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Buchmesse in Frankfurt Main

Jedes Jahr im Oktober kommen Verleger, Buchhändler und Autoren zusammen und präsentieren Neues vom Buchmarkt. Die Frankfurter Buchmesse ist der weltweit bedeutendste Handelsplatz für Bücher, Medien, Rechte und Lizenzen.

Frankfurter Buchmesse 2019
Christof Meueler

Einsamkeit und Mannschaftsport

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse stellte sich heraus: Das Schreiben ist ein Mannschaftssport; das Geld ist die erfolgreichste Sprache der Welt. Und die Heimat ist die ganze Welt.

Frankfurter Verlag
Christof Meueler

Bergüber bergunter

Wie gründet man im Winter 1969 einen neuen linken Verlag in Frankfurt? Als erstes stellt man im Wohnzimmer einer Altbauwohnung die Stühle hoch. Damit genug Platz ist für die erste vollständige Versammlung. Der Frankfurter Verlag der Autoren ist 50 geworden.

Ossis TAGEBUCH
Kalle

»Helmut, kauf uns auf«

Zum 40. Geburtstag der DDR gibt es Volksfeste in allen Städten und Gemeinden der DDR. In Feierlaune sind die Bürger allerdings längst nicht mehr.

Karlen Vesper

Vergessenheit

Es ist gut, dass es einen Raif-Badawi-Preis gibt. Dadurch wird wenigstens einmal im Jahr, während der Frankfurter Buchmesse, an den mutigen saudi-arabischen Blogger erinnert, der 2012 verhaftet und wegen Apostasie, »Beleidigung des Islam«, zu zehn Jahren Haft und tausen...

Christof Meueler

Aus der Papierwerkstatt

Wenn die Frankfurter Buchmesse zu Ende ist, hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels eine neue Chefin. In der 194-jährigen Geschichte des Vereins ist Karin Schmidt-Friderichs erst die zweite Frau an der Spitze. Sie wurde im Juni in Berlin gewählt, mit 500 von 943 ...

Adrian Schulz

Da hätten wir gleich in Offenbach bleiben können

Der Kontakt mit Gewalt ist mir erspart geblieben. Ich gehöre zu den Glücklichen, Privilegierten. Eine dunkle Ahnung davon, wie schnell das Leben vorbei sein kann, überfällt mich jedes Mal, wenn ich meinen verspannten Zartnacken befühle. Aber so, wie es immer den anderen...

Sebastian Guhr
Kultur / Buchmesse Frankfurt / Sebastian Guhr
Silvia Ottow

Was, du sammelst Geruchsmelodien?

Yvette Gruentner aus Gangolfsömmern bei Sömmerda hat ein seltsames, abgefahrenes Hobby: Das Mädchen aus der 7. Klasse sammelt Geruchsmelodien. Zu diesem Zweck konstruiert sie in den 80er Jahren in der DDR eine Fleischblume aus den Köpfen toter Katzen. Eines schönen Tage...

Saša Stanišic
Christof Meueler

»Herkunft ist Krieg«

Ein Preis gegen den anderen: Saša Stanišić hat mit seinem Roman »Herkunft« den Deutschen Buchpreis bekommen und in seiner Dankesrede in Frankfurt Peter Handke beleidigt, der den Literaturnobelpreis bekommt.

Frankfurter Buchmesse
Eckart Roloff

So mutig wie mühsam

Norwegen, Gastland der der Frankfurter Buchmesse, die am Dienstagabend öffnet, hat nicht nur Henrik Ibsen und Jo Nesbø zu bieten. Das Land der Fjorde tat sich allerdings mit Literatur lange Zeit schwer.

Aus der Zeitungsbeilage

Wiglaf Droste
Thomas Blum

Gegen Posemuckel!

Einer, der gern nach allen Seiten austeilte und sich mit den humorlosen Kreuzberger Autonomen und linksradikalen »Struppis« (W. Droste) ebenso anlegte wie mit den humorlosen Biedermännern und -frauen des bundesdeutschen Establishments, war Wiglaf Droste, der über viele ...

Pack deine Sachen!

Wohnen Sie noch zentral oder sind Sie schon ausgezogen - ins Umland, weit draußen? Früher zog man aus der Provinz in die Großstadt, weil man die Provinz nicht mehr ausgehalten hat. Jetzt zieht man wieder zurück, weil man sich die Mieten in der Stadt nicht mehr leisten k...

Buchmesse Frankfurt/Main
Florian Schmid

Sozialismus im Weltraum

An den Science-Fiction-Film »Eolomea« von 1972 mit Cox Habbema in der Hauptrolle dürften sich vor allem ältere Semester erinnern. In Dietmar Daths neuem Roman »Neptunation« ist ein Raumschiff nach dem legendären DEFA-Film benannt, der als Highlight auch in der Berlinale...

Buchmesse Frankfurt/Main
Irmtraud Gutschke

In die Weite gehen

»Ab heute seid ihr Mädchen einer anderen, einer reineren Welt.« Was die Lehrerin womöglich als sonnige Verheißung verstand, für Khandan fühlte es sich wie ein Hauch von Kälte an. Ihre Freundin Fantana meinte, »dass jeder Mann, der sich dieser Frau genähert habe, auf der...

Buchmesse Frankfurt/Main
Karlheinz Kasper

Bienen brauchen keinen Krieg

Der Donbass, reich an Steinkohle-, Eisen- und Manganerzlagern, war das schwerindustrielle Zentrum des zaristischen Russlands, der Sowjetunion und der unabhängig gewordenen Ukraine. Seit der Ausrufung der Volksrepubliken Donezk und Lugansk im Frühjahr 2014 schwelt hier e...

Buchmesse Frankfurt/Main
Klaus Bellin

Von Eingriffen befreit

Die Idee hatte Emil Jannings. Der Schauspieler, auf der Suche nach einer spektakulären Rolle, dachte an den Berliner Droschkenkutscher Gustav Hartmann, der von seinem Pferdefuhrwerk nicht lassen wollte und aus Protest gegen die Motorisierung seines Berufszweigs 1928 nac...

Buchmesse Frankfurt/Main
Tom Beier

Jüdische Einsamkeit

Im Herbst des Lebens angekommen, macht sich Peter Neumaier daran, das Leben seines Großvaters zu rekonstruieren: Dr. Ernst Seidenberger, Rechtsanwalt, dessen Arbeit in diversen Schriftsätzen von der anwaltlichen Tätigkeit vor dem Ersten Weltkrieg bis hin zur Mitwirkung ...

Buchmesse Frankfurt/Main
Harald Kretzschmar

Die Kino-Eule privat

Angesichts der Flut von Büchern und Artikeln über eine finstere DDR braucht es Publikationen wie die hier anzuzeigende. Sie bürstet frech gegen den Strich. Durfte man im »Gefängnis DDR« überhaupt lachen? Beantwortet wird das glaubwürdig in der Erinnerung an und mit Rena...

Buchmesse Frankfurt/Main
Manfred Weißbecker

Von falschem Pathos und fragwürdigen Parolen

Konservatismus - ein uraltes und doch immer wieder neues Thema. Groß war und ist der Bedarf, seine Geschichte zu durchforsten, seine gegenwärtige Situation sowie seine Perspektiven zu ergründen. Ludwig Elm lieferte dazu als führender Konservatismusforscher der DDR tiefg...

Buchmesse Frankfurt/Main
Peter Nowak

Wenn Mensch den Menschen nicht mehr befiehlt

Noch immer setzen viele linken Autor*innen Anarchie mit Chaos und Gewalt gleich. Die Vorstellung von herrschaftsfreien Gesellschaften wird auch in großen Teilen der Sozialwissenschaft bestritten oder auf vormoderne Gesellschaften beschränkt. Für die Gegenwart jedenfalls...

Buchmesse Frankfurt/Main
Hermann Klenner

Vom Gebrauch und Missbrauch eines hohen Gutes

Wer auch immer über Menschenrechte zu publizieren gedenkt, läuft Gefahr, Illusionen zu erliegen. Oder, schlimmer noch, sie zu erwecken und wachzuhalten. Nicht so der in bewunderungswerter Permanenz publizierende Norman Paech, der sich in seiner neuesten Monografie ebend...

Buchmesse Frankfurt/Main
Andreas Herbst

Entführt oder freiwillig aus Überzeugung?

Es ist Dienstag, der 20. Juli 1954. Neben Bundeskanzler Konrad Adenauer, Bundespräsident Theodor Heuss und weiteren hochrangigen Vertretern der Bundesregierung sowie des Senats von West-Berlin nimmt auch Otto John, der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, an...

Buchmesse Frankfurt/Main
Peter Nowak

Der Fall Klausener

Noch immer werden die Ereignisse vom 30. Juni 1934 als Röhm-Putsch bezeichnet. Damit wird offizielle Terminologie der NS-Führung übernommen, die auf einer Lüge beruhte. Die SA hatte keinen Putsch geplant. • Bernhard Sauer: In Heydrichs Auftrag. Kurt Gildisch und de...

Buchmesse Frankfurt/Main
Helmut Müller-Enbergs

Den Medien zum Fraß vorgeworfen

Der 45-jährige Heinz Engelhardt, jüngster General des MfS, Leiter der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit in Frankfurt/ Oder, erhielt im Dezember 1989 den Auftrag, das Sicherheitsimperium von 90 000 Mitarbeitern zu einem Verfassungsschutz mit 10 000 Hauptamtlichen um...

Buchmesse Frankfurt/Main
Jörg Roesler

Reformunfähigkeit verhindert Zukunftsfähigkeit

Seit 1989/90 hat sich in Ostdeutschland ein rascher - für viele davon betroffene Ostdeutsche bestürzend rascher - sozialer Wandel vollzogen. Er wird immer wieder auch als Transformation bezeichnet - von der (SED-)Diktatur zur Demokratie bundesdeutscher Bauart, von der P...

Buchmesse Frankfurt/Main
Henri Klein

Selbstbehauptung und Stolz

Lateinamerika ist der Kontinent, auf dem am häufigsten geputscht wurde. Zugleich ein Kontinent machtvoller sozialer Bewegung und Befreiungskämpfe. Uruguay, das kleinste spanischsprachige Land in Südamerika mit etwas mehr als drei Millionen Einwohnern, macht da keine Aus...

Buchmesse Frankfurt/Main
Helge Buttkereit

Er lebte den Internationalismus

An Büchern über Che Guevara mangelt es nicht. Meist steht die Legende im Vordergrund, die Legende des heroischen Revolutionsführers, der an der Seite Fidel Castros und anderer Guerilleros die Batista-Diktatur in Kuba besiegte und später versuchte, die Revolution unter a...

Buchmesse Frankfurt/Main
Günter Agde

Ein Jahrhundertpanorama

Das ist ein in jeder Hinsicht bemerkenswertes Buch: Eine Politikerin West und ein Liedermacher Ost, beide gestandene Persönlichkeiten und landesweit für ihre Professionalität anerkannt, nähern sich einem bedeutenden deutschen Filmkünstler, knapp 40 Jahre nach dessen Tod...

Buchmesse Frankfurt/Main
Heinz Niemann

Kein Kladderadatsch

Angesichts der weitgehenden bis völligen Abstinenz gegenüber theoretischer Bildungsarbeit in fast allen Parteien ist der Versuch von Tom Strohschneider mit der Herausgabe dreier bedeutender Arbeiten Eduard Bernsteins verständlich und begrüßenswert. Jungen und jüngeren A...

Buchmesse Frankfurt/Main
Stephan Fischer

Ein deutsches Verbrechen

Oradour-sur-Glane, Lidice, Distomo: Orte der Erinnerung an deutsche Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges. Diese Verbrechen »waren das Ergebnis der von den Deutschen angewandten Taktik, den Widerstand mit allen Mitteln zu unterdrücken, ohne auf das Kriegsrecht bzw....

Buchmesse Frankfurt/Main
Günter Wernicke

Der Albtraum der US-Militärs

Durchs Gebirge und tropische Regenwälder, über Hängebrücken aus Bambus und abgrundtiefe Schluchten, durch Furten und über Flüsse bewegten sich vor 60 Jahren Zehntausende vietnamesische Befreiungskämpfer mit Tonnen an Geräten und Nachschub insgeheim und getarnt vom Norde...

Buchmesse Frankfurt/Main
Jörg Roesler

Die Sehnsucht nach solidarischen Kollektiven

Klassenkampf, Sozialpartnerschaft und Betriebsgemeinschaft - das sind die zentralen Stichworte in diesem Band. Er fällt in zweierlei Hinsicht gegenüber Veröffentlichungen mit ähnlicher Thematik auf: Zum einen konzentriert sich dieser auf eine Region in Ostdeutschland, d...

Buchmesse Frankfurt/Main
Karlen Vesper

Ein sanfter Freiheitskämpfer

Der Titel macht neugierig: Mohandas Karamchand Gandhi ein Anarchist? Seine Rede zur Einweihung der Hindu-Universität von Benares am 6. Februar 1916, in dem von Lou Marin herausgegebenen Band erstmals in deutscher Übersetzung veröffentlicht, ist titelgebend. • Lou M...

Buchmesse Frankfurt/Main
Franziska Groß

Grenzenlos

»Wenn uns der König nicht ziehen lässt«, sprach Dädalus zu seinem Sohn Ikarus, »bauen wir uns Flügel wie die Vögel und fliegen in die Freiheit.« Mit diesem Hinweis auf die berühmteste Flucht in der Antike, die allerdings tragisch endete - Ikarus stürzt vor den Augen sei...

Buchmesse Frankfurt/Main
Reiner Oschmann

Ein ansteckender Präsident

Angst, Lachen und Gähnen stecken an. Leider auch Krankheiten. Dann geht es darum, Ansteckungsquellen zu meiden. Letzteres ist oft leichter gesagt als getan, wie jeder weiß, der in der Grippezeit am liebsten auf überfüllte S-Bahnen verzichten würde, aber zur Arbeit muss....

Buchmesse Frankfurt/Main
Leonhard Seidl

Trigger und Trauma

Kein Feuilleton, das derzeit nicht das Thema Identität durchwalzt. Da werden Zähne gefletscht, wird geheult, gewettert. Gegen Gendersternchen, linken Gesinnungsterror, von und gegen weiße alte Männer, für die Kunstfreiheit oder gegen den Marterpfahl, weil er kulturelle ...

Buchmesse Frankfurt/Main
Benjamin Moldenhauer

Wie geht Verblödung?

Es war ein Trauerspiel: Frank Plasberg hatte Anfang Juni den AfDler Uwe Junge in seine Sendung »Hart aber fair« eingeladen, um mit ihm und ein paar weiteren Gästen, die jedoch nicht weiter auffielen, über rechte Gewalt zu sprechen; diskutieren möchte man es nicht nennen...

Buchmesse Frankfurt/Main
Reiner Oschmann

Sonderermittler im Irrgarten

Vielleicht ist das Buch zum Mueller-Report das einzige, das Donald Trump, dessen Aufmerksamkeitsspanne erklärtermaßen ein Blatt Papier nicht übersteigt, gelesen hat. Schließlich ist es im Untersuchungsbericht des sogenannten Russland-Sonderermittlers der Hauptdarsteller...

Buchmesse Frankfurt/Main
Karlen Vesper

Ohne Dialog keine Demokratie

Man könnte meinen, wir sind heute dort angelangt, wo sich die DDR vor 30 Jahren befand: Sprachlosigkeit der Obrigkeit - und Empörung darüber »unten«. Für heute gibt es zudem festzustellen: »Die Gesellschaft zerfällt in Teilöffentlichkeiten, die nur innerhalb ihrer Filte...

Buchmesse Frankfurt/Main
Karin Leukefeld

Hiroshima in Nahost

Als der irakische Reporter Mustafa Saadoun im Juni 2019 einen Bericht über die hohen Krebserkrankungen in der südirakischen Hafenstadt Basra veröffentlichte, war dies deutschen Medien keine Zeile wert. Basra ist die Ölmetropole Iraks und war in den Kriegen zwischen 1980...

Buchmesse Frankfurt/Main
Karlen Vesper

Drei Ausrufezeichen - zur Bewahrung von Frieden weltweit

Si vis pacem, para pacem! - Wer den Frieden will, muss sich für den Frieden einsetzen. Diese Überzeugung eint die Autoren des Bandes. «Wenn es um den Frieden geht, hat jeder das Recht mitzureden. Wir melden uns zu Wort, weil wir den Frieden bedroht sehen», erklären eing...

Buchmesse Frankfurt/Main
Sabine Neubert

Hysterie in nächster Generation

Eine Scheidungsgeschichte - ist das eine Tragödie oder eine Komödie? Wohl beides! Glaubt man Statistikern, so werden im gut situierten europäischen »Mittelstand« mindestens 50 Prozent aller Ehen geschieden, wahrscheinlich noch mehr. In Helga Flatlands Roman »Eine modern...

Buchmesse Frankfurt/Main
André Dahlmeyer

»Genial? Sagt, dass das genial ist!«

Der Hund Samson und der Kater Roberto sind von Natur aus träge und lungern gerne herum. Früher waren sie Stadttiere und »haben immer nur ganz still in unserem Zimmer gesessen und die Wände angestarrt«. Das ist jetzt vorbei, denn Samson hat geerbt. Jetzt sind die beiden ...

Buchmesse Frankfurt/Main
Sabine Neubert

Welche Farbe hatten die 70er?

Ketil Bjørnstad ist so etwas wie ein musisch-literarisches Universalgenie im norwegischen Kulturbetrieb. Mit »Die siebziger Jahre« setzt er seine Roman-Biografie fort, nachdem er »Die sechziger Jahre« schon hinter sich gelassen hat. • Ketil Bjørnstad: Die Welt, die...

Buchmesse Frankfurt/Main
Stefan Malta

Für immer neu

Valeska Gert (1892-1978) war eine weltberühmte Künstlerin: »Eine dolle Nummer, eine hervorragende Tänzerin, eine außerordentliche Frau«, schrieb Kurt Tucholsky 1921 über sie in der »Weltbühne«. Und Elisabeth Castinonier sah damals in ihr »Rotkäppchen, Großmutter und der...

Buchmesse Frankfurt/Main
Florian Schmid

Allenthalben brennen Autos

Was ist eigentlich aus den Ost-Berliner Punks geworden, die in den 80er Jahren Teil der Gegenkultur in Prenzlauer Berg waren? Einige davon geistern an ganz prominenter Stelle durch Enno Stahls neuen Roman »Sanierungsgebiete«. Der Autor, Jahrgang 1962, erzählt auf knapp ...

Buchmesse Frankfurt/Main
Gunnar Decker

Träumendes Fluchttier

Das Gespräch dauerte von 1961 bis 1983, es kannte keine langen Pausen und passt doch - mitsamt Erläuterungen - auf 120 Seiten. Dazu kommen eine Einleitung von Achim Roscher, dem langjährigen Redakteur der Zeitschrift »Neue Deutsche Literatur« (NDL), bei der auch Christa...

Buchmesse Frankfurt/Main
Guido Speckmann

Sekt hat das Sagen

War Jörg Fauser ein Rechter, ein Vordenker der AfD? Er gilt doch gemeinhin als Rebell des Literaturbetriebs, als Kneipenliterat mit sympathisierendem Blick auf die Underdogs oder als Vorläufer der Pop-Literatur. Aber nicht als Rechter. • Jörg Fauser: Caliban Berlin...

Buchmesse Frankfurt/Main
Frank Willmann

Die Ankunft des pummeligen Messias

Seit gut 28 Jahren liefert Jan Peter Bremer stetig neue Kurzromane. Er selbst nannte sie einmal »Bonsairomane«, in denen er dem Bürger die Narrenkappe immer wieder aufs Neue über den Schädel stülpt. Manche halten ihn deshalb für einen kleinen Kafka oder Walser (Robert),...

Buchmesse Frankfurt/Main
Fokke Joel

Von der Geschlechterspannung

Im Juli starb Brigitte Kronauer. »Das Schöne, Schäbige, Schwankende« nannte sie ihr letztes, noch zu ihren Lebzeiten fertiggestellte Buch. Es sind kurze, meist nicht mehr als zehn Seiten umfassende »Romangeschichten«, wie es im Untertitel heißt, eingebunden in eine lock...

Buchmesse Frankfurt/Main
Tobias Lambert

Die fettsüchtigen Chavisten

Nachdem Adelaida ihre Mutter beerdigt hat, bleibt die 38-jährige einsam zurück. In Caracas hat sie keine Familie mehr, die Tanten wohnen abgelegen an der Karibikküste. Versorgungsmängel, Inflation und Gewalt prägen den Alltag in der venezolanischen Hauptstadt. • Ka...

Buchmesse Frankfurt/Main
Jakob Hayner

Der letzte Kongress der Faschokünstler

Der argentinische Schriftsteller Patricio Pron ist einer der interessantesten Protagonisten der spanischsprachigen Literatur. 1975 in Rosario geboren, hat er in Göttingen im Fach Romanistik promoviert und lebt nun in Madrid, wo er auch als Literaturkritiker tätig ist. ...

Buchmesse Frankfurt/Main
Klaus Bellin

Stilist und Arbeiter

Er war lange ein Glückskind. Was immer Stefan Zweig (1881-1942) schrieb, historische Miniaturen, Dramen, Gedichte, Erzählungen, fand reißenden Absatz. Die Leser schwärmten, und die Kritiker wetteiferten mit Lobeshymnen, rühmten die atemlose Spannung dieser Prosa, ihre l...

Buchmesse Frankfurt/Main
Michael Wolf

Mikado mit den Zeitachsen

Der Tod der Eltern ist in der Literatur ein reich bestellter Gottesacker. Von Shakespeares »Hamlet« über Camus’ »Der Fremde« bis zu Safran Foers »Extrem laut und unglaublich nah« steht ihr Verlust für Generationen an Figuren am Beginn einer Suche nach dem eigenen Platz ...

Buchmesse Frankfurt/Main
Hans-Dieter Schütt

Eine verwegene Sache

Brief, so heißt das Fremdwort. Mitteilungen heute: Sie fassen sich und achten auf Kürze. Jede Information steht fortwährend im Wettkampf mit ihresgleichen. Die Abstände zwischen Senden und Empfangen sind total geschrumpft - immer weniger Post geht auf einen Weg, der dau...

Buchmesse Frankfurt/Main
Ina Holev

Schwarz, jüdisch, identitätssuchend

Oreo, dieser Markenname für einen dunklen Keks mit weißer Creme im Inneren, wird in den USA oft abwertend für Afroamerikaner*innen verwendet, denen ein »weißes« Verhalten nachgesagt wird. Die Protagonistin in Fran Ross’ gleichnamigem Roman »Oreo« trägt diese Bezeichnung...

Buchmesse Frankfurt/Main
Frank Schäfer

Whisky auf den blauen Vogel schütten

Charles Bukowski (1920-1994) war ein gebrochener, enttäuschter, auch von sich selbst enttäuschter Romantiker, der trotz Machogeprahle, moralischer Zweideutigkeit und entschiedenem Pragmatismus in Liebesdingen das Ideal nicht völlig drangeben wollte: »in meinem Herzen si...

Buchmesse Frankfurt/Main
Silvia Ottow

Zu heiß, zu laut, zu kalt, zu quiekig

Herr Schnarch hatte einen langen und anstrengenden Tag. Mit seinem Geigenkasten, einem kleinen Köfferchen, dem schwarzen Frack und der kreisrunden Brille auf der dicken Nase kommt er im Gute-Nacht-Hotel an und will nur noch eines: schlafen, schlafen, schlafen. »Je schne...

Christa Becker

Schatzsucherbande

Für Chelsea und Jordan beginnen die Sommerferien mit einem Schock. Ihre Mutter ist verschwunden. Angeblich für eine Woche in der Südsee. So hat sie es auf einen Zettel geschrieben, den das Zwillingspärchen auf dem Küchentisch findet. Na, toll! • Sonja Ruf: Mallows ...