Kultur

Leipziger Buchmesse

Über Rechte reden

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.» Diese Einsicht überspannt, wenn auch unausgesprochen, mehrere Buchvorstellungen und Diskussionen auf der Leipziger Buchmesse.

Von Karlen Vesper

Wo soll man hin?

»Begreif doch, in den Metropolen ist für dich nichts mehr zu holen«, sangen Extrabreit im vergangenen Jahrhundert. Sie wollten damit für die Stadt Hagen werben: »Komm nach Hagen, werde Popstar.« In Wahrheit war es andersrum: Wer Popstar werden wollte, verließ diese klei...

Musik

Darf-Bedarf

Jedes Mal, wenn herauskommt, dass ein Mann sexuellen Missbrauch verübt hat, lautet eine der ersten Fragen: Darf man noch die Kunst solcher Täter konsumieren? Die Frage ist doch eher, ob man diese Kunst noch konsumieren will.

Von Paula Irmschler
Lesebühnen ndPlus

»Wenn du ›ich‹ sagst, glauben sie dir alles«

Jede Woche Texte schreiben, vorlesen und dabei auch noch Spaß haben: Seit 30 Jahren gibt es in Berlin die Lesebühnen. Darüber sprach Christof Meueler mit Andreas Scheffler, , Lea Streisand, Andreas »Spider« Krenzke und Maik Martschinkowsky.

Von Christof Meueler
Buch »Wolfszeit«

Vom Nazireich zum Nierentisch

Harald Jähner lässt in »Wolfszeit« die deutschen Trümmerzustände nach der faschistischen Verwüstung aufleben. Er zeigt, was das inzwischen vereinigte Deutschland heute noch so rätselhaft macht. Dafür erhielt er den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse.

Von Harald Loch

Saunabrunfzer

Gelegentlich passiert es , dass beim Aufguss nur noch Männer sind. Dann dauert es keine zwei Minuten, und ein Mann stöhnt auf. Hat der erste mit einem solchen Saunabrunfzer vorgelegt, stimmen die anderen bald ein in einen Überbietungswettbewerb. Wer röhrt lauter?

Von Volker Surmann
Toptier Takeover

Salafisten-Takeover

Ein Mann wirbt bei einer Rap-Show augenscheinlich mit einem T-Shirt für den sogenannten IS - ungehindert. Die Veranstalter distanzieren sich ausdrücklich. Nun hat sich der Träger des T-Shirts zu Wort gemeldet.

Von Florian Brand
Thailand

Kandidieren unterm Regenbogen

Zwar ist Thailand traditionell aufgeschlossener gegenüber Transgendern, doch politische Rechte fehlen weithin. Vor allem die Forderung nach einer Ehe für alle politisiert im Wahlkampf.

Von Thomas Berger, Bangkok

»Wir feiern Berlin«

Nein, keine Nabelschau. Zwar eröffnet die neue Direktorin des Berliner Gropius-Baus, Stephanie Rosenthal, das umstrukturierte Haus per Ausstellung »And Berlin Will Always Need You« mit Künstlern, die in der Stadt wirken. Doch das demonstriert eher internationales Level ...

Von Gerd Roth

Keine Schönheit ohne Gefahr

Was ist das denn jetzt bitte wieder? Ein Arzt - Psychotherapeut - sitzt mit einer sehr rätselhaften Frau in einer Bar im kalten Licht. Einen derart abweisenden und zugleich schönen Raum sieht man nur selten auf einer Leinwand. In kurzer Zeit gehen zahlreiche Cocktails ü...

Von Benjamin Moldenhauer

Kritisches Bewusstsein

Der chinesische Künstler Ai Weiwei (61) wird mit dem Frank-Schirrmacher-Preis 2019 geehrt. Gewürdigt werde »sein vielschichtig nachdenkliches Werk«, das unsere Gegenwart und deren Befindlichkeiten mit künstlerischer Kraft, intellektueller Spannung und kritischem Bewusst...

Käuze und Kämpfer

Er ist ein leiser Mensch. Im Schatten großer Bühnen und dramaturgischer Pflichten hat er Stücke geschrieben; alle sehr eigenwillig, einige trotzdem erfolgreich. In welchem Buch jetzt erneut blättern? Nehmen wir die »Lausitzer Bekenntnisse«: Erzählungen, Erinnerungen, Tr...

Von Hans-Dieter Schütt
»Spiegel«

Abserviert

Ullrich Fichtner zieht nicht in die Chefredaktion des Printmagazins »Spiegel« ein. Mit dieser nun bekanntgegebenen Entscheidung zieht Chefredakteur Steffen Klusmann rund drei Monate nach Bekanntwerden der Relotius-Affäre erste Konsequenzen.

Von Florian Brand

Die Diktatur der Beats brechen

Erinnern Sie sich noch an die in den 80er Jahren zunächst zur möglichst chartskompatiblen New-Romantic-Pop-Band zurechtmodellierte britische Band Talk Talk, die zwei, drei Hits hatte (»It’s my Life«), dann aber irgendwann erfreulicherweise vollkommen verrückt wurde, bes...

Von Thomas Blum
Brecht

Das letzte deutsche Genie

Einen Brecht-Film fürs breite Publikum zu machen, ist fast eine Unmöglichkeit. Der letzte mit Lars Eidinger als Brecht, war eine einzige Peinlichkeit. Ein neuer Versuch von ARD und Arte ist dagegen schon ein halber Erfolg.

Von Gunnar Decker

Blick auf die Welt

Im vergangenen Jahr hat PUR das 16. Album herausgebracht. »Zwischen den Welten« startete wie alle Alben zuvor sofort durch. Seit mehr als drei Jahrzehnten und mit fast zehn Millionen verkauften Tonträgern gehören die Musiker um Frontmann Hartmut Engler damit zu den erfo...

Durchweg whiggish

Sie geben uns Rätsel auf, scheinen nicht zu wissen, was sie wollen, verheddern sich in ihren Abstimmungen. Die Briten haben für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt und wissen - noch - nicht, wie sie mit der Scheidung umgehen sollen. Europa schüttelt den Kop...

Von Harald Loch

Der Krieg - ein großer Gleichmacher?

Der deutsche Titel des Buches »Nach dem Kriege sind alle gleich«, verfasst vom österreichischen, in Stanford, Kalifornien lehrenden Althistoriker Walter Scheidel, ist sicherlich eine gewollte Provokation. Wer, wie der Rezensent (Jahrgang 1941), in einem zertrümmerten De...

Von Armin Jähne

Rechte unter sich

Der Schriftsteller Uwe Tellkamp hat die Schirmherrschaft über eine Veranstaltungsreihe namens »70 Jahre DDR« übernommen, die vom 27. Mai bis 9. November im Dresdner Buchhaus Loschwitz stattfinden wird. Tellkamp steht seit Längerem in der Kritik, weil er vor »illegaler M...

Von Katharina Schwirkus

Frei sein und missmutig wirken

Hatte ich einen Unfall?« - »So kann man es auch sagen.« Der Arzt heißt Geiger. Mit Anzug und Kneifer lässt er den Patienten an Tschechow denken. Valentina, wie eine barmherzige Schwester von 1914 gekleidet, errötet, als sie einen Kugelschreiber aus der Tasche zieht. Inn...

Von Irmtraud Gutschke

Ehrung auch für Frauen

Die Vergabe des traditionell bisher nur an männliche Schauspieler verliehene Iffland-Rings sollte nach Meinung des Fachmagazins »Theater heute« neu ausgerichtet werden. »Wir fänden es angemessen, allen historischen - und historisch bedingten - Regeln zum Trotz, den Iffl...

Erlaubnis zum Abriss

Die unter Denkmalschutz stehenden City-Hochhäuser in der Nähe des Hamburger Weltkulturerbes Kontorhausviertel und Speicherstadt werden abgerissen. Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen hat den Abbruch der Gebäude aus den 50er Jahren genehmigt, wie die Behörde mitt...

Buchbranche im Aufwind

Die Buchbranche sieht sich für den anhaltenden Medienwandel gut gerüstet. Die Zahl der Buchkäufer sei mit einem Plus von rund 300 000 im vergangenen Jahr erstmals seit 2012 wieder gestiegen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Ale...

Es bleibt ja alles in der Familie

Es ist eine Binse, dass im Horrorfilm das Verdrängte und panisch Verleugnete seinen Platz hat. Im Monster kristallisiert sich das Bild der bedrohlichen Wiederkehr von Regungen und Impulsen, die nicht sein dürfen, aber das Treiben der Menschen vom Verborgenen aus mitbest...

Von Benjamin Moldenhauer

Ohne Zunge

Archäologen haben in Jerusalem ein rund 2500 Jahre altes Gesichtsrelief aus Ton gefunden. Auf dem Bruchstück eines Tongefäßes ist ein menschliches Gesicht mit weit aufgerissenen Augen, der Nase und dem Ansatz des Mundes zu sehen. Die Forscher ordneten das Relief der per...