Redaktionsübersicht

Velten Schäfer

Velten Schäfer
ist nach einem Geschichtsstudium anno 2002 zum nd gestoßen. Dort arbeitete er bis 2017 als Politikredakteur und promovierte seit 2014 parallel in Sportsoziologie. Seit 2018 darf er sich als Experte für die Kulturgeschichte des Skateboardfahrens verstehen – und sich in nd. Die Woche um Themen aus den Kultur- und Gesellschaftswissenschaften kümmern.

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Aktuelle Beiträge von Velten Schäfer

Sowjetunion = Drittes Reich

Der Parlamentspolitik ist ein Hang zum Kuhandel inhärent: Gewährst Du mir dies, gesteh’ ich Dir jenes zu. Wenn nun dabei Indikativsätze über historische Vorgänge und Sachverhalte in die Waagschale geraten, droht die Geschichte, wie Michel Foucault geschrieben hat, zur »...

Ein falscher Spitzbart

Statt schwerer Gedanken heute ein leichtes Ratespiel: »Halb analphabetisch« - wer hat’s gesagt über jene epochale britische Band, die heuer vor 50 Jahren zerfallen ist? Walter Ulbricht oder Theodor W. Adorno? Die Antwort ist natürlich nicht einfach »a« oder »b«. Sondern...

Humboldts Rache

Geschichtspolitischer Bumerang: 2002 hielt man den Beschluss für unverfänglich, das Berliner Schloss als »Humboldt Forum« aufzubauen. Doch wurde der Plan zum Anlass einer neuen Diskussion über Kolonialverbrechen. Den Namensgeber würde das freuen.

Vergleichen oder Gleichheitszeichen

Die AfD ist sicher nicht »die Wende«, die SPD aber ist freilich auch nicht mehr so »Willy«, wie sie nun in Brandenburg behauptet - vom Elend einer historisierenden Symbolpolitik, die den Blick auf reale Kämpfe verstellt.

Kritik und Jargon

Überraschender Betsteller: 50 Jahre nach seinem Tod kommt sein Verlag mit dem Druck einer Vorlesung Theodor W. Adornos zum Rechtsradikalismus kaum hinterher. Wovon aber zeugt das? Wer braucht mehr Adorno - und wer vielleicht etwas weniger?

Bürokratisches Gedenkjahr

Zum Jubiläum von 1918/19 hätten sich die Parteien der Arbeiterbewegung näherkommen können - auch in Form einer leidenschaftlichen Debatte. Doch die Gelegenheit ist bis auf Weiteres verstrichen.

Fremde Federn

Dürfen Kinder »Indianer« spielen? Sind »Westernstädte« in Ordnung, als Karl-May-Bühnenstücke aber verwerflich? Und was hat der fantasierende Sachse eigentlich geschrieben? Gedanken zu einem alljährlichen Kulturkampf.

Die Herren an der Katjuscha

Jetzt bloß kein »Generalverdacht«! So heißt es stets, wenn rechte Umtriebe bei Polizei und Bundeswehr und Seltsamkeiten beim Verfassungsschutz auftreten. Das Argument erinnert an die Stalinorgel, die Hitlers Generäle immer so fürchteten.

Wege zu Hitler

Der Vertrag von Versailles führte quasi direkt zu Hitler - das ist ein Stehsatz deutschen Geschichtsschreibung. Und auch ein Armutszeugnis.

Auf schlechte Nachbarschaft!

Volksabstimmungen und Minderheitenrechte: Die Pariser Verhandlungen versuchten auch, die Wirkung von Annexionen und Staatsgründungen abzufangen. Doch was gut gemeint war, konnte auch nach hinten losgehen.

Elektrifizierung plus X

Wie Uber sich an der hiesigen Verkehrssicherheit rächt - und was der Herr Uljanow zu den elektrischen Tretrollern gesagt hätte, die nun die Städte unsicher machen: Die neue Gesellschaft ist Elektrifizierung plus X. Wofür aber steht das nochmal?

Olivgrünes Paradoxon

Der Kosovokrieg führte ein letztes Mal alle Lager der Bewegungslinken im Protest zusammen. Doch die Chance verstrich. Seither ist die linke Apo in Sachen Außenpolitik so zerstritten, dass sie in der Frage von Krieg und Frieden nicht mehr handeln kann.

Regelfall Rechtsterrorismus

Nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten wird vielerorts von einer »braunen RAF« geredet. Dabei war rechter Terror in der BRD nicht nur von Anfang an präsent, sondern quasi Folklore.

Die Offenbarung von Palo Alto

Kann man auf Basis von visionären PR-Texten Hunderte Millionen Dollar einsammeln, obwohl man kein funktionierendes Produkt hat? Was die Geschichte des kalifornischen Technologie-Startups Theranos über den Kapitalismus der Gegenwart lehrt.

Virtuosen des Adjektivs

Durchladen und abdrücken? Warum sich die Radikalität linker Kultur- und Gesellschaftskritik nicht in der Lautstärke der Schimpftirade messen kann - und was sie wirklich zu leisten hätte.

Wenn A, dann A

Ich liege jetzt richtig, weil ich schon vorher Recht hatte: Was Politiker nach Wahlniederlagen sagen, wie sich das in Begriffe der Logik fügt - und Streit letztendlich Harmonie stiftet.

Feiern und Spalten

Als die EU beschloss, jährlich Kulturhauptstädte auszurufen, sollte es um die Europäische Idee gehen. Doch bald wuchs sich das Programm zu einer Blaupause für eine Politik der Standortkonkurrenz mit den Mitteln der Kultur aus.

Schmerbauch im Schlabbershirt

40 Jahre nach seinem Hauptwerk »Die feinen Unterschiede« rollt mal wieder eine Pierre-Bourdieu-Welle durch die Lande. Zu recht, denn gerade heute kann uns dieses viel sagen – sogar über das Ibiza-Video mit FPÖ-Mann Strache.

Von Pan lernen

Wenn aus den Eisheiligen Apokalyptische Reiter werden und Putin uns neuerdings mit Belugawalen infiltriert, lacht sich der griechische Hirtengott Pan ins Fäustchen.

Inspirierter Return

Nicht nur die Weltreligionen, sondern auch der Philosoph Hegel glaubten an einen Geist, der der Geschichte Sinn gebe. Und wer heute auf die Berliner Schlossattrappe blickt, ist fast geneigt, dem Recht zu geben.