Alle Dossiers

Buchmesse in Frankfurt Main

Jedes Jahr im Oktober kommen Verleger, Buchhändler und Autoren zusammen und präsentieren Neues vom Buchmarkt. Die Frankfurter Buchmesse ist der weltweit bedeutendste Handelsplatz für Bücher, Medien, Rechte und Lizenzen.

Aus der Zeitungsbeilage

Irmtraud Gutschke

Blicke ins Weite

Wenn in Paris das Herz der französischen Literatur schlägt, befinden sich dann frankophone Autoren etwa aus Haiti, Indien, Kamerun, Martinique, Tunesien an der Peripherie? Frankreich als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse will sich als Machtzentrum präsentieren und all...

Buchmesse Frankfurt/M.
Irmtraud Gutschke

Häppchen in Blau-Weiß-Rot

Frankreich als »schwer fassbares Gebilde«

Was wünschen wir uns angesichts eines Seiltänzers? Nur, dass er sich hält? Nein, meinte Paul Valéry (1871-1945), insgeheim gibt es noch einen ganz anderen Wunsch: dass er stürzen möge. Und das, so die gewagte Gedankendrehung, nicht nur aus Sensationslust. Es ist, weil d...

Buchmesse Frankfurt/M.
Sabine Neubert

Hollywood im Maghreb

Hédi Kaddour führt in eine kleine Wüstenstadt im Jahre 1922

Eine spannende Zeit der Umbrüche, Aufbrüche und Veränderungen wird in diesem großen Roman lebendig. Hédi Kaddour, 1945 als Sohn eines Tunesiers und einer Französin in Tunis geboren, lässt uns in einen Schmelztiegel sehr unterschiedlicher Kulturen, Traditionen, Lebenswei...

Buchmesse Frankfurt/M.
Katharina Schwirkus

Der Wunsch, weiß zu sein

Drei junge Frauen auf der vergeblichen Suche nach einem besseren Leben

»Ein Land bleibt immer eine Problemstellung, eine nie endende Baustelle«, denkt Esha, die Protagonistin in »Staatenlos« von Shumona Sinha. Esha steht stellvertretend für viele junge Frauen und Männer, die aus sogenannten Entwicklungsländern nach Europa kommen, auf der S...

Buchmesse Frankfurt/M.
Fokke Joel

In die Welt geworfen

Yasmina Reza entfaltet ein Panorama des französischen Mittelstands

Am Anfang beschreibt Elisabeth, die Erzählerin aus Yasmina Rezas neuem Roman »Babylon«, ein Bild. Ein Bild des amerikanischen Fotografen Robert Frank. Ein Mann steht an einer Wand, irgendwo im Los Angeles der 1950er Jahre. In der Hand hält er die Zeitschrift der Zeugen ...

Buchmesse Frankfurt/M.
Martin Hatzius

Ist das Bier - oder kann das weg?

Sven Regener zeichnet in seinem Dialogroman »Wiener Straße« das Kreuzberg der Achtziger als Abenteuerspielplatz der liebenswerten Verrückten

Wenn der vierte Teil einer Trilogie erscheint, hat deren Autor entweder etwas nicht ganz verstanden - oder alles richtig gemacht. In Sven Regeners Fall trifft die zweite Variante zu. Sven Regener: Wiener Straße. Roman. Galiani Berlin, 304 S., geb., 22 € D...

Buchmesse Frankfurt/M.
Friedemann Kluge

Vom Engagement zur Obsession

Nicol Ljubic´ erzählt davon, wie manischer Aktivismus ein Menschenleben und eine Familie zerstört

Oberflächlich betrachtet, handelt es sich bei diesem Roman um eine Skizze aus der Vor- und Frühgeschichte der Grünen. Aber es steckt mehr darin, weit mehr. Nicol Ljubić geht es um die Frage, was das plötzliche politische Engagement eines Elternteils aus einem Kind macht...

Buchmesse Frankfurt/M.
Hans-Dieter Schütt

Kassiber vom anderen Stern

Kurt Bartsch und Wasja Götze: Briefe als Grenzverkehr

Welt und Zeit schlagen ihre Bögen: Der Spannungsbogen etwa beherrscht die Kultur der Zerstreuung, der Regenbogen gibt den verseuchten Himmel noch immer nicht auf - aber der alte klassische Briefbogen, der flattert, außerhalb amtlicher Funktionen, langsam ins Vergessen. ...

Buchmesse Frankfurt/M.
Michael Hametner

Der Fluch des Geldes

Ingo Schulzes großer Schelmenroman »Peter Holtz« nimmt sich den Kapitalismus zur Brust

»Aber mein Glück hängt doch mit allem zusammen.« Das sagt Peter Holtz, die Titelfigur, auf Seite 313. Würde Ingo Schulzes Roman eines Tages auf die Bühne kommen, wäre dieser Satz im Spiel ein ganz entscheidender. Wie soll der Schauspieler ihn spielen? Schulze hat Erfahr...

Buchmesse Frankfurt/M.
Hans-Dieter Schütt

Die Fragen offen und ungelöst

Gerd Koenen hat ein monumentales Werk über die Ursprünge und die Geschichte des Kommunismus verfasst

Kommunismus. Traumspiel ohne Grenzen. Geistiger Wärmestrom gegen die praktische Raserei der konkurrierenden Zwecke. Es ist in diesem Buch obsessive Fantasie, nahezu erotische Zukunftsumarmung, kämpferische Emphase. Und Vergewaltigung. Gerd Koenen beschreibt Werden, Wirk...

Buchmesse Frankfurt/M.
Karlen Vesper

Keine harmlosen Spinner und Querulanten

Jan Rathje warnt vor sogenannten Reichsbürgern, Selbstverwaltern und Souveränisten

Es ist überhaupt nicht lustig, was sich in Deutschland abspielt. Und wozu der Staat bislang schwieg, was er sehenden Auges tolerierte. Wo bleibt die wehrhafte Demokratie, die immer wieder in Sonntagsreden der Politiker beschworen wird? Jan Rathje: Reichsbürger, S...

Buchmesse Frankfurt/M.
Ines Wallrodt

Die Demokratie erstickt

Peter Schaar zeigt auf, wie westliche Demokratien im Kampf gegen den Terror ihre Grundwerte verraten

Mit dem Terror wuchs die Macht von Polizei, Geheimdiensten und staatlichen Behörden in nie dagewesener Weise. Kaum ein Jahr seit den Anschlägen am 11. September 2001 in New York, ohne dass auch in Deutschland mindestens ein Gesetz verschärft wurde - ohne größeren Aufsch...

Buchmesse Frankfurt/M.
Dario Dalmatio

Die Weltzerstörer

Manlio Dinucci über die »Kunst« des Krieges

Wer kennt Sun Tzu? Gelegentlich auch Sūnzi geschrieben. Laotse und Konfuzius - ja, die sind vielen nicht nur namentlich bekannt. Dabei hat auch der um 544 v. u. Z. geborene und um 496 v. u. Z. gestorbene chinesische General, Militärstratege und Philosoph seine Spuren in...

Buchmesse Frankfurt/M.
Wladislaw Hedeler

Anna, Maria, Jelisaweta, Nadeschda, Inessa und Alexandra

Victor Sebestyen erinnert in seiner Lenin-Biografie auch an die mutigen Frauen an der Seite des russischen Revolutionärs - und an Putins Großvater

Das englische Original erschien Anfang des Jahres in London unter dem Titel »Lenin, der Diktator. Ein intimes Porträt«. Tatsächlich nähert sich Victor Sebestyen Wladimir I. Uljanow und dessen Ehefrau Nadeschda Krupskaja in fast vertraut erscheinender Atmosphäre. Dem deu...

Buchmesse Frankfurt/M.
Birgit Gärtner

»Nichts davon war mein freier Wille«

Katharina Sass und Ko-Autorinnen zerpflücken den Mythos »Sexarbeit«

In der aktuell hitzigen Debatte um Prostitution ist viel von einem »ganz normalen Job«, von »freiwillig« oder gar von »sexueller Selbstbestimmung« die Rede. Mit dieser Sichtweise setzen sich die Autorinnen des hier angezeigten Buches kritisch auseinander. Herausgeberin ...

Buchmesse Frankfurt/M.
Jutta Grieser

Kein Betriebsunfall

Erhard Crome über das Phänomen Trump und die Deutschen

Unlängst lud mich jemand zum Essen, und ehe ich die Gabel zum Munde führen konnte, kam es über den Tisch: »Und, was meinen Sie, wann wirft der verrückte Nordkoreaner die Bombe?« Die Frage war so absurd wie verständlich, denn in den hiesigen Medien herrschte Hysterie, vo...

Buchmesse Frankfurt/M.
Siegfried Schmidtke

Wenn spekuliert, statt produziert wird

Noam Chomsky hat ein »Requiem für den amerikanischen Traum« geschrieben

Vom Tellerwäscher zum Millionär. Das war jahrzehntelang die märchen- und bildhafte Beschreibung des amerikanischen Traums. Etwas nüchterner ausgedrückt: Jeder kann es mit harter Arbeit zu etwas bringen. Wobei das »etwas« nicht unbedingt Millionen Dollar bedeuten musste,...

Buchmesse Frankfurt/M.
Jörg Roesler

»Marx hatte verdammt recht!«

Andrew Sayer begründet, warum wir uns die Reichen nicht leisten können

Der Titel lässt aufhorchen. Er könnte von Karl Marx sein. Aber so scharf hätte dieser wahrscheinlich nicht formuliert. Ist Andrew Sayer, Professor für Sozialwissenschaften und Politische Ökonomie an der britischen Lancester University, Marxist? Andrew Sayer: Waru...

Buchmesse Frankfurt/M.
Helge Meves

Götzen des Geldes

Ulrich Duchrow hat eine Kritik der Religion und des Kapitalismus verfasst

Über Religion wird wieder diskutiert. Bemerkenswert ist allerdings, dass sie nicht mit Fragen nach der Moderne, der Demokratie oder dem Kapitalismus verbunden wird. Umso verdienstvoller, dass dies nun Ulrich Duchrow tut. Er spannt einen Bogen von Luther über Marx bis zu...

Buchmesse Frankfurt/M.
Jirka Grahl

»Die Stimme des Erfolgs ist rau«

Turbine-Potsdam-Trainer Bernd Schröder beschreibt seine Erlebnisse im Frauenfußball

Dieser Mann ist autoritär, altmodisch und unbelehrbar. Dennoch zählt Fußballtrainer Bernd Schröder im Osten dieses Landes zu den beliebtesten Sportpersönlichkeiten - weil er stets aus ganzem Herzen für seinen Verein und seine Spielerinnen lebte: Diplomatischsein ist nic...

Buchmesse Frankfurt/M.
Karl-Heinz Gräfe

Warum die Bolschewiki die Macht ergriffen

Stefan Bollinger deutet ein wirkungsmächtiges, aber umstrittenes Weltereignis, das unverändert aktuell und lehrreich ist

Das Buch des Berliner Historikers und Politologen Stefan Bollinger ist nicht das erste und wird wohl auch nicht das letzte in diesem Jahr über ein Jahrhundertereignis sein, welches im wahrsten Sinne des Wortes einst die Welt erschütterte und kardinal veränderte. Es zähl...

Buchmesse Frankfurt/M.
Karlen Vesper

Keine Herrschaftszeiten

Rudolf Stumbergers kritisch-alternativer Stadtführer für München

Eigentlich ist es eine Zumutung. Für eine Berlinerin, zumal eine mit dem Rätekommunismus sympathisierende und den FC Bayern blöd findende, ein Buch über Bayern, exakter: über dessen Landeshauptstadt, zu lesen. Und gar noch zu rezensieren. In diesem Fall habe ich es gern...

Buchmesse Frankfurt/M.
Christian Baron

Wann ist die Grenze überschritten?

Der schwedische Mathematiker Per Molander analysiert Geschichte und Gegenwart der sozialen Ungleichheit

Der Mensch mag von Natur aus weder gut sein noch böse. Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft aber ist nicht nur die Geschichte von Klassenkämpfen, sondern auch die sozialer Ungleichheiten. Bei allen Erfolgen der Arbeiterbewegung seit dem 19. Jahrhundert hat sich ...

Buchmesse Frankfurt/M.
Volkmar Schöneburg

Plädoyer gegen die Barbarei

Helmut Ortner klagt die Todesstrafe als staatlich sanktionierten Mord an

April 2017. Amnesty International legt seinen jährlichen Bericht über Todesurteile und Hinrichtungen vor. Die Zahlen, allenfalls Mindestwerte, rütteln auf: 18 848 Menschen befanden sich Ende 2016 weltweit in Todeszellen. Die Zahl der Todesurteile betrug im gleichen Jahr...

Buchmesse Frankfurt/M.
Reiner Oschmann

Die Frustration der Rechten

Arlie Russell Hochschild reiste durch die USA - und fühlte sich fremd im eigenen Land

Zu berichten ist von Feldstudien, betrieben von einer der bedeutendsten Soziologinnen unserer Zeit: Arlie Russell Hochschild, emeritierte Professorin der University of California, Berkeley. Sie habe den größten Teil ihres Lebens, so stellt sie sich vor, »zum progressive...

Buchmesse Frankfurt/M.
Harald Loch

Alter Ungeist

Matthias Grünzig zu Potsdams Garnisonkirche

Als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schirmherrschaft für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche übernahm, drückte er die Hoffnung aus, dass mit dem Bauwerk ein »Lernort deutscher Geschichte entstehe, an dem Besucher Lehren aus einer wechselvollen Gesc...

Buchmesse Frankfurt/M.
Heinz Niemann

Es geht nicht nur um Charisma und Sendungsbewusstsein

Peter Brandt und Detlef Lehnert stellen sozialdemokratische Regierungschefs in Deutschland und Österreich vor

Bedenkt man, dass in einem Zeitraum von nicht einmal 65 Jahren - abzüglich der zwölf Jahre Nazidiktatur sogar nur 53 - die deutsche Sozialdemokratie fünf Regierungschefs (von insgesamt 14) stellte, könnte man von einer imponierenden Erfolgsgeschichte sprechen. Nimmt man...

Buchmesse Frankfurt/M.
Werner Abel

Hypnotischer Schlaf

Philippe Kellermann über die Anarchisten in der Russischen Revolution

Als Pjotr A. Kropotkin, der große alte Mann des russischen und internationalen Anarchismus, gestorben war, durfte an seiner Beerdigung am 13. Februar 1921 auch eine von den Bolschewiki inhaftierte Gruppe von Anarchisten teilnehmen. Sie war auf Ehrenwort für diesen Tag f...

Buchmesse Frankfurt/M.
Peter Nowak

Von Provos und Spontis

Sebastian Kalicha würdigt den gewaltfreien Anarchismus

»Je mehr Gewalt, desto weniger Revolution« lautete das Credo des holländischen Anarchisten Bart de Ligt. Das mag alle überraschen, die Anarchismus noch immer mit Chaos und Gewalt in Verbindung bringen. Doch damit wird schlichtweg die lange Tradition eines gewaltfreien A...

Buchmesse Frankfurt/M.
Katja Herzberg

Wie Europa Märkte über Menschen stellt

Christian Jakob und Simone Schlindwein legen die besondere Partnerschaft zwischen der EU und Afrika in Migrationsfragen offen

Offene Grenzen zwischen Ländern und Kontinenten, Bewegungsfreiheit als Grundrecht für alle Menschen - eine solche Idee scheint angesichts aktueller politischer Debatten absurd. Um diesen Eindruck zu bekommen, muss der Blick gar nicht in Richtung eines Donald Trump schwe...

Buchmesse Frankfurt/M.
Jan Eik

Sie kamen durch den Tunnel

Horst Bosetzky zieht seine Leser erneut in einen historisch verbrieften Berliner Kriminalfall

Bis auf sein sumpfiges Zentrum erhebt sich Berlin in weiten Teilen auf märkischem Sand - eine Tatsache, die Tunnelgräbern jeglicher Couleur von jeher das Handwerk erleichterte. Die Liste der erfolgreichen Kriminellen, die daraus Gewinn zu ziehen wussten, ist lang. Die e...

Buchmesse Frankfurt/M.
Christel Berger

Der Befund war ernüchternd

Maria Leitner schrieb vor knapp hundert Jahren über das soziale Leben in Amerika. Ihre Texte sind heute noch lesenswert

Geboren 1892 und aufgewachsen in einer gut situierten jüdischen Kaufmannsfamilie in Budapest, kam Maria Leitner früh mit revolutionären Kreisen in Beziehung. Nach dem Scheitern der ungarischen Räterepublik musste sie nach Deutschland emigrieren, das sie aus ihrer Studen...

Buchmesse Frankfurt/M.
Christin Odoj

Das Kapital Liebe

Olga Flor ist ein bissiges Buch über einen bitteren Verlust gelungen

Um es gleich vorweg zu sagen: Was das Buch sympathisch macht, ist der Fakt, dass es die Bedeutung der Toilette im Leben eines Menschen, der verzweifelt ist, in angemessener Ausführlichkeit würdigt, wie es bisher vielleicht nur Peter Handke getan hat (»Versuch über den S...

Buchmesse Frankfurt/M.
Hans-Dieter Schütt

Die inneren Zeitalter

Durs Grünbeins Gedichte erzählen von Unter- und Übergängen

Die Existenz? Durs Grünbein hat sie als »Quadratur der Zufälle mittels Atemzügen« bezeichnet. Daraus entstehen Schwermut und Furcht, und also keimt die Frage aller Fragen: »Ist Lebensfreude nicht ein Mysterium?« Ist sie!, so könnte man auch diesen neuen Gedichtband zusa...

Buchmesse Frankfurt/M.
Christian Baron

Jeder weiß, was sich nachts in den Wäldern herumtreibt

Daniel Kehlmann versetzt Tyll Ulenspiegel in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und erweist sich wieder einmal als deutscher Meister des magischen Realismus

Wer was werden will, der sollte wissen, was auf dem Grund seiner Existenz liegt. Das ist vor allem dann wichtig, wenn »was werden« etwas anderes meint als Unternehmensberater, Immobilienmakler oder Investmentbanker. »Was werden«, das kann jenseits der steigerungsgetrieb...

Buchmesse Frankfurt/M.
Harald Loch

Fest des Lebens und des Todes

Zurab Karumidze erinnert uns an die schöne Norwegerin Dagny Juel

Die »Femme fatale« ist eine in Mythologie, Kunst und Literatur beliebte Figur: von der biblischen Eva über die klassische Helena, die mittelalterliche Melusine bis zu Heines Loreley und weiter über Zolas Nana, Wildes Salome. Und im Film hat sie Hunderte von Darstellerin...

Buchmesse Frankfurt/M.
Irmtraud Gutschke

Das tschechische Raumschiff

Jaroslav Kalfarˇ blickt von weit weg auf sein Land - herrlich ironisch und bitterernst zugleich

Am Beobachtungsfenster glitt ein Schatten vorbei: kleine Hundeschnauze, gespitzte Ohren, weit aufgerissene schwarze Augen, »in denen sich die blinkenden Lichter der Unendlichkeit spiegelten«. Das konnte nur die Hündin Laika sein, »konserviert durch die Gunst des luftlee...

Buchmesse Frankfurt/M.
Uwe Stolzmann

»Die Herrscher haben Hunger auf Land«

Mia Couto nähert sich einem afrikanischen Despoten

Er ist ein Mann zum Fürchten: Ngungunyane, geboren 1850 im heutigen Mosambik. Eine massige, dunkle Figur. Ab 1885 herrscht sie über das sogenannte Gaza-Reich. Ngungunyane stammt aus einem Bantu-Volk. Menschen anderer Völker sind für den »Löwen von Gaza« nur Sklaven: Rau...

Buchmesse Frankfurt/M.
Reiner Oschmann

Gehversuch

70 Jahre nach dem Original nun der Erstling von John Williams auf Deutsch

Der Texaner John Williams (1922 - 1994) ist für deutsche Leser so etwas wie ein Ausgrabungsobjekt. Gut 20 Jahre nach seinem Tod lernen wir von dem lange Unbekannten nun auch seinen Romanerstling »Nichts als die Nacht« kennen. Im Original war er, kaum beachtet, 1948 hera...

Buchmesse Frankfurt/M.
Christian Baron

Wie es hätte sein können

Rodrigo Hasbún erzählt die tragische Familiengeschichte um Hans Ertl, der Leni Riefenstahl und Erwin Rommel als Kameramann diente

Im Kino und in der Literatur häufen sich die künstlerischen Auseinandersetzungen mit realem Hintergrund. Immer mehr Filmtrailer teilen mit, das beworbene Werk basiere auf einer wahren Begebenheit. Immer mehr Bücher erscheinen, denen das stattgefundene Leben der Protagon...

Buchmesse Frankfurt/M.
Sabine Neubert

Master Pitt und andere Kuriositäten

Meinrad Braun schickt Pieter van Ackeren in die Neue Welt

Das »urtümliche Land hinter der Küste, noch kaum von den Menschen gezeichnet, erwartete die beiden Schiffe mit der Trägheit einer Anakonda, über deren geöffnete Augen Fliegen laufen, während ihr gewundener Leib unsichtbar unter dem Wasser im Schlamm verborgen Iiegt …« H...

Buchmesse Frankfurt/M.
Irmtraud Gutschke

»Um Mitternacht wollt ein Stern ich sein«

Amanda Aizpuriete ist eine große Dichterin - und eine mutige Frau

»Lesen wirst dus« - so beginnt das erste Gedicht dieses Bandes, den ich als eine Sammlung leidenschaftlich melancholischer Liebesgedichte empfinde. Ein »Du« kommt immer wieder vor. Unwillkürlich stellt man sich einen Adressaten vor: einen Mann, der Glück schenkte, aber ...

Buchmesse Frankfurt/M.
Ute Evers

»Heiliger Telefant«

Gedichte aus dem Nachlass von Pablo Neruda

Als im Juni 2014 die Nachricht durch die Feuilletons rauschte, man habe bei der Katalogisierung von Originalmanuskripten und Typoskripten unveröffentlichte Gedichte von Pablo Neruda gefunden, schien er wieder einmal zurückgekehrt - von einer seiner zahlreichen Reisen, d...

Buchmesse Frankfurt/M.
Irmtraud Gutschke

Eine Rüstung aus Zorn

Vigdis Hjorth analysiert erschreckend genau ein Familiengeheimnis

Ein machtvolles Buch, denn es stürzt in Zweifel. Die norwegische Autorin Vigdis Hjorth zieht uns an die Seite ihrer Ich-Erzählerin, die uns ihren Seelenzustand offenbart. Wir wissen mehr über sie als Mutter und Schwestern, denen sie sich so trotzig entgegenstellt und di...

Buchmesse Frankfurt/M.
Sabine Neubert

Die Abgründe in den Seelen

Johannes Vilhelm Jensen, Literaturnobelpreisträger von 1944, ist nicht weit von Dostojewski entfernt

Kurt Tucholsky, so berichtet Carsten Jensen im Nachwort, habe den Schriftsteller Johannes V. Jensen bei seinem Besuch 1927 in Kopenhagen »das leuchtende große Auge im kleinen Dänemark« genannt und mit dem Weitgereisten ein intensives Gespräch über die Welt und die Weltl...

Buchmesse Frankfurt/M.
Mona Grosche

Verletzungen

Anne von Canal führt in die Antarktis

Diese Gegend ist der Inbegriff des Unwirtlichen, insbesondere, wenn man dort mit einem Forschungsteam in Zelten haust und unter Stress Bohrungen im Eis durchführen muss. Da bleibt keine Zeit für Emotionen und Sentimentalitäten, sollte man meinen. Oder gerade doch? ...

Buchmesse Frankfurt/M.
Karlen Vesper

Nicht nur Honigfallen

Hagen Kunze porträtiert berühmte und weniger berühmte Spioninnen

Sie hat sich wahnsinnig gefreut und war sofort bereit, für diese Zeitung einen Kommentar abzugeben zur Rehabilitierung von Richard Sorge in Japan, wo der sowjetische Kundschafter, der Stalin vergeblich aus Tokio vor dem Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion ge...

Buchmesse Frankfurt/M.
Michael Kegler

Ein konsequenter Lebensweg

Lutz Taufer erzählt, wie er vom militanten Untergrund in die brasilianische Favela gelangte

Aus der Subjektivität einer Autobiografie eine Epoche begreifen zu wollen, birgt Risiken, die mit Eitelkeit und Rechtfertigungszwängen zu tun haben. Nur selten begegnet man einem solchen Buch, das man den Kindern, Freunden und Bekannten in die Hand drücken will mit den ...

Buchmesse Frankfurt/M.
Eva Peter

Der stille Junge

Andrés Pi Andreu ist einem Rätsel auf der Spur

Warum er die ganze Zeit unbeweglich am Fenster steht und nie herauskommt, um mit ihnen zu spielen, wundern sich die Kinder. Wenn man ihn grüßt, reagiert er nicht, schaut nur weiter geradeaus, »als ob er etwas suchen würde, das er sehr weit entfernt verloren hat«. Ist de...

Buchmesse Frankfurt/M.
Irmtraud Gutschke

Das verlorene Weiß

Michael Stavaric und der Elsterkönig

Elstern auf Zweigen - und dazwischen farbige Sonnenflecken: Zart wie Aquarelle sind die Illustrationen von Linda Wolfsgruber. Über viele Seiten sind wir in einem Vogelreich, in dem alle glücklich sind. Natürlich haben Elstern keinen König, wie ihn Michael Stavarič für u...

Buchmesse Frankfurt/M.
Maria Jordan

Gestohlene Träume

Sarah Beth Durst schickt Sophie auf ein Abenteuer

Sophie hat erst ein einziges Mal in ihrem Leben einen Traum gehabt. Und das war nicht einmal ihr eigener, denn Sophie kann nicht träumen. Sie hat das Traumfläschchen aus dem geheimen Laden ihrer Eltern geklaut und heimlich getrunken. Damals war sie sechs. Sarah B...

Buchmesse Frankfurt/M.
Silvia Ottow

Klassenkasper mit Ästen und Blättern

Peter Wohlleben nimmt Kinder wie auch ihre Eltern und Großeltern mit auf eine Entdeckungsreise durch den Wald

Der Baum als Mensch - er wächst und atmet, spricht mit den Seinen, schützt seine Kinder vor dem Verdursten, kann Pickel bekommen, arbeitet mit dem Internet und setzt sogar Babys in die Welt. Peter Wohlleben: Hörst du, wie die Bäume sprechen? Eine kleine Entdecku...

Buchmesse Frankfurt/M.
Silvia Ottow

Mystischer Schwarm

Petra Postert schenkt uns ein Buch voller Bienengesumm

Als der Großvater stirbt, ist Josy zwölf Jahre alt und geht in die sechste Klasse. Opa Ottmar war Imker und hat seiner Enkelin Bienen vermacht. Ein Kind und 7000 stechlustige Insekten - wie soll das gehen? Was hat er sich nur dabei gedacht? Petra Postert: Das Jah...

Buchmesse Frankfurt/M.
Mona Grosche

Himmlischer Spaß

Harriet Russell kann Wissen vermitteln

Ein Bilderbuch über das All und die Planeten: Das kann, ehrlich gesagt, schon etwas trocken daherkommen. Doch mit »Malen im All« beweist die britische Kinderbuchautorin Harriett Russell genau das richtige Gespür dafür, wie man auf höchst unterhaltsame Weise Wissen vermi...