Montagmorgen

Nichts mit Berlin detox

Von Zeit zu Zeit wird es dringend Zeit, die Stadt zu verlassen - und sei es nur für ein paar Tage. Dabei denke ich immer an Brecht und Weigel und ihre »Eiserne Villa« in Buckow. So was mit Mansardengiebeldach und Seezugang hätte ich auch gerne. Dann schön mit Spaziersto...

Von Christin Odoj

Wählt CDU!

Noch 13 Tage bis zur Bundestagswahl. Noch wissen viele Menschen nicht, wie sie sich entscheiden sollen: Sollen sie aufstehen oder den Sonntag gemütlich auf dem Sofa verbringen? Vor allem für junge Menschen ist die Entscheidung eine Qual. Auch das sogenannte Kanzlerduell...

Der Eiermann

ICEs im Allgemeinen und Züge nach Berlin im Besonderen sind gute Labore für anthropologische Feldstudien. Gegenüber sitzt ein Proll: Jogginghose, Kapuzenpulli mit zu vielen Buchstaben, Zahlen und Reißverschlüssen: In einem Fitnessstudio in Mahrzahn-Hellersdorf wäre er 2...

Von Volker Surmann

Terrorwarnung in Berlin!

Der Herbst ist noch eine gefühlte Ewigkeit entfernt, seine Vorboten aber machen sich bereits auf den Straßen breit. nd-Redakteur Jürgen Amendt hätte da eine Empfehlung für die Berliner Stadtreinigung.

Von Jürgen Amendt

Abschied aus Prenzlauer Berg

Ein Umzug ist immer auch etwas Traumatisches im Leben eines Berliners. In dem Moment, indem man die Tür der alten Wohnung verschließt, lässt man auch einen Teil seines Lebens in der überteuerten Wohnung zurück.

Nicht der Abstand ist der Abstand

Das Wesen des Deutschen offenbart sich in seiner disziplinierten Nutzung des Warentrenners. Das kann ich beinahe jeden Tag aufs Neue erleben, wenn ich in einem Weddinger Discounter einkaufen gehe.

Von Robert Rescue

Flanierend krepieren

Christian Baron ist als lustwandelnder Spaziergänger unterwegs. Beim Flanieren erlebte er sich neulich als menschlichen Bremsklotz in der dauerbeschleunigten Tristesse der Großstadt.

Von Christian Baron

Bitte einmal Türke mit Schnauzbart

Woran erkennt man, dass um einen herum Heimat ist? Nun, gemeinhin lässt sich Heimat an der Qualität der Backwaren sowie der Fleisch- und Wurstprodukte erkennen. Vor vielen Jahren lernte ich während einer Zugfahrt von Frankfurt am Main nach Berlin eine Frau aus Thüringen...

Von Jürgen Amendt

Hurra, ein toter Frosch!

Wenn man älter wird, also die 30 überschritten hat oder wie ich schnurstracks auf das doppelte dieser Zahl zusteuert, wird man entweder senil - oder sentimental. Für meine fast erwachsenen Kinder ist beides das Gleiche.

Von Jürgen Amendt

Sieg über den Blechpimmel

Das Automobil gilt gemeinhin als das schnellste Beförderungsmittel. Vor allem solche Zeitgenossen, die mit 200 PS und mehr unter der Motorhaube durch die Stadt fahren, hängen diesem Irrglauben an.

Nicht mein Sofa!

Die Dramaturgie dieses Schauspiels, von dem hier die Rede sein soll, ist reichlich kompliziert und soll nur in aller Kürze wiedergegeben werden. Das Bezirksamt Lichtenberg spielt eine Rolle, Mitarbeiter des Ordnungsamtes treten auf, des Weiteren eine Apothekerin, freund...

Von Jürgen Amendt

Ziehendes Volk

Im 19. Jahrhundert wurde es hierzulande zur Mode, die Deutschen in Stämme aufzuteilen, aus denen sich dieser Mode nach die deutsche Nation gebildet habe. Demnach gab es Schwaben, Baiern, Sachsen, Franken, Thüringer und Friesen. Historiker tun sich heute etwas schwerer m...

Von Jürgen Amendt

Meine liebsten Verrückten (eine Top Five)

Platz 5: Der Grenzpunk. »Mach dich nich so breit«, pöbelt der Nachwuchspunk das Mädchen neben ihm in der S-Bahn an. Sie solle ihre blöde Tasche auf den Schoß nehmen. Ich weiß nicht, ob er »gefälligst« gesagt hat, aber ich glaube, ja. Als sie, selbst eher alternativ gekl...

Von Volker Surmann

Stullen-Dieter

Berlin gibt es jetzt 780 Jahre, und seit es sich vom sumpfigen Dorf zur fetzigen Metropole hochgefeiert hat, kamen Tausende Menschen mit extrem interessanten Macken hier her. Man nennt sie im Berlinerischen liebevoll »Bekloppte«. Menschen, die riesige Freizeitparks erba...

Schlimmer!

Mein Kumpel Muskel und ich saßen im Kreuzberger Lokal »Clash«. Es ist eines der letzten übriggebliebenen Refugien für Autonome, Traditionslinke und deren Hunde. Hier darf man alles, was man sonst nur von Bundeswehrsoldaten kennt.

Von Thomas Blum

Neue Vibes

Ich erwähnte an dieser Stelle bereits unsere hauseigene Kommunikationskultur über ausgehängte Zettel. Unlängst stieß ich auf eine völlig neuartige Variante. Ein DIN-A4-Blatt im Querformat, innen an der Haustür.

Von Heiko Werning

Pottwale in Lichtenberg?

Es ist schön, dass es noch Dinge in dieser Welt gibt, die von der Aura des Geheimnisvollen, Unbekannten umwoben sind. Leider aber sind die Agenten der Aufklärung unerbittlich. Wussten Sie, dass im Mittelmeer Pottwale leben?

Von Jürgen Amendt

Wie komme ich zum Ostkreuz?

»Sind Sie von hier?« - »Nein, ich lebe nur hier.« - »Dann können Sie mir vielleicht sagen, wie ich zum Bahnhof Ostkreuz komme.« - »Ja, kann ich.« - »Und?« - »Und was?« - »Wie komme ich zum Ostkreuz?« - »Am besten zu Fuß, is’ nich’ weit.« - »Verarschen kann ich mich selb...

Neulich bei Neuschnee

»Ist es nicht fantastisch, der Schnee macht alles still.«, begeistert sich eine junge Frau. »Ich liiiieeeebe Stille!«, schreit sie, und liefe sie nicht gerade zum Berghain, ich würde es ihr abnehmen.

Von Volker Surmann

Nicht Latte und Macchiato, Sodom und Gomorra

Es gibt diese wiederkehrenden Texte, in denen steht seit Jahren das Gleiche: Über neonfarbene Trainingshosen und im KaDeWe Piccolo trinkende Omas. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es in Prenzlauer Berg nun Legionellen.

Von Christin Odoj

Warum? Immer? Ich?

Bei uns funktioniert zur Zeit die Haustür nicht richtig. Das heißt, sie geht schon auf und zu, aber sie fällt nicht mehr automatisch ins Schloss. Mit dem Problem sind wir nicht allein. Siehe der BER.

Von Jürgen Amendt

Wo liegt eigentlich Stendal?

Diese Woche wird lang. Es ist Montagmorgen, noch nicht mal zehn Uhr. Müde und kraftlos greife ich zur Tasse Kaffee, die auf meinem Schreibtisch steht. Enttäuscht stelle ich fest, dass ich sie schon leer getrunken habe. Während ich die nächste Tasse koche, suche ich nach...

Von Alexander Isele

Mein Fahrrad erlebt mehr als ich

Ich lese gerne den Polizeiticker, um mich aus erster Hand über die Kriminalität in Berlin zu informieren. Wenn ich von Überfällen in der U-Bahn lese, bin ich froh, dass ich kaum noch Freunde habe, die ich besuchen könnte.

Von Robert Rescue

GLHÜÜÜÜRG!!!

Ich wohne neben einem Friedhof, auf dem Bäume stehen, viele Bäume. Würden diese Bäume nicht mit Toten gedüngt, könnte man sogar sagen: Ich wohne neben einem Wald. Verwesen Wesen, seid’s gewesen.

Von Volker Surmann

Höllenhund

Es wird in Deutschland wieder gehasst. Vor allem im Straßenverkehr bricht sich die angestaute Wut Bahn - und zwar nicht nur von Rentnern, sondern auch von den einst so beherrscht lebenden Frauen Ende 40.

Von Christin Odoj