Anna Seghers liest – Der Ausflug der toten Mädchen

In diesem sensationellen Tondokument aus dem Jahr 1965 liest Anna Seghers mit ihrem unverwechselbaren Timbre und ihrem heimischen Dialekt die Erzählung selbst – berührend und eindringlich.

Aus dem Booklet:

Von 1941 bis 1947 lebt Anna Seghers in Mexiko, ihrem zweiten Exilland, in das sie aus Frankreich geflüchtet war. Das Land wird für diese Zeit ihre zweite Heimat. Sie engagiert sich in der Arbeit der Emigranten. Doch es bleibt die Sehnsucht nach der Heimat. Anna Seghers sorgt sich um Freunde und wünscht sich die Rückkehr in eine neues Deutschland. „Es gab nur noch eine einzige Unternehmung, die mich anspornen konnte: die Heimfahrt.“

An einem Tag mit starkem Regen, wird Anna Seghers in Mexiko-Stadt von einem Auto angefahren. Sie hat schwere Kopfverletzungen und ist vier Tage bewusstlos. Die Erfahrung der Amnesie ist in die Grundstruktur der Erzählung „Der Ausflug der toten Mädchen“ eingeflossen: in jenes Ineinanderfließen von Gegenwart und Vergangenheit, das diese Geschichte so faszinierend macht.
Auf eigentümlich schwebende Weise gibt Anna Seghers eine Vision wieder, in der sich die Erzählerin als Kind während eines Schulausfluges erlebt und gleichzeitig als erwachsene Frau in Mexiko. Sie sieht ihre Schulkameradinnen, von denen sie weiß, wie ihre Schicksale verliefen: als Mitläuferinnen bei den Nazis, als Verfolgte und als Gegnerinnen. Die Erzählerin weiß auch um die Schicksale der jüdischen Lehrerin und der auf dem Rhein vorbeifahrenden Jungen, denen die Mädchen zuwinken … (Katja Richter)

DDR-Rundfunk-Archiv
Medium: CD

Preis: 15.99 Euro

  • Laufzeit: 51 Minuten
  • Produktionsjahr: 1965
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