Redaktionsübersicht

Karlen Vesper

Karlen Vesper

Karlen Vesper, Jahrgang 1959, studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Geschichte. Seit 1982 Redakteurin des “neuen deutschland”, zeichnet sie im Ressort Feuilleton verantwortlich für Geschichte sowie Politisches Buch/Sachbuch. Sie verfasste selbst einige Bücher, u.a. “Das eigene Leben leben. Kinder berühmter Eltern – von Brandt bis Seghers” (mit Gabriele Oertel), “Licht in dunkler Nacht. Zwölf Gespräche mit anderen Deutschen”, “Du musst leben! Kinder des Krieges, Kinder des Holocaust” sowie einen Interviewband mit dem Maler Ronald Paris, “Wahr und wahrhaftig”.

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Aktuelle Beiträge von Karlen Vesper

Queens Speech

Ich glaub, ich bin im falschen Film. Schreiben wir das Jahr 2019, oder 1558? Was für ein Mummenschanz in Westminister am Montag dieser Woche. Elisabeth II. verlas die Regierungserklärung von Boris Johnson. Während dieser wie ein Schulbub aufgeregt auf seiner Bank hin- u...

Die Tunesierin Hanène Zbiss erhielt den Raif-Badawi-Preis.

Vergessenheit

Es ist gut, dass es einen Raif-Badawi-Preis gibt. Dadurch wird wenigstens einmal im Jahr, während der Frankfurter Buchmesse, an den mutigen saudi-arabischen Blogger erinnert, der 2012 verhaftet und wegen Apostasie, »Beleidigung des Islam«, zu zehn Jahren Haft und tausen...

Der Songpoet mit der russischen Seele

Uns heute permanent einreden zu wollen, der Kommunismus sei gescheitert, ist eine Beleidigung unserer Intelligenz und postum auch unserer Bildung, die ja seit fast dreißig Jahren ohnehin mit Füßen getreten wird.« Tino Eisbrenner ist ein Mann der klaren Worte. Ob geschri...

Drei Ausrufezeichen - zur Bewahrung von Frieden weltweit

Si vis pacem, para pacem! - Wer den Frieden will, muss sich für den Frieden einsetzen. Diese Überzeugung eint die Autoren des Bandes. «Wenn es um den Frieden geht, hat jeder das Recht mitzureden. Wir melden uns zu Wort, weil wir den Frieden bedroht sehen», erklären eing...

Ohne Dialog keine Demokratie

Man könnte meinen, wir sind heute dort angelangt, wo sich die DDR vor 30 Jahren befand: Sprachlosigkeit der Obrigkeit - und Empörung darüber »unten«. Für heute gibt es zudem festzustellen: »Die Gesellschaft zerfällt in Teilöffentlichkeiten, die nur innerhalb ihrer Filte...

Ein sanfter Freiheitskämpfer

Der Titel macht neugierig: Mohandas Karamchand Gandhi ein Anarchist? Seine Rede zur Einweihung der Hindu-Universität von Benares am 6. Februar 1916, in dem von Lou Marin herausgegebenen Band erstmals in deutscher Übersetzung veröffentlicht, ist titelgebend. • Lou M...

Russland zu ignorieren, auszugrenzen und zu verdammen, käme russischem Roulette gleich.

Der Sonderbeauftragte

Eine Begegnung der besonderen Art: Horst Teltschik, Kohls Vertrauter und Sonderbeauftragter in den Verhandlungen zur deutschen Einheit, begründete in einer »nd«-Veranstaltung, warum gute Beziehungen zu Russland für Deutschland und Europa eminent wichtig sind.

Werbespot(t)

Alle Räder stehen still ... Dazu bedarf es heut’ nicht mehr eines Lokfahrerstreiks. Auch keiner kleinen, unschuldigen Schneeflocke, die sich auf ein Gleis verirrt. Witterungsbedingt sind Bahn- und Busausfälle eher selten. Die häufigsten Gründe sind technische Störungen,...

Modrow und Berghofer im Herbst 1989 mit Demonstranten

Hoffen und Bangen im Oktober

Dresden im Oktober ’89 war vieles. Die einen wollten den 40. Geburtstag der DDR feiern, die anderen gingen für ihr Ende auf die Straße. Der spätere SED-PDS-Vize Wolfgang Berghofer sollte die Demonstranten beruhigen und verhandelte mit der »Gruppe der 20«.

»Ich wollte nie abhauen«

Herr Diestel, Sie können der DDR jetzt, da sie verschwunden ist, gewisse positive Seiten abgewinnen, bemerken Sie sinngemäß in Ihrem neuen Buch. Welche wären dies? Das ist falsch zusammengefasst. Ich habe eine Geschichte, wie jeder Mensch eine Geschichte hat. Meine...

Ohne Illusionen, aber mit viel Hoffnungen

Einen »Doyen seiner Zunft« nennt ehrfurchtsvoll sein Verleger den Architekturtheoretiker Bruno Flierl, Jg. 1927. Der um etliche Jahre jüngere Frank Schumann ist beeindruckt von dessen ungebremster Mobilität und Aktivität. Auch in hohem Alter hält Flierl Vorträge, nimmt ...

Keine Angst vor guten Sitten

»Der Mensch der sozialistischen Gesellschaft wird, wenn sie voll aufgeblüht ist, keine Gelegenheit, keine Möglichkeit und keine Lust mehr haben, sich schlecht zu benehmen, er wird nicht heucheln, nicht katzbuckeln, nicht hochstapeln, er wird Fisch nicht mit dem Messer e...

Wie Kriege gemacht werden

80 Jahre nach der Entfesselung des Zweiten Weltkrieges werden in Deutschland dessen Ursachen, Verbrechen und Folgen umgeschrieben, verharmlost oder verherrlicht. Hirzu gab es in Berlin zwei Konferenzen.

Die Cellistin

Ihr Geschichte erinnert an die von Anne und Margot Frank. Wie jene in einer assimilierten deutsch-jüdischen Familie geboren, nur nicht in Frankfurt am Main, sondern in Breslau (heute Wrocław), wurden auch Anita und Renate Lasker Opfer des mörderischen deutschen Antisemi...

Schuldhaft verstrickt?

Als Aktivist der Studentenbewegung hat er noch die alten Nazioffiziere erlebt. Die Widerlegung des von jenen kolportierten Mythos von der »sauberen Wehrmacht« wurde zum Gegenstand seiner Forschung und Publizistik. Ein Interview mit Hannes Heer.

Trügerische Ruhe

Der Journalist Hauke Friederichs, der jüngst über den Untergang der Weimarer Republik publizierte (»Die Totengräber«), befasst sich in seinem neuen Buch mit dem letzten Friedenssommer. Er durchschreitet die Augusttage 1939, hält tagebuchartig die entscheidenden Ereignis...

»Ich musste Deutschlands Ehre retten«

Vor 75 Jahren hat der französische Widerstand Paris von den deutschen Besatzern befreit. »nd« hat mit Erhard Stenzel gesprochen, dem letzten noch lebenden deutschen Résistancekämpfer.

Tragischer Held

Ernst Thälmann irrte manches Mal, doch er führte die größte kommunistische Partei Westeuropas an, von deren Mitgliederzahl linke Parteien heute nur träumen können. Er war ein tragischer Held und ein Opfer des Faschismus, an den würdig zu erinnern ist.

»Es begann alles viel früher ...«

Im August 1989 kursiert in oppositionellen Kreisen in der DDR ein Papier, das zur Gründung einer sozialdemokratischen Partei aufruft. In den Augen der SED-Obrigkeit ein ungeheuerlicher Vorgang.

Stärken und Defizite

Mit seiner Kritik am Grundgesetz, so befürchtet Peter Brandt schmunzelnd, bewege er sich am »Rande der Legalität«. Der Experte für Verfassungsgeschichte beleuchtet die vor 100 Jahren verabschiedete Weimarer Verfassung im nationalen und internationalen Vergleich.