Wer einmal aus dem Blechnapf frisst (2 DVDs)

Literaturverfilmung nach dem Roman von Hans Fallada

Die tragische Geschichte des ehemaligen Häftlings Kufalt, dem ein bürgerliches Dasein auch wegen einer von Vorurteilen geprägten Gesellschaft nicht gelingt, wurde Anfang der 1960er Jahre auf den Bildschirm gebracht.

Regisseur Fritz Umgelter1) , der bereits mit mehrteiligen Literaturverfilmungen wie dem das Heimkehrerdrama "So weit die Füße tragen"2) (1959) und der Hans Scholz-Adaption "Am grünen Strand der Spree"1) (1960) Fernsehgeschichte geschrieben hatte, siedelte die Geschichte des gestrauchelten Buchhalters Willi Kufalt in den frühen sechziger Jahren an, um Wirklichkeitsnähe zu erreichen. Die Inszenierung aktualisiert einen Lebensweg in einer Zeit, in der das sogenannte Wirtschaftswunder das Leben in Deutschland noch nicht allzu sehr stabilisiert hatte: Nach fünf Jahren Knast wegen Unterschlagung und schwerer Urkundenfälschung wird Willi Kufalt in eine Freiheit entlassen, der er nicht mehr gewachsen ist. Der ehemalige Buchhalter versucht es mit Gelegenheitsarbeiten, aber die Inflationszeiten sind schlecht. So gerät er wieder auf die schiefe Bahn und kehrt resigniert ins Gefängnis zurück, den Ort, der ihm die Sorgen ums tägliche Dasein abnimmt und der dem geschundenen kleinen Mann nicht trister vorkommt als die ärmliche, feindselige, tückische Welt draußen.

Für die Rolle des Willi Kufalt hatte man den charismatischen Theaterschauspieler Klaus Kammer (1929 - 1964) verpflichten können, welcher der tragischen Gestalt eindrucksvolle Züge verlieh. Auch die anderen Figuren waren prominent besetzt, zu nennen sind beispielsweise Ursula Dirichs, Peter Ehrlich, Hans Cossy2) (1911 - 1972), Wolfgang Reichmann, Alfred Schieske1) (1908 - 1970; siehe auch defa-sternstunden.de) oder Friedrich Maurer.

»Nicht aus Freude am Abenteuerlichen, nicht als echte Milieuschilderung wirklicher Unterwelt wird der Roman geschrieben, sondern um zu zeigen, wie der heutige Strafvollzug und die heutige Gesellschaft den einmal Gestrauchelten zu immer neuen Verbrechen zwingt. Die Strafe macht ihn untüchtig zum tätigen Leben des Bürgers, die Gesellschaft will ihn nicht in diesem tätigen Leben. Der kleine Lump Kufalt strampelt sich ab, noch in seinen schlimmsten Viechereien schimmert eine Goldader Menschentum ..., aber doch, aber doch, unentrinnbar, gegen seinen Willen, ohne seinen Willen, wird er das, was die Umwelt will, dass er es wird: ein bisschen Kot, eine Mikrobe, bösartig, die man vernichten muss.«
(Hans Fallada im Exposé zum Roman, 1932)


Produktionsland/-jahr: Deutschland 1962
Regie: Fritz Umgelter
Darsteller: Klaus Kammer, Peter Ehrlich, Sigurd Fitzek, Alfred Schieske, Gerhard Just, Hans Cossy, Herbert Bötticher, Karl Georg Saebisch
Autor / Drehbuch: nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada
Bonusmaterial: 12-seitiges Booklet

FSK: ab 12 Jahren
Erschienen bei: Studio Hamburg Enterprises
Tonformat: Dolby Digital 2.0 Mono
Bildformat: 4:3
Sprachen: deutsch
Farbe: s/w
Anzahl der Disc: 2
Laufzeit: ca. 244 Min.
Artikelnummer: D36054

Preis: 14.99 Euro

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