Redaktionsübersicht

Karlen Vesper

Karlen Vesper

Karlen Vesper, Jahrgang 1959, studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Geschichte. Seit 1982 Redakteurin des “neuen deutschland”, zeichnet sie im Ressort Feuilleton verantwortlich für Geschichte sowie Politisches Buch/Sachbuch. Sie verfasste selbst einige Bücher, u.a. “Das eigene Leben leben. Kinder berühmter Eltern – von Brandt bis Seghers” (mit Gabriele Oertel), “Licht in dunkler Nacht. Zwölf Gespräche mit anderen Deutschen”, “Du musst leben! Kinder des Krieges, Kinder des Holocaust” sowie einen Interviewband mit dem Maler Ronald Paris, “Wahr und wahrhaftig”.

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Aktuelle Beiträge von Karlen Vesper

Bemalte Statue des Kommunisten Ernst Thälmann im Berliner Ernst-Thälmann-Park

Tragischer Held

Ernst Thälmann irrte manches Mal, doch er führte die größte kommunistische Partei Westeuropas an, von deren Mitgliederzahl linke Parteien heute nur träumen können. Er war ein tragischer Held und ein Opfer des Faschismus, an den würdig zu erinnern ist.

Martin Gutzeit an der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße in Berlin

»Es begann alles viel früher ...«

Im August 1989 kursiert in oppositionellen Kreisen in der DDR ein Papier, das zur Gründung einer sozialdemokratischen Partei aufruft. In den Augen der SED-Obrigkeit ein ungeheuerlicher Vorgang.

Jubel auf die Verfassung nach Signierung durch Reichspräsident Ebert (Balkon, mittig) am 11. August 1919.

Stärken und Defizite

Mit seiner Kritik am Grundgesetz, so befürchtet Peter Brandt schmunzelnd, bewege er sich am »Rande der Legalität«. Der Experte für Verfassungsgeschichte beleuchtet die vor 100 Jahren verabschiedete Weimarer Verfassung im nationalen und internationalen Vergleich.

Aufständische der Heimatarmee im Häuserkampf mit den NS-Besatzern, August 1944

Respekt, Wahrheit, Aufrichtigkeit

Am kommenden Donnerstag, am 1. August, werden Punkt 17 Uhr in Warschau die Sirenen ertönen und alles wird stillstehen. Schweigeminute für die Helden des Warschauer Aufstandes. Auf dem größten Platz in Polens Hauptstadt werden sich Hunderttausende Menschen versammeln und...

Holländischer Sündenbock

Die Geschichte ist voller Überraschungen. Muss jetzt die Geschichte des Reichstagsbrandes vom 27./28. Februar 1933 neu geschrieben werden? Jenes von den Nazis als angebliches »Fanal für einen kommunistischen Aufstand« interpretierten Ereignisses, das eine beispiellose H...

Ein Staatsspektakel: Aufbahrung des Sarges von Preußenkönig Friedrich II., dem Großen, am 17. August 1991 im Ehrenhof von Sanssouci.

Lamentierende Erben

Die Hohenzollern fordern die Rückgabe von ihren enteigneten Besitztümern. Die ursprüngliche Enteignung wurde durch eine Mehrheit bei einem Referendum der deutschen Bevölkerung bewilligt und genießt bis heute große Akzeptanz.

Spinnen die Briten?

Ist er doch kein Rüpel? Die Verbeugung von Boris Johnson vor der Queen ist aristokratische Tradition. Doch wir Deutschen sollten uns nicht mokieren. Haben wir doch unseren Ersatzkaiser, der in einem Schloss residiert.

Die Bronzefigur im Innenhof des Berliner Bendlerblocks – geschaffen von einem Nazimitläufer

Unwürdig, beschämend

Direkt nach der Befreiung vom Faschismus wurde im Osten wie im Westen Deutschlands noch aller Widerstandskämpfer gemeinsam gedacht. Doch seit Beginn des Kalten Krieges änderte sich die Gedenkkultur - eine Ausstellung erinnert daran.

Ein irrer Prinz?

»O König von Preußen,/ du großer Potentat,/ ich bin deines Dienstes/ so überflüssig satt./ Was fangen wir nur an/ in diesem Jammertal,/ allwo ist nichts zu finden/ als lauter Not und Qual«, hieß es 1815 in einem Volkslied. Ein Säkulum musste vergehen, bis sich das deuts...

Anarchist, Hallodri, linker Netzwerker

Hedonistische Affären oder die Revolution: Irgendetwas stand immer zwischen Erich Mühsam und seiner Textproduktion. Mit Ausnahme seiner Tagebücher. Markus Liske über die Edition eben jener, den Homo Politicus Mühsam - und Schüttelreime.

»Feiern wir diesen Tag«

Die alternative Musikszene in der DDR war vielseitig. Ob Rock, Punk, Blues, Hip-Hop, Folk - gesellschaftskritisch waren sie alle. Unter ihnen: Die Band Herbst in Peking. Ihr Frontmann erinnert sich, wie es war, unter der sozialistischen Regierung Musik zu machen.

»Da war ich die Deutschen los«

In den 1990er Jahren kamen viele Deutsche, sogenannte Spätaussiedler, aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion in die Bundesrepublik. Eine Tagung in Berlin erinnerte an die Leistungen und Opfer ihrer Ahnen im Zarenreich und in der UdSSR sowie die Hürden ihrer Aus- und Einwanderung.

Enteignet Springer!

»›Bild‹ schoss mit«, lautet die Anklage nach dem Mord an Benno Ohnesorg und dem Attentat auf Rudi Dutschke. »›Bild‹ gewann in Sinai endlich, nach 25 Jahren, doch noch die Schlacht von Stalingrad«, urteilt Ulrike Meinhof in »konkret« zum Sechs-Tage-Krieg im Juli 1967 in ...

»We are still here!«

Sukzessive gewährt die Stiftung Humboldt-Forum Hauptstadtjournalisten Einblicke in die geplanten Ausstellungen im Berliner Schloss - quasi als Appetitanreger. (Und gewiss auch, um sich bereits vorab eine gute Presse zu sichern.) Am Dienstag lud Generalintendant Hartmut ...

Droht eine zweite Enteignung?

Das vom Chef der Stasi-Unterlagenbehörde und dem Präsidenten des Bundesarchivs vorgelegte Konzept über ein »Archivzentrums zur SED-Diktatur«, das die Vereinigung von Akten des DDR-Geheimdienstes mit dem Parteiarchiv der PDS/Linkspartei vorsieht, stößt auf Kritik. Geschichtsprofessor Günter Benser hat nicht nur politisch-moralische und archivwissenschaftliche Bedenken, sondern verweist auch auf rechtliche Probleme.

Es begann am 9. Oktober

Gegen Ende des ostdeutschen Staates kursierte, anspielend auf eine altersgebundene Sonderregelung, der Witz: »2014 dürfen alle DDR-Bürger in den Westen reisen. Warum? Weil die DDR 65 wird.« Sie wurde nicht so alt, verabschiedete sich im 41. Jahr, das als fantastisches J...

Glaubwürdig, sozial und sensibel

Die AfD und andere rechte Parteien wollen die soziale, kulturelle Landschaft zerstören und schrecken vor einer Pervertierung des Rechtsstaates nicht zurück, meint der Politologe Hajo Funke. Doch die Rechten lassen sich aufhalten.

Das unterschlagene Vermächtnis

Solange ein klares Bekenntnis wider alle Faschismen ausbleibt, bleibt nur banges Hoffen, dass die Sonne der EU nicht erlischt, nicht wieder die Nacht des Faschismus über Europa hereinbricht.

Überlasst Europa nicht den Populisten

Franz Müntefering ist 79 und zufrieden mit seinem Alter. Er selbst hat sich aus der Politik zurückgezogen, wünscht sich aber, dass sich mehr Menschen in der Gesellschaft engagieren. Er würde gerne noch erleben, dass das Bundeskanzleramt von der SPD übernommen wird.

Palast im Schloss

Vielleicht hätte er sich am Palast der Republik in Berlin anketten sollen: Egon - nicht Olsen mit seiner Bande, sondern Krenz mit Genossen. Womöglich hätte solcherart ziviler Ungehorsam das Gebäude gerettet? Den Asbest hätte man, wie andernorts, rausoperieren können. Ei...