Ernst Schneller

Ein zweiteiliger Film des Fernsehens der DDR über den Widerstandskämpfer und Kommunist

Der Fernsehfilm zeigt wichtige Geschehnisse aus dem Leben des Kommunisten Ernst Schneller (1890-1944) im Zeitraum vom Ende der 20iger Jahre des 20. Jahrhunderts bis zum Jahr 1944, in dem er im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet wurde.
Das Drehbuch von Rudi Kurz basierte im wesentlichen auf der Biografie „Ernst Schneller. Lebensbild eines Revolutionärs“ von Wolfgang Kießling (1960).

Ernst Schneller war Mitglied des Rotfrontkämpferbundes. Während des Kapp-Putsches organisierte der in militärischen Dingen erfahrene Schneller in Schwarzenberg den Widerstand; wenig später trat er in die KPD ein, da diese ihn durch ihr konsequentes Vorgehen beeindruckte. Bis zum Jahr 1933 war er Reichstagsabgeordneter in Berlin und Leiter der KPD-Parteischule.
Dabei setzte er sich für eine umfassende Revolution des Bildungswesens ein, in dessen Mitte die Produktionsschule stehen sollte. Mit einer Fülle von Fakten verteidigte er auch Anträge seiner Fraktion zur Bekämpfung des Kinderelends durch Einführung von kostenloser Schulspeisung, Lernmittelfreiheit, kostenlosen ärztlichen und zahnärztlichen Untersuchungen für Schul- und Vorschulkinder sowie Ausstattung schulentlassener Kinder mit Kleidung. Ständig versuchten die rechten Abgeordneten ihn niederzubrüllen, so dass der Präsident sie auffordern musste, ihn ausreden zu lassen „denn niemand wird ihn davon abhalten können, alles zu sagen, was er sagen will“.

Doch mit seinen Überzeugungen stand Ernst Schneller für die Nationalsozialisten schnell im Visier. Am 7. Februar 1933 nahm Ernst Schneller noch an der illegalen Tagung des Zentralkomitees der KPD in Ziegenhals bei Berlin teil. Unmittelbar nach dem Reichstagsbrand wurde er 1933 von den Nazis gefangen genommen und nach 11jähriger Haft im KZ Sachsenhausen ermordet.

Ernst Schneller war mit Hilde Schneller verheiratet und hinterließ eine Tochter, die von Pfarrer Arthur Rackwitz in dessen Familie aufgenommen wurde, sowie einen Sohn Helmut Schneller, der in der DDR unter dem Pseudonym Hans Rascher als Autor unter anderem für das Berliner Kabarett Die Distel tätig war.

Seit 1992 erinnert in Berlin in der Nähe des Reichstags eine der 96 Gedenktafeln für von den Nationalsozialisten ermordete Reichstagsabgeordnete an Ernst Schneller.


Produktionsland: DDR-TV-Archiv
Regie und Drehbuch: Rudi Kurz
Personen und ihre Darsteller:
Horst Schulze (Ernst Schneller), Renate Blume (Hilde Schneller), Sergej Bondartschuk (General Sotow), Martin Trettau, Gerd Blahuschek, Lutz Riemann, Rolf Hoppe u.v.a.

1 DVD; FSK: ab 12 Jahren

Preis: 14.99 Euro

  • Laufzeit: 180 Minuten
  • Produktionsjahr: 1977
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