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Irmtraud Gutschke

Irmtraud Gutschke
langjährige Literaturredakteurin im nd (47 Jahre) und jetzt weiterhin vornehmlich für die Ressorts Feuilleton und nd.Die Woche tätig, hat Slawistik und Anglistik studiert und über das Schaffen von Tschingis Aitmatow promoviert. Sie ist Autorin von Gesprächsbücher mit Hermann Kant, Eva Strittmatter und Gisela Steineckert sowie des Essaybandes "Das Versprechen der Kraniche. Reisen in Aitmatows Welt" und veranstaltet einen monatlichen "nd-Literatursalon" ( www.literatursalon.online ). 

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Aktuelle Beiträge von Irmtraud Gutschke
»Der Beobachter hat ein Herz«

Landolf Scherzer wird 80 Jahre alt: «Unterwegs bin ich der letzte Stromer», sagt der weltreisende Publizist. In einem Gesprächsband lässt ihn Hans-Dieter Schütt zu Wort kommen.

Der grüne Zweig

Ist Deutschland immer noch eine Ständegesellschaft? Aus dem »toten Winkel« der Gesellschaft kommen und schreiben: Maria Barankow und Christian Baron versammeln Texte von ziemlich etablierten Autor*innen über Armut, Scham und Stolz.

»Der Geschmack unserer Kindheit«

»Wie klingt das für dich: Buch-Verlag für die Frau?«, frage ich meine Tochter. - »Nicht nach einem neuen Verlag.« - »Stimmt, er wird dieses Jahr 75.« - »Heute müsste man bei einem Namen auf Genderfragen achten.« - »Wie meinst du das?« - »Nun, dass man Bücher nicht in so...

Es ist nicht immer Burn-out

Wer ständig erschöpft ist, hat Burn-out? Es kann auch was anderes sein. Die Medizinerin Anne Fleck weist Wege aus dem »Müdigkeitslabyrinth«.

Low-Budget-Hotel Abgrund

Slavoj Žižek liebt die intellektuelle Provokation. Nun versucht er es mit dem Plädoyer für einen neuen Kommunismus. Der aber werde nur durch eine Katastrophe kommen, orakelt der slowenische Philosoph letztlich.

Außerordentlich wundersam

Was ist wohl erstaunlicher? Dass man aus Kieselsteinen den aromatischsten Tee kochen kann, allerdings nur in Begleitung einer Ziehharmonika? Oder dass der Teekessel vier Kindern als bequeme Schlafgelegenheit dient, während eine Katze und ein sonderbarer Quangel-Wangel (...

Ein Baum läuft durch die Stadt

Viele Bücher gibt es, in denen hat ein Kind heimlich eine Katze mit nach Hause gebracht oder einen Hund. Auch an einen Bären kann ich mich erinnern und an ein Nilpferd, was schon schwieriger, also fantastischer, war. • Buch im nd-Shop bestellen Andrea Schomburg/ A...

Nachricht vom politischen Parkett

Der Titel klingt wie aus der Werbung: Kaufen Sie, sonst ist es zu spät. Und jetzt soll es gleich eine »neue Weltordnung« sein? Die lässt sich aber nicht herbeizitieren, wie die Autoren wohl wissen. Neulich las ich irgendwo im Internet, Gerhard Schröder könne doch eine n...

Der Rabe im Kofferraum

In Klausenburg geht es wundersam zu. Wobei zunächst gesagt werden muss, dass diese Stadt, einst zu Österreich-Ungarn gehörig, nach dem Ersten Weltkrieg zu Rumänien kam und heute unter dem Namen Cluj-Napoca die zweitgrößte Stadt dort ist. • Buch im nd-Shop bestellen...

Als ob man sie mundtot machen, vernichten wollte

Wir Frauen sterben wie die Fliegen. Ihr Männer besauft euch und tötet uns. Ihr wollt vögeln und tötet uns. Ihr seid wütend und tötet uns …« Die Ich-Erzählerin ist Anwältin, würde indes kaum je einen Mann verteidigen. Weil Frauen die Opfer sind, die noch beschuldigt werd...

»Alles soll mich erinnern«

Atme erst mal aus» - das sagt sie zu sich selbst, wenn es mal hastig zugeht. Nehmen wir es uns zu Herzen. Gisela Steineckert sorgt für eine liebevolle Ruhe, die befreiend wirkt. Deshalb hat Gisela Steineckert ja so ein riesiges Publikum - mit ihren jetzt 35 Büchern, mit...

Die Angstgemeinschaft

Das Thema treibt nachdenkliche Menschen um: »Die Welt nach Corona«. Wie wird sie aussehen? Werden wir überhaupt aus der Pandemie herauskommen, wird Covid-19 gar auf Dauer unser Begleiter sein, in immer neuer, mutierter Form? Aber der Lockdown wird doch bald aufgehoben w...

Umgegrabene Welten

»Offenheit« wird oft als »Inklusion« buchstabiert. Der Soziologe Wolfgang Engler hinterfragt diesen Stehsatz liberaler Weltanschauung und arbeitet heraus, wie die »Öffnung« der ehemaligen Staaten des Ostens in Spaltung und Ausschlüsse mündete.

Der Wunsch und die Wahrheit

Mit »Jüdin Hana«, erschienen 1963 in sorbischer Sprache, hat der literarische Weg von Jurij Koch begonnen. Dass er sich nach über 30 Büchern auf Deutsch noch einmal dem Text zuwandte, war einem Theologen aus Tübingen zu verdanken. Hilger Weisweiler hatte autodidaktisch ...

Erst langsam, dann plötzlich

Reicht das Wort »Krise« nicht zur Warnung? Muss es denn gleich »Kollaps« sein? Etwas sperrt sich dagegen, weil man sich doch wünscht, dass alles einigermaßen gut weitergehen möge - auch über den eigenen Tod hinaus. Da hat uns Corona vielleicht die Augen geöffnet. Ein ge...

Die Würde des Menschen

Unglaublich lang ist die Liste seiner Veröffentlichungen: weit über 60 Romane und Erzählungssammlungen. Beginnend mit dem Band »Beinahe das Himmelreich« (1961) bis zu »Querschüsse. Gedanken und Memoiren eines Ketzers« (2019) hat er in manchen Jahren mehrere Bücher gesch...

Das Ungezügelte und Unberechenbare

Osten gegen Westen, Westen gegen Osten und Alexander Osang wieder mittendrin, als Ostler im Westen oder als Westler irgendwo anders. Sein neuer Roman »Fast hell« handelt von seinem Freund, aber eigentlich von ihm oder etwa nicht?

Sympathie und Enttäuschung

Der Literaturwissenschaftler Carsten Gansel hat ein ein eindrückliches Panorama deutsch-russischer Beziehungen versammelt - nicht nur, aber auch der schriftstellerischen.

»Das Schöne ist dir widerfahren«

Zwei Männer stelle ich mir vor, die in angeregter Unterhaltung durch eine weite Landschaft gehen, auch immer mal stehen bleiben, wenn ein Gedanke die ganze Aufmerksamkeit will. Dabei werden Zitate eingeflochten, Gedichte. Auf friedlichste Weise wetteifern sie um Höhenfl...

Land der Möglichkeiten

Der glücklichste Moment für Mahindan sei der gewesen, als kanadische Schiffe sie umringten und Helikopter über ihren Köpfen dröhnten. Daran denkt Mahindan, während er in einem kanadischen Gefängnis sitzt. Bis zum Schluss von »Boat People« weiß man nicht, ob sich sein Wu...