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Velten Schäfer

Velten Schäfer
ist nach einem Geschichtsstudium anno 2002 zum nd gestoßen. Dort arbeitete er bis 2017 als Politikredakteur und promovierte seit 2014 parallel in Sportsoziologie. Seit 2018 darf er sich als Experte für die Kulturgeschichte des Skateboardfahrens verstehen – und sich in nd. Die Woche um Themen aus den Kultur- und Gesellschaftswissenschaften kümmern.

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Aktuelle Beiträge von Velten Schäfer

Eskaboliert Euch!

Wenn Du auf Twitter den Sinn von Hashtags nicht mehr kapierst, weißt Du, dass Du alt bist - und noch immer in erdrückender Überzahl. Denn in Wirklichkeit sind Twitter-Nutzer in Deutschland so selten wie Sozialdemokraten in der SPD.

Auch ein Mann vom Dienst: Die Comic-Figur »Popeye« des amerikanischen Zeichners Elzie Crisler Segar wird schon bald hundert.

Rambo und Popeye

Lebe hart, stirb jung: Warum sich Männer der Unterschicht so oft als ganz besonders derbe Kerle aufführen - und kritische Männlichkeit sich nicht auf einen Popanz konzentrieren sollte.

Dr. rer. pol. vit.

Die Kritik an der Entscheidung der FU Berlin zur Doktorarbeit von SPD-Ministerin Franzistka Giffey ist zwar irgendwie wacker, aber auch reichlich formalistisch. Hier ein paar Vorschläge zum Umgang mit Schummeldoktoren.

Sowjetunion = Drittes Reich

Der Parlamentspolitik ist ein Hang zum Kuhandel inhärent: Gewährst Du mir dies, gesteh’ ich Dir jenes zu. Wenn nun dabei Indikativsätze über historische Vorgänge und Sachverhalte in die Waagschale geraten, droht die Geschichte, wie Michel Foucault geschrieben hat, zur »...

Ein falscher Spitzbart

Statt schwerer Gedanken heute ein leichtes Ratespiel: »Halb analphabetisch« - wer hat’s gesagt über jene epochale britische Band, die heuer vor 50 Jahren zerfallen ist? Walter Ulbricht oder Theodor W. Adorno? Die Antwort ist natürlich nicht einfach »a« oder »b«. Sondern...

Humboldts Rache

Geschichtspolitischer Bumerang: 2002 hielt man den Beschluss für unverfänglich, das Berliner Schloss als »Humboldt Forum« aufzubauen. Doch wurde der Plan zum Anlass einer neuen Diskussion über Kolonialverbrechen. Den Namensgeber würde das freuen.

Vergleichen oder Gleichheitszeichen

Die AfD ist sicher nicht »die Wende«, die SPD aber ist freilich auch nicht mehr so »Willy«, wie sie nun in Brandenburg behauptet - vom Elend einer historisierenden Symbolpolitik, die den Blick auf reale Kämpfe verstellt.

Kritik und Jargon

Überraschender Betsteller: 50 Jahre nach seinem Tod kommt sein Verlag mit dem Druck einer Vorlesung Theodor W. Adornos zum Rechtsradikalismus kaum hinterher. Wovon aber zeugt das? Wer braucht mehr Adorno - und wer vielleicht etwas weniger?

Bürokratisches Gedenkjahr

Zum Jubiläum von 1918/19 hätten sich die Parteien der Arbeiterbewegung näherkommen können - auch in Form einer leidenschaftlichen Debatte. Doch die Gelegenheit ist bis auf Weiteres verstrichen.

Fremde Federn

Dürfen Kinder »Indianer« spielen? Sind »Westernstädte« in Ordnung, als Karl-May-Bühnenstücke aber verwerflich? Und was hat der fantasierende Sachse eigentlich geschrieben? Gedanken zu einem alljährlichen Kulturkampf.

Die Herren an der Katjuscha

Jetzt bloß kein »Generalverdacht«! So heißt es stets, wenn rechte Umtriebe bei Polizei und Bundeswehr und Seltsamkeiten beim Verfassungsschutz auftreten. Das Argument erinnert an die Stalinorgel, die Hitlers Generäle immer so fürchteten.

Wege zu Hitler

Der Vertrag von Versailles führte quasi direkt zu Hitler - das ist ein Stehsatz deutschen Geschichtsschreibung. Und auch ein Armutszeugnis.

Auf schlechte Nachbarschaft!

Volksabstimmungen und Minderheitenrechte: Die Pariser Verhandlungen versuchten auch, die Wirkung von Annexionen und Staatsgründungen abzufangen. Doch was gut gemeint war, konnte auch nach hinten losgehen.

Elektrifizierung plus X

Wie Uber sich an der hiesigen Verkehrssicherheit rächt - und was der Herr Uljanow zu den elektrischen Tretrollern gesagt hätte, die nun die Städte unsicher machen: Die neue Gesellschaft ist Elektrifizierung plus X. Wofür aber steht das nochmal?

Olivgrünes Paradoxon

Der Kosovokrieg führte ein letztes Mal alle Lager der Bewegungslinken im Protest zusammen. Doch die Chance verstrich. Seither ist die linke Apo in Sachen Außenpolitik so zerstritten, dass sie in der Frage von Krieg und Frieden nicht mehr handeln kann.

Regelfall Rechtsterrorismus

Nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten wird vielerorts von einer »braunen RAF« geredet. Dabei war rechter Terror in der BRD nicht nur von Anfang an präsent, sondern quasi Folklore.