Borderline

Avantgarde-Stummfilm aus dem Jahr 1930

1930 drehte der Brite Kenneth Macpherson − Herausgeber der Filmzeitschrift Close Up − den außergewöhnlichen Avantgarde-Stummfilm BORDERLINE (»Grenzlinie«) mit dem bekannten afroamerikanischen Bürgerrechtler, Schauspieler und Sänger Paul Robeson in der Hauptrolle.

BORDERLINE spielt in einer kleinen Grenzstadt, wo sich in der provinziellen Umgebung ein Eifersuchtsdrama zwischen einem schwarzen und einem weißen Paar entspinnt. Der durch Freuds Psychoanalyse beeinflusste Film stellt − vor allem mit Hilfe seiner ungewöhnlichen Schnitttechnik − die inneren Zustände der Figuren dar und behandelt Fragen der sexuellen Identität und zwischenrassischer Beziehungen auf eine für seine Zeit bemerkenswerte Weise.

Neben Paul Robeson sind in weiteren Rollen dessen Ehefrau Eslanda Robeson sowie die amerikanische Schriftstellerin H. D. (Hilda Doolittle) und Macphersons Ehefrau Bryher zu sehen.

Mit dem neukomponierten Filmscore des Jazz-Saxophonisten Courtney Pine und ausführlichem Booklet.
Extras: Interview mit Courtney Pine (engl., Zusammenfassung im Booklet)

Produktion und Buch: Kenneth Macpherson Pool
Produktionsland: GB / CH
Darsteller: Paul Robeson, Eslanda Robeson, Helga Doorn (aka H. D. = Hilda Doolittle), Gavin Arthur, Charlotte Arthur, Blanche Lewin, Robert Herring, Bryher (aka Annie Winifred Macpherson)

Pressestimmen:
»Ein erstaunlicher Film, der die Grenzen der Kunst erweitert. GRENZLINIE …, auf der Generallinie der Filmentwicklung.« Film-Kurier, 15.4.1931
»Ist hier etwas der große Stummfilm-Faker Guy Maddin am Werk? Nein, es handelt sich tatsächlich um einen der ersten Filme, der “race” und “gender” dekonstruiert und dabei zugleich auf Improvisation aufbaut, deren Radikalität mit den frühen Filmen von John Cassavetes vergleichbar ist.«
- Martin Büsser
»ein Zeugnis der Art und Weise, wie zu jener Zeit die “Rassenfrage” unter Intellektuellen verhandelt wurde.«
- FAZ, 19.02.2009
»Borderline bricht Rassentabus und stellt nebenbei genießerisch eine androgyne Aussteigergesellschaft zu Schau. Am Ende erweist sich, dass auch diese liberale Szene ihre kolonialistischen Vorurteile kultiviert.«
- Die Zeit
»formale Brillanz, hervorragende Linernotes zur DVD-Edition«
- Intro

1 DVD; Bild: PAL, s/w, 4:3; Sprache: stumm, englische Zwischentitel; deutsche Untertitel; FSK: o.A.

Preis: 14.99 Euro

  • Laufzeit: 72 Minuten
  • Produktionsjahr: 1930
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