Redaktionsübersicht

Velten Schäfer

Velten Schäfer
ist nach einem Geschichtsstudium anno 2002 zum nd gestoßen. Dort arbeitete er bis 2017 als Politikredakteur und promovierte seit 2014 parallel in Sportsoziologie. Seit 2018 darf er sich als Experte für die Kulturgeschichte des Skateboardfahrens verstehen – und sich in nd. Die Woche um Themen aus den Kultur- und Gesellschaftswissenschaften kümmern.

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Aktuelle Beiträge von Velten Schäfer

Linienbus nach Buchenwald

Warum das KZ Buchenwald nicht »Ettersberg« heißen durfte und wie es mehrfach sein Gesicht veränderte: Eine Geschichte des Lagers für alle, die meinen, sie wüssten darüber schon alles.

Jana aus Kassel bei ihrer Rede.

Heiko aus Saarlouis

Seine sauer erarbeitete »Erinnerungskultur« lässt sich Deutschland nicht wegnehmen! Man weiß schließlich nie, für welchen Krieg sie gut noch sein könnte: Ein Albtraum rund um »Jana aus Kassel«, dem bundesdeutschen Auschwitzminister und andere Experten.

Geschichte ist Diebstahl

Warum Nordmazedonien nicht einfach Nordmazedonien heißen darf, was Alexander der Große sowie ein gewisser Goze Deltschew damit zu tun haben, und seit wann Borschtsch keine russische Suppe mehr sein soll: Nationalismus kann auch lustig sein.

Seit 2017 ist Jovenel Moïse Präsident von Haiti – trotz massiver Proteste gegen empfindliche Preissteigerungen für Waren des alltäglichen Bedarfs (links) und des Vorwurfs, Geld aus dem Petrocaribe-Programm veruntreut zu haben, über das Haiti jahrelang vergünstigte Erdöllieferungen aus Venezuela erhalten hatte (rechts). Die Demonstrationen zogen sich über weite Teile des Jahres 2019, wurden aber weltweit kaum registriert. Nachdem der »Norden« seit fast 200 Jahren eine wirkliche Unabhängigkeit des karibischen Staates behindert hat, denkt man nun, sein Unglück sei quasi endemisch – und sieht politische Bewegungen nicht als Ermächtigung, sondern als Chaos an.

Verschulden und Helfen

1775 wurde die Amerikanische Revolution vollzogen, 1789 die Französische. 1791 begann die Revolution in Haiti, die mit den Idealen der beiden ersteren radikal ernst machte. Das ist heute weitgehend vergessen - auch wegen die Politik Frankreichs und der USA

Das verwilderte Denken

Dass ein Einschnitt wie Covid-19 abwegige Mythen aufruft, liegt nahe. Doch erleben Verschwörungstheorien schon länger einen Boom: Welche Rolle das Internet dabei spielt, was ihr Publikum von ihnen hat - und welche historischen Vorläufer es gibt.

Erfurter Legende

Die DDR machte den Erfurter Kommunisten Paul Schäfer zu einem Staatsheld. Doch dazu wurde seine Biografie verfälscht. Nun klärt eine umfassende Recherche diese Legendenbildung auf.

O’zapft ist immer

Eigentlich würde dieses Wochenende das Münchner Oktoberfest eröffnet. Doch Corona erspart uns nicht nur Sauf-Selfies der versammelten Voll- und Halbprominenz - sondern macht es auch möglich, einmal nüchtern über Sucht und Drogenpolitik nachzudenken.

Mr. Giga und das Problem der Wertschätzung

Als Elon Musk vor zehn Tagen Brandenburg besuchte, war Tesla noch der »wertvollste Autobauer der Welt«. Das ist inzwischen aber lange her - und am Ende könnte der Visionär nur ein weiteres Spaßbad in der Brandenburger Provinz hinterlassen.

Pizza Germania

Auf einen betrügerischen Finanzdienstleister mit erfundenem »Asiengeschäft« folgt im DAX ein besserer Pizzaservice - der angeblich gleichfalls vor allem im »Asiengeschäft« glänzt: Die »deutsche Wirtschaft« ist auch nicht mehr das, was sie nie war.

Moskauer Nebel, made in Berlin

Manchmal überschlägt sich der Russlandjournalismus, etwa dieser Tage in der »taz«: Ein und derselbe Artikel bringt es da fertig, erst die »russischen Medien« abzuwatschen, weil diese im Fall Nawalny »von einer ›Vergiftung‹« sprächen, »als wäre diese eine bestätigte Tats...

Kleiner Kurs in Gier und Verrat

Hast du einzigartige Kenntnisse über einen Teil deiner Stadt, den nur wenige andere kennen? Ein neues Handyspiel lässt Gentrifiziererträume wahr werden. Und lädt ein zum munteren Durchkreuzen der Gleichung Coolness = Profit.

Vielfach beflügelt

Vor 80 Jahren ermordete ein Agent Stalins Leo Trotzki im Exil. Es ist Zeit, den Weggefährten Lenins neu zu entdecken - und vor dem heutigen Trotzkismus zu retten.

Jenseits der Fahrradkette

Wer heute 30 ist, kann sich das Land ohne Angela Merkel kaum noch vorstellen. Dabei gab es über lange Strecken ihrer Ära parlamentarische Mehrheiten gegen sie - zumindest theoretisch.

Ollie mit Bauchlandung

Verbohrte Subkultur-Hardliner? Überehrgeizige Sportfunktionäre? Ganz gleich, wem man die Schuld am organisatorischen Crash des deutschen Olympia-Skateboarding geben will: Die Folgen könnten sich noch lange bemerkbar machen.

Mit Antatschdrang

Was einst als völkisches Ideal galt, wird heute den Fremden und Unkultivierten vorgeworfen: Von rechts über die Mitte bis links wird die »Großfamilie« heute als irgendwie anrüchig beäugt - nicht erst, aber zumal in Zeiten von »Corona-Ausbrüchen«.

Der Rahmenbauer

Nach seinem unaufgeklärten Tod 1940 verschwand der Kommunist und Großverleger Willi Münzenberg aus dem öffentlichen Bewusstsein - zumindest in den deutschen Staaten. Im globalen Süden hingegen hielt man ihn oft in Ehren: eine Ausgrabung.

Die Zerstörung von Streeck und Kekulé

Selten hingen die Bürger so sehr an den Lippen von Wissenschaftlern wie in der Corona-Krise. Doch nicht alle Forschenden können damit umgehen.