Columbus 64 (4 DVDs)

DDR TV-Archiv

Georg Brecher, Journalist und Gelegenheits-Schriftsteller, führt eine Reportage in den Uran-Bergbau der Wismut. Unter dem Eindruck der harten Arbeit unter Tage und der Begegnung mit den Kumpeln überdenkt Brecher sein bisheriges Leben. Während seiner Reportage stößt er auf einen alt gedienten Bergmann, der als Parteifunktionär die Geschicke des Betriebes mit verantwortet.

Brisant: Diese Rolle wollte Thein nicht mit einem Schauspieler besetzen; stattdessen verpflichtete er den tatsächlichen Direktor für Arbeit bei der Wismut, Sepp Wenig, der zu dieser Zeit Mitglied des ZK der SED und Volkskammerabgeordneter war.
Der Film wurde Opfer des kulturpolitischen Kahlschlags nach dem 11. Plenum des ZK und von der Zensur derart zerstückelt, dass sogar die authentische Stimme von Sepp Wenig nachsynchronisiert wurde. Die Titelmelodie - von Wolf Biermann - flog ebenfalls raus. Nach einmaliger Ausstrahlung wurde der Film in der DDR verboten.


Produktionsland/-jahr: DDR 1965/ 1966
Regie: Ulrich Thein
Darsteller: Armin Mueller-Stahl, Sepp Wenig, Lissy Tempelhof, Teri Tordai u.v.a.

Bonusmaterial: Exklusives Interview mit Kameramann Hartwig Strobel, Booklet

FSK: ab 12 Jahren Bildformat: 4:3 Tonformat: Dolby Digital 2.0 Mono
Sprachen: deutsch Laufzeit: ca. 300 Min. Anzahl der Disc: 4 s/w
Artikelnummer: 26067


Ulrich Thein
Der Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Ulrich Thein wurde vom Publikum wegen seiner Bodenständigkeit geliebt. Er ist der jugendliche Star in zahlreichen DEFA-Filmen der 50er und 60er Jahre. Als Regisseur überzeugt er die Zuschauer mit Geschichten von ganz normalen Leuten. Er inszeniert angenehme, bodenständige Unterhaltung, häufig still und leise, vielfach komisch, immer authentisch und mit einem sicheren Gespür für die Befindlichkeiten der Menschen.
Seit Anfang der 60er Jahre betätigt sich der Schauspieler immer mehr als Drehbuchautor und später auch als Regisseur. Zunächst schreibt er für das Fernsehen der DDR. Sein erstes TV-Spiel wird der Zweiteiler "Der Andere neben Dir" (1963), bei dem er für Regie und Buch verantwortlich ist. Es folgen zahlreiche Arbeiten für das Fernsehen, die er entweder nach eigenen Stoffen oder Vorlagen zeitgenössischer Autoren inszeniert. Ulrich Thein will nach eigenen Aussagen volkstümliche Filme machen, Filme, die sich dicht an den Lebenserfahrungen, Sehnsüchten und Wünschen abarbeiten. Mit den dreiteiligen TV-Filmen "Jule - Julia - Juliane" (1972) und "Broddi" (1973-1975) kommt er seinen Ansprüchen sehr nahe. Beide Filme sind überaus erfolgreich und werden auch auf der Kinoleinwand ausgewertet. Besonders in Erinnerung bleibt der TV-Film "Der Direktor" (1980). Ulrich Thein ist hier Regisseur, Autor und Darsteller zugleich. Er spielt einen verwitweten Schuldirektor, der sich auf den Rat seiner Tochter hin, für eine neue Liebe empfänglich zeigt.
Nach dem Zusammenbruch der DDR erhält der Darsteller keine anspruchsvollen Aufgaben mehr. Anfang der 90er Jahre kann er eine TV-Serie mit 26 Folgen inszenieren. In "Agentur Herz" (1997) gründet eine Gruppe erfolgloser Schauspieler unter der Schirmherrschaft des alten Theaterschauspielers Herz eine eigene Vermittlungsagentur. Wie es das Schicksal will erhält die Agentur keine Engagements sondern hauptsächlich private Aufträge, die das Leben schreibt.
Der Schauspieler stirbt am 21. Juni 1995 in Berlin.

Preis: 19.99 Euro

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann teilen Sie ihn doch mit anderen