Redaktionsübersicht

Velten Schäfer

Velten Schäfer
ist nach einem Geschichtsstudium anno 2002 zum nd gestoßen. Dort arbeitete er bis 2017 als Politikredakteur und promovierte seit 2014 parallel in Sportsoziologie. Seit 2018 darf er sich als Experte für die Kulturgeschichte des Skateboardfahrens verstehen – und sich in nd. Die Woche um Themen aus den Kultur- und Gesellschaftswissenschaften kümmern.

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Aktuelle Beiträge von Velten Schäfer

Lebenslanges Lernen: Früh übt sich, wer nicht absteigen will.

Der Kursus ist nackt!

Wenn es um Ungleichheit geht, um das Feststecken der unteren Schichten, fällt irgendwann stets ein Satz mit »Bildung« und »Lernen«. Wer sollte etwas dagegen sagen? Zudem hat das permanente Reden darüber den Kollateralnutzen, dass etwas mitschwingen kann: Ist nicht, wenn...

Vom Treffen beim Schlagen

»Vermischt nicht Kritik an Israel mit Antisemitismus« - so der Titel einer Resolution von drei dutzend israelischen Intellektueller. Das Papier wurde hierzulande weitgehend ignoriert. Dabei spielt das Thema eine wachsende Rolle.

Die verkürzte Verkürzung

»Fight the game, not the players« ist eine gute Parole. Eigentlich. Schlecht aber wird sie, wenn aus ihr geschlossen wird, dass man Banker nicht kritisieren darf, weil das eine »verkürzte« Kapitalismuskritik wäre.

Der Butler und der Tigerkopf

Pünktlich zum Erscheinen dieser Seiten flattert sie in den Postkasten, die aktuelle Mitteilung des Statistischen Bundesamts zu Wiesbaden: Was aus unseren Kindern wird, hängt - Achtung, jetzt kommt es - »immer noch entscheidend« von ihrer »sozialen Herkunft« ab. So »stei...

Ein schicker Anzug reicht nicht, man muss ihn auch zu tragen verstehen – Jan Delay liegt das im Blut.

Kleider machen keine Leute

In den sozialen Medien erzählen Menschen von ihren Erfahrungen mit der Armut. Auch Jan Delay hat unter dem Hashtag #unten etwas beigesteuert. Allerdings weiß der Rapper überhaupt nicht, wovon er redet, wenn er über Armut spricht.

Freiwilligkeit mit Dunkelziffer

Die Frage, wie »frei« ein Wille sein kann - oder was »Freiheit« überhaupt bedeutet, wo doch jeder Wille stets mit anderen Bedürfnissen und Lebenslagen in Beziehung steht -, ist schon philosophisch höchst umstritten. Dass aber auf dem Arbeitsmarkt »Freiwilligkeit« fast n...

Rechts so offen wie dicht nach links

Bitte draußen bleiben: Wie sich die Geisteswissenschaften während der Weimarer Republik gegen Demokratie und Revolution immunisierten – während Rechtsradikale gefördert wurden.

Die Nächste, bitte!

Es ist mal wieder Eisenbahn, von der Revolution zu sprechen. Denn diese prägt, wie eine kursorische Nachrichtenschau jederzeit ergibt, unser Leben in zunehmendem Maße. Da dräut zum Beispiel laut FAZ nun allerorten die »grüne Revolution« - keine Panik, nicht die aus Tehe...

Nur das Sein ist wirklich rein

Personen, die als etwas zu gelten verstehen, das sie nicht sind, gab es schon immer. Es geht dabei nicht bloß um Geld, sondern mehr noch um Ansehen. Nach 1945 aber ist - als nicht nur erstmals ein politisches Regime vor Gericht stand, sondern zudem allmählich ein Prozes...

Entzauberung im E-Mail-Fach

In der guten alten Zeit, also vor gut 20 Jahren, wohnte der E-Mail ein Zauber inne. Überraschung, Aufregung, Geheimnis: All das konnte dieses neue Kommunikationsmittel jederzeit auf den klotzigen Monitor spülen. Obwohl man auch damals wusste, dass irgendein technischer ...

Gold für alle

Das Ziel heißt »Open Access«: Berlin-Brandenburgs Akademiepräsident Martin Grötschel erklärt, wie sich bei den Wissenschaftsjournalen ein problematisches Oligopol etablieren konnte – und wie die deutsche Wissenschaft gerade einen Systemwechsel durchzusetzen versucht.

Herbst der Hoaxes

Science-Hoaxes sind zum Kringeln. Hierzulande lachte man zuletzt über eine Gruppe, die 2016 dem »Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung« einen Satiretext andrehte. Dieser behauptete, die Hunde der DDR-Grenzer seien direkte Nachkommen von KZ-Wachhunden gewese...

Lob der Querfront

Die politische Philosophin Chantal Mouffe plädiert für einen linken Populismus durch die »Errichtung einer politischen Frontlinie zwischen dem ›Volk‹ und ›der Oligarchie‹«. Was sind die Chancen – und was mögliche Fallstricke?

Das Große im Kleinen und das Kleine im Großen

Liebe Leserinnen und Leser, zumindest eines wird nicht passieren, wenn am 20. Oktober dasjenige neue Angebot Ihrer Zeitung startet, das in der Planungsphase im Hausjargon - unter anderem - als »Theoriebuch« firmierte: Anders als in der verbreiteten Redewendung wird...

Stricken am Mythos

Österreichs Vizekanzler und FPÖ-Chef, HC Strache, hat am Montag in Wien ein Denkmal für »Österreichs Trümmerfrauen 1943-1954« eingeweiht. Wien will das Denkmal aber nicht haben. Schon die Datierung zeigt, worum es wirklich geht.

Sound der Austrokratie

Österreichs Innenministerium hat die Polizei »ersucht«, mit drei namentlich genannten Zeitungen nur äußerst restriktiv zu kommunizieren - und in der Pressearbeit die Nationalität von Verdächtigten zu fokussieren.

Zwischen Wut- und Würgesmileys

Jens Spahn zählt nicht zu den Sympathieträgern der Politik. Und das ganz zu recht - man denke an den üblen Satz um »Hartz IV« und »Armut« aus dem Frühjahr. Doch verdient auch jemand Gerechtigkeit, der diese anderen schon mal verweigert: Der aktuell durch das Netz blasen...

Episches Ringen

Hinter den EU-Kulissen findet derzeit ein Ringen statt, das - verdeckt etwa von der Daueraufregung um die sogenannte Flüchtlingskrise - nur in scheinbar unspektakulären Schnipseln öffentlich wird: Schafft es Europa, die Milliarden scheffelnden, meist US-amerikanischen I...

Hurra, das Internet ist tot!

Das EU-Parlament hat beschlossen, dass auch im Netz Leistungsschutzrecht gelten soll. Das freut Zeitungen und ärgert Plattformen wie Google und Facebook. Die lebten bisher davon, Nutzern die Erzeugnisse Dritter darzubieten. Nun sollen sie diese an ihren Mondprofiten bet...

Morphologie der Jagdszene

Der Dresdner Politologe Werner J. Patzelt fordert Beweise von der Bundesregierung, dass es in Chemnitz »Hetzjagden« auf Linke und Migrant*innen gegeben habe. Er beruft sich auf den Chefredakteur der »Freien Presse«, der nur »Jagdszenen« gesehen hat, aber keine »Hetzjagden«: Willkommen zur Zynismusparade!