Der Teufelskreis (DVD)

DEFA-Literaturverfilmung nach dem gleichnamigen Theaterstück von Hedda Zinner

Der Film wurde 1955 gedreht und erlebte am 13. Januar 1956 im Berliner Kino Babylon seine Premiere. Er behandelt den Reichstagsbrand und die anschließenden Schauprozesse im Jahr 1933. Zum Teil wurden originale Wochenschauaufnahmen der NS-Zeit in den Film geschnitten.
Im Film bezieht sich der Titel auf den Teufelskreis der Anklage, die für jeden der fünf Angeklagten einen Zeugen benennen kann, der einen mit einem anderen Angeklagten gesehen haben will, bis sich der Kreis schließt.
Die Rolle des Marinus van der Lubbe war der erste größere Leinwandauftritt des späteren DEFA-Stars Fred Delmare. Der Film wurde zudem das Regiedebüt des Schauspielers Carl Balhaus.

Produktionsland/-jahr: DDR 1955
Regie und Drehbuch: Carl Balhaus
Darsteller: Siegried Weiß, Irma Münch, Fred Delmare, Kurt Steingraf, Horst Koch, Jochen Brockmann, Erika Dunkelmann, Horst Naumann, Albert Garbe u.v.a.

FSK: ab 12 Jahren
Farbe: s/w
Ton: Dolby digital 2.0
Bild: 4:3
Laufzeit: ca. 96 Min
Anzahl der Disc: 1
Art.-Nr.: 49480


Hintergrund:
Kurz nach der Machtergreifung Adolf Hitlers Anfang 1933 laufen Vorbereitungen, die die Mitglieder der sozialistischen und kommunistischen Parteien mundtot machen sollen.
Der radikale, in Wirklichkeit aber geistig kranke, Niederländer Marinus van der Lubbe, ist überzeugt, ein großer Brand werde ein Startsignal aussenden. Wenig später steht das Reichstagsgebäude in Flammen. Neben Marinus van der Lubbe waren vor allem SA-Männer am Legen der verschiedenen Brandherde beteiligt. Noch in derselben Nacht findet auf Veranlassung von Graf Helldorf eine Massenverhaftung von KPD- und SPD-Mitgliedern durch die SA statt. Obwohl der sozialdemokratische Abgeordnete Wilhelm Lüring von seinem Sohn Paul gewarnt wird, verweigert er sich der Flucht, habe er doch nie radikale Ansichten gehabt und werde von den Nationalsozialisten menschlich geschätzt. Kurz darauf wird er von der SA verhaftet.
Die Nationalsozialisten wollten anlässlich des Reichstagsbrandes ein Exempel statuieren und einen Schauprozess veranstalten, um die Verantwortlichen des Brandes öffentlich zu verurteilen. Außer van der Lubbe haben sie fünf weitere Verdächtige ausfindig machen können, doch fehlen ihnen Beweise für eine gemeinsame Täterschaft, die es real nie gegeben hat. Wilhelm Lüring wird zum Tag des Brandes befragt und zu bestimmten Personen. Er gibt zu, einen als tatverdächtig eingestuften Mann im Wandelgang des Reichstages im Gespräch mit einem älteren Herrn gesehen zu haben. Dieser sei jedoch nicht van der Lubbe gewesen, der viel zu jung sei. Erst unter Folter meint Wilhelm Lüring, den Verdächtigen mit van der Lubbe gesehen zu haben. Nun gilt er als Kronzeuge des Prozesses und wird in Leipzig in Sonderhaft gehalten. Hier darf ihn auch seine Frau besuchen.
Der Schauprozess beginnt und wird zur Farce. Einer der fünf Verdächtigen, der Exil-Bulgare und überzeugte Kommunist Georgie Dimitrow, der in seinem Heimatland bereits zum Tode verurteilt wurde, lehnt sich gegen die Lügen und Verleumdungen auf, stellt die Zeugen der Anklage bloß und tritt als sein eigener Verteidiger auf. Nach wenigen Tagen wird die Live-Übertragung der Verhandlung abgebrochen. Selbst Graf Helldorf und Hermann Göring werden von Dimitrow des Lügens überführt und in die Ecke getrieben.
Wilhelm Lüring zeigt sich vom Mut Dimitrows beeindruckt. Er wird im Gefängnis von seiner Frau besucht, die versucht, ihn auf Betreiben seiner Kinder Paul und Marta zum Widerrufen seiner Aussage gegen van der Lubbe zu bringen. Am Ende widerruft Wilhelm Lüring seine Aussage vor Gericht und gibt als Begründung an, dass Dimitrows Verhalten ihm den Mut zur Wahrheit gegeben habe. Er wird in ein KZ deportiert, wo bereits die anderen Sozialisten gefangen sind. Schwer misshandelt stirbt er in den Armen der Genossen. Der Prozess geht unterdessen weiter, an dessen Ende Dimitrow ein Plädoyer für den Sieg der Arbeiterklasse hält.

Preis: 12.99 Euro

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