Die Tatort Kolumne

Es schlampert sich so durch

Es gehört zu den Merkwürdigkeiten des »Tatort«, dass Dilettantismus im Dienst unproblematisiert in die Sympathie der Figuren integriert bleibt. Es geht nicht darum, sich wie in echt über die Behörden die Haare zu raufen.

Von Matthias Dell

Hier war die ganze Nacht Traffic

Zukunft der Arbeit? Die Tätigkeit deutscher Fernsehermittler besteht vor allem darin, permanent mit Verdächtigen den Fall zu besprechen. Eine andere Idee von Visualisierung einer Geschichte gibt es nicht.

Von Matthias Dell

Oben aufm Dach

Der Clou dieser Münchner »Tatort«-Episode ist, dass das Spiel mit Standardsituationen ins Leere führt. Die Elemente des Kriminalfilms tanzen an, nur um zu zeigen, wie das Ziel gerade nicht erreicht wird.

Von Matthias Dell

Rostocks Weite

Alles gelingt dem Rostocker »Polizeiruf«: eine große Ermittlergruppe sinnvoll mit Dialog zu versorgen, Kontroversen beim Personal sichtbar machen, eine gewisse Härte und überdies noch Spannung bei der Mördersuche.

Kinder, Familie, das ganze Programm

In »Zahltag« treffen wieder einmal die limitierten Mittel des deutschen Fernsehfilms auf den von jedem Zweifel verschonten Uncharme, den sie deutsche Mentalität nennen. Warum ist diese Konstruktion nur so beliebt?

Von Matthias Dell

Fern der Kondensmilchdosenwelt

Och, Menno. Da weckte der neue Dresdner "Tatort" im März Hoffnungen auf eine Belebung der ARD-Sonntagabendkrimiszenerie, und dann sind die schon bei der zweiten Folge flöten. Allein von markigen Sprüchen lebt ein Drehbuch nicht.

Sport und Musik

Es wäre einmal ein lohnendes Studienprojekt für aufstrebende Beobachterinnen der populären Kultur, den Diskurs über die innere Sicherheit mit der Realität von Polizeiarbeit in Deutschlands beliebtester Krimi-Reihe zu vergleichen.

Von Matthias Dell

Wie die Ägypter

Ein wenig Esprit hätte genügt, um aus der Anlage einen schauen Krimi zu machen: Einen Mord in einem Milieu zu verorten, in dem freiwillig gestorben wird - das klingt eigentlich nach einer Herausforderung. Doch leider ...

Von Matthias Dell

Drei Reiter, das zweite Pferd lahmt

Die Frage, ob es einen Unterschied macht, für das Kino oder das Fernsehen zu drehen, hat der Regisseur Christian Petzold in einem Radio-Interview kürzlich verneint. Und die Differenz mit einer hübschen Metapher erklärt.

Von Matthias Dell

Die Zimmer und die Hasen

Der »Tatort« ist eine Familienkutsche. Er zuckelt gemütlich durch die Landschaft und hält sich an die Straßenverkehrsordnung. Weil das auf Dauer etwas langweilig und berechenbar ist, tritt er manchmal auch aufs Gas.

Von Matthias Dell

Rache, Gewalt und so

Dieser »Tatort« gibt Auskunft über die laufenden Modernisierungsarbeiten an der Traditionsreihe: Gelungen ist ein Kriminalfilm, wenn er schön aussieht. Aber hoch liegt die Latte nach »Durchgedreht« nicht.

Von Matthias Dell

5 A, 2 H, 1 Ausrufezeichen

Im Grunde ist es ja lobenswert, dass der "Wir-Ihr-Sie" versucht, der Zuschauerin vor dem Bildschirm zu erklären, wie die jungen Leuten von heute so drauf sind. Richtig schlau wird man aus denen aber nicht.

Von Matthias Dell

Mann, das kann doch nicht sein

Am 27. Juni 1971 wurde der erste »Polizeiruf 110« ausgestrahlt. Seinerzeit ermittelten Oberleutnant Fuchs und Leutnant Vera Arndt im »Fall Lisa Murnau«. Verdienstvoll ist, dass die ARD das krumme Jubiläum zum Anlass nimmt, um an die Geschichte der in der DDR begonnenen ...

Von Matthias Dell

Wenig Leute, die wenig saufen

Nürnberg trat an als eine Art Gisbert-Spin-off, als Versuch, eine Umgebung nicht für Allerweltsgefühle, sondern Hinrichs' radikalsubjektive Spielweise zu schaffen. Der Emo-Eintopf dieser Folge ist davon weit entfernt.

Von Matthias Dell

Klappräder, U-Boote, alles

»Der hundertste Affe« will, was die Schweißflecken auf dem Hemd von Steadyfriend in der Exposition der Folge anzeigen: die Hitze der Arbeit. Gucken »Tatort«-Macher nicht, was andere »Tatort«-Schauplätze machen?

Von Matthias Dell

An diesem Tanzbums

Früher war es lustig, in letzter Zeit ist nur noch Klamauk, wobei wie immer offenbleibt, wann früher vorbei war und ob »Klamauk« eine wirkliche Enttäuschung ist. Zur neuen Münster-Folge des "Tatort".

Von Matthias Dell

Kinshasa, Goma, New York

In diesem »Tatort« gibt es zumindest dies zu loben: Er bricht an einer Stelle aus aus einer Gesellschaft, die sich Konstruktionen wie »Fremdenfeindlichkeit« geschaffen hat, um über Rassismus nicht reden zu müssen.

Von Matthias Dell

Lesen Sie Goethe!

Was "Der treue Roy" so quälend macht, ist das fehlende Tempo. Elliptische Dialoge treffen auf eine elegische Regie, die ihre wurstigen Bilder durch schicke Filter aufmotzt. Matthias Dell über den neuesten Tatort.

Von Matthias Dell

Das ist dann besonders grausam

Man merkt den Figuren an, dass sie ganz viel wollen und dabei auch noch großen Wert auf ihre Individualität legen; die Kommissarin fotografiert am Tatort zum Beispiel immer selbst. Das ist ziemlich anstrengend.

Von Matthias Dell

Der Panzer ist registriert

München mit dem Ivo und dem Franz steht nicht nur für Kontinuität, sondern auch für Qualität. Das stellt die Jubiläumsfolge mit dem merkwürdigerweise kommalosen Titel »Mia san jetzt da wo’s weh tut« unter Beweis.

Von Matthias Dell

Ey, Melle

"Pass out Challenges" – gibt es das wirklich, ist das gefährlich, wo krieg ich das her? Dieser "Tatort" fährt seine Entdeckung eher untertourig, die Würgespiele stehen am Rand, nicht im Zentrum der Folge.

Von Matthias Dell

Ey, Moment, Moment, Moment

Psychologie ist nicht das Interessengebiet dieser Tatort-Folge und das Milieu auch nicht: Wenn es um seine Motive geht, klingt der Terrorist wie ein Zeitungsartikel. Matthias Dell über den Sonntagskrimi »Zorn Gottes«.

Von Matthias Dell

Ich Kunst, sie Kunstgeschichte

Inniger Zuneigung zum Schweizer »Tatort« steht in Deutschland zuerst die Nachsynchronisation im Wege; die macht aus jedem Film trockenes Textaufgesage. Der »Tatort« spult sein Programm ab.

Von Matthias Dell

In Leuna und in Weißenfels

Gesellschaftserzählung ist der "Tatort" dort, wo er von Rollenbildern und Machtverhältnissen handelt. Und in diesem Sinne ist die aktuelle Folge "Auf einen Schlag" eine erstaunliche Modernisierungsleistung.

Von Matthias Dell

Heute ist schlecht

Die einen haben schicke Bungalows, die anderen den Sozialwohnungsbaubeton: Im Tatort wohnen an solchen Orten grundsätzlich die Probleme. Auch in der Kölner Folge "Kartenhaus". War das Drehbuch nicht in der Lage oder zu faul?

Von Matthias Dell