Redaktionsübersicht

Velten Schäfer

Velten Schäfer
ist nach einem Geschichtsstudium anno 2002 zum nd gestoßen. Dort arbeitete er bis 2017 als Politikredakteur und promovierte seit 2014 parallel in Sportsoziologie. Seit 2018 darf er sich als Experte für die Kulturgeschichte des Skateboardfahrens verstehen – und sich in nd. Die Woche um Themen aus den Kultur- und Gesellschaftswissenschaften kümmern.

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Aktuelle Beiträge von Velten Schäfer

Holzschnitt des Holzschnitts

Läuft die informative Satire klassischen Nachrichtenformaten den Rang ab? »Die Anstalt« trägt seit fünf Jahren zur Medienlandschaft bei - manchmal auch angemessen holzschnittartig.

Gilette, Nike, Revolte

Feministische Rasierer? Antirassistische Turnschuhe? Immer mehr Marken benutzen Politik als Imagefaktor. Natürlich geht es dabei um Umsatz. Trotzdem greift es zu kurz, der Werbung vorzuwerfen, dass sie Werbung ist.

Auf dem Gedenkfriedhof Piskarjowskoje liegen rote Nelken auf einem eingeschneiten Grabstein. Auf dem Friedhof sind rund 500 000 Tote der Leningrader Blockade in Massengräbern beerdigt.

Hohn der Täter

Eine Militärparade zum Jahrestag der »Leningrader Blockade«? In der deutschen Presse spricht man von »Missbrauch«. Über den Skandal, das dies niemanden empört.

Ein Schloss sucht einen Namen

Die Rede vom »Volksmund« ist aus der Mode. Der sprachbildpolizeiliche Einwand liegt ja nahe, dass das »Volk« nicht einen, sondern viele Münder hat. Gewitzte Ideologiekritik erweitert dieses ästhetische Unbehagen um das politische Argument, aus dem Munde des »Volks« könn...

Seit Jahren wird in Berlin um Straßennamen aus der deutschen Kolonialgeschichte gestritten.

Mehr als Rechthaberei

Die Auseinandersetzung um drei Straßennamen im Berliner Wedding zeigt, wie umkämpft Geschichte sein kann. Und die Hauptstadt hat noch einige andere Straßennamen, die an den Kolonialismus erinnern.

Jedem die eigene

»Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht.« Dieses Luxemburg-Zitat stand so in manchem Poesiealbum in der alten Bundesrepublik. Doch es war nicht die einzige Textstelle aus ihren Werken, der enorme Popularität erreichte.

Giften, Reimen, Fabulieren

Von Bierdeckel bis Zellenbrand: Ein - manchmal bitterböser - satirischer Rückblick auf das, was 2018 wichtig war.

Kapitalistischer Konter

Wer gibt dem wird gegeben? Eignet sich der Kapitalismus moralische Kategorien zu Selbstzwecken an heißt es: zurückschlagen!

Der Kursus ist nackt!

Wenn es um Ungleichheit geht, um das Feststecken der unteren Schichten, fällt irgendwann stets ein Satz mit »Bildung« und »Lernen«. Wer sollte etwas dagegen sagen? Zudem hat das permanente Reden darüber den Kollateralnutzen, dass etwas mitschwingen kann: Ist nicht, wenn...

Vom Treffen beim Schlagen

»Vermischt nicht Kritik an Israel mit Antisemitismus« - so der Titel einer Resolution von drei dutzend israelischen Intellektueller. Das Papier wurde hierzulande weitgehend ignoriert. Dabei spielt das Thema eine wachsende Rolle.

Die verkürzte Verkürzung

»Fight the game, not the players« ist eine gute Parole. Eigentlich. Schlecht aber wird sie, wenn aus ihr geschlossen wird, dass man Banker nicht kritisieren darf, weil das eine »verkürzte« Kapitalismuskritik wäre.

Der Butler und der Tigerkopf

Pünktlich zum Erscheinen dieser Seiten flattert sie in den Postkasten, die aktuelle Mitteilung des Statistischen Bundesamts zu Wiesbaden: Was aus unseren Kindern wird, hängt - Achtung, jetzt kommt es - »immer noch entscheidend« von ihrer »sozialen Herkunft« ab. So »stei...

Kleider machen keine Leute

In den sozialen Medien erzählen Menschen von ihren Erfahrungen mit der Armut. Auch Jan Delay hat unter dem Hashtag #unten etwas beigesteuert. Allerdings weiß der Rapper überhaupt nicht, wovon er redet, wenn er über Armut spricht.

Freiwilligkeit mit Dunkelziffer

Die Frage, wie »frei« ein Wille sein kann - oder was »Freiheit« überhaupt bedeutet, wo doch jeder Wille stets mit anderen Bedürfnissen und Lebenslagen in Beziehung steht -, ist schon philosophisch höchst umstritten. Dass aber auf dem Arbeitsmarkt »Freiwilligkeit« fast n...

Rechts so offen wie dicht nach links

Bitte draußen bleiben: Wie sich die Geisteswissenschaften während der Weimarer Republik gegen Demokratie und Revolution immunisierten – während Rechtsradikale gefördert wurden.

Die Nächste, bitte!

Es ist mal wieder Eisenbahn, von der Revolution zu sprechen. Denn diese prägt, wie eine kursorische Nachrichtenschau jederzeit ergibt, unser Leben in zunehmendem Maße. Da dräut zum Beispiel laut FAZ nun allerorten die »grüne Revolution« - keine Panik, nicht die aus Tehe...

Nur das Sein ist wirklich rein

Personen, die als etwas zu gelten verstehen, das sie nicht sind, gab es schon immer. Es geht dabei nicht bloß um Geld, sondern mehr noch um Ansehen. Nach 1945 aber ist - als nicht nur erstmals ein politisches Regime vor Gericht stand, sondern zudem allmählich ein Prozes...

Entzauberung im E-Mail-Fach

In der guten alten Zeit, also vor gut 20 Jahren, wohnte der E-Mail ein Zauber inne. Überraschung, Aufregung, Geheimnis: All das konnte dieses neue Kommunikationsmittel jederzeit auf den klotzigen Monitor spülen. Obwohl man auch damals wusste, dass irgendein technischer ...

Gold für alle

Das Ziel heißt »Open Access«: Berlin-Brandenburgs Akademiepräsident Martin Grötschel erklärt, wie sich bei den Wissenschaftsjournalen ein problematisches Oligopol etablieren konnte – und wie die deutsche Wissenschaft gerade einen Systemwechsel durchzusetzen versucht.

Herbst der Hoaxes

Science-Hoaxes sind zum Kringeln. Hierzulande lachte man zuletzt über eine Gruppe, die 2016 dem »Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung« einen Satiretext andrehte. Dieser behauptete, die Hunde der DDR-Grenzer seien direkte Nachkommen von KZ-Wachhunden gewese...