Plattenbau

Flucht nach Andorra

Wer seine Zeit in Backstagebereichen zwischen Kokain und veganer Pizza verbringt, weiß: An Fatoni nagt, dass sein Umfeld in den Olymp aufsteigt, während er selbst ganz gerne die Nummer eins in Rap-Deutschland wäre. Oder zumindest in der eigenen Szene. Schon die ersten Z...

Von Lee Wiegand
Alice Dee

Jenseits des Ego

Kein Genuschel, kein Autotune: Auf »Wildstyles« macht Alice Dee Rap ohne Rollenprosa. Rappte sie früher mehr über persönliche Abgründe, geht es diesmal um Privilegien, Geschichtsvergessenheit und Rechtsruck.

Von Anna Gyapjas
Jens Rachut

Die meisten Menschen

Alles nur nicht Kommerz – Jens Rachut ist zurück mit einer neuen Band: »Maulgruppe«. Auf seiner jüngsten Platte »Tiere in Tschernobyl« stellt er wieder einmal unter Beweis, welche Dichtkunst und unkonventionelle Kreatur in seinem Geist lebt.

Von Du Pham

Schöner Hass

Ohne die Abgehängten zu romantisieren oder zu heroisieren, erzählen Sleaford Mods mit ihrem neuen Album »Eton Alive« von den sozialen Realitäten jenseits der »Upper Class«. Dabei liefern die Briten mehr Inhalt, als so manche Gegenwartsliteratur.

Von Benjamin Moldenhauer
Die Goldenen Zitronen

Meinen Sie?

Vermutlich gehören Die Goldenen Zitronen zu den letzten noch Verbliebenen in dieser Gesellschaft, die nicht die Wirtschaft stärken oder Deutschland »zukunftsfähig« machen wollen. Das ist beruhigend. Soeben ist ihr neues Album erschienen.

Von Thomas Blum

Ich aß deinen Leberkäsweck

Eine vergessene Minderheit in Deutschland: schlaue Rapper. Zu ihnen gehört auch das einst undergroundige und erst in den letzten Jahren mit einigem Charts-Erfolg gesegnete HipHop-Duo Audio 88 & Yassin, das - im Gegensatz zu nicht wenigen ihrer deutschen Rapperkolleg...

Von Thomas Blum
Musik im Osten

Anlärmen gegen staatlich erwünschte Musik

Die Texte solcher experimenteller Musikgruppen vermittelten weder sozialistische Moral, noch eigneten sie sich zur Befriedigung des Harmonieverlangens des durchschnittlichen Hörers.

Von Thomas Blum
Konzeptueller Kunstpop

In der Voliere

Disparat-verträumter Pop: Julia Holter fängt in ihrem neuen Album »Aviary« die kakophonen Verwerfungen der Gegenwart ein.

Von Michael Saager

Jeder Tag ist Weltpimmeltag

Der weiße heterosexuelle mittelalte (ca. 27 bis 63 Jahre) Mann, der vergleichsweise wenig in der Birne, aber eine umso größere Klappe hat, und der gern nach oben buckelt und nach unten tritt, ist derzeit ja unentrinnbar. So schnell werden wir ihn wohl auch nicht wieder ...

Von Thomas Blum

Falsche Träume

Verschleppte Grooves und vertrackte Stolperbeats sind meist eine feine Sache. Es ist ja nicht ganz einfach, ein Stück seltsam vor sich hin wackeln zu lassen und dabei doch seinen trockenen Funk, seine Sexyness zu bewahren. Knife Knights aus Seattle lieben und können so ...

Von Michael Saager

Erlöst wird man hier nicht

schwere Worte, die sich nach Abschied anhören: »What could I say? / Taken aback / All that you gave / Wasn't enough.« Das Stück »Dancing and Blood« ist beispielhaft für Lows zwölftes Album »Double Negative« - Es klingt genauso, wie es heißt: Das an organische Industriea...

Von Michael Saager

Analoges Dauerdröhnen

Auf Fotos wird man es nicht sehen können, aber Helena Hauff dürfte sich trotzdem gefreut haben: So viel Lob wie für »Qualm« - ein Album aus der ungepolstert-harten Clubmusikecke - gab es selten. Da fragt man sich dann vielleicht doch einen naiven Moment lang, wo sie den...

Von Michael Saager

Richtig valsch

Mit der Musik von Family 5 ist es so ähnlich wie mit den Zügen vom »Gleis neundreiviertel« in den Harry-Potter-Büchern: Damit gelangt man zu den Abenteuern, doch das wissen nur Eingeweihte. In den Rowling-Romanen fahren vom »Gleis neundreiviertel« im Londoner Bahnhof Ki...

Von Christof Meueler
Oneohtrix Point Never

Ist das noch Pop?

Ah, ein Cembalo. Klingt nobel und auch ein bisschen albern, nach verschwenderischem Hochadel in parfümierten Perücken. Diese Vorstellung von Herrschaft muss natürlich hinterfragt werden, dachte sich Daniel Lopatin, weshalb es dem Titelstück »Age of« seines jüngsten Albu...

Von Michael Saager

Männer mit bis zum Nabel aufgeknöpften Hemden

Mani Neumeier, von Haus aus Freejazzer, Schlagzeuger und Perkussionist, 77 Jahre alt, Krautrocker der ersten Stunde, ist einer, der noch »Scheibe« sagt, wenn er eine Schallplatte oder eine CD meint. Und vielleicht sagt er ja auch »Schießbude«, wenn er von seinem Schlagz...

Von Thomas Blum
Rezension

Ein Gespräch mit Jesus

Der US-amerikanische Gitarrist und Sänger Ry Cooder hat ein neues Folk-Blues-Soloalbum mit viel Bibelpathos und sirupdickem Gospelschmalz aufgenommen. Darauf unterhält sich Jesus mit Woody Guthrie über Donald Trump.

Von Thomas Blum

Klavier und Kreischen

Trööt. Huup. Knatter. Wrumm. Eine Jazzband ist eine Jazzband ist eine Jazzband. Und wenn sie auf der Straße performt, werden die Geräusche des Straßenverkehrs einfach eingegliedert in die Performance, als weiteres dazukommendes improvisierendes Instrument sozusagen...

Von Thomas Blum

Was quält, soll weg

Wo es schürfbollert und krawallt im Metal, da geht es nach wie vor kraftmeierisch zu. Gerade in seinen avancierteren Spielarten aber, dort, wo Ironie und Pathos am Ende sind, suggeriert diese Musik nicht nur Härte, sondern erzählt von den Rissen der eigenen Inszenierung...

Von Benjamin Moldenhauer

Austreiben!

In einer Zeit, in der das, was einmal Rockmusik hieß, eine ihrer einstigen Funktionen - den in orientierungslosen Heranwachsenden rumorenden diffusen Drang zur Verneinung des schlechten Bestehenden zu bestärken und in ihnen den Impuls zur Subversion zu wecken - vollstän...

Von Thomas Blum

Im Nirgendwo

Wenn sonst nichts geht, darf es ausnahmsweise auch mal eine Indie-Disco sein. Bei Eleanor Friedberger war’s der Gothic-Club »Rebound« in Athen, in dem sich unbekannte baltische Bands, die an The Cure, Christian Death oder Joy Division erinnern, die Klinke in die Hand ge...

Von Michael Saager

Ein komischer Beat

Sind das vielleicht die ersten musikalischen Versuche der gerade in die Spätpubertät entlassenen Depeche Mode, die wir da hören? Oder handelt es sich um die frühen Human League, die im Proberaum ein Tonband haben mitlaufen lassen? Hört sich nach den frühen 80er Jahren a...

Von Thomas Blum

Plastic! Magic!

Es ist nicht leicht, wie in den frühen 80er Jahren zu klingen. Immerhin muss man alte analoge Synthesizer heranschaffen und anderes altmodisches Gerät. Das Duo The Blow aus Brooklyn, bestehend aus Khaela Maricich und Melissa Dyne, erzeugt damit einen polierten, minimali...

Von Thomas Blum

Überall der gleiche Kreisverkehr

Soon all cities will have the same restaurants / Soon all cities will have the same roundabouts / Soon all cities will have the same governments / Soon all cities will have the same accidents.« Man kennt das auch aus all den identischen deutschen Fußgängerzonen, wo nebe...

Von Thomas Blum

Zu bequem für die Welt

Der gerade zu Ende gegangene ewige Winter konnte Yo La Tengos jüngstem Album immerhin nichts anhaben. Weil es mit seiner temperaturresistenten Kontemplation und wärmend-sedierenden Ausdruckskraft, mit seiner zarten Unauffälligkeit, die über 15 Stücke einen so freundlich...

Von Michael Saager

Der gute Mensch von Kalifornien

Das zehnte Album von Andrew Wilkes Krier, der unter dem Künstlernamen Andrew W. K. bekannt ist, heißt »You’re not alone«, und schon beim ersten Titel muss man lachen: »The Power of Partying«. Seit gut zwei Jahrzehnten produziert der inzwischen fast Vierzigjährige Party-...

Von Torsten Gaitzsch