OST – Fernsehen

Die zweiteilige Dokumentation gibt einen Überblick über die 39-jährige Geschichte des Deutschen Fernsehfunks in Berlin-Adlershof

Ab dem 21. Dezember 1952 – dem 74. Geburtstag von Josef Stalin – startete das „öffentliche Versuchsprogramm“ mit zwei Stunden Sendezeit täglich ab 20 Uhr und dem Brandenburger Tor als Logo. Empfangsbereit waren in der DDR etwa 60 Geräte, allesamt in Berlin.
Um mehr Zuschauer zu erreichen, wurde das Sendernetz rasch ausgebaut.  Technik und Fernsehstudios wurden ebenfalls zügig erweitert. Im Sommer 1953 wurde das Studio I auf dem Gelände von Berlin-Adlershof eröffnet. 1955 gab es einen ersten Übertragungswagen und ein drittes Sendestudio.
Ende 1958 waren über 300.000 Fernsehgeräte in der DDR angemeldet. Ab dem 7. Oktober 1958 wurde das Vormittagsprogramm eingeführt, als Programmwiederholung für Spätarbeiter. Einen Tag später folgte "Unser Sandmännchen“. Dessen Abendgruß vom Fernsehfunk wurde zum Exportschlager und hat auch die Abwicklung des Senders 1991 überstanden.
Am 3. Oktober 1969 ging das 2. Programm des Deutschen Fernsehfunks DFF 2 aus Anlass des bevorstehenden 20. Jahrestages der Gründung der DDR als Farbprogramm erstmals auf Sendung. Damit begann beim Deutschen Fernsehfunk das Farbfernsehzeitalter.
Am 11. Februar 1972 wurde der DFF umbenannt und hieß fortan Fernsehen der DDR.
Alle Programmformate – Kinderfernsehen, Schauspiel, Sportsendungen, Unterhaltungssendungen erfreuten sich großer Beliebtheit.

Die politische Wende in der DDR im Jahre 1989 bedeutete auch für die Medien eine stärkere Lösung von der Staatsmacht. In den politischen Sendungen konnte zunehmend freier berichtet werden und zahlreiche neue Programme gingen auf Sendung.
Am 4. November 1989 demonstrierten Mitarbeiter und Schauspieler des Fernsehens der DDR gemeinsam mit vielen Bürgern auf der Berliner Großdemonstration am Alexanderplatz. Für das einmalige Ereignis in der Geschichte der DDR, an dem nach Angaben der Veranstalter eine Million Menschen teilnahmen, fungierte der Verbnad der Film- und Fernsehschaffenden, das Komitee für Unterhaltungskunst und andere Künstlerverbände als offizielle Veranstalter.
Das Fernsehen der DDR wurde im Februar 1990 per Medienbeschluss der DDR-Volkskammer  zu einer politisch unabhängigen, öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt erklärt. Das DDR-Mediengesetz vom September 1990 bestätigte diesen Status.
Trotzdem verlor der DFF mit Inkrafttreten des Einigungsvertrages am 3. Oktober 1990 seine öffentlich-rechtliche Eigenständigkeit wieder und wurde zusammen mit dem Rundfunk der DDR und der Sende- und Studiotechnik der Deutschen Post als so genannte staatsunabhängige, rechtsfähige Einrichtung weitergeführt. Der Artikel 36 des Einigungsvertrages legte dabei außerdem fest, dass die Einrichtung mit sämtlichem Programmmaterial, Liegenschaften, Mitarbeitern und sonstigem Eigentum bis spätestens 31. Dezember 1991 aufgelöst sein muss. Die Volkskammer der DDR hatte vor der Wiedervereinigung keinen eigenen Rundfunkbeauftragten bestimmt. So wurde nun Rudolf Mühlfenzl (CSU) bestimmt, der die Leitung und folglich auch die Abwicklung übernahm.

Die Auflösung der Einrichtung wurde bis zum Ende kontrovers diskutiert. Nicht nur deren Mitarbeiter wünschten sich den Erhalt der Sender, auch viele Zuschauer wollten die Programme nicht missen. Nicht nur Unterhaltungs- und Ratgebersendungen waren beliebt, sondern seit der Wende auch politische Sendungen. Die Idee, Rundfunk und Fernsehen in einer neuen ARD-Anstalt für die ostdeutschen Länder mit der DFF Länderkette als drittes Fernsehprogramm weiterzuführen, wurde von den ostdeutschen Ländern beim Aufbau neuer öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten nicht aufgegriffen. Stattdessen wurde nach Jahren zentralisierter Medienpolitik eine Dezentralisierung der Medienstandorte umgesetzt.
Vor allem der MDR erfährt heute beim Publikum eine hohe Akzeptanz. Er wird von vielen Zuschauern nicht zuletzt wegen der zahlreichen DFF-Produktionen, die immer wieder gesendet werden und früherer DFF-Gesichter als Nachfolger angesehen.

Diese zweiteilige Dokumentation gibt einen Überblick über die 39-jährige Geschichte des Deutschen Fernsehfunks in Berlin-Adlershof, vom Start des Versuchsprogramms bis zur Einstellung. Die beliebtesten und bekanntesten Sendungen wie »Unser Sandmännchen«, die »Aktuelle Kamera« und »Der schwarze Kanal« werden vorgestellt. Auch die politische Einflussnahme wird thematisiert und kritisch hinterfragt.

Produktionsland: DDR/D
Regie: Daniel Berlin

Preis: 12.99 Euro

  • Laufzeit: ca.126 Minuten
  • Produktionsjahr: 1991
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann teilen Sie ihn doch mit anderen