Redaktionsübersicht

Velten Schäfer

Velten Schäfer
ist nach einem Geschichtsstudium anno 2002 zum nd gestoßen. Dort arbeitete er bis 2017 als Politikredakteur und promovierte seit 2014 parallel in Sportsoziologie. Seit 2018 darf er sich als Experte für die Kulturgeschichte des Skateboardfahrens verstehen – und sich in nd. Die Woche um Themen aus den Kultur- und Gesellschaftswissenschaften kümmern.

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Aktuelle Beiträge von Velten Schäfer

Die Dornenkrone von Notre-Dame wurde gerettet.

Markt der Wunder

Die - halbe - Dornenkrone von Notre-Dame ist gerettet! Doch was hat Gott nun mit ihr vor? Velten Schäfer spekuliert über einen himmlischen Plan zum Relaunch des Katholizismus und bricht eine Heilige Lanze für den Reliquienkult.

Ergebnisoffener Zukunftsdreiklang

Wenn nachhaltig der Dialog auf Augenhöhe gesucht wird und politikfähige Eckpunkte im zukunftsfesten Dreiklang strukturelle Rahmenbedingungen setzen: Politik will sich immer erklären. Aber verstanden werden will sie nicht.

Fahnen der ostdeutschen Länder, Deutschlands und die Europafahne stehen im Chorsaal des Zinzendorfhaus, wo die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Länder am selben Tag zu Beratungen zusammentreffen. Themen sind unter anderem die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Ost und West, die Angleichung der Renten von DDR-Bürgern sowie die Kosten für die Sanierung ökologischer Altlasten.

Es gab keinen Zerstörungsplan

30 Jahre nach dem Ende der DDR existiert immer noch eine merkliche Grenze was Löhne, Vermögen und Arbeitslosigkeit angeht. Der Historiker Michael Hofmann spricht über den Beitrittsprozess der DDR als Gegenstand der Geschichtswissenschaft.

Vom Schreiben im Krieg

Ein Hauptschauplatz des Kosovokrieges waren die Medien in den NATO-Staaten. Velten Schäfer blickt darauf zurück, wie Ende der 90’er Jahre ein militärisches »Eingreifen« in innerstaatliche Konflikte durch »den Westen« normalisiert wurde.

Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) präsentiert während seiner Rede in der Bundestagssondersitzung am 15. April 1999 »Beweise« für eine systematische Vertreibung der Albaner aus dem Kosovo.

Es bleibt immer etwas hängen

Orahovac, Racak, Rogovo: Mit angeblichen serbischen Verbrechen wurde der Kosovokrieg begründet. Das erste «Massaker» ist widerlegt, das zweite und dritte sind unbewiesen. Doch die Erzählung wirkt weiter.

Der russische Elefant

Zwischen Russland und Namibia gibt es eine Gemeinsamkeit: Beide Länder waren Schauplätze des deutschen Kolonialismus. Doch während der afrikanische Kolonialismus endlich präsenter wird, muss man den Zweiten Weltkrieg im Osten noch immer erklären: Er war kein »normaler« ...

Wir kümmern uns im Selbstgespräch

Mit dem Kaiserreich verschwanden die Kolonien, aber nicht der Kolonialismus. Heute rückt diese Geschichte neu auf die Agenda – in Museen wie in der Wissenschaft: Was erinnern? Wem zuhören? Wie theoretisieren?

Ärger lohnt im Wochenrhythmus

Mit dem Kaiserreich verschwanden die Kolonien, aber nicht der Kolonialismus: Selbst die SPD reklamierte 1919 plötzlich ein »Recht« darauf. Heute rückt diese Geschichte neu auf die Agenda - in Museen wie in der Wissenschaft: Wem zuhören? Wie theoretisieren?

Innerlich schon ganz verglimpft

Weil die Wissenschaft das Rad stets brandneu erfinden will, ist von »Framing« die Rede, wenn sich die ARD empfehlen lässt, Stanzen wie »öffentlich-rechtlicher Rundfunk« durch Wirvokabular à la »unser gemeinsamer, freier Rundfunk« zu ersetzen.

Holzschnitt des Holzschnitts

Läuft die informative Satire klassischen Nachrichtenformaten den Rang ab? »Die Anstalt« trägt seit fünf Jahren zur Medienlandschaft bei - manchmal auch angemessen holzschnittartig.

Kuckucksworte

»Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen.« Dieses Zitat kennen wohl die meisten - doch von Marie Antoinette stammt es gar nicht. Velten Schäfer begründet die kritische Bonmotologie.

Gilette, Nike, Revolte

Feministische Rasierer? Antirassistische Turnschuhe? Immer mehr Marken benutzen Politik als Imagefaktor. Natürlich geht es dabei um Umsatz. Trotzdem greift es zu kurz, der Werbung vorzuwerfen, dass sie Werbung ist.

Hohn der Täter

Eine Militärparade zum Jahrestag der »Leningrader Blockade«? In der deutschen Presse spricht man von »Missbrauch«. Über den Skandal, das dies niemanden empört.

Ein Schloss sucht einen Namen

Die Rede vom »Volksmund« ist aus der Mode. Der sprachbildpolizeiliche Einwand liegt ja nahe, dass das »Volk« nicht einen, sondern viele Münder hat. Gewitzte Ideologiekritik erweitert dieses ästhetische Unbehagen um das politische Argument, aus dem Munde des »Volks« könn...

Mehr als Rechthaberei

Die Auseinandersetzung um drei Straßennamen im Berliner Wedding zeigt, wie umkämpft Geschichte sein kann. Und die Hauptstadt hat noch einige andere Straßennamen, die an den Kolonialismus erinnern.

Jedem die eigene

»Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht.« Dieses Luxemburg-Zitat stand so in manchem Poesiealbum in der alten Bundesrepublik. Doch es war nicht die einzige Textstelle aus ihren Werken, der enorme Popularität erreichte.

Giften, Reimen, Fabulieren

Von Bierdeckel bis Zellenbrand: Ein - manchmal bitterböser - satirischer Rückblick auf das, was 2018 wichtig war.

Kapitalistischer Konter

Wer gibt dem wird gegeben? Eignet sich der Kapitalismus moralische Kategorien zu Selbstzwecken an heißt es: zurückschlagen!

Der Kursus ist nackt!

Wenn es um Ungleichheit geht, um das Feststecken der unteren Schichten, fällt irgendwann stets ein Satz mit »Bildung« und »Lernen«. Wer sollte etwas dagegen sagen? Zudem hat das permanente Reden darüber den Kollateralnutzen, dass etwas mitschwingen kann: Ist nicht, wenn...

Vom Treffen beim Schlagen

»Vermischt nicht Kritik an Israel mit Antisemitismus« - so der Titel einer Resolution von drei dutzend israelischen Intellektueller. Das Papier wurde hierzulande weitgehend ignoriert. Dabei spielt das Thema eine wachsende Rolle.