg?

Baden-Württembergs Grünen-Ministerpräsident will weiter mit der CDU regieren. Wenn diese Entscheidung keine Blaupause für die nächste Bundesregierung werden soll, muss die Basis der Grünen Druck auf die Parteispitze machen.

Eine Pandemie gegen Frauen
Lisa Ecke

Eine Pandemie gegen Frauen

Innerhalb von einem Jahr sind Frauen um 36 Jahre zurückgeworfen wurden, und eine Verbesserung der miserablen Teilhabe und Anerkennung von Frauen ist nicht in Sicht. Umzukehren ist diese Entwicklung nur durch radikales Handeln.

Kaum gottgefällig
Stephan Kaufmann

Kaum gottgefällig

Angetrieben durch Impfstoffe und rekordhohe Staatsverschuldung erleben die Finanzmärkte seit Monaten einen Höhenrausch. Doch auch die Abstürze sind heftig: Mal schießen plötzlich die Zinsen in die Höhe und nähren die Furcht vor einem Crash, dann wieder bringt eine Mini-Aktie wie die des Spielehändlers Gamestop Hedgefonds ins Wanken. Und nun kommt auch noch Bill Hwang: Der Investor hat diese Woche ...

Suppegewordener Hohn
Leo Fischer

Suppegewordener Hohn

Rewe, Penny & Co. müssen derzeit für so einige andere Freizeitvergnügen herhalten. Kulinarisch ist allerdings noch Luft nach oben. Eine Ausnahme, aber auch nur ein flüchtiges Vergnügen: Parmesansuppe.

Seite 9
Der grüne Zweig
Irmtraud Gutschke

Der grüne Zweig

Ist Deutschland immer noch eine Ständegesellschaft? Aus dem »toten Winkel« der Gesellschaft kommen und schreiben: Maria Barankow und Christian Baron versammeln Texte von ziemlich etablierten Autor*innen über Armut, Scham und Stolz.

Seite 10
»Wir sahen den kleinen Putin«
Mario Pschera

»Wir sahen den kleinen Putin«

Seit Nawalny in Russland im Gefängnis sitzt, gibt es Massenproteste. Nawalny hat die sakrale Aura von Putin zerstört. Aber warum diskutiert man den Präsidenten immer so als wäre er der Zar? Ein Gespräch mit der russischen Journalistin Olga Romanowa.

Seite 11
Seite 13
Paula für immer
Gunnar Decker

Paula für immer

In den 70er Jahren schuf die Schauspielerin Angelica Domröse einen neuen DDR-Frauentyp. Ebenso direkt und fordernd wie entrückt, besonders in »Paul und Paula«. Eine Träumerin mit anarchistischem Potential! Am Ostersonntag wird sie 80.

Seite 14
Der Kampf um Harmonie
Fabian Grieger

Der Kampf um Harmonie

Während die ganze Welt kapitalistisch scheint, bauen Indigene im Südwesten Kolumbiens eine Alternative abseits des Staates auf. Wie schaffen sie das? Eine Reportage aus der Region

Seite 17
Was tun gegen Armut?
Stephan Kaufmann

Was tun gegen Armut?

Ökonomen stellen sich manchmal sehr eigenartige Fragen. Zum Beispiel, wie die Wirtschaft bloß all die Menschen aushalten soll. Insbesondere jene, denen man schon eine Arbeit verweigert. Das Ergebnis ist überraschend klar.

Seite 18
Im «fremden Haus»
Andreas Meinzer

Im «fremden Haus»

Die katholische Kirche in der DDR war nicht nur auf Distanz zu den zahlenmäßig überlegenen Protestanten, sondern auch zum sozialistische Staat. Die SED wollte wiederum mit dem «Eichsfeldplan» die Macht der Katholiken einschränken. Erfolg hatte sie nicht.

Seite 19
Gesucht wird einer, der es regelt
Thomas Gesterkamp

Gesucht wird einer, der es regelt

»Unterbrochen nur durch die Finanzkrise vor gut zehn Jahren gab es im Westen einen stetigen Rückgang rechtsextremer Einstellungen, im Osten haben wir unverändert ein höheres Niveau.« Das sagt der Sozialpsychologe Oliver Decker, der seit 20 Jahren zu rechtsextremen Einstellungen forscht.

Seite 20
Benennen oder verbannen?
Amina Aziz

Benennen oder verbannen?

Anfang März hat sich die Bundesregierung geeinigt, den Begriff »Rasse« aus dem Grundgesetz zu streichen. Die neue Formulierung soll lauten, dass niemand »aus rassistischen Gründen« diskriminiert werden darf. Aus rassismuskritischer 
Perspektive gibt es verschiedene Meinungen zu dem Vorstoß.

Seite 22

Mysteriöses Greifvogelsterben

Mit kriminalistischem Spürsinn haben Forscher das Geheimnis um das mysteriöse Sterben von Weißkopfseeadlern im Südosten der USA gelöst. Ursache sind giftige Blaualgen, wie ein Team um Timo Niedermeyer von der Universität Halle-Wittenberg und Susan Wilde von der Universität Georgia im Fachjournal »Science« (DOI: 10.1126/science.aax9050) schreibt. Weißkopfseeadler sind das Wappentier der USA. Sie ge...

Reifenabrieb tötet Fische
Susanne Aigner

Reifenabrieb tötet Fische

Wenn von Feinstaub aus dem Verkehr geredet wird, ist meist der Dreck aus dem Auspuff gemeint. Dabei kommt allerlei Giftiges auch durch Abrieb an Reifen, Bremsen und Kupplungen in die Umwelt. Ein Antioxidans aus Reifen beispielsweise wurde jetzt als Ursache des Lachssterbens an der US-Westküste gefunden.

Seite 23
Kindermund ...
Iris Rapoport

Kindermund ...

»Mama, die Frau sieht aus wie ein Osterküken«, krähte meine kleine Tochter. Keine Frage - der Haarschopf der Dame uns gegenüber provozierte diesen Vergleich. Auch biochemisch war was dran: Die Proteine, aus denen Haare bestehen, sind eng verwandt mit denen der Federn. Sie gehören zur Familie der Keratine. Die sind ein echtes Erfolgsmodell der Evolution. Das kleine Modul, aus denen sich die langen ...

Mit einem Hauch Seide
Hendrik Haßel

Mit einem Hauch Seide

Die Fleischproduktion liefert nicht nur einen überproportionalen Beitrag zur Klimaerwärmung. Auch die Produktionsbedingungen vom Großstall bis zum Schlachthof sind oft wenig appetitlich. Gesucht werden Alternativen. Die sollen - egal ob aus Pflanzen oder aus Zellkulturen - auch Fleischessern schmecken.

Seite 24
Wann besiegen uns die Computer?

Wann besiegen uns die Computer?

Immer wieder besiegen Computer Menschen. Erst im Schach, dann in der Quizshow und nun auch noch beim Debattieren. Wie lang muss der Mensch noch warten, bis er von den Programmen abgeschafft wird?

Seite 25
Im Winter dampft der Elektrozug
Tomas Morgenstern

Im Winter dampft der Elektrozug

Zur Erreichung ihrer Klimaziele bündeln Berlin und Brandenburg ihre Kompetenzen und Potenziale bei der Technologieforschung und -entwicklung. »Grüner Wasserstoff« zählt zu den Kernthemen. Die Heidekrautbahn in Brandenburg zeigt, was derzeit machbar ist.

Seite 26
Herr Korte von der CDU
Nicolas Šustr

Herr Korte von der CDU

Über 1,3 Millionen Euro an Spenden von der Immobilienwirtschaft sammelte die Berliner CDU in den letzten Jahren. Etliche von deren Politikern verdienen auch Geld mit der Branche. Doch aktuell gestolpert ist nur der Bundestagskandidat Niels Korte - über Maskengeschäfte.

Seite 27
Der Menschenjäger
Andreas Fritsche

Der Menschenjäger

Hermann Göring erwartete, die Schorfheide früher oder später von Hitler geschenkt zu bekommen und wollte sie in Göringheide umbenennen. Das Buch »Jagd unterm Hakenkreuz« demaskiert den Menschenjäger Göring, der sich als Tierfreund inszenierte.

Seite 28
Druck im Dynamoland
Alexander Ludewig

Druck im Dynamoland

Markus Kauczinski ist Trainer von Dynamo Dresden. Im Interview spricht er über Gefühle eines Tabellenführers, die Akzeptanz von Trainern, die keine Fußballprofis waren, und neue Strategien am Spielfeldrand in Zeiten ohne Zuschauer.

Seite 29
Frank Hellmann

Neue Debatten beim DFB

Die Nationalmannschaft steckt augenscheinlich in einer tieferen Krise, als dass zwei reaktiverte Weltmeister wie Thomas Müller und Mats Hummels im Sommer alles wieder richten könnten. Es kann darüber gestritten werden, ob eine 0:6-Abreibung in der Nations League gegen ein Spanien schlimmer ist als eine 1:2-Blamage in der WM-Qualifikation gegen Nordmazedonien.

Friede den Kurven, Krieg den Verbänden
Raphael Molter

Friede den Kurven, Krieg den Verbänden

Eine politikwissenschaftliche Anleitung zum Glücklichsein - für Fußballfans: Gegen die Machtlosigkeit hilft nur ein gemeinsamer Kampf gegen die Organisatoren der Kommerzialisierung. Auch weil die Liebe zum eigenen Verein die Kritik an anderen Klubs absurd macht.

Seite 30
Gegen Gehaltsunterschiede und Raubrittermentalität
Tom Mustroph

Gegen Gehaltsunterschiede und Raubrittermentalität

Yonatan Miller weckt mit der Tech Workers Coalition bei Beschäftigten im Hochtechnologiesektor Interesse an politischem Engagement und Betriebsratsarbeit. Das stößt im Berliner Paradies der IT-Arbeiter nicht nur auf Gegenliebe.

Seite 32
Im Zauber der Kirschblüten
Hans-Werner Rodrian

Im Zauber der Kirschblüten

Der Frühling trägt weiß und rosa: Nur 14 Tage dauert die Kirschblüte, aber während dieser Zeit feiert das sonst so zurückhaltende Japan überschwänglich Hanami, das Fest der farbigen Blüten. Doch für den zauberhaften Anblick der aufspringenden Knospen muss niemand nach Fernost reisen.